Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

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KarlRanseier
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon KarlRanseier » Sa 30. Sep 2017, 12:41

BlueMonday hat geschrieben:(30 Sep 2017, 11:19)

Ok, also das Threadthema mal ausnahmsweise:
Freiheit ist es, wenn man etwas los wird, sich löst, sich einer ungeliebten Sache entledigt. Nun ist jede Bewegung von etwas weg auch gleichzeitig auch eine Bewegung auf etwas zu. Sprich, man will auch etwas haben.

Wie kommen nun die Menschen in der Regel an das, was sie haben wollen? Sie geben etwas im Gegenzug her, was ein anderer braucht. Das nennt sich auch Tausch. Die Grundoperation des zivilsierten Lebens. Da direkter Tausch selten möglich sein wird, hat sich zur Lösung eine Institution namens Geld spontan entwickelt, ein allgemein etabliertes Tauschmittel. Der Austausch läuft also über eine weitere Station, über einen Mittler.
Daran ist nun alles individuell bzw. kann sich spontan ordnen und finden ohne zentrale oder "kollektive" Entscheidung. Das ist die berühmte "unsichtbare Hand".

Der Kommunist will nun diese Tauschgesellschaft überwinden bzw das Leistungsprinzip. Leistung und Gegenleistung soll entkoppelt werden:
"Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen."

Im ersten Teil geht es um eine negative Freiheit (frei wovon). Man will frei sei von Bevormundung, Anleitung etc. Man leistet idealerweise aus eigenem Antrieb - so weit die eigenen Fähigkeiten und Motive reichen. Und im zweiten Teil geht es um die Haben-"Freiheit". Nehmen können, wonach das indivduelle Bedürfnis schreit - unabhängig von der erbrachten Leistung. Kollektiv oder zentral geplant ist da in erster Linie auch nichts. Der gedachte gemeinsame Korb, aus dem man sich bedient, müsste sich auch spontan füllen, da der kommunistische Mensch ja wie gesagt auch frei von Bevormundung sein will.

Der Unterschied besteht nur im Modus des Umgangs miteinander. Das eine ist ein verbindlicher Tausch, meist vertraglich fixiert. Tit for tat. Wie du mir, so ich dir. Der Kommunist will ohne diese Strategie auskommen. Und er müsste nur anfangen damit. Leisten ohne direkte Gegenleistung. Aber er fängt nicht an (wie unser lieber Threadersteller ja auch nicht). Denn er kann das Vertrauensproblem nicht überwinden (was die "tit for tat"-Strategie des verbindlichen Tausches mit Leichtigkeit bewerkstelligen kann). Er läuft immer Gefahr, der Dumme zu sein. Er leistet voraus. Aber andere leben nur bequem nach ihren Bedürfnissen, bedienen sich. Davor fürchtet er sich insgeheim, denn Kommunisten sind ja in der Regel die schlimmsten Aufrechner. Und genau dieser Reflex ist ihr größtes Hindernis. Sie schauen ganz genau, was der andere (zu viel) hat und wie wenig, (zu wenig) er dafür geleistet hat. Anders gesagt, er leidet leider an der wohl unheilbaren Krankheit der neidigen "Gleicheititis", will alles nivellieren, angleichen. Am Ende sitzen unseren freiheitlichen Kommunisten im Kreis vorm leeren Gemeinschaftskorb... und es passiert nichts ... und wenn sie nicht gestorben und verhungert sind, dann sitzen sie noch immer da und träumen vom Kommunismus.



Die größten Gleichmacher sind nicht die Kommunisten, sondern die Neoliberalen. Verliert ein Ingenieur seine Arbeit, so wird er nach einem Jahr so behandelt wie ein überzeugter Gammler, der weder etwas lernte, noch sich jemals veranlasst sah, irgendwie zu arbeiten. Kein Kommunist strebt nach einem solch extremen Maß an Gleichheit.

Auch gab es in der DDR Unterschiede. Ich kenne z.B. Leute, die eine Bäckerei besaßen. Zwar durften sie dort niemanden nach Gutdünken mit Niedrigstlöhnen ausbeuten oder ein Brötchen für 10 Pfennig verkaufen, das hätte den Straftatbestand des Wuchers erfüllt. Aber sie hatten doch Eigentum und dadurch gewisse Freiheiten.

