26% der Azubis brechen ihre Lehre ab

Moderator: Moderatoren Forum 1

Benutzeravatar
Misterfritz
Moderator
Beiträge: 3652
Registriert: So 4. Sep 2016, 14:14
Benutzertitel: Cheffe vons Rudel
Wohnort: badisch sibirien

Re: 26% der Azubis brechen ihre Lehre ab

Beitragvon Misterfritz » Do 5. Apr 2018, 20:39

Rote_Galaxie hat geschrieben:(05 Apr 2018, 21:32)

Man kann von einem Fisch nicht verlangen auf einen Baum zu klettern. Schüler und Studenten brauchen Wissen und Abschlüsse aber der Weg dahin ist im derzeitigen Schulsystem völliger Quatsch.
Schule ist dazu da, Schüler Grundlagen zu vermitteln. Man kann in einer Schule, in der 30% Fische, 30% Vögel und 50% Gazellen sind, kaum alle zu Spezialisten ausbilden. Dafür sind die späteren Bildungsgänge da.
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 43560
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: 26% der Azubis brechen ihre Lehre ab

Beitragvon frems » Do 5. Apr 2018, 20:40

Milady de Winter hat geschrieben:(05 Apr 2018, 20:51)

Das ist auch lobenswert in meinen Augen, denn bei manchen tut sich der eine oder andere Knoten noch auf. Nur bei einigen ist Hopfen und Malz verloren. Und wenn man das erkennt, dann sollte eigentlich Schicht sein. Das beziehe ich übrigens auf Mitarbeiter im allgemeinen, nicht speziell nur auf Auszubildende.

Aber es geht ja nicht um Azubis, die rausgeworfen werden, weil sie dauernd schwänzen oder zu spät kommen. Ebenso nicht um jene, die vielleicht fachlich überfordert sind und in der Berufsschule scheitern, weil sie schon vorher in der Schule nicht die... hellsten Kerzen auf der Torte waren. Sondern um jene, die eigenständig eine Kündigung einreichen. Und man darf nun gerne über mich herfallen: aber wenn vor allem "Securityfachmänner", "Restaurantfachkräfte" und "Friseure" kündigen, während es bei Kaufleuten, Elektrikern, Verwaltungsangestellten und medizinisch-technischer Assistenten die "Probleme" in dem Ausmaße nicht gibt, dann bezweifle ich, dass es an der schlimmen, faulen Jugend liegt, die in der Schule nichts mehr lernt und/oder einfach kein Bock auf Arbeit hat. Da dürften die Konditionen und Zukunftsaussichten eher im Vordergrund stehen.

Aus dem eigenen Bekanntenkreis kenne ich selbst welche, die in der Gastro eine Lehre mach(t)en. Da wurden sie häufig dazu gedrängt, sich in der Berufsschule krankzumelden, um an den Tagen im Betrieb zu erscheinen, weil viele Gäste erwartet wurden. Darunter litten dann die berufsschulischen Ergebnisse. Ganz zu schweigen davon, dass es illegal ist und die Versicherung wegfällt. Aber es kam eben der Druck von oben a la "Lehrjahre sind keine Herrenjahre", "Wollen Sie nach der Ausbildung nicht übernommen werden?", "Da mussten wir alle durch damals", blabla. Manch einer zieht's durch, aber andere sagen halt: Nö, es gibt Alternativen.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
Milady de Winter
Beiträge: 13131
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 16:37
Benutzertitel: Böse Königin
Wohnort: -access denied-

Re: 26% der Azubis brechen ihre Lehre ab

Beitragvon Milady de Winter » Do 5. Apr 2018, 20:44

frems hat geschrieben:(05 Apr 2018, 21:40)

