Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

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franktoast
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon franktoast » Mi 25. Apr 2018, 07:10

Skull hat geschrieben:(24 Apr 2018, 17:36)

Solange aber Bargeld (noch) gesetzliches Zahlungsmittel IST ... und somit ein Annahmezwang besteht,
kann er trotzdem in Bar bezahlen. Das ist bei Visa, paypal oder xyz Karte eben anders. :)

Aber...HIER soll es ja nicht um das Bargeld gehen... :D
...sondern um die vielen unterschiedlichen Alternativen.

mfg

Naja, das gehört schon zum Thema. Aber wie schon gesagt: Rundfunkgebühren kannst du nicht bar bezahlen. Und in Schweden ist es nicht selten, dass du nicht bar bezahlen kannst. Ich finde das nicht verkehrt. Würde sich die Ablehnung von Bargeld negativ aufs Geschäft auswirken, würde man ja wieder bar annehmen. Aber so?
Du kannst natürlich drauf bestehen, in bar bezahlen zu können, aber wen interessierts?

Wenn jemand nicht mit VISA bezahlen kann, wird er Aufschrei schon größer sein, obwohl es nicht gesetzliches Zahlungsmittel ist...
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Adam Smith
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon Adam Smith » Mi 25. Apr 2018, 07:15

Und die Verbraucher und Unternehmen entscheiden darüber was sich durchsetzen wird. Und hier gibt es im Moment zwei klare Gewinner. EC- (Girocard) und Kreditkarten. Amazon setzt beim Supermarkt der Zukunft auf das Smartphone. Das Smartphone könnte und wird vermutlich aufholen.

https://www.regensburger-nachrichten.de ... er-zukunft

Die Welt der Zukunft wird vermutlich eine vernetzte Welt sein.

Bezahlsysteme wird es vermutlich zwei geben. Smartphone und Giro-bzw. Kreditkarte. Ein Konto braucht man ja immer. Ein System kann hier dann auch problemlos mal ausfallen.

Der Vorteil beim Smartphone wäre die Rechnung die auf das Smartphone gesendet werden kann.
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon immernoch_ratlos » Mi 25. Apr 2018, 08:13

Tja franktoast wo Du recht hast, hast Du recht - "wird er Aufschrei schon größer sein, obwohl es nicht gesetzliches Zahlungsmittel ist..."

"Götter, Nationen, Geld, Menschenrechte und Gesetze gibt es gar nicht – sie existieren nur in unserer kollektiven Vorstellungswelt." (Yuval Noah Harari) Da bleibt es eben nicht aus, dass sich unterschiedliche Vorstellungen in unseren Köpfen bilden. Mal wird eine Gruppe diese Vorstellung "was das richtige Geld" ist präferieren - und mal die andere versuchen ihres. All das macht aber auch flexibel und ermöglicht es uns mit wildfremden Menschen überhaupt zusammenzuarbeiten - auch, besonders dann, wenn es darum geht GEGEN eine andere Gruppe und deren " kollektiven Vorstellungswelt" zu argumentieren. Leider vergessen meist alle Beteiligten, es handelt sich hier keinesfalls um unveränderliche physikalische Gesetzmäßigkeiten. Ganz im Gegenteil - hier darf "das Wasser" auch mal nach oben fließen. In dieser Pseudowissenschaft die mit viel Mathematik den Eindruck erweckt, hier laufen quasi "unveränderliche Prozesse" ab.

Diese erfundene Ordnung kann mit Zwang und Gewalt (gesetzlich) allein nicht aufrecht erhalten werden. Wie hier wunderbar nachvollziehbar, viele Menschen müssen von diesen Gehirngespinsten auch überzeugt sein. Wehe, die eine Gruppe stellt die Prinzipien der jeweils anderen in Frage - die Folgen dieser Auseinandersetzung können hier über hunderte von Seiten nachvollzogen werden. Erstaunlich, wie sehr die bloße Vorstellung zum Geld (eine geniale Erfindung, die es uns erlaubt - hier wieder Yuval Noah Harari :
In einer Tauschwirtschaft müssen Sie und der Schuhmacher jeden Tag den relativen Wert von Dutzenden Waren ermitteln. Wenn in Ihrer Stadt 100 Waren gehandelt werden, müssen Käufer und Verkäufer 4.950 verschiedene Wechselkurse kennen. Und wenn 1000 Waren gehandelt werden, wären dies schon 499.500 Wechselkurse! Wie sollen Sie da den Überblick bewahren?

