Handelskrieg

Moderator: Moderatoren Forum 1

Benutzeravatar
unity in diversity
Beiträge: 6459
Registriert: So 21. Dez 2014, 09:18
Benutzertitel: Nachtfalter
Wohnort: Falena

Re: Handelskrieg

Beitragvon unity in diversity » So 25. Mär 2018, 07:41

DarkLightbringer hat geschrieben:(25 Mar 2018, 08:37)

Laut Macron geht das nur gemeinschaftlich, weil ein vereinzeltes Land wie Großbritannien von den Chinesen einfach an die Wand gedrückt werde.
Auch in Frankreich seien schon Fabriken geschlossen worden, die Arbeitnehmer hätten für den Freihandel Opfer gebracht, die Opfer für Dumping seien aber nicht mehr zumutbar - so ungefähr führte es Macron in einem Interview vor seiner Wahl aus.

Nur zusammen hat Europa eine Chance, aber Macrons nationalistische Ausrede ist unzumutbar.
"Innovationen für Europa", hätte er sagen sollen.
Dazu muß man in Bildung und Infrastruktur investieren, dann kommen die Unternehmen, von der unsichtbaren Hand geführt, von allein.
Für jedes Problem gibt es zwei Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 32328
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » So 25. Mär 2018, 08:00

unity in diversity hat geschrieben:(25 Mar 2018, 08:41)

Nur zusammen hat Europa eine Chance, aber Macrons nationalistische Ausrede ist unzumutbar.
"Innovationen für Europa", hätte er sagen sollen.
Dazu muß man in Bildung und Infrastruktur investieren, dann kommen die Unternehmen, von der unsichtbaren Hand geführt, von allein.

Das ist keine Ausrede, sondern ein bekanntes Problem.
Europas Stahlkocher sehen ihre Branche in Gefahr. Tausende Stahlmitarbeiter protestieren in Brüssel gegen Dumping-Produkte aus China. Peking wiegelt ab und beteuert, seine Überkapazitäten abzubauen.
http://www.dw.com/de/europas-stahlbranc ... a-19049373

So sind etwa im britischen Tata-Stahlwerk tausende Jobs gestrichen worden.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
unity in diversity
Beiträge: 6459
Registriert: So 21. Dez 2014, 09:18
Benutzertitel: Nachtfalter
Wohnort: Falena

Re: Handelskrieg

Beitragvon unity in diversity » So 25. Mär 2018, 08:03

Die Stahlinvasoren...
Mit welchen Produkten kann Europa den Handelsbilanzausgleich herbeiführen, wenn Stahl so schön billig ist?
Vielleicht muß man Freigesetzte umschulen?
Für jedes Problem gibt es zwei Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 32328
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » So 25. Mär 2018, 08:09

Nehmen wir als anderes Beispiel die Textilindustrie - in Indien wird nicht selten noch Kinderarbeit praktiziert, unter völlig inhumanen Bedingungen. Diese so gefertigten Textilien sind aber äußerst preisgünstig und können global vertrieben werden.
Ist das fairer Freihandel? Natürlich nicht.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
unity in diversity
Beiträge: 6459
Registriert: So 21. Dez 2014, 09:18
Benutzertitel: Nachtfalter
Wohnort: Falena

Re: Handelskrieg

Beitragvon unity in diversity » So 25. Mär 2018, 08:11

DarkLightbringer hat geschrieben:(25 Mar 2018, 09:09)

Nehmen wir als anderes Beispiel die Textilindustrie - in Indien wird nicht selten noch Kinderarbeit praktiziert, unter völlig inhumanen Bedingungen. Diese so gefertigten Textilien sind aber äußerst preisgünstig und können global vertrieben werden.
Ist das fairer Freihandel? Natürlich nicht.

