Gehen uns die Handwerker aus?

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immernoch_ratlos
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Re: Gehen uns die Handwerker aus?

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 27. Nov 2017, 03:03

Hallo Maltrino,

ich möchte nicht unnötig unfreundlich rüberkommen - was Du da gesucht hast, war ein Hilfsarbeiter der nach kurzer Anlernzeit mit einigem Geschick diese Schleifarbeiten ausführen kann. Einen Handwerker der dafür eine Lehre erfolgreich abgeschlossen hat, ist eher nicht die Person die dafür notwendig ist. "Perlen vor die Säue" würde ich da nnehmen.

Wer das nicht hinbekommt, wird wohl kaum anspruchsvollere Tätigkeiten die das Handwerk ausmachen erlernen können. Womöglich benötigst Du ja jemanden, der Deine Formen so präzise gestaltet, das da nix mehr abzuschleifen ist :?:
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Maltrino
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Re: Gehen uns die Handwerker aus?

Beitragvon Maltrino » Mo 27. Nov 2017, 04:12

immernoch_ratlos hat geschrieben:(27 Nov 2017, 03:03)

Hallo Maltrino,

ich möchte nicht unnötig unfreundlich rüberkommen - was Du da gesucht hast, war ein Hilfsarbeiter der nach kurzer Anlernzeit mit einigem Geschick diese Schleifarbeiten ausführen kann. Einen Handwerker der dafür eine Lehre erfolgreich abgeschlossen hat, ist eher nicht die Person die dafür notwendig ist. "Perlen vor die Säue" würde ich da nnehmen.

Wer das nicht hinbekommt, wird wohl kaum anspruchsvollere Tätigkeiten die das Handwerk ausmachen erlernen können. Womöglich benötigst Du ja jemanden, der Deine Formen so präzise gestaltet, das da nix mehr abzuschleifen ist :?:


Ja genau! Und dass ich niemanden finde, der diese Formen so präzise gestaltet, dass nichts mehr abzuschleifen ist, das ist auch die Schuld von Deutschland, das mir diese Fachkräfte nicht liefert! Deutschland soll mir entweder Fachkräfte zum Abschleifen oder zum genauen Formgestalten liefern! Und das, ohne dass ich mehr bezahlen muss als heute! Sonst gehe ich pleite und der Fachkräftemangel ist schuld! Also Deutschland, liefer mir Fachkräfte die die für mich arbeiten! Hopp!

PS: Wenn ich ein Unternehmen höre, das von "Fachkräftemangel" spricht, und dass es keine Fachkräfte mehr findet, dann denk ich erstmal: Ja dann kauf ich wohl besser nicht bei diesem Unternehmen, wenn es nicht mal Fachkräfte hat. Aber bei uns in Deutschland, wenn da ein Unternehmen sagt, dass es keine Fachkräfte findet, dann sagt jeder sofort "Oh, das it ja ein ganz tolles Unternehmen!" :s

Wisst ihr was? Ich habe tausende Interessenten die mir ein Auto abkaufen würden, was nur 3000 Euro kostet! Aber mir fehlen einfach die Fachkräfte, die diese billigen Autos bauen können! Skandal! Deutschland ist schuld! Deutschland muss mir diese Fachkräfte liefern! Ich bin ein ganz seriöses Unternehmen und brauche einfach diese Fachkräfte! Los Deutschland, mach das mal! Hopp! Hopp!
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: Gehen uns die Handwerker aus?

Beitragvon Positiv Denkender » Mo 27. Nov 2017, 10:20

frems hat geschrieben:(26 Nov 2017, 22:07)

Naja, wie willst Du das ändern? Ich glaube auch nicht, dass der typische Student der Geisteswissenschaften ein großes Interesse hat, nach dem Abi ins Handwerk zu gehen und die hier genannten Tätigkeiten (u.a. Klempnern) auszuüben. Viele Geisteswissenschaftler kenne ich nicht, aber alle wussten von Anfang an, dass sich die Wirtschaft nicht um sie reißen wird. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten kamen aber alle in soliden Tätigkeitsbereichen unter. Viele Studienplätze gibt's in diesen Fachrichtungen ja eh nicht, sodass man oftmals schon mit einem 1,0er Abi glänzen muss. Und wer das hinkriegt, wird schon irgendwo unterkommen. Alternativ könnte man es wie die Chinesen machen und Schüler unabhängig ihrer Interessen einfach irgendwo zuteilen. Gute Lehr- und Arbeitsergebnisse würde ich mir davon aber nicht erwarten.

