Wenn man gegen eine Währungsunion ist?

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Re: Warum wird man als rechts eingestuft, wenn man gegen eine Währungsunion ist?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 26. Mär 2018, 12:32

zollagent hat geschrieben:(26 Mar 2018, 13:21)

Man wird deswegen gerne rechts eingeordnet, weil der Widerspruch und auch die "Argumente" gegen eine Währungsunion vorzugsweise (Ausnahmen natürlich existent) in erster Linie aus der rechten Ecke kommen.


Besonders spannend wird es dann, wenn plötzlich das Wohl der anderen Länder in den Vordergrund gerückt wird. Dass man Ländern wie Griechenland, Spanien oder wie auch immer die Möglichkeit nimmt durch Währungspolitik ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Als ob die Währungspolitik eine Alternative zu guter Wirtschaftspolitik wäre, mit der man alles was falsch gemacht wird einfach mal so geraderücken könnte. Ohne Kosten für den Bürger.
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Re: Warum wird man als rechts eingestuft, wenn man gegen eine Währungsunion ist?

Beitragvon zollagent » Mo 26. Mär 2018, 12:34

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(26 Mar 2018, 13:32)

Besonders spannend wird es dann, wenn plötzlich das Wohl der anderen Länder in den Vordergrund gerückt wird. Dass man Ländern wie Griechenland, Spanien oder wie auch immer die Möglichkeit nimmt durch Währungspolitik ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Als ob die Währungspolitik eine Alternative zu guter Wirtschaftspolitik wäre, mit der man alles was falsch gemacht wird einfach mal so geraderücken könnte. Ohne Kosten für den Bürger.

Das Rezept der "Währungsmanipulation zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit eines Landes" ist ein vergifteter Apfel, der der Bösen Königin von hinter den sieben Bergen zur Ehre gereichen würde. Und leider wird in den rechten Kreisen den kurzdenkerischen Märchen geglaubt. Ohne Strukturänderungen wird man mit Währungsesoterik nur erreichen, daß irgendwann die Problematik noch schlimmer wird.
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Re: Warum wird man als rechts eingestuft, wenn man gegen eine Währungsunion ist?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 26. Mär 2018, 12:42

zollagent hat geschrieben:(26 Mar 2018, 13:34)

Das Rezept der "Währungsmanipulation zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit eines Landes" ist ein vergifteter Apfel, der der Bösen Königin von hinter den sieben Bergen zur Ehre gereichen würde. Und leider wird in den rechten Kreisen den kurzdenkerischen Märchen geglaubt. Ohne Strukturänderungen wird man mit Währungsesoterik nur erreichen, daß irgendwann die Problematik noch schlimmer wird.


Korrekt. Und wer Länder mit niedriger Produktivität als Gegenargument vorschlägt, sollte dann mal überlegen, warum z.B. die Slowakei oder die baltischen Länder, das Problem nicht haben. An der Währung kann's wohl nicht liegen.
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Re: Warum wird man als rechts eingestuft, wenn man gegen eine Währungsunion ist?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 26. Mär 2018, 13:16

[Mod: Bezugszitat entfernt]

jederzeit googeln. Z.B. die Inflationsraten in Deutschland oder die Wechselkurschwankungen von DM und EUR im Vergleich zum USD. Das sollte eigentlich mal zum Grundwissen gehören für diejenigen, die sich mal damit beschäftigen.

Ansonsten ist es natürlich interessant, dass du natürlich erstmal lauthals nach "Beleg" schreist, wenn man mal eine andere Meinung als du vertritt, du es selber allerdings bei deiner Behauptung, dass es sich beim EUR im Vergleich DM eher um eine schwache Währung handelt ist nicht für notwendig hältst einen Beleg beizubringen.
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Re: Warum wird man als rechts eingestuft, wenn man gegen eine Währungsunion ist?

Beitragvon Adam Smith » Mo 26. Mär 2018, 13:31

Zitat Anfang;
Planungen für einen solchen Schlechtwetterfonds gibt es auch in Europa. Soweit ist der Vorschlag nicht neu. Neu ist aber das Volumen des Hilfstopfs, den der IWF schaffen will: Jedes Land soll im Jahr 0,35 Prozent seiner Wirtschaftsleistung einzahlen. Für Deutschland wären das gut 11,4 Milliarden Euro. Innerhalb von zehn

Zitat Ende.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/ge ... 12420.html

Das Problem dürfte sein, dass im Moment nur Deutschland "problemlos" einzahlen kann. Für eine Währungsunion müssen alle Staaten gleich vernünftig sein. Das kommt aber langsam.
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Re: Wenn man gegen eine Währungsunion ist?