Das Geld wurde oft und an vielen Orten erfunden. Seine Erfindung erforderte keinen technischen Durchbruch – es handelte sich um eine rein geistige Revolution. Dazu gehörte die Schaffung einer neuen, intersubjektiven Wirklichkeit, die nur in der gemeinsamen Vorstellung der Menschen existiert.
Es ist schon grotesk wie wir (ich bin dicke dabei ! ) uns gegenseitig anfeinden, um eine Kopfgeburt in unterschiedlichen Ausführungen zu verteidigen. Da gibt es geniale Erfindungen, Geld noch toller zu nutzen, doch da wollen einige einfach "zurück zur Natur" und halten Geld in Form von Scheinen und Münzen für das einzig "wahre" Zahlungsmittel.

Da fällt mir nur die chinesische Variante ein, dort sind Ahnen, Geister und Dämonen sind im chinesischen Volksglauben allgegenwärtig – und mächtig. Damit es denen (den Ahnen) auch im Jenseits gut geht und die Geister und Dämonen freundlich gestimmt werden, wird Bargeld (eine Nachbildung - so als gäbe es tatsächlich "reales Geld") verbrannt. Mal sehen, ob die cleveren Chinesen auch mal per "WhatsApp" ihre Gaben an die Ahnen, Geister und Dämonen versenden. Ich glaube fest daran der Fortschritt ist unaufhaltsam - eines Tages werden Chinesen ihre (abgelegten) Smartphones mit Grüßen und viel Geld darin "hinterlegt" verbrennen - dann ist Bargeld endlich nicht mehr alternativlos :thumbup:
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon Skull » Mi 25. Apr 2018, 08:45

franktoast hat geschrieben:(25 Apr 2018, 08:10)

Und in Schweden ist es nicht selten, dass du nicht bar bezahlen kannst.

Das ist doch wieder Quatsch.

Hier werden immer wieder ausgewählte BEISPIELE gepostet, wo man angeblich nicht mit Bargeld zahlen kann.
Richtig ist, das man nur an wenigen Stellen ... nicht bar bezahlen kann.

Das die Schweden extem viel unbar zahlen, ist ja durchaus richtig.
Es stimmt aber nicht, das es selten ist, das man nicht bar zahlen KANN.

Ich konnte bisher überall (mit Ausnahme von Parkautomaten) in Schweden AUCH in Bar zahlen.

mfg
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon Kael » Mi 25. Apr 2018, 09:29

wir haben z.B. auch private Veranstaltungen wo der Veranstalter das Geld dann direkt bekommt, weil es eine Interne Sache unter Freunden ist müsste mir dann, wenn das Bargeld weg ist - jeder etwas Überweisen, was dann wiederrum noch zusätzliche Kosten bedeutet.
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon Adam Smith » Mi 25. Apr 2018, 09:48

Kael hat geschrieben:(25 Apr 2018, 10:29)

wir haben z.B. auch private Veranstaltungen wo der Veranstalter das Geld dann direkt bekommt, weil es eine Interne Sache unter Freunden ist müsste mir dann, wenn das Bargeld weg ist - jeder etwas Überweisen, was dann wiederrum noch zusätzliche Kosten bedeutet.

