War die Agenda 2010 der Auslöser des witschaftlichen Aufschwungs oder nicht? (mit Umfrage)

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War die Agenda 2010 der Auslöser des wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland?

ja total oder großteils
14
58%
nein oder kaum
8
33%
kann man so nicht sagen
1
4%
keine Ahnung (nachträgliche Änderung ist zugelassen)
1
4%
 
Abstimmungen insgesamt: 24
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Balsamico
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War die Agenda 2010 der Auslöser des witschaftlichen Aufschwungs oder nicht? (mit Umfrage)

Beitragvon Balsamico » So 10. Sep 2017, 02:38

-

Da ich garnicht so wirklich sehr viel über das Thema weiß und davon verstehe, will ich auch garnicht sonderlich viel dazu schreiben.

Aber was mich interessieren würde, als Gerhard Schröder Kanzler wurde ging es Deutschland schlecht -marode Wirtschaft, viele Arbeitslose. Das war der Anlass bzw. wurde zum Anlass genommen, Deutschland die Agenda 2010 zu verpassen. Attraktivere Bedingungen für Arbeitgeber um sie zu motivieren einzustellen (auf Kosten der Arbeitnehmer), massive Einsparungen am Sozialsystem um die Staatskasse zu entlasten und Arbeitslose für schlechtere Jobs zu motivieren, Sanktionen für unwillige Arbeitslose ebenfalls um sie für schlechtere Jobs zu "motivieren" ...das sind zumindest die Punkte die mir als erstes einfallen und sind auch die wichtigsten, oder?

Wenn man bedenkt, dass keiner daran denkt, diese ja teils echt harten Maßnahmen (ich denke z.B. an alternativlose Familienväter in Mindestlohn-Zeitarbeitjobs, damals sogar ohne Mindestlohn) wieder rückgängig zu machen sobald sie nichtmehr notwendig sind, war die Aktion ja n ganz schon dicker Hund. Geht es Detschland schlecht, geht das auf Kosten der kleinen. Geht es Deutschland gut, profitieren nur die großen - aber darum geht es mir hier eigentlich jetzt garnicht...

Also was mich interessieren würde :) , war die Agenda 2010 bzgl. der Wirtschaft erfolgreich oder nicht? Die Meinungen scheinen auseinander zu gehen. Ging es weltweit mit der Wirtschaft bergauf und Agenda2010-Befürworter haben den Aufschwung nur für sich reklamiert? Ist es einfach dem Innovationsreichtum deutscher Ingenieure zu verdanken? Lasst bitte mal hören was ihr so meint und überseht die Umfrage nicht bitte. Und stimmt bitte für keine Ahnung wenn ihr euch nicht sicher seid...

Und nochmal, mit erfolgreich meine ich BEZÜGLICH DER WIRTSCHAFT. Klar kann man nur schwer von erfolgreich reden alleine wenn man sich anschaut wie viele in prikären Beschäftigungsverhältnissen hängen: Zeitarbeit, Teilzeit, Werksverträge, 1€-Jobs usw. usw. . Mir geht es hier rein darum, ob die Befürworter den Erfolg zurecht für sich reklamieren.

Danke!


.
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Re: War die Agenda 2010 der Auslöser des witschaftlichen Aufschwungs oder nicht? (mit Umfrage)

Beitragvon Boracay » So 10. Sep 2017, 07:24

Stelle dir vor dass du 2600€ 2 Jahre lange geschenkt bekommst und ein Leben lang 2.000€ Netto bekommst als Arbeitslosenhilfe. Würdest du dann noch arbeiten?

Da wundern einen die hohen Arbeitslosenzahlen damals nicht, keiner hatte mehr Bock zu arbeiten. War bitter nötig so was gestörtes abzuschaffen.
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Re: War die Agenda 2010 der Auslöser des witschaftlichen Aufschwungs oder nicht? (mit Umfrage)

Beitragvon Boracay » So 10. Sep 2017, 07:29

Balsamico hat geschrieben:Und nochmal, mit erfolgreich meine ich BEZÜGLICH DER WIRTSCHAFT. Klar kann man nur schwer von erfolgreich reden alleine wenn man sich anschaut wie viele in prikären Beschäftigungsverhältnissen hängen: Zeitarbeit, Teilzeit, Werksverträge, 1€-Jobs usw. usw. . Mir geht es hier rein darum, ob die Befürworter den Erfolg zurecht für sich reklamieren.
.


In jedem nicht Geisteskranken Land gibt es keinen Kündigungsschutz und damit ausschließlich prekäre Beschäftigung (Schweiz, Dänemark, UK, Irland, Luxemburg). Die große Mehrheit der Teilzeit Beschäftigten will genau das - Teilzeit arbeiten. Wenn man meine Frau in Vollzeit zwingen würde müsste sie kündigen. Zeitarbeit und 1€ Jobs sind ein völlig irrelevant kleiner Teil der Beschäftigten.
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Re: War die Agenda 2010 der Auslöser des witschaftlichen Aufschwungs oder nicht? (mit Umfrage)

Beitragvon Flaschengeist » So 10. Sep 2017, 08:37

Boracay hat geschrieben:(10 Sep 2017, 08:24)

Stelle dir vor dass du 2600€ 2 Jahre lange geschenkt bekommst und ein Leben lang 2.000€ Netto bekommst als Arbeitslosenhilfe. Würdest du dann noch arbeiten?

Da wundern einen die hohen Arbeitslosenzahlen damals nicht, keiner hatte mehr Bock zu arbeiten. War bitter nötig so was gestörtes abzuschaffen.


Die Arbeitslosenhilfe wurde nicht lebenslang gezahlt.

Durch die Agenda wurden die Löhne gedrückt und die Versicherungswirtschaft hat noch ein bischen Spielgeld bekommen. Nichts anderes war die Einführung der Riesterrente.
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Re: War die Agenda 2010 der Auslöser des witschaftlichen Aufschwungs oder nicht? (mit Umfrage)

Beitragvon Realist2014 » So 10. Sep 2017, 08:48

Flaschengeist hat geschrieben:(10 Sep 2017, 09:37)


Durch die Agenda wurden die Löhne gedrückt .



Auch durch Wiederholung wird diese falsche Behauptung nicht zum Fakt.

Die Agenda hat die Couchsitzer ( mit hoher Arbeitslosenhilfe) in den Arbeitsmarkt gespült

zu marktgerechten Löhnen
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: War die Agenda 2010 der Auslöser des witschaftlichen Aufschwungs oder nicht? (mit Umfrage)

Beitragvon unity in diversity » So 10. Sep 2017, 08:57

Realist2014 hat geschrieben:(10 Sep 2017, 09:48)

Auch durch Wiederholung wird diese falsche Behauptung nicht zum Fakt.

Die Agenda hat die Couchsitzer ( mit hoher Arbeitslosenhilfe) in den Arbeitsmarkt gespült

zu marktgerechten Löhnen

Die Riester-Rente ist gescheitert, weil jedes Tagesgeldkonto sogar in einer Nullzinswirtschaft attraktiver ist.
Man füttert nur die Banken durch und nicht zusätzlich unproduktive Versicherungsheinis.
Die Riester-Rente kann auch nicht im Ausland verpraßt werden.
Noch ein Grund, diesem Unsinn kalte Schulter zu zeigen.
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Re: War die Agenda 2010 der Auslöser des witschaftlichen Aufschwungs oder nicht? (mit Umfrage)

Beitragvon Flaschengeist » So 10. Sep 2017, 09:00

Realist2014 hat geschrieben:(10 Sep 2017, 09:48)

Auch durch Wiederholung wird diese falsche Behauptung nicht zum Fakt.

