Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

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Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Realist2014 » Do 5. Okt 2017, 17:44

Tom Bombadil hat geschrieben:(05 Oct 2017, 18:37)

Hör auf mir "Thesen" zu UNTERSTELLEN, die ich nicht aufgestellt habe. Der Youtube-Blogger wird im ersten Beitrag erwähnt, digitale Nomaden sind auch keine Fiktion, sondern schon heute Arbeitsalltag für viele Menschen weltweit.



ich bin selber so ein Nomade

nur sehe ich das eben nicht für die Mehrzahl der "Arbeitsplätze" in der nahen zukunft
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Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 5. Okt 2017, 17:44

Realist2014 hat geschrieben:(05 Oct 2017, 18:41)

deine Beschreibung der (möglichen) zukünftigen Arbeitswelt ist dazu nicht kompatibel...

Und was glaubst du wohl, warum ich von der Politik Szenarien und Pläne erwarte?
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Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Do 5. Okt 2017, 17:44

Tom Bombadil hat geschrieben:(05 Oct 2017, 18:38)

Warum dann die Frage?


Du hattest doch hier geschrieben, dass sich durch Industrie 4.0 die Ressourcenallokation verbessert. Also die Allokation von Rohstoffen, Arbeit und Kapital zu entsprechenden Wohlstandsgewinnen führt. Das macht der Markt. Warum also staatliche Eingriffe?
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Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Realist2014 » Do 5. Okt 2017, 17:46

Tom Bombadil hat geschrieben:(05 Oct 2017, 18:44)

Und was glaubst du wohl, warum ich von der Politik Szenarien und Pläne erwarte?


die können sich nicht auf ALLE "Szenarien" vorbereiten

sondern nur auf die mit den höheren Wahrscheinlichkeiten bzw. "schlimmsten Auswirkungen"

Risikomanagement...
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Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 5. Okt 2017, 17:47

Realist2014 hat geschrieben:(05 Oct 2017, 18:42)

da ist es alternativlos

Nichts auf dieser Welt ist "alternativlos", das ist nur eine hohle Phrase. Dein Szenario muss ja nicht Wirklichkeit werden, um dem aber bestmöglich zu begegnen, sollte man abschätzen können, was auf einen zukommt. Den Versuch einer Einschätzung erwarte ich von der Politik.
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Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 5. Okt 2017, 17:48

Realist2014 hat geschrieben:(05 Oct 2017, 18:44)

nur sehe ich das eben nicht für die Mehrzahl der "Arbeitsplätze" in der nahen zukunft

Das ist Glaskugelleserei :p Wir werden ja sehen, wie die Welt in 25 Jahren aussieht.
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Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Skull » Do 5. Okt 2017, 17:49

Tom Bombadil hat geschrieben:(05 Oct 2017, 18:47)

Dein Szenario muss ja nicht Wirklichkeit werden, um dem aber bestmöglich zu begegnen,
sollte man abschätzen können, was auf einen zukommt.

Den Versuch einer Einschätzung erwarte ich von der Politik.

Das bist Du aber EXTREM optimistisch. Soviel Zutrauen und Vertrauen habe ich nicht von der Politik.

Wir kennen doch soviele Einschätzungen der Politik, die sich Jahre oder Jahrzehnte als völlig daneben herausstellten.

Oder ?

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Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 5. Okt 2017, 17:50

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(05 Oct 2017, 18:44)

Warum also staatliche Eingriffe?

Welche staatlichen Eingriffe :?:
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Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 5. Okt 2017, 17:51

Skull hat geschrieben:(05 Oct 2017, 18:49)

Wir kennen doch soviele Einschätzungen der Politik, die sich Jahre oder Jahrzehnte als völlig daneben herausstellten.

