Handelskrieg

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Re: Handelskrieg

Beitragvon Skull » Do 14. Jun 2018, 11:12

DarkLightbringer hat geschrieben:(14 Jun 2018, 11:23)

Im Diskurs ist die Einführung des Mindestlohns genannt worden. Das ist eine Maßnahme, vielleicht zu wenig.
Der Staat, sprich Gesetzgeber, kann Arten der Besteuerung festlegen zum Beispiel.
Im Grunde gäbe es da sehr viele Möglichkeiten, je nachdem, wie ambitioniert oder visionär man da sein möchte.
Sehr weitgehend war etwa Roosevelt mit seinem "New Deal" - da wurde teils mit blauen Zertifikaten gearbeitet, die nur "anständige" Unternehmen bekamen.

Also keine Anwort auf meine Frage. ;)


Den Mindestlohn in Bezug zu den Exportbranchen und "Unternehmen der Handelsüberschüsse" zu bringen ist albern.

Das der Gesetzgeber Unternehmen der Exportüberschüsse besonders besteuern sollte,
um dort Ungleichgewichte mit anderen Ländern zu reduzieren,
so das Arbeitsplätze reduziert werden, Arbeitslosigkeit somit gefördert wird,
UM in Deutschland DAMIT ein höheres Lohnniveau zu erhalten...klingt für mich...wenig logisch. :D

mfg
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Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Do 14. Jun 2018, 11:15

Skull hat geschrieben:(14 Jun 2018, 12:12)

Also keine Anwort auf meine Frage. ;)


Den Mindestlohn in Bezug zu den Exportbranchen und "Unternehmen der Handelsüberschüsse" ist albern.

mfg

Eine Antwort schon, aber kein ausgearbeiteter Plan für alle Branchen und mögliche Gesetzesvorhaben.
Dazu fehlen mir die Mittel und Ressourcen eines Bundesministeriums. ;)
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Re: Handelskrieg

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Do 14. Jun 2018, 11:27

Skull hat geschrieben:(14 Jun 2018, 11:14)

Auch wenn es nur ein Nebenthema ist.

Welche gesetzliche Handhabe und auch tatsächliche Aufgabe ... hat der STAAT,
die Bruttolöhne (der Exportbranchen) in Deutschland zu beeinflussen ? :?:

mfg


Die eigentliche fiskalische Maßnahme die sich hinter der Forderung Trumps verbirgt ist ja die, dass die kritisierten Staaten die Staatsverschuldung erhöhen und so durch verstärkte Binnennachfrage das Handelsdefizit verringert wird. Und die wirkt unter bestimmten Voraussetzungen auch inflationär (lohnsteigernd).

Oder anders ausgedrückt. Die Kritik am Handelsbilanzüberschuss ist nichts anderes als Kritik an der Schuldenpolitik der kritisierten Staaten.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Do 14. Jun 2018, 12:02

DarkLightbringer hat geschrieben:(14 Jun 2018, 09:49)

Dann hoffen wir mal, dass die Pokerfreunde rechtzeitig ins Gespräch kommen und sich nicht verzocken.

Zocken, das macht im Moment nur Einer.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Do 14. Jun 2018, 12:04

DarkLightbringer hat geschrieben:(14 Jun 2018, 11:23)

Im Diskurs ist die Einführung des Mindestlohns genannt worden. Das ist eine Maßnahme, vielleicht zu wenig.
Der Staat, sprich Gesetzgeber, kann Arten der Besteuerung festlegen zum Beispiel.
Im Grunde gäbe es da sehr viele Möglichkeiten, je nachdem, wie ambitioniert oder visionär man da sein möchte.
Sehr weitgehend war etwa Roosevelt mit seinem "New Deal" - da wurde teils mit blauen Zertifikaten gearbeitet, die nur "anständige" Unternehmen bekamen.

