Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Moderator: Moderatoren Forum 1

Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 34832
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 14:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Realist2014 » Mo 9. Okt 2017, 10:02

Tom Bombadil hat geschrieben:(09 Oct 2017, 10:50)

Wie du irgendwas bezeichnest ist irrelevant. Mit "Arbeit haben" meinte ich eine Festanstellung bei einem Unternehmen, das hatte ich ja auch schonmal in Sachen "Massenarbeit" erläutert, aber okay, bei dir muss man sich eben öfter mal wiederholen, schon der TE hat von freischaffenden Youtube-bloggern und Produktdesignern geschrieben... Wenn du der Meinung bist, dass 10 oder 20 oder XY Mio neue Kleinunternehmer keine Auswirkungen auf die Gesellschaft haben, dann ist das ja auch okay, ich hoffe nur weiterhin darauf, dass die Politik klüger und weitsichtiger ist.


obige Erläuterung ist nur EINE der von dir beschriebenen Szenarien

Weg von "Festanstellung" Richtung "Einzelkämpfer"

Sicher ist das AUCH eine Szenario, welches dann Beachtung finden muss

nur würde DIESES Szenario mit unseren heutigen "Sozialsystemen" Problemlos funktionieren ( warum auch nicht...)


Nur impliziert deine Ausgangsbeschreibung eben AUCH das Szenario höhere "Arbeitslosigkeit" - wie eben ja auch in vielen Artikeln zu Industry 4.0 als "mögliches Szenario" beschrieben wird

Und DA stellt sich eben die Frage, wie denn nun die angeblich "hohen Profite" bei gleichzeitig wegbrechenden Kunden realisiert werden sollen...

Oder schließt DU diese "Kombination" aus?
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 28825
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 9. Okt 2017, 10:37

Realist2014 hat geschrieben:(09 Oct 2017, 11:02)

nur würde DIESES Szenario mit unseren heutigen "Sozialsystemen" Problemlos funktionieren ( warum auch nicht...)

Lieber Herr im Himmel, schick mir Geduld. ES WAR DEINE THESE, DASS UNSER SOZIALSYSTEM AUCH MIT 30% ARBEITSLOSIGKEIT FERTIG WERDEN WÜRDEN. Den Beweis dieser These bist du übrigens immer noch schuldig.

Und DA stellt sich eben die Frage, wie denn nun die angeblich "hohen Profite" bei gleichzeitig wegbrechenden Kunden realisiert werden sollen...

Die "gleichzeitig wegbrechenden Kunden" sind ja auch nur einer eurer STROHMÄNNER.

Und NOCHMAL: mir geht es um einen gesellschaftlichen Wandel, sollte es dazu kommen, dass sich viele Millionen Menschen als Kleinunternehmer verdingen MÜSSTEN (Konjunktiv, es MUSS NICHT so kommen). Wie könnte man jetzt noch fest angestellte Menschen auf so einen Job vorbereiten, wie müssten sich Schule, Studium und Ausbildung ändern, gäbe es staatliche Förderung etc. pp.? Das wäre EIN MÖGLICHES Szenario. Ein ANDERES MÖGLICHES Szenario wäre, dass man deutsche AN zu Roboterentwicklern, -bauern, -programmierern und -servicetechnikern (oder entsprechende Jobs in der Zuliefererkette) ausbilden oder umschulen würde, auch das müsste von der Politik voraus geplant werden, auch das hätte Konsequenzen für Schule, Studium und Ausbildung. Der WORST CASE wäre 30%, 40%, XY% Massenarbeitslosigkeit, auch dieses Szenario sollte man untersuchen, um einen Plan in der Schublade zu haben.

Was genau ist eigentlich so schlimm daran, wenn die Bundesregierung verschiedene solcher Szenarien durchspielt/durchspielen lässt und daraufhin Pläne macht, wie man aus heutiger Sicht bestmöglich damit umgeht?
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 34832
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 14:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Realist2014 » Mo 9. Okt 2017, 10:54

Tom Bombadil hat geschrieben:(09 Oct 2017, 11:37)

Lieber Herr im Himmel, schick mir Geduld. ES WAR DEINE THESE, DASS UNSER SOZIALSYSTEM AUCH MIT 30% ARBEITSLOSIGKEIT FERTIG WERDEN WÜRDEN. Den Beweis dieser These bist du übrigens immer noch schuldig.