Welche - abseits populistischer Äußerungen wie "blühende Landschaften - meinst du?
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Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Realist2014 » Do 5. Okt 2017, 17:53

Tom Bombadil hat geschrieben:(05 Oct 2017, 18:47)

Nichts auf dieser Welt ist "alternativlos", das ist nur eine hohle Phrase. Dein Szenario muss ja nicht Wirklichkeit werden, um dem aber bestmöglich zu begegnen, sollte man abschätzen können, was auf einen zukommt. Den Versuch einer Einschätzung erwarte ich von der Politik.


das alternativlos bezog sich NUR auf die Thematik der Anpassung der "Sozialleistungen nach unten" im Falle des massiven Rückgangs der dafür nötigen Einkünfte

das ist Basisökonomie
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Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Skull » Do 5. Okt 2017, 17:54

Tom Bombadil hat geschrieben:(05 Oct 2017, 18:51)

Welche - abseits populistischer Äußerungen wie "blühende Landschaften - meinst du?

Rentenperspektiven ?
Krankenversicherungskosten ?
Europa/EU ?
Euro ?

Das mal ganz schnell ... auf die Schnelle...

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Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 5. Okt 2017, 18:00

Skull hat geschrieben:(05 Oct 2017, 18:54)

Das mal ganz schnell ... auf die Schnelle...

Geht es ein bisschen ausführlicher? Was wurde von der Politik wie eingeschätzt und was ist dann eingetreten, wie hoch war die Diskrepanz?

Der Umkehrschluss reicht aber eigentlich schon, denn das würde bedeuten, dass die Politik eigentlich gar nichts mehr planen soll, es kommt ja eh anders als gedacht, man macht dann eben nur noch Tagespolitik. Ich habe da aber doch noch höhere Ansprüche, besonders an die Bundesregierung, die soll ja nicht nur verwalten, sondern auch gestalten.
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Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Eisvogel » Do 5. Okt 2017, 19:41

franktoast hat geschrieben:
Die meisten Bäckereien lassen sich von der Industriebäckerei beliefern bzw. backen selber nur auf. So wie das Lidl auch macht.




Was sind die "meißten" ? Ist das dein Gefühl ? Oder irgendeine Meinung aus irgendeiner Doku ? Hast du überhaupt belegbare Fakten für diese Behauptung ? Ich glaube du lehnst dich da etwas weit aus dem Fenster und weißt nicht von was du schreibst, handwerkliche Bäckereien backen selbst, zum aufbacken stellt man keine teuren Fachkräfte ein. Die Bäcker die ich kenne - und das sind einige, beliefern ihre Filialen sofern sie welche haben mit selbst hergestellten Waren...die billig Bäcker Ketten, auch Backshops genannt sind keine Bäcker. Aber deine Laienvorstellung (denn mehr ist es nicht) vom Bäckerhandwerk ist ja hier auch nicht das Thema.


franktoast hat geschrieben:In welchem Bereich macht denn Automatisierung keinen Sinn?




Es gibt in jeder Branche Tätigkeiten für die eine Maschine zu teuer oder zu unproduktiv sind. Das ist nun mal so, das muss ja auch erstmal nichts negatives sein.
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Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Gruwe » Do 5. Okt 2017, 19:43

Tom Bombadil hat geschrieben:(05 Oct 2017, 18:50)

Welche staatlichen Eingriffe :?:


Ist das eine ernsthafte Frage jetzt? :?:

Du forderst die ganze Zeit, dass der Staat bspw. Studien für zukünftige Szenarien erstellt um sich darauf vorzubereiten.

Das brauch er aber nur, wenn er dann auch bei Eintreffen dieser Szenarien eben eingreift bzw. sein Handeln anpasst und entsprechend aktiv wird.

Gleichzeitig behauptest Du, dass sich die Ressourcenallokation über den Markt verbessern wird, was nun mal eher ein gegenteiliges Zeichen darstellt als dass der Staat etwas tun sollte.
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Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Do 5. Okt 2017, 19:48

Eisvogel hat geschrieben:(05 Oct 2017, 20:41)

Was sind die "meißten" ? Ist das dein Gefühl ? Oder irgendeine Meinung aus irgendeiner Doku ? Hast du überhaupt belegbare Fakten für diese Behauptung ? Ich glaube du lehnst dich da etwas weit aus dem Fenster und weißt nicht von was du schreibst, handwerkliche Bäckereien backen selbst, zum aufbacken stellt man keine teuren Fachkräfte ein. .


richtig handwerkliche Bäckereien gibt es heute kaum mehr. Um das festzustellen genügt ein Blick in den Verkaufsraum und ein Biss in die Semmel (das Brötchen)
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Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon Skull » Do 5. Okt 2017, 20:04

Tom Bombadil hat geschrieben:(05 Oct 2017, 19:00)

Geht es ein bisschen ausführlicher?

