Gemeinwohlökonomie

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Re: Gemeinwohlökonomie

Beitragvon Skull » Mi 21. Mär 2018, 22:10

Gruwe hat geschrieben:(21 Mar 2018, 20:21)

Das war nicht die Antwort auf meine Frage!

Aus welchen Gründen sollte ein Unternehmen so etwas wie seine Reputation wichtig sein?

Doch. :)

Warum sollte der Volksbank xyz die Reputation unwichtig sein ?
Warum sollte das Handwerksunternehmen im Dorf xyz die Reputation unwichtig sein ?
Warum sollte das Molkereiunternehmen xyz die Reputation unwichtig sein ?
Warum sollte der Sparksasse xyz die Reputation unwichtig sein ?

Sie KÖNNTEN ja alle eine GewinnMAXIMIERUNG anstreben. Machen sie aber nicht. :D

Wenn Du diese Fragen nicht selbst beantworten kannst, kann ich Dir auch nicht helfen.

Natürlich kannst Du die Unternehmen aufführen, die Gewinnmaximierng anstreben.
Ich bezweifel aber, dass das die MEHRHEIT sein wird...

mfg
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Re: Gemeinwohlökonomie

Beitragvon Skull » Mi 21. Mär 2018, 22:15

jorikke hat geschrieben:(21 Mar 2018, 20:32)

Man könnte auch recht schlicht sagen, erst Gewinnmaximierung erbringt die finanziellen Ressourcen um die von Skull genannten weiteren Unternehmensziele optimal zu verwirklichen.
Ein Kaufmann. der seine Produkte unter dem erzielbaren Preis verkauft ist nicht der Beste seines Berufsstandes, um das Wort Esel mal konziliant zu umschreiben.

Wenn irgendjemand folgen WILL, sollte er erkannt haben, das die Gewinnerzielung,
die ein jeder haben wird und haben muss, von mir zu Beginn natürlich bejaht wurde.

Wo ich nur vehement widerspreche, das ein jeder ein Gewinnmaximierungziel hat,
noch mehr, das es das alleinige Ziel sein soll.

Und zwischen dem ersten und zweiten Satz ist ein deutlicher Unterschied.

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Re: Gemeinwohlökonomie

Beitragvon Gruwe » Mi 21. Mär 2018, 22:20

Skull hat geschrieben:(21 Mar 2018, 22:10)

Doch. :)

Warum sollte der Volksbank xyz die Reputation unwichtig sein ?
Warum sollte das Handwerksunternehmen im Dorf xyz die Reputation unwichtig sein ?
Warum sollte das Molkereiunternehmen xyz die Reputation unwichtig sein ?
Warum sollte der Sparksasse xyz die Reputation unwichtig sein ?

Sie KÖNNTEN ja alle eine GewinnMAXIMIERUNG anstreben. Machen sie aber nicht. :D

Wenn Du diese Fragen nicht selbst beantworten kannst, kann ich Dir auch nicht helfen.

Natürlich kannst Du die Unternehmen aufführen, die Gewinnmaximierng anstreben.
Ich bezweifel aber, dass das die MEHRHEIT sein wird...

mfg


Naja, warum will ich als Unternehmenseigner eine hohe Reputation meines Unternehmens haben?

Na weil ich davon ausgehe, dass meine potentiellen Kunden Wert darauf legen, bei einem Unternehmen mit entsprechender Reputation einzukaufen bzw. dies Kunden sogar mit einer höheren Zahlungsbereitschaft honorieren und ich mir dadurch - über die Lebensdauer des Unternehmens hinweg - den höchsten Barwert der Gewinne verspreche!

Auch wenn ich als Unternehmer die Präferenz habe, dass ich es möchte (es quasi mein Bedürfnis ist), dass mein Unternehmen eine gute Reputation hat, steht das ja nicht gegen die Gewinnmaximierung. In diesem Fall kommt eben die Präferenz des Unternehmers zum Tragen, für den die Kosten für diese Maßnahmen dann private Kosten sind. Ist doch eine sehr triviale Sache!