Es gab also durchaus Unterschiede beim Wohlstand. Man hat allerdings die Spitzen gekappt. Niemand konnte in seinen Millionen baden, aber auch niemand musste beim Essen sparen, konnte den Strom nicht mehr bezahlen oder war von Obdachlosigkeit bedroht, weil er die Miete nicht mehr aufbringen konnte.
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Positiv Denkender » Sa 30. Sep 2017, 12:52

KarlRanseier hat geschrieben:(30 Sep 2017, 13:41)

Die größten Gleichmacher sind nicht die Kommunisten, sondern die Neoliberalen. Verliert ein Ingenieur seine Arbeit, so wird er nach einem Jahr so behandelt wie ein überzeugter Gammler, der weder etwas lernte, noch sich jemals veranlasst sah, irgendwie zu arbeiten. Kein Kommunist strebt nach einem solch extremen Maß an Gleichheit.

Auch gab es in der DDR Unterschiede. Ich kenne z.B. Leute, die eine Bäckerei besaßen. Zwar durften sie dort niemanden nach Gutdünken mit Niedrigstlöhnen ausbeuten oder ein Brötchen für 10 Pfennig verkaufen, das hätte den Straftatbestand des Wuchers erfüllt. Aber sie hatten doch Eigentum und dadurch gewisse Freiheiten.

Es gab also durchaus Unterschiede beim Wohlstand. Man hat allerdings die Spitzen gekappt. Niemand konnte in seinen Millionen baden, aber auch niemand musste beim Essen sparen, konnte den Strom nicht mehr bezahlen oder war von Obdachlosigkeit bedroht, weil er die Miete nicht mehr aufbringen konnte.

Obdachlose gab es im dritten Reich auch nicht Dafür aber wie in der DDR Zwangsarbeiter . In der DDR hat man bis auf einige Parteibonzen alle Bürger ausgebeutet
indem man das Leistungsprinzip ausgeschaltet hat .Trotzdem darfst du dir gerne den Lebensstandard auf DDR Niveau zurückwünschen .
Du solltest dich fragen warum die Menschen dort die Widervereinigung erzwungen haben .Sicher nicht weil es ihnen dort so gut ging.
Preise in einem freiheitlichen System bestimmt der Markt .Angebot und Nachfrage. Damit sind wir über 70 Jahren besser gefahren als deine Kommunisten .
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Realist2014 » Sa 30. Sep 2017, 13:06

KarlRanseier hat geschrieben:(30 Sep 2017, 13:41)

Die größten Gleichmacher sind nicht die Kommunisten, sondern die Neoliberalen. Verliert ein Ingenieur seine Arbeit, so wird er nach einem Jahr so behandelt wie ein überzeugter Gammler, der weder etwas lernte, noch sich jemals veranlasst sah, irgendwie zu arbeiten. Kein Kommunist strebt nach einem solch extremen Maß an Gleichheit.

Auch gab es in der DDR Unterschiede. Ich kenne z.B. Leute, die eine Bäckerei besaßen. Zwar durften sie dort niemanden nach Gutdünken mit Niedrigstlöhnen ausbeuten oder ein Brötchen für 10 Pfennig verkaufen, das hätte den Straftatbestand des Wuchers erfüllt. Aber sie hatten doch Eigentum und dadurch gewisse Freiheiten.

Es gab also durchaus Unterschiede beim Wohlstand. Man hat allerdings die Spitzen gekappt. Niemand konnte in seinen Millionen baden, aber auch niemand musste beim Essen sparen, konnte den Strom nicht mehr bezahlen oder war von Obdachlosigkeit bedroht, weil er die Miete nicht mehr aufbringen konnte.



für solche Leute wie dich sollten wir eine DDR 2.0 irgendwo in Merkvorpolen errichten

dann könnt ihr dort alle auch "gleich niedrigem" Niveau leben

der NEID, der aus deinen Zeilen trieft, ist schon peinlich
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon KarlRanseier » Sa 30. Sep 2017, 13:10

Positiv Denkender hat geschrieben:(30 Sep 2017, 13:52)

Obdachlose gab es im dritten Reich auch nicht Dafür aber wie in der DDR Zwangsarbeiter . In der DDR hat man bis auf einige Parteibonzen alle Bürger ausgebeutet
indem man das Leistungsprinzip ausgeschaltet hat .Trotzdem darfst du dir gerne den Lebensstandard auf DDR Niveau zurückwünschen .
Du solltest dich fragen warum die Menschen dort die Widervereinigung erzwungen haben .Sicher nicht weil es ihnen dort so gut ging.
Preise in einem freiheitlichen System bestimmt der Markt .Angebot und Nachfrage. Damit sind wir über 70 Jahren besser gefahren als deine Kommunisten .