Die "gleichzeitig wegbrechenden Kunden" sind ja auch nur einer eurer STROHMÄNNER.

Und NOCHMAL: mir geht es um einen gesellschaftlichen Wandel, sollte es dazu kommen, dass sich viele Millionen Menschen als Kleinunternehmer verdingen MÜSSTEN (Konjunktiv, es MUSS NICHT so kommen). Wie könnte man jetzt noch fest angestellte Menschen auf so einen Job vorbereiten, wie müssten sich Schule, Studium und Ausbildung ändern, gäbe es staatliche Förderung etc. pp.? Das wäre EIN MÖGLICHES Szenario. Ein ANDERES MÖGLICHES Szenario wäre, dass man deutsche AN zu Roboterentwicklern, -bauern, -programmierern und -servicetechnikern (oder entsprechende Jobs in der Zuliefererkette) ausbilden oder umschulen würde, auch das müsste von der Politik voraus geplant werden, auch das hätte Konsequenzen für Schule, Studium und Ausbildung. Der WORST CASE wäre 30%, 40%, XY% Massenarbeitslosigkeit, auch dieses Szenario sollte man untersuchen, um einen Plan in der Schublade zu haben.

Was genau ist eigentlich so schlimm daran, wenn die Bundesregierung verschiedene solcher Szenarien durchspielt/durchspielen lässt und daraufhin Pläne macht, wie man aus heutiger Sicht bestmöglich damit umgeht?



es spricht überhaupt nichts dagegen , viele Szenarien durch zuspielen

allerdings hatte ich schon hingewiesen, wird KEINE der Parteien diesen von dir angesprochenen möglichen "Wandel" dahingehend "vorbereiten" wird, in dem sie den "SV-pflichtigen, sicheren Arbeitsplatz" als "Auslaufmodell" darstellen wird....

was soll daher der Käse mit deinem "Strohmann"?

Dieses Szenario "hoher Profit bei gleichzeitiger hoher Arbeitslosigkeit" wird doch immer wieder angeführt ( nein, NICHT von DIR..)

daher hatte ich aber trotzdem DICH zu DIESEM Szenario nach DEINER Meinung gefragt

ICH halte dieses Szenario für HUMBUG

und du?
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 28825
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 9. Okt 2017, 11:38

Realist2014 hat geschrieben:(09 Oct 2017, 11:54)

es spricht überhaupt nichts dagegen , viele Szenarien durch zuspielen

Wozu dann hier diese Diskussion über x Seiten?

...in dem sie den "SV-pflichtigen, sicheren Arbeitsplatz" als "Auslaufmodell" darstellen wird....

Hatte das jemand behauptet oder gefordert? Nein, also wieder ein Strohmann.

was soll daher der Käse mit deinem "Strohmann"?

Ich lasse mir von dir keine Aussagen in den Mund legen, siehe Strohmann: https://de.wikipedia.org/wiki/Strohmann-Argument

daher hatte ich aber trotzdem DICH zu DIESEM Szenario nach DEINER Meinung gefragt

Sollte es weltweit zu hoher AL und Verarmung von 99% der Menschen kommen, dann gibt es sicherlich kaum noch Profit. Mir stellt sich nur die Frage, was Fragen zu solchen Szenarien bezwecken sollen.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
franktoast
Beiträge: 2680
Registriert: So 29. Jun 2014, 09:24

Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon franktoast » Mo 9. Okt 2017, 11:39

Boracay hat geschrieben:(09 Oct 2017, 08:28)

Die Siguation ist im Süden schon bei einfachsten Hilfsjobs dramatisch. Hier gibt es viele Regionen mit einer ALG Quote von 1,X %, da bekommst du nicht mal Putzfrauen oder Alkoholiker.


1,x% ist ja schon sehr ungewöhnlich. Ich meine, jedes Jahr gibt es Entlassungen und Firmenschließungen, Uniabsolventen etc. Das kann durchaus auch mal ein wenig dauern, bis man den passenden Job (wieder) gefunden hat.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 34832
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 14:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Realist2014 » Mo 9. Okt 2017, 11:44

Tom Bombadil hat geschrieben:(09 Oct 2017, 12:38)




Hatte das jemand behauptet oder gefordert? Nein, also wieder ein Strohmann.


