Handelskrieg

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JJazzGold
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Re: Handelskrieg

Beitragvon JJazzGold » Di 18. Sep 2018, 19:56

zollagent hat geschrieben:(18 Sep 2018, 20:15)

Eher nicht, denn es gibt ja durchaus Gründe, warum diese Produktionen verlagert wurden. Und da sind die Produktionskosten einer der wesentlichen Faktoren.


Das sehe ich auch so. Vorhin habe ich einen Bericht gesehen, in dem sich amerikanische Bootsbauer darüber beschweren, dass sie pro Boot 500 spezielle Schrauben benötigen, die sie in den USA gar nicht bekommen, sondern aus China beziehen. Sie ahnen jetzt schon, dass ihre Boote zukünftig teurer werden müssen.
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Europa2050
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Europa2050 » Di 18. Sep 2018, 20:12

zollagent hat geschrieben:(18 Sep 2018, 09:41)

So kann die Bevölkerung auch ausgeplündert werden, ohne daß man die Steuern erhöhen oder Steuersenkungen zurücknehmen muß. Denn die weitaus meisten Produkte MÜSSEN importiert werden, da sie im eigenen Land nicht hergestellt werden und so zahlen die Nachfrager und Trumps Kumpels, die Reichen, können weiter auf die Hohe Kante legen. Auch so funktioniert Umverteilung von unten nach oben. Und die Spinner jubeln sogar "der tut was für sein Land". Und bezahlen.


Das klingt logisch, ist es doch eine ausgemachte Methode der Nationalisten, das eigene Volk mit der Begründung auszuplündern, der „Fremde“ müsse bezahlen ...
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Misterfritz » Di 18. Sep 2018, 20:45

JJazzGold hat geschrieben:(18 Sep 2018, 20:56)

Das sehe ich auch so. Vorhin habe ich einen Bericht gesehen, in dem sich amerikanische Bootsbauer darüber beschweren, dass sie pro Boot 500 spezielle Schrauben benötigen, die sie in den USA gar nicht bekommen, sondern aus China beziehen. Sie ahnen jetzt schon, dass ihre Boote zukünftig teurer werden müssen.
Und es werden nicht nur Boote teurer (was eher weniger Menschen treffen wird). Alles, was mit Elektronik zu tun hat, wird teurer, auch so "ureigene" Produkte wie Apple kommen aus China.
Und es gibt Leute, die annehmen, dass es Gewinner geben könnte: In Europa, besonders in Deutschland:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 28710.html
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jorikke
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Re: Handelskrieg

Beitragvon jorikke » Di 18. Sep 2018, 21:05

zollagent hat geschrieben:(18 Sep 2018, 20:14)

Es sind halt nicht nur Papierblumen. Es sind Dinge, die in der alltäglichen Produktion gebraucht werden, wie Schrauben, Muttern, Kugellager, Chips etc. Trump weiß offenbar gar nicht, wie sehr er die US-Wirtschaft mit seinen Zöllen behindert.


Versuch doch zu verstehen. Papierblumen sind doch nur eine Metapher für das andere Klimperkram, wie Schrauben, Muttern, Kugellager usw.
Falls Trumpp dieses Zeug durch Zölle verteuert, kann es in den USA wieder wirtschaftlich hergestellt werden. Jobs, Jobs, Jobs.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Misterfritz » Di 18. Sep 2018, 21:08

jorikke hat geschrieben:(18 Sep 2018, 22:05)

Versuch doch zu verstehen. Papierblumen sind doch nur eine Metapher für das andere Klimperkram, wie Schrauben, Muttern, Kugellager usw.
Falls Trumpp dieses Zeug durch Zölle verteuert, kann es in den USA wieder wirtschaftlich hergestellt werden. Jobs, Jobs, Jobs.
Kann es das?
dazu bedarf es ja nicht nur die Löhne, die gezahlt werden müssen, sondern auch Know how.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon JJazzGold » Di 18. Sep 2018, 21:13

Misterfritz hat geschrieben:(18 Sep 2018, 22:08)

Kann es das?
dazu bedarf es ja nicht nur die Löhne, die gezahlt werden müssen, sondern auch Know how.