Warum regst Du Dich auf? Ich habe doch nur Tatsachen benannt.

Ich wünsche mir die DDR nicht zurück, denn mir persönlich geht es momentan gut, mir gelang nach dem Studium die Wirtschaftsflucht in die Bananenrepublik, und ich kann es mir auch leisten, die Reisefreiheit zu genießen.

Es gehört aber auch zur Wahrheit, dass viele Millionen Menschen, nicht nur in Deutschland, sondern vor allem beim großen Vorbild der Neoliberalen, in den USA, von Verhältnissen wie in der DDR nur träumen können.

Mag sein, dass sie jetzt eine große "Freiheit" haben, aber was nützt das, wenn es am Elementarsten fehlt und sie z.B. noch nichteinmal einen Krankenversicherungsschutz haben? :?: :?: :?:

Ich weiß, viele Leute leben noch heute im Kalten Krieg. Und jeder, der auch nur "sozial" sagt, ist ein böser Komponist. Das zeigt, dass die BRD im Bereich der Propaganda der DDR weit überlegen war. Einer hat sogar einmal geschrieben, er wäre zur Bundeswehr gegangen, "um die Freiheit zu verteidigen"! :D
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon KarlRanseier » Sa 30. Sep 2017, 13:11

Realist2014 hat geschrieben:(30 Sep 2017, 14:06)

für solche Leute wie dich sollten wir eine DDR 2.0 irgendwo in Merkvorpolen errichten

dann könnt ihr dort alle auch "gleich niedrigem" Niveau leben

der NEID, der aus deinen Zeilen trieft, ist schon peinlich



Falsch. Selbst Warren Buffet hat das System mehr als deutlich kritisiert. Man muss nicht arm sein, um Kritik zu üben. :rolleyes:
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Sa 30. Sep 2017, 14:02

KarlRanseier hat geschrieben:(30 Sep 2017, 14:11)

Selbst Warren Buffet hat das System mehr als deutlich kritisiert. :rolleyes:


Was hat er denn kritisiert?
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Realist2014 » Sa 30. Sep 2017, 14:03

KarlRanseier hat geschrieben:(30 Sep 2017, 14:10)

Warum regst Du Dich auf? Ich habe doch nur Tatsachen benannt.

I


Es gehört aber auch zur Wahrheit, dass viele Millionen Menschen, nicht nur in Deutschland, von Verhältnissen wie in der DDR nur träumen können.

Mag sein, dass sie jetzt eine große "Freiheit" haben, aber was nützt das, wenn es am Elementarsten fehlt und sie z.B. noch nichteinmal einen Krankenversicherungsschutz haben? :?: :?: :?:

D



du solltest aufhören so einen NONSENS zu schreiben

das Lebensniveau unserer untersten ökonomischen Schicht ist HÖHER als es 1989 für 90% der DDR Bewohner war

JEDER hat eine KV in D
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Realist2014 » Sa 30. Sep 2017, 14:04

KarlRanseier hat geschrieben:(30 Sep 2017, 14:11)

Falsch. Selbst Warren Buffet hat das System mehr als deutlich kritisiert. Man muss nicht arm sein, um Kritik zu üben. :rolleyes:



Buffet hat NICHT unsere soziale Marktwirtschaft kritisiert

hör auf, so einen UNSINN zu schreiben
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Buffett-Zitat

Beitragvon KarlRanseier » Sa 30. Sep 2017, 14:32

"Es herrscht Klassenkampf, meine Klasse gewinnt, aber das sollte sie nicht" sagte Buffett.

