Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

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Maltrino
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Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Maltrino » Mo 9. Okt 2017, 11:11

Und mit "der Süden" meine ich jetzt nicht nur Entwicklungsländer in Afrika, es könen auch Länder oder Regionen sein, die nördlich liegen.

Ich habe eine Weile über das Thema nachgedacht und bin zu einem Fazit gekommen, das erstmal sehr pessimistisch ist. Ausgangslage: Globaler Handel findet statt und muss auch stattfinden wenn man nicht will, dass die Länder in den einzelnen Regionen so leben wie vor Tausend Jahren. Aber was wird gehandelt? Ich unterteile vier Bereiche: 1. Agrarprodukte/Nahrungsmittel 2. Rohstoffe 3. HighTech/Industrieprodukte 4. Dienstleistungsprodukte

Zu Punkt 1. Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion ist (entgegen vieler naiver Hoffnungen auch im globalisierungsskeptischen NGO Lager) effektiv nur in den Regionen möglich, wo das Klima es zulässt. Und das Klima ist vor allem dort geeignet wo die heutigen Industrieländer liegen, also bei "uns". Deshalb Butterberge, Hähnchen im Überschuss usw. Die meisten heutigen Entwicklungsländer liegen in Regionen wo das Klima effektive Landwirtschaft nicht zulässt. In diesem Punkt herrscht also extree Ungleichheit in den Bedingungen zwischen den Staaten, bzw. Regionen. Die heutigen Entwicklungsländer haben zum größten Teil eine erheblich schlechtere Ausgangslage.

Zu Punkt 2. Hier gibt es kein wirkliches Nord- Süd Gefälle. Erde gibt es überall. Es ist dem Zufall überlassen welche Länder Öl, Eisenerz oder Kohle haben, aber generell hat fast jedes Land was eine gewisse Fläche hat auch irgendwelche Rohstoffe. Einige ehemaligen Entwicklungsländer haben soviel Öl, dass sie heute keine Entwicklungslnder mehr sind. Es gibt hier also ein bischen Ungleichheit zwischen den Staaten und Regionen, aber vielleicht nicht so extrem wie bei dem Klima.

Zu Punkt 3. Dafür braucht es Rohstoffe und Menschen. Menschen gibt es überall, Rohstoffe nicht. Ein bischen ungleiche Ausgangsbedingungen.

Zu Punkt 4. Dafür braucht es Menschen, die gibt es überall gleich.

Die großen Industrienationen haben alle 4 Punkte. Sie haben gutes Klima für Landwirtschaft, sie haben eigene Rohstoffe, sie haben Menschen die ausgebildet werden können und dementsprechend Industrie. Sie können alle diese 4 Punkte exportieren und tun dies auch.

Aber was ist mit einem Land, das zwar Rohstoffe hat, Menschen die ausgebildet werden können aber kein Klima für Landwirtschaft? Es wird dauerhaft auf Nahrungsmittelimporte angewiesen sein. Selbst wenn so ein Land es mit größter Anstrengung es schafft eine Industrie und einen Dienstleistungsektor aufzubauen und seine Rohstoffe zu verkaufen, so dass man gleichwertig zu den Industrienationen ist. Diese Länder werden trotzdem ein Importüberschuss haben, da sie Nahrungsmittel importieren müssen.

Und noch schlimmer bei den Ländern die weder gutes Klima, noch eigene Rohstoffe haben. Diese Länder können sich anstrengen wie sie wollen, sie werden immer ein Importüberschuss haben.

Wenn die EU, USA, Russland oder China also alles 4 Punkte in gewissem Maße vereint, dann werden diese Industriestaaten immer stärker sein, als die Länder in denen ein oder mehrere Punkte fehlen.

Der einzige Weg, wie man es schaffen kann, dass ein heutiges Entwicklungsland ohne gutes Klima und Rohstoffe auf Augenhöhe mit der EU handeln kann ist: So ein Land muss BESSERE Industrie und BESSERE Dienstleistungen schaffen als die EU!

