Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

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unity in diversity
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon unity in diversity » Fr 5. Mai 2017, 19:00

jorikke hat geschrieben:(05 May 2017, 19:32)

Quersubventionen als wirtschaftliches Rezept.
Dadurch erhöht sich die Chancengleichheit.
Die Chance, dass alle gleichzeitig Pleite machen.

Abwarten.
Den Genossenschaftern wird bestimmt etwas einfallen.
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Misterfritz
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Misterfritz » Fr 5. Mai 2017, 19:52

jorikke hat geschrieben:(05 May 2017, 19:32)

Quersubventionen als wirtschaftliches Rezept.
Dadurch erhöht sich die Chancengleichheit.
Die Chance, dass alle gleichzeitig Pleite machen.
Eben!
Quersubventionierung kann man nur kurzzeitig durchhalten, wenn dadurch ein anderes, wichtiges Ziel erreicht werden kann.
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Positiv Denkender » Fr 5. Mai 2017, 22:16

Dampflok94 hat geschrieben:(04 May 2017, 18:31)

Pleiten sind bei keiner Gesellschaftsform ausgeschlossen. Was soll also dieser Hinweis?

Und was aus der DDR vom Markt verschwunden ist,sollte bekannt sein. Hat mit der Rechtsform auch nix zu tun.

Das waren keine normalen Pleiten sondern kriminelle .Genossenschaften werden in ihrer Entscheidung durch zu viele Köche gebremst .
Soll nicht heißen das Genossenschaften grundsätzlich nicht richtig sind .Diese als die Beste aller Gesellschaftsformen zu preisen ist allerdings
bisschen viel .
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Wähler » Sa 6. Mai 2017, 06:44

unity in diversity hat geschrieben:(05 May 2017, 19:11)
Kapitaleinsammelstrategien müssen die Genossenschafter ablehnen, weil Aktiengesellschaften ihrer Meinung nach kapitalistischer Wildwuchs sind und Renditeerwartungen, oder gar Dividenden, das Feindbild an sich.

Genossenschaften wurden im 19. Jahrhundert als Bankenersatz erfunden, weil Menschen ohne Familienbesitz damals überhaupt keine Kredite bekamen. Eine Wohnungsbaugenossenschaft muss zuerst etwa 30% Eigenkapital durch Einsammeln bilden, um dann einen Kredit bei der Bank bekommen zu können. Bei unserer Wohnungsbaugenossenschaft in München konnten vermögende Genossen bisher Kredite gegen Zinsen geben, was aber wegen Basel III nur noch eingeschränkt möglich ist. Ohne Beschränkung erlaubt ist es dem schon wohnenden Genossen aber, zusätzliche Anteile zu erwerben, für die man eine Art Dividende in Form von einem geringerem Nutzungsgeld für die zugeteilte Wohnung bekommt. So entsteht auch Eigenkapital für neue Bauprojekte. Für den Bau von mindestens 30% Sozialwohnungen pro Bauprojekt gibt die Stadt den Wohnungsbaugenossenschaften stadteigene Grundstücke billiger zum Kauf an, was ebenfalls Eigenkapital spart, weil ja die Bank das Grundstück mit einem höheren Marktwert ansetzen kann. Der entscheidende Unterschied zur Aktiengesellschaft ist aber, dass unabhängig von der Anzahl der Anteile an der Genossenschaft jeder Genosse mit nur einer Stimme in der Jahresversammlung stimmberechtigt ist. Es ist also mehr demokratische Mitbestimmung bei dieser Rechtsform möglich.
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Dampflok94 » Sa 6. Mai 2017, 09:37

Positiv Denkender hat geschrieben:(05 May 2017, 23:16)
Das waren keine normalen Pleiten sondern kriminelle .
Selbst wenn dem so war, auch das ist nicht von der Rechtsform abhängig.
Genossenschaften werden in ihrer Entscheidung durch zu viele Köche gebremst .