Beitragvon Skull » Mo 26. Mär 2018, 13:59

Mal ein UR-alter Beitrag von mir.

Skull hat geschrieben:(16 May 2012, 11:48)


Das Projekt Euro ist und war ein Politisches, kein Wirtschaftliches.

Deine "Argumente" hier im zitierten Absatz lässt dagegen "Experten"wissen vermissen.

-Handel wird einfacher und der Wirtschaftsraum größer

Der Wirtschaftraum hat sich durch eine gemeinsame Währung nicht verändert.
Der Handel durch das Fehlen einer Rechenoperation ist zu vernachlässigen.
Auch vorher gab es relativ stabile Währungen innerhalb Europas zueinander.

-Um in der globalisierten Welt wettbewerbsfähig zu bleiben, ist es für Europa von großem Vorteil die Nationalstaaten-Zersplitterung zu überwinden.

Dafür ist keine gemeinsame Währung notwendig, sondern gemeinsame Voraussetzungen in Form von Steuer-und Rechtssystemen.

-Der erste Schritt ist ein gemeinsamer Wirtschaftsraum mit einer Währung

Genau das ist falsch und der Fehler. Umgekehrt muß es lauten.
Eine gemeinsame Währung kann nur am Ende einer gemeinsamen Entwicklung stehen.



Und damit Du mich richtig verstehst. Ich war (!) vehement gegen die
Einführung einer gemeinsamen Währung zu diesem Zeitpunkt mit diesen Ländern.
Eine gemeinsame Währung von D, F, A, B, NL, LUX, DK, SF und S wäre eher unproblematisch gewesen.

Heute und seit Einführung im Jahr 1999 schreibe ich, es war und ist ein Fehler gewesen,
aber man muß nun damit leben und das beste daraus machen.


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Re: Wenn man gegen eine Währungsunion ist?

Beitragvon H2O » Mo 26. Mär 2018, 15:37

Skull hat geschrieben:(26 Mar 2018, 14:59)

Mal ein UR-alter Beitrag von mir.



mfg


Aus meiner Sicht sollte man nicht nur das Beste aus dem politischen Konzept der Gemeinschaftswährung machen, sondern endlich sämtliche Partner der EU dazu veranlassen, sich zu einer gemeinsamen Haushaltskontrolle bereit zu finden und der Gemeinschaftswährung bei zu treten.

Als Privatmann habe ich viele tausend Euros dafür ausgegeben, daß Überweisungen aus dem Euro-Raum nach Polen mit hohen Bankgebühren belastet werden. Eine Überweisung im Euro-Raum ist kostenlos. Inzwischen habe ich einen günstigen Weg für Überweisungen gefunden. Die Veränderung der Wechselkurse bleibt ärgerlich (Bandbreite 10%).

Mag ja sein, daß niemand etwas von den Währungsveränderungen bemerkt, wenn er stets träge auf seinem Nest sitzt... aber selbst da bekommt er Wind davon, wenn er seine Tankstelle ansteuert. Aber dann ist das schon der Dollar, der mal schwächelt und mal bärenstark auftritt.
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Re: Warum wird man als rechts eingestuft, wenn man gegen eine Währungsunion ist?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 26. Mär 2018, 17:27

Tom Bombadil hat geschrieben:(26 Mar 2018, 18:24)

Nein, geldpolitische Maßnahmen, wie etwa die Abwertung der eigenen Währung - was dann zur Entwerttung der Schulden führt - kommen nicht aus der "rechten Ecke", das ist eine Verschwörungstheorie.


Nein, das ist weder eine Verschwörungstheorie noch rechts. Rechts (wirtschaftspolitisch) ist nämlich genau dass man das nicht will. Insofern bin ich in Bezug auf diese Tatsache wohl durchaus auch rechts, ohne dass ich mich dafür schämen oder entschuldigen muss. Für spannend halte ich nur, wie wenig rechts in diesem Bezug manche unserer sehr weit rechts stehenden Freunde plötzlich argumentieren.
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Re: Warum wird man als rechts eingestuft, wenn man gegen eine Währungsunion ist?

