Wieso ist die CDU so sozialkonservativ?

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Dampflok94
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Re: Wieso ist die CDU so sozialkonservativ?

Beitragvon Dampflok94 » Mo 15. Jan 2018, 12:45

sünnerklaas hat geschrieben:(15 Jan 2018, 12:24)

Der Kuchen war nicht mal kleiner - er sah nur anders aus.

Er war kleiner. Der Kuchen ist das BIP. Und das wächst seit 1950 meist stetig. In Zeiten von Rezessionen gab es kleinere Rückschläge, aber eben nur kleine. D. h. der Kuchen wuchs fast jedes Jahr an. Die wenigsten empfänden ein Durchschnittsgehalt von 1960 prickelnd. Auch nicht inflationsbereinigt. Und dies, obwohl damals der Anteil am Kuchen für den Durchschnittsarbeitnehmer noch größer als heute war.
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Dampflok94
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Re: Wieso ist die CDU so sozialkonservativ?

Beitragvon Dampflok94 » Mo 15. Jan 2018, 12:47

H2O hat geschrieben:(15 Jan 2018, 12:32)

Wenn eine Henne ihr erstes Ei legt, ist ihre Produktion gegenüber "gar kein Ei" um unendliche Prozente gewachsen. Von da an geht es mit dem 2. Ei um 100% Wachstum, mit dem 3. Ei um 50% Wachstum, mit dem 4. Ei um 33% usw.. Wenn sie ihr 1000-stes Ei legt (schafft eine Henne so etwas in seinem Leben?), dann wächst ihre Produktion um 1 Promille. Ich vermute, daß diese Denkweise viele Menschen in die Irre führt... anstatt dankbar für ein weiteres Ei zu sein, ärgern sie sich über das geringe Wachstum. Die 999 Eier zuvor haben sie ja schon wie selbstverständlich.

Völlig richtig. Aber das Wachstum wird nun mal immer in Prozent angegeben. Das ist teilweise auch sinnvoll. Man muß sich aber immer vergegenwärtigen, was das bedeutet.
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jorikke
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Re: Wieso ist die CDU so sozialkonservativ?

Beitragvon jorikke » Mo 15. Jan 2018, 12:56

H2O hat geschrieben:(15 Jan 2018, 12:32)

Wenn eine Henne ihr erstes Ei legt, ist ihre Produktion gegenüber "gar kein Ei" um unendliche Prozente gewachsen. Von da an geht es mit dem 2. Ei um 100% Wachstum, mit dem 3. Ei um 50% Wachstum, mit dem 4. Ei um 33% usw.. Wenn sie ihr 1000-stes Ei legt (schafft eine Henne so etwas in seinem Leben?), dann wächst ihre Produktion um 1 Promille. Ich vermute, daß diese Denkweise viele Menschen in die Irre führt... anstatt dankbar für ein weiteres Ei zu sein, ärgern sie sich über das geringe Wachstum. Die 999 Eier zuvor haben sie ja schon wie selbstverständlich.


Um Steigerungsraten zu errechnen braucht man eine Bezugsgröße. In deinem Fall das erste Ei. Wenn das Huhn dann jeden Tag ein weiteres Ei legt - und das meinetwegen 1000 Tage lang - ist das eine völlig konstante Produktion, ohne die geringste Steigerungsrate.
Ich glaube dir ist soeben die Erfindung des mathematischen Gagaismus gelungen. :s
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Re: Wieso ist die CDU so sozialkonservativ?

Beitragvon odiug » Mo 15. Jan 2018, 13:13

H2O hat geschrieben:(15 Jan 2018, 12:32)

Wenn eine Henne ihr erstes Ei legt, ist ihre Produktion gegenüber "gar kein Ei" um unendliche Prozente gewachsen. Von da an geht es mit dem 2. Ei um 100% Wachstum, mit dem 3. Ei um 50% Wachstum, mit dem 4. Ei um 33% usw.. Wenn sie ihr 1000-stes Ei legt (schafft eine Henne so etwas in seinem Leben?), dann wächst ihre Produktion um 1 Promille. Ich vermute, daß diese Denkweise viele Menschen in die Irre führt... anstatt dankbar für ein weiteres Ei zu sein, ärgern sie sich über das geringe Wachstum. Die 999 Eier zuvor haben sie ja schon wie selbstverständlich.

