Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

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Orwellhatterecht
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Orwellhatterecht » Mo 2. Okt 2017, 13:05

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(28 Sep 2017, 11:39)

Dieses korrektiv heißt Wettbewerb.




Und dabei ziehen oftmals ausgerechnet die genialsten Erfinder den kürzeren! Weil sie zwar von ihrer Idee oftmals geradezu besessen sind, kaufmännische Probleme ihnen dagegen völlig fremd erscheinen. Was sagt uns das? Das angebliche Korrektiv Wettbewerb kann es also auch nicht sein!
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Orwellhatterecht » Mo 2. Okt 2017, 13:09

Realist2014 hat geschrieben:(30 Sep 2017, 14:06)

für solche Leute wie dich sollten wir eine DDR 2.0 irgendwo in Merkvorpolen errichten

dann könnt ihr dort alle auch "gleich niedrigem" Niveau leben

der NEID, der aus deinen Zeilen trieft, ist schon peinlich



... so "argumentiert" einer, der den Unterschied zwischen "frei von" und "frei zu", bzw. kollektiver und individueller Freiheit nicht erklären kann. Er flüchtet dann auf Nebenkriegs Schauplätze und/oder versucht, den anderen lächerlich zu machen, funktioniert aber so nicht !
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Rote_Galaxie » Mo 2. Okt 2017, 15:23

Maltrino hat geschrieben:(02 Oct 2017, 09:14)

Also, ich erklär dir mal das Dilemma: Die meisten Menschen die über Wirtschafts- und Sozialpolitik reden, die denken schwarz weiß. Entweder TOTALE MARKTFREIHEIT oder TOTALE PLANWIRTSCHAFT, entweder TOTALER REICHTUM BEI WENIGEN oder TOTALE UMVERTEILUNG. Das ist aber nicht zielführend. Das wäre so als wenn ein Koch täglich dazwischen schwankt ob er eine Suppe kocht die 1 Liter Wasser und 0 gramm Saltz enthällt oder eine Suppe die 0 Liter Wasser und 1 Kg Salz enthällt. Wenn man so denkt, dann kann man täglich Talkshows machen in denen die Vertreter der Wasserfraktion und der Salzfraktion gegenüberstehen. Aber die Lösung kennen wir alle: Eine gute Suppe enthällt Wasser und ein bischen Salz.

Wenn alle Ressourcen der Welt durch eine zentrale Planungsbehörde verteilt und reguliert werden, dann endet es wie in einer Karikatur der DDR. Wenn es dem völlig freien Markt überlassen wird, dann hat am Ende einer, der tüchtigste, alles (wahrscheinlich Ich, weil ich der klügste und tüchtigste bin) und alle anderen (ihr) haben gar nichts.

Was wir brauchen ist eine Suppe! Wir brauchen Gleichverteilung der Ressourcen aber freien Markt und ein bischen Ungleichheit, damit dich die leute trotzdem anstrengen. Von beidem Etwas. So, Frage beantwortet?


Diese Argumentation habe ich schon oft gehört und sie scheint vernünftig. Fakt ist aber dass es in einer "freien" oder "sozialen" Marktwirtschaft niemals allen gut gehen kann und das ist was mich stört.
Zuletzt geändert von Rote_Galaxie am Mo 2. Okt 2017, 15:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Realist2014 » Mo 2. Okt 2017, 15:27

Rote_Galaxie hat geschrieben:(02 Oct 2017, 16:23)

Diese Argumentation habe ich schon oft gehört und sie scheint vernünftig. Fakt ist aber dass es in einer "freien" Marktwirtschaft niemals allen gut gehen kann und das ist was mich stört.



deswegen haben wir in D ja eine soziale Mrktwirtschaft...
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Skull » Mo 2. Okt 2017, 15:53

Rote_Galaxie hat geschrieben:(02 Oct 2017, 16:23)

Fakt ist aber dass es in einer "freien" Marktwirtschaft niemals allen gut gehen kann und das ist was mich stört.

Genauso wie es im "realen" Sozialismus" niemals allen gut gehen kann.