Aber es geht ja nicht um Azubis, die rausgeworfen werden, weil sie dauernd schwänzen oder zu spät kommen. Ebenso nicht um jene, die vielleicht fachlich überfordert sind und in der Berufsschule scheitern, weil sie schon vorher in der Schule nicht die... hellsten Kerzen auf der Torte waren. Sondern um jene, die eigenständig eine Kündigung einreichen. Und man darf nun gerne über mich herfallen: aber wenn vor allem "Securityfachmänner", "Restaurantfachkräfte" und "Friseure" kündigen, während es bei Kaufleuten, Elektrikern, Verwaltungsangestellten und medizinisch-technischer Assistenten die "Probleme" in dem Ausmaße nicht gibt, dann bezweifle ich, dass es an der schlimmen, faulen Jugend liegt, die in der Schule nichts mehr lernt und/oder einfach kein Bock auf Arbeit hat. Da dürften die Konditionen und Zukunftsaussichten eher im Vordergrund stehen.

Aus dem eigenen Bekanntenkreis kenne ich selbst welche, die in der Gastro eine Lehre mach(t)en. Da wurden sie häufig dazu gedrängt, sich in der Berufsschule krankzumelden, um an den Tagen im Betrieb zu erscheinen, weil viele Gäste erwartet wurden. Darunter litten dann die berufsschulischen Ergebnisse. Ganz zu schweigen davon, dass es illegal ist und die Versicherung wegfällt. Aber es kam eben der Druck von oben a la "Lehrjahre sind keine Herrenjahre", "Wollen Sie nach der Ausbildung nicht übernommen werden?", "Da mussten wir alle durch damals", blabla. Manch einer zieht's durch, aber andere sagen halt: Nö, es gibt Alternativen.

Sicher, das hatte ich oben ja auch geschrieben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass gerade in den 3 Berufen ausschließlich am Zwischenmenschlichen scheitert - ich könnte mir aber sehr gut vorstellen, dass man sich gerade diese 3 eben in der Theorie reichlich anders vorstellt als die Praxis dann hergibt. Und das veranlasst dann nicht wenige Auszubildende, hinzuschmeißen und das Feld zu wechseln.
- When he called me evil I just laughed -
Benutzeravatar
Rote_Galaxie
Beiträge: 6769
Registriert: Mi 28. Nov 2012, 18:26

Re: 26% der Azubis brechen ihre Lehre ab

Beitragvon Rote_Galaxie » Do 5. Apr 2018, 20:46

Misterfritz hat geschrieben:(05 Apr 2018, 21:39)

Schule ist dazu da, Schüler Grundlagen zu vermitteln. Man kann in einer Schule, in der 30% Fische, 30% Vögel und 50% Gazellen sind, kaum alle zu Spezialisten ausbilden. Dafür sind die späteren Bildungsgänge da.


Man könnte theoretisch aber die Menschen individuell fördern, das heißt verschiedene Lerntempos z. B für leistungsschwächere Schüler/Studenten.
Und wer kontrolliert die Kontrolle?
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 43560
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: 26% der Azubis brechen ihre Lehre ab

Beitragvon frems » Do 5. Apr 2018, 20:46

Teeernte hat geschrieben:(05 Apr 2018, 21:38)

Weicheier ! Kein bischen Härte. ...keinen Biss. Sobald eine Hürde kommt ....kneifen. Verwöhnte Göhren.

In den 70ern und 90ern war die Abbrecherquote auf dem ähnlichen Niveau. Wenn sich ein Betrieb gar nicht um die Ausbildung schert, sondern nur billige Arbeitskräfte will, dann ist man nicht der harte Larry, wenn man es durchzieht, sondern dumm, weil man sich ausbeuten lässt. "Hürden" hat man in jeder Ausbildung bzw. Studium. In vielen Branchen klappt's relativ reibungslos, in einigen sieht's aber eben miserabel aus, wenn teilweise mehr als 50% der Azubis von sich aus kündigen. Nur auf der Jugend herumzuhacken und nicht mal reflektierend zu fragen, warum es bei einigen Bereichen läuft und anderen nicht, ist nun kein Zeichen von Leistung.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
Misterfritz
Moderator
Beiträge: 3652
Registriert: So 4. Sep 2016, 14:14
Benutzertitel: Cheffe vons Rudel
Wohnort: badisch sibirien