Entscheidend ist doch die Eignung für einen Handwerksberuf . Mit sogenannten 2 linken Händen ist das nichts.
Handwerksbetriebe garantieren feste Arbeitsplätze bzw . bei drohender Arbeitslosigkeit (Aufgabe oder andere Gründe ) die Gewissheit,
dass andere Handwerksbetriebe gerne diese Handwerker übernehmen würden . Bewerbungen sind selten nötig ,dort wird man empfohlen .
Zuletzt geändert von Positiv Denkender am Mo 27. Nov 2017, 17:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gehen uns die Handwerker aus?

Beitragvon sünnerklaas » Mo 27. Nov 2017, 11:03

Positiv Denkender hat geschrieben:(27 Nov 2017, 10:20)

Entscheiden ist doch die Eignung für einen Handwerksberuf . Mit sogenannten 2 linken Händen ist das nichts.
Handwerksbetriebe garantieren feste Arbeitsplätze bzw . bei drohender Arbeitslosigkeit (Aufgabe oder andere Gründe ) die Gewissheit
das andere Handwerksbetriebe gerne diese Handwerker übernehmen würden . Bewerbungen sind selten nötig ,dort wird man empfohlen .


Was dem Handwerk fehlt, sind gute, also talentierte und motivierte Lehrlinge und Gesellen.
Das eröffnet den etwas Helleren dort ǵute Chancen - und zwar in vielen Branchen. Wer ein Faible für Straßenbau hat, sollte dort eine Lehre machen. In der Branche sind gute und intelligente Leute, die auch in der Lage sind, selbständig zu arbeiten, sehr gesucht. Dazu kommen, wenn man sich entsprechend weiterbildet, beste Aufstiegschancen mit sehr gutem Verdienst - zum Beispiel als Polier, Techniker, Meister oder Ingenieur (FH). Die Allerwenigsten wissen, dass man nach ca. 6 Jahren als Geselle an der FH fachbezogen studieren kann.
Dasselbe gilt für den Bereich Heizung-Klima-Lüftung, aber auch fürs Bauhauptgewerbe.
Und wer in der Schule gut in Mathe und Physik ist und zudem ein Faible für Metall hat, sollte sich auf jeden Fall überlegen, ob eine Lehre im Metallverarbeitenden Handwerk nicht eine bessere Option ist, als nach dem Abi sofort zu studieren.
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Re: Gehen uns die Handwerker aus?

Beitragvon Positiv Denkender » Mo 27. Nov 2017, 11:13

sünnerklaas hat geschrieben:(27 Nov 2017, 11:03)

Was dem Handwerk fehlt, sind gute, also talentierte und motivierte Lehrlinge und Gesellen.
Das eröffnet den etwas Helleren dort ǵute Chancen - und zwar in vielen Branchen. Wer ein Faible für Straßenbau hat, sollte dort eine Lehre machen. In der Branche sind gute und intelligente Leute, die auch in der Lage sind, selbständig zu arbeiten, sehr gesucht. Dazu kommen, wenn man sich entsprechend weiterbildet, beste Aufstiegschancen mit sehr gutem Verdienst - zum Beispiel als Polier, Techniker, Meister oder Ingenieur (FH). Die Allerwenigsten wissen, dass man nach ca. 6 Jahren als Geselle an der FH fachbezogen studieren kann.
Dasselbe gilt für den Bereich Heizung-Klima-Lüftung, aber auch fürs Bauhauptgewerbe.
Und wer in der Schule gut in Mathe und Physik ist und zudem ein Faible für Metall hat, sollte sich auf jeden Fall überlegen, ob eine Lehre im Metallverarbeitenden Handwerk nicht eine bessere Option ist, als nach dem Abi sofort zu studieren.

Volle Zustimmung . Vor allem deshalb weil die Einkommensmöglichkeiten dort oft höher sind als in vielen Jobs wo man ein Abitur voraussetzt .
Handwerkliches Geschick ist sicher vorausgesetzt .
Zuletzt geändert von Positiv Denkender am Mo 27. Nov 2017, 17:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gehen uns die Handwerker aus?