Schutzzölle und Embargos sind in dieser Angelegenheit richtig.
Bestimmte Unternehmen, wie zum Beispiel KiK, Hennes & Mauritz und Primark, sollte man aus dem Handelsregister streichen.
Das wird das Merkelsystem aber nicht wollen, sonst müßten die Prekären nackt herumlaufen.
Für jedes Problem gibt es zwei Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 6719
Registriert: Di 25. Apr 2017, 08:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Handelskrieg

Beitragvon Senexx » So 25. Mär 2018, 09:29

DarkLightbringer hat geschrieben:(25 Mar 2018, 09:09)

Nehmen wir als anderes Beispiel die Textilindustrie - in Indien wird nicht selten noch Kinderarbeit praktiziert, unter völlig inhumanen Bedingungen. Diese so gefertigten Textilien sind aber äußerst preisgünstig und können global vertrieben werden.
Ist das fairer Freihandel? Natürlich nicht.

Sie wollen also den Ärmsten der Armen auch noch das Einkommen der Kinder wegnehmen.
Benutzeravatar
Rote_Galaxie
Beiträge: 7126
Registriert: Mi 28. Nov 2012, 18:26

Re: Handelskrieg

Beitragvon Rote_Galaxie » Mo 26. Mär 2018, 18:16

Senexx hat geschrieben:(25 Mar 2018, 10:29)

Sie wollen also den Ärmsten der Armen auch noch das Einkommen der Kinder wegnehmen.


Quatsch er will faire Handelsbedingungen.
Und wer kontrolliert die Kontrolle?
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 32328
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 26. Mär 2018, 18:48

Senexx hat geschrieben:(25 Mar 2018, 10:29)

Sie wollen also den Ärmsten der Armen auch noch das Einkommen der Kinder wegnehmen.

Theoretisch ist Kinderarbeit auch in Indien verboten und in Brasilien gehen sogar Polizei-Einheiten gegen "Sklavenarbeit" vor.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
Skull
Vorstand
Beiträge: 18742
Registriert: Do 12. Apr 2012, 21:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Handelskrieg

Beitragvon Skull » Mo 26. Mär 2018, 18:51

Rote_Galaxie hat geschrieben:(26 Mar 2018, 19:16)

Quatsch er will faire Handelsbedingungen.

Wenn "er" der Herr Trump sein soll...DER will keine fairen Handelsbedingungen.

DER ... will Amerika ... first. Egal zu welchen Lasten das gehen wird.


Oder worum geht es in diesem Thread ? :?:

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
Benutzeravatar
Alter Stubentiger
Beiträge: 3580
Registriert: Fr 6. Jan 2012, 08:20
Benutzertitel: Sozialdemokrat

Re: Handelskrieg

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 26. Mär 2018, 19:11

DarkLightbringer hat geschrieben:(25 Mar 2018, 09:00)

Das ist keine Ausrede, sondern ein bekanntes Problem.
http://www.dw.com/de/europas-stahlbranc ... a-19049373

So sind etwa im britischen Tata-Stahlwerk tausende Jobs gestrichen worden.


Da ist einfach ein Strukturwandel der so oder so kommen muß. Stahl wird immer unbedeutender. Nur Spezialstahlproduktion hat eine Zukunft in Europa.
Amerikas Problem ist daß man den notwendigen Strukturwandel nicht angehen will. Man hat bisher tatenlos zugesehen wie die veraltete Stahlsparte zusammenbricht und nichts getan um den Abeitern Alternativen zu bieten. Also Kahlschlag statt Strukturwandel. Und jetzt versucht Trump die restlichen maroden Stahlwerke durch Protektionismus zu retten. Würde mich sehr wundern wenn dies funktioniert. Die Amis sollten lieber anfangen auch die Arbeiterschaft vernünftig auszubilden um hochwertigere Produkte herstellen zu können. So wie es jetzt ist treten angelernte Arbeitskräfte in Amerika gegen einer gut ausgebildeten Arbeitnehmerschaft in Deutschland entgegen. Da kann Amerika nur verlieren. Amerika gewinnt nur da wo sich die gut Ausgebildeten sammeln. So wie in silicon valley, bei Boeing oder in der Rüstungsindustrie. Das sind aber nur Leuchttürme. Im restlichen Amerika sieht es duster aus. Und ohne die Möglichkeit gute Vorprodukte zu einem guten Preis aus dem Ausland zu beziehen wird es noch dusterer für die US-Wirtschaft. Trump ruiniert mit seinen Zöllen Amerika so wie er in alten Zeiten Atlantic-City ruiniert hat.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
Benutzeravatar
Rote_Galaxie
Beiträge: 7126
Registriert: Mi 28. Nov 2012, 18:26

Re: Handelskrieg

Beitragvon Rote_Galaxie » Di 27. Mär 2018, 15:39

Skull hat geschrieben:(26 Mar 2018, 19:51)

Wenn "er" der Herr Trump sein soll...DER will keine fairen Handelsbedingungen.