Warum sollte dem so sein? Eine Genossenschaft hat ihre Gremien. Sie am ehesten mit einer Aktiengesellschft zu vergleichen. Die hat ggf. auch sehr viele Miteigentümer, ohne daß dies stört.
Soll nicht heißen das Genossenschaften grundsätzlich nicht richtig sind .Diese als die Beste aller Gesellschaftsformen zu preisen ist allerdings bisschen viel.

Da gebe ich dir doch sofort recht. :)
Habe ich im übrigen auch nie behauptet. ;)
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Selina » Sa 6. Mai 2017, 11:24

Wähler hat geschrieben:(06 May 2017, 07:44)

Der entscheidende Unterschied zur Aktiengesellschaft ist aber, dass unabhängig von der Anzahl der Anteile an der Genossenschaft jeder Genosse mit nur einer Stimme in der Jahresversammlung stimmberechtigt ist. Es ist also mehr demokratische Mitbestimmung bei dieser Rechtsform möglich.


Richtig :thumbup:
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Realist2014 » Sa 6. Mai 2017, 11:42

Selina hat geschrieben:(06 May 2017, 12:24)

Richtig :thumbup:



tja- und DESWEGEN werden diejenigen mit VIEL Kapital sich niemals daran beteiligen- oder eine derartige "Unternehmensform" wählen...

schon gar keine UNTERNEHMER ....
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Wähler » Sa 6. Mai 2017, 14:03

Wähler hat geschrieben:(06 May 2017, 07:44)
Der entscheidende Unterschied zur Aktiengesellschaft ist aber, dass unabhängig von der Anzahl der Anteile an der Genossenschaft jeder Genosse mit nur einer Stimme in der Jahresversammlung stimmberechtigt ist. Es ist also mehr demokratische Mitbestimmung bei dieser Rechtsform möglich.

Realist2014 hat geschrieben:(06 May 2017, 12:42)
tja- und DESWEGEN werden diejenigen mit VIEL Kapital sich niemals daran beteiligen- oder eine derartige "Unternehmensform" wählen...
schon gar keine UNTERNEHMER ....

Warst Du selbst schon einmal ein richtiger Unternehmer, oder berätst Du nur Unternehmer? ;)
In unserer Wohnungsbaugenossenschaft gibt es einige Leute, die würden Deine Behauptung als Provokation auffassen.
Seit wann ist man nur ein Unternehmer, wenn man viel Kapital aufwendet?
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Realist2014 » Sa 6. Mai 2017, 14:10

Wähler hat geschrieben:(06 May 2017, 15:03)

Warst Du selbst schon einmal ein richtiger Unternehmer, oder berätst Du nur Unternehmer? ;)
In unserer Wohnungsbaugenossenschaft gibt es einige Leute, die würden Deine Behauptung als Provokation auffassen.
Seit wann ist man nur ein Unternehmer, wenn man viel Kapital aufwendet?


Meine Aussage bezieht sich auf "normale" Unternehmen.

Wohnungsbaugenossenschaften sind ein völlig eigenes Thema

Aber du kannst ja gerne mal Unternehmen anführen, wo die Kapitalmehrheit NICHT auch die Entscheidungsmehrheit hat ...

Den letzten Satz hast du wohl falsch verstanden. Das war in die Richtung zum Bsp. Handwerksbetrieb gedacht. Da wird der "Meister" SEIN Unternehmen ganz sicher NICHT als "Genossenschaft" mit seinen Gesellen "konstruieren" , wenn ER 90% des Kapitals hat...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Wähler » Sa 6. Mai 2017, 14:19

Realist2014 hat geschrieben:(06 May 2017, 15:10)
Meine Aussage bezieht sich auf "normale" Unternehmen.
Wohnungsbaugenossenschaften sind ein völlig eigenes Thema
Aber du kannst ja gerne mal Unternehmen anführen, wo die Kapitalmehrheit NICHT auch die Entscheidungsmehrheit hat ...
Den letzten Satz hast du wohl falsch verstanden. Das war in die Richtung zum Bsp. Handwerksbetrieb gedacht. Da wird der "Meister" SEIN Unternehmen ganz sicher NICHT als "Genossenschaft" mit seinen Gesellen "konstruieren" , wenn ER 90% des Kapitals hat...

