Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

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Selina
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Selina » Fr 5. Mai 2017, 10:15

Realist2014 hat geschrieben:(05 May 2017, 10:43)

Um das Ganze mal auf den Punkt zu bringen:

NIEMAND und auch keine Gesetze hindern die BÜRGER in Deutschland , sich genossenschaftlich zu betätigen.

Nur was ganz sicher NICHT passiert- ist irgendeine "staatliche Vorgabe", dass die "pösen kapitalistischen Unternehmensformen" in irgendeiner Art und Weise "verboten" werden.

Weiterhin warte ich immer noch auf einen Antwort, wie dann bei Genossenschaften "Niedriglöhne" verhindert werden...


Gehst du davon aus, dass die Genossen dann altruistisch sind- und bei den "unteren Tariflöhnen" dann automatisch HÖHERE Löhne bezahlen?


Darum geht es im Moment gar nicht, ob nun jemand eine Genossenschaft gründen kann oder will oder nicht. Das Thema lautet: Könnte das Genossenschaftsmodell ein Wirtschaftsmodell der Zukunft sein? Da geht es nicht um das schlichte Gründen einer "PGH Frohe Zukunft" :D, sondern um ein größeres Genossenschaftsnetzwerk. Um eine Art Genossenschaftsdemokratie. Das ist etwas, was es so noch nicht gibt, eine Vision. Daran wird wie gesagt auch geforscht (weil es ja auch einzelne bereits existierende und relativ neue Genossenschaften im Bereich der Daseinsvorsorge gibt, ergo genug zum Forschen :)) und ich finde das spannend. Welche Löhne und Gehälter in den einzelnen Genossenschaften, die dann auch miteinander kooperieren und sich zusammenschließen und vernetzen könnten, gezahlt werden, wird sich zeigen. Das hängt dann davon ab, welche Art der Genossenschaft es ist, wie groß diese ist und wie sich die Kooperativen zusammensetzen, zum Beispiel aus Produktionsgenossenschaften, Dienstleistungsgenossenschaften, Wohnungsgenossenschaften etcpp. Aber keine Sorge: Neben genossenschaftlichem Eigentum kann es durchaus auch weiterhin privates sowie staatliches und kommunales Eigentum an Produktionsmitteln geben. Es könnten sich nur einfach die Proportionen etwas verschieben, mehr hin zu solchen genossenschaftlichen Kooperativen. Das sind gedankliche Modelle, nicht mehr und nicht weniger. Keiner will an dein "Kapital". Vorerst nicht :D :D :D
Zuletzt geändert von Selina am Fr 5. Mai 2017, 10:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Realist2014 » Fr 5. Mai 2017, 10:18

Selina hat geschrieben:(05 May 2017, 11:15)

Darum geht es im Moment gar nicht, ob nun jemand eine Genossenschaft gründen kann oder will oder nicht. Das Thema lautet: Könnte das Genossenschaftsmodell ein Wirtschaftsmodell der Zukunft sein. Da geht es nicht um das schlichte Gründen einer "PGH Frohe Zukunft" :D, sondern um ein größeres Genossenschaftsnetzwerk.


Es könnte ein Modell der Zukunft sein- FALLS sich die Mehrheit der unternehmerisch tätigen Bürger dazu entscheidet, IHR KAPITAL statt in "kapitalistischen Unternehmensformen" eben in Genossenschaften einzubringen..( was ist NICHT glaube..)

daher gibt es da auch nicht viel zu "forschen"

Es ist und bleibt die Entscheidung der Kapitaleigentümer...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Realist2014 » Fr 5. Mai 2017, 10:20

Selina hat geschrieben:(05 May 2017, 11:15)

D. Keiner will an dein "Kapital". Vorerst nicht :D :D :D



nicht nur vorerst nicht

das wird NIE passieren- weil das mit der deutschen Verfassung NICHT vereinbar ist

offensichtlich wurde da beim Anschluß der Ostzone doch bei "einigen" nicht genügend "nachgearbeitet" an der politischen Bildung ...
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 5. Mai 2017, 10:29

Selina hat geschrieben:(05 May 2017, 11:15)

Darum geht es im Moment gar nicht, ob nun jemand eine Genossenschaft gründen kann oder will oder nicht. Das Thema lautet: Könnte das Genossenschaftsmodell ein Wirtschaftsmodell der Zukunft sein?


