Handelskrieg

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Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Fr 4. Mai 2018, 16:30

Orbiter1 hat geschrieben:(04 May 2018, 13:16)

Die Amis führen derzeit Gespräche mit China und zeigen denen schon mal wo es langgeht.

„Im vergangen Jahr hat die Volksrepublik im Wert von 375 Milliarden Dollar mehr Waren nach Amerika exportiert, als sie aus Amerika importiert hat. .... Die Amerikaner übergaben den Chinesen den Berichten zufolge einen Forderungskatalog, der verlangt, dass China das Defizit in einem ersten Schritt vom 1. Juni bis zum 31. Mai 2019 um 100 Milliarden Dollar senkt. In einem zweiten Schritt soll dann in den darauffolgenden Monaten bis Ende Mai 2020 das Defizit um weitere 100 Milliarden Dollar gesenkt werden. Bereits die ursprüngliche Forderung Trumps nach einer Senkung des Defizits um 100 Milliarden Dollar hatte Peking in den vergangenen Wochen als „unmöglich“ zurückgewiesen und vor dem Eintreffen der amerikanischen Delegation gedroht, dass man nicht bereit sei, über diesen Punkt zu verhandeln.“ Quelle: http://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/ame ... 5.amp.html

Bei einem Handelsbilanzüberschuß von 375 Mrd $ pro Jahr wird den Chinesen gar nichts anderes übrig bleiben als klein beizugeben.

D.h., die Chinesen müssen ihre amerikanischen Kunden ab einer gewissen Exportsumme mitteilen, daß man ihnen nichts mehr verkauft, weil der Präsident der USA das Defizit senken will? Und solchen Schmarrn glaubst du? :D :D
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Orbiter1 » Fr 4. Mai 2018, 16:35

zollagent hat geschrieben:(04 May 2018, 17:30)

D.h., die Chinesen müssen ihre amerikanischen Kunden ab einer gewissen Exportsumme mitteilen, daß man ihnen nichts mehr verkauft, weil der Präsident der USA das Defizit senken will?
Keine Ahnung wie sie zu dieser Erkenntnis kommen.
Und solchen Schmarrn glaubst du? :D :D
Ich glaube dass die Zölle dazu führen werden dass es für bestimmte Warengruppen interessanter wird sie in den USA als in China zu fertigen.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Fr 4. Mai 2018, 16:42

Orbiter1 hat geschrieben:(04 May 2018, 17:35)

Keine Ahnung wie sie zu dieser Erkenntnis kommen. Ich glaube dass die Zölle dazu führen werden dass es für bestimmte Warengruppen interessanter wird sie in den USA als in China zu fertigen.

Das glauben alle Vertreter von Protektionismus. Nur hat es sich bisher nie als richtig erwiesen. Einfach mal "produzieren", das geht vielleicht am Stammtisch. ;)
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Wähler » Sa 5. Mai 2018, 10:26

http://www.sueddeutsche.de/politik/raet ... -1.3967975
SZ 4. Mai 2018 Tricksen die Deutschen, wie Trump behauptet? Oder kaufen die Amerikaner einfach lieber Waschmaschinen von Miele als die Deutschen Waschmaschinen von Whirlpool?
Erleichtert werden die deutschen Exporte allerdings durch die Geldpolitik. Der Euro ist viel schwächer, als es die Mark wäre, wenn es sie noch gäbe. Geldpolitik wird jedoch nicht von der Bundesregierung, sondern von der Europäischen Zentralbank gemacht. Sie hält den Euro bewusst billig - damit Länder wie Spanien, Italien oder Griechenland zumindest leidliche Chancen haben, ihre weniger gefragten Waren in der Welt loszuwerden: Amerikaner zum Beispiel müssen weniger Dollar aufwenden, um einen in Euro rechnenden griechischen Händler zu bezahlen. Von diesem Wechselkurs profitieren dann auch deutsche Händler.

" Die Amerikaner geben mehr Geld im Ausland aus, als sie selber dort erlösen. Ihre deutschen Handelspartner geben ihnen also Kredit; bis zum Beispiel ein BMW bezahlt ist. Droht einem Käufer die Überschuldung, bleibt sein Verkäufer womöglich auf seiner Forderung sitzen, erst recht bei Käufern aus dem Ausland. Mit der Höhe von Defizit und Überschuss wächst das Risiko."
Ein neues Handelsabkommen TTIP-light wäre eine sinnvolle Alternative zu den Wahlkampfspielen der Regierung Trump.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Handelskrieg

Beitragvon unity in diversity » Sa 5. Mai 2018, 10:38

Ein wesentlicher Auslöser des Handelskrieges, sollen die deutschen Hermesbürgschaften gewesen sein.
Wenn man davon abläßt, gerät der Handelssaldo in den neutralen Bereich.
"Das Recht ist das Instrument des Stärkeren, der damit seine Interessen durchsetzt und die Moral ist die Illusion der Schwachen".
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Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Sa 5. Mai 2018, 11:47

unity in diversity hat geschrieben:(05 May 2018, 11:38)

Ein wesentlicher Auslöser des Handelskrieges, sollen die deutschen Hermesbürgschaften gewesen sein.
Wenn man davon abläßt, gerät der Handelssaldo in den neutralen Bereich.

20,6 Mrd. € der WELTWEITEN Exporte werden durch Hermesbürgschaften abgedeckt, davon KEINE in die USA. Das gesamte Exportvolumen betrug 1,2047 Bio. €. Du scheinst auch einen ewigen Kleinkrieg mit der edlen Dame Mathematik zu haben. Glaub mir, du wirst ihn verlieren! ;)
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Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Sa 5. Mai 2018, 11:49

Wähler hat geschrieben:(05 May 2018, 11:26)

http://www.sueddeutsche.de/politik/raet ... -1.3967975
SZ 4. Mai 2018 Tricksen die Deutschen, wie Trump behauptet? Oder kaufen die Amerikaner einfach lieber Waschmaschinen von Miele als die Deutschen Waschmaschinen von Whirlpool?