Nur wenn die heutigen Entwicklungsländer (ohne gutes Klima und ohne Rohstoffe) es einen High-Tech Sektor zu erstllen, der Produkte schafft die wir importieren, weil es bei uns nichts vergleichbares gibt, wird es einen Handeln zwischen gleichen Partnern geben.

aber wie soll das gehen? Die Menschen dort und hier sind ja ungefähr gleich fähig, bzw. wir sind nicht schlauer oder kräftiger als Leute in anderen Ländern (nein sind wir nicht). Der einzige Weg wie dies gehen kann: Die heutigen Industrienationen konzentrieren sich auf ihr Alleinstellungsmerkmal. Und dieses Alleinstellungsmerkmal ist nunmal die Landwirtschaft, die wegen dem milden und regenreichen Klima hier möglich ist. Erst wenn man akzeptiert, dass in unseren milden und regenreichen Regionen vor allem Landwirtschaft betrieben wird und in den Regionen wo Landwirtschaft nicht möglich ist (z.B. große unwirtliche bis sonnige Teile Afrikas und Zentralasiens) vor allem High-Tech Industrie und moderne Dienstleistung stattfindet, dann kann es einen Handel zwischen Gleichen Partnern geben. Wir (wo Landwirtschaft möglich ist) müssten also akzepteren, dass die anderen Länder bessere Industrie haben. Da wir aber dafür nicht bereit sind sondern bei allen Sachen "Weltmarktführer" und "Exportweltmeister" sein wollen, nicht nur in der Landwirtschaft sondern auch in allen anderen Sektoren, wird es keine Lösung geben. Erst wenn zum Beispiel in der Sahara, wo keine Landwirtschaft möglich ist, Computerchips produziert werden die besser sind als unsere oder Internetdienstleistung betreiben wird, die besser ist als unsere, können wir mit den Menschen in dieser Region auf Augenhöhe handeln, und dies bedeutet vor allem, wir kaufen deren High-Tech Produkte und sie kaufen unserer Agrarprodukte. Aber wie gesagt, da dies unser Selbstverständnis zu stark angreifen würde, wird es wohl auf absehbare Zeit nicht passieren, es sein denn die Entwicklungsländer schaffen es die klimatischen Bedingungen, die Landwirtschaft unmöglich machen, zu ihren Gunsten zu nutzen, dann hätten sie dort einen Vorteil. Zum Beispiel ein riesiger Solarpark in der Sahara. Aber da ist ja auch noch nichts draus gewrden aus irgendwelchen Gründen. Also Fazit: Wir werden immer reicher sein als andere weil hier Regen bom Himmel fällt und auch sonst alles da ist und wir nichts groß importieren müssen.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Flaschengeist » Mo 9. Okt 2017, 11:18

Entwicklungshilfe dient dazu sein Gewissen zu beruhigen und politischen Einfluß zu bekommen.

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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Realist2014 » Mo 9. Okt 2017, 11:30

Maltrino hat geschrieben:(09 Oct 2017, 12:11)



Der einzige Weg wie dies gehen kann: Die heutigen Industrienationen konzentrieren sich auf ihr Alleinstellungsmerkmal. Und dieses Alleinstellungsmerkmal ist nunmal die Landwirtschaft, die wegen dem milden und regenreichen Klima hier möglich ist. .


das soll wohl der Witz des Tages sein?

was bezweckst du mit derartig unsinnigen Vorschlägen?

Die Bürger in D werden die was HUSTEN, auf ihren BESSEREN Lebensstandard zu verzichten
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Maltrino » Mo 9. Okt 2017, 11:49

Und schonmal vorsorglich an alle die schreiben werden "Der Islam ist dran schuld" oder "die Faulheit der Menschen dort": Selbst wenn ein Land in Nordafrika es schafft genauso zu arbeiten in Industrie und Dienstleistung wie wir und genauso viele Rohstoffe hat. Es hat immer noch den klimatischen Nachteil so dass weniger Landwirtschaft möglich ist. Diese Länder werden also immer Importüberschuss haben solange sie es nicht schaffen uns in den nicht-landwirtschaftlichen Bereichen zu überflügeln, aber das wollen wir ja nicht, da wir auch in Industrie Marktführer sein wollen.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Realist2014 » Mo 9. Okt 2017, 11:50