Für ein großes Industrieunternehmen mag die Rechtsform Genossenschaft nicht die richtige sein. Aber es gibt Bankgenossenschaften, Handelsgenossenschaften, landwirtschaftliche Genossenschaften, Handwerksgenossenschaften, Energiegenossenschaften und andere in Deutschland. Das sind für mich alles normale Unternehmen mit richtigen Unternehmern.
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Realist2014 » Sa 6. Mai 2017, 14:35

Wähler hat geschrieben:(06 May 2017, 15:19)

Für ein großes Industrieunternehmen mag die Rechtsform Genossenschaft nicht die richtige sein. Aber es gibt Bankgenossenschaften, Handelsgenossenschaften, landwirtschaftliche Genossenschaften, Handwerksgenossenschaften, Energiegenossenschaften und andere in Deutschland. Das sind für mich alles normale Unternehmen mit richtigen Unternehmern.




das sind alles KEINE Eigentümergeführten Unternehmen ( was man NORMALERWEISE darunter versteht...)

Sondern Unternehmen ( Genossenschaft..) , wo sich die "Genossen" mit Kapital beteiligt haben - aus den unterschiedlichsten Gründen.
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon unity in diversity » Sa 6. Mai 2017, 16:18

Wähler hat geschrieben:(06 May 2017, 15:19)

Für ein großes Industrieunternehmen mag die Rechtsform Genossenschaft nicht die richtige sein. Aber es gibt Bankgenossenschaften, Handelsgenossenschaften, landwirtschaftliche Genossenschaften, Handwerksgenossenschaften, Energiegenossenschaften und andere in Deutschland. Das sind für mich alles normale Unternehmen mit richtigen Unternehmern.

Es gilt das one man, one vote Prinzip.
Wenn die Mehrheit Unsinn beschließt, müßte man sein Kapital rausziehen können.
Ob das so ganz einfach ist?
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Sa 6. Mai 2017, 18:05

Selina hat geschrieben:(05 May 2017, 12:02)

Nö, mit Uneigennützigkeit und Selbstlosigkeit hat das Genossenschaftsmodell nichts zu tun. Wie schon oft gesagt, geht es um mehr Wirtschaftsdemokratie, um Mitbestimmung der Arbeitnehmer/Genossenschafter/Mitglieder.


Die Mitbestimmung in einer Genossenschaft ist an die Mitgliedschaft geknüpft, nicht daran, dass man Arbeitnehmer einer Genossenschaft ist.
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon jorikke » Sa 6. Mai 2017, 19:02

Wähler hat geschrieben:(06 May 2017, 07:44)

Genossenschaften wurden im 19. Jahrhundert als Bankenersatz erfunden, weil Menschen ohne Familienbesitz damals überhaupt keine Kredite bekamen. Eine Wohnungsbaugenossenschaft muss zuerst etwa 30% Eigenkapital durch Einsammeln bilden, um dann einen Kredit bei der Bank bekommen zu können. Bei unserer Wohnungsbaugenossenschaft in München konnten vermögende Genossen bisher Kredite gegen Zinsen geben, was aber wegen Basel III nur noch eingeschränkt möglich ist. Ohne Beschränkung erlaubt ist es dem schon wohnenden Genossen aber, zusätzliche Anteile zu erwerben, für die man eine Art Dividende in Form von einem geringerem Nutzungsgeld für die zugeteilte Wohnung bekommt. So entsteht auch Eigenkapital für neue Bauprojekte. Für den Bau von mindestens 30% Sozialwohnungen pro Bauprojekt gibt die Stadt den Wohnungsbaugenossenschaften stadteigene Grundstücke billiger zum Kauf an, was ebenfalls Eigenkapital spart, weil ja die Bank das Grundstück mit einem höheren Marktwert ansetzen kann. Der entscheidende Unterschied zur Aktiengesellschaft ist aber, dass unabhängig von der Anzahl der Anteile an der Genossenschaft jeder Genosse mit nur einer Stimme in der Jahresversammlung stimmberechtigt ist. Es ist also mehr demokratische Mitbestimmung bei dieser Rechtsform möglich.


