Warnstreiks der IG Metall

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relativ
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Re: Warnstreiks der IG Metall

Beitragvon relativ » Do 1. Feb 2018, 12:59

H2O hat geschrieben:(31 Jan 2018, 15:17)

Ich mache mir Sorgen, daß wir uns einen Arbeitsstandard gönnen, der in der augenblicklichen Wirtschaftslage vermutlich zu verkraften ist. Zugleich wird dieser Standard den Ersatz menschlicher Arbeitskraft durch Maschinen mit künstlicher Intelligenz zu einer frühzeitiger lohnenden Investition machen, die meinetwegen in Tschechien oder Bulgarien getätigt wird.

Denn selbst ohne "Lohnausgleich" wird die verkürzte Nutzungszeit geschaffener Arbeitsplätze zur Verteuerung der Arbeit führen. Ich meine, daß das sehr naheliegende und sich gegenseitig beschleunigende Wechselwirkungen sind.

Ist den Tarifpartnern diese Entwicklung bewußt? Was tun sie, um die Entwicklung zum beiderseitigen Nutzen zu fördern?

Hm, die Entwicklungen wird doch eh kommen. Ich habe jetzt in meinem 30 jährigen Berufalltag schon viele Arbeitkämpfe miterlebt.
Schon immer gab es die Bedenken bzw. Drohungen, daß bei zu hohen Forderungen/Abschlüssen irgendetwas "ganz Schlimmes" passiert wird.
Dann wurden Forderungen zurückgezogen und "das Schlimme" ist halt kurze Zeit später trotzdem eingetreten. Sei es Produktionsverlagerung ins Ausland , oder Arbeitsverdichtungen ect.pp.
Was sich in den letzten Jahrzehnten exponentiell gesteigert hat, ist die unternehmerische Gier nach immer mehr und größeren Gewinnen/ Bilanzen. Dadurch tritt m.M. der gesellschaftliche und soziale Anspruch/Aufgabe von Unternehmen immer weiter in den Hintergrund.
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Re: Warnstreiks der IG Metall

Beitragvon H2O » Do 1. Feb 2018, 13:19

relativ hat geschrieben:(01 Feb 2018, 12:59)

Hm, die Entwicklungen wird doch eh kommen. Ich habe jetzt in meinem 30 jährigen Berufalltag schon viele Arbeitkämpfe miterlebt.
Schon immer gab es die Bedenken bzw. Drohungen, daß bei zu hohen Forderungen/Abschlüssen irgendetwas "ganz Schlimmes" passiert wird.
Dann wurden Forderungen zurückgezogen und "das Schlimme" ist halt kurze Zeit später trotzdem eingetreten. Sei es Produktionsverlagerung ins Ausland , oder Arbeitsverdichtungen ect.pp.
Was sich in den letzten Jahrzehnten exponentiell gesteigert hat, ist die unternehmerische Gier nach immer mehr und größeren Gewinnen/ Bilanzen. Dadurch tritt m.M. der gesellschaftliche und soziale Anspruch/Aufgabe von Unternehmen immer weiter in den Hintergrund.


Ein Unternehmen kann sinnvoll nur geführt werden, wenn es gute Gewinne abwirft, schon um auch einmal eine Durststrecke überstehen zu können. Natürlich sind Produktionsverlagerungen ins nahe und ferne Ausland eine Antwort auf höhere Kosten im Inland. Die Verlegung von Arbeitsplätzen ist ihrerseits nicht ganz billig zu haben. Die Notwendigkeit, Gewinne erzielen zu müssen, kann man natürlich als Gier anklagen. Aber Eigentümer wollen auch ernten, nicht nur säen.