Maltrino hat geschrieben:(09 Oct 2017, 12:49)

Und schonmal vorsorglich an alle die schreiben werden "Der Islam ist dran schuld" oder "die Faulheit der Menschen dort": Selbst wenn ein Land in Nordafrika es schafft genauso zu arbeiten in Industrie und Dienstleistung wie wir und genauso viele Rohstoffe hat. Es hat immer noch den klimatischen Nachteil so dass weniger Landwirtschaft möglich ist. Diese Länder werden also immer Importüberschuss haben solange sie es nicht schaffen uns in den nicht-landwirtschaftlichen Bereichen zu überflügeln, aber das wollen wir ja nicht, da wir auch in Industrie Marktführer sein wollen.



wir heben einen globalen Wettbewerb

das scheinst du nicht verstanden zu haben
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Adam Smith » Mo 9. Okt 2017, 11:55

Maltrino hat geschrieben:(09 Oct 2017, 12:49)

Und schonmal vorsorglich an alle die schreiben werden "Der Islam ist dran schuld" oder "die Faulheit der Menschen dort": Selbst wenn ein Land in Nordafrika es schafft genauso zu arbeiten in Industrie und Dienstleistung wie wir und genauso viele Rohstoffe hat. Es hat immer noch den klimatischen Nachteil so dass weniger Landwirtschaft möglich ist. Diese Länder werden also immer Importüberschuss haben solange sie es nicht schaffen uns in den nicht-landwirtschaftlichen Bereichen zu überflügeln, aber das wollen wir ja nicht, da wir auch in Industrie Marktführer sein wollen.

Wie hoch ist denn der Anteil der Nahrungsmittel an den Exporten insgesamt von Deutschland oder der EU? Was würde passieren mit der Handelbilanz, wenn Deutschland keine Nahrungsmittel mehr exportiert?
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Maltrino » Mo 9. Okt 2017, 11:57

Realist2014 hat geschrieben:(09 Oct 2017, 12:30)

das soll wohl der Witz des Tages sein?

was bezweckst du mit derartig unsinnigen Vorschlägen?

Die Bürger in D werden die was HUSTEN, auf ihren BESSEREN Lebensstandard zu verzichten


Ob der Lebensstandard dann schlechter wäre, kann man so gar nicht sagen. Vielleicht wäre der Lebensstandard ja sogar besser wenn die Forscher alle in der Steppe von Zentralasien oder in der Sahara oder an den Küsten des Atlantiks sitzen würden, wo sie Platz zum Experimentieren hätten und genug Sonne damit sie nicht in Depression verfallen. Und wir schicken ihnen das Essen, und sie konzentrieren sich aufs Forschen. Warum sitzen in den USA die High-Tech Betriebe in Kalifornien und nicht im Norden? Warum sollten die High-Tech Betriebe irgendwo sitzen wo riesige Maisfelder sind? Ist doch sinnlos. Dann lieber da wo Platz ist und genug Sonne damit man sich am Wochenende was erleben kann. Und dann sind die Ergebnisse offenbar auch besser.

Aber du bestätigst ja meine Aussage, dass die Bürger in D dies verhindern wollen, da sie in allem Weltmarktführer und Exportweltmeister sein wollen. Also weiß ich gar nicht warum du mir widersprichst, wenn wir doch einer Meinung sind. Ja, "Die Bürger in D werden (mir) was HUSTEN", ganz deiner Meinung. Aber schön dass du mir trotzdem widersprochen hast. Wär ja sonst langweilig was?
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Maltrino » Mo 9. Okt 2017, 11:58

Realist2014 hat geschrieben:(09 Oct 2017, 12:50)

wir heben einen globalen Wettbewerb

das scheinst du nicht verstanden zu haben


Ich habe es verstanden. Und "wir" werden immer gewinnen weil wir sowohl Agrarprodukte, Industrieprodukte, High-Tech Produkte und sonstwas exportieren können.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Maltrino » Mo 9. Okt 2017, 12:03

Adam Smith hat geschrieben:(09 Oct 2017, 12:55)

Wie hoch ist denn der Anteil der Nahrungsmittel an den Exporten insgesamt von Deutschland oder der EU? Was würde passieren mit der Handelbilanz, wenn Deutschland keine Nahrungsmittel mehr exportiert?