Ich meine, es ist ja auch kein Geheimnis, dass die ganzen Finanzjonglierer, die in ihren Milliarden baden können, letztlich überhaupt nichts für die Gesellschaft leisten, aber die Gesellschaft finanziert ihnen durch ein vollkommen absurdes System diesen Reichtum.

Ich glaube, in Deutschland wäre eine solche Aussage gar nicht politisch korrekt, denn hier spricht man nicht von Klassen sondern lieber von Ständen.
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Positiv Denkender » Sa 30. Sep 2017, 14:59

KarlRanseier hat geschrieben:(30 Sep 2017, 14:10)

Warum regst Du Dich auf? Ich habe doch nur Tatsachen benannt.

Ich wünsche mir die DDR nicht zurück, denn mir persönlich geht es momentan gut, mir gelang nach dem Studium die Wirtschaftsflucht in die Bananenrepublik, und ich kann es mir auch leisten, die Reisefreiheit zu genießen.

Es gehört aber auch zur Wahrheit, dass viele Millionen Menschen, nicht nur in Deutschland, sondern vor allem beim großen Vorbild der Neoliberalen, in den USA, von Verhältnissen wie in der DDR nur träumen können.

Mag sein, dass sie jetzt eine große "Freiheit" haben, aber was nützt das, wenn es am Elementarsten fehlt und sie z.B. noch nichteinmal einen Krankenversicherungsschutz haben? :?: :?: :?:

Ich weiß, viele Leute leben noch heute im Kalten Krieg. Und jeder, der auch nur "sozial" sagt, ist ein böser Komponist. Das zeigt, dass die BRD im Bereich der Propaganda der DDR weit überlegen war. Einer hat sogar einmal geschrieben, er wäre zur Bundeswehr gegangen, "um die Freiheit zu verteidigen"! :D

Wenn sich jemand aufregt bist du das .Worüber sollte ich mich denn aufregen ? Über Kommunisten ? Mag ja sein dass die USA ein Vorbild für dich sind .
Das allerdings würde deiner Ideologie ja widersprechen . Was du als Tatsachen beschreibst gehört in die Kategorie Märchenstunde .
Trotzdem interessant zu wissen das jemand freiwillig in eine Bananenrepublik flüchtet .
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Re: Buffett-Zitat

Beitragvon Realist2014 » Sa 30. Sep 2017, 15:08

KarlRanseier hat geschrieben:(30 Sep 2017, 15:32)


Ich meine, es ist ja auch kein Geheimnis, dass die ganzen Finanzjonglierer, die in ihren Milliarden baden können, letztlich überhaupt nichts für die Gesellschaft leisten, aber die Gesellschaft finanziert ihnen durch ein vollkommen absurdes System diesen Reichtum.
I n.



soso

WIE macht das denn "die Gesellschaft"?

erkär mal den Prozess...

Kleiner Tipp:


Weder die Nullzinspolitik noch die Geldschöpfung der Banken SCHENKT denen was...

[Mod: Nehme zum einen bitte die rote Farbe aus dem Zitat
und bleibe bitte beim Threadthema.

Danke]
Zuletzt geändert von Skull am So 1. Okt 2017, 21:13, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Farbe geändert, ein Sanktionspunkt mehr aufgelaufen
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Occham » So 1. Okt 2017, 13:27

BlueMonday hat geschrieben:(30 Sep 2017, 11:19)

Ok, also das Threadthema mal ausnahmsweise:
Freiheit ist es, wenn man etwas los wird, sich löst, sich einer ungeliebten Sache entledigt. Nun ist jede Bewegung von etwas weg auch gleichzeitig auch eine Bewegung auf etwas zu. Sprich, man will auch etwas haben.

Wie kommen nun die Menschen in der Regel an das, was sie haben wollen? Sie geben etwas im Gegenzug her, was ein anderer braucht. Das nennt sich auch Tausch. Die Grundoperation des zivilsierten Lebens. Da direkter Tausch selten möglich sein wird, hat sich zur Lösung eine Institution namens Geld spontan entwickelt, ein allgemein etabliertes Tauschmittel. Der Austausch läuft also über eine weitere Station, über einen Mittler.
Daran ist nun alles individuell bzw. kann sich spontan ordnen und finden ohne zentrale oder "kollektive" Entscheidung. Das ist die berühmte "unsichtbare Hand".

Der Kommunist will nun diese Tauschgesellschaft überwinden bzw das Leistungsprinzip. Leistung und Gegenleistung soll entkoppelt werden:
"Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen."

Im ersten Teil geht es um eine negative Freiheit (frei wovon). Man will frei sei von Bevormundung, Anleitung etc. Man leistet idealerweise aus eigenem Antrieb - so weit die eigenen Fähigkeiten und Motive reichen. Und im zweiten Teil geht es um die Haben-"Freiheit". Nehmen können, wonach das indivduelle Bedürfnis schreit - unabhängig von der erbrachten Leistung. Kollektiv oder zentral geplant ist da in erster Linie auch nichts. Der gedachte gemeinsame Korb, aus dem man sich bedient, müsste sich auch spontan füllen, da der kommunistische Mensch ja wie gesagt auch frei von Bevormundung sein will.

Der Unterschied besteht nur im Modus des Umgangs miteinander. Das eine ist ein verbindlicher Tausch, meist vertraglich fixiert. Tit for tat. Wie du mir, so ich dir. Der Kommunist will ohne diese Strategie auskommen. Und er müsste nur anfangen damit. Leisten ohne direkte Gegenleistung. Aber er fängt nicht an (wie unser lieber Threadersteller ja auch nicht). Denn er kann das Vertrauensproblem nicht überwinden (was die "tit for tat"-Strategie des verbindlichen Tausches mit Leichtigkeit bewerkstelligen kann). Er läuft immer Gefahr, der Dumme zu sein. Er leistet voraus. Aber andere leben nur bequem nach ihren Bedürfnissen, bedienen sich. Davor fürchtet er sich insgeheim, denn Kommunisten sind ja in der Regel die schlimmsten Aufrechner. Und genau dieser Reflex ist ihr größtes Hindernis. Sie schauen ganz genau, was der andere (zu viel) hat und wie wenig, (zu wenig) er dafür geleistet hat. Anders gesagt, er leidet leider an der wohl unheilbaren Krankheit der neidigen "Gleicheititis", will alles nivellieren, angleichen. Am Ende sitzen unseren freiheitlichen Kommunisten im Kreis vorm leeren Gemeinschaftskorb... und es passiert nichts ... und wenn sie nicht gestorben und verhungert sind, dann sitzen sie noch immer da und träumen vom Kommunismus.

Gleichmacherei hat doch nur einen negativen Geschmack weil man nicht mit ungebildeten Menschen gleichgesetzt werden will. Andersrum ist der Geschmack positiv, wenn ein ungebildeter Mensch mit einen gebildeten Mensch gleichgesetzt wird. Ein Kompromiss wäre ein besseres Bildungssystem, wo man seine persönliche Leiter hochklettern darf.
Große Dinge haben kleine Ursachen.
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Rote_Galaxie » So 1. Okt 2017, 16:41

Occham hat geschrieben:(01 Oct 2017, 14:27)

Gleichmacherei hat doch nur einen negativen Geschmack weil man nicht mit ungebildeten Menschen gleichgesetzt werden will. Andersrum ist der Geschmack positiv, wenn ein ungebildeter Mensch mit einen gebildeten Mensch gleichgesetzt wird. Ein Kompromiss wäre ein besseres Bildungssystem, wo man seine persönliche Leiter hochklettern darf.


Denkst du wirklich dass die Menschen einteilbar wären in blöd und klug?
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon X3Q » So 1. Okt 2017, 17:10

Rote_Galaxie hat geschrieben:(01 Oct 2017, 17:41)

Denkst du wirklich dass die Menschen einteilbar wären in blöd und klug?

Ja und noch einige Nuancen dazwischen.

-Xx
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Rote_Galaxie » So 1. Okt 2017, 17:14

X3Q hat geschrieben:(01 Oct 2017, 18:10)

Ja und noch einige Nuancen dazwischen.

-Xx


Du meinst ein Baby kommt auf die Welt und es ist festgelegt ob es klug oder eher blöd wird?
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon X3Q » So 1. Okt 2017, 17:31

Rote_Galaxie hat geschrieben:(01 Oct 2017, 18:14)

Du meinst ein Baby kommt auf die Welt und es ist festgelegt ob es klug oder eher blöd wird?