Beitragvon zollagent » Mo 26. Mär 2018, 17:39

Tom Bombadil hat geschrieben:(26 Mar 2018, 18:24)

Nein, geldpolitische Maßnahmen, wie etwa die Abwertung der eigenen Währung - was dann zur Entwertung der Schulden führt - kommen nicht aus der "rechten Ecke", das ist eine Verschwörungstheorie.

Nicht nur der Schulden, sondern auch der Ersparnisse im Land. Eine Maßnahme, die vor allem "die Kleinen" trifft.
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Re: Warum wird man als rechts eingestuft, wenn man gegen eine Währungsunion ist?

Beitragvon rain353 » Mo 26. Mär 2018, 20:33

Adam Smith hat geschrieben:(26 Mar 2018, 06:27)

Die Exporte laufen gut und es gibt eine Schwarze Null. Das mit den Leitzinsen ist ein Befehl von Krugman und in Japan genauso vorhanden.


Ja, aber diese schwarze Null basiert auf Kosten der deutschen Sparer..... und der Rentenversicherung...
Wieso haben wir die reichsten Staaten in der Vergangenheit gerettet, wenn wir doch die Ärmsten in Europa sind....
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Re: Warum wird man als rechts eingestuft, wenn man gegen eine Währungsunion ist?

Beitragvon Skull » Mo 26. Mär 2018, 20:35

rain353 hat geschrieben:(26 Mar 2018, 21:33)

Ja, aber diese schwarze Null basiert auf Kosten der deutschen Sparer..... und der Rentenversicherung...

Wieso haben wir die reichsten Staaten in der Vergangenheit gerettet, wenn wir doch die Ärmsten in Europa sind....

Worauf möchtest Du hinaus ?

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Re: Warum wird man als rechts eingestuft, wenn man gegen eine Währungsunion ist?

Beitragvon rain353 » Mo 26. Mär 2018, 21:53

Skull hat geschrieben:(26 Mar 2018, 21:35)

Worauf möchtest Du hinaus ?

mfg


Die haben doch nur "Ja" zur Währungsunion gesagt, weil sie zu deren Gunsten ausfiel, dann soll man schließlich sich auch bemühen, als nach einem gemeinsamen Budget und EU-Finanzminister zu schreien.... Undankbar!
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Re: Warum wird man als rechts eingestuft, wenn man gegen eine Währungsunion ist?

Beitragvon Skull » Mo 26. Mär 2018, 22:54

rain353 hat geschrieben:(26 Mar 2018, 22:53)

Die haben doch nur "Ja" zur Währungsunion gesagt, weil sie zu deren Gunsten ausfiel,
dann soll man schließlich sich auch bemühen,
als nach einem gemeinsamen Budget und EU-Finanzminister zu schreien.... Undankbar!

Ich kann Dir weiterhin nicht wirklich folgen.
Noch weniger, was Du eigentlich mitteilen möchtest

Wer ist im Kontext Deiner Postings nun "die" ?

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Re: Warum wird man als rechts eingestuft, wenn man gegen eine Währungsunion ist?

Beitragvon TheManFromDownUnder » Di 27. Mär 2018, 00:43

zollagent hat geschrieben:(26 Mar 2018, 13:34)

Das Rezept der "Währungsmanipulation zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit eines Landes" ist ein vergifteter Apfel, der der Bösen Königin von hinter den sieben Bergen zur Ehre gereichen würde. Und leider wird in den rechten Kreisen den kurzdenkerischen Märchen geglaubt. Ohne Strukturänderungen wird man mit Währungsesoterik nur erreichen, daß irgendwann die Problematik noch schlimmer wird.


Dieser giftige Apfel wurde aber gerne und viel gereicht als es noch nationale Waehrungen in Europa gab.

Ich erlebte das oft genug. Beispiel Italien. Wurde es knapp hat man einfach Lira gedruckt und Abwertung gerne in Kauf genommen. Die italienischen Firmen verkauften dann im Ausland zu billigeren Preisen in US$ als die deutsche Konkurrenz und bingo es gab fuer den US$ mehr Lira. Spanien und auch Frankreich verhielten sich nicht viel anders.