Es kommt nicht auf das Verhältnis an. Es kommt auf die Gesamtmenge an. Auch wenn in einem Entwicklungsland 80% der Laute im Agrarsektor arbeiten. Es wird trotzdem kaum was geerntet. Das Verhältnis ist nur so hoch weil keine Industrie da ist. Mit der Handelsbilanz würde wohl erstmal nichts passieren wenn Deutschland Agrarexport einstellt. Aber da die EU keine Nahrung in großen Mengen importieren muss (außer Schokolade und Erdnüsse) hätten sie trotzdem einen wirtschaftlichen Vorteil gegenüber "dem Süden". Erst wenn die EU Landwirtschaft total einstellt müssten wir importieren und könnten den Bauern in Afrika ordentlich was abkaufen Das wäre aber Wahnsinn und dumm. Dort würde es die Umwelt zerstören, da das Klima nicht dafür gemacht ist Landwirtschaft in großem Stil zu betreiben. EU ist mit der größte Weizenproduzent zum Beispiel, Einfach weil es hier machbar ist.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Adam Smith » Mo 9. Okt 2017, 12:05

Maltrino hat geschrieben:(09 Oct 2017, 12:58)

Ich habe es verstanden. Und "wir" werden immer gewinnen weil wir sowohl Agrarprodukte, Industrieprodukte, High-Tech Produkte und sonstwas exportieren können.

Was würde denn mit unserer Handelsbilanz passieren, wenn wir keine Nahrungsmittel mehr exportieren würden?
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Maltrino » Mo 9. Okt 2017, 12:17

Adam Smith hat geschrieben:(09 Oct 2017, 13:05)

Was würde denn mit unserer Handelsbilanz passieren, wenn wir keine Nahrungsmittel mehr exportieren würden?


Hast du meinen anderen Beitrag gelesen?

Ich kann nicht hellsehen. Vielleicht würde diese kleine Änderung eine Katastrophe in Gang setzen. Aber wahrscheinlich hast du Recht, erstmal wird bei uns wenig passieren.

Aber: Nehmen wir mal an es gäbe nur zwei Staaten. Deutschland und den fiktiven Wüstenstaat. In beiden Ländern leben gleich Viele Einwohner, die gleich fleißig sind. Einziger Unterschied: Der "Wüstenstaat" kann wegen der Wüste keine Nahrung anbauen. Wenn wir nun keine Nahrung mehr exportieren, auch wenn es nur 2% unserer Handelsbilanz ausmacht, dann stärkt das die Landwirtschaft im Wüstenstaat nicht. Vielmehr zerstört es die Wirtschaft dort, da enorma Ressourcen eingesetzt werden müssen um die WÜste fruchtbar zu machen, die dann in anderen Wirtschaftsbereichen fehlen. Und was passiert dann mit unserer Handelsbilanz wenn der Wüstenstaat plötzlich 80% seiner Ressourcen aufbrauchen muss um ineffektive Landwirtschaft zu betreiben? Du musst global denken. Wir MÜSSEN sogar Agrarprodukte exportieren meiner Meinung nach, auch wenn es nur verhältnismäßig kleine Mengen sind. Wenn wir dies nicht tun würden, dann müssten in vielen Ländern viele Menschen abgestellt werden die ineffektive Landwirtschaft zur Eigenversorgung betreiben müssen. Und diese Menschen fehlen dann zum Aufbau einer Industrie.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Adam Smith » Mo 9. Okt 2017, 12:24

Maltrino hat geschrieben:(09 Oct 2017, 13:17)

Hast du meinen anderen Beitrag gelesen?

Ich kann nicht hellsehen. Vielleicht würde diese kleine Änderung eine Katastrophe in Gang setzen. Aber wahrscheinlich hast du Recht, erstmal wird bei uns wenig passieren.