Gute Beschreibung. Genau so sind meine Großeltern in den 20. Jahren zu ihrem Häuschen gekommen.
Da die Bedingungen und der allgemeine Wohlstand sich geändert haben, hat sich auch die Sinnhaftigkeit von Genossenschaften verändert.
Dort, wo harter Konkurrenzdruck herrscht scheinen sie auf dem Rückzug zu sein, wo es mehr auf Seriosität und Sicherheit sowie Transparenz ankommt, kommunale Sparkassen u.Ä., auch, wo vorhanden kommunale Bauträger, scheinen sie mir nach wie vor sinnvoll zu sein. Nun bin ich alles anderes als mit dem Thema richtig vertraut. Die Fragestellung, Genossenschaften, auf welchen Gebieten haben sie Vorteile, hätte möglicherweise dazu geführt diese Aspekte in der Diskussion ein wenig zu klären.
Die Erwartung, Genossenschaften könnten zukünftig den Zusammenhalt im weitesten Sinn fördern, eine Art sozialer Kitt, scheint mir aber überzogen zu sein.
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Wähler » So 7. Mai 2017, 07:09

Wähler hat geschrieben:(06 May 2017, 15:19)
Für ein großes Industrieunternehmen mag die Rechtsform Genossenschaft nicht die richtige sein. Aber es gibt Bankgenossenschaften, Handelsgenossenschaften, landwirtschaftliche Genossenschaften, Handwerksgenossenschaften, Energiegenossenschaften und andere in Deutschland. Das sind für mich alles normale Unternehmen mit richtigen Unternehmern.

unity in diversity hat geschrieben:(06 May 2017, 17:18)
Es gilt das one man, one vote Prinzip.
Wenn die Mehrheit Unsinn beschließt, müßte man sein Kapital rausziehen können.
Ob das so ganz einfach ist?

Bei unserer Wohnungsbaugenossenschaft bekommt man sein Kapital nach 1 Jahr zurück, verliert aber natürlich das Wohnrecht. In anderen Genossenschaftsverträgen gibt es wohl ähnliche Regelungen. Allerdings sollte eine Kündigung immer nur eine Notlösung sein, da sie dem Nachhaltigkeitsgedanken widerspricht. Die Vorteile einer Wohnungsbaugenossenschaft kommen mietmäßig - heißt hier Nutzungsgebühr - erst langfristig zum Tragen.
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Occham » Do 11. Mai 2017, 12:51

unity in diversity hat geschrieben:(05 May 2017, 19:11)

[/color]

Kapitaleinsammelstrategien müssen die Genossenschafter ablehnen, weil Aktiengesellschaften ihrer Meinung nach kapitalistischer Wildwuchs sind und Renditeerwartungen, oder gar Dividenden, das Feindbild an sich.
Sollten die Genossenschaftler das, wider Erwarten, irgendwann intern geklärt haben, dürfen sie, wie jedes Unternehmen, an ihrer Marktführerschaft arbeiten.
Ein Unternehmer, ohne den Willen zur Marktführerschaft, ist kein Unternehmer.