Ich meine nach wie vor, daß Unternehmen und Beschäftigte sich branchenspezifisch zusammen tun sollten, um die Zukunft der Arbeit im Inland zu gestalten. Selbstverständlich funktionieren Geschäfte auch ohne solche Vereinbarungen. Dann kommt es genau so, wie Sie das aus Ihrer Erfahrung berichten. Dann ist niemand schuld an der Entwicklung, und alles schreit nach dem Staat, der doch bitte Arbeit schaffen soll. Oder sehen Sie den Gang der Handlung anders?
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relativ
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Re: Warnstreiks der IG Metall

Beitragvon relativ » Do 1. Feb 2018, 13:29

H2O hat geschrieben:(01 Feb 2018, 13:19)

Ein Unternehmen kann sinnvoll nur geführt werden, wenn es gute Gewinne abwirft, schon um auch einmal eine Durststrecke überstehen zu können. Natürlich sind Produktionsverlagerungen ins nahe und ferne Ausland eine Antwort auf zu höhere Kosten im Inland. Die Verlegung von Arbeitsplätzen ist ihrerseits nicht ganz billig zu haben. Die Notwendigkeit, Gewinne erzielen zu müssen, kann man natürlich als Gier anklagen. Aber Eigentümer wollen auch ernten, nicht nur säen.

Hast du das von einem Telepromter von Gesamtmetall abgeschrieben? ;)
Mal Scherz bei Seite, du weisst schon, daß es hier nicht um einen normales Wachstum geht, oder ich dieses den unternehmen in Abrede stellen will.
Nur sind diese Entwicklungen mom. eben schädlich für unsere Gesellschaften. Du kannst, wenn dir das Wort Gier diesbezüglich nicht gefällt, aber auch das Wörtchen "Run" auf Gweinne und Bilanzen einsetzen.
Btw. kaum ein größeres Unternehmen verlegt seinen Standort ohne Subventionen vor Ort, die Staaten überbieten sich ja zur Zeit diesbezüglich, aber klar ganz umsonst bekommen sie es natürlich nicht, dafür sollten dann aber die Gewinne steigen.
Ich meine nach wie vor, daß Unternehmen und Beschäftigte sich branchenspezifisch zusammen tun sollten, um die Zukunft der Arbeit im Inland zu gestalten. Selbstverständlich funktionieren Geschäfte auch ohne solche Vereinbarungen. Dann kommt es genau so, wie Sie das aus Ihrer Erfahrung berichten. Dann ist niemand schuld an der Entwicklung, und alles schreit nach dem Staat, der doch bitte Arbeit schaffen soll.

Dagegen ist natürlich gar nich einzuwenden.
Wenn niemand Schuld ist, weil jeder nur einem Hype folgt, ist es m.M. Zeit gesetzliche Regelungen und öffentliche Kampagnen anzuregen, um bestimmte wichtige gesellschaftliche Effekte wieder herzustellen
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Re: Warnstreiks der IG Metall

Beitragvon H2O » Do 1. Feb 2018, 14:21

relativ hat geschrieben:(01 Feb 2018, 13:29)

...

... kaum ein größeres Unternehmen verlegt seinen Standort ohne Subventionen vor Ort, die Staaten überbieten sich ja zur Zeit diesbezüglich, aber klar ganz umsonst bekommen sie es natürlich nicht, dafür sollten dann aber die Gewinne steigen.

...


Man kann diese Vorgänge auch so deuten, daß man anderenorts glücklich ist, wenn dort überhaupt jemand etwas unternimmt und auch reichlich Geld damit verdient, während genau diesen Unternehmen hier Vorhaltungen gemacht werden.
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Re: Warnstreiks der IG Metall

Beitragvon relativ » Do 1. Feb 2018, 14:34

H2O hat geschrieben:(01 Feb 2018, 14:21)

Man kann diese Vorgänge auch so deuten, daß man anderenorts glücklich ist, wenn dort überhaupt jemand etwas unternimmt und auch reichlich Geld damit verdient, während genau diesen Unternehmen hier Vorhaltungen gemacht werden.