China hat gegenüber den USA einen nicht zu unterschätzenen Produktionsvorteil, keine Gewerkschaften. ;)
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Re: Handelskrieg

Beitragvon jorikke » Di 18. Sep 2018, 21:16

Misterfritz hat geschrieben:(18 Sep 2018, 22:08)

Kann es das?
dazu bedarf es ja nicht nur die Löhne, die gezahlt werden müssen, sondern auch Know how.


Es geht doch bei den Importen aus China nicht um hightec. Das ganze Zeug haben die USA doch schon immer produziert, sie konnten auf dem Gebiet nur wegen der günstigeren Preise aus China nicht mehr mithalten.
Wenn Trumpp jetzt hohe Zölle auf das Zeug erhebt, kann es gewinnbringend und problemlos wieder in den USA hergestellt werden.
Was ist daran eigentlich so schwer zu verstehen?
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Misterfritz » Di 18. Sep 2018, 21:20

jorikke hat geschrieben:(18 Sep 2018, 22:16)

Es geht doch bei den Importen aus China nicht um hightec. Das ganze Zeug haben die USA doch schon immer produziert, sie konnten auf dem Gebiet nur wegen der günstigeren Preise aus China nicht mehr mithalten.
Wenn Trumpp jetzt hohe Zölle auf das Zeug erhebt, kann es gewinnbringend und problemlos wieder in den USA hergestellt werden.
Was ist daran eigentlich so schwer zu verstehen?
Ist das wirklich so? Geht das heute so von jetzt auf gleich?
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Cat with a whip » Di 18. Sep 2018, 21:55

Misterfritz hat geschrieben:(18 Sep 2018, 22:20)

Ist das wirklich so? Geht das heute so von jetzt auf gleich?

In diese Produktionsanlagen muß erst investiert werden und dies wird nur gemacht wenn gesichert ist dass die Regierung weiterhin die heimische Wirtschaft schützt.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Mi 19. Sep 2018, 09:54

jorikke hat geschrieben:(18 Sep 2018, 22:05)

Versuch doch zu verstehen. Papierblumen sind doch nur eine Metapher für das andere Klimperkram, wie Schrauben, Muttern, Kugellager usw.
Falls Trumpp dieses Zeug durch Zölle verteuert, kann es in den USA wieder wirtschaftlich hergestellt werden. Jobs, Jobs, Jobs.

Das ist das, was er denkt. Dazu müssen allerdings erst mal wieder die Produktionsanlagen aufgestellt und Personal dafür angeheuert werden. Und dann zeigt es sich in der Regel, daß es denn doch nicht ganz so einfach ist, wie sich des Stammtischpolitikers Hirn das so vorstellt. Zumal es andere Investitionsmöglichkeiten gibt, die mehr Rendite versprechen.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Mi 19. Sep 2018, 09:59

Misterfritz hat geschrieben:(18 Sep 2018, 22:08)

Kann es das?
dazu bedarf es ja nicht nur die Löhne, die gezahlt werden müssen, sondern auch Know how.

Gut, Massenherstellung braucht in der Regel keine hohen Löhne. Nur, ob das in den USA auch so geht wie in China, auch das bedarf erst der Nachweises in der Praxis. Mag ja sein, daß das in den USA auch hergestellt werden könnte, auf einem Preisniveau, das durch Trumps Zölle höher gesetzt wurde. Traumlöhne aber werden auch das nicht unbedingt werden. Und damit auch die Annahme solcher Jobs wohl eher moderat ausfallen.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Mi 19. Sep 2018, 10:01

Misterfritz hat geschrieben:(18 Sep 2018, 22:20)

Ist das wirklich so? Geht das heute so von jetzt auf gleich?