Warum sollte dieses über eine Smartphone-App nicht funktionieren? Die App vom Smartphone ersetzt das Bargeld. Hier gibt es dann auch einen Akku gegen Stromausfall. Eigenes Konto und Kreditkarte bleiben.
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 25. Apr 2018, 10:08

Die eigentlich relevante Frage ist gar nicht die nach Bargeld oder Digitalzahlung (in irgendeiner Form). Sondern die nach der Aufrechterhaltung anonymen Zahlens. Ob das nun mit Münzen, Scheinen oder auch mit (anonymen) Prepaidkarten irgendeiner Form erfolgt, ist doch völlig unerheblich. Exemplarisch für die kritisch zu sehende Entwicklung ist hier das Unternehmen PayPal. Vor ziemlich langer Zeit konnte man noch ein anonymes PayPal-Konto haben. Das ist vorbei. PayPal hat bekanntermaßen seine AGB verändert und gibt Transaktionsdaten an hunderte von Firmen und Behörden weiter.
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon franktoast » Mi 25. Apr 2018, 10:17

Skull hat geschrieben:(25 Apr 2018, 09:45)

Das ist doch wieder Quatsch.

Hier werden immer wieder ausgewählte BEISPIELE gepostet, wo man angeblich nicht mit Bargeld zahlen kann.
Richtig ist, das man nur an wenigen Stellen ... nicht bar bezahlen kann.

Das die Schweden extem viel unbar zahlen, ist ja durchaus richtig.
Es stimmt aber nicht, das es selten ist, das man nicht bar zahlen KANN.

Ich konnte bisher überall (mit Ausnahme von Parkautomaten) in Schweden AUCH in Bar zahlen.

mfg

Ich hab ja nicht gesagt, dass es viele Stellen in Schweden gibt. Es gibt nur aber auch Cafes oder sowas, wo man kein Bargeld akzeptiert und keinen juckts. Ich finde das Argument genau deswegen schwach, dass ja überall Bargeld akzeptiert werden müsse und so mit Bargeld einen Vorteil gegenüber anderen Zahlungsmitteln hätte.
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon Skull » Mi 25. Apr 2018, 10:27

franktoast hat geschrieben:(25 Apr 2018, 11:17)

Ich hab ja nicht gesagt, dass es viele Stellen in Schweden gibt.

Die Aussage:

In Schweden ist es nicht selten, dass du nicht bar bezahlen kannst.

suggeriert, das man oft nicht Bar zahlen kann. Und das ist eben falsch.

mfg
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon franktoast » Mi 25. Apr 2018, 10:41

Skull hat geschrieben:(25 Apr 2018, 11:27)

Die Aussage:

In Schweden ist es nicht selten, dass du nicht bar bezahlen kannst.

suggeriert, das man oft nicht Bar zahlen kann. Und das ist eben falsch.

mfg

Ok, deine Goldwaage gewinnt :)
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon Skull » Mi 25. Apr 2018, 10:48

franktoast hat geschrieben:(25 Apr 2018, 11:41)

Ok, deine Goldwaage gewinnt :)

Das ist weder eine Goldwaage, noch "pedantisch".

Es wird und wurde immer gerne behauptet, das ein Land wie Schweden...

Wenn man viele Dinge dann konkret hinterfragt, findet man immer nur exemplarische Beispiel für irgendetwas.
NICHTS grundsätzlich unterschiedliches zur Euro-Zone.

Auch wenn die Schweden in ihrem Alltag deutlich weiter in der Verwendung von alternativen Zahlungsmitteln sind...
...ist es nicht grundsätzlich anders...als hier.

Und das ist ja ... eher Fundamental...staat "Goldwaage".

Darauf weise ich (immer wieder) hin. :)

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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon franktoast » Mi 25. Apr 2018, 11:45

Skull hat geschrieben:(25 Apr 2018, 11:48)

Das ist weder eine Goldwaage, noch "pedantisch".

Es wird und wurde immer gerne behauptet, das ein Land wie Schweden...

Wenn man viele Dinge dann konkret hinterfragt, findet man immer nur exemplarische Beispiel für irgendetwas.
NICHTS grundsätzlich unterschiedliches zur Euro-Zone.

Auch wenn die Schweden in ihrem Alltag deutlich weiter in der Verwendung von alternativen Zahlungsmitteln sind...
...ist es nicht grundsätzlich anders...als hier.

Und das ist ja ... eher Fundamental...staat "Goldwaage".