Lieb ... du vergisst aber, dass Eier gegessen werden oder auch verderben können.
Nachdem das Huhn also ihr erstes Ei legte und von da an jeden Tag ein weiteres, findet also gar kein Wachstum mehr statt.
Das einzige, was Wachstum schafft, wäre ein Hahn ... für die Eiproduktion ein völlig unnutzer Kostenfaktor und ein Ei, das befruchtet wird um ein neues Huhn entstehen zu lassen ... auch ein Einbruch der Produktion von Eiern.
Aber dann, vielleicht, so in ein paar Wochen, dann hast du zwei Eier am Tag und das ist dann Wachstum.
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Re: Wieso ist die CDU so sozialkonservativ?

Beitragvon H2O » Mo 15. Jan 2018, 13:27

jorikke hat geschrieben:(15 Jan 2018, 12:56)

Um Steigerungsraten zu errechnen braucht man eine Bezugsgröße. In deinem Fall das erste Ei. Wenn das Huhn dann jeden Tag ein weiteres Ei legt - und das meinetwegen 1000 Tage lang - ist das eine völlig konstante Produktion, ohne die geringste Steigerungsrate.
Ich glaube dir ist soeben die Erfindung des mathematischen Gagaismus gelungen. :s


Ja, wie man's nimmt. Wenn man die Zeit als Bezugsgröße nimmt, dann ist das so... 1. Ableitung nach der Zeit. Wenn man das Ergebnis als Bezugsgröße nimmt, dann eben anders. Ich fand das Ergebnis prickelnder, weil dann die Steigerung so enttäuschend ausfällt.
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Re: Wieso ist die CDU so sozialkonservativ?

Beitragvon H2O » Mo 15. Jan 2018, 13:30

odiug hat geschrieben:(15 Jan 2018, 13:13)

Lieb ... du vergisst aber, dass Eier gegessen werden oder auch verderben können.
Nachdem das Huhn also ihr erstes Ei legte und von da an jeden Tag ein weiteres, findet also gar kein Wachstum mehr statt.
Das einzige, was Wachstum schafft, wäre ein Hahn ... für die Eiproduktion ein völlig unnutzer Kostenfaktor und ein Ei, das befruchtet wird um ein neues Huhn entstehen zu lassen ... auch ein Einbruch der Produktion von Eiern.
Aber dann, vielleicht, so in ein paar Wochen, dann hast du zwei Eier am Tag und das ist dann Wachstum.


Ja, finde ich auch logisch. Nur erklären Sie einmal jemandem halbwegs verständlich, warum ein Ei von 999 ein enttäuschender Zuwachs ist, das erste Ei nach gar nix aber eine gewaltige Tat.
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Re: Wieso ist die CDU so sozialkonservativ?

Beitragvon rain353 » Mo 15. Jan 2018, 14:18

Dampflok94 hat geschrieben:(15 Jan 2018, 11:50)

Und letzteres dann auch noch zusammen mit der liberalen FDP. So was aber auch. Die Menschen wollten ein bißchen mehr vom Kuchen haben. Unerhört, nicht wahr! :cool:


Durch die Zuteilung zerstörst du die Marktwirtschaft, die den Kuchen schafft.... Die Löhne können nur steigen, wenn auch die Produktion steigt... Rote_Galaxie würde sagen: "Nein, die müssen immer steigen, egal, ob die Wirtschaft Hops geht oder nicht"
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Re: Wieso ist die CDU so sozialkonservativ?

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 15. Jan 2018, 15:05

rain353 hat geschrieben:(15 Jan 2018, 02:13)

Der Erhard wollte die freie Marktwirtschaft sogar mit seinen Leben verteidigen (Er sagte mal vor dem Bundestag: "Die freie Marktwirtschaft muss leben... oder vorher werde ich sterben")
Mit Erhard wurde ausgerechnet ein Industrieland, das von allen am wenigten für Marktwirtschaft zu begeistern war für einige Zeit eines der liberalsten(wirtschaftlich) Industrieländer; dann kam Brandt...


Was für ein Unfug. Was kam denn mit Brandt?
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Re: Wieso ist die CDU so sozialkonservativ?

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 15. Jan 2018, 15:13

Realist2014 hat geschrieben:(15 Jan 2018, 06:39)

und was hat das jetzt mit "Marktversagen" zu tun?

du willst doch jetzt nicht allen Ernstes für die "Abschaffung" des privaten Wohnungsbaus plädieren?