Nunja wenn genau dieses, oder diese Unternehmen dann, wenn z.B. ein mögliches "Subventionszeitfenster" abgelaufen ist, den Standort wieder verlässt, lässt dies natürlich auch tief blicken.
Aber mir geht es hier auch nicht um Einzelverteufelung, oder pauschale Kritik an Unternehmen, sondern um einen Trend den ich kritisch verfolge und wo ich glaube, daß er harte gesellschaftliche Veränderungen mit sich führt und ob diese Gesund sind für eine Gesellschaft wage ich zu bezweiflen.
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Re: Warnstreiks der IG Metall

Beitragvon H2O » Do 1. Feb 2018, 14:49

relativ hat geschrieben:(01 Feb 2018, 14:34)

Nunja wenn genau dieses, oder diese Unternehmen dann, wenn z.B. ein mögliches "Subventionszeitfenster" abgelaufen ist, den Standort wieder verlässt, lässt dies natürlich auch tief blicken.
Aber mir geht es hier auch nicht um Einzelverteufelung, oder pauschale Kritik an Unternehmen, sondern um einen Trend den ich kritisch verfolge und wo ich glaube, daß er harte gesellschaftliche Veränderungen mit sich führt und ob diese Gesund sind für eine Gesellschaft wage ich zu bezweiflen.


Ein Unternehmen sieht sich doch in erster Linie nicht als nationale Errungenschaft, auch wenn solche Vorstellungen häufig im Schwange sind. Ein Unternehmen nutzt gegebene Rahmenbedingungen und wirtschaftet in diesem Rahmen so gut wie möglich. Rahmenbedingungen mit Laufzeit führen auch zum Wirtschaften mit Laufzeit.

Deshalb ja auch meine Vorstellung, daß auch Arbeitnehmer sich als Teil der Rahmenbedingungen sehen sollten. Gelegentlich klappt das auch, etwa, wenn eine Wirtschaftskrise uns alle bedroht.
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Re: Warnstreiks der IG Metall

Beitragvon relativ » Do 1. Feb 2018, 15:40

H2O hat geschrieben:(01 Feb 2018, 14:49)

Ein Unternehmen sieht sich doch in erster Linie nicht als nationale Errungenschaft, auch wenn solche Vorstellungen häufig im Schwange sind. Ein Unternehmen nutzt gegebene Rahmenbedingungen und wirtschaftet in diesem Rahmen so gut wie möglich. Rahmenbedingungen mit Laufzeit führen auch zum Wirtschaften mit Laufzeit.

Deshalb ja auch meine Vorstellung, daß auch Arbeitnehmer sich als Teil der Rahmenbedingungen sehen sollten. Gelegentlich klappt das auch, etwa, wenn eine Wirtschaftskrise uns alle bedroht.

Meine Frage bzw. meine Vorstellungen drehen sich doch nicht um das, für was die Unternehmen sich heute halten.
Sicherlich gibt es da auch große Unterschiede zwischen den froßen globel Player und den Unternehmen die eher den Binnenmarkt bedienen.
Unternehmen sind Teil der Gesellschaften, wenn die Protagonisten sich ausserhalb dieser sehen, sehe ich da ein grundsätzliches Problem.
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Re: Warnstreiks der IG Metall

Beitragvon H2O » Do 1. Feb 2018, 15:51

relativ hat geschrieben:(01 Feb 2018, 15:40)

Meine Frage bzw. meine Vorstellungen drehen sich doch nicht um das, für was die Unternehmen sich heute halten.
Sicherlich gibt es da auch große Unterschiede zwischen den froßen globel Player und den Unternehmen die eher den Binnenmarkt bedienen.
Unternehmen sind Teil der Gesellschaften, wenn die Protagonisten sich ausserhalb dieser sehen, sehe ich da ein grundsätzliches Problem.


Na ja, ein Dienstleister hat von der Globalisierung wenig zu erwarten; der wird ja hier gebraucht und hat hier seine zahlende Kundschaft. Der kann allenfalls seine Dienste an anderer Stelle zusätzlich anbieten und dort neue Kunden gewinnen. Aber wer Ware zum internationalen Verkauf herstellt, der wird früher oder später die Rahmenbedingungen suchen und finden, die ihm wenigstens keinen Nachteil im Wettbewerb um zahlende Kunden zufügen.