DER ... will Amerika ... first. Egal zu welchen Lasten das gehen wird.


Oder worum geht es in diesem Thread ? :?:

mfg


Was Trump will ist klar. Es geht um die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation zwischen Europa und China sowie Russland.
Und wer kontrolliert die Kontrolle?
Benutzeravatar
Skull
Vorstand
Beiträge: 18742
Registriert: Do 12. Apr 2012, 21:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Handelskrieg

Beitragvon Skull » Di 27. Mär 2018, 16:22

Rote_Galaxie hat geschrieben:(27 Mar 2018, 16:39)

Was Trump will ist klar.

Es geht um die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation zwischen Europa und China sowie Russland.

Und Du meinst, eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation erreicht man mit ... Konfrontation ? :D


Gerade DU schreibst doch immer ... gerne ... von Kooperation... :p

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
Benutzeravatar
Rote_Galaxie
Beiträge: 7126
Registriert: Mi 28. Nov 2012, 18:26

Re: Handelskrieg

Beitragvon Rote_Galaxie » Di 27. Mär 2018, 16:27

Skull hat geschrieben:(27 Mar 2018, 17:22)

Und Du meinst, eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation erreicht man mit ... Konfrontation ? :D


Gerade DU schreibst doch immer ... gerne ... von Kooperation... :p

mfg


ich wäre als erstes für eine Deeskalation. Der Trump soll sich mal fragen was er da treibt.
Und wer kontrolliert die Kontrolle?
Benutzeravatar
Skull
Vorstand
Beiträge: 18742
Registriert: Do 12. Apr 2012, 21:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Handelskrieg

Beitragvon Skull » Di 27. Mär 2018, 16:28

Rote_Galaxie hat geschrieben:(27 Mar 2018, 17:27)

ich wäre als erstes für eine Deeskalation. Der Trump soll sich mal fragen was er da treibt.

Endlich mal etwas, wo auch wir zwei übereinstimmen. :) :thumbup:

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 53259
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Di 27. Mär 2018, 17:05

Trump wird sich nur fragen, zu welchen Zugeständnissen er die anderen bewegen kann, wenn er auf seine angedrohten Maßnahmen verzichtet. Er sieht sich halt als "Dealmaker", der andere über den Tisch zieht. Die Verluste werden ja andere tragen, nicht er.
Benutzeravatar
Rote_Galaxie
Beiträge: 7126
Registriert: Mi 28. Nov 2012, 18:26

Re: Handelskrieg

Beitragvon Rote_Galaxie » Di 27. Mär 2018, 17:28

Skull hat geschrieben:(27 Mar 2018, 17:28)

Endlich mal etwas, wo auch wir zwei übereinstimmen. :) :thumbup:

mfg


Kaum zu glauben. :D

Das beste wäre doch eine Weltgesellschaft mit einem einheitlichen Wirtschaftssystem.
Und wer kontrolliert die Kontrolle?
Benutzeravatar
Enas Yorl
Beiträge: 322
Registriert: Fr 7. Feb 2014, 18:52
Wohnort: Stanley, Hong Kong

Re: Handelskrieg

Beitragvon Enas Yorl » Di 27. Mär 2018, 18:52

zollagent hat geschrieben:(27 Mar 2018, 18:05)Trump wird sich nur fragen, zu welchen Zugeständnissen er die anderen bewegen kann, wenn er auf seine angedrohten Maßnahmen verzichtet. Er sieht sich halt als "Dealmaker", der andere über den Tisch zieht. Die Verluste werden ja andere tragen, nicht er.

