Handelskrieg

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Alter Stubentiger
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 11. Jun 2018, 17:20

DarkLightbringer hat geschrieben:(11 Jun 2018, 17:51)

Eigentlich drängt sich in mir der Friedensaktivist auf. ;)

Liebe Landsleute, es wird keinen schnellen Sieg geben. Das ist eine Illusion.

Du bist doch kein Europäer. Kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen. So wie du diesen Trump unterstützt kommst du aus Russland oder den Appalachen.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Zinnamon
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Zinnamon » Mo 11. Jun 2018, 17:37

DarkLightbringer hat geschrieben:(11 Jun 2018, 17:51)

Eigentlich drängt sich in mir der Friedensaktivist auf. ;)

Liebe Landsleute, es wird keinen schnellen Sieg geben. Das ist eine Illusion.


Aber das ist doch den Staaten des G6 hinlänglich bewusst vom Staatsmann bis zum Bürger. Dennoch gibt es Grenzen, und es ist an der Restwelt (ausgenommen natürlich Netanjahu), diese zu setzen.

Friedensaktivisten at work:

(...)Das Weiße Haus hat dem kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeau Heimtücke vorgeworfen. Trudeau "hat uns wirklich irgendwie in den Rücken gestochen" sagte US-Präsident Donald Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow am Sonntag bei CNN. Er bezog sich dabei auf die Äußerung von Trudeau nach dem G-7-Gipfel, Kanada lasse sich von den USA nicht herumschubsen. Vielmehr sei es Kudlow zufolge andersherum: Trump werde sich nicht von Trudeau herumschubsen lassen. Der Kanadier habe seinem Land keinen Dienst erwiesen, als er die USA für die Auseinandersetzungen wegen der Zölle verantwortlich machte.
Trump hatte nach seiner Abreise sein Ja zur gemeinsamen Erklärung der G-7-Staaten mit der Begründung zurückgezogen, Trudeau habe "falsche Aussagen" getätigt. Trudeau habe sich zwar "sanftmütig" bei den Zusammentreffen mit ihm gezeigt. Nachdem er abgereist sei, habe er aber gesagt, dass die US-Strafzölle "etwas beleidigend" seien. Das sei "unehrenhaft und schwach", twitterte Trump. Kanada konterte, Trudeau habe nichts gesagt, was er nicht schon zuvor geäußert habe - in der Öffentlichkeit und in privaten Gesprächen mit dem US-Präsidenten. Diese Aussagen sind auch belegt.


Ja, dass Trudeau den Affront der Trump Administration als beleidigtend empfindet, und zwar konkret bezogen auf die Rechtfertigung der Strafzölle mit einer Gefährdung der Sicherheitslage der USA, wurde breit von diversen Medien international und bereits vor dem Gipfel kolportiert. Aber gut, Trump macht ja kein Geheimnis daraus, von Vorbereitungen seiner Aktionen wenig zu halten, und dies wurde bereits mehrfach aus dem Weissen Haus so bestätigt. Andererseits ..vielleicht handelt es sich auch bloss um eine seiner gewohnheitsmässigen Lügen. Soviel zur erneuten Affront durch die Unterstellung von Heimtücke. Nun muss Trudeau sich auch noch gefallen lassen, dass sein moderater und diplomatischer Kommunikationsstil, der im krassen Gegensatz zu den hochagressiven Auswürfen des amerikanischen Präsidenten steht, als Hinterlistigkeit gehandelt wird. Aber das Beste kommt kommt am Schluss..

Dessen ungeachtet drohte auch Trumps Handelsberater Peter Navarro Trudeau mit dem Jüngsten Gericht. "Es gibt einen besonderen Ort in der Hölle für alle ausländischen Führer, die gegenüber Donald Trump arglistige Diplomatie betreiben und versuchen, ihn in den Rücken zu stechen, wenn er zur Tür geht", sagte Navarro dem Fernsehsender Fox. Die Gipfel-Erklärung, der Trump zunächst selbst zugestimmt hat, nannte Navarro ein "sozialistisches Kommuniqué".

http://www.sueddeutsche.de/politik/g-trumps-berater-droht-trudeau-mit-juengstem-gericht-1.4010457