Ic .



ja

DU

nicht nur einmal

du weißt offensichtlich selber nicht mehr , was du geschrieben hast

DU sprichst als mögliches Szenario die "Millionen Kleinunternehmer" an , die möglicherweise STAAT SV-pflichtigen Arbeitsplätzen entstehen werden und d"die Politik" sich darauf vorbereiten soll duch Änderungen bei Ausbildung Studium usw.

ICH schreibe dann, das KEINE Partei diese "Abkehr" von den "sicheren Arbeitsplätzen" aber "verkaufen" wird, da politischer Selbstmord - und daher diese "Vorbereitung" eben nicht statt finden kann...

dann streitest du deine eigene Aussage ab

das ist echt Kindergarten
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 34832
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 14:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Realist2014 » Mo 9. Okt 2017, 11:46

Tom Bombadil hat geschrieben:(09 Oct 2017, 12:38)



Sollte es weltweit zu hoher AL und Verarmung von 99% der Menschen kommen, dann gibt es sicherlich kaum noch Profit. Mir stellt sich nur die Frage, was Fragen zu solchen Szenarien bezwecken sollen.


nicht weltweit und 99%

sondern DEUTSCHLAND und 30% oder 40%

und dieses Szenario war vom "Provokateur" dargestellt worden.. ( Gelddruckmaschine...)
Benutzeravatar
franktoast
Beiträge: 2680
Registriert: So 29. Jun 2014, 09:24

Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon franktoast » Mo 9. Okt 2017, 11:54

Tom Bombadil hat geschrieben:(09 Oct 2017, 10:42)
Ich hatte DIR eine Frage gestellt.

Und ich sage dir, ich kenne die Situation in Kroatien oder Gambia nicht. Und selbst wenn, ist das eh nur Raten. Wie ich sehe, ist die Arbeitslosenquote in Kroatien von 2024 (17%) auf etwa 11% heute gefallen. Warum? Keine Ahnung. Weil die Deutschen den Kroaten nicht mehr so viel Jobs wegnehmen? Weil die Automatisierung in Kroatien extrem nachgelassen hat? Weil Kroatien in der Fussball WM so stark war, was die Arbeitslosen dort motiviert hat, sich mehr Mühe zu geben und einen Job zu finden? Such dir was aus.


Nicht? 2,7 Mrd. € bei der Telekom ist schon beachtlich und es wäre ohne den Brexit noch mehr gewesen.

3% Umsatzmarge? In der Bilanz stehen fast 150Mrd., davon 80% Schulden und da fallen 2,7Mrd. Gewinn raus? (der Gewinn stagniert seit 15 Jahren). Wie gesagt: Die Preise in der Branche fallen jedes Jahr und das ist nicht, weil Telekom ein edler Samariter ist, sondern weil sie müssen.

Und der nächste behämmerte Strohmann.

Also deine Ansicht ist, dass die Zeit der "Massenarbeit" zu ende geht und die Politik sollte sich darauf vorbereiten. Da du nicht rausrückst, was das bedeutet, muss ich raten, was du denkst.

Die Frage ist nur, warum sich der Unternehmer die Mühe machen sollte, wenn der Roboter das besser, schneller, ausdauernder machen kann. Ich frage mich, was ihr dagegen habt, dass der Mensch von schwerer Arbeit entlastet wird. Ist das Zukunftsangst, Angst um den eigenen Job? Pfeifen im Walde wird nichts nutzen.

Ich hab davor bestimmt keine Angst. Ich bin nur davon überzeugt, dass die Automatisierung nicht vom Himmel fällt und auch ökonomisch ineffizienter sein kann als wenn es ein Mensch tut. Wie das Beispiel, dass ich nannte. Ein Reagenzglas muss jede Woche über den Campus an Frau Meier übergeben werden und zwar nur an sie. Könnte man bestimmt mal automatisieren. Klar. Aber wenn das einen Aufwand von 1000 Stunden verschlingt und wenn es ein Mensch tut, eben nur ne halbe Stunde, was sollte man dann tun?