Du kapierst es ja doch nicht.... was hat sozialer Wohnungsbau mit einer "Abschaffung" das privaten Wohnungsbaus zu tun. Nichts.
Als der soziale Wohnungsbau beendet wurde wurde versprochen daß der Markt das mit dem Wohnen für alle zu bezahlbaren Preisen schon leisten werde. Es gibt aber keinen funktionierenden Markt. Es gibt nur die Marktmacht der Vermieter und vor allem der großen Wohnungsbaugesellschaften denen der Einzelne nichts entgegenzusetzen hat. Solche Probleme existieren. Nimm es doch endlich mal zur Kenntnis. Der Markt funktioniert nun mal nicht in jedem Bereich. Du darfst da ruhig mal was dazulernen.

Es gibt viele andere Bereiche wo der Markt funktioniert. Ich wäre der Letzte der da eingreifen will. Ich agiere ja selber auf diesem Markt und kaufe jeden Monat für Tausende von Euro Waren ein. Übrigens ohne Verträge. Nur per Telefon. Nur auf Treu und Glauben. Da wird auch über Preise verhandelt. Ich weiß schon was Markt ist. Und ich weiß ihn zu schätzen.
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Re: Wieso ist die CDU so sozialkonservativ?

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 15. Jan 2018, 15:21

H2O hat geschrieben:(15 Jan 2018, 12:32)

Wenn eine Henne ihr erstes Ei legt, ist ihre Produktion gegenüber "gar kein Ei" um unendliche Prozente gewachsen. Von da an geht es mit dem 2. Ei um 100% Wachstum, mit dem 3. Ei um 50% Wachstum, mit dem 4. Ei um 33% usw.. Wenn sie ihr 1000-stes Ei legt (schafft eine Henne so etwas in seinem Leben?), dann wächst ihre Produktion um 1 Promille. Ich vermute, daß diese Denkweise viele Menschen in die Irre führt... anstatt dankbar für ein weiteres Ei zu sein, ärgern sie sich über das geringe Wachstum. Die 999 Eier zuvor haben sie ja schon wie selbstverständlich.


Das stimmt. Wen man in die Wohnungen von Hartzern schaut sieht man oft Wertsachen, Unterhaltungselektonik, Möbel wie sie sich in den 50ern allenfalls die Oberschicht leisten konnte.
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Re: Wieso ist die CDU so sozialkonservativ?

Beitragvon rain353 » Mo 15. Jan 2018, 15:24

Alter Stubentiger hat geschrieben:(15 Jan 2018, 15:05)

Was für ein Unfug. Was kam denn mit Brandt?


Selbst als die Marktwirtschaft ihre positive Wirkung gezeigt hat, wollten immer noch viele Planwirtschaft, besonders die Sozis....... (in den 50ern)
Die SPD versuchte die ganze Zeit ihn als Wirtschaftsminister zu entmachten...

[Mod: editiert]

Die sprachen Erhard sogar ab ein Mann zu sein....

Auch, wenn die Sozis sich dieses Godesberger Programm gaben, als jeder Volldepp merkte , was für positive Seiten die freie Marktwirtschaft hatte, hat sich die SPD an das Programm nicht gehalten und massive Reformen(Verschuldung, Gefährdung der Preisstabilität, Zinsknechtschaft, Schwächung der Währung)
Zuletzt geändert von Skull am Mo 15. Jan 2018, 19:04, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: unzulässiger Vergleich
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Re: Wieso ist die CDU so sozialkonservativ?

Beitragvon sünnerklaas » Mo 15. Jan 2018, 15:29

Dampflok94 hat geschrieben:(15 Jan 2018, 12:45)

Er war kleiner. Der Kuchen ist das BIP. Und das wächst seit 1950 meist stetig. In Zeiten von Rezessionen gab es kleinere Rückschläge, aber eben nur kleine. D. h. der Kuchen wuchs fast jedes Jahr an. Die wenigsten empfänden ein Durchschnittsgehalt von 1960 prickelnd. Auch nicht inflationsbereinigt. Und dies, obwohl damals der Anteil am Kuchen für den Durchschnittsarbeitnehmer noch größer als heute war.


Man sollte allerdings nicht vergessen, dass "Wachstum" immer von Inflation abhängig ist.
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Re: Wieso ist die CDU so sozialkonservativ?