Aber: Nehmen wir mal an es gäbe nur zwei Staaten. Deutschland und den fiktiven Wüstenstaat. In beiden Ländern leben gleich Viele Einwohner, die gleich fleißig sind. Einziger Unterschied: Der "Wüstenstaat" kann wegen der Wüste keine Nahrung anbauen. Wenn wir nun keine Nahrung mehr exportieren, auch wenn es nur 2% unserer Handelsbilanz ausmacht, dann stärkt das die Landwirtschaft im Wüstenstaat nicht. Vielmehr zerstört es die Wirtschaft dort, da enorma Ressourcen eingesetzt werden müssen um die WÜste fruchtbar zu machen, die dann in anderen Wirtschaftsbereichen fehlen. Und was passiert dann mit unserer Handelsbilanz wenn der Wüstenstaat plötzlich 80% seiner Ressourcen aufbrauchen muss um ineffektive Landwirtschaft zu betreiben? Du musst global denken. Wir MÜSSEN sogar Agrarprodukte exportieren meiner Meinung nach, auch wenn es nur verhältnismäßig kleine Mengen sind. Wenn wir dies nicht tun würden, dann müssten in vielen Ländern viele Menschen abgestellt werden die ineffektive Landwirtschaft zur Eigenversorgung betreiben müssen. Und diese Menschen fehlen dann zum Aufbau einer Industrie.

Können wir denn überhaupt noch mehr Nahrungsmittel erzeugen oder müssten wir dafür unsere Bäume abholzen? Oder was würdest du vorschlagen?
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 9. Okt 2017, 12:37

Man sollte unwirtliche Gebiete, in denen keine Landwirtschaft möglich ist, nicht mehr besiedeln. Dazu gehört in jedem Fall auch eine Geburtenkontrolle.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Quatschki » Mo 9. Okt 2017, 12:38

Maltrino hat geschrieben:(09 Oct 2017, 12:11)

Zu Punkt 1. Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion ist (entgegen vieler naiver Hoffnungen auch im globalisierungsskeptischen NGO Lager) effektiv nur in den Regionen möglich, wo das Klima es zulässt. Und das Klima ist vor allem dort geeignet wo die heutigen Industrieländer liegen, also bei "uns". Deshalb Butterberge, Hähnchen im Überschuss usw. Die meisten heutigen Entwicklungsländer liegen in Regionen wo das Klima effektive Landwirtschaft nicht zulässt. In diesem Punkt herrscht also extree Ungleichheit in den Bedingungen zwischen den Staaten, bzw. Regionen. Die heutigen Entwicklungsländer haben zum größten Teil eine erheblich schlechtere Ausgangslage.

Stimmt das denn überhaupt?
Europa mag zwar hochwertige Nahrungsmittel, Fleisch- und Milcherzeugnisse exportieren, importiert aber im Gegenzug enorme Mengen an Futtermitteln.
Ein Nettoexporteur von Nahrungsmitteln ist auch Deutschland nicht
Man importiert Rohkaffee und exportiert Kaffee-Pads und hat unterm Strich einen satten Gewinn
Wenn wir aber 83 Millionen von unserer Fläche selbst ernähren müßten, wäre die Speisekarte schmal, fleischarm und Kartoffellastig, weil es anders nicht ginge.

Was ist zum Beispiel mit Indien?
Die sind trotz global gesehen kleiner Anbauflächen zweiter in der Weizenproduktion und fünfter beim Reis
Das Nildelta, das Zweistromland oder die Ebenen Vietnams sind weiter Beispiele für enorm ertragreiche Ackerbaugebiete in heißen Klimazonen und Äquatornähe.

Ein Aspekt, der bei dir völlig unter den Tisch fällt, sind die Weltmeere!
71 Prozent der Erdoberfläche sind von Ozeanen bedeckt.
Das meiste davon wird von den Fangflotten weniger Nationen ausgeplündert, vielfach auch für die Futtermittelproduktion.