Und nur mal so ne andere Anekdote: Wie leben heute im Jahr 2017. Das Internet, Computer und eben SAP gibt es seit mindestens 20 Jahren. Eine Unternehmenssoftware einzusetzen spart einem Unternehmen im Jahr enorm viel Kohle. Trotzdem tun das viele Unternehmen nicht. Entweder weil sie es nicht wissen, weil sie die Investition scheuen, weil sie nicht die richtigen Mitarbeiter haben, oder die Arbeiter, die zu viel sind, nicht entlassen kann/will. Und wenn man im Jahr damit 100 000€ oder 10 000 Arbeitsstunden einspart, kostet die Einrichtung erstmal 1Mio. und da kann man sich auch fragen, ob es nicht grad auch dringlichere Investitionen gibt.

Ich will dir keinen Strohmann geben. Ich will nur betonen: Wenn Roboter mal ne bestimmte Tätigkeit können, kann das trotzdem noch Jahrzehnte dauern, bis sie überall zum Einsatz kommen.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 28825
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 9. Okt 2017, 12:15

Realist2014 hat geschrieben:(09 Oct 2017, 12:46)

sondern DEUTSCHLAND und 30% oder 40%

Du hast behauptet, dass ALGII mit 30% AL fertig wird, also haben diese Menschen ja immer noch ein Einkommen, das verkonsumiert wird.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 28825
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 9. Okt 2017, 12:24

franktoast hat geschrieben:(09 Oct 2017, 12:54)

Such dir was aus.

Deine These, deine Beweispflicht.

3% Umsatzmarge?

Wenn es ihnen zu wenig ist, können sie den Laden ja dicht machen.

Da du nicht rausrückst, was das bedeutet, muss ich raten, was du denkst.

Wie oft soll ich es denn noch erklären? Die Regierung soll verschiedene Szenarien durchspielen, wie sich Industrie 4.0 auf die Gesellschaft auswirken könnte und anhand dieser Szenarien OPläne entwickeln, wie man mit diesem EVENTUELL EINTRETENDEN Wandel bestmöglich zurecht kommt. WAS ist daran eigentlich nicht zu verstehen?

Ich bin nur davon überzeugt, dass die Automatisierung nicht vom Himmel fällt und auch ökonomisch ineffizienter sein kann als wenn es ein Mensch tut.

Der Realist würde jetzt von Glaskugelleserei krähen, Ich lasse dir deine Meinung, es kann gut sein, dass es so kommt, wie du meinst, oder auch nicht. Ich weiß nicht, was passieren wird, ich möchte nur, dass man seitens der Politik einen Plan in der Schublade hat. Was daran so verwerflich sein soll, erschließt sich mir nach wie vor nicht.

Wenn Roboter mal ne bestimmte Tätigkeit können, kann das trotzdem noch Jahrzehnte dauern, bis sie überall zum Einsatz kommen.

Selbstverständlich.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 34832
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 14:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Realist2014 » Mo 9. Okt 2017, 12:42

Tom Bombadil hat geschrieben:(09 Oct 2017, 13:15)

Du hast behauptet, dass ALGII mit 30% AL fertig wird, also haben diese Menschen ja immer noch ein Einkommen, das verkonsumiert wird.


aber wesentlich weniger als HEUTE

daher eben meine Frage, WOHER dann die ( nicht von dir) immer wieder angeführten "Robotergewinne" kommen sollen...
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 34832
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 14:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Realist2014 » Mo 9. Okt 2017, 12:53

Tom Bombadil hat geschrieben:(09 Oct 2017, 13:24)

D

Wie oft soll ich es denn noch erklären? Die Regierung soll verschiedene Szenarien durchspielen, wie sich Industrie 4.0 auf die Gesellschaft auswirken könnte und anhand dieser Szenarien OPläne entwickeln, wie man mit diesem EVENTUELL EINTRETENDEN Wandel bestmöglich zurecht kommt. WAS ist daran eigentlich nicht zu verstehen?


D .


was nicht zu verstehen ist, ist dein "Nichtverständnis" zwischen "Notfallplänen" und der vorherigen notwendigen Strategie und den absehbaren Problemen bei der Umsetzung dieser Strategie

Siehe deine Vorschläge hinsichtlich der "Vorbereitung" auf die MÖGLICHE Veränderung der Arbeitswelt

das sind nicht nur "Notfallpläne"

das muss vorher VERKAUFT werden ( das es eben weniger SV-pflichtige Arbeitsplätze geben wird) , BEVOR diese von die angeführten Veränderungen implementiert werden KÖNNTEN

DAS- wäre aber politischer Selbstmord im Land der "sicheren Arbeitsplätze"
Benutzeravatar
franktoast
Beiträge: 2680
Registriert: So 29. Jun 2014, 09:24

Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon franktoast » Mo 9. Okt 2017, 13:11

Tom Bombadil hat geschrieben:(09 Oct 2017, 13:24)
Deine These, deine Beweispflicht.