Nö. Nicht in diesem Thread. ;)

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Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon immernoch_ratlos » Do 5. Okt 2017, 21:29

Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Da wäre zunächst die Frage - "was sind einfache Tätigkeiten" und die zweite Frage wie viele Menschen verrichten diese am Stichtag dem 04.10.2017

Erst wenn beide Fragen "befriedigend" beantwortet sind kann an Hand der existierenden Technologie der zweite Teil der Eingangsfrage "...stärker oder weniger stark nachgefragt?" recht spekulativ beantwortet werden.

Ich assoziiere mit "einfache Tätigkeiten" Tätigkeiten deren Bezahlung am "unteren Ende der Skala" liegen. Was jede Menge von aktuellen Konsequenzen hat. Wer wenig Lohn auf Grund seiner "einfache Tätigkeit" erhält, leistet auch für das komplexe Gemeinwesen entsprechend wenig bis zu einer schlichten Null.

Wenn das so ist, erhält das derzeitige System diese Menschen und ihre Angehörigen zu einem Teil bis Total bereits. Ohne auf die Psyche dieser Menschen einzugehen - das hindert den Blick auf die monetäre Realität - (an diesem Satz kann man sich festbeißen um den Rest zu überhören). Wie wichtig sind also eine mir unbekannte Zahl von Arbeitnehmer deren "einfache Tätigkeiten" derzeit lediglich die Alimentierung über Steuern all jener die ein Plus erwirtschaften graduell unterschiedlich "mildern" ?

Wenn ein unbestimmter Teil der AN sowieso schon alimentiert werden muss um zu existieren, wie groß wäre dann der "Impakt" für das System ? Wenn diese "einfache Tätigkeiten" für die Unternehmen - Behörden - wen - auch immer unverzichtbar und mit diesem "Arrangement" : niedrigste Bezahlung für "einfache Tätigkeiten", will sich mir nicht erschließen WARUM gerade diese Arbeitsplätze in Toto durch "Industrie 4.xx" wegautomatisiert werden sollten. Das ist zumindest unlogisch. Käme es dazu, würden erhebliche Investitionen notwendig werden um sowieso "einfache Tätigkeiten" zu eliminieren UND Folgekosten (Wartung - Reparaturen usw.) die womöglich den Wert dieser "einfache Tätigkeiten" übersteigen, notwendig.

Wenn überhaupt jemand etwas befürchten muss, sind es sicher nicht die AN welche solche "einfache Tätigkeiten" verrichten. Sondern AN deren Tätigkeit durch Technologie ersetzt, einen vergleichbar großen Mehrwert darstellen.

Die Frage "Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?" ist irrelevant, weil es eben nicht die " einfache Tätigkeiten" sind, welche die positiven bzw. negativen Entwicklungen in einer Volkswirtschaft bestimmen. Nun werden ein paar Schlaumeier sicher mit dem üblichen Begründungen kommen ohne " einfache Tätigkeiten" läuft nix. Das mag ja zutreffen, aber weder der Wert noch der Beitrag der einzelnen "einfache Tätigkeit" sind hoch genug um sich damit mehr als schlicht "nebenher" zu beschäftigen.

Eingangs habe ich signalisiert, dass mir die Zahlen für Beschäftigte welche unter die Rubrik " einfache Tätigkeiten" nicht bekannt sind. Der Einfachheit halber (falls niemand verlässliche Zahlen beibringen kann) nehmen "wir" einfach alle Beschäftigten welche ohne staatliche Zuschüsse (es gibt SGB I bis SGB XII) ihren Lebensunterhalt nicht aus ihrem Einkommen bestreiten können. Keine Ahnung ob es eine Statistik gibt, welche aufdröselt wie hoch der Anteil der Bezahlung daran ist. Das wäre in soweit interessant, weil es die Summe darstellen würde, welche aufgebracht werden müsste, käme je jemand auf die Idee, gerade diese "einfachen Tätigkeiten" irgendwie wegzutechnologisieren.