Zum Glück gibt es ja nirgendwo eine echte freie Marktwirtschaft.
In fast allen Ländern gibt es einen sozialen Ausgleich.
Und in Europa sogar vielfach Sozialstaaten oder fast schon Wohlfahrtsstaaten. :)

mfg
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Rote_Galaxie » Mo 2. Okt 2017, 16:28

Skull hat geschrieben:(02 Oct 2017, 16:53)

Genauso wie es im "realen" Sozialismus" niemals allen gut gehen kann.

Zum Glück gibt es ja nirgendwo eine echte freie Marktwirtschaft.
In fast allen Ländern gibt es einen sozialen Ausgleich.
Und in Europa sogar vielfach Sozialstaaten oder fast schon Wohlfahrtsstaaten. :)

mfg


Mal ne Frage findest du die Idee des Kommunismus per se schlecht?
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Skull » Mo 2. Okt 2017, 17:23

Rote_Galaxie hat geschrieben:(02 Oct 2017, 17:28)

Mal ne Frage findest du die Idee des Kommunismus per se schlecht?

Die IDEE des Kommunismus finde ich genauso GUT, wie die des Paradieses.

Wirklich Gut.


Das war es aber auch schon. :)

Auch mit der Deiner üblichen Diskussion zum Kommunismus.

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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Realist2014 » Mo 2. Okt 2017, 17:31

Rote_Galaxie hat geschrieben:(02 Oct 2017, 17:28)

Mal ne Frage findest du die Idee des Kommunismus per se schlecht?



die Idee einer Welt ohne Verbrechen ist auch toll...

so ohne Eifersucht & Neid...

und ohne Zwietracht & Lügen..

nur geht das nicht MIT den Menschen...
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Rote_Galaxie » Mo 2. Okt 2017, 20:53

Skull hat geschrieben:(02 Oct 2017, 18:23)

Die IDEE des Kommunismus finde ich genauso GUT, wie die des Paradieses.

Wirklich Gut.


Das war es aber auch schon. :)

Auch mit der Deiner üblichen Diskussion zum Kommunismus.

mfg


Es ist ein Kreislauf der das Böse am Leben hält. Durchbricht man den Kreislauf wird die Kriminalität und Armut usw verschwinden.
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Skull » Mo 2. Okt 2017, 22:29

Guten Abend,

die letzten Beiträge in den Kommunismus-Sozialismus Strang verschoben.
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Progressiver » Mo 2. Okt 2017, 22:38

Rote_Galaxie hat geschrieben:(20 Sep 2017, 00:02)

Politie in der Politik, Politie in der Wirtschaft.


Ist das Dein Ernst?

Ich habe mir mal den Spaß erlaubt, bei wikipedia nachzuforschen, was Aristoteles mit Politie gemeint haben könnte. Der Philosoph unterschied dabei zwischen guter und schlechter Volksherrschaft. Politie wäre gemeinwohlorientiert. Demokratie wird als zu eigennützig verschmäht. Aristoteles war in diesem Sinne kein Anhänger der Demokratie, da sie vor allem die Herrschaft der Armen in einem Staat bedeuten würde, die dann alles in ihrem Sinne entscheiden würden.

Die Demokratie gilt ihm dabei als Herrschaft der vielen Freien und Armen im Staate, die zu Lasten der Tüchtigen und zum Schaden der Wohlhabenden erfolgt. Auch ist es für Aristoteles nicht zulässig, dass die Armen mächtiger als die Reichen sind. Da sie zahlreicher sind und in der Demokratie die Mehrheit maßgeblich ist, bewirke die Demokratie eine Dominanz der Armen.


Siehe hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Politik_(Aristoteles)#Staatsformenlehre

Und weiter unterscheidet Aristoteles dort zwischen verschiedenen Graden der Demokratie. Politie wäre demnach Typ eins, in der die Reichen genauso viel Einfluss hätten wie die Armen. Was wir dagegen in politischer Hinsicht heute haben, ist eine Demokratie des Typs vier, in der alle Staatsbürger die gleichen Rechte besitzen, unabhängig von ihrem Besitz.