Doch genau darum geht es:


3x schwarzer Kater hat geschrieben:(28 Apr 2017, 13:01)

Wäre das eine Rechtsform für die Zukunft? Wenn ja, warum fristet die Genossenschaft in Deutschland nur ein Nischendasein? Wie kann man das ändern? Wer muss aktiv werden?
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Selina » Fr 5. Mai 2017, 10:33

Realist2014 hat geschrieben:(05 May 2017, 11:20)

nicht nur vorerst nicht

das wird NIE passieren- weil das mit der deutschen Verfassung NICHT vereinbar ist

offensichtlich wurde da beim Anschluß der Ostzone doch bei "einigen" nicht genügend "nachgearbeitet" an der politischen Bildung ...


Erstens dürfte dir nicht entgangen sein, dass die drei lachenden Smileys einen Witz markierten ;) Und zweitens gibt es das Grundgesetz auch durchaus her, dass es unter besonderen Bedingungen auch Enteignungen geben kann. Stichwort: Allgemeinwohl :)

Zitat:

Enteignung
Entziehung des Eigentums an beweglichen oder unbeweglichen Sachen oder sonstigen Vermögensrechten durch staatlichen Hoheitsakt. Die E. soll dazu dienen, die entzogene Sache zum Wohl der Allgemeinheit einem anderen, als höherwertig geltenden Verwendungszweck zuzuführen. Sie ist von der Einziehung (Konfiskation) und der Sozialisierung (Vergesellschaftung) zu unterscheiden.


http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/r ... enteignung
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Realist2014 » Fr 5. Mai 2017, 10:37

Selina hat geschrieben:(05 May 2017, 11:33)

Erstens dürfte dir nicht entgangen sein, dass die drei lachenden Smileys einen Witz markierten ;) Und zweitens gibt es das Grundgesetz auch durchaus her, dass es unter besonderen Bedingungen auch Enteignungen geben kann. Stichwort: Allgemeinwohl :)

Zitat:

Enteignung
Entziehung des Eigentums an beweglichen oder unbeweglichen Sachen oder sonstigen Vermögensrechten durch staatlichen Hoheitsakt. Die E. soll dazu dienen, die entzogene Sache zum Wohl der Allgemeinheit einem anderen, als höherwertig geltenden Verwendungszweck zuzuführen. Sie ist von der Einziehung (Konfiskation) und der Sozialisierung (Vergesellschaftung) zu unterscheiden.


http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/r ... enteignung



Wie schon geschrieben- auch DU hast ein Problem mit dem VERSTEHEN dieses Artikel 14....
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Selina » Fr 5. Mai 2017, 10:40

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(05 May 2017, 11:29)

Doch genau darum geht es:


Na ja, bei dir heißt es "Wäre das eine Rechtsform für die Zukunft?", aber angeschoben hatte ich diese ganze Diskussion im Kommunismus-Strang. Du hast sie lediglich ausgegliedert und nen eigenen Thread eröffnet, was ich gut finde. Und für mich lautet dein Thema eben leicht umformuliert "Könnte die Genossenschaft bzw. ein Netzwerk aus Genossenschaften ein Wirtschaftsmodell der Zukunft sein?", was ja die Rechtsform einschließen würde. Da sehe ich erstmal kein Problem.
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Selina » Fr 5. Mai 2017, 10:44

Realist2014 hat geschrieben:(05 May 2017, 11:37)

Wie schon geschrieben- auch DU hast ein Problem mit dem VERSTEHEN dieses Artikel 14....