Fazit dieses Thema ist erledigt, die weitaus interessantere Frage wäre "Werden gehobene, komplexe usw. Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Daraus ergibt sich zwangsläufig - wie wirken sich solche Veränderungen, welche nun AN betreffen, die bislang durchaus über ihre Tätigkeit das soziale System (mit)finanziert haben aus, wenn sie bzw. ihre Arbeitsleistung " weniger stark nachgefragt" werden, sie warum auch immer, nicht "aufsteigen können" (den das wäre ja der einzige Weg) und so das nicht eben kleine Heer der Alimentierten mit sich selbst, nebst Familie weiter "stärken" werden. Zweiter Effekt, vorher von diesem Personenkreis nachgefragte Dienstleistungen - Produkte, fallen ebenso weg. Ohne meine Kristallkugel noch blanker zu putzen, das hätte durchaus mehr Einfluss, als es der Einfluss durch Veränderungen bei "einfache Tätigkeiten" je haben könnte.

Was fanktoast da mit der Metapher "Bäckern und Brötchen" sagen wollte, ist bereits Realität und verändert nix mehr - das haben "wir" bereits hinter uns.

Andere Berufe - alle die mit "Informationen" umgehen - recherchieren usw. damit anderen einzelnen Personen oder Institutionen lediglich zuarbeiten, auch komplexe Zusammenhänge routinemäßig erarbeiten (Juristen - unterste Ebene z.B.) (Röntgenologen z.B. deren Kunst und Erfahrung notwendig ist um aus Bildmaterial med. Abnormitäten "herauszulesen"), können, wenn es deren AG für "opportun" hält, auch heute schon nahezu problemlos ersetzt werden.

Noch "lernen" diese Systeme aus den Fehlern ihrer Betreiber. Es ist allerdings lediglich eine Frage der Zeit und weiterer Erfahrungen, bis sich hier etwas ändert. Veränderungen benötigen immer auch Anlässe. Nichts geschieht "anlasslos". Sobald ein Unternehmen einen "geldwerten" Vorteil sieht, werden solche Systeme implementiert. Hat in einer Branche sich jemand damit sichtbare Vorteile verschafft, folgen alle, alsbald nach. Allenfalls wird "man" beobachten, welche Probleme sich daraus für den Konkurrenten ergeben, um diese selbst zu vermeiden oder schlich diese "Schwäche" des Übergangs auszunutzen. Dafür gab es in der näheren Vergangenheit genügend Beispiele.

Die gute Nachricht, es wird weiter im Handwerk (die Betonung liegt auf HANDWERK) auch gut bezahlte Tätigkeiten geben. Sicher wird man auch dort auf neue Technologien zurückgreifen müssen, aber die Tätigkeit an sich wird trotz Veränderungen nicht wegfallen.

Wer bislang glaubte eine akademische Ausbildung würde ihren hohen Stellenwert behalten "komme was da wolle" mag ja "mit Zitronen gehandelt haben". Ein - nur ein Artikel in der Quelle : Wirtschafts Woche (01.03.2013)"Algorithmen | Big Data schafft den Zufall ab" vor mehr als drei Jahren erschienen, gibt einen damaligen Ausblick wieder, der sich an Hand inzwischen eingetretener Veränderungen durchaus verifizieren lässt.

Diese Quelle : manager magazin (20.04.2017)"IT-Riese im Abwärtsstrudel Little Big Blue - IBMs letzte Hoffnung heißt Watson" zeigt alles ist noch im Fluss, lediglich die Richtung scheint klar.

