Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

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relativ
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon relativ » Mo 9. Okt 2017, 13:08

Maltrino hat geschrieben:(09 Oct 2017, 13:55)



Bevor ich hier weiter nachdenke und mich verteidige Meine Frage ist halt: WAS sollen die Entwicklungsländer produzieren damit sie mit "uns" auf Augenhöhe handeln können? Kakao und Erdnüsse???? Das ist die entscheidende Frage. Und ich sage halt: Es können nur High-Tech Produkte sein. Und dies wird aber nur funktionieren wenn deren High-Tech Produkte besser sind als unsere. Und dies würde bedeuten, dass sich das Verhältnis verschieben muss. In den Industireländern weg von High-Tech, in den Entwicklungsländern hin zu High-Tech. Was sollen sie uns sonst exportieren? Getreide und Fleisch haben wir schon. Kakao und Erdnuss sind nur Luxus-Firlefanz. In was sollen die Entwicklungsländer sich entwickeln?


Die Lösung ist theoretisch eigentlich relativ simpel und die Globalisierung ist schon ein Teil davon , nur ebend noch nicht so Flächendeckend und Nachhaltig wie es nötig wäre und die damit einhergehenden größeren ökologischen Probleme sind auch einzurechnen.
Die Wirtschaft muss global werden und zusammenwachsen, dazu gehört auch, daß Löhne, Steuern und Preise bezahlt werden, die den Ländern es ermöglichen, ihr Land auch aufzubauen und zu entwicklen, z.B. durch einkommende Steuergelder.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Maltrino » Mo 9. Okt 2017, 13:12

Quatschki hat geschrieben:(09 Oct 2017, 13:38)

Stimmt das denn überhaupt?
Europa mag zwar hochwertige Nahrungsmittel, Fleisch- und Milcherzeugnisse exportieren, importiert aber im Gegenzug enorme Mengen an Futtermitteln.
Ein Nettoexporteur von Nahrungsmitteln ist auch Deutschland nicht
Man importiert Rohkaffee und exportiert Kaffee-Pads und hat unterm Strich einen satten Gewinn
Wenn wir aber 83 Millionen von unserer Fläche selbst ernähren müßten, wäre die Speisekarte schmal, fleischarm und Kartoffellastig, weil es anders nicht ginge.

Was ist zum Beispiel mit Indien?
Die sind trotz global gesehen kleiner Anbauflächen zweiter in der Weizenproduktion und fünfter beim Reis
Das Nildelta, das Zweistromland oder die Ebenen Vietnams sind weiter Beispiele für enorm ertragreiche Ackerbaugebiete in heißen Klimazonen und Äquatornähe.

Ein Aspekt, der bei dir völlig unter den Tisch fällt, sind die Weltmeere!
71 Prozent der Erdoberfläche sind von Ozeanen bedeckt.
Das meiste davon wird von den Fangflotten weniger Nationen ausgeplündert, vielfach auch für die Futtermittelproduktion.

Und noch ein anderer Aspekt, den du ebenfalls nicht beachtest, sind die Ernteverluste bei Lagerung und Transport!
Hier haben die technisierten Länder enorme Effizienzvorteile, während in den Entwicklungsländern enorme Mengen an Nahrungsmitteln verderben, da im Bereich der Primitivlandwirtschaften oft einfachste Lagermöglichkeiten fehlen, um die Ernte wirksam vor Feuchte, Verrottung und Schädlingsbefall zu schützen oder leicht verderbliche Ware frisch zu halten. Das kann man aber durch entsprechende Investitionen ändern.


Ja, man kann es durch Investitionen ändern bzw. man müsste Ressourcen einsetzen damit die Primitivlandwirtschaft effizineter wird, TROTZ klimatisch schwieriger Bedingungen. Man müsste als wohl mehr investieren als hier.

Bei den anderen Punkten hast du Recht. Bzw. ich weiß nicht genau was in Indien und Vietnam abgeht. Ich habe nur Extrembeispiele wie Deutschland und den fiktiven "Wüstenstaat" (von denen es aber durchaus mehrere gibt, wenn auch nicht in so extremer Ausführung) vor Augen.

Naja, Kaffee und Erdnüsse... Luxusartikel halt.