Was für eine armselige freakshow. Aber man versteht, warum Trump diese Leute berufen hat. Man tut alles um zu Eskalieren und man wird daraus Lernen, wenn man Erfolg hat. Stichwort Grenzen setzen. Einem Kind, dass sich wie am Spiess schreiend und um sich schlagend im Laden auf den Boden wirft, um die Eistorte zu bekommen würde man auch nicht durch Belohnung auf dieses Verhalten konditionieren, damit es sich bis zur Rente und darüber hinaus so verhält. Und natürlich lohnt es sich dafür mittelfristig auch Nachteile in Kauf zu nehmen. Diese Administration lernt nur durch Erfahrung.
Zuletzt geändert von Zinnamon am Mo 11. Jun 2018, 17:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 11. Jun 2018, 17:39

Alter Stubentiger hat geschrieben:(11 Jun 2018, 18:20)

Du bist doch kein Europäer. Kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen. So wie du diesen Trump unterstützt kommst du aus Russland oder den Appalachen.

Appalachen ?! ;)

Es geht im übrigen nicht darum, Trump zu unterstützen. Trump ist ein Hunne, der uns mitten im Frieden überfällt. ;)
Oder, wie wir Apachen so gern sagen - wenn der Wolf nachts umher streift, musst du auf der Veranda schlafen.
Es geht darum, sich nicht im Boulevard zu verlieren und Herausforderungen zu übersehen.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Skull » Mo 11. Jun 2018, 17:56

Guten Abend,

genug der Ausflüge...das Thema ist der "Handelskrieg" oder besser ... die Handelskonflikte.

Bitte.


Danke.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 11. Jun 2018, 18:10

Zinnamon hat geschrieben:(11 Jun 2018, 18:37)

Aber das ist doch den Staaten des G6 hinlänglich bewusst vom Staatsmann bis zum Bürger. Dennoch gibt es Grenzen, und es ist an der Restwelt (ausgenommen natürlich Netanjahu), diese zu setzen.

Friedensaktivisten at work:



Ja, dass Trudeau den Affront der Trump Administration als beleidigtend empfindet, und zwar konkret bezogen auf die Rechtfertigung der Strafzölle mit einer Gefährdung der Sicherheitslage der USA, wurde breit von diversen Medien international und bereits vor dem Gipfel kolportiert. Aber gut, Trump macht ja kein Geheimnis daraus, von Vorbereitungen seiner Aktionen wenig zu halten, und dies wurde bereits mehrfach aus dem Weissen Haus so bestätigt. Andererseits ..vielleicht handelt es sich auch bloss um eine seiner gewohnheitsmässigen Lügen. Soviel zur erneuten Affront durch die Unterstellung von Heimtücke. Nun muss Trudeau sich auch noch gefallen lassen, dass sein moderater und diplomatischer Kommunikationsstil, der im krassen Gegensatz zu den hochagressiven Auswürfen des amerikanischen Präsidenten steht, als Hinterlistigkeit gehandelt wird. Aber das Beste kommt kommt am Schluss..


[/color]http://www.sueddeutsche.de/politik/g-trumps-berater-droht-trudeau-mit-juengstem-gericht-1.4010457

Was für eine armselige freakshow. Aber man versteht, warum Trump diese Leute berufen hat. Man tut alles um zu Eskalieren und man wird daraus Lernen, wenn man Erfolg hat. Stichwort Grenzen setzen. Einem Kind, dass sich wie am Spiess schreiend und um sich schlagend im Laden auf den Boden wirft, um die Eistorte zu bekommen würde man auch nicht durch Belohnung auf dieses Verhalten konditionieren, damit es sich bis zur Rente und darüber hinaus so verhält. Und natürlich lohnt es sich dafür mittelfristig auch Nachteile in Kauf zu nehmen. Diese Administration lernt nur durch Erfahrung.

Es geht um Handelskonflikte.

Trump fühlt sich beleidigt, Trudeau fühlt sich beleidigt. Derlei Dinge sind überall zu lesen, wahrscheinlich auf dem gesamten Kontinent und in Übersee. Nur, was folgt daraus? Wollen wir einen Preis zahlen und wenn ja, wie hoch darf er sein - 100 Euro , 1.000, ein Haus, egal ?