Wer in den nächsten Jahren eher wenige eine "einfache Tätigkeit" als ausreichend ansieht, sollte wohl besser alle Register ziehen, "komplexere Tätigkeiten" verlangen deutlich mehr von jedem. Der "Beruf fürs Leben" (Pfarrer usw. mal ausgenommen) erfordert eine möglichst gute "Grundausbildung" und hohe Flexibilität - besonders früh zu erkennen welche Tätigkeiten wohl wann ein "Verfallsdatum" haben werden. In meiner Generation war es durchaus erstrebenswert - die eine Firma fürs Leben zu finden. Das hat sich längst grundlegend verändert. Nun mir war das sowieso zu langweilig und ich haben freiwillig so in etwa, alle 4 ... 5 Jahre, Firma, aber auch Jobausrichtung verändert. Heute ist dies keineswegs mehr eine Frage der Freiwilligkeit. Darauf muss man vorbereitete sein - und besonders Eltern sollten sich keinen Illusionen hingeben.

Was sich gegenüber früheren Veränderungen (das gab es schon immer und alles war gut...) grundlegend geändert hat, ist die Geschwindigkeit mit der inzwischen auch große Veränderungen ablaufen. Wer das wirklich wissen möchte, kann sich ja mal ansehen, wie anfänglich relativ kleine Fortschritte in Technologie, Medizin, Wissenschaft usw. nach und nach eine "Lawine" von Folgeveränderungen ausgelöst haben. Das wird helfen zu erkennen, die Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Was anfänglich ein Jahrhundert dauerte, läuft inzwischen in Jahrzehnten ab. Seit nennenswerte Fortschritte im Bereich der Elektronik ihrerseits eine Datenverarbeitung mit einer bis dahin undenkbaren Tiefe und Vielfalt ermöglicht haben, sind andere Wissensbereiche dadurch geradezu explodiert. Hier wird längst nicht mehr "addiert" - auch nicht "multipliziert" sondern mindestens "ponentziert". Das hat überall Veränderungen bewirkt, die noch vor ~10 Jahren "undenkbar" waren.

Was sich offensichtlich nicht verändert hat, sind die Einstellungen zu Arbeit - Einkommen - Definition des Menschen durch Arbeit / Leistung. In jedem anderen System das ich kenne, hätten "inflationistischen Tendenzen" - so kann man die exponentiell wachsende Weltbevölkerung durchaus sehen - längst Konsequenzen gehabt. Arbeit - menschliche Arbeit - besonders "einfache Tätigkeit" ist längst billig wie Dreck geworden. Ob man allerdings den Anteil der sich aus derzeit 7,4 Milliarden Menschen ergibt, mit eher komplexen Tätigkeiten versorgen kann - im "Wettlauf" mit der Technologie, die das in zunehmendem Maß billiger und teilweise deutlich besser kann - scheint mir trotz eines Restoptimismus, mindestens fraglich.

Keine der Religionen und oder Ideologien haben darauf nur einen Ansatz einer Antwort. Mit dem humanistischen Credo "Alle Menschen sind gleich" wird das nix - jedenfalls, wenn "gleich" ein gutes, weitgehend unabhängiges und erfülltes Leben bedeuten soll... :rolleyes:
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Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon franktoast » Fr 6. Okt 2017, 07:03

Eisvogel hat geschrieben:(05 Oct 2017, 20:41)

Was sind die "meißten" ? Ist das dein Gefühl ? Oder irgendeine Meinung aus irgendeiner Doku ? Hast du überhaupt belegbare Fakten für diese Behauptung ? Ich glaube du lehnst dich da etwas weit aus dem Fenster und weißt nicht von was du schreibst, handwerkliche Bäckereien backen selbst, zum aufbacken stellt man keine teuren Fachkräfte ein. Die Bäcker die ich kenne - und das sind einige, beliefern ihre Filialen sofern sie welche haben mit selbst hergestellten Waren...die billig Bäcker Ketten, auch Backshops genannt sind keine Bäcker. Aber deine Laienvorstellung (denn mehr ist es nicht) vom Bäckerhandwerk ist ja hier auch nicht das Thema.

Also werden diese auch beliefert. Das hab ich gemeint.