Und noch ein anderer Aspekt, den du ebenfalls nicht beachtest, sind die Ernteverluste bei Lagerung und Transport!
Hier haben die technisierten Länder enorme Effizienzvorteile, während in den Entwicklungsländern enorme Mengen an Nahrungsmitteln verderben, da im Bereich der Primitivlandwirtschaften oft einfachste Lagermöglichkeiten fehlen, um die Ernte wirksam vor Feuchte, Verrottung und Schädlingsbefall zu schützen oder leicht verderbliche Ware frisch zu halten. Das kann man aber durch entsprechende Investitionen ändern.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Realist2014 » Mo 9. Okt 2017, 12:39

Maltrino hat geschrieben:(09 Oct 2017, 12:58)

Ich habe es verstanden. Und "wir" werden immer gewinnen weil wir sowohl Agrarprodukte, Industrieprodukte, High-Tech Produkte und sonstwas exportieren können.


Wir = D werden natürlich alles sinnvolle dafür tun

damit UNSER Lebensniveau nicht sinkt

hast DU Probleme damit?
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon relativ » Mo 9. Okt 2017, 12:43

Tom Bombadil hat geschrieben:(09 Oct 2017, 13:37)

Man sollte unwirtliche Gebiete, in denen keine Landwirtschaft möglich ist, nicht mehr besiedeln. Dazu gehört in jedem Fall auch eine Geburtenkontrolle.

Man sollte dabei beachten, wir Menschen leben nur auf 4% der Landmasse Auch wenn uns die Erde so heimelig und passend für uns Menschen erscheint, sind 96% der Erdoberfläche einfach gar nicht , oder weniger gut für uns geeignet: Entweder ist es dort zu heiß, zu kalt, zu trocken oder zu feucht, zu hoch gelegen und zu steil - oder einfach zu unfruchtbar!
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Beitragvon schokoschendrezki » Mo 9. Okt 2017, 12:54

Dass konventionelle "Entwicklunghilfe" (jenseits von Katastrophenhilfe natürlich) ein Irrweg ist und damit in vielen Fällen ganz andere Ziele verfolgt werden, als die Nehmerländer ökonomisch voranzubringen, wurde schon häufig behauptet und auch belegt. Aber den einen "wahren" Grund dafür gibt es nicht. Wie immer sind solche Problemfelder komplex. Kein Grund nun einfach zum nächsten Thema überzugehen. Aber man braucht etwas mehr Zeit und Mühe für eine Analyse.

Dringende Empfehlung: Dambisa Moyo: "Dead Aid. Warum Entwicklungshilfe nicht funktioniert und was Afrika besser machen kann"

Das Buch war lange auf der Bestsellerliste der New York Times und das Time Magazine wählte die Autorin unter die 100 bedeutendsten Persönlichkeiten der Welt.

Ich habe das Buch gelesen. Kritisiert wird darin die vor allem von Popstars wie Bono oder Geldoff propagierte grundsätzliche Helfer-Attitüde. Sie weist nach, dass diese Attitüde die Probleme in Afrika nur verstärkt, indem korrupte Regimes finanziert werden und damit jeder Anreiz zu Reformen "totbezahlt" wird. In gewisser Weise unterstellt sie, dass paradoxerweise Entwicklungshilfe aus dem Norden letztendlich gezahlt wird, um die wirtschaftliche Differenz zwischen Nord und Süd fortzuführen oder sogar zu vertiefen. Weitaus positiver sieht sie die wirtschaftlichen Aktivitäten Chinas auf dem afrikanischen Kontinent. Für mich überzeugend dargelegt.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Maltrino » Mo 9. Okt 2017, 12:55

Adam Smith hat geschrieben:(09 Oct 2017, 13:24)

Können wir denn überhaupt noch mehr Nahrungsmittel erzeugen oder müssten wir dafür unsere Bäume abholzen? Oder was würdest du vorschlagen?


Wir haben ja schon Unmengen Bäume abgeholzt und Moore trockengelegt um die heutigen Agrarflächen zu erstellen. In England ähnlich. Vielleicht war der Aufstieg Englands (GB) zur Weltmacht nur möglich weil in der Vergangenheit alle Bäume gefällt wurden um Getreide und Fleisch produzieren zu können? Noch mehr Abholzen macht bei uns wohl kaum noch Sinn, da mir keine gigantischen Waldgebiete einfallen, die man noch opfern könnte. Die Frage ist überhaupt ob wir überhaupt mehr erzeigen müssen oder ob es heute schon ausreicht und es ein Verteilungsproblem ist. Kann ich jetzt nicht beantworten. Ich denke halt nur, dass es ineffektiv ist von "dem Wüstenstaat" zu erwarten, dass er Getreide selbst anbaut.