In der Exportwirtschaft ist der Mindestlohn kein Thema. Und die "New Deal-Geschichte" wäre in der EU nicht durchführbar. Aber das weißt du auch. Stichwort Gleichbehandlung.
Zuletzt geändert von zollagent am Do 14. Jun 2018, 12:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Skull » Do 14. Jun 2018, 15:36

Guten Tag,

die Ausflüge ins...Pokern...in die Ablage verschoben.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Troh.Klaus » Do 14. Jun 2018, 16:04

DarkLightbringer hat geschrieben:(14 Jun 2018, 09:46)
Was man tun könnte? Man könnte ganz einfach über die Zölle reden, wie es anscheinend die Chinesen auch gemacht haben. Warum z. B. nicht sagen, nun ja, 12 % auf Äpfel müssen nicht sein, 10 % oder 8 % täten es auch ?
Zum andern sind unsere Löhne zu gering im Durchschnitt. Auch da ließe sich etwas machen.
Eine Weltwirtschaftskrise anzusteuern ist jedenfalls dusslig, davon hat niemand etwas. Am allerwenigsten die Arbeitnehmer und Familien.

Joo, könnte man tun. Oder z.B. die US-Zölle von 20% auf Milchprodukte und Babynahrung. Könnte man auch darüber reden. Man könnte auch schauen, dass die amerikanischen Exporte in die EU im Jahre 2017 mit insgesamt ca. 5,7 Milliarden Dollar belastet waren, umgekehrt die europäischen Exporte in die USA mit ca. 7,1 Milliarden. Bei etwa 150 Milliarden Dollar europäischem ExportÜberschuss.

Was mir nicht einleuchtet, ist das Argument mit den höheren Löhnen. Wieso soll dadurch der Exportüberschuss abnehemn?
Eine Lohnsteigerung führt zu höherer Kaufkraft im Inland. Dass damit automatisch deutsche Produkte im Ausland ausreichend teuer werden, so dass die bisherigen Kunden nicht mehr kaufen und damit der Exportüberschuss signifikant sinkt, ist eine Mutmaßung ohne hinreichende Belege. Dass die höhere Kaufkraft im Innern automatisch zu einer höheren Importquote führt, ist genauso Spekulation. Dazu müssten die ausländischen Unternehmen nämlich auch entsprechende Produkte anbieten können. Amerikanische PickUps zum Beispiel haben in Deutschland nicht wegen des Preises wenig Chancen, sondern weil sich hierzulande so gut wie niemand für dieses Produkt interessiert.

Mit mehr Geld in der Tasche würden die Deutschen vermutlich mehr Geld auf Reisen im Ausland lassen. Das hat aber keinen Effekt bei der Handelsbilanz, sondern nur bei der Leistungsbilanz. Aber darüber spricht man lieber nicht.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Do 14. Jun 2018, 16:12

Troh.Klaus hat geschrieben:(14 Jun 2018, 17:04)

Joo, könnte man tun. Oder z.B. die US-Zölle von 20% auf Milchprodukte und Babynahrung. Könnte man auch darüber reden. Man könnte auch schauen, dass die amerikanischen Exporte in die EU im Jahre 2017 mit insgesamt ca. 5,7 Milliarden Dollar belastet waren, umgekehrt die europäischen Exporte in die USA mit ca. 7,1 Milliarden. Bei etwa 150 Milliarden Dollar europäischem ExportÜberschuss.

Was mir nicht einleuchtet, ist das Argument mit den höheren Löhnen. Wieso soll dadurch der Exportüberschuss abnehemn?
Eine Lohnsteigerung führt zu höherer Kaufkraft im Inland. Dass damit automatisch deutsche Produkte im Ausland ausreichend teuer werden, so dass die bisherigen Kunden nicht mehr kaufen und damit der Exportüberschuss signifikant sinkt, ist eine Mutmaßung ohne hinreichende Belege. Dass die höhere Kaufkraft im Innern automatisch zu einer höheren Importquote führt, ist genauso Spekulation. Dazu müssten die ausländischen Unternehmen nämlich auch entsprechende Produkte anbieten können. Amerikanische PickUps zum Beispiel haben in Deutschland nicht wegen des Preises wenig Chancen, sondern weil sich hierzulande so gut wie niemand für dieses Produkt interessiert.

Mit mehr Geld in der Tasche würden die Deutschen vermutlich mehr Geld auf Reisen im Ausland lassen. Das hat aber keinen Effekt bei der Handelsbilanz, sondern nur bei der Leistungsbilanz. Aber darüber spricht man lieber nicht.

