Was ist "gute Wirtschaftspolitik"?

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Re: Was ist "gute Wirtschaftspolitik"?

Beitragvon Skull » Fr 16. Feb 2018, 00:02

Maltrino hat geschrieben:(15 Feb 2018, 23:18)

Wenn du erst HINTERHER siehst welche Partei gute Wirtschaftspolitik macht,
dann heißt das du wählst deine Partei wegen einer Ahnung, einer Vermutung, wegen einem Bauchgefühl?

Ich wähle nicht eine Partei wegen Ihrer zukünftigen WIrtschaftspolitik. ;)
Maltrino hat geschrieben:(15 Feb 2018, 23:43)

ich ziehe schonmal jetzt die Schlussfolgerung aus der Diskussion die ihr beiden jetzt führen werdet:

Komplett falsch. Sowohl Deine Schlussfolgerung aus einer noch gar nicht geführten Diskussion,
...wie auch der Rest Deines Postings.

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Watchful_Eye
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Re: Was ist "gute Wirtschaftspolitik"?

Beitragvon Watchful_Eye » Fr 16. Feb 2018, 01:00

Skull hat geschrieben:(15 Feb 2018, 23:04)
Den obigen Text halte ich ja für nachvollziehbar und widerspricht auch nicht meiner "Denke".

Trotzdem kann ich erst hinterher bewerten, was gut oder schlecht war.
Und dieses auch noch unterschiedlich, je nach individueller Bewertungslage.

Vielleicht magst du mal näher erläutern, was du damit meinst, dass man erst hinterher etwas bewerten kann? Irgendwie muss man ja wirtschaftspolitische Entscheidungen schon vorab begründen können, denn man ja nicht einfach "irgendwas" machen und dann abwarten, was passiert.
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Re: Was ist "gute Wirtschaftspolitik"?

Beitragvon Wähler » Fr 16. Feb 2018, 05:52

Maltrino hat geschrieben:(15 Feb 2018, 22:00)
Ich versuchs nochmal so: Es gibt ja Leute, sogenannte "wirtschaftsliberale", die sagen, dass "gute Wirtschaftspolitik" ist wenn "Mehr Markt und weniger Staat" ist. Die angeblich wirtschaftsliberalen wie die FDP koalieren bekanntlich tendentiell gerne mit der CSU. Andere Leute sagen, dass "gute Wirtschaftspolitik" ist wenn "Der Staat den Markt regelt und aktiv eingreift". Solche Leute sind eher im linken Lager zu finden. Nun wird hier aber gesagt, dass die "Industriepolitik der CSU" eben nicht "Mehr Markt und weniger Staat" ist sondern sich durch einen aktiven Staat auszeichnet der Infrastruktur gebaut hat und bestimmte Industriezweige durch staatliches geld gefördert hat und damit in den Markt eingegriffen hat. Was heißt das nun? Dass die CSU eine "gute Wirtschaftspolitik" macht weil sie keine "wirtschaftsliberale Wirtschaftspolitik" macht? So hört es sich zumindest an.

Die CSU hat eine ordentliche Wirtschaftspolitik gemacht, weil der Wirtschaftsstandort mit vielfältigen und modernen Branchen gut dasteht und seine Bevölkerung überwiegend in Wohlstand lebt. Ein guter Wirtschaftsstandort zeichnet sich auch durch einen funktionierenden Sozialstaat aus, der die leistungsschwachen oder hilfebedürftige Mitbürger auffängt.
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Re: Was ist "gute Wirtschaftspolitik"?

Beitragvon Skull » Fr 16. Feb 2018, 08:30

Watchful_Eye hat geschrieben:(16 Feb 2018, 01:00)

Vielleicht magst du mal näher erläutern, was du damit meinst, dass man erst hinterher etwas bewerten kann?
Irgendwie muss man ja wirtschaftspolitische Entscheidungen schon vorab begründen können,
denn man ja nicht einfach "irgendwas" machen und dann abwarten, was passiert.

Wie willst Du konkrete angekündigte Wirtschaftspolitik vorher umfassend bewerten,
wenn Du weder das Ergebnis, noch die tatsächliche konkrete Umsetzung kennst ?

Begründen, ankündigen, hoffen, erwarten, wünschen ... kann man VORHER alles.
Sehen und deren Auswirkungen kennt man aber erst immer...hinterher.