Wobei Du ja noch nicht auf die Frage geantwortet hast, nach welchen Maßstäben ein Unternehmer seine Produktionsmenge und seinen Verkaufspreis festlegt, nachdem die Kosten für die Reputationsmaßnahmen ins Unternehmen eingegangen sind!
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Re: Gemeinwohlökonomie

Beitragvon Gruwe » Mi 21. Mär 2018, 22:22

Skull hat geschrieben:(21 Mar 2018, 22:15)

Wenn irgendjemand folgen WILL, sollte er erkannt haben, das die Gewinnerzielung,
die ein jeder haben wird und haben muss, von mir zu Beginn natürlich bejaht wurde.

Wo ich nur vehement widerspreche, das ein jeder ein Gewinnmaximierungziel hat,
noch mehr, das es das alleinige Ziel sein soll.

Und zwischen dem ersten und zweiten Satz ist ein deutlicher Unterschied.

mfg


Nee nee,

du verschmischst Unternehmen und Unternehmer (die rein logisch natürlich nicht unbedingt trennbar sind, ökonomisch allerdings schon).

Ein Unternehmen kann de facto kein Interesse an Sozialprestige oder dergleichen haben, ein Unternehmer selbstverständlich schon!
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Re: Gemeinwohlökonomie

Beitragvon Skull » Do 22. Mär 2018, 00:00

Gruwe hat geschrieben:(21 Mar 2018, 22:20)

...den höchsten Barwert der Gewinne verspreche!

Auch wenn ich als Unternehmer die Präferenz habe, dass ich es möchte (es quasi mein Bedürfnis ist), dass mein Unternehmen eine gute Reputation hat, steht das ja nicht gegen die Gewinnmaximierung. In diesem Fall kommt eben die Präferenz des Unternehmers zum Tragen, für den die Kosten für diese Maßnahmen dann private Kosten sind. Ist doch eine sehr triviale Sache!

Wobei Du ja noch nicht auf die Frage geantwortet hast, nach welchen Maßstäben ein Unternehmer seine Produktionsmenge und seinen Verkaufspreis festlegt, nachdem die Kosten für die Reputationsmaßnahmen ins Unternehmen eingegangen sind!

Was interessiert MICH der 2. Absatz ? Warum sollte ich DIR das beantworten ?
Wirst bestimmt andere finden, die es interessiert.

Ich habe jetzt mehrmals darauf hingewiesen,
das Gewinnmaximierung nicht bei allen oder auch nur der Mehrzahl der Unternehmen die höchste Priorität hat.
NIcht jeder Unternehmer im Dorf, in der Kleinstadt, oder im Stadtteil...will durch Gewinnmaximierung
... seine gesellschaftliche Ächtung...bezahlen.
Nicht jedes Unternehmen bemisst seine Preise nach betriebswirtschaftlichen Vollkostenrechnungen.

Es gibt jede Menge Unternehmen, die arbeitet nach dem Prinzip, Gewinn muss sein,
genug ist aber genug ... und leben und leben lassen. :)

mfg
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Re: Gemeinwohlökonomie

Beitragvon Skull » Do 22. Mär 2018, 00:02

Gruwe hat geschrieben:(21 Mar 2018, 22:22)

Nee nee,

du verschmischst Unternehmen und Unternehmer (die rein logisch natürlich nicht unbedingt trennbar sind, ökonomisch allerdings schon).

Ein Unternehmen kann de facto kein Interesse an Sozialprestige oder dergleichen haben, ein Unternehmer selbstverständlich schon!

Nö.

Vermische ich nicht. Die meisten Unternehmen sind ja nicht mal ... Kapitalgesellschaften.
Geschweige denn AG oder GmbH.

Ist aber jetzt gut.


Hier ... sollte es um Gemeinwohlökonomie ... gehen.

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Re: Gemeinwohlökonomie

Beitragvon Gruwe » Do 22. Mär 2018, 08:38

Skull hat geschrieben:(22 Mar 2018, 00:02)

Nö.