Erfahrungsgemäß führt mehr Geld in weitgehend gesättigten Märkten wie dem deutschen NICHT zu mehr Kaufkraft, sondern zu steigenden Preisen. D.h., es werden die gleichen Warenmengen zu höheren Preisen gehandelt, und damit die Gruppierungen im Land, die eben an dieser Lohnsteigerung NICHT teilhaben, vom Wohlstand abgehängt, denn sie haben nicht mehr Geld, aber die höheren Preise gelten auch für sie.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Do 14. Jun 2018, 16:20

zollagent hat geschrieben:(14 Jun 2018, 13:02)

Zocken, das macht im Moment nur Einer.

Frau Malmström wird dem nervlich nicht standhalten, um Haus und Hof Europas zu spielen.
Doch selbst wenn, dann ist als nächstes unsere Autoindustrie dran und wir können für längere Zeit "Auf Wiedersehen, Konjunktur" sagen.

Ist ja alles schön und gut, nur eben vollkommen unnötig.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Do 14. Jun 2018, 16:32

Troh.Klaus hat geschrieben:(14 Jun 2018, 17:04)

Joo, könnte man tun. Oder z.B. die US-Zölle von 20% auf Milchprodukte und Babynahrung. Könnte man auch darüber reden. Man könnte auch schauen, dass die amerikanischen Exporte in die EU im Jahre 2017 mit insgesamt ca. 5,7 Milliarden Dollar belastet waren, umgekehrt die europäischen Exporte in die USA mit ca. 7,1 Milliarden. Bei etwa 150 Milliarden Dollar europäischem ExportÜberschuss.

Wichtig wäre halt, dass überhaupt jemand mal was Substantielles sagt. Dieses Poker spielen ist a. für die Katz und b. wird Trump höher setzen.

Was mir nicht einleuchtet, ist das Argument mit den höheren Löhnen. Wieso soll dadurch der Exportüberschuss abnehemn?
Eine Lohnsteigerung führt zu höherer Kaufkraft im Inland. Dass damit automatisch deutsche Produkte im Ausland ausreichend teuer werden, so dass die bisherigen Kunden nicht mehr kaufen und damit der Exportüberschuss signifikant sinkt, ist eine Mutmaßung ohne hinreichende Belege. Dass die höhere Kaufkraft im Innern automatisch zu einer höheren Importquote führt, ist genauso Spekulation. Dazu müssten die ausländischen Unternehmen nämlich auch entsprechende Produkte anbieten können. Amerikanische PickUps zum Beispiel haben in Deutschland nicht wegen des Preises wenig Chancen, sondern weil sich hierzulande so gut wie niemand für dieses Produkt interessiert.
Mit mehr Geld in der Tasche würden die Deutschen vermutlich mehr Geld auf Reisen im Ausland lassen. Das hat aber keinen Effekt bei der Handelsbilanz, sondern nur bei der Leistungsbilanz. Aber darüber spricht man lieber nicht.

Wenn die Lohnstückkosten zunehmen, nimmt der Handelsüberschuss erwartbar ab. Die Frage wäre eher, um wieviel.

Überdies wird im Inland zu wenig investiert, die Konjunktur ist toll, aber es kommt zu wenig beim Verbraucher und den Familien an. Tolle Bilanzen kann man in dem Sinn nicht essen.

Deutschland gibt seit Jahren viel weniger Geld für Schulen und Infrastruktur aus als seine Nachbarländer. Auch die Unternehmen investieren zu wenig. Die Folgen dieser Zurückhaltung sind dramatisch.
https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... ruine.html
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Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Do 14. Jun 2018, 16:41

DarkLightbringer hat geschrieben:(14 Jun 2018, 17:32)

Wichtig wäre halt, dass überhaupt jemand mal was Substantielles sagt. Dieses Poker spielen ist a. für die Katz und b. wird Trump höher setzen.


Wenn die Lohnstückkosten zunehmen, nimmt der Handelsüberschuss erwartbar ab. Die Frage wäre eher, um wieviel.