Ja, Ernährungssouveränität würde wohl weltweit funktionieren, hätte aber zur Folge das wir nur das essen was du gesagt hast, und in anderen Teilen der Erde gäbe es dann halt nur Hirse, nur Fleisch, nur Kakao und Urwaldfrüchte... Handel ist also notwendig. Und wenn "wir" zwar nominell (wenn man die Euros zählt) Importüberschuss bei Lebensmitteln haben, aber keine Lebensmittel importieren müssen die wirklich satt machen...

Es läuft doch offenbar darauf hinaus: Verschiedene Regionen können verschiedenes leisten. Es braucht also Handel damit alle von allem was haben.

Wie gesagt, die Frage ist, warum können die Entwicklungsländer uns nicht unter Druck setzen damit wir wirklich teure Sachen bei ihnen kaufen? Weil sie (im Gegensatz zu uns) nicht in der Lage wären sich dauerhaft selbst zu versorgen??? Vielleicht ja? Vielleicht nein?

Kann man viel drüber diskutieren, ich bleib halt nur bei meiner These, dass bestimmte Regionen dieser Erde dauerhaft auf Import von Getreide und bestimmten Grundnahrungsmitteln angewisen sein werden (wenn sie nicht wie Nomaden vor 2000 Jahren leben wollen). Wenn diese Länder mit uns handeln wollen, auf Augenhöhe, müssen sie uns auf bestimmten Bereichen überflügeln. Getreide kann dies meist nicht sein, Orangen und Kiwis und Kakao bringt nicht viel, bleibt Industrie... Aber schön, dass mal jemand mitdiskutiert ohne einfach ein "alles kacke" zu bringen.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Quatschki » Mo 9. Okt 2017, 13:13

Maltrino hat geschrieben:(09 Oct 2017, 13:55)

Bevor ich hier weiter nachdenke und mich verteidige Meine Frage ist halt: WAS sollen die Entwicklungsländer produzieren damit sie mit "uns" auf Augenhöhe handeln können? Kakao und Erdnüsse???? Das ist die entscheidende Frage. Und ich sage halt: Es können nur High-Tech Produkte sein. Und dies wird aber nur funktionieren wenn deren High-Tech Produkte besser sind als unsere. Und dies würde bedeuten, dass sich das Verhältnis verschieben muss. In den Industireländern weg von High-Tech, in den Entwicklungsländern hin zu High-Tech. Was sollen sie uns sonst exportieren? Getreide und Fleisch haben wir schon. Kakao und Erdnuss sind nur Luxus-Firlefanz. In was sollen die Entwicklungsländer sich entwickeln?

Was ist mit der Binnennachfrage?
Wenn die Entwicklungsländer ein eigener Planet wären oder zwischen Entwicklungs- und Industrieländern ein undurchdringliches Kraftfeld läge, müßten sie (und wir auch) auch allein zurechtkommen!
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon franktoast » Mo 9. Okt 2017, 13:14

Maltrino hat geschrieben:(09 Oct 2017, 12:11)
Und mit "der Süden" meine ich jetzt nicht nur Entwicklungsländer in Afrika, es könen auch Länder oder Regionen sein, die nördlich liegen.

Welches afrikanische Land, das die letzten 20 Jahre politisch stabil war und kein verrückter Alleinherrscher an der Macht war, ist denn die letzten 20 Jahre ärmer geworden? Ich bin da offen. Vielleicht findest du ja ein Land.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Maltrino » Mo 9. Okt 2017, 13:14

relativ hat geschrieben:(09 Oct 2017, 14:08)

Die Lösung ist theoretisch eigentlich relativ simpel und die Globalisierung ist schon ein Teil davon , nur ebend noch nicht so Flächendeckend und Nachhaltig wie es nötig wäre und die damit einhergehenden größeren ökologischen Probleme sind auch einzurechnen.
Die Wirtschaft muss global werden und zusammenwachsen, dazu gehört auch, daß Löhne, Steuern und Preise bezahlt werden, die den Ländern es ermöglichen, ihr Land auch aufzubauen und zu entwicklen, z.B. durch einkommende Steuergelder.