Die Agenda hat die Couchsitzer ( mit hoher Arbeitslosenhilfe) in den Arbeitsmarkt gespült

zu marktgerechten Löhnen



Zur Agenda Politik gehörte auch die großzügige Einführung der Leiharbeit.
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Re: War die Agenda 2010 der Auslöser des witschaftlichen Aufschwungs oder nicht? (mit Umfrage)

Beitragvon unity in diversity » So 10. Sep 2017, 09:19

Leiharbeiter braucht man nur, um Auftragsspitzen abzuarbeiten, wenn es die Stammbelegschaft allein nicht schafft.
Deshalb muß jeder Leiharbeiter Mobilitätszuschläge ( Wohnort-Arbeitsstelle ), Qualifikationszuschläge ( weil er beliebig einsetzbar ist ) und Flexibilisierungszuschläge bekommen ( moralisch flexibel und sogar in der Rüstungssparte einsetzbar ) bekommen.
Macht summa-summarum ca. 30% mehr, als die Stammbelegschaft.
Zuletzt geändert von unity in diversity am So 10. Sep 2017, 09:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: War die Agenda 2010 der Auslöser des witschaftlichen Aufschwungs oder nicht? (mit Umfrage)

Beitragvon Der Neandertaler » So 10. Sep 2017, 09:22

Hallo Balsamico.
Im Grunde genommen hast Du die Ausgangssituation teilweise schon gut beschrieben: viele Arbeitslose, etc. - also alles in allem: schlechte, wirtschaftliche Aussichten. Bei den Aussichten ging Schroeder von Annahmen aus, die schon Biedenkopf beschrieben hat: ein "Weiter so" wäre schlecht für unsere Sozialsysteme ... letztlich also für unsere Gesellschaft ... für den sozialen Frieden. Also war ein Umdenken nötig!

Daß dabei etwa die Ausweitung der Zeit- oder Leiharbeit herauskam, war noch einem anderen Umstand geschuldet ... lag noch an einer weitergehenden Forderung. Seitens der Wirtschaft wurde nämlich immer vorgebracht, daß etwa zu Auftragsspitzen die Arbeitgeberseite mehrere Möglichkeiten hätte (von denen aber nur eine realistisch wäre), man könne entweder die vorhandene Belegschaft Überstunden machen lassen (was aber nicht unbedingt in deren Sinne wäre: mehr Freizeit.) oder eben zusätzliche Arbeitnehmer einstellen. Diese zusätzlichen Arbeitnehmer bekomme man aber nach den "Auftragsspitzen" nicht so einfach wieder aus dem Betrieb - sie hätten ja Kündigungsschutz.
      (denn diese Leiharbeiter würden ja nicht entlassen - also arbeitslos, sie sind ja weiterhin im Entleihbetrieb beschäftig.)
Also ging es um die Frage:
    Kündigungsschutz lockern - aber eben für alle, oder eben Ausweitung der Zeit- oder Leiharbeit ... der Möglichkeit für Betriebe, diese leichter in Anspruch nehmen zu können.
Leiharbeit aber setzt irgendwo eine weitere Firma voraus - nämlich eine Firma, welches auch Arbeitnehmer beschäftigt und verleiht.

Selbiges dürfte in abgewandelter Form auch für Zeitarbeit gelten. Zeitarbeit ist nun nicht mit Zeitarbeit im Sinne von Leiharbeit zu verwechseln - es meint "zeitlich begrenzte Arbeitsverträge". Beide Formen der Beschäftigungsmöglichkeiten dürften schon irgendwie ... in gewißer Art und Weise zu heutigem Aufschwung beigetragen haben - JA!
Balsamico hat geschrieben:massive Einsparungen am Sozialsystem um die Staatskasse zu entlasten ...
Auch dies dürfte leicht dazu beigetragen haben - allerdings war bestimmt nicht der Hauptaugenmerk, daß dies nur auf Kosten der Arbeitslosen geschehen kann.

Ausgangslage:
    für die die vorher gearbeitet haben und Arbeitslos wurden gab es Arbeitslosengeld - danach Arbeitslosenhilfe. Ansonsten (wenn man nie gearbeitet hat) gab es Sozialhilfe.
(ohne jetzt auf deren Höhe einzugehen:)
    Arbeitslosenhilfe ist ... war eine "bedürftigkeitsgeprüfte Sozialleistung für Arbeitssuchende" und wurde von den damaligen Arbeitsämtern ausgezahlt - war also staatlich.
    Sozialhilfe ist ... war als "Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung" gedacht - sie ist zwar ebenfalls eine staatliche Sozialleistung, wird aber von den Städten ausgezahlt. Und da diese zwei Auszahlungsstellen immense Kosten verursachen, wollte er diese zusammenlegen.
      (über deren Auswirkungen möchte ich hier und jetzt nicht diskutieren.)
Auch dies dürfte dazu beigetragen haben, daß wir besser dastehen als andere.

Daß diverse Maßnahmen, die anders gedacht waren als diese nun angenommen haben - nachdem diese letztendlich praxistauglich umgesetzt wurden, daß diese solche prekäre Ausmaße angenommen haben, hat vorher niemand bedacht. Da Maßnahmen aber auch immer nur mit Verzögerung wirken, daher beginnt nun ein Streit, wer dafür letztlich verantwortlich ist ... wer sich diesen Erfolg letztendlich auf die Fahnen schreiben kann?

Ich würde grundsätzlich sagen, daß die Agenda 2010 schon zum "Erfolg" beigetragen hat - JA! Aber im Angesicht dessen, daß diese Agenda 2010 zwar ein ROT-GRÜNES Projekt war, letztlich aber (mehr oder weniger) von allen Parteien (außer den LINKEN) mit verabschiedet wurde, ...
wäre ich vorsichtig, wenn es darum geht, wer sich diesen "Erfolg" zugute schreiben kann - die Prügel dafür bekommt allerdings alleine die SPD.
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Re: War die Agenda 2010 der Auslöser des witschaftlichen Aufschwungs oder nicht? (mit Umfrage)

Beitragvon Skull » So 10. Sep 2017, 10:09

Von meiner Seite ein bedingtes Ja.

Auslöser ? Ist ein bisschen zu hoch gegriffen. Mitverantwortlich ? Sicherlich.

Da gibt es eher ein halbes Dutzend Gründe, warum Deutschland
seine wirtschaftliche Situation und internationale Stellung deutlich verbessert hat.

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Re: War die Agenda 2010 der Auslöser des witschaftlichen Aufschwungs oder nicht? (mit Umfrage)

Beitragvon Flaschengeist » So 10. Sep 2017, 10:14

unity in diversity hat geschrieben:(10 Sep 2017, 10:19)

Leiharbeiter braucht man nur, um Auftragsspitzen abzuarbeiten, wenn es die Stammbelegschaft allein nicht schafft.
Deshalb muß jeder Leiharbeiter Mobilitätszuschläge ( Wohnort-Arbeitsstelle ), Qualifikationszuschläge ( weil er beliebig einsetzbar ist ) und Flexibilisierungszuschläge bekommen ( moralisch flexibel und sogar in der Rüstungssparte einsetzbar ) bekommen.
Macht summa-summarum ca. 30% mehr, als die Stammbelegschaft.



Leiharbeiter bekommen aber nicht mehr Geld sondern deutlich weniger.

Mir sind Fälle bekannt wo ein AN 10 Jahre bei einem Kunden als Leiharbeiter gearbeitet hat. Da kann man nicht von einer Auftragsspitze reden.
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Re: War die Agenda 2010 der Auslöser des witschaftlichen Aufschwungs oder nicht? (mit Umfrage)

Beitragvon Orwellhatterecht » So 10. Sep 2017, 10:23

Boracay hat geschrieben:(10 Sep 2017, 08:24)

Stelle dir vor dass du 2600€ 2 Jahre lange geschenkt bekommst und ein Leben lang 2.000€ Netto bekommst als Arbeitslosenhilfe. Würdest du dann noch arbeiten?

Da wundern einen die hohen Arbeitslosenzahlen damals nicht, keiner hatte mehr Bock zu arbeiten. War bitter nötig so was gestörtes abzuschaffen.




Viel gestörter ist es für mich, daß mehrere Bundesfinanzminister Kenntnis davon hatten und jahrzehntelang nichts dagegen unternahmen, dass sich "Kapital Adelige" (Menschen wie Du und ich waren davon ausgenommen) mit Unterstützung diverser Banken, dank Cum-Ex Betrügereien etwa 32 Milliarden Steuergelder ergaunerten, indem sie sich Steuern erstatten liessen, die für sie gar nicht angefallen und die niemals zuvor überhaupt bezahlt worden waren. Genauso gestört finde ich es, dass man einer ganzen Branche es durchgehen läßt, dass sie jahrelang Autofahrer und Staat betrogen haben (bitte nicht mit "beschummeln" verwechseln, das ist etwas gänzlich anderes!) und nunmehr geneigt ist, den Hauptanteil der Misere durch den Steuerzahler sowie die Autofahrer selbst richten zu lassen. Mir ist nicht bekannt, dass die dafür verantwortlichen Herren (ich glaube mal, Damen waren weniger daran beteiligt!) auf ihre Boni verzichteten noch dass man sie ihnen wegen der Betrügereien entzogen hat. Vor 10 Jahren anlässlich der Finanz- und Bankenkrise lief es ähnlich ab, für viele noch in Erinnerung, das berühmte Victory Zeichen des Herrn Ackermann gegenüber seinen Richtern.

Fälschlicherweise wird immer so getan, als sei die Agenda2010 Ursache und Auslöser des Aufschwungs in D, ignoriert wird dagegen systematisch dabei die zur selben Zeit statt gefundene Erholung und Expansion der Weltwirtschaft.
Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen!“
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Re: War die Agenda 2010 der Auslöser des witschaftlichen Aufschwungs oder nicht? (mit Umfrage)

Beitragvon unity in diversity » So 10. Sep 2017, 10:28

Flaschengeist hat geschrieben:(10 Sep 2017, 11:14)

Leiharbeiter bekommen aber nicht mehr Geld sondern deutlich weniger.

Mir sind Fälle bekannt wo ein AN 10 Jahre bei einem Kunden als Leiharbeiter gearbeitet hat. Da kann man nicht von einer Auftragsspitze reden.

Deshalb muß man das ändern.
Mit der AfD wird es freilich keine Änderung daran geben.
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Re: War die Agenda 2010 der Auslöser des witschaftlichen Aufschwungs oder nicht? (mit Umfrage)

Beitragvon Der Neandertaler » So 10. Sep 2017, 10:51

Hallo.
Dies ist mein altes Problem:
    Wenn ich in eine Diskussion einsteige, bin ich erstmal genötigt, den Anderen auf Diskrepanzen ... auf die (teilweise) Widersprüchlichkeit innerhalb seiner Aussage(n) hinzuweisen. Ich merke recht schnell, ob er tatsächlich an einer faktenbasierten Diskussion interessiert ist, oder ob er nur seinen Frust loswerden will. Ich werden daher immer zuerst versuchen, einige Dinge auseinander zu klamüsern. Ich werde ihn bitten, doch bestimmte Dinge ... bestimmte Vorgänge voneinander zu trennen. Dies dürfte auch in diesem Fall von Vorteil sein.
Ich glaube, Balsamico wollte weder über die Auswüchse der Agenda 2010 oder der Leiharbeit, den "Erfolg" der Rieste Rente, den Auslöser der Bankenkrise noch über den oder die Schuldigen und Betroffenen des Diesel-Gates diskutieren - die Frage war:
    "War die Agenda 2010 der Auslöser des witschaftlichen Aufschwungs oder nicht?"
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
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Re: War die Agenda 2010 der Auslöser des witschaftlichen Aufschwungs oder nicht? (mit Umfrage)

Beitragvon Flaschengeist » So 10. Sep 2017, 10:54

unity in diversity hat geschrieben:(10 Sep 2017, 11:28)

Deshalb muß man das ändern.
Mit der AfD wird es freilich keine Änderung daran geben.



Eingeführt wurde das Ganze von ROT/GRÜN!

Die AfD war daran nicht beteiligt.

ROT/GRÜN hat damals ja noch mehr beschlossen.

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Re: War die Agenda 2010 der Auslöser des witschaftlichen Aufschwungs oder nicht? (mit Umfrage)

Beitragvon Skull » So 10. Sep 2017, 11:01

Orwellhatterecht hat geschrieben:(10 Sep 2017, 11:23)

Auslöser des Aufschwungs in D,

ignoriert wird dagegen systematisch dabei die zur selben Zeit
statt gefundene Erholung und Expansion der Weltwirtschaft.

Man kan sich auch seine eigene Welt malen.

1990 - 1998 expandierte die Weltwirtschaft. Deutschlands Situation verschlechterte sich.
1999 - 2004 gab es viele Krisen auf dieser Welt. Deutschlands Situation stabilisierte sich.
2005 - 2007 gab es die weltweise "Finanzmarktkrise". Deutschland kam gut da durch.
NUN erholt sich die Weltwirtschaft. Und Deutschland profitiert deutlich.

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Re: War die Agenda 2010 der Auslöser des witschaftlichen Aufschwungs oder nicht? (mit Umfrage)

Beitragvon Pro&Contra » So 10. Sep 2017, 11:11

Die Agenda 2010 hat dafür gesorgt, dass sich die Unternehmen die Taschen vollstopfen können und dass die Löhne gedrückt wurden. Ergo ist die Agenda 2010 dafür verantwortlich, dass die Schere zwischen arm und reich weiter auseinander gegangen ist.

Moderne Sklaverei wie Leiharbeit wurde massiv ausgebaut. Befristete Arbeitsverhältnisse wurden ausgebaut.

Menschen wurden mit Hartz4 stigmatisiert.

Natürlich hat all das für einen wirtschaftlichen Aufschwung gesorgt. Das bedeutet aber nicht, dass es gerecht war. Schröder und Co. sind den Unternehmen in den Hintern gekrochen und haben die arbeitende Bevölkerung geknechtet.

Und was bekommen die Arbeiter jetzt, wo es der Wirtschaft besser geht? Die Arbeiter haben doch mit ihrem aufgezwungenem Verzicht auf gute Löhne und sichere Arbeitsplätze dafür gesorgt, dass es der Wirtschaft wieder besser geht. Und wie werden sie jetzt daran beteiligt?
Wenn ich nicht antworte, dann habe ich entweder keine Lust oder deine Argumente sind Unsinn.
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Re: War die Agenda 2010 der Auslöser des witschaftlichen Aufschwungs oder nicht? (mit Umfrage)

Beitragvon Skull » So 10. Sep 2017, 11:20

Pro&Contra hat geschrieben:(10 Sep 2017, 12:11)

Und was bekommen die Arbeiter jetzt, wo es der Wirtschaft besser geht?
Die Arbeiter haben doch mit ihrem aufgezwungenem Verzicht
auf gute Löhne und sichere Arbeitsplätze dafür gesorgt,
dass es der Wirtschaft wieder besser geht.

Und wie werden sie jetzt daran beteiligt?

Im Gegensatz (gerade auch zu unseren Nachbarländern)...
- mehr Jobs
- mehr (auch sozialversicherungspflichtige) Arbeitsverhältnisse
- seit einigen Jahren wieder steigende Gehälter
- stabile Sozialversicherungsbeiträge
- keine grossen Steuererhöhungen
- geringere Arbeitslosigkeit

Das ist doch schon eine ganze Menge.

Franzosen, Spanier oder Griechen haben da ganz andere Probleme.

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Re: War die Agenda 2010 der Auslöser des witschaftlichen Aufschwungs oder nicht? (mit Umfrage)

Beitragvon Realist2014 » So 10. Sep 2017, 11:27

Flaschengeist hat geschrieben:(10 Sep 2017, 11:14)

Leiharbeiter bekommen aber nicht mehr Geld sondern deutlich weniger.

.



logisch

die Kosten der Leiharbeitsunternehmen müssen ja auch erwirtschaftet werden...
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Re: War die Agenda 2010 der Auslöser des witschaftlichen Aufschwungs oder nicht? (mit Umfrage)

Beitragvon Pro&Contra » So 10. Sep 2017, 11:30

Realist2014 hat geschrieben:(10 Sep 2017, 12:27)

logisch

die Kosten der Leiharbeitsunternehmen müssen ja auch erwirtschaftet werden...


Das ist nicht logisch. In Frankreich bekommen Leiharbeiter mehr Geld als die Stammbelegschaft.
Wenn ich nicht antworte, dann habe ich entweder keine Lust oder deine Argumente sind Unsinn.

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