Und da meine ich ganz hartnäckig, daß die Sozialpartner aufpassen müssen, daß der Standort Deutschland für Unternehmen vorteilhaft bleibt.
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Re: Warnstreiks der IG Metall

Beitragvon jorikke » Do 1. Feb 2018, 17:46

H2O hat geschrieben:(01 Feb 2018, 15:51)

Na ja, ein Dienstleister hat von der Globalisierung wenig zu erwarten; der wird ja hier gebraucht und hat hier seine zahlende Kundschaft. Der kann allenfalls seine Dienste an anderer Stelle zusätzlich anbieten und dort neue Kunden gewinnen. Aber wer Ware zum internationalen Verkauf herstellt, der wird früher oder später die Rahmenbedingungen suchen und finden, die ihm wenigstens keinen Nachteil im Wettbewerb um zahlende Kunden zufügen.

Und da meine ich ganz hartnäckig, daß die Sozialpartner aufpassen müssen, daß der Standort Deutschland für Unternehmen vorteilhaft bleibt.


Wenn du die Sozialpartner ansprichst, die haben in den vergangenen 70 Jahren Vernunft walten lassen. Keiner hat überzogen und so hat sich alles gut entwickelt.
Gewerkschaften spielen nicht Vabanque.
Die haben ihre Spezialisten die ihnen genau vorrechnen, bei welcher Forderungshöhe sie am eigenen Ast sägen.
Das ballyhoo drum herum muss einfach sein.
Letztlich kam immer Vernünftiges heraus.
Ich sehe keinerlei Grund, warum sich das plötzlich ändern sollte.
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Re: Warnstreiks der IG Metall

Beitragvon H2O » Do 1. Feb 2018, 17:59

jorikke hat geschrieben:(01 Feb 2018, 17:46)

Wenn du die Sozialpartner ansprichst, die haben in den vergangenen 70 Jahren Vernunft walten lassen. Keiner hat überzogen und so hat sich alles gut entwickelt.
Gewerkschaften spielen nicht Vabanque.
Die haben ihre Spezialisten die ihnen genau vorrechnen, bei welcher Forderungshöhe sie am eigenen Ast sägen.
Das ballyhoo drum herum muss einfach sein.
Letztlich kam immer Vernünftiges heraus.
Ich sehe keinerlei Grund, warum sich das plötzlich ändern sollte.


Das hoffe ich ja auch; aber mir scheint es mit der Forderung so zu sein wie mit einem Sozialgesetz in Zeiten gut gefüllter Kassen. Was damit tun, wenn die Kassen gar nichts mehr hergeben? Dann steht der Kämmerer da und nimmt dafür Kredite auf, um das Gesetz zu erfüllen. Den Anspruch kann man einklagen!

Das Theater um die Verhandlungen herum stört mich wenig; wohl aber die langfristige Ausweichreaktion der Unternehmen.

Im Augenblick ist wohl die Fahrzeugindustrie das Ziel der Kampfmaßnahmen. Nun habe ich gerade gelernt, daß BMW der größte Autoexporteur der USA ist. Was tun wir denn, wenn VW und Mercedes dem Beispiel folgen und die Stellschrauben etwas anders einstellen? Das sind alles Entwicklungen, die zwar nicht ganz überraschend über uns gekommen sind, die sich aber sehr schnell ganz anders auswirken können, als wir uns das vorstellen.
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Re: Warnstreiks der IG Metall

Beitragvon TheTank » Do 1. Feb 2018, 18:52

H2O hat geschrieben:(01 Feb 2018, 17:59)

Das hoffe ich ja auch; aber mir scheint es mit der Forderung so zu sein wie mit einem Sozialgesetz in Zeiten gut gefüllter Kassen. Was damit tun, wenn die Kassen gar nichts mehr hergeben? Dann steht der Kämmerer da und nimmt dafür Kredite auf, um das Gesetz zu erfüllen. Den Anspruch kann man einklagen!