Ein EU-Berater sagt u. a. folgendes:
Wir sollten die Lage nüchtern analysieren. Wir sollten zuhören, wenn Partner uns auf unsere Schwächen hinweisen.
Wir sollten verbessern, was wir verbessern können. Und wir sollten Konfrontationen vermeiden, die wir nicht gewinnen können.
https://www.tagesspiegel.de/politik/eur ... 07554.html

Nicht zu vergessen, es geht um Handelskonflikte.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Zinnamon » Mo 11. Jun 2018, 18:22

DarkLightbringer hat geschrieben:(11 Jun 2018, 19:10)

Es geht um Handelskonflikte.

Trump fühlt sich beleidigt, Trudeau fühlt sich beleidigt. Derlei Dinge sind überall zu lesen, wahrscheinlich auf dem gesamten Kontinent und in Übersee. Nur, was folgt daraus? Wollen wir einen Preis zahlen und wenn ja, wie hoch darf er sein - 100 Euro , 1.000, ein Haus, egal ?

Ein EU-Berater sagt u. a. folgendes:
https://www.tagesspiegel.de/politik/eur ... 07554.html

Nicht zu vergessen, es geht um Handelskonflikte.


Und ich schrieb dazu, dass einem ^^Verbündeten^^ der unter Verhandlung aktuell nichts als Erpressung durch Sanktionen versteht im Rahmen dieses Handelskonfliktes Grenzen aufgezeigt werden müssen. Im Dienste einer Zukunft, die unter anderen Vorzeichen als den aktuellen stattfindet. Wenn das einen Preis kostet, dann ist das eben so. Ein passables Ergebnis ist selten billig.

Jetzt mal Hand auf´s Herz: musstest du nicht wenigstens ein kleines bischen Lachen als du diese Passage aus dem von dir verlinkten Kommentar gelesen hast?

Europa und die USA haben weiter viele gemeinsame Interessen. Um nur ein paar zu nennen: Wir wollen China dazu drängen, Freihandel und geistiges Eigentum zu respektieren. Wir wollen uns gemeinsam gegen Russland verteidigen. Wir streben eine Energieautonomie Europas an. Wir wollen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen verhindern. Wir wollen den Nahen Osten und Afrika stabilisieren. Manchmal sind wir nicht einer Meinung, was der beste Weg ist, um diese Ziele zu erreichen. Aber wir sind uns einig über diese Ziele


Trumps Kampf gegen Russland, die Stabilisierung des Nahen Ostens durch amerikanische Interventionen ...das soll doch wohl ein Witz sein?
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Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 11. Jun 2018, 18:29

Zinnamon hat geschrieben:(11 Jun 2018, 19:22)

Und ich schrieb dazu, dass einem ^^Verbündeten^^ der unter Verhandlung aktuell nichts als Erpressung durch Sanktionen versteht im Rahmen dieses Handelskonfliktes Grenzen aufgezeigt werden müssen. Im Dienste einer Zukunft, die unter anderen Vorzeichen als den aktuellen stattfindet. Wenn das einen Preis kostet, dann ist das eben so. Ein passables Ergebnis ist selten billig.

Gut, das ist ein Standpunkt - eine Konfrontation eingehen, die man nicht gewinnen kann, aber einen Preis fordert.
Trump nimmt einen ähnlichen Standpunkt ein, glaubt aber, gewinnen zu können.

Der EU-Berater Christoph von Marschall stellt eine erfrischend andere Frage:
Es geht hier nicht darum, wie eine ideale Welt aussehen würde, was die Deutschen von ihren Partnern erwarten und was sie an deren Einstellungen nicht mögen. Die Frage ist umgekehrt: Was erwarten unsere Partner von Deutschland – unsere direkten Nachbarn Frankreich und Polen, die Europäische Union und die USA?
https://www.tagesspiegel.de/politik/eur ... 07554.html
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Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 11. Jun 2018, 18:38

Zinnamon hat geschrieben:(11 Jun 2018, 19:22)


Jetzt mal Hand auf´s Herz: musstest du nicht wenigstens ein kleines bischen Lachen als du diese Passage aus dem von dir verlinkten Kommentar gelesen hast?