Beitragvon sünnerklaas » Mo 27. Nov 2017, 11:49

Positiv Denkender hat geschrieben:(27 Nov 2017, 11:13)

Volle Zustimmung . Vor allem deshalb weil die Einkommensmöglichkeiten dort oft höher sind als in vielen Jobs die wo man Abitur voraussetzt .
Handwerkliches Geschick ist sicher vorausgesetzt .


Im Bau-Handwerk gibt es den alten Leitspruch, dass man als Geselle spätestens mit Mitte 40 von der Baustelle wieder runter sein muss. Das ist der Grund, warum man sich fortbilden muss, weil solche Leute im Handwerk mit ihrem Erfahrungsschatz an anderer Stelle gebraucht werden - am Schreibtisch, bei der Bauaufsicht und beim Kunden direkt. Und solche Leute fehlen an allen Ecken und Enden.
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Re: Gehen uns die Handwerker aus?

Beitragvon Misterfritz » Mo 27. Nov 2017, 14:05

Maltrino hat geschrieben:(27 Nov 2017, 04:12)

Ja genau! Und dass ich niemanden finde, der diese Formen so präzise gestaltet, dass nichts mehr abzuschleifen ist, das ist auch die Schuld von Deutschland, das mir diese Fachkräfte nicht liefert! Deutschland soll mir entweder Fachkräfte zum Abschleifen oder zum genauen Formgestalten liefern! Und das, ohne dass ich mehr bezahlen muss als heute! Sonst gehe ich pleite und der Fachkräftemangel ist schuld! Also Deutschland, liefer mir Fachkräfte die die für mich arbeiten! Hopp!
Deutschland muss Dir gar nichts liefern, für die berufliche Ausbildung sind die Betriebe selbst zuständig. Und wenn Du es nicht schaffst, Dir die Leute, die Du brauchst, auszubilden, dann musst Du halt teuer "einkaufen".
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Re: Gehen uns die Handwerker aus?

Beitragvon Misterfritz » Mo 27. Nov 2017, 14:09

frems hat geschrieben:(26 Nov 2017, 22:44)

Das sind auch keine Geistes-, sondern Sozialwissenschaften. In den Geisteswissenschaften sind etwas über 10% der Studenten (0,3 von 2,9 Mio.) immatrikuliert, wovon aber ein Großteil auf Lehramtsstudenten für Deutsch, Fremdsprachen, Musik oder Geschichte entfällt. Und ich denke schon, dass man Lehrer in diesen Bereichen weiterhin braucht. Der Philosophiestudent, der in seinem Elfenbeinturm für viele Jahre haust, ist ein Exot, mit dem die wenigsten Studenten jemals in Berührung kommen. Aber auch er wird kaum Taxi fahren. Davon abgesehen: Soziologie und Soziale Arbeit sind sicherlich keine Laberfächer und NC-freie Studiengänge kann man auch lange suchen.
Also, als ich damals Soziologie im Nebenfach studiert hatte, gehörte der Fachbereich zur Philosophischen Fakultät, wie Fremdsprachen, Politikwissenschaften, Philosophie, etc.
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Re: Gehen uns die Handwerker aus?

Beitragvon pikant » Mo 27. Nov 2017, 14:14

Umetarek hat geschrieben:(25 Nov 2017, 22:57)

Nein, sie sind bei der Ausbildung ganz nett, genau wie bei den Krankenpflegern, danach stagnierts. Höhere Löhne, dann machens auch mehr. Nach ~ 40-45 Jahren Handwerk muß dann aber spätestens Schluß sein, dann ist der Rücken und die Knie durch, eine Rentenachhintenverschiebung ist in diesen Berufen nicht möglich.


ich kenne einige Handwerker, die nur noch halbtags offiziell arbeiten und damit sehr zufrieden sind :).
das Handwerk hat weiterhin goldenen Boden.
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Re: Gehen uns die Handwerker aus?

Beitragvon frems » Mo 27. Nov 2017, 15:08

Misterfritz hat geschrieben:(27 Nov 2017, 14:09)

Also, als ich damals Soziologie im Nebenfach studiert hatte, gehörte der Fachbereich zur Philosophischen Fakultät, wie Fremdsprachen, Politikwissenschaften, Philosophie, etc.

Politologie ist ebenfalls eine Sozialwissenschaft und der Fakultätsname nicht ausschlaggebend für die wissenschaftliche Einordnung. Man findet auch Psychologen an Fakultäten für Maschinenbau sowie Soziologen an Bau-Fakultäten. Das macht sie nicht zu Ingenieuren.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.

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