Ja, sicher. Dein Verstehen ist logischerweise nicht mein Verstehen :D Nein, aber im Ernst, darum geht es nicht, niemand will dich enteignen, dieser Genossenschaftsgedanke ist davon unabhängig, ob es auch weiterhin kleine, mittlere und größere privatkapitalistische Betriebe gibt. Im Gegenteil: Die Unternehmen verschiedener Eigentumsformen können ebenfalls kooperieren und müssten es vielleicht sogar.
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Realist2014 » Fr 5. Mai 2017, 10:50

Selina hat geschrieben:(05 May 2017, 11:44)

Ja, sicher. Dein Verstehen ist logischerweise nicht mein Verstehen :D Nein, aber im Ernst, darum geht es nicht, niemand will dich enteignen, dieser Genossenschaftsgedanke ist davon unabhängig, ob es auch weiterhin kleine, mittlere und größere privatkapitalistische Betriebe gibt. Im Gegenteil: Die Unternehmen verschiedener Eigentumsformen können ebenfalls kooperieren und müssten es vielleicht sogar.


Unternehmen "Kooperieren" heute schon

ändert nichts am Grundprinzip der Gewinnerzielung..

Dem Unterliegen aber auch "Genossenschaften"- sonst gehen sie unter

Zusammengefasst baut deine ganze diesbezügliche "Vision" darauf auf, dass Menschen sich "altruistisch" verhalten.. ( hier die IHR Kapital unternehmerisch investierenden...)

das werden sie aber nicht tun...
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Selina » Fr 5. Mai 2017, 11:02

Nö, mit Uneigennützigkeit und Selbstlosigkeit hat das Genossenschaftsmodell nichts zu tun. Wie schon oft gesagt, geht es um mehr Wirtschaftsdemokratie, um Mitbestimmung der Arbeitnehmer/Genossenschafter/Mitglieder (die in den heutigen privatkapitalistischen Unternehmen oft nur auf dem Papier steht), um Kreativität, um Gemeinschaftssinn und um Lust auf Neues, das man gemeinsam mit Leuten angeht, die ähnliche Ziele und Absichten haben. Nutznießer sind dann alle direkt Beteiligten und nicht nur eine Gruppe von Aktionären, die oft nichts mit dem jeweiligen Unternehmen verbindet... bis auf ihre Anteile.
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Realist2014 » Fr 5. Mai 2017, 11:10

Selina hat geschrieben:(05 May 2017, 12:02)

Nö, mit Uneigennützigkeit und Selbstlosigkeit hat das Genossenschaftsmodell nichts zu tun. Wie schon oft gesagt, geht es um mehr Wirtschaftsdemokratie, um Mitbestimmung der Arbeitnehmer/Genossenschafter/Mitglieder (die in den heutigen privatkapitalistischen Unternehmen oft nur auf dem Papier steht), um Kreativität, um Gemeinschaftssinn und um Lust auf Neues, das man gemeinsam mit Leuten angeht, die ähnliche Ziele und Absichten haben. Nutznießer sind dann alle direkt Beteiligten und nicht nur eine Gruppe von Aktionären, die oft nichts mit dem jeweiligen Unternehmen verbindet... bis auf ihre Anteile.



Es bleibt dabei

diese "Vorstellungen/Visionen" setzen voraus, das DIEJENIGEN, die IHR Kapital unternehmerisch investieren- da "mitspielen"

was geschieht denn, wenn DIE das nun NICHT wollen?

erzähl mal...
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Selina » Fr 5. Mai 2017, 11:19

Realist2014 hat geschrieben:(05 May 2017, 12:10)

Es bleibt dabei

diese "Vorstellungen/Visionen" setzen voraus, das DIEJENIGEN, die IHR Kapital unternehmerisch investieren- da "mitspielen"

was geschieht denn, wenn DIE das nun NICHT wollen?

erzähl mal...