Trumps Kampf gegen Russland, die Stabilisierung des Nahen Ostens durch amerikanische Interventionen ...das soll doch wohl ein Witz sein?
Nein, überhaupt nicht. Das trifft es doch ziemlich auf den Kopf.
Die Amerikaner üben gerade an der Ostflanke mit sorgenbeladenen Balten die Verteidigung. Im Baltikum wird das überhaupt nicht als Spaß wahrgenommen.
Sodann, die Eindämmung des Irans ist ein überaus ernstes Anliegen, welches auch die Israelis und die arabischen Staaten umtreibt.
Stichwort Energiediversifizierung und Nordstream 2 in Europa - dieses Thema könnte in der Ukraine sogar kriegsentscheidend sein.

Der Witz liegt eher bei uns, wenn wir uns vorwiegend mit der Frisur von Trump beschäftigen und die reale Welt um uns herum nicht groß zu kümmern scheint.
So ähnlich formuliert es auch dieser EU-Berater, nur etwas diplomatischer vielleicht.

Es geht immer noch um Handelskonflikte.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Zinnamon » Mo 11. Jun 2018, 18:42

DarkLightbringer hat geschrieben:(11 Jun 2018, 19:29)

Gut, das ist ein Standpunkt - eine Konfrontation eingehen, die man nicht gewinnen kann, aber einen Preis fordert.
Trump nimmt einen ähnlichen Standpunkt ein, glaubt aber, gewinnen zu können.

Der EU-Berater Christoph von Marschall stellt eine erfrischend andere Frage: https://www.tagesspiegel.de/politik/eur ... 07554.html


Einen Preis werden wir so oder so zu entrichten haben. Und einen wahren Sieger wird es nicht geben. Da ich es aber leid bin -und das auch in deiner Konversation mit anderen usern aufreizend oft sehe- mich wiederholt mit dämlichen Unterstellungen konfrontiert zu sehen, die bewusst implizieren, was nicht meinem Text so nicht zu entlehnen ist, und im Gegenzug nicht einmal erwarten kann, dass auf meine Inhalte eingegangen wird -so wie auch ich auf deine Inhalte eingehe- sehe ich gerne von einer weiteren Vertiefung ab.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 11. Jun 2018, 18:45

Zinnamon hat geschrieben:(11 Jun 2018, 19:42)

Einen Preis werden wir so oder so zu entrichten haben. Und einen wahren Sieger wird es nicht geben. Da ich es aber leid bin -und das auch in deiner Konversation mit anderen usern aufreizend oft sehe- mich wiederholt mit dämlichen Unterstellungen konfrontiert zu sehen, die bewusst implizieren, was nicht meinem Text so nicht zu entlehnen ist, und im Gegenzug nicht einmal erwarten kann, dass auf meine Inhalte eingegangen wird -so wie auch ich auf deine Inhalte eingehe- sehe ich gerne von einer weiteren Vertiefung ab.

Nun, das ist ja immerhin ein gewisses Resultat: Ein Preis wird zu entrichten sein und einen Sieger wird es nicht geben.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon sünnerklaas » Mo 11. Jun 2018, 19:52

DarkLightbringer hat geschrieben:(11 Jun 2018, 13:52)

Also, nicht verhandeln, sondern schießen. ;)


Ich würde es anders formulieren: aus Wut alles kaputt hauen. Irgendwer anderes muss danach ja den entstandenen Schaden wieder reparieren.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Troh.Klaus » Mo 11. Jun 2018, 19:53

DarkLightbringer hat geschrieben:(11 Jun 2018, 17:51)
Eigentlich drängt sich in mir der Friedensaktivist auf. ;)
Liebe Landsleute, es wird keinen schnellen Sieg geben. Das ist eine Illusion.

Hier hegt niemand solche Illusionen. Es wird nicht nur keinen schnellen Sieg geben, sondern gar keinen.
Es ist allerdings nahezu wurscht, was die Europäer (oder auch die Kanadier, Japaner, Mexikaner, etc.) tun. Solange es nicht die Unterwerfung unter Trumps Diktat ist, ist Trumps "Sieg" nicht ausreichend. Und das ist anscheinend das Einzige, was für diesen Herrn zählt.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 11. Jun 2018, 19:55

sünnerklaas hat geschrieben:(11 Jun 2018, 20:52)

Ich würde es anders formulieren: aus Wut alles kaputt hauen. Irgendwer anderes muss danach ja den entstandenen Schaden wieder reparieren.