Der Ruhm seiner Deals wird nicht lange anhalten. Denn das US-Außenhandelsdefizit ist nicht unfairen Handelsschranken gegen die USA geschuldet, wie er so gerne erzählt. Sondern der Schwäche einiger US-Industrien wettbewerbsfähige Produkte anzubieten, die auch außerhalb Nordamerikas attraktiv sind. Ein schönes Beispiel dafür ist sein neuer Deal mit Südkorea.
Im Gegenzug öffnet Südkorea seinen Automarkt für amerikanische Autos weiter. Jeder amerikanische Autobauer darf künftig 50.000 Autos im Jahr nach Südkorea exportieren, die nur den amerikanischen und nicht den koreanischen Sicherheitsvorschriften genügen. Das ist doppelt soviel wie zuvor. Das ist ein Pyrrhus-Sieg. Denn schon jetzt schafft es keiner der amerikanischen Autobauer, die 25.000-Auto-Grenze zu erreichen. Ford Motor und General Motors exportieren im Jahr weniger als 10.000 Autos nach Südkorea.

Der Deal läuft vollkommen ins Leere, den die Konzeption der US-Cars geht vollkommen an der koreanischen Nachfrage vorbei. Im Vergleich dazu, verkaufen sich BMWs und Mercedes-Benz in Südkorea sehr gut, und dabei halten diese sogar die koreanischen Sicherheitsvorschriften ein.
And it's been completely "demagnetised" by Stephen Hawking himself!
Benutzeravatar
Eulenwoelfchen
Beiträge: 379
Registriert: Do 8. Feb 2018, 23:16

Re: Handelskrieg

Beitragvon Eulenwoelfchen » Di 27. Mär 2018, 23:44

Naja, ein wenig Protektionismus ist nicht immer schlecht. Kamerun hat z.B. gegen die EU ein Importverbot für Hühnerteile erlassen.
Seit diesem Schutz der einheimischen Hühnchen gegen die verrotteten EU-Abfallteile geht es wieder aufwärts mit den dortigen
Hühnerzüchtern/-innen. Blöd nur, dass das Land aktuell ein Handelsabkommen mit den "achso fairen" EU-Ausbeutokraten verhandelt.
Kommt das zustande, kann Kamerun diese einseitige, bitter notwenige Schutzmaßnahme nicht mehr aufrecht erhalten oder künftig
bei Bedarf verhängen.

Achja, diese EU, das sind wir, nicht Trump…

Die Japaner juckt es, das nebenbei, nicht die Bohne, dass sie nicht von den Importzöllen für Stahl usw. ausgenommen wurden.
Sie meinen, damit schießt "The America first-Schlaumeier" voll ins Knie der eigenen Blechkutschenunternehmerei. Und Japan werde
weiter die Nachfrage nach guten und höherwertigen Automobilen in den United States of Love befriedigen können und wollen, egal
wie dick er die Fußspitzen seiner Schienbeintreter mit Stahlkappen auspolstert.

Irgendjemandem in seinem Regierungsapparat wird es vielleicht doch noch gelingen, ihm diesen Stuß vom Diebstahl des geistigen Eigentums
auszureden, mit dem "der Chinese" ausgerechnet den "armen Cowboy" so ausbremst(e).

Früher, als die Japaner noch industrielles Entwicklungsland waren, wurden sie in allen Fabriken diesseits und jenseits des Atlantiks sogar
eingeladen, alles möglichst genau zu fotografieren.

Und was China angeht, wusste jeder (gierige) US-Konzern (dto. jene in der Euro-Raffzone), auf was er sich einlässt, wenn er neben Offenlegung von Technologiegeheimnissen
auch (bisher) in gemeinsamen Unternehmen bestehende 50+1 Regeln zugunsten der Chinesen akzeptierte. Die Geschäfte waren eben zu lukrativ, um
da nein zu sagen.

Dass die Amis gerade in China nicht gerade die Autorevolution einläuten werden mit ihrer Vorstellung von individueller Fortbewegung,
kann man fast als sicher annehmen. *g*
Franzmannanwärter
Beiträge: 7
Registriert: Di 27. Mär 2018, 13:42

Re: Handelskrieg

Beitragvon Franzmannanwärter » Mi 28. Mär 2018, 09:25

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(28 Mar 2018, 00:44)

Naja, ein wenig Protektionismus ist nicht immer schlecht. Kamerun hat z.B. gegen die EU ein Importverbot für Hühnerteile erlassen.
Seit diesem Schutz der einheimischen Hühnchen gegen die verrotteten EU-Abfallteile geht es wieder aufwärts mit den dortigen
Hühnerzüchtern/-innen. Blöd nur, dass das Land aktuell ein Handelsabkommen mit den "achso fairen" EU-Ausbeutokraten verhandelt.
Kommt das zustande, kann Kamerun diese einseitige, bitter notwenige Schutzmaßnahme nicht mehr aufrecht erhalten oder künftig
bei Bedarf verhängen.