Das Theater um die Verhandlungen herum stört mich wenig; wohl aber die langfristige Ausweichreaktion der Unternehmen.

Im Augenblick ist wohl die Fahrzeugindustrie das Ziel der Kampfmaßnahmen. Nun habe ich gerade gelernt, daß BMW der größte Autoexporteur der USA ist. Was tun wir denn, wenn VW und Mercedes dem Beispiel folgen und die Stellschrauben etwas anders einstellen? Das sind alles Entwicklungen, die zwar nicht ganz überraschend über uns gekommen sind, die sich aber sehr schnell ganz anders auswirken können, als wir uns das vorstellen.

BMW hat in den USA 8000Beschäftigte.
Das ist nicht viel mehr als eine verlängerte Werkbank.
In D sind es 125.000Beschäftigte.
Die Wertschöpfung wird also in Deutschland erzeugt.
Der Produktionsstandort spielt nicht mehr so die Rolle dabei.
Folge der Automatisation und von „Politikfehlern“.
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Re: Warnstreiks der IG Metall

Beitragvon H2O » Do 1. Feb 2018, 18:57

TheTank hat geschrieben:(01 Feb 2018, 18:52)

BMW hat in den USA 8000Beschäftigte.
Das ist nicht viel mehr als eine verlängerte Werkbank.
In D sind es 125.000Beschäftigte.
Die Wertschöpfung wird also in Deutschland erzeugt.
Der Produktionsstandort spielt nicht mehr so die Rolle dabei.
Folge der Automatisation und von „Politikfehlern“.


Wenn Sie so wollen, dann verstärken Sie meine Bauchschmerzen noch um den Punkt Automatisierung... in den USA.
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Re: Warnstreiks der IG Metall

Beitragvon TheTank » Do 1. Feb 2018, 19:02

H2O hat geschrieben:(01 Feb 2018, 18:57)

Wenn Sie so wollen, dann verstärken Sie meine Bauchschmerzen noch um den Punkt Automatisierung... in den USA.

Das kommt unabhängig von den Forderungen der IG-Metall.
Industrie 4.0 ist definitiv nur eine Frage der Zeit.
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Re: Warnstreiks der IG Metall

Beitragvon H2O » Do 1. Feb 2018, 19:07

TheTank hat geschrieben:(01 Feb 2018, 19:02)

Das kommt unabhängig von den Forderungen der IG-Metall.
Industrie 4.0 ist definitiv nur eine Frage der Zeit.


Das sehe ich genau so; besorgniserregend ist aber der Anschub dieser Entwicklung durch weiter gesteigerte Arbeitskosten. Deshalb sehe ich das Streikritual und das Verhandlungsziel mit großem Unbehagen.
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Re: Warnstreiks der IG Metall

Beitragvon Polibu » Do 1. Feb 2018, 19:07

TheTank hat geschrieben:(01 Feb 2018, 19:02)

Das kommt unabhängig von den Forderungen der IG-Metall.
Industrie 4.0 ist definitiv nur eine Frage der Zeit.


Ist doch schon im vollen Gange. In unserer Firma machen wir kaum noch einen Handschlag in der Produktion. Nur noch Materialbeschaffung und fertige Produkte wegkarren. Dafür halt wenig Personal.
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Re: Warnstreiks der IG Metall

Beitragvon TheTank » Do 1. Feb 2018, 19:15

Polibu hat geschrieben:(01 Feb 2018, 19:07)

Ist doch schon im vollen Gange. In unserer Firma machen wir kaum noch einen Handschlag in der Produktion. Nur noch Materialbeschaffung und fertige Produkte wegkarren. Dafür halt wenig Personal.