Wir können mit hauen und den Reparaturbetrieb stellen wir auch selbst.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Zinnamon » Mo 11. Jun 2018, 19:59

DarkLightbringer hat geschrieben:(11 Jun 2018, 19:45)

Nun, das ist ja immerhin ein gewisses Resultat: Ein Preis wird zu entrichten sein und einen Sieger wird es nicht geben.


In beiden Fällen, soviel Zeit muss sein. Manchmal gilt es eben nicht, sich zwischen der guten und der schlechten Alternative zu entscheiden, sondern die ungünstige, der noch ungünstigeren vorzuziehen, und meiner Meinung nach machen die G6 eben einen groben Fehler, wenn die Weichen nicht jetzt gestellt werden und da zu kurzufristig zu denken. Ups ..die Weichen wurden ja gestellt und das -abgesehen von Italien- erfreulich einstimmig. Aber das sind sicher alles Idioten, Handelskriegwoller, die nur nicht merken wie trumpy sie sind. So wie diejenigen, die beim Vertragsbruch dem Iran gegenüber schwerwiegende Bedenken haben eben Terroristengutfinder und die wahren Kriegstreiber sind.

:?
Zuletzt geändert von Zinnamon am Mo 11. Jun 2018, 20:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 11. Jun 2018, 20:01

Troh.Klaus hat geschrieben:(11 Jun 2018, 20:53)

Hier hegt niemand solche Illusionen. Es wird nicht nur keinen schnellen Sieg geben, sondern gar keinen.
Es ist allerdings nahezu wurscht, was die Europäer (oder auch die Kanadier, Japaner, Mexikaner, etc.) tun. Solange es nicht die Unterwerfung unter Trumps Diktat ist, ist Trumps "Sieg" nicht ausreichend. Und das ist anscheinend das Einzige, was für diesen Herrn zählt.

Das ist nicht "wurscht", wir könnten die Vergeltung erhöhen und dann erfolgt wahrscheinlich die Vergeltung der Vergeltung auf unsere Autoindustrie, eine der wesentlichsten Säulen unserer Volkswirtschaft.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Europa2050 » Mo 11. Jun 2018, 20:08

DarkLightbringer hat geschrieben:(11 Jun 2018, 21:01)

Das ist nicht "wurscht", wir könnten die Vergeltung erhöhen und dann erfolgt wahrscheinlich die Vergeltung der Vergeltung auf unsere Autoindustrie, eine der wesentlichsten Säulen unserer Volkswirtschaft.


Die deutsche Autoindustrie hat Trump doch eh schon auf dem Kieker, dafür bekommt er in Detroit Fleissbildchen und Wählerstimmen.
Ob sich die G6 vorher gegen andere Angriffe gewehrt hat oder nicht, spielt höchstens argumentativ eine Rolle.

Und nochmal: ja, das gibt diesseits und jenseits des Atlantiks rote Nasen.
Nationalismus lehrt Dich,
stolz auf Dinge zu sein, die Du nie getan hast und
Leute zu hassen, denen Du nie begegnet bist.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon sünnerklaas » Mo 11. Jun 2018, 20:17

DarkLightbringer hat geschrieben:(11 Jun 2018, 20:55)

Wir können mit hauen und den Reparaturbetrieb stellen wir auch selbst.


Ich sitze gerade beruflich an einem großen Projekt. Und da geht es am Rande auch um administrative Entscheidungen, die in der direkten Nachkriegszeiten in der britischen Besatzungszone getroffen wurden. Taucht man tiefer in die Materie ein, gerade in die Zeit zwischen Mai 1945 und Dezember 1947 stellt man erstaunliches fest: Hitlers Nero-Befehl ist in entscheidenden Punkten strategisch komplett aufgegangen. Am Ende mussten die Sieger nicht nur fast alles zahlen, sie waren auch gezwungen mit NS-Altkadern weiter zu arbeiten. Man trifft auf einen militärischen Sieger, der teilweise NICHTS, aber auch gar nichts im Griff hatte. Trotzdem: die Briten waren durchaus lernfähig.
Genau in der Zeit liegen die Rezepte für künftige Probleme.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 11. Jun 2018, 20:22