Die Genossenschaftsgründung und auch die spätere Netzwerksgründung, zum Beispiel in Bereichen der Daseinsvorsorge, basiert natürlich auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. So wie man das bei Genossenschaftsgründungen schon lange verfolgen kann. Da weiß jeder der Anteilseigner vorher, worauf er sich einlässt. Und nur, weil ihn die Ziele und Methoden der jeweiligen Genossenschaft so überzeugen, macht er da mit. Also echt nix für dich :D
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Realist2014 » Fr 5. Mai 2017, 11:40

Selina hat geschrieben:(05 May 2017, 12:19)

Die Genossenschaftsgründung und auch die spätere Netzwerksgründung, zum Beispiel in Bereichen der Daseinsvorsorge, basiert natürlich auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. So wie man das bei Genossenschaftsgründungen schon lange verfolgen kann. Da weiß jeder der Anteilseigner vorher, worauf er sich einlässt. Und nur, weil ihn die Ziele und Methoden der jeweiligen Genossenschaft so überzeugen, macht er da mit. Also echt nix für dich :D


WARUM ist das dann HEUTE nicht schon viel weiter verbreitet?

Speziell im OSTEN- wo es doch so viele , arme , ausgebeutete "Niedriglöhner" gibt...

WAS hindert EUCH dran- diese OST-Genossenschaften zu gründen?

Speziell in DEN Branchen:

"Die Wirtschaftszweige mit den höchsten Anteilen an Niedriglohnbeziehern waren dabei Taxiunternehmen (87,0 Prozent), Friseur- und Kosmetiksalons (85,6 Prozent) sowie das Reinigungsgewerbe (81,5 Prozent). Aber auch in Restaurants, Cafés und Gaststätten (77,3 Prozent), in Wäschereien und chemischen Reinigungen (73,6 Prozent) sowie in Kinos (73,5 Prozent) gab es besonders viele Beschäftigte mit Niedriglohn."
Zuletzt geändert von Realist2014 am Fr 5. Mai 2017, 11:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Dark Angel » Fr 5. Mai 2017, 11:42

Selina hat geschrieben:(05 May 2017, 11:40)

Na ja, bei dir heißt es "Wäre das eine Rechtsform für die Zukunft?", aber angeschoben hatte ich diese ganze Diskussion im Kommunismus-Strang. Du hast sie lediglich ausgegliedert und nen eigenen Thread eröffnet, was ich gut finde. Und für mich lautet dein Thema eben leicht umformuliert "Könnte die Genossenschaft bzw. ein Netzwerk aus Genossenschaften ein Wirtschaftsmodell der Zukunft sein?", was ja die Rechtsform einschließen würde. Da sehe ich erstmal kein Problem.

Genossenschaften sind kein "Wirtschaftsmodell" und werden auch keins. Es gibt Wirtschaftsformen und die sind Substidenzwirtschaft, Marktwirtschaft, Zentralverwaltungswirtschaft und Hybridformen aus beiden.
Reine Zentralverwaltungswirtschaft funktiuoniert nicht, das hat die Realität bewiesen und beweist sie gegenwärtig wieder.
Zentralverwaltungswirtschaft ist zu starr, zu unflexibel. Zur Substidenzwirtschaft wird niemand zurückkehren wollen, bleibt also nur irgendeine "modifizierte" Form der Marktwirtschaft übrig.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Realist2014 » Fr 5. Mai 2017, 11:49

Selina hat geschrieben:(05 May 2017, 12:19)

Die Genossenschaftsgründung und auch die spätere Netzwerksgründung, zum Beispiel in Bereichen der Daseinsvorsorge, basiert natürlich auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. D



in der Daseinsvorsorge arbeiten keine Niedriglöhner...
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon BlueMonday » Fr 5. Mai 2017, 12:31

Selina hat geschrieben:(05 May 2017, 11:15)

Darum geht es im Moment gar nicht, ob nun jemand eine Genossenschaft gründen kann oder will oder nicht. Das Thema lautet: Könnte das Genossenschaftsmodell ein Wirtschaftsmodell der Zukunft sein? Da geht es nicht um das schlichte Gründen einer "PGH Frohe Zukunft" :D, sondern um ein größeres Genossenschaftsnetzwerk.