Die Verzahnung ist der Punkt, es muss alles zum Kreislauf als Kreislauf passen, sonst unterminiert sich das system irgendwann, aber eigentlich auch nicht, weil dann Einzelpersonen die Verantwortung tragen und suchen MÜSSEN.
Die beste Lösung eines Problems ist meist die Einfachste.
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Realist2014 » Mo 15. Mai 2017, 20:22

Occham hat geschrieben:(11 May 2017, 13:51)

Die Verzahnung ist der Punkt, es muss alles zum Kreislauf als Kreislauf passen, sonst unterminiert sich das system irgendwann, aber eigentlich auch nicht, weil dann Einzelpersonen die Verantwortung tragen und suchen MÜSSEN.



schwurbel blubber zwitscher...
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Misterfritz » Mo 15. Mai 2017, 20:32

Realist2014 hat geschrieben:(15 May 2017, 21:22)

schwurbel blubber zwitscher...
Du scheinst diesen Post auch nicht verstanden zu haben ;)
Ich habe es mir aber erspart, darauf zu antworten :D
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon theoretiker » Mo 16. Jul 2018, 09:17

Senexx hat geschrieben:Genossenschaften sind eine ineffiziente Gesellschaftsform

Wäre es so, würden alle Genossenschaften in Deutschland verboten sein, da ihre Wirtschaftlichkeit zwingende Vorschrift ist. Zwar können Genossenschaften in Krise geraten und temporär geringere Erträge als Aufwand schreiben, aber wenn das Wirtschaftlichkeitsprinzip generell gebrochen wäre, müssten sie sich auflösen oder würden von Kontrollbehörde aufgelöst werden.
Unabhängig von der deutschen Rechtslage ist die Annahme der Wirtschaftlichkeit (Effizienz) selbstverständlich Antrieb für Gründer und Beitreter jeder Genossenschaft und wird selten enttäuscht.

Senexx hat geschrieben: in der nach kurzer Zeit wenige Kungler das Ruder in der Hand halten.
Grundsätzlich genügen mir die formalen Mitentscheidungsmöglichkeiten, die das Deutsche Genossenschaftsrecht einräumt auch nicht. Jegliche Verwaltungsmacht - und die entsteht ja zum Beispiel durch Vorstandswahlen - birgt die Gefahr des Missbrauchs, Schlamperei, Übervorteilung, Eigennutz gegen die Gemeinschaft usw. Immerhin müssen sich die Verantwortlichen zur Entlastung regelmäßig in Rechenschaft bewegen, auch wenn das wegen Informationsdefiziten der Nichtbeteiligten selten zu ernsthaften Nachfragen führt.
Dieses Problem der Entfremdung von Verwaltung (samt sich dynamisch entwickelnder Eigeninteressen) und Masse der Eigentümer ist aber kein spezielles von Genossenschaften und damit auch kein Argument gegen sie. Vielmehr inhärente Aufforderung zur Suche nach Besserem. Besseren Formen der Mitbestimmung und besseren Formen der Kontrolle. Und das nicht nur bei Unternehmen, sondern allen gesellschaftlichen Dingen, insbesondere der politischen Mitbestimmung in der Gesamtgesellschaft.
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon theoretiker » Mo 16. Jul 2018, 09:48

Unité 1 hat geschrieben:(02 May 2017, 23:02)

Bei Genossenschaften versucht der Konsument einen Nutzen zu realisieren, nicht ihn zu maximieren.

So sympathisch Deine Abwehr der Begriffsgleichsetzung "Gewinnmaximierung" für Ziele der Genossenschaft ist, so misslungen ist sie. Das liegt an Deiner Fehlverwendung des Begriffs "Nutzen". Dieser Begriff steht in verschiedenen Theorieansätzen als quantifizierbares "Ding"", was wissenschaftlicher Unfug ist. Alles, was den Nutzen in irgendeiner Weise als Maß verdächtigt, ist unbrauchbar. Dazu gehören Nutzenschule, Grenznutzen, Gossensches Gesetz, Erwartungsnutzen, Nutzentheorie, Equimarginalprinzip usw.

Nutzen ist Gebrauchszweck/ Gebrauchswert. Dieser jedoch ist nicht quantifizierbar!

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