Überdies wird im Inland zu wenig investiert, die Konjunktur ist toll, aber es kommt zu wenig beim Verbraucher und den Familien an. Tolle Bilanzen kann man in dem Sinn nicht essen.

https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... ruine.html

Und vor allem kann erwartet werden, daß das Wohlstandsniveau in Deutschland abnimmt. Genau das wird mit solchen Forderungen beabsichtigt. Lieber holt man andere in die gleiche Erfolglosigkeit herunter als daß man sich die Mühe macht, selbst Anstrengungen zu unternehmen, um auch auf dieses Erfolgsniveau zu kommen. DAS ist das Spiel mit den Gefühlen, das Demagogen wie Trump gut beherrschen. Es ist leichter, Neid und Hass zu mobilisieren, als den Weg eigener Anstrengung zu gehen, denn das wäre mit Arbeit verbunden.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Do 14. Jun 2018, 16:47

zollagent hat geschrieben:(14 Jun 2018, 17:41)

Und vor allem kann erwartet werden, daß das Wohlstandsniveau in Deutschland abnimmt. Genau das wird mit solchen Forderungen beabsichtigt. Lieber holt man andere in die gleiche Erfolglosigkeit herunter als daß man sich die Mühe macht, selbst Anstrengungen zu unternehmen, um auch auf dieses Erfolgsniveau zu kommen. DAS ist das Spiel mit den Gefühlen, das Demagogen wie Trump gut beherrschen. Es ist leichter, Neid und Hass zu mobilisieren, als den Weg eigener Anstrengung zu gehen, denn das wäre mit Arbeit verbunden.

Vermutlich wird Trumps Team etwas für die eigene Wählerschicht herausschlagen wollen, das sind verarmte Arbeitnehmer, die Hoffnung schöpfen. Und das ist wichtig für die Wiederwahl.

Als Europäer wäre ich überhaupt nicht böse, wenn unsere Eurozentriker auch mal etwas für die breite Mitte tun würden. Die gewohnten Spielereien sind einfach nicht mehr zeitgemäß.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Do 14. Jun 2018, 16:52

DarkLightbringer hat geschrieben:(14 Jun 2018, 17:47)

Vermutlich wird Trumps Team etwas für die eigene Wählerschicht herausschlagen wollen, das sind verarmte Arbeitnehmer, die Hoffnung schöpfen. Und das ist wichtig für die Wiederwahl.

Als Europäer wäre ich überhaupt nicht böse, wenn unsere Eurozentriker auch mal etwas für die breite Mitte tun würden. Die gewohnten Spielereien sind einfach nicht mehr zeitgemäß.

"Hoffnung schöpfen" mit Versprechungen auf Dinge, die sich längst als nicht mehr lebensfähig erwiesen haben, das nennt man Demagogie. Sorry, so einen Mann, der auf diese Art und Weise arbeitet, den sollte man seinem schlimmsten Feind nicht wünschen.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Do 14. Jun 2018, 17:00

zollagent hat geschrieben:(14 Jun 2018, 17:52)

"Hoffnung schöpfen" mit Versprechungen auf Dinge, die sich längst als nicht mehr lebensfähig erwiesen haben, das nennt man Demagogie. Sorry, so einen Mann, der auf diese Art und Weise arbeitet, den sollte man seinem schlimmsten Feind nicht wünschen.

Also, wenn Trumps Team auf die Wiederwahl setzen sollte, dann müsste schon auch ein Effekt zu sehen sein.
Ganz ausgeschlossen ist das auch nicht, wie man hört, für ein paar Jahre kann man anscheinend schon diverse Effekte erzielen. Nur darauffolgend hat man dann ein Problem.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Do 14. Jun 2018, 17:16

The Empire strikes back.

Eskalation im Handelsstreit
EU beschließt Gegenzölle auf US-Waren
https://www.n-tv.de/wirtschaft/EU-besch ... 80845.html

Weitere Vergeltungen sind angedacht und Washington prüft derzeit noch, ob auf Autos Zölle erhoben werden sollen.