Welche These?

Wenn es ihnen zu wenig ist, können sie den Laden ja dicht machen.

Jo, oder sie erhöhen einfach die Preise, denn was sollte dagegen sprechen?

Wie oft soll ich es denn noch erklären? Die Regierung soll verschiedene Szenarien durchspielen, wie sich Industrie 4.0 auf die Gesellschaft auswirken könnte und anhand dieser Szenarien OPläne entwickeln, wie man mit diesem EVENTUELL EINTRETENDEN Wandel bestmöglich zurecht kommt. WAS ist daran eigentlich nicht zu verstehen?

Ok, ich bin deiner Meinung. Können sie machen. Haben sie womöglich sogar schon.

Der Realist würde jetzt von Glaskugelleserei krähen, Ich lasse dir deine Meinung, es kann gut sein, dass es so kommt, wie du meinst, oder auch nicht. Ich weiß nicht, was passieren wird, ich möchte nur, dass man seitens der Politik einen Plan in der Schublade hat. Was daran so verwerflich sein soll, erschließt sich mir nach wie vor nicht.

Ist es auch. Man weiß ja nicht, was kommt. Es wird aber höchstwahrscheinlich so sein, dass die Automatisierung von etwas erstmal mehr Aufwand verschlingt als den Status Quo zu erhalten. Und dass man pro Automatisierung Aufwand von zB. einem Ingenieur hat und es nicht unendlich viele Ingenieure gibt. Und genau das ist auch der Grund, warum nicht von heute auf Morgen eine Roboterlösung für jedes theoretrisch durch Roboter zu lösende Problem gefunden wird.

Auch etwas, das unwahrscheinlich ist, kann eintreten. Man kann sich auch entsprechend darauf vorbereiten, aber erstmal muss man rausfinden, was wahrscheinlich ist und was nicht und zweitens je nach Aufwand und Impact darauf einstellen.

In diesem Thread wollte ich jedoch den allgemeinen Konsens angreifen, dass durch Automatisierung/Roboter etc. irgendwann nur noch hochausgebildete Arbeitskräfte eine Erwerbsarbeit finden würden. Obwohl die letzten 100 Jahre jedes Jahr fleißig automaitisiert wird und die, die die Automatisierung managen, bewerkstelligen, überwachsen etc. immer hoch ausgebildet waren, gibt es heute immer noch eine Fülle an eher einfachen Jobs. Und ich wüsste nicht, warum sich das ändern sollte.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 28825
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 9. Okt 2017, 14:16

Realist2014 hat geschrieben:(09 Oct 2017, 13:53)

das muss vorher VERKAUFT werden

Was wurde denn beim Zechensterben vorher "verkauft"? Was wurde beim Strukturwandel in der Stahlindustrie vorher "verkauft"? Was wurde beim Sterben der Aachener Textilindustrie vorher "verkauft"? Rein gar nichts wurde da "verkauft", die Politik stand blöd da, weil sie unvorbereitet war, der Strukturwandel dauerte gefühlte Ewigkeiten. Muss man diesen Fehler wiederholen?
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 34832
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 14:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Realist2014 » Mo 9. Okt 2017, 14:23

Tom Bombadil hat geschrieben:(09 Oct 2017, 15:16)

Was wurde denn beim Zechensterben vorher "verkauft"? Was wurde beim Strukturwandel in der Stahlindustrie vorher "verkauft"? Was wurde beim Sterben der Aachener Textilindustrie vorher "verkauft"? Rein gar nichts wurde da "verkauft", die Politik stand blöd da, weil sie unvorbereitet war, der Strukturwandel dauerte gefühlte Ewigkeiten. Muss man diesen Fehler wiederholen?


da musste auch nichts "verkauft" werden

wenn aber nun "Änderungen zur Vorbereitung auf weniger SICHERE Arbeitsplätze" , so wie DU es von der Politik "erwartest", tatsächlich umgesetzt werden sollen, DANN muss das ja auch kommuniziert werden ( = verkauft)

es ist ein großer Unterschied, ob Arbeitsplätze in bestimmten Branchen "wegbrechen"- oder eben die von dir ja zu Recht angeführte mögliche Änderung Richtung mehr "Selbständige"

ICH widerspreche dir doch da gar nicht in deiner "Erwartungshaltung"

nur wird es keine Partei "wagen", dieses so zu machen ...