Man nahm willig und gesteuert hoehere Inflation und Geldentwertung in Kauf. Und wurde es zu toll hat man sich auch damals gerne aus dem noerdlichen Europa helfen lassen.

Sogesehen ist der Euro an sich besser und wuerde noch besser funktionieren wenn es ein eineheitliches europaeisches Finanzsystem und eine europaeische Zentralbank an Stelle der nationalen Zentralbanken gaebe.
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Re: Wenn man gegen eine Währungsunion ist?

Beitragvon unity in diversity » Di 27. Mär 2018, 03:22

Ohne eine koordinierte Standortpolitik, kann Europa keinen globalen Wettbewerb bestehen:
http://janson-karikatur.de/wp-content/u ... 829-sw.jpg
Stattdessen pflegen die ihren Nord/Süddünkel und lassen sich von der Flüchtlingskrise auseinanderreißen.
Für jedes Problem gibt es zwei Lösungsansätze:
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Re: Wenn man gegen eine Währungsunion ist?

Beitragvon odiug » Di 27. Mär 2018, 06:52

unity in diversity hat geschrieben:(27 Mar 2018, 04:22)

Ohne eine koordinierte Standortpolitik, kann Europa keinen globalen Wettbewerb bestehen:
http://janson-karikatur.de/wp-content/u ... 829-sw.jpg
Stattdessen pflegen die ihren Nord/Süddünkel und lassen sich von der Flüchtlingskrise auseinanderreißen.

Die USA haben auch kein koordinierte Standortpolitik und auch keine einheitliche Migrationspolitik ... Stichwort: Sanctuary Cities.
Aber sie haben eine Regelung, wie einzelne Staaten pleite gehen können, ohne dass deshalb die Währung selbst zerbrechen würde.
Und genau das bräuchte der EURO-Raum auch.
Aber da stehen noch alte, etwas verstaubt, romantische Ideen von nationaler Souveränität der einzelnen Mitgliedsstaaten im Weg, die sich mit der faktischen Realität kaum mehr verbinden lassen.
Interessanterweise würden die einzelnen Euro-Staaten an Handlungsspielraum gewinnen, würden sie eine Möglichkeit haben, innerhalb des Euros pleite zu gehen.
Und genau die Unfähigkeit, alte Zöpfe abzuschütteln, ist die Ursache für die Konflikte in der EU.
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
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Re: Warum wird man als rechts eingestuft, wenn man gegen eine Währungsunion ist?

Beitragvon H2O » Di 27. Mär 2018, 08:05

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(27 Mar 2018, 01:43)

....

Sogesehen ist der Euro an sich besser und wuerde noch besser funktionieren wenn es ein eineheitliches europaeisches Finanzsystem und eine europaeische Zentralbank an Stelle der nationalen Zentralbanken gaebe.


Eine EZB (Europäische Zentralbank) haben wir aber seit Anbeginn des Euros, mit Herrn Trichet, Herrn Duisenberg und nun Herrn Draghi als EZB-Präsidenten. Letztere Unterschrift prangt auf allen Euro-Geldscheinen. Demnächst wird voraussichtlich Herr Weidmann den Stab übernehmen.

Mit etwas Glück vollzieht die Euro-Gruppe auch den Schritt hin zu einem europäischen Finanzsystem mit Finanzminister und Überwachung des Haushaltsrahmens der Euro-Länder. Der französische Staatspräsident Macron hat einen entsprechenden Vorschlag gemacht, der nun von der Bundesregierung beäugt wird... vermutlich mit Wohlwollen.

Soooo schlecht steht es auch wieder nicht mit dem Euro. Nun müssen wir noch mit Griechen und Italienern eine Lösung der Schuldenkrisen finden.
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Re: Warum wird man als rechts eingestuft, wenn man gegen eine Währungsunion ist?

Beitragvon Adam Smith » Di 27. Mär 2018, 08:20

H2O hat geschrieben:(27 Mar 2018, 09:05)
Soooo schlecht steht es auch wieder nicht mit dem Euro. Nun müssen wir noch mit Griechen und Italienern eine Lösung der Schuldenkrisen finden.