Weder, noch. Kann ja sein, daß es rein technisch geht, wie Jorikke sich das vorstellt. Die notwendigen Investitionen müssen aber erst mal getätigt werden. Und da stehen dann noch andere, womöglich mehr Rendite versprechende, Investitionsmöglichkeiten im Raum.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Cat with a whip » Mi 19. Sep 2018, 11:27

zollagent hat geschrieben:(19 Sep 2018, 10:54)

Das ist das, was er denkt. Dazu müssen allerdings erst mal wieder die Produktionsanlagen aufgestellt und Personal dafür angeheuert werden. Und dann zeigt es sich in der Regel, daß es denn doch nicht ganz so einfach ist, wie sich des Stammtischpolitikers Hirn das so vorstellt. Zumal es andere Investitionsmöglichkeiten gibt, die mehr Rendite versprechen.


Warum soll man auch in etwas investieren, wenn die Redite nur bei geschützen Märkten besteht. Die Zölle sind ja erklärtermaßen nicht dauerhafter Selbstzweck. Sie dienen als zeitlich begrenztes Druckmittel um die chinesische Handespolitik zu brechen, d.h. sich den Markt in China zu öffnen ohne sich zur Preisgabe des Know How verpflichten zu müssen.

Die Zölle rufen zuweilen spezielle Sorgen des Einzelhandels auf den Plan, da passieren in den USA kuriose Dinge wie dass Ausstatter für Heiratsmoden darauf hinweisen, dass in den USA niemand mehr diese Dinge herstellen will. Da gehts nichtmal mehr ums können, das will keiner mehr machen. :D

Beim Stahl erzählt Trump ständig das Gerücht von neu geplanten Steel Mills, was die Stahlgiganten kürzlich zum öffentlichen Dementi bewegte, wenn neue Anlagen geplant seien, würde dies in den eigenen Berichten schon bekannt gegeben werden. Und dort steht nichts dergleichen. Natürlich nicht, denn die bestehenden Kapazitäten sind nichtmal ausgelastet. :D

Derzeit ist ein von den US-Strategen ungewollter Effekt in China zu bemerken: Chinas Unternehmer reagieren auf die Verteuerung ihrer Exportwaren mit Rationalisierung ihrer Produktionsanlagen und der Auslagerung niedrigqualifizierte Arbeiten. Das heißt der Zollstreit kann Chinas Konkurrenzfähigkeit mittelfristig sogar steigern.

Der Konsumentenpreis-Index der USA liegt für alle Waren um 2,7% höher als vor 12 Monaten. Die Inflation zieht gegenüber den Vorjahren doppel so schnell an. In den USA
wächst das Handelsdefizit, vermutlich vorgezogene Käufe um befürchtete Teuerungen wegen der Zölle abzumildern. Die kurzfristige Konsumschub pusht etwas das GDP, ist aber nicht nachhaltig. Das Aussenhandelsdefizit liegt höher als in den letzten Jahren.


An der Heimatfront muss zusätzlich Trumps Top-Ökonom Larry Kudlow vorsätzlich die Bürger über das kommende Fiasko bei den Staatsschulden belügen um das Wählervertrauen bis zu den Zwischenwahlen zusammenzuhalten. :| Die Wirtschaft wird mit kaum dagewesenen Steuersenkungen entlastet um den Handelskrieg abzufedern, damit treibt die Regierung den Staat selbst die nächsten Jahre in den Ruin. Das böse Ende kommt erst nach Trump. Dann müssen wie immer sich die Demokraten auch noch von der verblödeten aufgehetzen konservativen Basis dafür anscheissen lassen weil sie den von den Republikanern geschrotteten Laden reparieren. :D :D :p

“As the economy gears up, more people working, better jobs and careers, those revenues come rolling in and the deficit, which was one of the other criticisms, is coming down,” Kudlow told host Maria Bartiromo. “It’s coming down rapidly. Growth solves a lot of problems.”

https://thinkprogress.org/trump-republi ... 5e4bfb5c6/
https://eu.usatoday.com/story/opinion/2 ... 986236002/
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Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Mi 19. Sep 2018, 11:30

Cat with a whip hat geschrieben:(19 Sep 2018, 12:27)

Warum soll man auch in etwas investieren, wenn die Redite nur bei geschützen Märkten besteht. Die Zölle sind ja erklärtermaßen nicht dauerhafter Selbstzweck. Sie dienen als zeitlich begrenztes Druckmittel um die chinesische Handespolitik zu brechen, d.h. sich den Markt in China zu öffnen ohne sich zur Preisgabe des Know How verpflichten zu müssen.