Also geht es gar nicht so sehr um die konkrete Form des einzelnen Unertnehmens, wie ich ja schon vermutete, ... sondern um das "Netzwerk" zwischen den Betrieben, Genossenschaften usw.
Gewissermaßen ein großes gesellschaftumspannendes Kartell, bis am Ende idealerweise keinerlei Wettbewerb (Konkurrenz) mehr zwischen den Teilen stattfindet und sich alle lieb haben. Niemand kann mehr existentiell scheitern, weil alle "Netzwerk" sind. Der existentielle Druck entfällt. Und es geht auch nicht mehr um persönlichen, partiellen Gewinn, sondern man lebt für das "Netzwerk".

Das ist ja nun alles nichts Neues, sondern wiederum das, was man jahrzehntelang im Realosozialismus der DDR versuchte zu verwirklichen, mit entspechend großen Problemen in der tatsächlichen Praxis, die so ein Ansatz mit sich bringt. Da gab es ja auch Genossenschaften wie die LPGs, PGHs, die Konsumgenosschenschaften und ein alles umspannendes "Netzwerk" gab es auch. Nannte sich "Staat", mit "Subnetzen" wie Bezirke und Kreise.

Zurück in die Zunkunft ... oder so. :cool:
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Realist2014 » Fr 5. Mai 2017, 12:36

BlueMonday hat geschrieben:(05 May 2017, 13:31)

Also geht es gar nicht so sehr um die konkrete Form des einzelnen Unertnehmens, wie ich ja schon vermutete, ... sondern um das "Netzwerk" zwischen den Betrieben, Genossenschaften usw.
Gewissermaßen ein großes gesellschaftumspannendes Kartell, bis am Ende idealerweise keinerlei Wettbewerb (Konkurrenz) mehr zwischen den Teilen stattfindet und sich alle lieb haben. Niemand kann mehr existentiell scheitern, weil alle "Netzwerk" sind. Der existentielle Druck entfällt. Und es geht auch nicht mehr um persönlichen, partiellen Gewinn, sondern man lebt für das "Netzwerk".

Das ist ja nun alles nichts Neues, sondern wiederum das, was man jahrzehntelang im Realosozialismus der DDR versuchte zu verwirklichen, mit entspechend großen Problemen in der tatsächlichen Praxis, die so ein Ansatz mit sich bringt. Da gab es ja auch Genossenschaften wie die LPGs, PGHs, die Konsumgenosschenschaften und ein alles umspannendes "Netzwerk" gab es auch. Nannte sich "Staat", mit "Subnetzen" wie Bezirke und Kreise.

Zurück in die Zunkunft ... oder so. :cool:



Eben

man merkt, dass einige hier, wenn sie den "pösen Kapitalismus" anprangern, eigentlich ein "Problem" mit der Wettbewerbsgesellschaft haben...
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon Misterfritz » Fr 5. Mai 2017, 17:10

Selina hat geschrieben:(05 May 2017, 11:33)

Erstens dürfte dir nicht entgangen sein, dass die drei lachenden Smileys einen Witz markierten ;) Und zweitens gibt es das Grundgesetz auch durchaus her, dass es unter besonderen Bedingungen auch Enteignungen geben kann. Stichwort: Allgemeinwohl :)

Zitat:

Enteignung
Entziehung des Eigentums an beweglichen oder unbeweglichen Sachen oder sonstigen Vermögensrechten durch staatlichen Hoheitsakt. Die E. soll dazu dienen, die entzogene Sache zum Wohl der Allgemeinheit einem anderen, als höherwertig geltenden Verwendungszweck zuzuführen. Sie ist von der Einziehung (Konfiskation) und der Sozialisierung (Vergesellschaftung) zu unterscheiden.


http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/r ... enteignung
Dem sind aber - zu recht - sehr hohe Hürden gesetzt und es ist eine absolute Ausnahme.
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon unity in diversity » Fr 5. Mai 2017, 18:11

Realist2014 hat geschrieben:(05 May 2017, 12:40)

WARUM ist das dann HEUTE nicht schon viel weiter verbreitet?

Speziell im OSTEN- wo es doch so viele , arme , ausgebeutete "Niedriglöhner" gibt...

WAS hindert EUCH dran- diese OST-Genossenschaften zu gründen?