Beitragvon H2O » Mo 15. Jan 2018, 15:35

rain353 hat geschrieben:(15 Jan 2018, 15:24)

Selbst als die Marktwirtschaft ihre positive Wirkung gezeigt hat, wollten immer noch viele Planwirtschaft, besonders die Sozis....... (in den 50ern)
Die SPD versuchte die ganze Zeit ihn als Wirtschaftsminister zu entmachten...

[Mod: editiert]

Die sprachen Erhard sogar ab ein Mann zu sein....

Auch, wenn die Sozis sich dieses Godesberger Programm gaben, als jeder Volldepp merkte , was für positive Seiten die freie Marktwirtschaft hatte, hat sich die SPD an das Programm nicht gehalten und massive Reformen(Verschuldung, Gefährdung der Preisstabilität, Zinsknechtschaft, Schwächung der Währung)


Es ist eben schwer, sich von einem scheinbar durchdachten und planbaren Wirtschaftsmodell zu trennen und es auf zu geben zugunsten einer oft genug nur psychologisch begründbaren sozialen Marktwirtschaft. Einen hinkenden Vergleich erlaube ich mir hier noch: Vielen Menschen fällt es sehr schwer, geplante Ergebnisse in mathematisch begründete Wahrscheinlichkeiten auf zu teilen. Da geht gedanklich nur alles oder nichts.

Inzwischen ist es so, daß die soziale Marktwirtschaft selbst bei der DIE LINKE gesetzt ist... wobei es vermutlich spannend sein wird, deren Beschreibung einer sozialen Marktwirtschaft zu verarbeiten.
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Re: Wieso ist die CDU so sozialkonservativ?

Beitragvon H2O » Mo 15. Jan 2018, 15:48

sünnerklaas hat geschrieben:(15 Jan 2018, 15:29)

Man sollte allerdings nicht vergessen, dass "Wachstum" immer von Inflation abhängig ist.


Das kann ich mir gar nicht vorstellen! Was ich gelernt habe, das ist die Theorie, daß Geldentwertung in der Gegend von 2% dafür sorgt, daß eine Wirtschaft in stetigem Wachstum bleibt. Was ich da sehe, das sind soziale und technische Änderungen, die zu verzerrten Einkommensstrukturen führen können. Durch soziale Anpassung, also Einkommensverbesserungen, kommt es dann "automatisch" zur Geldentwertung, denn eine Anpassung durch Einkommensminderung ist sozialpolitisch nicht durchsetzbar. Die Welt will eben betrogen werden!

Aber wenn man diesen Lehrsatz einmal beiseite läßt, dann kommt Wachstum doch durch bessere Nutzung des Materials und verbesserte Arbeitsverfahren. Weil das aber fast immer punktweise ansetzt, kommt es zu obigen sozialen und technischen Änderungen und damit dann zu einem Kampf um den gerechten Anteil an der gewachsenen Produktion --> Geldentwertung.

Na, jetzt werden mich armen kleinen Ingenieur die Volkswirte und Betriebswirte sicher zausen!
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Re: Wieso ist die CDU so sozialkonservativ?

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 15. Jan 2018, 17:10

rain353 hat geschrieben:(15 Jan 2018, 15:24)

Selbst als die Marktwirtschaft ihre positive Wirkung gezeigt hat, wollten immer noch viele Planwirtschaft, besonders die Sozis....... (in den 50ern)
Die SPD versuchte die ganze Zeit ihn als Wirtschaftsminister zu entmachten...

[Mod: editiert]

Die sprachen Erhard sogar ab ein Mann zu sein....

Auch, wenn die Sozis sich dieses Godesberger Programm gaben, als jeder Volldepp merkte , was für positive Seiten die freie Marktwirtschaft hatte, hat sich die SPD an das Programm nicht gehalten und massive Reformen(Verschuldung, Gefährdung der Preisstabilität, Zinsknechtschaft, Schwächung der Währung)


So ein Quatsch. Die Verschuldung ist eine Falle die lange Zeit von allen nicht verstanden wurde. Und verschone uns mit Buzzwörtern die nichts aussagen aber ordentlich Stimmung machen.
Mit dem Godesberger Programm haben sich die Sozialdemokraten endgültig vom Sozialismus verabschiedet. Faktisch haben sie dies schon 1919 getan als sie gegen die Räterepubliken vorging und 1933 als die SPD sich als einzige Partei dem Sozialismus nationaler Prägung verweigerte. Und sie verweigerte die Zwangsvereinigung mit der SED in der DDR.

Also hör bitte auf die Sozialdemokratie als Sozialisten zu verunglimpfen.
Und Brandt.... sein Problem war zum einen die Ölkrise und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Und zum anderen die Guillaume-Affäre. Ich räume allerdings ein daß er nicht der stärkste Kanzler war. Helmut Schmidt war besser und hat vieles in Bewegung gesetzt um so etwas wie die Ölkrise in Zukunft zu verhindern. Das war der Ursprung des heutigen G20. Ganz bestimmt keine sozialistische Veranstaltung. Initiiert von einem Sozialdemokraten. Was weißt du schon von der SPD. Du kannst immer nur alles schlechtreden und Sündenböcke suchen. Das erinnert dann auch an einen anderen Populisten der auch alles auf seine Sündenböcke geschoben hat.....
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Re: Wieso ist die CDU so sozialkonservativ?

Beitragvon Rote_Galaxie » Mo 15. Jan 2018, 17:57

Skull hat geschrieben:(15 Jan 2018, 08:02)

Natürlich.

Aber ändert das, das gewisse grundsätzliche Dinge im 3.Reich und in der DDR indiskutabel und "unter aller Sau" waren ?

Und was hat DAS mit dem Threadthema, das HIER diskutierte "sozialkonservative" der CDU zu tun ?

mfg


Ich gebe dir Recht die DDR war nicht gut genauso wie das dritte Reich. Aber im Vergleich DDR, drittes Reich ist die DDR das kleinere Übel.
Und wer kontrolliert die Kontrolle?
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Re: Wieso ist die CDU so sozialkonservativ?

Beitragvon H2O » Mo 15. Jan 2018, 18:19

Alter Stubentiger hat geschrieben:(15 Jan 2018, 17:10)

So ein Quatsch. Die Verschuldung ist eine Falle die lange Zeit von allen nicht verstanden wurde. Und verschone uns mit Buzzwörtern die nichts aussagen aber ordentlich Stimmung machen.
Mit dem Godesberger Programm haben sich die Sozialdemokraten endgültig vom Sozialismus verabschiedet. Faktisch haben sie dies schon 1919 getan als sie gegen die Räterepubliken vorging und 1933 als die SPD sich als einzige Partei dem Sozialismus nationaler Prägung verweigerte. Und sie verweigerte die Zwangsvereinigung mit der SED in der DDR.

Also hör bitte auf die Sozialdemokratie als Sozialisten zu verunglimpfen.
Und Brandt.... sein Problem war zum einen die Ölkrise und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Und zum anderen die Guillaume-Affäre. Ich räume allerdings ein daß er nicht der stärkste Kanzler war. Helmut Schmidt war besser und hat vieles in Bewegung gesetzt um so etwas wie die Ölkrise in Zukunft zu verhindern. Das war der Ursprung des heutigen G20. Ganz bestimmt keine sozialistische Veranstaltung. Initiiert von einem Sozialdemokraten. Was weißt du schon von der SPD. Du kannst immer nur alles schlechtreden und Sündenböcke suchen. Das erinnert dann auch an einen anderen Populisten der auch alles auf seine Sündenböcke geschoben hat.....


Mit einiger Sympathie sehe ich hier Ihre Verteidigung der Sozialdemokratie. Immerhin einer der älteren Einrichtungen in unserer Gesellschaft. Aber es ist doch besser, sich an die Tatsachen der Nachkriegszeit zu erinnern. Damals liebäugelten selbst Christdemokraten mit einer Art Sozialismus und einer im wesentlichen von Staat geführten Wirtschaft. Ich meine, daß im Neuen Testament Anregungen dazu gefunden werden können.

Die Christdemokraten konnten sich aber schneller von solchen Vorstellungen lösen. Ich weiß noch, wie sehr die Parteiführer Kurt Schumacher und Erich Ollenhauer auf diese Wirtschaftsform hin drängten, während die Christdemokraten sich in Richtung "Soziale Marktwirtschaft" auf machten. Damals wäre eine GroKo überhaupt nicht vorstellbar gewesen... eine Verbindung von Feuer und Wasser. Sie war allerdings auch nicht erforderlich.

Als dann die erste GroKo zustande kam, hatte auch die SPD dieses Wirtschaftsmodell als Zielvorstellung aufgegeben. So konnte danach auch eine sozial-liberale Koalition gebildet werden.