Vermische ich nicht. Die meisten Unternehmen sind ja nicht mal ... Kapitalgesellschaften.
Geschweige denn AG oder GmbH.


Ok, sehe ich wie gesagt komplett anders, insbesondere auch in Hinsicht auf die Tatsache, dass - wie oben angesprochen - natürlich auch der Unternehmer seine Präferenzen besitzt und ggf. für diese bereit ist auf Einkommen zu verzichten! Wobei ich jetzt nicht sehe, was das mit AG oder GmbH zu tun haben soll.

Allerdings:

Ist aber jetzt gut.


stimmt auch dieser Satz, wir kommen hier eh nicht auf einen grünen Zweig und gehen am Thema vorbei!
Wird dann auch zu theoretisch.

Aber:

Hier ... sollte es um Gemeinwohlökonomie ... gehen.


Das schließt sich bei weitem nicht aus!
Aber du sprichst oben eine interessante Sache an, nämlich


... seine gesellschaftliche Ächtung...bezahlen.


Diesen Satz finde ich bedenkswert! Warum sollte es, oder ist es überhaupt gerechtfertigt, dass man Jemanden ächtet, der als selbstständiger eben das Einkommen annimmt, welches ihm der Markt hergibt? Ist also ein selbstständiger Frisör, der unter Annahme der eigenen betriebwirtschaftlichen Gewinnmaximierung, ein Einkommen von 3000€ erzielt, der Ächtung ausgesetzt (woher weiß der Kunde überhaupt, dass der Frisör gewinnmaximierend wirtschaftet oder nicht?), während es für Arbeitnehmer, die in der gleichen Gehaltsregion spielen und dann morgen für höhere Löhne streiken, von vielen Seiten der Gesellschaft Beifall und Motivation gibt?

Gibt es im Gegenzug denn auch Jubel, wenn der Frisör aufgrund seiner ablehnenden Haltung zur Gewinnmaximierung höhere Preise für seine Leistung festlegt, sofern der Kunde dies überhaupt feststellen kann?
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Re: Gemeinwohlökonomie

Beitragvon Skull » Do 22. Mär 2018, 08:48

Gruwe hat geschrieben:(22 Mar 2018, 08:38)

Diesen Satz finde ich bedenkswert! Warum sollte es, oder ist es überhaupt gerechtfertigt, dass man Jemanden ächtet, der als selbstständiger eben das Einkommen annimmt, welches ihm der Markt hergibt? Ist also ein selbstständiger Frisör, der unter Annahme der eigenen betriebwirtschaftlichen Gewinnmaximierung, ein Einkommen von 3000€ erzielt, der Ächtung ausgesetzt

Wir reden immer wieder aneinander vorbei. :D

Ich rede von Gewinnerzielung, Du von Gewinnmaximierung.

Um bei Deinem Beispiel des Friseurs zu bleiben.
Du unterstellst das die 3.000 eine Gewinnmaximierung wären.
Ich unterstelle, er KÖNNTE auch 4.000 oder 5.000 verdienen.
WENN er denn nach Gewinnmaximierung strebt.
Unter Ausbeutung seiner Mitarbeiter oder anderen Maximierungsmöglichkeiten.

Ein gutes Beispiel ist auch die Volkswagen AG. DIeses mal aber in Deinem Sinne.
VW könnte auch entsprechend der Verantwortung an Kunden und erfolgten Betrug
statt 11 auch mit 5 Milliarden Gewinn gut leben. Und sich der Verantwortung nicht entziehen.
Wollen sie aber nicht. Sie streben durchaus eine Gewinnmaximierung an.

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Re: Gemeinwohlökonomie

Beitragvon Gruwe » Do 22. Mär 2018, 09:12

Skull hat geschrieben:(22 Mar 2018, 08:48)

Wir reden immer wieder aneinander vorbei. :D

Ich rede von Gewinnerzielung, Du von Gewinnmaximierung.