Die Euro-Krise ist vorbei.

Zitat Anfang.

Fest steht: Griechenland wird im Sommer aller Voraussicht nach kein neues Kreditprogramm brauchen. Aufatmen in Brüssel, Berlin, Paris und Washington.

Der griechische Staatshaushalt wird auch in diesem Jahr einen kräftigen primären Haushaltsüberschuss (ohne den Schuldendienst) aufweisen – dem fortgesetzten rigorosen Sparkurs in Athen sei Dank. Gehälter, Löhne, Renten und Pensionen wurden seit Anfang 2010 um bis 55 Prozent gekürzt, Steuern und Abgaben massiv erhöht, eine Vielzahl neuer Steuern und Abgaben in Athen eingeführt.

Zitat Ende.

http://m.sz-online.de/nachrichten/griec ... 87694.html

Jetzt wird überlegt was zu tun ist, damit sich so was nicht wiederholt. Ein Euro-Finanzminister ist im Gespräch und/oder 0,35% vom BIP werden jährlich in einen Fonds eingezahlt und es gibt dazu strengere Auflagen.
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Re: Warum wird man als rechts eingestuft, wenn man gegen eine Währungsunion ist?

Beitragvon H2O » Di 27. Mär 2018, 08:29

Adam Smith hat geschrieben:(27 Mar 2018, 09:20)

Die Euro-Krise ist vorbei.

Zitat Anfang.

Fest steht: Griechenland wird im Sommer aller Voraussicht nach kein neues Kreditprogramm brauchen. Aufatmen in Brüssel, Berlin, Paris und Washington.

Der griechische Staatshaushalt wird auch in diesem Jahr einen kräftigen primären Haushaltsüberschuss (ohne den Schuldendienst) aufweisen – dem fortgesetzten rigorosen Sparkurs in Athen sei Dank. Gehälter, Löhne, Renten und Pensionen wurden seit Anfang 2010 um bis 55 Prozent gekürzt, Steuern und Abgaben massiv erhöht, eine Vielzahl neuer Steuern und Abgaben in Athen eingeführt.

Zitat Ende.

http://m.sz-online.de/nachrichten/griec ... 87694.html

Jetzt wird überlegt was zu tun ist, damit sich so was nicht wiederholt. Ein Euro-Finanzminister ist im Gespräch und/oder 0,35% vom BIP werden jährlich in einen Fonds eingezahlt und es gibt dazu strengere Auflagen.


Diesen Daten traue ich nicht über den Weg. Griechenland steht mit seinem Korruptionsindex (2016) auf Platz 69, Italien auf Platz 60. Das ist kein guter Platz für eine zuverlässige Wirtschaft. Die EU muß diese Probleme lösen; zur Not mit scharfen Schnitten.
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Re: Warum wird man als rechts eingestuft, wenn man gegen eine Währungsunion ist?

Beitragvon zollagent » Di 27. Mär 2018, 08:36

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(27 Mar 2018, 01:43)

Dieser giftige Apfel wurde aber gerne und viel gereicht als es noch nationale Waehrungen in Europa gab.

Ich erlebte das oft genug. Beispiel Italien. Wurde es knapp hat man einfach Lira gedruckt und Abwertung gerne in Kauf genommen. Die italienischen Firmen verkauften dann im Ausland zu billigeren Preisen in US$ als die deutsche Konkurrenz und bingo es gab fuer den US$ mehr Lira. Spanien und auch Frankreich verhielten sich nicht viel anders.

Man nahm willig und gesteuert hoehere Inflation und Geldentwertung in Kauf. Und wurde es zu toll hat man sich auch damals gerne aus dem noerdlichen Europa helfen lassen.

Sogesehen ist der Euro an sich besser und wuerde noch besser funktionieren wenn es ein eineheitliches europaeisches Finanzsystem und eine europaeische Zentralbank an Stelle der nationalen Zentralbanken gaebe.

Es gibt doch ein Europäische Zentralbank. Übrigens hat der giftige Apfel die Schattenseite, daß der Einkauf auch teurer wird. Und daß dann letztlich die nationale Währung nicht mehr akzeptiert wird, sondern Bezahlung in Devisen, bspw. Dollar gefordert wird. Dann ist die Magie der Währungsmanipulation schnell am Ende.

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