Darauf weise ich (immer wieder) hin. :)

mfg

Naja, deine Aussage war, dass man mit Bargeld gesetzliches Zahlungsmittel ist und Annahmezwang besteht, kann er damit bezahlen. Wenn es nun einen Laden gibt, der kein Bargeld akzeptiert, ist deine Aussage falsch. Ich schrieb, wer kein Bargeld akzeptiert, bei dem kann man nicht in bar bezahlen. Meine Aussage ist also richtig.
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon Raskolnikof » Mi 25. Apr 2018, 11:59

Sicher ist es so, dass man in den skandinavischen Ländern nur mit Bargeld in der Tasche nicht verhungert. Aber es ist schon so, dass es immer mehr Läden gibt, die einfach kein Bargeld mehr akzeptieren oder dem Kunden das Barzahlen abgewöhnen wollen. Beispiel Dänemark. Da gibt es Tankstellen mit Laden und Service, die aber Nur-Tankkunden im Laden nicht sehen wollen. Da soll direkt an der Zapfsäule mit Karte bezahlt werden. Wer das nicht will oder kann darf im Shop bezahlen, aber mit Aufschlag. Das nennt sich dann Servicegebühr. In ländlichen Bereichen haben viele Tankstellen ihren Shop dicht gemacht und die Tanksäulen mit Kartenautomaten versehen. In den Urlauberregionen ist das so häufig nicht zu sehen. Man will sich ja nicht den Ast absägen, auf dem man sitzt. Ach ja, einige Läden wie Baumärkte und Baustoffhändler gewähren in DK einen Rabatt bei Karten- bzw. MobilePay-Zahlung.
Die dänische Regierung hat den gesetzlichen Annahmezwang für Münzen und Banknoten teilweise aufgehoben. So können Tankstellen, Restaurants oder andere kleine Läden (keine Supermärkte) die Bezahlung mit Bargeld ablehnen. Den Unternehmen sollen die Kosten und der Zeitaufwand durch die Bargeldabwicklung erspart werden.
Im Juli sind wir wieder mal in Finnland unterwegs. Wenn wir da Kartenmuffel wären würden wir in ländlichen Gebieten wie Nordkarelien oder Lappland häufig recht alt aussehen und müssten uns wohl einen Bart wachsen lassen (oder mit dem Reservekanister 30 km und evtl. viel mehr trampen ;)

Was das "gesetzliche Zahlungsmittel" und Annahmezwang von Bargeld betrifft: Juristisch ist es sehr umstritten, ob dieser Annahmezwang von Bargeld im Handel überhaupt existiert. In Holland gibt es ja bereits erste Supermärkte, bei denen nur Kartenzahlung möglich ist. Gesetzliche Vorgabe ist die, dass dies deutlich erkennbar für jeden Kunden am Eingang ersichtlich ist. In Deutschland gibt es erste Caffees, die die Annahme von Bargeld grundsätzlich verweigern. Kein Verbraucherschützer, keine Behörde, kein Politiker erhebt dagegen seine Stimme. Wie das?
Aber dies nur am Rande. Es geht in diesem Thread ja nicht um die Abschaffung von Bargeld sondern um die Alternativen zur Barzahlung und da insbesondere um die neuesten Entwicklungen.

https://www.boerse-online.de/nachrichte ... 1000733410
Stell dir vor die Liebe deines Lebens geht an dir vorbei
und du schaust auf dein Smartphone.
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon Skull » Mi 25. Apr 2018, 13:36

franktoast hat geschrieben:(25 Apr 2018, 12:45)

Naja, deine Aussage war, dass man mit Bargeld gesetzliches Zahlungsmittel ist
und Annahmezwang besteht, kann er damit bezahlen.

An so einer Stelle sprechen wir über Deutschland. Deutsches Recht.