Nö, dass jedes Unternehmen nach Gewinnerzielung strebt, ist trivial. Oder siehst du einen Grund als Privatperson ein defizitäres Unternehmen zu betreiben?

Um bei Deinem Beispiel des Friseurs zu bleiben.
Du unterstellst das die 3.000 eine Gewinnmaximierung wären.
Ich unterstelle, er KÖNNTE auch 4.000 oder 5.000 verdienen.
WENN er denn nach Gewinnmaximierung strebt.
Unter Ausbeutung seiner Mitarbeiter oder anderen Maximierungsmöglichkeiten.


Nö, tu ich nicht!
Ich unterstelle, dass der Unternehmer die Marktpreise für seine Angestellten annimmt, ebenso wie die seiner sonstigen Produktionsfaktoren.

Im Übrigen spreche ich NICHT von der Ausübung von Marktmacht oder dergleichen, um Löhne unter den marktüblichen Lohn zu drücken. Ich dachte, das sei durch mein obiges Beispiel des altruistischen Unternehmers, der den Gewinn mit all seinen Angestellten gleich aufteilt, klar geworden!

Ein gutes Beispiel ist auch die Volkswagen AG. DIeses mal aber in Deinem Sinne.
VW könnte auch entsprechend der Verantwortung an Kunden und erfolgten Betrug
statt 11 auch mit 5 Milliarden Gewinn gut leben. Und sich der Verantwortung nicht entziehen.
Wollen sie aber nicht. Sie streben durchaus eine Gewinnmaximierung an.


Sicher!
Ich bezog mich aber die ganze Zeit ganz klar erkenntlich rein auf die Auslegung der Produktion des eigenen Unternehmens auf die Festlegung der eigenen Produktionsmenge und Verkaufspreises. Und nix, was man ganz allgemein dem Thema Marktversagen zuweisen könnte. Insbesondere nicht, was das Thema Betrug betrifft. In dieser
Hinsicht ist es doch denke ich sehr angebracht, das Thema "Gewinnmaximierung" zu differenzieren.

Im Falle des Frisörs dürfte dieser seine Dienstleistung zu ortsüblichen Marktpreisen anbieten. Und dann überlegt er, wie viele Angestellte er einstellt und/oder wie lange er selber arbeitet (ob er vielleicht sogar Mittwochs mittags zuhat, oder samstags). Er wird sicher keinen Angestellten einstellen, wenn er weiß, dass er mit diesem nur Verluste macht oder nichtmal weiß, ob er die Gehaltskosten desjenigen überhaupt wieder reinbekommt.

Wenn der Frisör nun also den marktüblichen Preis für seine Dienstleistung annimmt, gibt es dann wirklich jemanden, den es interessiert, ob dieser damit seinen Gewinn maximiert und ihn in Folge dessen ächtet?
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Re: Gemeinwohlökonomie

Beitragvon Skull » Do 22. Mär 2018, 09:18

Gruwe hat geschrieben:(22 Mar 2018, 09:12)

Wenn der Frisör nun also den marktüblichen Preis für seine Dienstleistung annimmt, gibt es dann wirklich jemanden, den es interessiert, ob dieser damit seinen Gewinn maximiert und ihn in Folge dessen ächtet?

Ich beende es von meiner Seite.

Wir drehen uns nur im Kreis ... und scheinen uns nicht zu verstehen.

Abschliessend ein letztes Beispiel.
Meine Frau und ich betreiben selbst ein kleines Unternehmen.
Natürlich erzielen wir einen Gewinn. Er könnte deutlich höher sein.
Abnehmer unserer Produkte wünschten öfters höhere Preise (da wir selbst den Endpreis bestimmen).
Dementsprechend könnten wir höhere Zwischenpreise nehmen.