"sichere Arbeitsplätze" ist halt das "sozialgerechte Mantra" in D.....
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 28825
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 9. Okt 2017, 14:30

franktoast hat geschrieben:(09 Oct 2017, 14:11)

Welche These?

"Solange es den Wunsch gibt, gibt es auch für jeden Arbeit..." Da es derzeit weltweit nicht für jeden Arbeit gibt, muss also irgendwas mit dem Wunsch nicht stimmen.

Jo, oder sie erhöhen einfach die Preise, denn was sollte dagegen sprechen?

Ich würde auf die Bundesnetzagentur tippen.

Und genau das ist auch der Grund, warum nicht von heute auf Morgen eine Roboterlösung für jedes theoretrisch durch Roboter zu lösende Problem gefunden wird.

Hatte denn jemand geschrieben, dass das von heute auf morgen passieren wird?

Und ich wüsste nicht, warum sich das ändern sollte.

Sobald sich eine Maschine findet, die den Job bei gleicher Qualität billiger erledigt, wird diese eingesetzt. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass es in 300 Jahren noch Menschen in entwickelten Ländern geben wird, die Höfe fegen, LKW fahren, Steine schleppen, Pakete ausliefern, monoton am Fließband stehen, Toiletten putzen, den Müll anderer Menschen wegkutschieren oder die bei Babies und alten Menschen den Durchfall wegwischen müssen. Wenn es dann überhaupt noch Menschen gibt.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 28825
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 9. Okt 2017, 14:32

Realist2014 hat geschrieben:(09 Oct 2017, 15:23)

da musste auch nichts "verkauft" werden

LOL, ja klar, man musste den Arbeitnehmern nicht "verkaufen", dass ihre Arbeitsplätze jetzt weg sind.

wenn aber nun "Änderungen zur Vorbereitung auf weniger SICHERE Arbeitsplätze" , so wie DU es von der Politik "erwartest", tatsächlich umgesetzt werden sollen, DANN muss das ja auch kommuniziert werden ( = verkauft)

Der nächste Strohmann.

Darüber hinaus: würde der Strukturwandel so heftig ausfallen, dass 20 oder mehr Mio. "sichere" Arbeitsplätze wegfallen, weswegen sollten die Politiker dann die Illusion der "sicheren Arbeitsplätze" aufrecht erhalten? Das dumme Volk wird es schon fressen? ich stell mir in der Retrospektive vor, wie Blüm im Ruhrpott erzählt "Die Arbeitsplätze in der Steinkohle sind sicher!", während eine Zeche nach der anderen geschlossen wird :D

es ist ein großer Unterschied, ob Arbeitsplätze in bestimmten Branchen "wegbrechen"- oder eben die von dir ja zu Recht angeführte mögliche Änderung Richtung mehr "Selbständige"

Damit die Arbeitsplätze nicht wegbrechen, soll man sich seitens der Politik vorbereiten.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 34832
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 14:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Realist2014 » Mo 9. Okt 2017, 15:06

Tom Bombadil hat geschrieben:(09 Oct 2017, 15:32)

LOL, ja klar, man musste den Arbeitnehmern nicht "verkaufen", dass ihre Arbeitsplätze jetzt weg sind.


Der nächste Strohmann.

Darüber hinaus: würde der Strukturwandel so heftig ausfallen, dass 20 oder mehr Mio. "sichere" Arbeitsplätze wegfallen, weswegen sollten die Politiker dann die Illusion der "sicheren Arbeitsplätze" aufrecht erhalten? Das dumme Volk wird es schon fressen? ich stell mir in der Retrospektive vor, wie Blüm im Ruhrpott erzählt "Die Arbeitsplätze in der Steinkohle sind sicher!", während eine Zeche nach der anderen geschlossen wird :D


Damit die Arbeitsplätze nicht wegbrechen, soll man sich seitens der Politik vorbereiten.


ist es für dich eigentlich per default unmöglich, meine Argumente so zu interpretieren, wie ich sie geschrieben habe?