Mir als aufrechtem Demokraten wäre die Politie ein Graus! Sie würde bedeuten, dass die oberen 10.000 bzw. das eine reichste Prozent genauso viel Macht haben dürften wie der Rest der Bevölkerung zusammen bzw. wie die unteren 99%. So etwas könnte ich weder in Politik noch Wirtschaft dulden. Ich selbst bin eher ein Anhänger des Demokratietyps vier. Ich mag es nicht, wenn die Reichen in der Politik zu viel Macht haben. Und auch in der Wirtschaft fände ich mehr demokratische Mitbestimmung -über die Betriebsrätegesetze hinaus- von Vorteil. Wenn ich linksradikal angehaucht wäre, dann würde ich auch sagen: Jeder, der hier in Deutschland lebt, solle mitentscheiden, wie das Volksvermögen verteilt wird. Und dies egal, ob derjenige die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt oder nicht. Ich finde als linksgerichteter Mensch jedoch, dass das Volksvermögen innerhalb der deutschen Bevölkerung zum Beispiel durch Erbschaftssteuern oder Vermögenssteuern gerechter verteilt werden sollte. Gerechter in dem Sinne, dass mehr Geld für die Infrastruktur, die Bildung und für die bessere Entlohnung der Masse der Menschen vorhanden sein sollte.

Aber gerade dies würde ja in einer Politie nicht geschehen! (Es sei denn die FDP darf sich und uns eine neue Verfassung zusammenzimmern mit dem Inhalt, dass die Steuern nie mehr steigen dürfen.) Und gleichzeitig behauptest Du aber, du wärst Sozialist bzw. Anhänger des Kommunismus? Wie passt denn so etwas zusammen? Oder schwebt dir etwa eher frei nach Platon eine Philosophenherrschaft vor, in der gute Philosophendiktatoren im Sinne des "Gemeinwohls" bestimmen, wer wie zu leben hat? Dies hätte allerdings mit echter Demokratie nichts mehr zu tun, da es in eine "Gemeinwohldiktatur" ausarten würde. Ich selbst bin aber sowohl in politischer wie ökonomischer Hinsicht für so viel Demokratie wie möglich. Sowohl die Politie als auch die Gemeinwohldiktatur -z.B. durch eine kommunistische Partei- fände ich schlecht.
"Skepsis ist der erste Schritt auf dem Weg zur Philosophie." (Denis Diderot)
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Rote_Galaxie » Mo 2. Okt 2017, 22:48

Progressiver hat geschrieben:(02 Oct 2017, 23:38)

Ist das Dein Ernst?

Ich habe mir mal den Spaß erlaubt, bei wikipedia nachzuforschen, was Aristoteles mit Politie gemeint haben könnte. Der Philosoph unterschied dabei zwischen guter und schlechter Volksherrschaft. Politie wäre gemeinwohlorientiert. Demokratie wird als zu eigennützig verschmäht. Aristoteles war in diesem Sinne kein Anhänger der Demokratie, da sie vor allem die Herrschaft der Armen in einem Staat bedeuten würde, die dann alles in ihrem Sinne entscheiden würden.



Siehe hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Politik_(Aristoteles)#Staatsformenlehre

Und weiter unterscheidet Aristoteles dort zwischen verschiedenen Graden der Demokratie. Politie wäre demnach Typ eins, in der die Reichen genauso viel Einfluss hätten wie die Armen. Was wir dagegen in politischer Hinsicht heute haben, ist eine Demokratie des Typs vier, in der alle Staatsbürger die gleichen Rechte besitzen, unabhängig von ihrem Besitz.