Machen wir aber nicht. WIR streben keine Gewinnmaximierung an.
Wir halten die Preise für angemessen und ausreichend.
Auch wenn der Gewinn so niedriger ist, als er sein KÖNNTE.
Ebenso haben wir kein Interesse an einer massiven Ausweitung des Geschäftes.
Auch wenn der Gewinn dann deutlich höher wäre.

mfg
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Re: Gemeinwohlökonomie

Beitragvon Gruwe » Do 22. Mär 2018, 09:37

Skull hat geschrieben:(22 Mar 2018, 09:18)

Ich beende es von meiner Seite.

Wir drehen uns nur im Kreis ... und scheinen uns nicht zu verstehen.

Abschliessend ein letztes Beispiel.
Meine Frau und ich betreiben selbst ein kleines Unternehmen.
Natürlich erzielen wir einen Gewinn. Er könnte deutlich höher sein.
Abnehmer unserer Produkte wünschten öfters höhere Preise (da wir selbst den Endpreis bestimmen).
Dementsprechend könnten wir höhere Zwischenpreise nehmen.

Machen wir aber nicht. WIR streben keine Gewinnmaximierung an.
Wir halten die Preise für angemessen und ausreichend.
Auch wenn der Gewinn so niedriger ist, als er sein KÖNNTE.
Ebenso haben wir kein Interesse an einer massiven Ausweitung des Geschäftes.
Auch wenn der Gewinn dann deutlich höher wäre.

mfg


Richtig!

Und zu welchen Lasten geht das also? Na, zu euren! Ihr bezahlt diese "Einstellung" durch einen geringeres Einkommen aus eurem Unternehmen. Es ist eben EURE Präferenz. Nix anderes versuche ich seit zwei Seiten klar zu machen.


Aber um das nun zum eigentlichen Thema zu lenken, worauf ich also eigentlich hinaus will:

Es geht ja um diese Gemeinwohl-Bilanz. Dort sind viele Faktoren drin berücksichtigt, die der Unternehmer für sich selbst garnicht messen kann. Ok, aus seiner Sicht für sich selbst schon. Aber es sollen ja diese auch aus Sicht der Arbeitnehmer berücksichtigt werden! Ganz im Gegenteil zu deinem angesprochenen Unternehmen. Dort entscheidest du, wie du es führen willst, was du anstrebst und kannst dann für dich intrapersonell ein Maßstab festsetzen, was du für richtig hälst. Das funktioniert bei dieser Gemeinwohl-Bilanz nicht...zumindest wüsste ich nicht, wie man dort zu einem entsprechenden Interessenausgleich kommen sollte.

Wie willst du deine Ansichten zu einem angemessenen Grad an Menschenwürde mit dem deiner Angestellten vergleichen? Wie willst du diesen interpersonellen Vergleich anstellen? Selbiges gilt für andere "Kenngrößen" in dieser Bilanz, bei der die Ansichten mehrerer/vieler mit reinspielt?

Wenn ich die Menschenwürde etwas "besser" gestalte (sofern ich eine Kardinalität überhaupt festlegen kann), wie mache ich das? Es muss ja mit einem negativen Aspekt einhergehen (sonst würde dies ja auch heute schon fabriziert). Wird das etwa dadurch erreicht, indem man "lascher" arbeitet und öfter mal ne Kaffeepause macht? Sprich: Es geht zulasten der Einkommen des Unternehmens und letzten Endes auch der Einkommen der Angestellten? Wie bringt du in Einklang, dass der eine Mitarbeiter ein bisschen weniger "lasch" arbeiten und lieber mehr Einkommen, ein anderer eben es umgekehrt bevorzugt?

Solange du als Unternehmer dies selbst für dich weißt und nur für dich entscheiden musst (wie das ja auch bei deinem Unternehmen offenbar der Fall ist), gibt es da keine Probleme. Sobald es aber um die Präferenzen mehrerer Beteiligter geht, sehe ich da Probleme!
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Re: Gemeinwohlökonomie

Beitragvon Skull » Do 22. Mär 2018, 09:40

Gruwe hat geschrieben:(22 Mar 2018, 09:37)

Es geht ja um diese Gemeinwohl-Bilanz.