Also brauchen wir einen Weltstaat. Hätt ich mir ja auch denken können, dass es wieder darauf hinausläuft ^^.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 9. Okt 2017, 13:20

Maltrino hat geschrieben:(09 Oct 2017, 13:55)
Bevor ich hier weiter nachdenke und mich verteidige Meine Frage ist halt: WAS sollen die Entwicklungsländer produzieren damit sie mit "uns" auf Augenhöhe handeln können? Kakao und Erdnüsse???? Das ist die entscheidende Frage. Und ich sage halt: Es können nur High-Tech Produkte sein. Und dies wird aber nur funktionieren wenn deren High-Tech Produkte besser sind als unsere. Und dies würde bedeuten, dass sich das Verhältnis verschieben muss. In den Industireländern weg von High-Tech, in den Entwicklungsländern hin zu High-Tech. Was sollen sie uns sonst exportieren? Getreide und Fleisch haben wir schon. Kakao und Erdnuss sind nur Luxus-Firlefanz. In was sollen die Entwicklungsländer sich entwickeln?

Die Entwicklungsländer, um die es vorrangig geht, die der Sahelzone gehören zu den ärmsten der Welt. Hier geht es zunächst einmal gar nicht um Exporte oder Computerfabriken sondern um Eigenversorgung. So ziemlich die schlechteste Lösung bestünde darin, europäische Billighühner oder Hühnerteile dorthin zu schicken, um die dortigen Reste einer funktionierenden Landwirtschaft auch noch kaputt zu machen. Wesentlich besser ist eine schrittweise Re-Kultivierung der (z.B. durch Überweidung) desertifizierten Flächen. Und was gut bezahlte europäische Expertenteams seit Jahren versuchen, ist einem alten einheimischen Bauer aus Burkina Faso (Yacouba Sawadogo) wesentlich besser gelungen: Der Wiederanbau von Pflanzen auf Wüstenflächen. Denoch wird es viele Jahre dauern, bis seine Methode (im wahrsten Sinne des Wortes) Früchte trägt - wenn sie denn überhaupt Verbreitung findet.

Ebenfalls nicht ein Agraringenieur sondern ein Kleinbauer hat vor Jahren mit der SRI (System of Rice Intensification)-Methode in Indien einen Ernte-Weltrekord (bezogen auf eine Flächeneinheit) vorgelegt.

Als Laie frage ich mich schon, wie das eigentlich geht.

http://www.bdzv.de/twp/preistraeger-pre ... rea-jeska/
http://globalmagazin.com/themen/natur/r ... hen-anbau/
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Maltrino » Mo 9. Okt 2017, 13:25

Quatschki hat geschrieben:(09 Oct 2017, 14:13)

Was ist mit der Binnennachfrage?
Wenn die Entwicklungsländer ein eigener Planet wären oder zwischen Entwicklungs- und Industrieländern ein undurchdringliches Kraftfeld läge, müßten sie (und wir auch) auch allein zurechtkommen!


Wenn bestimmte Regionen die ich vor Augen habe ein jeweils eigener Planet wären, dann würden die Menschen dort halt in Zelten leben, sich von Fleisch, Fett und Milch ernähren. Die Frage wäre dann nur wo der Sauerstoff herkommt den diese Menschen atmen, da der Regenwalt ja ein anderer Planet ist ^^. Ich sage ja, Ernährungssouveränität ist möglich, aber dann gibt es halt nur karge Mahlzeiten, sagst du ja auch. Wenn nun aber ein Land, dessen Klima und Boden nur einfachste Fleischwirtschaft möglich macht, wenn dieses Land sich entwickeln will, was bleibt dann? Fleisch brauchen sie uns nicht zu exportieren, das haben wir in unserem milden Klima schon. Was sollen diese Länder, in denen es nur Steppe und einfachstes Weideland gibt, uns verkaufen? Rohstoffe, na toll. Oder halt Industrieprodukte. Aber die müssen dann besser sein als unsere. Oder eben billiger...

Aber die Binnennachfrage würde, so wie du es beschreibst, im Extremfall zu einem rudimentären, archaischen Ursprungszustand führen, den viele romantische Globalisierungskritiker vielleicht auch vor Augen haben... Wenn bestimmte Regionen durch ein Kraftfeld isoliert wären, würde es dort einfach kein Getreide geben. Und wenn Deutschland isoliert wäre, ja dann gäbe es nur Kartoffeln, Speck, Schinken, Kohl und Brot, aber immerhin...
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon relativ » Mo 9. Okt 2017, 13:27

Maltrino hat geschrieben:(09 Oct 2017, 14:14)

Also brauchen wir einen Weltstaat. Hätt ich mir ja auch denken können, dass es wieder darauf hinausläuft ^^.

Worauf den sonst, meinst du wir bekommen die globalen Probleme kleinbürgerlich gelöst? Früher waren uns die globalen Abhängigkeiten nicht so bewusst, aber jetzt wo nur noch ein Blinder, oder ein Trump dies ignorieren kann, Ist eine globale Zusammenarbeit mehr als notwendig.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Realist2014 » Mo 9. Okt 2017, 13:31

relativ hat geschrieben:(09 Oct 2017, 14:08)


Die Wirtschaft muss global werden und zusammenwachsen, dazu gehört auch, daß Löhne, Steuern und Preise bezahlt werden, die den Ländern es ermöglichen, ihr Land auch aufzubauen und zu entwicklen, z.B. durch einkommende Steuergelder.


Löhne müssen erwirtschaftet werden..

in jedem Unternehmen separat

diese Prozesse sind langwierig
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Adam Smith » Mo 9. Okt 2017, 13:40

relativ hat geschrieben:(09 Oct 2017, 14:36)

Verschone mich bitte mit deiner Tonbandaufnahme, die habe ich jetzt wirklich schon oft genug von dir als Totschlagargument vernommen.

Die Löhne in Afrika sind äusserst niedrig. Trotzdem bringen die chinesischen Firmen eigene Arbeitnehmer mit um in Afrika Eisenbahnen und Gebäude zu errichten.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Realist2014 » Mo 9. Okt 2017, 13:41

relativ hat geschrieben:(09 Oct 2017, 14:36)

Verschone mich bitte mit deiner Tonbandaufnahme, die habe ich jetzt wirklich schon oft genug von dir als Totschlagargument vernommen.



ökonomische Fakten sind kein "Totschlagargument"

auch wenn sie DIR nicht gefallen

keine Unternehmer/ Unternehmen irgendwo in einem Entwicklungsland zahlt Löhne, wo dann kein angemessener Gewinn mehr übrig bleibt

DAS scheint aber DEINE realitätsferne Vorstellung zu sein
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Maltrino » Mo 9. Okt 2017, 13:43

schokoschendrezki hat geschrieben:(09 Oct 2017, 14:20)

Die Entwicklungsländer, um die es vorrangig geht, die der Sahelzone gehören zu den ärmsten der Welt. Hier geht es zunächst einmal gar nicht um Exporte oder Computerfabriken sondern um Eigenversorgung. So ziemlich die schlechteste Lösung bestünde darin, europäische Billighühner oder Hühnerteile dorthin zu schicken, um die dortigen Reste einer funktionierenden Landwirtschaft auch noch kaputt zu machen. Wesentlich besser ist eine schrittweise Re-Kultivierung der (z.B. durch Überweidung) desertifizierten Flächen. Und was gut bezahlte europäische Expertenteams seit Jahren versuchen, ist einem alten einheimischen Bauer aus Burkina Faso (Yacouba Sawadogo) wesentlich besser gelungen: Der Wiederanbau von Pflanzen auf Wüstenflächen. Denoch wird es viele Jahre dauern, bis seine Methode (im wahrsten Sinne des Wortes) Früchte trägt - wenn sie denn überhaupt Verbreitung findet.

Ebenfalls nicht ein Agraringenieur sondern ein Kleinbauer hat vor Jahren mit der SRI (System of Rice Intensification)-Methode in Indien einen Ernte-Weltrekord (bezogen auf eine Flächeneinheit) vorgelegt.

Als Laie frage ich mich schon, wie das eigentlich geht.

http://www.bdzv.de/twp/preistraeger-pre ... rea-jeska/
http://globalmagazin.com/themen/natur/r ... hen-anbau/


Und wenn du Überweidung ansprichst, dann ist es offenbar auch eine schlechte Lösung wenn die ansässigen Bauern krampfhaft versuchen selbst genug (Fleisch) zu produzieren. Ok, es geht in solchen Regionen nur der Umgebung angepasster Ackerbau. In vielen Regionen geht gar kein Ackerbau.

Aber was heißen die Beispiele die du nennst? Dass es für diese Länder die nächsten hundert Jahre erstmal nur darum gehen kann Wüsten zu begrünen, damit in weitern Hundert Jahren Selbstversprgung wie in Europa möglich ist und darauf aufbauend dann Industrie wie in Europa entstehen kann? Und was ist mit den Ländern in denen es klimatisch einfach nicht geht, egal was man macht? Und heißt das, dass man diesen ganzen Menschen sagen muss, dass sie erstmal die nächsten Hundert Jahre Wüsten begrünen müssen und es dann vielleicht trotzdem noch zum großen Teil Wüste ist? Es geht nicht um "Exporte und Computerfabriken"? Ok, dann hast du ja auch den "wahren Grund" genannt warum "der Süden" imemr ärmer sein wird als "der Norden". Zumindest solange die Wüsten nicht begrünt wurden...
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Maltrino » Mo 9. Okt 2017, 13:47

Realist2014 hat geschrieben:(09 Oct 2017, 14:31)

Löhne müssen erwirtschaftet werden..

in jedem Unternehmen separat

diese Prozesse sind langwierig


Ja ist doch ok. Ich glaube es hat hier auch keiner was dagegen wenn wir um dich eine Käseglocke bauen, damit du endlich alleine alles erwirtschaften kannst, und dann zeigst du uns nach 50 Jahren, wenn wir die Käseglocke wieder öffnen, wie weit du gekommen bist und wie "reich" du bist. Können wir sofort machen Erwirtschafte ab jetzt alles selber. Und u darfst nur Sachen verkaufen die 100% aus dir selbst heraus erwirtschaftet wurden. Niere, Leber, Milz usw. Ach nee, die gibt es ja nur weil jemand anderes Essen hergestellt hat das du gegessen hast... Mist.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon relativ » Mo 9. Okt 2017, 13:50

Adam Smith hat geschrieben:(09 Oct 2017, 14:40)

Die Löhne in Afrika sind äusserst niedrig. Trotzdem bringen die chinesischen Firmen eigene Arbeitnehmer mit um in Afrika Eisenbahnen und Gebäude zu errichten.

Was die Chinesen dort machen ist zu begrüßen, wenn es denn auch nachhaltig ist und da gibt es eben gute sowie schlechte Projekte.
Ich würde auch nicht soweit gehen alle westlichen Entwicklungsprojekte als schlecht zu deklarieren. Die Löhne/Preise ect. muessen sich eben auch Angleichen, so wie die Lebenverhältnisse. Das sowas nicht von heute auf morgen geschehen kann sollte doch kein Diskurs wert sein. Wichtig ist, daß diese Prozesse eingeleitet werden und zwar so, daß sich Automatismen und Fallgitter entwickeln können um so dem Extremen, bei möglichen scheitern einzelner Staaten, entgegengewirkt werden kann.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 9. Okt 2017, 13:52

Maltrino hat geschrieben:(09 Oct 2017, 14:43)

Und wenn du Überweidung ansprichst, dann ist es offenbar auch eine schlechte Lösung wenn die ansässigen Bauern krampfhaft versuchen selbst genug (Fleisch) zu produzieren. Ok, es geht in solchen Regionen nur der Umgebung angepasster Ackerbau. In vielen Regionen geht gar kein Ackerbau.

Aber was heißen die Beispiele die du nennst? Dass es für diese Länder die nächsten hundert Jahre erstmal nur darum gehen kann Wüsten zu begrünen, damit in weitern Hundert Jahren Selbstversprgung wie in Europa möglich ist und darauf aufbauend dann Industrie wie in Europa entstehen kann? Und was ist mit den Ländern in denen es klimatisch einfach nicht geht, egal was man macht? Und heißt das, dass man diesen ganzen Menschen sagen muss, dass sie erstmal die nächsten Hundert Jahre Wüsten begrünen müssen und es dann vielleicht trotzdem noch zum großen Teil Wüste ist? Es geht nicht um "Exporte und Computerfabriken"? Ok, dann hast du ja auch den "wahren Grund" genannt warum "der Süden" imemr ärmer sein wird als "der Norden". Zumindest solange die Wüsten nicht begrünt wurden...