Ansonsten kann ich jetzt erstmal nur Gedankenspiele betreiben und fragen: Was würde passieren, wenn "wir" unseren Mix aus Wirtschaftszweigen aufgeben würden, und uns auf die Agrarwirtschaft und Agrarwissenschaft konzentreiren würden, im Gegenzug dazu die 80% der Kleinstbauern in manchen Entwicklungsländern das Züchten von zerzausten Hühnern und Schrumpel-Gurken anbauen lassen würden und stattdessen Autos bauen, Medizin studieren oder Informatiker werden. Was natürlich nicht von Heute auf Morgen geht.

PS: Mir ist auch bewusst, dass wir ganz viel Obst, und Schokolade und sowas importieren. Der Unterschied ist wohl nur, wir brauchen das nicht, sondern können es halt. Und wenn ein Land Kakao exportiert, dann ist das ja eher eine Verzweiflungstat. Wenn w

Was ich wirklich vor Augen hab sind Länder die bestimmte Sachen gar nicht anbauen können, wegen Klima.

Ok, also vielleicht macht es keinen Sinn in Deutschland Wäldr zu holzen um Orangen und Kiwi anzubauen. Das geht woanders besser. Aber trotzdem bleibt es doch dabei, dass die Anbauflächen für wirklich nahhafte Früchte (Getreide) fast nur in Industrieländern sind.

Bevor ich hier weiter nachdenke und mich verteidige Meine Frage ist halt: WAS sollen die Entwicklungsländer produzieren damit sie mit "uns" auf Augenhöhe handeln können? Kakao und Erdnüsse???? Das ist die entscheidende Frage. Und ich sage halt: Es können nur High-Tech Produkte sein. Und dies wird aber nur funktionieren wenn deren High-Tech Produkte besser sind als unsere. Und dies würde bedeuten, dass sich das Verhältnis verschieben muss. In den Industireländern weg von High-Tech, in den Entwicklungsländern hin zu High-Tech. Was sollen sie uns sonst exportieren? Getreide und Fleisch haben wir schon. Kakao und Erdnuss sind nur Luxus-Firlefanz. In was sollen die Entwicklungsländer sich entwickeln?
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Maltrino » Mo 9. Okt 2017, 12:58

Tom Bombadil hat geschrieben:(09 Oct 2017, 13:37)

Man sollte unwirtliche Gebiete, in denen keine Landwirtschaft möglich ist, nicht mehr besiedeln. Dazu gehört in jedem Fall auch eine Geburtenkontrolle.


Na super... Also alle Menschen raus aus Nevada und Las Vegas, weil dort nur Wüste ist und alle Lebensmittel importiert werden müssen? ^^

Oder China als Weltregierung führt die Ein Kind Politik weltweit ein, damit alle dort leben können wo Landwirtschaft in der Nachbarschaft ist?

Politisch auch schräg.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Realist2014 » Mo 9. Okt 2017, 13:00

Maltrino hat geschrieben:(09 Oct 2017, 13:55)


Bevor ich hier weiter nachdenke und mich verteidige Meine Frage ist halt: WAS sollen die Entwicklungsländer produzieren damit sie mit "uns" auf Augenhöhe handeln können? Kakao und Erdnüsse???? Das ist die entscheidende Frage. Und ich sage halt: Es können nur High-Tech Produkte sein. Und dies wird aber nur funktionieren wenn deren High-Tech Produkte besser sind als unsere. Und dies würde bedeuten, dass sich das Verhältnis verschieben muss. In den Industireländern weg von High-Tech, in den Entwicklungsländern hin zu High-Tech. Was sollen sie uns sonst exportieren? Getreide und Fleisch haben wir schon. Kakao und Erdnuss sind nur Luxus-Firlefanz. In was sollen die Entwicklungsländer sich entwickeln?


dann wird das nie funktionieren

es können auch nicht alle 50tsd Fussballvereine in D in der Bundesliga spielen

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