" Die Amerikaner geben mehr Geld im Ausland aus, als sie selber dort erlösen. Ihre deutschen Handelspartner geben ihnen also Kredit; bis zum Beispiel ein BMW bezahlt ist. Droht einem Käufer die Überschuldung, bleibt sein Verkäufer womöglich auf seiner Forderung sitzen, erst recht bei Käufern aus dem Ausland. Mit der Höhe von Defizit und Überschuss wächst das Risiko."
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Amerikaner finanzieren ihr Auto bei einer Bank, bevor sie es kaufen. Die Autohersteller treten nicht selbst als Verkäufer auf. Solche Schulden, wie eigentlich alle Exportschulden, bleiben in den USA.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Wähler » Sa 5. Mai 2018, 12:05

Wähler hat geschrieben:(05 May 2018, 11:26)
http://www.sueddeutsche.de/politik/raet ... -1.3967975
SZ 4. Mai 2018 Tricksen die Deutschen, wie Trump behauptet? Oder kaufen die Amerikaner einfach lieber Waschmaschinen von Miele als die Deutschen Waschmaschinen von Whirlpool?
" Die Amerikaner geben mehr Geld im Ausland aus, als sie selber dort erlösen. Ihre deutschen Handelspartner geben ihnen also Kredit; bis zum Beispiel ein BMW bezahlt ist. Droht einem Käufer die Überschuldung, bleibt sein Verkäufer womöglich auf seiner Forderung sitzen, erst recht bei Käufern aus dem Ausland. Mit der Höhe von Defizit und Überschuss wächst das Risiko."
Ein neues Handelsabkommen TTIP-light wäre eine sinnvolle Alternative zu den Wahlkampfspielen der Regierung Trump.

zollagent hat geschrieben:(05 May 2018, 12:49)
Amerikaner finanzieren ihr Auto bei einer Bank, bevor sie es kaufen. Die Autohersteller treten nicht selbst als Verkäufer auf. Solche Schulden, wie eigentlich alle Exportschulden, bleiben in den USA.

Es bleibt also das Wechselkursrisiko für diejenigen, die in den USA oder anderswo langfristig in Dollar investiert sind.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Sa 5. Mai 2018, 12:16

Wähler hat geschrieben:(05 May 2018, 13:05)

Es bleibt also das Wechselkursrisiko für diejenigen, die in den USA oder anderswo langfristig in Dollar investiert sind.

Dieses Risiko gibt es überall, außer in der Eurozone. ;)
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Re: Handelskrieg

Beitragvon unity in diversity » Mi 9. Mai 2018, 13:34

Mal sehen, wie der Handelskrieg weitergeht.
Europa kann nichts liefern, was nicht substituierbar wäre, kostet aber sehr viele Rohstoffe.
Nach Trumps Befinden, gehören die globalen Rohstoffe den USA.
Wenn man den europäischen Mitesser ausschalten kann, setzt das enorme Innovationsschübe in anderen, wesentlicheren Weltregionen, frei, die den USA nützen können.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon rain353 » Mi 9. Mai 2018, 15:40

unity in diversity hat geschrieben:(09 May 2018, 14:34)

Mal sehen, wie der Handelskrieg weitergeht.
Europa kann nichts liefern, was nicht substituierbar wäre, kostet aber sehr viele Rohstoffe.
Nach Trumps Befinden, gehören die globalen Rohstoffe den USA.
Wenn man den europäischen Mitesser ausschalten kann, setzt das enorme Innovationsschübe in anderen, wesentlicheren Weltregionen, frei, die den USA nützen können.


Die EU betreibt leider auch Protektionismus... Wir haben höhere Zölle als die USA...
Ich wäre lieber dafür die Zölle zu senken statt zu steigern....
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Re: Handelskrieg

Beitragvon unity in diversity » Mi 9. Mai 2018, 16:10

rain353 hat geschrieben:(09 May 2018, 16:40)

Die EU betreibt leider auch Protektionismus... Wir haben höhere Zölle als die USA...
Ich wäre lieber dafür die Zölle zu senken statt zu steigern....

Die USA werden die Zölle gegenüber all jenen anheben, die nicht mindestens ein Alleinstellungsmerkmal vorweisen können.
Das ist legitim.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon jorikke » Fr 11. Mai 2018, 20:47

unity in diversity hat geschrieben:(09 May 2018, 17:10)

Die USA werden die Zölle gegenüber all jenen anheben, die nicht mindestens ein Alleinstellungsmerkmal vorweisen können.
Das ist legitim.


Legitim oder nicht.
Ober sticht Unter.
Die Rollenverteilung steht noch aus.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Orbiter1 » Do 17. Mai 2018, 15:00

Beim Iran-Abkommen hat man eine elegante Möglichkeit gefunden dass sich die europäischen Unternehmen nicht vor den US-Sanktionen fürchten müssen und weiter mit dem Iran Geschäfte machen können.

"Über das sogenannte „Blocking Statute“ könnte es europäischen Unternehmen unter Strafe verboten werden, sich an die amerikanischen Sanktionen gegen Iran zu halten, die nach dem einseitigen Rückzug Amerikas aus dem Atomabkommen wieder eingeführt werden. Gleichzeitig würde es regeln, dass die europäischen Unternehmen für möglicherweise entstehende Kosten und Verluste entschädigt werden." Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/e ... 95113.html

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