Der Winter kommt.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Alter Stubentiger » Do 14. Jun 2018, 17:23

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(14 Jun 2018, 12:27)

Die eigentliche fiskalische Maßnahme die sich hinter der Forderung Trumps verbirgt ist ja die, dass die kritisierten Staaten die Staatsverschuldung erhöhen und so durch verstärkte Binnennachfrage das Handelsdefizit verringert wird. Und die wirkt unter bestimmten Voraussetzungen auch inflationär (lohnsteigernd).

Oder anders ausgedrückt. Die Kritik am Handelsbilanzüberschuss ist nichts anderes als Kritik an der Schuldenpolitik der kritisierten Staaten.


Was für ein Irrsinn. Die USA sollten lieber mal über weniger Staatsschulden nachdenken. Vor allem Zuhause. Mal sehen was passiert wenn die Steuersenkungen für den normalen US-Verbraucher auslaufen. Ich denke Deutschland sollte besser andere Märkte eröffnen und damit rechnen in Zukunft weniger in die USA zu exportieren. Ganz einfach weil die USA auf eine breite Verarmung der Konsumenten zusteuern.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Do 14. Jun 2018, 17:25

Alter Stubentiger hat geschrieben:(14 Jun 2018, 18:23)

Was für ein Irrsinn. Die USA sollten lieber mal über weniger Staatsschulden nachdenken. Vor allem Zuhause. Mal sehen was passiert wenn die Steuersenkungen für den normalen US-Verbraucher auslaufen. Ich denke Deutschland sollte besser andere Märkte eröffnen und damit rechnen in Zukunft weniger in die USA zu exportieren. Ganz einfach weil die USA auf eine breite Verarmung der Konsumenten zusteuern.

Welcher andere Markt denn - Libyen, China ?
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Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Do 14. Jun 2018, 17:27

Alter Stubentiger hat geschrieben:(14 Jun 2018, 18:23)

Was für ein Irrsinn. Die USA sollten lieber mal über weniger Staatsschulden nachdenken. Vor allem Zuhause. Mal sehen was passiert wenn die Steuersenkungen für den normalen US-Verbraucher auslaufen. Ich denke Deutschland sollte besser andere Märkte eröffnen und damit rechnen in Zukunft weniger in die USA zu exportieren. Ganz einfach weil die USA auf eine breite Verarmung der Konsumenten zusteuern.

...und damit auf eine Radikalisierung der Enttäuschten, die jetzt noch Trumps Versprechungen glauben. Ich denke, der Text der Nationalhymne "...land of the free..." wird bald eher Erinnung an bessere Zeiten sein.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Troh.Klaus » Do 14. Jun 2018, 18:21

DarkLightbringer hat geschrieben:(14 Jun 2018, 18:16)
The Empire strikes back.
https://www.n-tv.de/wirtschaft/EU-besch ... 80845.html
Weitere Vergeltungen sind angedacht und Washington prüft derzeit noch, ob auf Autos Zölle erhoben werden sollen.
Der Winter kommt.

Die EU-Zölle sind eher bescheiden und sie sind noch nicht in Kraft, im Gegensatz zu den Stahl- und Aluminium-Zöllen der USA.
Weitere Maßnahmen im Jahre 2021! So sieht eine Kriegserklärung eher nicht aus.
Wird aber alles nichts nutzen. Trump wird die Autozölle mit hoher Wahrscheinlichkeit sowieso beschließen..
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Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Do 14. Jun 2018, 18:31

Troh.Klaus hat geschrieben:(14 Jun 2018, 19:21)

Die EU-Zölle sind eher bescheiden und sie sind noch nicht in Kraft, im Gegensatz zu den Stahl- und Aluminium-Zöllen der USA.
Weitere Maßnahmen im Jahre 2021! So sieht eine Kriegserklärung eher nicht aus.
Wird aber alles nichts nutzen. Trump wird die Autozölle mit hoher Wahrscheinlichkeit sowieso beschließen..

Inwiefern sind 5,2 Prozent EU-Zölle gegenüber 3,5 % US-Zölle bescheiden ?

Desweiteren macht Washington geltend, die Hauptlast der NATO zu tragen.

Ich finde schon, man sollte wenigstens mal ein Angebot machen und sei es ein noch so zartes Pflänzchen.
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