Mir als aufrechtem Demokraten wäre die Politie ein Graus! Sie würde bedeuten, dass die oberen 10.000 bzw. das eine reichste Prozent genauso viel Macht haben dürften wie der Rest der Bevölkerung zusammen bzw. wie die unteren 99%. So etwas könnte ich weder in Politik noch Wirtschaft dulden. Ich selbst bin eher ein Anhänger des Demokratietyps vier. Ich mag es nicht, wenn die Reichen in der Politik zu viel Macht haben. Und auch in der Wirtschaft fände ich mehr demokratische Mitbestimmung -über die Betriebsrätegesetze hinaus- von Vorteil. Wenn ich linksradikal angehaucht wäre, dann würde ich auch sagen: Jeder, der hier in Deutschland lebt, solle mitentscheiden, wie das Volksvermögen verteilt wird. Und dies egal, ob derjenige die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt oder nicht. Ich finde als linksgerichteter Mensch jedoch, dass das Volksvermögen innerhalb der deutschen Bevölkerung zum Beispiel durch Erbschaftssteuern oder Vermögenssteuern gerechter verteilt werden sollte. Gerechter in dem Sinne, dass mehr Geld für die Infrastruktur, die Bildung und für die bessere Entlohnung der Masse der Menschen vorhanden sein sollte.

Aber gerade dies würde ja in einer Politie nicht geschehen! (Es sei denn die FDP darf sich und uns eine neue Verfassung zusammenzimmern mit dem Inhalt, dass die Steuern nie mehr steigen dürfen.) Und gleichzeitig behauptest Du aber, du wärst Sozialist bzw. Anhänger des Kommunismus? Wie passt denn so etwas zusammen? Oder schwebt dir etwa eher frei nach Platon eine Philosophenherrschaft vor, in der gute Philosophendiktatoren im Sinne des "Gemeinwohls" bestimmen, wer wie zu leben hat? Dies hätte allerdings mit echter Demokratie nichts mehr zu tun, da es in eine "Gemeinwohldiktatur" ausarten würde. Ich selbst bin aber sowohl in politischer wie ökonomischer Hinsicht für so viel Demokratie wie möglich. Sowohl die Politie als auch die Gemeinwohldiktatur -z.B. durch eine kommunistische Partei- fände ich schlecht.


Für mich ist die Politie das Ideal einer guten Regierung wenn du Reichen weniger Einfluss erlaubst dann bist du nicht demokratisch.
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Progressiver » Mo 2. Okt 2017, 23:07

Rote_Galaxie hat geschrieben:(02 Oct 2017, 23:48)

Für mich ist die Politie das Ideal einer guten Regierung wenn du Reichen weniger Einfluss erlaubst dann bist du nicht demokratisch.


Sorry, das sehe ich anders. Es sollte gelten: "One man, one vote!" Eine Person, eine Stimme. Das ist wahre Demokratie! In der Politik ist das sowieso selbstverständlich, denn ansonsten haben die Armen vielleicht eine Stimme, während die Reichen oder irgendwelche Leute mit Doktortiteln zehn bekommen. So etwas ist aber antiegalitär! Das gleiche gilt auch für wirtschaftliche Fragen. Ich finde, die Armen sollten viel mehr mitbestimmen dürfen, was das Gemeinwesen betrifft. Oder um es provokanter zu formulieren: Im Augenblick habe ich fast den Eindruck, die reichen Einzelpersonen sowie die Konzerne und ihre Anteilseigner haben die Politiker in der Hand und diktieren ihnen die Regeln. Mit wahrer Demokratie hat dies aber ebenfalls nicht allzu viel zu tun, da Demokratie vor allem Volksherrschaft bedeutet.

Also: Bist du für mehr Demokratie auch in Betrieben bzw. bei der Frage, ob wir nicht auch in ökonomischen Dingen der Alleinerziehenden genauso viele Stimmen geben dürfen wie irgendsoeinem reichen Menschen, der zehn Ferraris in der Garage stehen hat? Oder was schwebt dir vor?
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Rote_Galaxie » Mo 2. Okt 2017, 23:14

Progressiver hat geschrieben:(03 Oct 2017, 00:07)