Wie willst du deine Ansichten zu einem angemessenen Grad an Menschenwürde mit dem deiner Angestellten vergleichen?
Wie willst du diesen interpersonellen Vergleich anstellen?
Selbiges gilt für andere "Kenngrößen" in dieser Bilanz, bei der die Ansichten mehrerer/vieler mit reinspielt?

Da bringst Du was durcheinander. Ich bin der falsche Ansprechpartner. :D

Ich sehe doch, ebenso wie Du, die Gemeinwohl Betrachtungen und Vorstellungen ziemlich...kritisch.

mfg
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Re: Gemeinwohlökonomie

Beitragvon Gruwe » Do 22. Mär 2018, 09:47

Skull hat geschrieben:(22 Mar 2018, 09:40)

Da bringst Du was durcheinander. Ich bin der falsche Ansprechpartner. :D


Ich weiß, dass Du nicht der Threadstarter oder dergleichen bist!


Ich sehe doch, ebenso wie Du, die Gemeinwohl Betrachtungen und Vorstellungen ziemlich...kritisch.

mfg


Ist dem denn so? Sind die oben genannten, für dich als Unternehme in deinem Unternehmen umgesetzten Vorstellungen, nicht auch so etwas wie das Gemeinwohl betreffende Betrachtungen? Du verzichtest freiwillig auf Einkommen, etwa weil du die von dir gesetzten Preise als ausreichend empfindest, obgleich du meinst, dass du auch höhere Preise setzen könntest. Du erwartest doch da auch einen positiven Effekt, etwa dass andere die Produkte günstiger erhalten. So Überlegungen würd ich als "das Gemeinwohl betreffend" bezeichnen. Du nicht?
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Re: Gemeinwohlökonomie

Beitragvon Skull » Do 22. Mär 2018, 09:51

Gruwe hat geschrieben:(22 Mar 2018, 09:47)

Ist dem denn so? Sind die oben genannten, für dich als Unternehme in deinem Unternehmen umgesetzten Vorstellungen, nicht auch so etwas wie das Gemeinwohl betreffende Betrachtungen? Du verzichtest freiwillig auf Einkommen, etwa weil du die von dir gesetzten Preise als ausreichend empfindest, obgleich du meinst, dass du auch höhere Preise setzen könntest. Du erwartest doch da auch einen positiven Effekt, etwa dass andere die Produkte günstiger erhalten. So Überlegungen würd ich als "das Gemeinwohl betreffend" bezeichnen. Du nicht?

boaahhh....

Es ist doch ein Unterschied,
ob individuelle Unternehmer und individuelle Unternehmen eigene Betrachtungen,
eigene Zielvorstellungen und eigene Maßstäbe für SICH festlegen...

oder

ob man einen Traum von einer staatlich und gesellschaftlichen Gemeinwohl-Wirtschaft
mit gesetzlicher Verpflichtung und festen Vorgaben für (alle) anderen ... wünscht.

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Re: Gemeinwohlökonomie

Beitragvon Gruwe » Do 22. Mär 2018, 09:57

Skull hat geschrieben:(22 Mar 2018, 09:51)

boaahhh....

Es ist doch ein Unterschied,
ob individuelle Unternehmer und individuelle Unternehmen eigene Betrachtungen,
eigene Zielvorstellungen und eigene Masstäbe für SICH festlegen...


Aha! Also sind sämtliche Unternehmer-Entscheidungen völlig losgelöst von irgendwelchen gesellschaftlichen Konventionen und dergleichen? Das widerspricht aber deinen geschriebenen Sätzen zu Themen wie "gesellschaftlicher
Ächtung" und dergleichen!

Was denn jetzt? Dass sich aufgrund dessen zwei Arten von Unternehmer unterscheiden lassen, also diejenigen, die einfach so irgendwelche unternehmerischen Entscheidungen treffen oder aber solche, die Ansichten Dritter einbeziehen (gesellschaftliche Ächtung) steht doch nicht zur Debatte!