Oder ist es völlig egal, DU bist dagegen....?



Was soll auch weiterhin dein völlig deplazierter "Strohmann"?

Egal , wie und ich welcher Form ich mich auf DEINE Aussagen beziehe, kommt dieses bescheuerte Strohmann-Argument. Sogar wenn ich dir RECHT gebe... :rolleyes:


Ich habe nirgends irgendwas geschrieben, was "die Politiker" sollten oder nicht sollten

sondern nur, das es eben keine Partei aus Selbsterhaltung tun wird

das ist MEINE Sichtweise
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 28825
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 9. Okt 2017, 15:24

Realist2014 hat geschrieben:(09 Oct 2017, 16:06)

ist es für dich eigentlich per default unmöglich, meine Argumente so zu interpretieren, wie ich sie geschrieben habe?

DAS solltest du mal tun. Die Diskussion über die letzten Seiten war völlig unnötig.

sondern nur, das es eben keine Partei aus Selbsterhaltung tun wird

Hatte ja auch niemand von welcher Partei auch immer gefordert, das war deine Schlussfolgerung. Man kann einen Wandel zB. in der Bildung auch sanft einleiten, dazu braucht es nicht den Holzhammer "Wir müssen das jetzt so machen, es gibt bald keine sicheren Arbeitsplätze mehr, das ist alternativlos!" Je früher man so etwas angeht, desto weniger schmerzhaft wird die Transition, wenn man denn weiß, was man tun kann.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
franktoast
Beiträge: 2680
Registriert: So 29. Jun 2014, 09:24

Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon franktoast » Mo 9. Okt 2017, 15:53

Tom Bombadil hat geschrieben:(09 Oct 2017, 15:30)
"Solange es den Wunsch gibt, gibt es auch für jeden Arbeit..." Da es derzeit weltweit nicht für jeden Arbeit gibt, muss also irgendwas mit dem Wunsch nicht stimmen.

Ich hatte da noch im gleichen Atemzug geschrieben, dass es auch noch andere Gründe zur Arbeitslosigkeit gibt. Das heißt, auch wenn es Arbeit gibt, kann es sein, dass die Person nicht zur Arbeit kommt.

Ich würde auf die Bundesnetzagentur tippen.

Ich würde auf Vodafone oder Telefonica tippen (es sei denn es geht um die Infrastruktur).

Hatte denn jemand geschrieben, dass das von heute auf morgen passieren wird?

Nein, aber das bedeutet auch, dass man sich um das prophezeite Problem auch erst kümmern kann, wenn es denn da wäre. zB. wenn die weltweite Arbeitslosigkeit auf 10% steigt.
Hier schau mal hier:
https://data.worldbank.org/indicator/SL.UEM.TOTL.ZS
Ende der 90er auch mit Aufkommen des Internets hätte man sagen können: Schau, Arbeitslosigkeit steigt, wegen der Automatisierung. Schon von 6% auf 6,6% gestiegen. Heute sind wir bei 5,7%.

Sobald sich eine Maschine findet, die den Job bei gleicher Qualität billiger erledigt, wird diese eingesetzt. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass es in 300 Jahren noch Menschen in entwickelten Ländern geben wird, die Höfe fegen, LKW fahren, Steine schleppen, Pakete ausliefern, monoton am Fließband stehen, Toiletten putzen, den Müll anderer Menschen wegkutschieren oder die bei Babies und alten Menschen den Durchfall wegwischen müssen. Wenn es dann überhaupt noch Menschen gibt.

Ja zum ersten Satz. Zum Rest: Kann man heute schon größtenteils schon automatisieren, aber offensichtlich tun das Menschen immer noch. Va. in Ländern mit weniger Kapital wird das noch entsprechend länger dauern.

btw. wir haben jetzt auch so einen Putzroboter für 200 gekauft. Ist ganz nett. Aber wenn ich selber putze, geht das nun mal deutlich schneller und besser. Wir hätten auch einen um 2000 kaufen können, der wäre viel schneller und besser. Obwohl man es also gut automatisieren kann, warum kauft sich nicht jeder der 3Mrd. Haushalte weltweit so einen Roboter?
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.

Zurück zu „1. Wirtschaft“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast