Schäubles Bilanz

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Adam Smith
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Schäubles Bilanz

Beitragvon Adam Smith » Fr 6. Okt 2017, 15:35

Hätte das nicht auch der Kassenwart vom Kegelklub hingekriegt?


http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 71460.html

Schäuble hat es geschafft, dass der deutsche Staatshaushalt wieder ausgeglichen ist. Dieses ist keine große Kunst. So etwas sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Dass es dieses nicht ist, liegt an Personen wie Krugman und seinen Anhängern. Schäubles Leistung besteht also darin, dass er sich gegen Krugman durchgesetzt hat. Und das hätte ein einfacher Kassenwart nicht geschafft.

Aus dem Grund sollte auch ein einfacher Kassenwart nicht Finanzminister werden.

Das alles spricht in der Tat für eine neue Finanzpolitik, in der es weniger um jährliche schwarze Nullen geht - und mehr darum, in die Zukunft zu investieren.


Das alles spricht dafür, dass die Attacken und Angriffe weiter gehen. Es braucht Personen wie einen Schäuble um sich dagegen zu wehren.
Rochhardo
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Re: Schäubles Bilanz

Beitragvon Rochhardo » Fr 6. Okt 2017, 15:45

Toller Artikel ... auf der einen Seite sagt der Autor Schäubles Verdienst seien fehlende Investitionen, aber auf der anderen Seite sagt der Autor, dass ja Schäuble gar nichts daran ändern kann sondern nur Geld verwaltet. Ach ja ... der Spiegel halt.

Aber mal ernsthaft. Die Schwarze Null hinzubekommen ist, wie der Artikel richtig beschreibt, keine große Leistung gewesen in den vergangen Jahren. Steueraufkommen und eine Gratisschulden, haben es tatsächlich erst ermöglicht. Würde der Zins da stehen wo es für die deutsche Konjunktur richtig wäre, hätte ein Schäuble arg am Tisch knabbern müssen um das hinzubekommen.

Dass nicht in die Zukunft investiert wird, liegt an Jahrzehnten verfehlter Politik, die stehts lieber in Wahlgeschenke als in die Zukunft investiert hat. Löbliche Ausnahmen gab es hin und wieder mal, sind in der deutschen Politik aber doch eher verpöhnt. Genauso ein ausgeglichener Haushalt. Zwar beruft sich die deutsche Wirtschafts-/Finanzpolitik auf das Modell der antizyklischen Ausgaben nach Kaynes, jedoch befindet sich danach gesehen Deutschland seit den '70er Jahren in einer dauerhaften Krise. Man übertüncht aber lieber mit dem Begriff antizyklischen Wirtschaftspolitik das felißige verteilen von Wahlgeschenken, denn damit bekommt das ganze sogar noch einen wissenschaftlichen Touch.

Es bleibt abzuwarten wie es sich weiter entwickelt und wann die Schwarze Null aufgrund irgendeiner herbei geredeten Krise geopfert wird um endlich wieder ein Defizit im deutschen Staatshaushalt ausweisen zu können.
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Re: Schäubles Bilanz

Beitragvon DerExperte » Fr 6. Okt 2017, 15:58

Rochhardo hat geschrieben:(06 Oct 2017, 16:45)

Toller Artikel ... auf der einen Seite sagt der Autor Schäubles Verdienst seien fehlende Investitionen, aber auf der anderen Seite sagt der Autor, dass ja Schäuble gar nichts daran ändern kann sondern nur Geld verwaltet. Ach ja ... der Spiegel halt.


Naja, er kann ja auch nichts daran ändern?
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Re: Schäubles Bilanz

Beitragvon Dampflok94 » Sa 7. Okt 2017, 08:40

Ein ausgeglichener Haushalt ist doch kein Selbstzweck. Wenn man ihn erreichen kann und das sinnvoll ist, dann sollte man es tun. Oder sogar Haushaltsüberschüsse generieren. Aber manchmal ist das eben nicht sinnvoll.

Herr Schäuble hat die schwarze Null zu einem Wert an sich verklärt. Ist sie aber eben nicht.
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Re: Schäubles Bilanz

Beitragvon Skull » Sa 7. Okt 2017, 08:55

Ich finde die schwarze Null gut.

Natürlich kann man kritisieren, das es hätte eine rote Null sein können...
Oder das die schwarze Null eine positive Zahl sein sollte...
Oder dass das nicht Schäubles Verdienst wäre...
Oder irgendetwas anderes...

Finde aber die Situation des deutschen Staatshaushaltes trotzdem positiv. :)

mfg
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Re: Schäubles Bilanz

Beitragvon yogi61 » Sa 7. Okt 2017, 09:33

Wenn man nicht vernünftig investiert und alles verrotten lässt, dann ist so eine schwarze Null auch nicht so schwierig. Für mich ist Herr Dr. Schäuble die schwarze Null in Person.
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Re: Schäubles Bilanz

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 7. Okt 2017, 18:55

yogi61 hat geschrieben:(07 Oct 2017, 10:33)

Wenn man nicht vernünftig investiert und alles verrotten lässt, dann ist so eine schwarze Null auch nicht so schwierig. Für mich ist Herr Dr. Schäuble die schwarze Null in Person.

Viele Bundesländer haben keine oder geringe Nettoneuschulden.
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Re: Schäubles Bilanz

Beitragvon yogi61 » So 8. Okt 2017, 11:44

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(07 Oct 2017, 19:55)

Viele Bundesländer haben keine oder geringe Nettoneuschulden.


Ja und? :?: Was soll das mit der maroden Infrastruktur und dem Investitionsstau und dem Chaos zu tun haben, das wir unseren Kindern und Enkeln hinterlassen?
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Re: Schäubles Bilanz

Beitragvon Watchful_Eye » So 8. Okt 2017, 12:09

yogi61 hat geschrieben:(07 Oct 2017, 10:33)

Wenn man nicht vernünftig investiert und alles verrotten lässt, dann ist so eine schwarze Null auch nicht so schwierig. Für mich ist Herr Dr. Schäuble die schwarze Null in Person.

Ich bin schon froh, dass das Geld nicht in irgendein Steuergeschenk für Hochverdiener gesteckt wurde. :) Außerdem sagt mir mein Gefühl, dass Jamaika dafür umso teurer wird, wenn die FDP ihren Steuerkram und die Grünen ihren Umweltkram haben will. :?
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Re: Schäubles Bilanz

Beitragvon Cobra9 » So 8. Okt 2017, 12:10

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(07 Oct 2017, 19:55)

Viele Bundesländer haben keine oder geringe Nettoneuschulden.


Die Haushalte der Bundesländer sind aber eigene Budgets. Welche Rolle spielt da Schäuble ?
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Re: Schäubles Bilanz

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 8. Okt 2017, 12:18

Cobra9 hat geschrieben:(08 Oct 2017, 13:10)

Die Haushalte der Bundesländer sind aber eigene Budgets. Welche Rolle spielt da Schäuble ?

Keine. Genau wie beim Bundeshaushalt. Es ist ein allgemeiner Trend. Sogar viele Kommunen bauen Schulden ab. Nicht alle.
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Re: Schäubles Bilanz

Beitragvon Cobra9 » So 8. Okt 2017, 12:26

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(08 Oct 2017, 13:18)

Keine. Genau wie beim Bundeshaushalt. Es ist ein allgemeiner Trend. Sogar viele Kommunen bauen Schulden ab. Nicht alle.


Sorry hatte es falsch verstanden
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Re: Schäubles Bilanz

Beitragvon Skull » So 8. Okt 2017, 12:33

yogi61 hat geschrieben:(08 Oct 2017, 12:44)

Ja und? :?:

Was soll das mit der maroden Infrastruktur und dem Investitionsstau und dem Chaos zu tun haben,
das wir unseren Kindern und Enkeln hinterlassen?

Besser Billionen von Schulden...? :?:

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Re: Schäubles Bilanz

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 8. Okt 2017, 12:34

Skull hat geschrieben:(08 Oct 2017, 13:33)

Besser Billionen von Schulden...? :?:

mfg

Unter Umständen wären etwas mehr Schulden und dafür ausgewählte Infraprojekte schon jetzt statt später oder nie zu bevorzugen. Nicht wahllos, mit Augenmaß.
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Re: Schäubles Bilanz

Beitragvon Skull » So 8. Okt 2017, 12:40

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(08 Oct 2017, 13:34)

Unter Umständen wären etwas mehr Schulden und dafür ausgewählte Infraprojekte schon jetzt statt später oder nie zu bevorzugen. Nicht wahllos, mit Augenmaß.

Meine Frage in den letzten Jahren lautet an dieser Stelle immer...

Wenn mann IRGENDWANN mal die Staatsverschuldung (etwas) reduzieren will,
wenn WANN... nicht HEUTE ?

In den letzten 2 Generationen hiess es ja immer: verschieben wir auf MORGEN. ;)

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Re: Schäubles Bilanz

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 8. Okt 2017, 12:45

Skull hat geschrieben:(08 Oct 2017, 13:40)

Meine Frage in den letzten Jahren lautet an dieser Stelle immer...

Wenn mann IRGENDWANN mal die Staatsverschuldung (etwas) reduzieren will,
wenn WANN... nicht HEUTE ?

In den letzten 2 Generationen hiess es ja immer: verschieben wir auf MORGEN. ;)

mfg

Es ist ein unsinniges Ziel, die Verschuldung mehr als eben leicht fällt zu senken. Es reicht hin, sie nicht schneller zu vergrößern als die Bedienfähigkeit wächst. Da sind wir seit vielen Jahren locker dabei. Es übertreiben kommt teuer. Wenn klug investiert ist, lachen wir morgen über den heutigen Schuldenstand, ohne dass er steigt oder fällt.
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Re: Schäubles Bilanz

Beitragvon Skull » So 8. Okt 2017, 13:31

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(08 Oct 2017, 13:45)

Es ist ein unsinniges Ziel, die Verschuldung mehr als eben leicht fällt zu senken.

Es reicht hin, sie nicht schneller zu vergrößern als die Bedienfähigkeit wächst.

Da sind wir seit vielen Jahren locker dabei. Es übertreiben kommt teuer.
Wenn klug investiert ist, lachen wir morgen über den heutigen Schuldenstand, ohne dass er steigt oder fällt.

Lasse mal die Zinsen auf ein Normalmaß steigen. Und dann 5 - 10 Jahre später NOCHMALS darüber schreiben. ;)

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Re: Schäubles Bilanz

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 8. Okt 2017, 13:36

Skull hat geschrieben:(08 Oct 2017, 14:31)

Lasse mal die Zinsen auf ein Normalmaß steigen. Und dann 5 - 10 Jahre später NOCHMALS darüber schreiben. ;)

mfg

Die Zinsen waren vor 10 Jahren höher, da hatten wir dieselbe gute Lage. Die Finanzkrise war eine ungeplante Extrakost. Das wären viele Autobahnbrücken geworden. Abgesehen davon werden in den nächsten vier Jahren die Zinsen eher nicht signifikant schwanken.
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Re: Schäubles Bilanz

Beitragvon Dampflok94 » So 8. Okt 2017, 14:26

Skull hat geschrieben:(08 Oct 2017, 13:40)

Meine Frage in den letzten Jahren lautet an dieser Stelle immer...

Wenn mann IRGENDWANN mal die Staatsverschuldung (etwas) reduzieren will,
wenn WANN... nicht HEUTE ?

Will man denn? Und wer ist man? Und sollte man es wollen? Da stellen sich viele Fragen.
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Re: Schäubles Bilanz

Beitragvon jorikke » So 8. Okt 2017, 15:35

yogi61 hat geschrieben:(08 Oct 2017, 12:44)

Ja und? :?: Was soll das mit der maroden Infrastruktur und dem Investitionsstau und dem Chaos zu tun haben, das wir unseren Kindern und Enkeln hinterlassen?


Ich erinnere noch gut die Hinterlassenschaft meiner Altvorderen.
War an Chaos nicht zu überbieten.
Es war die Zeit von 1945 bis 1960.
Wenn man unter den damaligen Eindrücken obigen Satz einordnen soll, dann bleibt eigentlich nur ungläubiges Staunen über solcherlei Ansichten übrig.
Es ist als versucht man Massensterben mit einer Grippewelle und einen Furz als beginnenden Weltuntergang gleich zu setzen.

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