Die Zölle rufen zuweilen spezielle Sorgen des Einzelhandels auf den Plan, da passieren in den USA kuriose Dinge wie dass Ausstatter für Heiratsmoden darauf hinweisen, dass in den USA niemand mehr diese Dinge herstellen will. Da gehts nichtmal mehr ums können, das will keiner mehr machen. :D

Beim Stahl erzählt Trump ständig das Gerücht von neu geplanten Steel Mills, was die Stahlgiganten kürzlich zum öffentlichen Dementi bewegte, wenn neue Anlagen geplant seien, würde dies in den eigenen Berichten schon bekannt gegeben werden. Und dort steht nichts dergleichen. Natürlich nicht, denn die bestehenden Kapazitäten sind nichtmal ausgelastet. :D

Derzeit ist ein von den US-Strategen ungewollter Effekt in China zu bemerken: Chinas Unternehmer reagieren auf die Verteuerung ihrer Exportwaren mit Rationalisierung ihrer Produktionsanlagen und der Auslagerung niedrigqualifizierte Arbeiten. Das heißt der Zollstreit kann Chinas Konkurrenzfähigkeit mittelfristig sogar steigern.

Der Konsumentenpreis-Index der USA liegt für alle Waren um 2,7% höher als vor 12 Monaten. Die Inflation zieht gegenüber den Vorjahren doppel so schnell an. In den USA
wächst das Handelsdefizit, vermutlich vorgezogene Käufe um befürchtete Teuerungen wegen der Zölle abzumildern. Die kurzfristige Konsumschub pusht etwas das GDP, ist aber nicht nachhaltig. Das Aussenhandelsdefizit liegt höher als in den letzten Jahren.


An der Heimatfront muss zusätzlich Trumps Top-Ökonom Larry Kudlow vorsätzlich die Bürger über das kommende Fiasko bei den Staatsschulden zu belügen um das Wählervertrauen bis zu den Wahlen zusammenzuhalten. :| Die Wirtschaft wird mit kaum dagewesenen Steuersenkungen entlastet um den Handelskrieg abzufedern, damit treibt die Regierung den Staat selbst die nächsten Jahre in den Ruin. Das böse Ende kommt erst nach Trump. Dann müssen wie immer sich die Demokraten auch noch von der verblödeten aufgehetzen konservativen Basis dafür anscheissen lassen weil sie den von den Republikanern geschrotteten Laden reparieren. :D :D :p


https://thinkprogress.org/trump-republi ... 5e4bfb5c6/
https://eu.usatoday.com/story/opinion/2 ... 986236002/

Bei mir rennst du da offene Türen ein. Nur ist der typische Trump-Wähler mit solchen Argumenten nicht zu ködern. Der hat, wenn die Folgen von Trumps Politik offenbar werden, weder was gewußt noch gewollt. Sollten wir doch in Europa und vor allem in Deutschland auch kennen. ;)
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Eiskalt » Mi 19. Sep 2018, 14:39

Cat with a whip hat geschrieben:(19 Sep 2018, 12:27)

Warum soll man auch in etwas investieren, wenn die Redite nur bei geschützen Märkten besteht. Die Zölle sind ja erklärtermaßen nicht dauerhafter Selbstzweck. Sie dienen als zeitlich begrenztes Druckmittel um die chinesische Handespolitik zu brechen, d.h. sich den Markt in China zu öffnen ohne sich zur Preisgabe des Know How verpflichten zu müssen.