Nicht von "Wüsten begrünen" sondern von "schrittweise ehemalige Weideflächen" zurückgewinnen. Da dürfte es kaum um "100 jahre" gehen. Und das ist natürlich auch nur ein Schritt von mehreren. "Zu sagen" hat man "diesen ganzen Menschen" ohnehin nix. Es sei denn, sie suchen selbst Beratung.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Realist2014 » Mo 9. Okt 2017, 13:55

Maltrino hat geschrieben:(09 Oct 2017, 14:47)

Ja ist doch ok. Ich glaube es hat hier auch keiner was dagegen wenn wir um dich eine Käseglocke bauen, damit du endlich alleine alles erwirtschaften kannst, und dann zeigst du uns nach 50 Jahren, wenn wir die Käseglocke wieder öffnen, wie weit du gekommen bist und wie "reich" du bist. Können wir sofort machen Erwirtschafte ab jetzt alles selber. Und u darfst nur Sachen verkaufen die 100% aus dir selbst heraus erwirtschaftet wurden. Niere, Leber, Milz usw. Ach nee, die gibt es ja nur weil jemand anderes Essen hergestellt hat das du gegessen hast... Mist.


was soll der Blödfug?

meinst du, die Unternehmen in den Entwicklungsländern zahlen Löhne, wo sie selber drauf zahlen?
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Realist2014 » Mo 9. Okt 2017, 13:57

relativ hat geschrieben:(09 Oct 2017, 14:50)

W . Wichtig ist, daß diese Prozesse eingeleitet werden .



diese Prozesse laufen schon seit Jahrzehnten in den Entwicklungsländern

in alle Ländern,die demokratisch sind und Marktwirtschaft haben
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Realist2014 » Mo 9. Okt 2017, 13:58

relativ hat geschrieben:(09 Oct 2017, 14:56)

Hat dies wer gefordert.hm?



na DU...

das andere gibt es ja schon

angemessene Löhne...

das reicht dir ja wohl nicht
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon relativ » Mo 9. Okt 2017, 14:12

franktoast hat geschrieben:(09 Oct 2017, 14:14)

Welches afrikanische Land, das die letzten 20 Jahre politisch stabil war und kein verrückter Alleinherrscher an der Macht war, ist denn die letzten 20 Jahre ärmer geworden? Ich bin da offen. Vielleicht findest du ja ein Land.

Frag mal lieber wieviele dieser Länder wieder ins Chaos zurückgefallen sind , nachdem ihre stabile Phase zuende war.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Maltrino » Mo 9. Okt 2017, 14:23

schokoschendrezki hat geschrieben:(09 Oct 2017, 14:52)

Nicht von "Wüsten begrünen" sondern von "schrittweise ehemalige Weideflächen" zurückgewinnen. Da dürfte es kaum um "100 jahre" gehen. Und das ist natürlich auch nur ein Schritt von mehreren. "Zu sagen" hat man "diesen ganzen Menschen" ohnehin nix. Es sei denn, sie suchen selbst Beratung.


Ok, wenn wir mal davon ausgehen, dass überall wo heute Menschen leben es irgendwann zumindest sowas wie "Weideflächen" gegeben haben muss, dann kann man natürlich versuchen diesen ursprünglichen Zustand, durch Begrenzung der Weidetiere oder sonstige Maßnahmen, erstmal wieder herzustellen. Das "Problem" ist aber meist: In solchen Ländern wohnen inzwischen beispielsweise 3 Millionen statt 300.000 Menschen. Funktioniert Eigenversorgung dann auch noch? Natürlich ist eine Verbesserung der Umwelt, aus verschiedenen Gründen, total sinnvoll. Aber ob auf allen dieser "ehemaligen Weideflächen" auch Getreide für den Eigenbedarf, für Millionen Menschen, hergestellt werden kann? Weiß ich jetzt nicht. Manche sagen es geht. Ich glaub halt eher, dass man dauerhaft akzeptieren muss, dass bestimmte Länder und Regionen nicht genug Nahrung für deren heutige Bevölkerung produzieren können, ohne Raubbau. Deshalb: FÜR DEN GLOBALEN FINANZAUSGLEICH, damit die Hirten in manchen Regionen nicht gezwungen sind ihre Herden immer weiter ins Land zu treiben um die Verwüstung zu beschleunigen...
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