Der Rest der Nachkriegsgeschichte ist sicher den meisten Teilnehmern gegenwärtig!
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Re: Wieso ist die CDU so sozialkonservativ?

Beitragvon Realist2014 » Mo 15. Jan 2018, 18:23

Alter Stubentiger hat geschrieben:(15 Jan 2018, 15:13)

Du kapierst es ja doch nicht.... was hat sozialer Wohnungsbau mit einer "Abschaffung" das privaten Wohnungsbaus zu tun. Nichts.
Als der soziale Wohnungsbau beendet wurde wurde versprochen daß der Markt das mit dem Wohnen für alle zu bezahlbaren Preisen schon leisten werde. Es gibt aber keinen funktionierenden Markt. Es gibt nur die Marktmacht der Vermieter und vor allem der großen Wohnungsbaugesellschaften denen der Einzelne nichts entgegenzusetzen hat. Solche Probleme existieren. Nimm es doch endlich mal zur Kenntnis. Der Markt funktioniert nun mal nicht in jedem Bereich. Du darfst da ruhig mal was dazulernen.

.



der Markt funktioniert doch- der Preis entsteht über Angebot & Nachfrage

Nur haben wir seit der Finanzkrise/Eurokrise eine Sondersituation, welche die Entwicklung auf dem Immobilienmarkt extrem beeinflusst hat.
Im Jahr 2000 war es problematisch, in Berlin überhaupt Mieter zu finden- für billige Mieten.
Wer hätte damals Sozialwohnungen dort bauen sollen?
In München waren Kaufpreise & Mieten ab 2002 rückläufig...

nun haben wir eine andere Situation...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Wieso ist die CDU so sozialkonservativ?

Beitragvon rain353 » Mo 15. Jan 2018, 18:27

H2O hat geschrieben:(15 Jan 2018, 18:19)

Mit einiger Sympathie sehe ich hier Ihre Verteidigung der Sozialdemokratie. Immerhin einer der älteren Einrichtungen in unserer Gesellschaft. Aber es ist doch besser, sich an die Tatsachen der Nachkriegszeit zu erinnern. Damals liebäugelten selbst Christdemokraten mit einer Art Sozialismus und einer im wesentlichen von Staat geführten Wirtschaft. Ich meine, daß im Neuen Testament Anregungen dazu gefunden werden können.

Die Christdemokraten konnten sich aber schneller von solchen Vorstellungen lösen. Ich weiß noch, wie sehr die Parteiführer Kurt Schumacher und Erich Ollenhauer auf diese Wirtschaftsform hin drängten, während die Christdemokraten sich in Richtung "Soziale Marktwirtschaft" auf machten. Damals wäre eine GroKo überhaupt nicht vorstellbar gewesen... eine Verbindung von Feuer und Wasser. Sie war allerdings auch nicht erforderlich.

Als dann die erste GroKo zustande kam, hatte auch die SPD dieses Wirtschaftsmodell als Zielvorstellung aufgegeben. So konnte danach auch eine sozial-liberale Koalition gebildet werden.

Der Rest der Nachkriegsgeschichte ist sicher den meisten Teilnehmern gegenwärtig!



Dann wählt man doch erst Recht das Original und nicht die Kopie!
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Re: Wieso ist die CDU so sozialkonservativ?

Beitragvon H2O » Mo 15. Jan 2018, 18:36

rain353 hat geschrieben:(15 Jan 2018, 18:27)

Dann wählt man doch erst Recht das Original und nicht die Kopie!


Na ja, das sehe ich ein wenig anders, denn das Wirtschaftsmodell muß ja auch ständig angepaßt werden an die Notwendigkeiten und den Zeitgeist. Dann wird es irgendwann schwierig mit dem Original und der Kopie. Und dann ist Wirtschaft sicher höchst wichtig, aber auch wieder nicht alles. Auch da haben Parteien dann unterschiedliche Vorstellungen, mit denen der Wähler die Qual der Wahl hat. So bin ich sicher alles andere als ein eingefleischter Sozialdemokrat. Aber die europapolitischen Vorstellungen von Herrn Schulz decken sich mit meinen Wünschen, und diese ständige Abwarterei der Kanzlerin in diesem Thema finde ich wenig überzeugend. Müßte ich also in dieser Ausgangslage wählen, dann würde ich wohl die SPD bevorzugen.

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