Das gilt doch für Investitionsprogramme, Strukturhilfen, Steuerpolitik, wie eigentlich alles...
Vorher...IMMER gut gemeint, immer gut begründet, hinter her ... manchmal ohne Ergebnis,
manchmal mit gutem Ergebnis und manchmal sogar ins Gegenteil verkehrt...

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Re: Was ist "gute Wirtschaftspolitik"?

Beitragvon Dampflok94 » Fr 16. Feb 2018, 08:33

Maltrino hat geschrieben:(15 Feb 2018, 12:04)

Netter Versuch hier ein kompliziertes Thema zu beenden aber das kann ich nicht akzeptieren. "Hinterher" erkennt man also was "gute" Wirtschaftspolitik war? Das würde dann bedeuten, dass wir würfeln können wer an die Macht kommt. Jede politische Diskussion wäre überflüssig. Wenn Deutschland dann die Wahl hat ob Altmeier oder Ich Wirtschaftsminister wird, dann kann Deutschland also nicht vernünftig entscheiden, da man sowieso erst "hinterher" sieht wer die bessere Wirtschaftpolitik macht (wahrscheinlich ich...)? Wenn man es "hinterher" erst sieht wer besser ist, dann kann man also würfeln ob Altmeier oder Ich Wirtschftsminister wird, da man es vorher nicht wissen kann? Wenn das so ist dann sollten wir unser Wahlrecht schnell reformieren. Würfeldemokratie...

Skull hatte mich ja zitiert. Und da hast Du was wichtiges vergessen. Ich schrieb nicht nur man wisse hinterher was gute Wirtschaftspolitik sei, ich fügte auch ein "Vielleicht" hinzu. Denn häufig wissen wir gar nicht, welchen Einfluß die Wirtschaftspolitik konkret hatte.
Und natürlich weiß man vorher nicht genau was nun gut oder schlecht ist. Da gibt es nur Einschätzungen. Und genau deswegen gibt es die Demokratie. Du schätzt ggf. ein, daß eine Wirtschaftspolitik der CDU am besten wäre und wählst sie. Ob sie das auch sein wird, kannst Du nicht wissen. Es sei denn, Du verfügst über eine funktionierende Kristallkugel.

Wirtschaftswissenschaften sind keine Naturwissenschaften. Da gibt es nur mehr oder weniger gut begründete Meinungen. Einer meint Steuern rauf und Staatsausgaben steigern sei gut für die Wirtschaft, der andere meint das Gegenteil wäre richtig und ein Dritter meint die momentane Situation sei doch wunderbar. Wer recht hat läßt sich objektiv nicht entscheiden. Parteien haben da unterschiedliche Ansätze. Und Du wählst die, die deine Meinung vertreten. Aber es kann nun mal sein, daß Du und die von dir gewählte Partei falsch liegen. Das magst Du dann Würfeldemokratie nennen. Ich halte das für Unsinn. Niemand kann dir was garantieren.
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Re: Was ist "gute Wirtschaftspolitik"?

Beitragvon Realist2014 » Fr 16. Feb 2018, 10:08

Tom Bombadil hat geschrieben:(15 Feb 2018, 19:28)

Volkswirtschaftslehre ist halt nicht jedermanns Sache.



sind alles THEORIEN

im Gegensatz zu BWL...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Was ist "gute Wirtschaftspolitik"?

Beitragvon Maltrino » Sa 17. Feb 2018, 00:17

Skull hat geschrieben:(16 Feb 2018, 00:02)

...

Komplett falsch. Sowohl Deine Schlussfolgerung aus einer noch gar nicht geführten Diskussion,
...wie auch der Rest Deines Postings.

mfg


Hm, ich habe doch eigentlich nur gesagt, dass man nicht testen kann welche Partei gute Wirtschaftspolitik macht sondern man sich das Parteiprogramm durchlesen muss und dann entscheiden, in der Hoffnung, dass alles so eintritt wie es beschrieben wird. Was daran jetzt falsch oder richtig sein kann.... hm.
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: Was ist "gute Wirtschaftspolitik"?