Die Zölle rufen zuweilen spezielle Sorgen des Einzelhandels auf den Plan, da passieren in den USA kuriose Dinge wie dass Ausstatter für Heiratsmoden darauf hinweisen, dass in den USA niemand mehr diese Dinge herstellen will. Da gehts nichtmal mehr ums können, das will keiner mehr machen. :D

Beim Stahl erzählt Trump ständig das Gerücht von neu geplanten Steel Mills, was die Stahlgiganten kürzlich zum öffentlichen Dementi bewegte, wenn neue Anlagen geplant seien, würde dies in den eigenen Berichten schon bekannt gegeben werden. Und dort steht nichts dergleichen. Natürlich nicht, denn die bestehenden Kapazitäten sind nichtmal ausgelastet. :D

Derzeit ist ein von den US-Strategen ungewollter Effekt in China zu bemerken: Chinas Unternehmer reagieren auf die Verteuerung ihrer Exportwaren mit Rationalisierung ihrer Produktionsanlagen und der Auslagerung niedrigqualifizierte Arbeiten. Das heißt der Zollstreit kann Chinas Konkurrenzfähigkeit mittelfristig sogar steigern.

Der Konsumentenpreis-Index der USA liegt für alle Waren um 2,7% höher als vor 12 Monaten. Die Inflation zieht gegenüber den Vorjahren doppel so schnell an. In den USA
wächst das Handelsdefizit, vermutlich vorgezogene Käufe um befürchtete Teuerungen wegen der Zölle abzumildern. Die kurzfristige Konsumschub pusht etwas das GDP, ist aber nicht nachhaltig. Das Aussenhandelsdefizit liegt höher als in den letzten Jahren.


An der Heimatfront muss zusätzlich Trumps Top-Ökonom Larry Kudlow vorsätzlich die Bürger über das kommende Fiasko bei den Staatsschulden belügen um das Wählervertrauen bis zu den Zwischenwahlen zusammenzuhalten. :| Die Wirtschaft wird mit kaum dagewesenen Steuersenkungen entlastet um den Handelskrieg abzufedern, damit treibt die Regierung den Staat selbst die nächsten Jahre in den Ruin. Das böse Ende kommt erst nach Trump. Dann müssen wie immer sich die Demokraten auch noch von der verblödeten aufgehetzen konservativen Basis dafür anscheissen lassen weil sie den von den Republikanern geschrotteten Laden reparieren. :D :D :p


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Von einem mehrfachen Bankrotteur erwarte ich auch nichts anderes :)
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Orbiter1 » Mi 19. Sep 2018, 15:13

Eiskalt hat geschrieben:(19 Sep 2018, 15:39)

Von einem mehrfachen Bankrotteur erwarte ich auch nichts anderes :)
Wann musste denn die US-Regierung zuletzt Bankrott anmelden und konnte die Schulden nicht mehr bedienen?
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Eiskalt » Mi 19. Sep 2018, 15:22

Orbiter1 hat geschrieben:(19 Sep 2018, 16:13)

Wann musste denn die US-Regierung zuletzt Bankrott anmelden und konnte die Schulden nicht mehr bedienen?


Ich spreche vom aktuellen Präsidenten.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Enas Yorl » Mi 19. Sep 2018, 15:37

jorikke hat geschrieben:(18 Sep 2018, 22:16)Das ganze Zeug haben die USA doch schon immer produziert, sie konnten auf dem Gebiet nur wegen der günstigeren Preise aus China nicht mehr mithalten. Wenn Trumpp jetzt hohe Zölle auf das Zeug erhebt, kann es gewinnbringend und problemlos wieder in den USA hergestellt werden.


Oder von der neu gegründeten malaysischen Tochterfirma, des ursprünglichen chinesischen Zulieferers. Welche die Produkte aus China neu etikettiert, und dann über den Hafen Tanjung Pelepas in die USA verschifft. ;)
And it's been completely "demagnetised" by Stephen Hawking himself!
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Rote_Galaxie » Mo 24. Sep 2018, 19:00

Die Globalisierung ist ein Wirtschaftskrieg indem jede Nation hineingezogen wird und der Stärkste wird am Ende die Welt einen ob das gut oder schlecht ist wird sich noch herausstellen.
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Re: Handelskrieg

Beitragvon Realist2014 » Mo 24. Sep 2018, 19:03

Rote_Galaxie hat geschrieben:(24 Sep 2018, 20:00)

Die Globalisierung ist ein Wirtschaftskrieg i .




es ist nichts anderes als globale Aufgabenteilung in den Wertschöpfungs-Prozessen.
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden

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