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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon franktoast » Mi 25. Apr 2018, 14:26

Skull hat geschrieben:(25 Apr 2018, 14:36)

An so einer Stelle sprechen wir über Deutschland. Deutsches Recht.

mfg

Ja, das mit dem Annahmezwang ist umstritten. Gesetzlich geregelt ist zB., dass niemand Zahlungen mit mehr als 50 Münzen annehmen muss. Genauso darf ein privates Unternehmen von vorn herein sagen, dass es bestimmte Banknoten nicht annimmt (zB. die 500€ Scheine an Tankstellen). Ansonsten kannst du Amazon oder Ryanair auch nicht in bar bezahlen. Auch wenn die Geschäfte innerhalb Deutschlands statt finden.
https://www.boerse-online.de/nachrichte ... 1000733410

Meiner Ansicht nach gibt es diesen Annahmezwang von Bargeld in der Praxis nicht.

Allerdings ist selbst Professor Siekmann der Ansicht, dass dieser Annahmezwang strikt nur für staatliche Institutionen und für private Monopolisten gilt. So wendet er sich gegen die Praxis von Finanzämtern, lediglich Überweisungen für Steuerschulden zu akzeptieren und Bargeld abzulehnen.
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon Raskolnikof » Do 27. Sep 2018, 12:44

KarlRanseier hat geschrieben:(27 Sep 2018, 09:48)
Ich lebe im Entwicklungsland Deutschland. Hier kann man im Supermarkt mit Bargeld oder mit EC-Karte zahlen, wobei Letzteres in aller Regel deutlich länger dauert…

Das ist zwar ein Beitrag aus dem Parallelthread, passt aber eher hier hinein, weil es ja hier nicht um die Abschaffung von Bargeld geht.

Ich bezahle selbst beim Bäcker zwei Brötchen mit der Karte (s. Eingangsbeitrag), und der Bäcker dankt es mir.

Dieses Vorurteil, das die Kartenzahlung länger dauert als Barzahlung ist doch längst widerlegt. Das war einmal. Und zwar zu der Zeit, als die Supermarktkasse erst noch die Verbindung zum Internet aufbauen mussten. Das ist schon lange nicht mehr der Fall. Und seitdem immer mehr Kunden mit ihrer Karte kontaktlos ohne PIN-Eingabe bezahlen geht die Bezahlung ruck-zuck.
Frage doch einmal z.B. den Filialleiter/Filialeiterin oder noch besser den Gebietsleiter einer Aldi-Filiale nach deren Erfahrungen. Den Gebietsleiter erkennst du daran, dass der (im Anzug) regelmäßig in seinen Filialen erscheint, zwischen den Regalen herumkreutzt und sich Notizen macht.

Bei Aldi (und nicht nur da) wird jeder Kassenvorgang automatisch ausgewertet. Dabei werden u.a. die Taktgeschwindigkeit bei der Scannerkasse und auch die Zeiten der Bezahlvorgänge sekundengenau erfasst. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Kartenzahlung entschieden schneller ist als die Bezahlung mit Bargeld. Zu verdanken ist das zum Einen der Tatsache, dass die Kunden mit dem Kartengeld heute vertrauter sind als noch vor zehn Jahren und die Karte nicht mehr erst viermal ins Lesegerät stecken müssen, bis es passt. Auch muss nicht mehr jede Ziffer auf dem Tastenfeld mühselig gesucht werden.
Ganz entschieden schneller wurden dann noch die Bezahlvorgänge, seitdem zunehmend die Möglichkeit genutzt wird, kontaktlos mit der Karte zu bezahlen.

Sicher gibt es immer noch Menschen, denen die Kartenzahlung nicht so leicht von der Hand geht und der Bezahlvorgang etwas länger dauert. Demgegenüber steht da aber auch die sehbehinderte ältere Seniorin oder der Senior, die/der ihr ganzes Portemonnaie an der Kasse ausschüttet und dann umständlich die Erbsenzählerei beginnt.
Entscheidend ist dann aber letztendlich der Durchschnitt. Und der spricht in Bezug auf Geschwindigkeit ganz eindeutig für die Kartenzahlung. Dies war ja auch der Grund unseres Bäckers, in all seinen Filialen den Kunden an der Brötchentheke die (kontaktlose) Kartenzahlung zu ermöglichen (siehe Link oben).
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