Es gibt in jeder Branche Tätigkeiten für die eine Maschine zu teuer oder zu unproduktiv sind. Das ist nun mal so, das muss ja auch erstmal nichts negatives sein.

Ja, richtig. Weil es wirtschaftlich oder technisch keinen Sinn macht. Aber sonst eben nicht.
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Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon franktoast » Fr 6. Okt 2017, 07:07

Tom Bombadil hat geschrieben:(05 Oct 2017, 16:51)
Ja, schon mehrfach.

Achso. Ich hab auch schon mit einem kurzen Satz drauf geantwortet, wie ich da sehe. Wenn du den Satz nicht weißt, kannst du ja einfach in dem Thread danach suchen. Geht eigentlich ganz einfach. Sind nur 5 Wörter, wie ich grad sehe. Ich denke das schaffst du. Wenn du ihn nicht findest, frag nicht mich, sondern dann musst du doller suchen.


Bis zu dem Punkt, ab dem es kaum noch Erwerbsfähige braucht.

Du meinst, wenn es absolut nichts mehr gibt, was die Gesellschaft zusätzlich noch haben will? Sollte es noch einen Wunsch nach zB. mehr Pflegern, Lehrern etc. geben, benötigt man noch Erwerbsfähige. Ich hoffe auch, die Star Trek Zeit kommt bald.
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Re: Automatisierung: Werden einfache Tätigkeiten stärker oder weniger stark nachgefragt?

Beitragvon immernoch_ratlos » Fr 6. Okt 2017, 08:11

Was mich immer wundert, wie selbst ursprünglich wichtigen und im Ansatz auch richtige Fragen, oft schon nach zwei "Gegenantworten" in sinnlosen Halbsätzen mit wenig, bis Null Nähe zum ursprünglichen Thema versanden :mad:
franktoast hat geschrieben:Du meinst, wenn es absolut nichts mehr gibt, was die Gesellschaft zusätzlich noch haben will? Sollte es noch einen Wunsch nach zB. mehr Pflegern, Lehrern etc. geben, benötigt man noch Erwerbsfähige.
Nun ich verstehe (hoffentlich richtig) unter "Erwerbsfähigen" nicht die Fähigkeit als solches "dazu fähig zu sein einem Erwerb nachzugehen", was ja im "Normalfall" wohl massenhaft vorhanden ist. Menschen die tatsächlich "zu Arbeit nicht fähig sind", dürften eine sehr kleine Minderheit sein.

Die Frage sollte eher lauten wie viele "unproduktive Arbeitsplätze" kann sich eine Gesellschaft noch leisten (diese Arbeitsleistung bezahlen), wenn mit Menschen besetzte "produktive" Arbeitsplätze massiv unter Druck geraten :?: Das könnte ja durchaus mit der vorausgegangenen Frage nach "Erwerbsfähigen" gemeint gewesen sein....

Das Einkommen eines Lehrers - eines Hochschulprofessors - eines Müllwerkers - Arztes - Krankenschwester usw. woraus - aus welchen "Töpfen" werden diese Tätigkeiten bezahlt :?:

Das sie alle auch selbst Steuern zahlen, bedeutet lediglich, ein Teil fremder Produktivität fließt wieder in einen der "Töpfe" zurück.

Die eher bange Frage lautet, wer oder was füllt diese Töpfe :?: Daraus wird dann schnell sichtbar, welche Veränderungen diesen Prozess "stören" :rolleyes:

Noch kann diese Frage auf D - schlimmstenfalls auf EU beschränkt werden. Dennoch zeigen millionenfache "Wanderbewegungen" wie es damit in großen Teilen der Welt bestellt ist. Dort ist die Produktivität größtenteils "unterirdisch". In anderen Teilen werden Produkte in Konkurrenz zu unseren Produkten hergestellt. Einzige zuverlässig messbare Veränderung, wäre das effektive Sinken (inflationsbereinigt) der Entlohnung breiter Bereiche, wo überhaupt Produktion von handelbaren Gütern stattfindet. Wird auch hier menschliche Arbeit billiger :?: Was ist der Grund dafür :?:
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