Re: 26% der Azubis brechen ihre Lehre ab

Beitragvon Misterfritz » Do 5. Apr 2018, 20:49

frems hat geschrieben:(05 Apr 2018, 21:40)
Aus dem eigenen Bekanntenkreis kenne ich selbst welche, die in der Gastro eine Lehre mach(t)en. Da wurden sie häufig dazu gedrängt, sich in der Berufsschule krankzumelden, um an den Tagen im Betrieb zu erscheinen, weil viele Gäste erwartet wurden. Darunter litten dann die berufsschulischen Ergebnisse. Ganz zu schweigen davon, dass es illegal ist und die Versicherung wegfällt. Aber es kam eben der Druck von oben a la "Lehrjahre sind keine Herrenjahre", "Wollen Sie nach der Ausbildung nicht übernommen werden?", "Da mussten wir alle durch damals", blabla. Manch einer zieht's durch, aber andere sagen halt: Nö, es gibt Alternativen.
Ausbildung in der Gastro (besonders Koch) ist oft sehr hart und dient kaum der Ausbildung. Bei dieser Ausbildung sollte man sicherlich umdenken, dahingehend, dass das handwerkliche im ersten Jahr an einer Kochschule beigebracht wird und erst dann in die Betriebe gegangen wird.
Bei Friseuren ist natürlich das Problem, dass kaum ein Kunde einen noch nicht so versierten Azubi an seinen Kopf lassen will.
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 43560
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: 26% der Azubis brechen ihre Lehre ab

Beitragvon frems » Do 5. Apr 2018, 20:49

Milady de Winter hat geschrieben:(05 Apr 2018, 21:44)

Sicher, das hatte ich oben ja auch geschrieben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass gerade in den 3 Berufen ausschließlich am Zwischenmenschlichen scheitert - ich könnte mir aber sehr gut vorstellen, dass man sich gerade diese 3 eben in der Theorie reichlich anders vorstellt als die Praxis dann hergibt. Und das veranlasst dann nicht wenige Auszubildende, hinzuschmeißen und das Feld zu wechseln.

Naja, falsche Erwartungen vom Arbeitsleben kann man in allen Bereichen haben. Das ist an Universitäten nicht anders, wo manch einer feststellt, dass ein Biologiestudium mit dem Biologieunterricht nicht viel gemein hat. Meine persönliche, nicht belegbare Vermutung: manch Schulabsolvent macht eine Ausbildung in diesen Berufen, weil er erst einmal nichts anderes fand. Gerade Bereiche wie Gastro jammern ja ständig, dass sie nicht genug Auszubildende finden. Aber parallel zur Lehre sucht man eben nach Alternativen und sobald es irgendwo klappt, kündigt man und steigt woanders ein. Es ist ja nicht so, dass die Abbrecher nun alle Langzeitarbeitslose wurden. Und im Lebenslauf sieht ein gut begründeter Abbruch einer Lehre -- vor allem wenn es mit der folgenden Ausbildung/Studium ohne Probleme läuft -- dann doch besser aus als ein, zwei Jahre "ausbildungssuchend" stehen zu haben.
Zuletzt geändert von frems am Do 5. Apr 2018, 20:50, insgesamt 1-mal geändert.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
Misterfritz
Moderator
Beiträge: 3652
Registriert: So 4. Sep 2016, 14:14
Benutzertitel: Cheffe vons Rudel
Wohnort: badisch sibirien

Re: 26% der Azubis brechen ihre Lehre ab

Beitragvon Misterfritz » Do 5. Apr 2018, 20:50

Rote_Galaxie hat geschrieben:(05 Apr 2018, 21:46)

Man könnte theoretisch aber die Menschen individuell fördern, das heißt verschiedene Lerntempos z. B für leistungsschwächere Schüler/Studenten.
Theoretisch ist viel möglich, wie gesagt, theoretisch. Theoretisch funktioniert ja auch Kommunismus :D
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 43560
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: 26% der Azubis brechen ihre Lehre ab

Beitragvon frems » Do 5. Apr 2018, 21:06

Misterfritz hat geschrieben:(05 Apr 2018, 21:49)

Ausbildung in der Gastro (besonders Koch) ist oft sehr hart und dient kaum der Ausbildung. Bei dieser Ausbildung sollte man sicherlich umdenken, dahingehend, dass das handwerkliche im ersten Jahr an einer Kochschule beigebracht wird und erst dann in die Betriebe gegangen wird.
Bei Friseuren ist natürlich das Problem, dass kaum ein Kunde einen noch nicht so versierten Azubi an seinen Kopf lassen will.

Das wäre in der Gastro sicherlich eine gute Idee, aber ob das die Politik durchsetzen kann, weiß ich nicht. Vor einer Weile sollte auch die Pflegerausbildung -- gut, eine schulische und nicht duale Ausbildung, aber nur als Beispiel -- reformiert werden, sodass Kranken- und Altenpfleger weitestgehend die selben Grundlagen erhalten, da es heutzutage auch immer häufiger vorkommt, dass Patienten im Krankenhaus auch bspw. dement sind oder sich Pflegefälle verletzen und behandelt werden müssen, weil die Gesellschaft überaltert. Da liefen dann selbst die Gewerkschaften Sturm, weil es die Altenpflege verteuern würde, da die Altenpfleger sagen könnten: wenn Ihr mir nicht bessere Arbeitsbedingungen anbietet, gehe ich halt in die (besser bezahlende) Krankenpflege.
Das gelte sowohl für die Bewohner von Pflegeheimen als auch für Patienten in Krankenhäusern – weil die Menschen im Durchschnitt älter seien und damit oft eine Reihe von Vorerkrankungen mitbrächten, zum Beispiel eine Demenz. Da erscheine es sinnvoll, dass auch Krankenpfleger im Rahmen ihrer Ausbildung den Umgang mit Demenzkranken erlernten.

Die geplante Reform hat aber noch einen weiteren Vorteil. Sie macht die Pfleger flexibler und verschafft ihnen mehr Verhandlungsmacht am Arbeitsmarkt.

Da die künftigen Schulabgänger mit generalistischer Pflegeausbildung leichter zwischen Krankenhäusern und Pflegeheimen wechseln können, müssen sich die Personalmanager in Krankenhäusern und Heimen mehr als bisher einfallen lassen, um den begehrten Kräften als Arbeitgeber attraktiv zu erscheinen. Weniger unbezahlte Überstunden könnten dann als Entscheidungskriterium gelten, eine niedrigere Arbeitsbelastung oder mehr Geld.

Vermutlich ist dies auch der Grund, warum sich die Lobbyvertreter von Pflegeheimen derzeit im politischen Berlin gegen die Ausbildungsreform wehren. Mehr als 30 Verbände haben Anfang Juli an die Fraktionschefs der Koalition appelliert, das Gesetzesvorhaben zu stoppen.

Zu den Unterzeichnern gehört neben der Gewerkschaft Ver.di das Bündnis für Altenpflege, das nach eigenen Angaben 70 Prozent aller Pflegeheime im Land vertritt. Ihre Befürchtung ist, dass sie künftig noch schwieriger als bisher Fachkräfte finden werden – weil jeder, der kann, möglichst einen besser bezahlten Krankenhausjob antritt. Mit anderen Worten: Bei den Pflegeheimen befürchtet man, in Zukunft selbst besser bezahlen zu müssen, um im Wettbewerb um Arbeitskräfte noch zum Zug zu kommen.

http://www.welt.de/wirtschaft/karriere/ ... flege.html

Von daher glaube ich nicht, dass die Politik im Gastrobereich groß eingreifen wird. Freuen würde es mich natürlich aufgrund der Bekannten, die sowohl in Pflegeberufen als auch in der Gastro tätig sind. Ich selbst habe ja auch mal eine Lehre aus ähnlichen Gründen damals gekündigt. Voraussetzung war die Mittlere Reife, aber die Unternehmen konnten es sich aufgrund der Arbeitsmarktsituation erlauben, nur (Fach-)Abiturienten einzustellen. Aus den wöchentlichen 60 Stunden (laut Arbeitsschutzgesetz im Ausnahmefall bis zu 72 Stunden) wurden im Schnitt ca. 90 Stunden, in der extremsten Woche auch 120. Gleichzeitig bekam man das Ausbildungsbuch nicht mit notwendigen Tätigkeiten voll, weil man nur in einem Bereich eingesetzt wurde. Interessiert hat es keinen. Man sollte seine vier bis sechs Monate schuften und wenn etwas fehlt, wird man sich schon später irgendwie darum kümmern. Die Sprüche der Ausbilder waren die gleichen, gepaart mit primitivsten Beleidigungen und Unterstellungen. In der Berufsschule langweilt man sich und kriegt nur 1en. Gleichzeitig brachen die Zukunftsperspektiven, die es anfangs gab, komplett weg und aus einem heißbegehrten Beruf, wo zweistellige Wachstumsraten die Regel wurden, wurde ein Job, für den Deutsche bzw. Europäer viel zu teuer sind. Ich bereue es da keine Sekunde, dass ich damals abgesprungen bin und die Abfindung (inkl. Geld für ein zugesichertes Studium auf Betriebskosten) mitgenommen habe. Einige Mitazubis hofften auf Besserung, blieben im Betrieb, studierten auf dessen Kosten und schauten wenige Jahre später blöd in die Röhre.

Deshalb fand ich den Fall vom Provokateur auch interessant. Ich fuhr ja u.a. mit der Marine zur See und nahm auch an Auslandseinsätzen teil, was -- inkl. der intensiven Vorbereitung -- wirklich kein Ponyhof ist. Aber da wurde auf die Gesundheit der Leute geachtet und es gab klare Regeln. In der anschließenden Lehre war es allen scheißegal. Hauptsache der Kahn fällt in ihrer Arbeitszeit nicht auseinander und das muss reichen. Klar, wenn man keine Alternativen hat, ist das besser als nichts zu tun bzw. sich arbeitslos zu melden. Aber wenn einem die Welt mit anderen Optionen offensteht? Ich kann's keinem verdenken.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
Misterfritz
Moderator
Beiträge: 3652
Registriert: So 4. Sep 2016, 14:14
Benutzertitel: Cheffe vons Rudel
Wohnort: badisch sibirien

Re: 26% der Azubis brechen ihre Lehre ab

Beitragvon Misterfritz » Do 5. Apr 2018, 21:08

frems hat geschrieben:(05 Apr 2018, 22:06)

Das wäre in der Gastro sicherlich eine gute Idee, aber ob das die Politik durchsetzen kann, weiß ich nicht.
Jedenfalls nicht, wenn die FDP mitreden darf, die ist zu Hotel-freundlich ;)
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 43560
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: 26% der Azubis brechen ihre Lehre ab

Beitragvon frems » Do 5. Apr 2018, 21:18

Misterfritz hat geschrieben:(05 Apr 2018, 22:08)

Jedenfalls nicht, wenn die FDP mitreden darf, die ist zu Hotel-freundlich ;)

Gut möglich, aber die FDP hat ja erstmal nichts zu melden. Und auch die Liberalen wissen, dass Demokratie von Kompromissen bis zum Konsens lebt. ;)
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
Rote_Galaxie
Beiträge: 6769
Registriert: Mi 28. Nov 2012, 18:26

Re: 26% der Azubis brechen ihre Lehre ab

Beitragvon Rote_Galaxie » Do 5. Apr 2018, 21:28

Misterfritz hat geschrieben:(05 Apr 2018, 21:50)

Theoretisch ist viel möglich, wie gesagt, theoretisch. Theoretisch funktioniert ja auch Kommunismus :D


Mal vom Kommunismus abgesehen halte ich die Idee der gleichen Erziehung mit gleichem Lerntempo für sofortig umsetzbar...
Und wer kontrolliert die Kontrolle?
Benutzeravatar
Misterfritz
Moderator
Beiträge: 3652
Registriert: So 4. Sep 2016, 14:14
Benutzertitel: Cheffe vons Rudel
Wohnort: badisch sibirien

Re: 26% der Azubis brechen ihre Lehre ab

Beitragvon Misterfritz » Fr 6. Apr 2018, 05:05

Rote_Galaxie hat geschrieben:(05 Apr 2018, 22:28)

Mal vom Kommunismus abgesehen halte ich die Idee der gleichen Erziehung mit gleichem Lerntempo für sofortig umsetzbar...

Wolltest Du nicht unterschiedliches Lerntempo?
Benutzeravatar
firlefanz11
Beiträge: 5637
Registriert: Mo 10. Sep 2012, 12:18

Re: 26% der Azubis brechen ihre Lehre ab

Beitragvon firlefanz11 » Fr 6. Apr 2018, 09:33

frems hat geschrieben:(05 Apr 2018, 09:57)
Besonders betroffene Berufsgruppen sind Köche, Restaurantfachkräfte oder Friseure - in diesen Jobs schmeißt sogar etwa jeder zweite Azubi hin.

Ist das n Wunder?! Miserabel bezahlt, scheiße behandelt und eintöniger Job. Wenn sich nicht zufällig ein Koch als Mieter für meine Eigentumswohnung beworben hätte, würd ich nicht glauben wie schlecht die bezahlt werden...

und dass wir möglicherweise zu viele Studenten in Deutschland haben

Allerdings...! Gerade gestern wurde ja berichtet dass sich allein die Zahl der Studenten OHNE Abi seit 2010 verdoppelt hat... :rolleyes:
Und aus meiner eigenen Studienzeit weiss ich wieviele Studenten nur pro-forma studieren...
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 43560
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: 26% der Azubis brechen ihre Lehre ab

Beitragvon frems » Fr 6. Apr 2018, 10:01

firlefanz11 hat geschrieben:(06 Apr 2018, 10:33)
Ist das n Wunder?! Miserabel bezahlt, scheiße behandelt und eintöniger Job. Wenn sich nicht zufällig ein Koch als Mieter für meine Eigentumswohnung beworben hätte, würd ich nicht glauben wie schlecht die bezahlt werden...

Mich wundert es nicht. Wer die Möglichkeit hat, in bessere Arbeitsverhältnisse

Allerdings...! Gerade gestern wurde ja berichtet dass sich allein die Zahl der Studenten OHNE Abi seit 2010 verdoppelt hat... :rolleyes:
Und aus meiner eigenen Studienzeit weiss ich wieviele Studenten nur pro-forma studieren...

Wo ist da nun das Problem? Wir reden ja von gerade mal 2% aller Studenten. Und die müssen die selben Prüfungen bestehen wie alle anderen auch. Fragt sich eher, warum man früher willkürlich den Zugang eingeschränkt hat. :?
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
firlefanz11
Beiträge: 5637
Registriert: Mo 10. Sep 2012, 12:18

Re: 26% der Azubis brechen ihre Lehre ab

Beitragvon firlefanz11 » Fr 6. Apr 2018, 10:04

frems hat geschrieben:(06 Apr 2018, 11:01)
Wo ist da nun das Problem? Wir reden ja von gerade mal 2% aller Studenten. Und die müssen die selben Prüfungen bestehen wie alle anderen auch. Fragt sich eher, warum man früher willkürlich den Zugang eingeschränkt hat. :?