Das zweite würde ja dafür sprechen, dass so etwas wie eine GWÖ grundsätzlich möglich ist bzw. eben auch zu teilen schon umgesetzt wird.

Ich glaube mittlerweile, dass du mich a) nicht verstehst oder b) nicht verstehen willst!

Ich denke, wir lassen das jetzt auch lieber...führt eh zu nix! ;)
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Re: Gemeinwohlökonomie

Beitragvon Skull » Do 22. Mär 2018, 10:05

Gruwe hat geschrieben:(22 Mar 2018, 09:57)

Ich denke, wir lassen das jetzt auch lieber...führt eh zu nix! ;)

Zustimmung. :thumbup:

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Re: Gemeinwohlökonomie

Beitragvon franktoast » Fr 23. Mär 2018, 12:20

Skull hat geschrieben:(22 Mar 2018, 09:18)

Ich beende es von meiner Seite.

Wir drehen uns nur im Kreis ... und scheinen uns nicht zu verstehen.

Abschliessend ein letztes Beispiel.
Meine Frau und ich betreiben selbst ein kleines Unternehmen.
Natürlich erzielen wir einen Gewinn. Er könnte deutlich höher sein.
Abnehmer unserer Produkte wünschten öfters höhere Preise (da wir selbst den Endpreis bestimmen).
Dementsprechend könnten wir höhere Zwischenpreise nehmen.

Machen wir aber nicht. WIR streben keine Gewinnmaximierung an.
Wir halten die Preise für angemessen und ausreichend.
Auch wenn der Gewinn so niedriger ist, als er sein KÖNNTE.
Ebenso haben wir kein Interesse an einer massiven Ausweitung des Geschäftes.
Auch wenn der Gewinn dann deutlich höher wäre.

mfg

Frage: Warum erhöht ihr eure Preise dann nicht bzw. expandiert nicht? Offenbar sind eure Produkte besser als bei der Konkurrenz. Ihr könnt ja Leute einstellen, die die Mehrarbeit erledigen?
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Gemeinwohlökonomie

Beitragvon Skull » Fr 23. Mär 2018, 15:11

franktoast hat geschrieben:(23 Mar 2018, 12:20)

Frage: Warum erhöht ihr eure Preise dann nicht bzw. expandiert nicht?

Lebensalter und Lebensqualität. :)

Wenn ich (wir) 20 - 25 Jahre jünger wären, wäre das natürlich eine Option.
Heute eben nicht mehr. Zeit. Freizeit und Selbsbestimmheit sind da heute wichtiger.

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Re: Gemeinwohlökonomie

Beitragvon Rote_Galaxie » Sa 24. Mär 2018, 16:30

Sorgenking hat geschrieben:(19 Mar 2018, 13:13)

So auf ein neues, ich hoffe das ich jetzt die Mindestanforderungen erfüllen kann.
Mich würde interessieren, wie hier im Forum die Gemeinwohlökonomie bewertet wird. ISt sie eine alternative zur aktuellen sozialen MW? Kann man das flächendeckend überhaupt umsetzen? Ist es überhaupt erwünschenswert?

Ich finde dass dies ein sehr interessanter Ansatzpunkt ist.
Fakt ist, dass es vorallem 2 große Probleme an einer MW gibt. Die steigende Ungleichheit & die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen. Ob eine soziale MW die Ungleichheit schon am besten bekämpft ist sicherlich schwierig zu beurteilen. Allerdings bin ich der Meinung, dass eine GWÖ hier noch deutlich mehr erreichen könnte, durch begrenzung der Managergehälter oder einen höheren Mindestlohn. Ob es allerdings funktioniert, wenn jedes Unternehmen nach diesen Prinzipien wirtschaftet ist sicherlich eine empirisch zu beantwortende Frage.
Aktuell wird es ja in der GWÖ so gehandhabt, dass die Unternehmen die ein gutes Ranking erzielen, steuerliche Vergünstigungen erhalten und dementsprechen mehr verkaufen können. Auch hier stellt sich die Frage, wie macht man so eine Berwertung wirklich gerecht und unabhängig von Schmiergeldern?
Geht man weg vom sozialen Aspekt, wird denke ich deutlich,d ass eine Art GWÖ sehr wohl nötig ist. Suffizienz ist einer der wichtigsten Begriffe der Zukunft. Wenn man so weiter macht wie bisher, ist der Planet irgendwann leer. Deshalb muss gerade hier ein Umdenken irgendwann einsetzen und da wäre eine GWÖ einer der interessantesten Ansatzpunkte.
Seine Berechtigung hat die GWÖ aufjedenfall, alleine um Alternativen aufzuzeigen und zum Nachdenken anzuregen, aber ist sie wirklich als Wirtschaftssystem möglich und wünschenswert?