Sorry, das sehe ich anders. Es sollte gelten: "One man, one vote!" Eine Person, eine Stimme. Das ist wahre Demokratie! In der Politik ist das sowieso selbstverständlich, denn ansonsten haben die Armen vielleicht eine Stimme, während die Reichen oder irgendwelche Leute mit Doktortiteln zehn bekommen. So etwas ist aber antiegalitär! Das gleiche gilt auch für wirtschaftliche Fragen. Ich finde, die Armen sollten viel mehr mitbestimmen dürfen, was das Gemeinwesen betrifft. Oder um es provokanter zu formulieren: Im Augenblick habe ich fast den Eindruck, die reichen Einzelpersonen sowie die Konzerne und ihre Anteilseigner haben die Politiker in der Hand und diktieren ihnen die Regeln. Mit wahrer Demokratie hat dies aber ebenfalls nicht allzu viel zu tun, da Demokratie vor allem Volksherrschaft bedeutet.

Also: Bist du für mehr Demokratie auch in Betrieben bzw. bei der Frage, ob wir nicht auch in ökonomischen Dingen der Alleinerziehenden genauso viele Stimmen geben dürfen wie irgendsoeinem reichen Menschen, der zehn Ferraris in der Garage stehen hat? Oder was schwebt dir vor?


Die Reichen sind sowieso eine Minderheit, das Problem ist, dass die Armen überhaupt nicht checken was passiert, habe ich selbst erlebt, die wissen nicht mal elementare Dinge über Wirtschaftsstrukturen.
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Adam Smith » Mo 2. Okt 2017, 23:31

Rote_Galaxie hat geschrieben:(03 Oct 2017, 00:14)

Die Reichen sind sowieso eine Minderheit, das Problem ist, dass die Armen überhaupt nicht checken was passiert, habe ich selbst erlebt, die wissen nicht mal elementare Dinge über Wirtschaftsstrukturen.


Das glaube ich dir. Nur sind diese Armen auch eine Minderheit.
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Rote_Galaxie » Mo 2. Okt 2017, 23:39

Adam Smith hat geschrieben:(03 Oct 2017, 00:31)

Das glaube ich dir. Nur sind diese Armen auch eine Minderheit.


Mittelschicht und Arme > Reiche
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Adam Smith » Mo 2. Okt 2017, 23:44

Rote_Galaxie hat geschrieben:(03 Oct 2017, 00:39)

Mittelschicht und Arme > Reiche


Und wie geht es dann in der der Demokratie aus? Die Reichen verlieren
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Rote_Galaxie » Mo 2. Okt 2017, 23:50

Adam Smith hat geschrieben:(03 Oct 2017, 00:44)

Und wie geht es dann in der der Demokratie aus? Die Reichen verlieren


So ist es.
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Progressiver » Di 3. Okt 2017, 11:19

Rote_Galaxie hat geschrieben:(03 Oct 2017, 00:14)

Die Reichen sind sowieso eine Minderheit, das Problem ist, dass die Armen überhaupt nicht checken was passiert, habe ich selbst erlebt, die wissen nicht mal elementare Dinge über Wirtschaftsstrukturen.


Und wie willst Du dieses Problem lösen? In einer Demokratie im Sinne der Definition nach Aristoteles haben die Armen die Mehrheit und dürfen bestimmen, was mit dem gemeinsam erarbeiteten Volksvermögen passiert. In einer Politie dagegen ist das Stimmrecht Arme zu Reiche 50:50, obwohl die Reichen zum Beispiel in Deutschland je nach Bemessungsgrundlage über 60% des Volksvermögens besitzen. Bist du also Demokratieanhänger oder Politiefan? Ich finde, eine genaue Definition sollte schon drin sein, damit hier nicht noch mehr aneinander vorbeigeschrieben wird.

Und wie willst Du im Übrigen die Armen dazu bringen, diese elementaren Wirtschaftsstrukturen zu durchblicken? Was schwebt Dir vor? Etwa doch eine Art "Gemeinwohldiktatur" im Sinne von Platons "Staat", in der beispielsweise eine kommunistische Partei regiert? Oder aber durch Aufklärung der Volksmassen?