Da IST kein Problem. Ich habe das nur als Indiz für die steigende Anzahl an Studenten angeführt...
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 43560
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: 26% der Azubis brechen ihre Lehre ab

Beitragvon frems » Fr 6. Apr 2018, 10:19

firlefanz11 hat geschrieben:(06 Apr 2018, 11:04)

Da IST kein Problem. Ich habe das nur als Indiz für die steigende Anzahl an Studenten angeführt...

Die Zahl der Erstsemester ist zuletzt, wenn auch nur geringfügig, gesunken: http://politik-forum.eu/viewtopic.php?f ... 0#p4069515
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 49581
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: 26% der Azubis brechen ihre Lehre ab

Beitragvon zollagent » Fr 6. Apr 2018, 10:57

Rote_Galaxie hat geschrieben:(05 Apr 2018, 21:32)

Man kann von einem Fisch nicht verlangen auf einen Baum zu klettern. Schüler und Studenten brauchen Wissen und Abschlüsse aber der Weg dahin ist im derzeitigen Schulsystem völliger Quatsch.

Grundlagen sind keine Spezialisierungen. Eine Spezialisierung muß auf vergleichbarem Grundwissen aufbauen. Und es darf durchaus ein Anspruch an dieses Grundwissen gestellt werden.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 49581
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: 26% der Azubis brechen ihre Lehre ab

Beitragvon zollagent » Fr 6. Apr 2018, 11:07

Rote_Galaxie hat geschrieben:(05 Apr 2018, 21:46)

Man könnte theoretisch aber die Menschen individuell fördern, das heißt verschiedene Lerntempos z. B für leistungsschwächere Schüler/Studenten.

Individuelle Förderung für Leistungsschwächere in begrenztem Maß durchaus. Es darf aber nicht auf Kosten des zu erreichenden Wissenslevels gehen. Und, wie an anderer User hier schon so richtig bemerkte, es geht weniger um die Lernschwächeren, sondern eher um die, die vorzeitig das Handtuch werfen. Das kann nicht ausschließlich an Überforderung liegen, der man begegnen müßte. Denn außer den fachlichen Kenntnissen müssen auch mal Grundlagen wie Durchhaltevermögen und Sorgfalt z.B. vermittelt werden. Von daher hat auch das alte Sprichwort "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" seine Berechtigung her. Das wird gern vermittelt, um so was wie ein sklavenähnliches Verhältnis zu schaffen. Das ist natürlich Quatsch, aber ein bißchen Berechtigung hat's schon.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
Benutzeravatar
Der Neandertaler
Beiträge: 1314
Registriert: Sa 12. Jul 2008, 02:48
Benutzertitel: Experimentální králíci

Re: 26% der Azubis brechen ihre Lehre ab

Beitragvon Der Neandertaler » Fr 6. Apr 2018, 18:07

Hallo firlefanz11.
firlefanz11 hat geschrieben:... Studenten OHNE Abi seit 2010 verdoppelt hat.
Unabhängig davon, daß wenig dafür spricht, daß man einen Zusammenhang zwischen Ausbildungsabbrechern und Studenten herstellt ... und wenn doch, dann ist dieses geistige Band doch sehr dünn, aber diese "Studenten OHNE Abi" sind Studenten, die dies auf dem "dritten Bildungsweg" tun.

Soll heißen:
    diese Möglichkeit, daß Menschen ohne allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife, aber mit einer schon gemachten Ausbildung - also: mit Berufspraxis, daß die sich für ein Studium zu qualifizieren, gibt es seit fast zehn Jahren.
Also diese Studenten fallen noch weniger in's Gewicht - wie frems schon betont hat: es sind darüberhinaus gerade mal zwei Prozent der Studenten insgesamt.
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)

Zurück zu „1. Wirtschaft“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast