Endet die Zeit der Einkaufsstrassen?

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Re: Endet die Zeit der Einkaufsstrassen?

Beitragvon Alter Stubentiger » Mi 6. Sep 2017, 15:39

Adam Smith hat geschrieben:(06 Sep 2017, 16:38)

Weil grundsätzlich das gemacht wird was am günstigsten ist.

Vielleicht auch weil man sich so arm rechnen kann?
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Re: Endet die Zeit der Einkaufsstrassen?

Beitragvon Adam Smith » Mi 6. Sep 2017, 16:20

Alter Stubentiger hat geschrieben:(06 Sep 2017, 16:39)

Vielleicht auch weil man sich so arm rechnen kann?

Die Gewinne werden ja in den einzelnen Nationalstaaten versteuert. Hier wird dann auch eine Bilanz abgegeben. Die Beziehungen untereinander müssen verrechnet werden. Das ist Pflicht. Für den gesamten Konzern wird dann ein Konzernabschluss abgegeben.
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Re: Endet die Zeit der Einkaufsstrassen?

Beitragvon Alter Stubentiger » Mi 6. Sep 2017, 17:18

Adam Smith hat geschrieben:(06 Sep 2017, 17:20)

Die Gewinne werden ja in den einzelnen Nationalstaaten versteuert. Hier wird dann auch eine Bilanz abgegeben. Die Beziehungen untereinander müssen verrechnet werden. Das ist Pflicht. Für den gesamten Konzern wird dann ein Konzernabschluss abgegeben.

Es wird eben kaum was versteuert in den Nationalstaaten. Die Konzerne verschleiern die Gewinne.
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Re: Endet die Zeit der Einkaufsstrassen?

Beitragvon Adam Smith » Mi 6. Sep 2017, 17:26

Alter Stubentiger hat geschrieben:(06 Sep 2017, 18:18)

Es wird eben kaum was versteuert in den Nationalstaaten. Die Konzerne verschleiern die Gewinne.


Das ist nicht möglich. Es wird überprüft wie die einzelne Unternehmen untereinander verrechnen. Und verrechnet werden muss immer. Amazon befindet sich im Moment immer noch in einer exorbitant starken Wachstumsphase. Hier ist der Gewinn halt gering.
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Re: Endet die Zeit der Einkaufsstrassen?

Beitragvon Alter Stubentiger » Do 7. Sep 2017, 14:39

Adam Smith hat geschrieben:(06 Sep 2017, 18:26)

Das ist nicht möglich. Es wird überprüft wie die einzelne Unternehmen untereinander verrechnen. Und verrechnet werden muss immer. Amazon befindet sich im Moment immer noch in einer exorbitant starken Wachstumsphase. Hier ist der Gewinn halt gering.

Mach dir doch nichts vor. Ich kan natürlich nicht das genaue Vorgehen einer Firma auseinanderbröseln. Die beschäftigen Hunderte von Spezialisten die genau dies verschleiern sollen. Aber mir ist schon aufgefallen daß die EU Irland aufgefordert hat das Steuerdumping zu beenden.

nternationale Konzerne wie Apple, Amazon, Google, Starbucks und Co., mit zahlreichen Gesellschaften und Tochtergesellschaften in den verschiedenen Ländern schieben die Gelder kaum nachvollziehbar hin und her. Jedes Land hat seine eigenen, zum Teil günstigeren Steuergesetze für Unternehmen, die deshalb häufig Firmen in Irland oder den Niederlanden gründen, oder in Steueroasen wie die Bermudas verlegen. In Fachkreisen wird dieses Steuersparmodell "Double Irish with a Dutch Sandwich" genannt.
http://www.stern.de/tv/steuern-sparen-w ... 54058.html

Es lohnt den ganzen Artikel zu lesen. Da wird erklärt wie ein Bäcker agieren könnte wie die großen Konzerne wenn er das steuertechnische Know-how hat.
Man muß wirklich mal darüber nachdenken ob solche Steuersparmodelle legal sein sollten.
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Re: Endet die Zeit der Einkaufsstrassen?