Zinnamon hat geschrieben:(11 Jun 2018, 20:59)

In beiden Fällen, soviel Zeit muss sein. Manchmal gilt es eben nicht, sich zwischen der guten und der schlechten Alternative zu entscheiden, sondern die ungünstige, der noch ungünstigeren vorzuziehen, und meiner Meinung nach machen die G6 eben einen groben Fehler, wenn die Weichen nicht jetzt gestellt werden und da zu kurzufristig zu denken. Ups ..die Weichen wurden ja gestellt und das -abgesehen von Italien- erfreulich einstimmig. Aber das sind sicher alles Idioten, Handelskriegwoller, die nur nicht merken wie trumpy sie sind. So wie diejenigen, die beim Vertragsbruch dem Iran gegenüber schwerwiegende Bedenken haben eben Terroristengutfinder und die wahren Kriegstreiber sind.
:?

So ist die These: Sind wir nicht alle ein bißchen trumpy ?

Man hätte sich schon einigen können, just im Paket von Handel, Verteidigung und Nahost-Plan. Man geht aber lieber von einer idealen Welt aus und setzt auf Dinge, die nicht funktionieren.

Nichts von dem, was die Europäer voraussagten, ist bisher eingetroffen. Im Gegenteil, Trump hat Dinge in Bewegung gebracht, die sie für unverrückbar und einbetoniert hielten. Was konnte man nicht alles lesen, etwa: „Wer Handelskriege anzettelt, der verliert.“ Trump scheint den Handelskonflikt mit China nahezu gewonnen zu haben – und das durchaus auch im Sinne Europas. Jedenfalls bewegt sich Peking in einer Geschwindigkeit auf die USA zu, die kein Beobachter je für möglich gehalten hätte. „Trump wird die Welt in einen Atomkrieg mit Nordkorea stürzen“, hieß es. Nun ist ein Gipfeltreffen mit Nordkoreas Diktator Kim für Mitte Juni vorgesehen. Es birgt zumindest die Chance in sich, die Krise zu entschärfen. Mit Blick auf die Verlegung der amerikanischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem warnte jeder europäische Außenminister vor einem Flächenbrand. Er blieb aus. Aus welchem Grund auch immer.

Und was die Kündigung des Atomabkommens mit dem Iran angeht, so ist nicht ausgemacht, ob sie zu der Katastrophe führt, die Europas Atomschlotterer an die Wand malen.
https://www.welt.de/print/die_welt/arti ... ewegt.html
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 11. Jun 2018, 20:23

Troh.Klaus hat geschrieben:(11 Jun 2018, 20:53)

Hier hegt niemand solche Illusionen. Es wird nicht nur keinen schnellen Sieg geben, sondern gar keinen.
Es ist allerdings nahezu wurscht, was die Europäer (oder auch die Kanadier, Japaner, Mexikaner, etc.) tun. Solange es nicht die Unterwerfung unter Trumps Diktat ist, ist Trumps "Sieg" nicht ausreichend. Und das ist anscheinend das Einzige, was für diesen Herrn zählt.

Darum geht es. Um bedingungslose Unterwerfung.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon sünnerklaas » Mo 11. Jun 2018, 20:25

Europa2050 hat geschrieben:(11 Jun 2018, 21:08)

Die deutsche Autoindustrie hat Trump doch eh schon auf dem Kieker, dafür bekommt er in Detroit Fleissbildchen und Wählerstimmen.
Ob sich die G6 vorher gegen andere Angriffe gewehrt hat oder nicht, spielt höchstens argumentativ eine Rolle.

Und nochmal: ja, das gibt diesseits und jenseits des Atlantiks rote Nasen.


Wobei das ein Kampf gegen Schatten ist, den Trump da führt. Die europäische und fernöstliche Automobilindustrie hat in den USA inzwischen längst ihre Produktionsstandorte. Chrysler gehört zu Fiat. Und bei der Ober- und Luxusklasse gibt es Kalkulationsspielräume beim Endpreis. Oberklassenfahrzeuge für den US-Markt können so kalkuliert werden, dass der Verkaufspreis trotz hoher Strafzölle vollkommen unbeeinflusst bleibt.

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