Beitragvon rain353 » Sa 17. Feb 2018, 00:57

Möglichst, wenn es nicht umbedingt notwendig ist, Subventionen vermeiden, Steuern für Unternehmen und Einkommen (bei guter Wirtschaftslage) senken, um den Wohlstand zu sichern bzw. abzufedern, oder, wenn es schon zu spät ist, um die Rezession zu besiegen.... Am besten dann noch Angestellte bzw. Arbeiter dazu bringen Aktien- bzw. Immobilienbesitzer zu werden(Ludwig Erhards Ziel)

Sry wegen dem langen Satz, wollte alles unterbringen...
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Re: Was ist "gute Wirtschaftspolitik"?

Beitragvon John Galt » Sa 17. Feb 2018, 12:21

Pläne der Großen Koalition - Union warnt vor Kostenexplosion

Allein 2021 würden zudem 15 Milliarden Euro zusätzlich für Entwicklungshilfe fällig, wenn Deutschland sich an seine Verpflichtung halten will, diese Ausgaben auf 0,7 Prozent seines Bruttosozialprodukts anzuheben. Für höhere Beiträge an den EU-Haushalt, verursacht zum Beispiel durch den Austritt Großbritanniens, setzen die Unionshaushälter bis zu neun Milliarden Euro an.


http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 93881.html

Gute Wirtschaftspolitik ist das Gegenteil von dem hier.
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Re: Was ist "gute Wirtschaftspolitik"?

Beitragvon Occham » So 18. Feb 2018, 11:05

Gute Wirtschaftspolitik ist es dann, wenn es dem Volk gut geht.
Die beste Lösung eines Problems ist meist die Einfachste.
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Re: Was ist "gute Wirtschaftspolitik"?

Beitragvon Realist2014 » So 18. Feb 2018, 11:42

Occham hat geschrieben:(18 Feb 2018, 11:05)

Gute Wirtschaftspolitik ist es dann, wenn es dem Volk gut geht.



dann haben wir das ja in D.

Denn ALLEN ökonomischen Schichten geht es HEUTE so gut wie nie zuvor ( jeder "Vergleichsschicht" von "früher")
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Was ist "gute Wirtschaftspolitik"?

Beitragvon Occham » So 18. Feb 2018, 12:57

Realist2014 hat geschrieben:(18 Feb 2018, 11:42)

dann haben wir das ja in D.

Denn ALLEN ökonomischen Schichten geht es HEUTE so gut wie nie zuvor ( jeder "Vergleichsschicht" von "früher")

Dann macht die Politik also gute Wirtschaftspolitik?
Die beste Lösung eines Problems ist meist die Einfachste.
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Re: Was ist "gute Wirtschaftspolitik"?

Beitragvon Realist2014 » So 18. Feb 2018, 13:07

Occham hat geschrieben:(18 Feb 2018, 12:57)

Dann macht die Politik also gute Wirtschaftspolitik?


im Hinblick auf DEINE Forderung auf jeden Fall...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Was ist "gute Wirtschaftspolitik"?

Beitragvon Just Me » So 18. Feb 2018, 13:18

Realist2014 hat geschrieben:(18 Feb 2018, 11:42)
dann haben wir das ja in D. Denn ALLEN ökonomischen Schichten geht es HEUTE so gut wie nie zuvor ( jeder "Vergleichsschicht" von "früher")

Sowas kursiert an den Stammtischen? Der Armuts- und Reichtumsbericht, herausgegeben von CDU, CSU und SPD, sagt etwas anderes aus:
ARB hat geschrieben:Die Einkommensan­teile, die auf die obere und untere Hälfte der Einkommensbezieher entfallen, liegen bereits seit dem Jahr 2005 in einem stabilen Verhältnis von etwa 70:30. Bei der Zusammenschau aller
Datenquellen verharrt die Armutsrisikoquote seit dem Jahr 2005 in etwa auf gleichem Niveau.

Ich weiß ja nicht, wie du "Verbesserung" definierst; die Bundesregierung muss jedenfalls eingestehen: "Keine Verbesserung in Sicht." Und mehr noch:
ARB hat geschrieben:Trotz der guten wirtschaftlichen Lage und der deutlichen Beschäftigungszuwächse zeigt sich am aktuellen Rand eher ein Anstieg [der Armutsgefährdung].

Insbesondere die unteren "ökonomischen Schichten" profitieren also negativ. Armutsrisiko und Gini-Koeffizient steigen seit Jahrzehnten kontinuierlich an. Selbst die OECD, sonst eigentlich nur "stiller Beobachter", fühlt sich zunehmend bemüßigt, der deutschen Regierung immer härter auf die Füße zu treten, weil Armut und Ungleichheit trotz Wirtschaftswachstum VOR ALLEM IN DEUTSCHLAND überdurchschnittlich steigen.