https://www.youtube.com/watch?v=c76ryayERaI&t=1s
https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinwohl-%C3%96konomie
https://www.ecogood.org/de/


Da wir alle auf dem identischen Planeten leben, können die Probleme dieser Welt auch nur gemeinsam gelöst werden.
Und wer kontrolliert die Kontrolle?
Franzmannanwärter
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Re: Gemeinwohlökonomie

Beitragvon Franzmannanwärter » Di 27. Mär 2018, 15:41

"Da wir alle auf dem identischen Planeten leben, können die Probleme dieser Welt auch nur gemeinsam gelöst werden."

Eine angenehme aber teilweise trügerrische Überzeugung,

Zwar können manche Probleme wie etwa die Klimaerwärmung die Menscheit als Gesamtes schädigen, und müssen/sollten daher gemeinsam bekämpft werden, aber es ist trotzdem etwas naiv daraus abzuleiten dass jedes nationale Elend gleich von der Staatengemeinschaft als internationales Problem anerkannt werden sollte.
Seien wir mal realistisch, die meisten Bürger der entwickelten Länder bestreiten zB kaum dass (de facto) Zwangsarbeit innerhalb der globalen Bekleidungsindustrie(China,Indien,usw) weit verbreitet ist, aber dass hält trotzdem nur Wenige davon ab im Discounter Kleidung zu erwerben.
IdR meßen Gesellschaften sowie Individuen den Problemen von Außenstehenden wesentlich weniger Bedeutung zu als den Eigenen, was aus historischer und evolutionspsychologischer Sicht durchaus vernünftig ist, was aber wenn man das "große Ganze" betrachtet natürlich manchmal zu Kollateralschäden führen kann.
(Des weiteren sollte man niemals vergessen das des einen Leid des anderen Freud/Vorteil sein kann, und so kann manche Gesellschaft an der Schwächung ihrer Nachbarn Interesse haben.)

Was nun die Gemeinwohlökonomie betrifft gilt dieser Grundsatz ebenfalls,zwar kann man der GWÖ durchaus den "benefit of the doubt" zusprechen da es noch wenige empirische Studien bezüglich ihrer Effizienz gibt, aber man kann vermuten das eine Gemeinwohl-orientierte Volkswirtschaft weniger ökonomische Leistung erbringt als die "klassische" Produktivitäts-orientierte Form.
Angesichts der Tatsache dass materieller Besitz (und Marktanteile) Macht verleit und daher für das durchsetzen der eigenen Agenda praktisch sind, erscheint mir die Idee einer GWÖ recht utopisch.
Historisch betrachtet gab es haufenweise Zivilisationen/Gruppen die Opfer von profitorientierten Nationen wurden, etwa die Indianerstämme Nordamerikas oder die versklavten Afrikaner.
Als Konsequenz solcher Fakten ist jede Gesellschaft gezwungen zu ihrem eigenen Schutz Mittel zu bereitzustellen um ihre Interessen zu verteidigen, würden alle Nationen gleichzeitig entscheiden auf eine GWÖ umzusteigen wäre diese eventuel eine effiziente Lösung, ansonsten stellt sie meiner Meinung nach ein zu großes Risiko da.
(Von den inneren Spannungen als Folge der GWÖ ganz zu schweigen.)

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