Dem ist so.
Personal in der Fertigung wird unabhängig von der Bezahlung reduziert.
Nur noch Überwachung und Programmierung der Maschinen.
Diese Entwicklung ist aber noch nicht abgeschlossen.
So schnell lassen sich ältere Maschinen und Kenntnisse nicht komplett ersetzen.
Die Bezahlung dieser Tätigkeiten spielt da aber im Vergleich zu den Maschinenkosten eine untergeordnete Rolle. Eine manuelle Fertigung ist in jedem Falle unrentabel.
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Re: Warnstreiks der IG Metall

Beitragvon TheTank » Do 1. Feb 2018, 19:23

H2O hat geschrieben:(01 Feb 2018, 19:07)

Das sehe ich genau so; besorgniserregend ist aber der Anschub dieser Entwicklung durch weiter gesteigerte Arbeitskosten. Deshalb sehe ich das Streikritual und das Verhandlungsziel mit großem Unbehagen.

Nun, die Maschinen müssen gebaut werden...
Das Personal dafür fällt in den Bereich der IG Metall.
Die „Werkbank“ ist definitiv nicht die Ursache der hohen Wertschöpfung hierzulande.
Dazu benötigt man auch wenig Personal, siehe BMW USA.
Beim Masschinen- und Anlagenbau sieht das schon anders aus.
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Re: Warnstreiks der IG Metall

Beitragvon H2O » Do 1. Feb 2018, 19:35

TheTank hat geschrieben:(01 Feb 2018, 19:23)

Nun, die Maschinen müssen gebaut werden...
Das Personal dafür fällt in den Bereich der IG Metall.
Die „Werkbank“ ist definitiv nicht die Ursache der hohen Wertschöpfung hierzulande.
Dazu benötigt man auch wenig Personal, siehe BMW USA.
Beim Masschinen- und Anlagenbau sieht das schon anders aus.


Nun ja, mir lag nicht daran, das viel größere Schreckgespenst China ins Spiel zu bringen. Zumindest VW stellt dort inzwischen mehr Fahrzeuge her als in Europa... Wie die Sache mit dem Maschinenbau aussieht, das weiß ich nicht. Vermutlich bewegt sich auch dort etwas. War es nicht so, daß durch den Zusammenschluß von Alstom und Siemens ein europäisches Unternehmen für Schienenfahrzeuge entstanden ist, das an dem bis dahin größten chinesischen Hersteller vorbei zog? Mir geben solche Nachrichten zu denken.
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Re: Warnstreiks der IG Metall

Beitragvon TheTank » Do 1. Feb 2018, 19:50

H2O hat geschrieben:(01 Feb 2018, 19:35)

Nun ja, mir lag nicht daran, das viel größere Schreckgespenst China ins Spiel zu bringen. Zumindest VW stellt dort inzwischen mehr Fahrzeuge her als in Europa... Wie die Sache mit dem Maschinenbau aussieht, das weiß ich nicht. Vermutlich bewegt sich auch dort etwas. War es nicht so, daß durch den Zusammenschluß von Alstom und Siemens ein europäisches Unternehmen für Schienenfahrzeuge entstanden ist, das an dem bis dahin größten chinesischen Hersteller vorbei zog? Mir geben solche Nachrichten zu denken.

Das ist wieder ein anderes Thema...
Dass die Marktmacht und die Gewinnsituation von Unternehmen in Oligopolsituationen aufgrund von Skaleneffekten steigt ist nun auch kein neues Thema.
Hat aber auch wenig mit dem Thema der Entlohnung zu tun.
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Re: Warnstreiks der IG Metall

Beitragvon H2O » Do 1. Feb 2018, 19:56

TheTank hat geschrieben:(01 Feb 2018, 19:50)

Das ist wieder ein anderes Thema...
Dass die Marktmacht und die Gewinnsituation von Unternehmen in Oligopolsituationen aufgrund von Skaleneffekten steigt ist nun auch kein neues Thema.
Hat aber auch wenig mit dem Thema der Entlohnung zu tun.


Das war aber der Ausgangspunkt meiner Bedenken. Man kann heute leider nicht mehr so tun, als sei man allein auf dieser Welt. Dazu dienten die Beispiele, ob nun Tschechien, USA oder China.

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