Achja, diese EU, das sind wir, nicht Trump…


Und was China angeht, wusste jeder (gierige) US-Konzern (dto. jene in der Euro-Raffzone), auf was er sich einlässt, wenn er neben Offenlegung von Technologiegeheimnissen
auch (bisher) in gemeinsamen Unternehmen bestehende 50+1 Regeln zugunsten der Chinesen akzeptierte. Die Geschäfte waren eben zu lukrativ, um
da nein zu sagen.

Dass die Amis gerade in China nicht gerade die Autorevolution einläuten werden mit ihrer Vorstellung von individueller Fortbewegung,
kann man fast als sicher annehmen. *g*


Würden sie mir den Gefallen erweisen zu erläutern ob sie mit "EU-Ausbeutokraten" die jeweiligen Landesregierungen meinen oder die Abgeordneden in Brüssel, bzw. die EU als supranationale Organisation?
Da Handelsabkommen und dergleichen (falls ich mich nicht täusche) nicht mehr innerhalb des Kompetenzbereich der nationalen Regierungen liegen kann man davon ausgehen dass sie sich auf die EU als politische/wirtschaftliche Gesamtinstanz beziehen.

Was nun ihren Kommentar angeht: Zwar kann Protektionismus kurzfristig (oder bezüglich strategischer Sektoren) durchaus gerechtfertigt sein, zB. während der Enstehungs/Reifephase eines wirtschaftlichen Zweiges, allerdings sollte man nicht außer Acht lassen dass viele leistungsstarke Volkswirtschaften nur durch die Öffnung zum Weltmarkt zustande gekommen sind.
Niemand bestreitet dass die Arbeitsverhältnisse zB. in China sehr hart sind, dass ändert aber auch nichts an der Tatsache dass die materiellen Verhältnisse des Durchschnitschinesen (oder Koreaner,Inder,usw) sich innerhalb der letzten Jahrzente stark verbessert haben.Ähnlich verhält es sich auch mit den Angehörigen der bescheidenen Bevölkerungsschichten in Deutschland, wenn sie die reale Kaufkraft der heutigen Erwerbstätigen mit der Kaufkraft zu Beginn des 20.Jhr vergleichen wird ihnen sicher auffallen das sich die Lage stark verbessert hat.
(Obwohl heute die Wohlstandsverteilung zwischen Armen und Reichen innerhalb der Industrieländer wieder zunimmt (unter anderem auch als Teilerbe der Reagan/Thatcher Jahre), sollte man nicht außer Acht lassen dass die Absolute Armut weiter rückläufig ist.)

Nun ist Kritik an der globalisierten Marktwirtschaft und Freihandelsabkommen kein Verbrechen, aber ich denke dass manche Kritiker des Liberalismus die Sachlage zu sehr vereinfachen, was nicht gerade dazu beiträgt eine so notwendige Diskussion objektiv zu führen.

Quellen: "Das Kapital im 21. Jahrhundert"
"http://www.worldbank.org/en/topic/poverty/overview "
Benutzeravatar
Eulenwoelfchen
Beiträge: 379
Registriert: Do 8. Feb 2018, 23:16

Re: Handelskrieg

Beitragvon Eulenwoelfchen » Mi 28. Mär 2018, 14:15

Franzmannanwärter hat geschrieben:(28 Mar 2018, 10:25)
Zwar kann Protektionismus kurzfristig (oder bezüglich strategischer Sektoren) durchaus gerechtfertigt sein, zB. während der Enstehungs/Reifephase eines wirtschaftlichen Zweiges, allerdings sollte man nicht außer Acht lassen dass viele leistungsstarke Volkswirtschaften nur durch die Öffnung zum Weltmarkt zustande gekommen sind.