Unbestreitbare Tatsache dürfte aber auf jeden Fall sein: Die ganz Armen bleiben bei Wahlen frustriert zu Hause. Die Mittelschicht lässt sich einschüchtern und lebt in der Illusion, dass sie ein paar Brosamen abbekommen, wenn es den Reichen gut geht. Dies zeigt sich dann auch in den Wahlergebnissen. Und die wirklich reichen Leute spielen "Teile und herrsche" und spenden ihr Geld der FDP.

Eine Veränderung wäre auf jeden Fall möglich -auch in unserem System. Aber Tatsache bleibt, dass die Leute den Hintern nicht hochkriegen, um sich 1. zu informieren und 2. zur Wahl zu gehen, um eine Partei zu wählen, die wirklich ihren Interessen dient.

Karl Marx sagte mal: "Das Sein bestimmt das Bewusstsein." Umgekehrt gilt dies aber auch: Wenn die Leute sich ihrer Situation nicht bewusst sind, dann kann man genau wie Don Quijote gegen Windmühlen ankämpfen. Die Leute hätten also bei jeder Wahl die Chance, die Dinge zu ändern. Stattdessen regiert das "Weiter so".
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Re: Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Freiheit!

Beitragvon Rote_Galaxie » Di 3. Okt 2017, 15:16

Progressiver hat geschrieben:(03 Oct 2017, 12:19)

Und wie willst Du dieses Problem lösen? In einer Demokratie im Sinne der Definition nach Aristoteles haben die Armen die Mehrheit und dürfen bestimmen, was mit dem gemeinsam erarbeiteten Volksvermögen passiert. In einer Politie dagegen ist das Stimmrecht Arme zu Reiche 50:50, obwohl die Reichen zum Beispiel in Deutschland je nach Bemessungsgrundlage über 60% des Volksvermögens besitzen. Bist du also Demokratieanhänger oder Politiefan? Ich finde, eine genaue Definition sollte schon drin sein, damit hier nicht noch mehr aneinander vorbeigeschrieben wird.

Und wie willst Du im Übrigen die Armen dazu bringen, diese elementaren Wirtschaftsstrukturen zu durchblicken? Was schwebt Dir vor? Etwa doch eine Art "Gemeinwohldiktatur" im Sinne von Platons "Staat", in der beispielsweise eine kommunistische Partei regiert? Oder aber durch Aufklärung der Volksmassen?

Unbestreitbare Tatsache dürfte aber auf jeden Fall sein: Die ganz Armen bleiben bei Wahlen frustriert zu Hause. Die Mittelschicht lässt sich einschüchtern und lebt in der Illusion, dass sie ein paar Brosamen abbekommen, wenn es den Reichen gut geht. Dies zeigt sich dann auch in den Wahlergebnissen. Und die wirklich reichen Leute spielen "Teile und herrsche" und spenden ihr Geld der FDP.

Eine Veränderung wäre auf jeden Fall möglich -auch in unserem System. Aber Tatsache bleibt, dass die Leute den Hintern nicht hochkriegen, um sich 1. zu informieren und 2. zur Wahl zu gehen, um eine Partei zu wählen, die wirklich ihren Interessen dient.

Karl Marx sagte mal: "Das Sein bestimmt das Bewusstsein." Umgekehrt gilt dies aber auch: Wenn die Leute sich ihrer Situation nicht bewusst sind, dann kann man genau wie Don Quijote gegen Windmühlen ankämpfen. Die Leute hätten also bei jeder Wahl die Chance, die Dinge zu ändern. Stattdessen regiert das "Weiter so".


Du hast die Idee der Politie nicht verstanden, im Prinzip ist es dass gleiche System wie eine Demokratie, also auch in der Politie hätten die Armen und Mittelschicht die Mehrheit über die Reichen, der Unterschied ist jedoch
dass das System sich am Gemeinwohl orientiert. Aufklärung ist in meinen Augen der sicherste Garant für Veränderung. Wer einmal gelernt hat zu Denken, den kann man nicht zweimal verarschen.
Und wer kontrolliert die Kontrolle?

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