===========================
Natürlich steht es dir frei, die Bundesregierung als Lügner darzustellen, Realist2014. Und du kannst auch die OECD als "sozialistisch unterwanderten Haufen von Gutmenschen" oder ähnliches bezeichnen, um deine Feststellung irgendwie zu rechtfertigen. Nur dürfte das abseits des bierseligen Stammtisches wenig produktiv sein...
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Re: Was ist "gute Wirtschaftspolitik"?

Beitragvon Realist2014 » So 18. Feb 2018, 13:27

Just Me hat geschrieben:(18 Feb 2018, 13:18)

Sowas kursiert an den Stammtischen? Der Armuts- und Reichtumsbericht, herausgegeben von CDU, CSU und SPD, sagt etwas anderes aus:

Ic .


die ökonomische Unterschicht hatte noch nie "Vermögen"

Fakt ist, das ABSOLUTE Lebensniveau JEDER Schicht ist heute HÖHER als jemals früher

also logischerweise AUCH der ökonomischen Unterschicht von heute gegenüber den ökonomischen Unterschichten von "früher"


alle DEINE Quellen sind ausschließlich RELATIVE Betrachtungen ZWISCHEN den Schichten ( auch der Armuts & Reichtumsbericht)

ob da er Abstand der heutigen ökonomischen Unterschicht zur Mittelschicht oder Oberschicht "größer" geworden ist, interessiert nicht. Dass ist nur der "Neiddblick"
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Re: Was ist "gute Wirtschaftspolitik"?

Beitragvon Skull » So 18. Feb 2018, 18:55

Guten Tag,

die letzten Beiträge wegen Beleidigungen und Antworten darauf...in die Ablage verschoben.
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Re: Was ist "gute Wirtschaftspolitik"?

Beitragvon Watchful_Eye » So 18. Feb 2018, 19:00

Skull hat geschrieben:(16 Feb 2018, 08:30)
Begründen, ankündigen, hoffen, erwarten, wünschen ... kann man VORHER alles.
Sehen und deren Auswirkungen kennt man aber erst immer...hinterher.


Du hast gesagt, dass diese Aussage deiner Sichtweise nicht widerspricht:
Watchful_Eye hat geschrieben:(15 Feb 2018, 22:53)

Daher ist die Vorstellung, man könne erst durch das Ergebnis verstehen, was gute Wirtschaftspolitik ist, sehr anfällig für Fehlschlüsse. Nur weil einmal etwas in einem bestimmten Kontext funktioniert hat, bedeutet das nicht, dass es auch in einem anderen Kontext funktionieren muss. Besser ist es, nach einem tieferem Verständnis zu streben, selbst wenn zum Teil auch Entscheidungen belohnt werden, die im Allgemeinen nicht empfehlenswert sind.


Warum nicht? Diese Aussage bedeutet doch gerade, dass man eben nicht anhand der Auswirkungen ablesen kann, ob die Politik an sich gut war. Wie gesagt, vielleicht hat er nur "Lotto gespielt und damit gewonnen".
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Re: Was ist "gute Wirtschaftspolitik"?

Beitragvon Skull » So 18. Feb 2018, 19:06

Watchful_Eye hat geschrieben:(18 Feb 2018, 19:00)

Du hast gesagt, dass diese Aussage deiner Sichtweise nicht widerspricht:


Warum nicht? Diese Aussage bedeutet doch gerade, dass man eben nicht anhand der Auswirkungen ablesen kann,
ob die Politik an sich gut war. Wie gesagt, vielleicht hat er nur "Lotto gespielt und damit gewonnen".

Ich weiss nicht, was Du willst...

Partei xyz hat Vorstellungen und ein Programm wie sie "gute" Wirtschaftspolitik machen wollen und werden.
Partei abc hat ebenfalls Vorstellungen und ein Programm, wie sie "gute" Wirtschaftspolitik machen wollen und werden,
nur sind sie im Ansatz gegensätzlich zu dem Programm von xyz.