Zur Ihrer Eingangsfrage. Natürlich ist die EU als übergeordneter und allein zuständiger Handelspartner gemeint, und nicht einzelne Staaten.
Wie Ihnen ja geläufig sein dürfte, basieren ja Zoll- und Handelsabkommen der EU mit anderen Ländern auf dieser übergeordneten Zuständigkeit und Gültigkeit.

Was Ihre Erläuterungen bzw. Ihr Plädoyer eines freien und ungehemmten Welthandels angeht: Innerhalb gewisser Regularien und Vertragswerke ist eine
offene und möglichst barrierelose Handels"landschaft" wünschenswert und sicherlich vorteilhaft. Wie ja gerade die EU innerhalb ihres Wirtschaftsraumes
selbst zeigt und beweist. (Zollfreiheit, offene Grenzen, berufliche und geschäftliche Niederlassungsfreiheit, usw.).

Bezüglich des Aussenverhältnisses der EU zu anderen Ländern und Regionen und Protektionismus:

Auch die EU frönt dem Schutz bzw. der Bevorteilung eigener Wirtschaftszweige, wie zum Beispiel der Landwirtschaft,
die mit bis zu 60 Mrd. Euro an Agrarsubventionen nicht gerade handelspolitische "Waffengleichheit" herstellt.
Siehe auch die Subventionierung von Zucker(rüben), mit denen die EU andere, vornehmlich ärmere zuckerproduzierende Regionen
der Erde wie z.B. Kuba und andere voll in die Protektionismuspfanne haut.

Von wegen nach einer gewissen Reifephase gäbe es keine Protektion mehr bzw. sei diese nicht mehr wünschenswert.

Natürlich ist die EU nicht der alleinige Belzebub, der bezüglich offener und freier Welthandelsbedingungen "Fünfe" durchaus auch
grade sein lässt.

Die Schweiz z.B. subventioniert und schützt ihre einheimische und möglichst nachhaltige Landwirtschaft gezielt und bewusst.
Sie könnte ohne den zollbeschwerten Schutz gar nicht existieren und es würde diese Branche vernichten, wenn man gemäß
offenen Handel die Nahrungsmittel dort produzieren ließe, wo sie am günstigsten und massenhaft billigsten hergestellt werden könnten.
Bei minimalen Löhnen, die man woanders bezahlen müsste.

Es ist nicht alles so einfach und ausgewogener und sinnvoller Schutz einzelner Bereiche macht auch Sinn.

Zum einen, um beispielsweise Länder wie Kamerun zu schützen, gilt fast für gesamt-Afrika u.a., die auch bei ausgereifter
Agrartechnologie kaum gegen einen Produktions- oder Handelskoloß wie der gesamten EU eine Chance haben, wenn
hier nicht gewisse Hürden oder Beschränkungen aufgebaut werden.

Was die USA angeht oder andere Volkswirtschaftsgiganten wie China, Japan, auch D und deren Handelsverhältnisse
untereinander, sieht die Sache etwas anders aus.

Aber irgendwelches Hormonfleisch aus China oder Chlorhühnchen aus USA brauchen wir nicht wirklich. Oder?
Ich könnte auch auf Monsanto, Gensaatgut und Round Up verzichten, aber so wie es momentan aussieht, falls Trump
Monantos Übernahme nicht zu einer Sache der nationalen Sicherheit der USA hoch"sterilisiert", wird sich
Bayer damit weltweit zum Landschafts- und Lebensraumverpester Nr. 1 aufschwingen können. Mit
höchsten EU-Segnungen.

Man sollte insgesamt nicht so tun, als ob es keinen Protektionismus mehr gäbe bzw. dieses Instrument durchaus auch
sinngebend und notwendig war und ist. Der Einzelfall seiner Anwendung und Branche sollte allerdings sachlich
betrachtet werden und nicht à la Trump ausschließlich seiner tumben Machtgeilheit dienen, mit der er seine nicht minder
verstrahlte Wählerklientel bedient…

Und man sollte nicht vergessen, letztlich geht es auch um die politische Macht. Wer die Kohle hat, diktiert eben meist auch,
wo's lang geht.

Zurück zu „1. Wirtschaft“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot], Realist2014 und 1 Gast