Ja. Der grobe Rahmen ist festgelegt.

--X
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Positiv Denkender » So 1. Okt 2017, 18:41

Occham hat geschrieben:(01 Oct 2017, 14:27)

Gleichmacherei hat doch nur einen negativen Geschmack weil man nicht mit ungebildeten Menschen gleichgesetzt werden will. Andersrum ist der Geschmack positiv, wenn ein ungebildeter Mensch mit einen gebildeten Mensch gleichgesetzt wird. Ein Kompromiss wäre ein besseres Bildungssystem, wo man seine persönliche Leiter hochklettern darf.

Das verbietet hier auch niemand . Menschen sind nun mal unterschiedlich begabt . Klug ist derjenige, der aus seiner Begabung das Beste macht .
Nicht jeder hat das Zeug zum Akademiker .Ist auch nicht nötig. Unser Bildungssystem behindert niemanden seinen Weg zu gehen . Wer will wird auch .
Willen ,Ehrgeiz Zielverfolgung reale Einschätzung des eigenen Leistungsvermögen hängt vom Bildungssystem ab sondern von jedem selbst .
Oder wird Unterricht unterschiedlich nach Einkommen erteilt?
Die Zahl der Schulschwänzer nimmt drastisch zu . Gleichgültigkeit und Faulheit kann kein Bildungssystem kompensieren .
Übrigens auch diejenigen die auf der Leiter schon hochgeklettert sind haben unser Bildungssystem durchlaufen . .
Zuletzt geändert von Positiv Denkender am Mo 2. Okt 2017, 20:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Rote_Galaxie » So 1. Okt 2017, 19:36

X3Q hat geschrieben:(01 Oct 2017, 18:31)

Ja. Der grobe Rahmen ist festgelegt.

--X


Glaube ich nicht allerhöchstens zu 50%.
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Occham » Mo 2. Okt 2017, 07:41

Rote_Galaxie hat geschrieben:(01 Oct 2017, 17:41)

Denkst du wirklich dass die Menschen einteilbar wären in blöd und klug?

Ich rede nicht von blöd, sondern von ungebildet und das jeder die Möglichkeit haben muss, von seiner Warte aus eine Leiter hochklettern zu können und das funktioniert nur nach und nach und aufeinander aufbauend. Kennst du eine andere Möglichkeit jeden seine persönliche Leiter hochklettern zu lassen, ohne sie anhand dieser Leiter einzuteilen?
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Maltrino » Mo 2. Okt 2017, 08:14

Rote_Galaxie hat geschrieben:(19 Sep 2017, 23:43)

In der bürgerlichen Ökonomie gilt der Grundsatz (...)

Warum (...) ?


Also, ich erklär dir mal das Dilemma: Die meisten Menschen die über Wirtschafts- und Sozialpolitik reden, die denken schwarz weiß. Entweder TOTALE MARKTFREIHEIT oder TOTALE PLANWIRTSCHAFT, entweder TOTALER REICHTUM BEI WENIGEN oder TOTALE UMVERTEILUNG. Das ist aber nicht zielführend. Das wäre so als wenn ein Koch täglich dazwischen schwankt ob er eine Suppe kocht die 1 Liter Wasser und 0 gramm Saltz enthällt oder eine Suppe die 0 Liter Wasser und 1 Kg Salz enthällt. Wenn man so denkt, dann kann man täglich Talkshows machen in denen die Vertreter der Wasserfraktion und der Salzfraktion gegenüberstehen. Aber die Lösung kennen wir alle: Eine gute Suppe enthällt Wasser und ein bischen Salz.

Wenn alle Ressourcen der Welt durch eine zentrale Planungsbehörde verteilt und reguliert werden, dann endet es wie in einer Karikatur der DDR. Wenn es dem völlig freien Markt überlassen wird, dann hat am Ende einer, der tüchtigste, alles (wahrscheinlich Ich, weil ich der klügste und tüchtigste bin) und alle anderen (ihr) haben gar nichts.

Was wir brauchen ist eine Suppe! Wir brauchen Gleichverteilung der Ressourcen aber freien Markt und ein bischen Ungleichheit, damit dich die leute trotzdem anstrengen. Von beidem Etwas. So, Frage beantwortet?
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.

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