Beide Parteien erhalten Zuspruch von knapp einem Drittel der Wähler zu Ihren Ansätzen.
In der Presse werden beide Ansätze zum Teil kritisiert zum Teil gelobt.
Namhafte Wirtschaftswissenschaftler und Volkswirtschafter bekennen sich zu den Ansätzen abc.
Ebenfalls andere namhaften Wirtschaftswissenschaftler und Volkswirtschafter bekennen sich zu den Ansätzen xyz.

Das gleiche gilt für eine Vergangenheitsbetrachtung und deren Bewertung.


Und nu ? :?: :D

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Re: Was ist "gute Wirtschaftspolitik"?

Beitragvon Watchful_Eye » So 18. Feb 2018, 19:30

Skull hat geschrieben:(18 Feb 2018, 19:06)
Ich weiss nicht, was Du willst... [...]

Beide Parteien erhalten Zuspruch von knapp einem Drittel der Wähler zu Ihren Ansätzen.
In der Presse werden beide Ansätze zum Teil kritisiert zum Teil gelobt.
Namhafte Wirtschaftswissenschaftler und Volkswirtschafter bekennen sich zu den Ansätzen abc.
Ebenfalls andere namhaften Wirtschaftswissenschaftler und Volkswirtschafter bekennen sich zu den Ansätzen xyz.


Ja, und wir als politisches Forum sind Teil dieses Meinungsbildungsprozesses. Und Maltrino wollte hier das glaube ich sehr "macro" anlegen, nach dem Motto "Welche Grundideen sind euch wichtig?"

Ich übertrage es mal als Beispiel auf den Bereich Außenpolitik, sagen wir mal Nahostkonflikt. Trump will Jerusalem anerkennen. Manche sagen, dass das auf lange Sicht hilfreich zur Lösung des Konflikts ist, manche nicht.

Wenn wir jetzt sagen, "das weiß man erst hinterher", könnte man sich die Debatten sparen. Man müsste beobachten, was passiert, und dann -zig Jahre warten, wie sich das alles ausgewirkt hat. Und selbst dann wüsste man es letztlich nicht genau, denn der Nahost-Konflikt hat eine irre Eigendynamik. Vielleicht passiert unter Trump nichts, aber unter dessen viel besonnenerem Nachfolger kocht auf einmal alles über und es kommt zu einem neuen "heißen" Krieg. Dann ist auch wieder die Frage: Lag das an der Politik des Nachfolgers oder hat den Grundstein dafür schon Trump gelegt? usw..

Und so ist es auch bei Wirtschaft. Wo beginnt das "hinterher" in einem fließenden Prozess überhaupt? Und delegitimieren wir damit nicht die Möglichkeit, über politische Optionen zu diskutieren? "Hat ja alles keinen Sinn, man muss erstmal das Ergebnis abwarten".. :?:
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Re: Was ist "gute Wirtschaftspolitik"?

Beitragvon Maltrino » So 18. Feb 2018, 19:55

Realist2014 hat geschrieben:(18 Feb 2018, 11:42)

... ALLEN ökonomischen Schichten geht es HEUTE so gut wie nie zuvor ( jeder "Vergleichsschicht" von "früher")


Das ist auch ein sehr interessantes Thema, was ich aber in einigen kurzen Sätzen abhandeln will, und zwar so:

Du hast recht Realist, allen ökonomischen Schichten geht es HEUTE so gut wie nie zuvor. Auch ein absolut armer Mensch hat in diesem Lande immer noch mehr als ein Nomade vor 5000 Jahren. Jedem Menschen in diesem Land geht es gut. Und da dies so ist geb ich dir meine Adresse und Kontaktdaten wenn du mich anschreibt. Dann kannst du mir allen deinen Besitz schicken. Ich werde damit gute Sachen machen. Dir wird es trotzdem, obwohl du nichts mehr hast, sehr gut gehen, denn du wohnst in Deutschland und wirst trotzdem genügend Geld bekommen um dir Fluoridzahnpasta kaufen zu können und andere Luxusartikel, von denen ein Nomade vor 5000 Jahren nur träumte. Machst du es? Glaubst du an deine eigene Theorie? Wenn ja, dann wird es dir nicht schwer fallen es zu beweisen und mir allen deinen Besitz schicken, laut deiner Theorie wirst du dann trotzdem ein Leben führen können was so gut ist wie niemals zuvor in der Menschheitsgeschichte. Also, gehst du auf meinen Vorschlag ein? Oder wirst du rumjammern und irgendwelche Ausreden finden warum du mir nicht deinen ganzen Besitz schickst?
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