Beitragvon Positiv Denkender » Do 7. Sep 2017, 16:37

Boracay hat geschrieben:(02 Sep 2017, 14:40)

In der Innenstadt war ich letztens nach mehreren Jahren mal wieder. Gibt einige neue Gastro Angebote und Cafés, aber die Läden verschwinden. Ist auch kein Fehler, wer so blöd ist da noch was zu kaufen dem kann man nicht helfen. Geht viel bequemer und günstiger Zuhause.

Du meinst Menschen die noch ihren Bedarf in Geschäften decken sind blöde? Was du für bequem hältst ist dir überlassen ,günstiger beruht allein
auf deine Behauptung . Du scheinst zu den Abhängigen Internetnutzern zu gehören oder ?
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Re: Endet die Zeit der Einkaufsstrassen?

Beitragvon franktoast » Fr 8. Sep 2017, 11:51

H2O hat geschrieben:(06 Sep 2017, 10:42)

Der Staat muß seine Aufgabe erfüllen, daß Unternehmen in Wettbewerb um zahlende Kunden treten, ohne dabei mit Absprachen oder gleich Fusionen ein Monopol zu schaffen. Nur der faire Wettbewerb führt zu fairen Preisen.

Ich stimme Ihnen zu, daß es sinnvoll ist, mit den Kosten zur Herstellung eines Erzeugnisses so sparsam wie möglich um zu gehen. Den Verbraucher interessiert nur das Preis-Leistungsverhältnis des Erzeugnisses. Dazu gehören oft auch Nebenleistungen wie Kundendienst bei komplexen Geräten.


Ich frage mich grad, wie so ein Monopol für Amazon aussehen soll, dass den Kunden schadet. Wenn Amazon irgendwie Preise erhöht, hat es gleich wieder 100 Wettbewerber. Sollten Wettbewerber trotz Preiserhöhungen von Amazon immer noch nicht zum Zug kommen, wo wäre das Problem?

Auch wenn ich weiß, dass das nicht populär ist: Ich hab nichts gegen Monopole, es sei denn, diese sind staatlich begünstigt (ja, auch ein Mindestlohn begünstigt größere Unternehmen). Ich muss allerdings auch dazu sagen - abgesehen von Infrastruktur - denke ich nicht, dass es auf dem Markt echte Monopole für längere Zeit geben kann. Dazu sind Kunden zu launisch. Hatte StudiVZ ein Monopol? Oder MySpace? Immerhin gab es krasse Netzwerkeffekte.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Endet die Zeit der Einkaufsstrassen?

Beitragvon franktoast » Fr 8. Sep 2017, 11:53

Alter Stubentiger hat geschrieben:(06 Sep 2017, 16:39)

Es ist nun mal so daß es in der Vergangenheit immer wieder diese Riesenfirmen, Monopole oder Trusts gegeben hat die durch ihre schiere Macht zu einem Problem für die Staaten wurden.
Vielleicht hilft es dir z.B. die Vorgänge um Standard Oil und den anderen großen US-Trusts mal unter die Lupe zu nehmen. Auch da mußte der Staat die Gesetze ändern weil die Macht der Konzerne zu groß wurde. Der Sherman Anti-trust act wurde dann von T. Roosevelt spektakulär umgesetzt. Und der war kein Sozialist und führte auch keinen Sozialismus ein.

Ich wüsste nicht, wie ein Monopol, dass durch Kundenentscheidungen entstand und nicht vom Staat begünstigt wurde, irgendjemand schaden sollte - es sei denn anderen Wettbewerbern.
Welchen Marktanteil an "Verkauf Güter" hat denn Amazon weltweit? 1%?
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Re: Endet die Zeit der Einkaufsstrassen?

Beitragvon H2O » Fr 8. Sep 2017, 12:42

franktoast hat geschrieben:(08 Sep 2017, 12:51)

Ich frage mich grad, wie so ein Monopol für Amazon aussehen soll, dass den Kunden schadet. Wenn Amazon irgendwie Preise erhöht, hat es gleich wieder 100 Wettbewerber. Sollten Wettbewerber trotz Preiserhöhungen von Amazon immer noch nicht zum Zug kommen, wo wäre das Problem?

Auch wenn ich weiß, dass das nicht populär ist: Ich hab nichts gegen Monopole, es sei denn, diese sind staatlich begünstigt (ja, auch ein Mindestlohn begünstigt größere Unternehmen). Ich muss allerdings auch dazu sagen - abgesehen von Infrastruktur - denke ich nicht, dass es auf dem Markt echte Monopole für längere Zeit geben kann. Dazu sind Kunden zu launisch. Hatte StudiVZ ein Monopol? Oder MySpace? Immerhin gab es krasse Netzwerkeffekte.


So funktionieren Monopole aber nicht; die üben schon durch ihre schiere Größe auch politische Macht aus. Beginnend mit der Standortfrage, über ihre Einkaufsmacht und ihre Möglichkeit, entstehenden Wettbewerb
entweder platt zu machen oder das noch kleine Unternehmen auf zu kaufen. Dem Verkäufer fällt dabei möglicherweise noch ein Stein vom Herzen, weil er nicht platt gemacht wurde. Monopole haben viele Gesichter... am besten für den Verbraucher und die Politik ist der faire Wettbewerb bis hin zur Teilung von Monopolen durch ein Gesetz zum Schutz des Wettbewerbs.

Vielleicht noch ein Gedanke zu Amazon: Irgendwann ist Amazon gar kein Wettbewerber mehr, sondern Bestandteil der Versorgungsinfrastruktur. Dann aber in Händen von wenigen privaten Eigentümern. War nur so ein Gedanke...
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Re: Endet die Zeit der Einkaufsstrassen?

Beitragvon Alter Stubentiger » Fr 8. Sep 2017, 18:36

H2O hat geschrieben:(08 Sep 2017, 13:42)

So funktionieren Monopole aber nicht; die üben schon durch ihre schiere Größe auch politische Macht aus. Beginnend mit der Standortfrage, über ihre Einkaufsmacht und ihre Möglichkeit, entstehenden Wettbewerb
entweder platt zu machen oder das noch kleine Unternehmen auf zu kaufen. Dem Verkäufer fällt dabei möglicherweise noch ein Stein vom Herzen, weil er nicht platt gemacht wurde. Monopole haben viele Gesichter... am besten für den Verbraucher und die Politik ist der faire Wettbewerb bis hin zur Teilung von Monopolen durch ein Gesetz zum Schutz des Wettbewerbs.

Vielleicht noch ein Gedanke zu Amazon: Irgendwann ist Amazon gar kein Wettbewerber mehr, sondern Bestandteil der Versorgungsinfrastruktur. Dann aber in Händen von wenigen privaten Eigentümern. War nur so ein Gedanke...


Aber ein Richtiger.
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Re: Endet die Zeit der Einkaufsstrassen?

Beitragvon jorikke » Fr 8. Sep 2017, 19:52

H2O hat geschrieben:(08 Sep 2017, 13:42)

So funktionieren Monopole aber nicht; die üben schon durch ihre schiere Größe auch politische Macht aus. Beginnend mit der Standortfrage, über ihre Einkaufsmacht und ihre Möglichkeit, entstehenden Wettbewerb
entweder platt zu machen oder das noch kleine Unternehmen auf zu kaufen. Dem Verkäufer fällt dabei möglicherweise noch ein Stein vom Herzen, weil er nicht platt gemacht wurde. Monopole haben viele Gesichter... am besten für den Verbraucher und die Politik ist der faire Wettbewerb bis hin zur Teilung von Monopolen durch ein Gesetz zum Schutz des Wettbewerbs.

Vielleicht noch ein Gedanke zu Amazon: Irgendwann ist Amazon gar kein Wettbewerber mehr, sondern Bestandteil der Versorgungsinfrastruktur. Dann aber in Händen von wenigen privaten Eigentümern. War nur so ein Gedanke...


Amazon verzichtet in der Aufbau Phase auf Gewinne.
Irgendwann aber muss Amazon G einewinne machen.
Das ist völlig i.O.
Die Gewinne werden jedoch nie zu Lasten der Verbraucher gehen, sondern zwangsläufig im Rahmen bleiben müssen.
Sobald die Gewinne so hoch sind und überteuerte Preise erzielt werden, klinkt sich der Wettbewerb neu mit Dumping Preisen ein und das Spiel wiederholt sich.
Monopole zu bilden, die überzogene Preise fordern können, war gestern. Um das zu verhindern. brauch es nicht mal mehr ein Kartellamt.
Viel zu viel Geld im Umlauf, das nur darauf wartet angelegt zu werden.
Überzogene Preise lassen sich heute nur mit originären Produkten erzielen, bei denen das Know how der Konkurrenz noch fehlt.
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Re: Endet die Zeit der Einkaufsstrassen?

Beitragvon Misterfritz » Fr 8. Sep 2017, 20:08

jorikke hat geschrieben:(08 Sep 2017, 20:52)
Überzogene Preise lassen sich heute nur mit originären Produkten erzielen, bei denen das Know how der Konkurrenz noch fehlt.
Wie bei apple? :D
Es geht also auch mit hype.
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Re: Endet die Zeit der Einkaufsstrassen?

Beitragvon SpukhafteFernwirkung » Fr 8. Sep 2017, 21:48

Misterfritz hat geschrieben:(08 Sep 2017, 21:08)

Wie bei apple? :D
Es geht also auch mit hype.
also viele firmen, behörden und bundestagsabgeordnete haben apple genutzt, weil die geräte vergleichsweise schwer zu hacken waren.
da der user keine admin rechte hatte (userland) und software im appstore auf schädliches verhalten geprüft wurde, war die sicherheit über die jahre relativ hoch.
und an versuchen apple zu hacken hat es nicht gefehlt...
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Re: Endet die Zeit der Einkaufsstrassen?

Beitragvon franktoast » Mo 11. Sep 2017, 07:58

H2O hat geschrieben:(08 Sep 2017, 13:42)

So funktionieren Monopole aber nicht; die üben schon durch ihre schiere Größe auch politische Macht aus. Beginnend mit der Standortfrage, über ihre Einkaufsmacht und ihre Möglichkeit, entstehenden Wettbewerb
entweder platt zu machen oder das noch kleine Unternehmen auf zu kaufen. Dem Verkäufer fällt dabei möglicherweise noch ein Stein vom Herzen, weil er nicht platt gemacht wurde. Monopole haben viele Gesichter... am besten für den Verbraucher und die Politik ist der faire Wettbewerb bis hin zur Teilung von Monopolen durch ein Gesetz zum Schutz des Wettbewerbs.

Ja, ein größeres Unternehmen hat mehr Einkaufsmacht. Diese niedrigeren Preise sind aber auch nur durchsetzbar, weil der Verkäufer niedrigere Kosten pro Einheit hat. Man spricht hier auch von Win-Win. Natürlich wird immer eine Seite jammern und der Kleinere die Sympathien auf sich ziehen. Und natürlich wird man bei Politiker um Unterstützung klagen, auch wenn die eigenen Probleme ganz wo anders her kommen, hat man eine beliebite Zielscheibe gefunden.
Das mit dem Aufkaufen ist so ne Sache. Yahoo hat vor 15 Jahre eine Stellung die Google heute hat. Warum wurde Google nicht aufgekauft? Yahoo hat ebenfalls ein Angebot für Facebook vorgelegt.

Ein großes Unternehmen hat also politische Macht und das soll was Schlechtes sein? Vergleichen wir doch mal.
- die Größe bzw. Macht eines Unternehmens wie auch eines Politikers wird durch die Bürger bestimmt. Sollte klar sein.
- Politiker werden durch Rhetorik gewählt, die sie vlt. einhalten. Versprechungen sind ausschlaggebend. Amazon muss Leistungen bringen
- politischer Wettbewerb existiert de facto nur alle 4 Jahre, bevor gewählt wird. der Wettbewerb bezieht sich auf die Wahl, nicht auf die Regierungszeit, in der ein Monopol herrscht. Im Gegensatz zu Amazon, wo sehr oft gewählt wird und die Leistungen vergleichbar sind (was hat der Nachbar? Wie ist der zufrieden?) und im Zweifel kann man zurück schicken.
- nicht nur Käufer bestimmen die Macht von Amazon, sondern auch Mitarbeiter und Millionen von Aktionären

Und du siehst das als Problem an, dass Amazon politische Macht hat?

Vielleicht noch ein Gedanke zu Amazon: Irgendwann ist Amazon gar kein Wettbewerber mehr, sondern Bestandteil der Versorgungsinfrastruktur. Dann aber in Händen von wenigen privaten Eigentümern. War nur so ein Gedanke...

Ich bin einer der Eigentümer.
Es gibt ja zwei Wege:
1. Aha, Amazon ist besser als die Konkurrenz, Kunden zufrieden zu stellen. Also muss der Staat Amazon aufhalten.
2. Aha, Amazon ist besser als die Konkurrenz, Kunden zufrieden zu stellen. Also muss ich Aktien kaufen, um daran mitzuverdienen.

In welcher Gruppe bist du?
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Endet die Zeit der Einkaufsstrassen?

Beitragvon H2O » Mo 11. Sep 2017, 08:26

franktoast hat geschrieben:(11 Sep 2017, 08:58)
...

Ich bin einer der Eigentümer.
Es gibt ja zwei Wege:
1. Aha, Amazon ist besser als die Konkurrenz, Kunden zufrieden zu stellen. Also muss der Staat Amazon aufhalten.
2. Aha, Amazon ist besser als die Konkurrenz, Kunden zufrieden zu stellen. Also muss ich Aktien kaufen, um daran mitzuverdienen.

In welcher Gruppe bist du?


Natürlich in Gruppe 1! Denn den Luxus von Aktienkäufen können sich nur sehr gut situierte Mitbürger in nennenswertem Umfang leisten. Oder Banken und Versicherungen, die das Geld der kleinen Leute bündeln... und dadurch selbst wieder Macht ausüben.

Aber Amazon wird nicht aufgehalten, sondern geteilt, damit der Wettbewerb erhalten bleibt... auf der Einkaufsseite und der Verkaufsseite. Dieses Konzept haben Leute ersonnen, die sehr viel klüger sind als ich. Das Konzept übernehme ich bedenkenlos!
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Re: Endet die Zeit der Einkaufsstrassen?

Beitragvon jorikke » Mo 11. Sep 2017, 10:11

H2O hat geschrieben:(08 Sep 2017, 13:42)

So funktionieren Monopole aber nicht; die üben schon durch ihre schiere Größe auch politische Macht aus. Beginnend mit der Standortfrage, über ihre Einkaufsmacht und ihre Möglichkeit, entstehenden Wettbewerb
entweder platt zu machen oder das noch kleine Unternehmen auf zu kaufen. Dem Verkäufer fällt dabei möglicherweise noch ein Stein vom Herzen, weil er nicht platt gemacht wurde. Monopole haben viele Gesichter... am besten für den Verbraucher und die Politik ist der faire Wettbewerb bis hin zur Teilung von Monopolen durch ein Gesetz zum Schutz des Wettbewerbs.

Vielleicht noch ein Gedanke zu Amazon: Irgendwann ist Amazon gar kein Wettbewerber mehr, sondern Bestandteil der Versorgungsinfrastruktur. Dann aber in Händen von wenigen privaten Eigentümern. War nur so ein Gedanke...


Du weißt ja, man kann mit den Füßen abstimmen, mit dem Wahlschein und per Bestellschein. Solange Amazon expandiert sind die Kunden offensichtlich zufrieden. Was für einen Grund sollte es geben die Zufriedenheit der Kunden durch staatliche Beschränkungen einzuengen?
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Re: Endet die Zeit der Einkaufsstrassen?

Beitragvon franktoast » Mo 11. Sep 2017, 11:36

H2O hat geschrieben:(11 Sep 2017, 09:26)
Natürlich in Gruppe 1! Denn den Luxus von Aktienkäufen können sich nur sehr gut situierte Mitbürger in nennenswertem Umfang leisten. Oder Banken und Versicherungen, die das Geld der kleinen Leute bündeln... und dadurch selbst wieder Macht ausüben.

Also ich hab jetzt nicht Aktien im Umfang von 100 000€ von Amazon. Das muss ja auch nicht sein. Ich finde es nur falsch, immer dieses Unternehmenbashing. Dass Unternehmer generell im Vorteil wären, und man als kleiner Bürger nur die Wahl habe, das zu akzeptieren und Linkspartei zu wählen. Das stimmt nämlich nicht. Denn zum einen kann man durch einen Nicht-Kauf die Macht von Amazon genauso beschränken wie die Macht der Partei X durch eine Nicht-Wahl. Zum anderen kann man durch einen Aktienkauf (oder ETF oder Geldanlage im weitesten Sinne) an einem Erfolg partizipieren (da merkt man dann auch oft, dass Unternehmen keinen Freifahrtsschein zum Erfolg haben).

Aber Amazon wird nicht aufgehalten, sondern geteilt, damit der Wettbewerb erhalten bleibt... auf der Einkaufsseite und der Verkaufsseite. Dieses Konzept haben Leute ersonnen, die sehr viel klüger sind als ich. Das Konzept übernehme ich bedenkenlos!

Amazon kann seine Kundenbefriedigung am besten durchsetzen, wenn man es machen lässt. Wenn es mehr Sinn macht, Amazon zu teilen, dann macht das Amazon auch selber. Anders als von selbsternannten Monopolexperten ist es üblich, dass Unternehmen Sparten bzw. Länderdivisionen eigenständig machen oder verkaufen. Ja, Bayer kauft Monsanto und was die These untermauert, dass große Unternehmen Kleinere immer weiter aufkaufen, bis nur noch ein Unternehmen übrig bleibt. Und was ist mit Lanxess oder Covestro?
Letztlich geht es hier immer um eine möglichst effiziente Anordnung von Kapital bzw. Produktionsmittel und was überhaupt wie prodiziert wird. Der Gewinn ist dabei DER Indikator schlechthin. Ist der Gewinn hoch, dann macht ein Unternehmen das sehr, sehr viel besser als die Konkurrenz (es ist also nicht förderlich, die Konkurrenz staatlich zu fördern) oder es gibt zu wenige Wettbewerber, die durch den hohen Gewinn magisch angezogen werden.

Wobei der Begriff "Monopol" ja nur auf den ersten Blick trivial ist. Hat Apple eigentlich ein Monopol? Klar haben sie. Wer sonst darf ein I-Phone herstellen und verkaufen? Haben sie ein Monopol auf Smartphones? Nö. Da gibt es Zig Hersteller. Und ein Monopol auf "Geräte" bzw. "Entertainmentprodukte"?
Wenn über Amazon 100% des Onlinehandels laufen, hat Amazon ein Monopol? Auf was denn? Was wäre, wenn 90% über Amazon über Drittanbieter läuft? Was, wenn der Onlinehandel nur 10% aller Käufe ausmachen und wenn mir Amazon nicht gefällt, fahr ich zu Saturn und kauf es da?

Meine Meinung: Einfach machen lassen.
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Re: Endet die Zeit der Einkaufsstrassen?

Beitragvon franktoast » Mo 11. Sep 2017, 11:42

jorikke hat geschrieben:(11 Sep 2017, 11:11)

Du weißt ja, man kann mit den Füßen abstimmen, mit dem Wahlschein und per Bestellschein. Solange Amazon expandiert sind die Kunden offensichtlich zufrieden. Was für einen Grund sollte es geben die Zufriedenheit der Kunden durch staatliche Beschränkungen einzuengen?

In ein anderes Land zu ziehen ist aber ein anderes Kaliber als nicht mehr bei Amazon zu kaufen. Amazon hat ja nicht mal Netzwerkeffekte wie Facebook. Neulich wollt ich ein Lego für meinen Jungen kaufen. Bei Idealo hab ich das bei ner anderen Firma um 5€ billiger gefunden. Kurz Bewertungen von diesem Laden gecheckt und innerhalb von 5min hab ichs bestellt.

Natürlich kauf ich mehr als 50% meiner Sachen bei Amazon(außer Alltag und Essen). Gleiches UI, Bewertungen, zuverlässige Lieferung, Retoure immer gleich und einfach. Aber wenn ich etwas für 5€ billiger irgendwo anders finde (Suchaufwand 2min), wo ich davon ausgehe, dass ich das nicht zurücksende, dann kehre ich Amazon den Rücken.

Wer also Angst davor hat, dass Amazon zu einem Monopol werden könnte, strengt entweder sein Gehirn nicht an oder ist einfach generell gegen Konzerne (meistens ist es Beides).
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Re: Endet die Zeit der Einkaufsstrassen?

Beitragvon Julian » Mo 11. Sep 2017, 12:02

Die eingangs zitierte Problemlage in Mannheim hat ganz einfache Gründe. Die Breite Straße ist zu einem Schwerpunkt der Kriminalität und der Drogenszene geworden, und Polizei und Stadt scheinen das Problem, über das man nicht sprechen darf, weitgehend zu ignorieren. Außerdem ist man dort als Deutscher nicht unbedingt willkommen.

Ich kenne selbst, wie wohl jeder hier (ob er es nun zugibt oder nicht) das Gefühl der Unsicherheit, das einen inzwischen in zahlreichen deutschen Großstädten in bestimmten Lagen beschleicht. Warum sollte man sich das antun? Da bleibt man lieber zu Hause in seinem gutbürgerlichen Viertel und bestellt im Internet, oder fährt in eine Mall mit privatem Sicherheitsdienst.

Nun hat sich auch teilweise die Drogenszene von den Neckarwiesen in die Innenstadt, das heißt in die Nähe der Breiten Straße, verlagert, was zusätzlich noch zu einem Unsicherheitsgefühl bei der Bevölkerung beiträgt, wie Lutz Pauels, der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Mannheim City bestätigt. Handeln ist angesagt, so Pauels, damit wieder Leben in die Bude kommt.
[...]
Ein erster Schritt, um die Situation dort zu verbessern, sei allerdings, die Probleme, die in der Breiten Straße aktuell vorherrschen, beim Namen zu nennen. "Hierbei muss die von vielen Besuchern empfundene oder tatsächlich vorhandene Unsicherheitslage in diesem Bereich der City sehr ernst genommen und beseitigt werden."

Gleichzeitig müsse es gelingen, die Entwicklung von Parallelwelten zu vermeiden, sagt er. Dabei gehe es nicht nur um die erwähnte Verlagerung der Drogenszene, sondern auch um die Ladenstruktur zwischen Breiter Straße und Jungbusch, wo viele türkische Händler Geschäfte eröffnet haben. "Ich will das nicht kritisieren", so Schnabel. Trotzdem müsse im Umfeld der Breiten Straße ein neues Nutzungskonzept gefunden werden, das qualitativ hochwertige Angebote für alle Teile der Bevölkerung bietet.

https://www.rnz.de/nachrichten/mannheim ... 40464.html

Dass das überhaupt in einer deutschen Zeitung so zitiert wird, zwar etwas verklausuliert und entschuldigend - Respekt! Dabei kennt ja jeder diese Probleme. Aber vielleicht ist es einfach gewollt, dass wir uns mehr in Richtung des Modells USA/ Brasilien entwickeln, mit zunehmender Segregation der weißen, bürgerlichen Gesellschaftsschichten, Zerstörung des gemeinsamen öffentlichen Raumes und Schaffung privater Sicherheitsräume.
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Re: Endet die Zeit der Einkaufsstrassen?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 11. Sep 2017, 12:09

SpukhafteFernwirkung hat geschrieben:(08 Sep 2017, 22:48)

also viele firmen, behörden und bundestagsabgeordnete haben apple genutzt, weil die geräte vergleichsweise schwer zu hacken waren.

:D Da ist offenbar jemand der Apple-Propaganda auf den Leim gegangen. Vor allem die ersten Geräte seit dem Iphone 1 waren vergleichsweise leicht per privilege escalation zu kapern. Firmen und Behörden haben iphone vor allem präferiert, weil die Spitzenleute so ein Ding haben wollten und Blackberry/Nokia mit ihren eigenen Visionen von Tablets und Enterprise-Geräten einige wichtige Veränderungen der Kundenerwartung verpasst haben.

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