Speziell in DEN Branchen:

"Die Wirtschaftszweige mit den höchsten Anteilen an Niedriglohnbeziehern waren dabei Taxiunternehmen (87,0 Prozent), Friseur- und Kosmetiksalons (85,6 Prozent) sowie das Reinigungsgewerbe (81,5 Prozent). Aber auch in Restaurants, Cafés und Gaststätten (77,3 Prozent), in Wäschereien und chemischen Reinigungen (73,6 Prozent) sowie in Kinos (73,5 Prozent) gab es besonders viele Beschäftigte mit Niedriglohn."

Sinnvoll wäre es, wenn eine Genossenschaft nicht nur Dienstleistungen feilbietet.
Dienstleistungen sind ja nur eine Ergänzung, sozusagen das Sahnehäubchen auf einer gutgehenden Ökonomie.
Dienstleistungen sind arbeitsintensiv, also eine potenzielle Armutsfalle, wohingegen Warenproduktion kapitalintensiv ist und damit potenziell besser bezahlt.
Richtig wäre die Kombination von beidem, um Quersubventionen zu ermöglichen.
Idealerweise müßten die Taxifahrer ihre Daimlers selber herstellen, oder die Friseusen ihre Kämme und Scheren.
Oder sie bauen Kooperationsverträge auf.
Die Genossenschafter müssen Eigentümer ihrer Produktionsmittel und ihrer Produktionsstätten werden und das kostet wohl erstmal Einstand.
Daran führt kein Weg vorbei.
Wie das kreditiert, oder debitiert werden soll, wird die eigentliche Existenzfrage jeder Genossenschaft.
Kapitaleinsammelstrategien müssen die Genossenschafter ablehnen, weil Aktiengesellschaften ihrer Meinung nach kapitalistischer Wildwuchs sind und Renditeerwartungen, oder gar Dividenden, das Feindbild an sich.
Sollten die Genossenschaftler das, wider Erwarten, irgendwann intern geklärt haben, dürfen sie, wie jedes Unternehmen, an ihrer Marktführerschaft arbeiten.
Ein Unternehmer, ohne den Willen zur Marktführerschaft, ist kein Unternehmer.
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Re: Genossenschaften - Die Rechtsform der Zukunft?

Beitragvon jorikke » Fr 5. Mai 2017, 18:32

unity in diversity hat geschrieben:(05 May 2017, 19:11)

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Sinnvoll wäre es, wenn eine Genossenschaft nicht nur Dienstleistungen feilbietet.
Dienstleistungen sind ja nur eine Ergänzung, sozusagen das Sahnehäubchen auf einer gutgehenden Ökonomie.
Dienstleistungen sind arbeitsintensiv, also eine potenzielle Armutsfalle, wohingegen Warenproduktion kapitalintensiv ist und damit potenziell besser bezahlt.
Richtig wäre die Kombination von beidem, um Quersubventionen zu ermöglichen.
Idealerweise müßten die Taxifahrer ihre Daimlers selber herstellen, oder die Friseusen ihre Kämme und Scheren.
Oder sie bauen Kooperationsverträge auf.
Die Genossenschafter müssen Eigentümer ihrer Produktionsmittel und ihrer Produktionsstätten werden und das kostet wohl erstmal Einstand.
Daran führt kein Weg vorbei.
Wie das kreditiert, oder debitiert werden soll, wird die eigentliche Existenzfrage jeder Genossenschaft.
Kapitaleinsammelstrategien müssen die Genossenschafter ablehnen, weil Aktiengesellschaften ihrer Meinung nach kapitalistischer Wildwuchs sind und Renditeerwartungen, oder gar Dividenden, das Feindbild an sich.
Sollten die Genossenschaftler das, wider Erwarten, irgendwann intern geklärt haben, dürfen sie, wie jedes Unternehmen, an ihrer Marktführerschaft arbeiten.
Ein Unternehmer, ohne den Willen zur Marktführerschaft, ist kein Unternehmer.


Quersubventionen als wirtschaftliches Rezept.
Dadurch erhöht sich die Chancengleichheit.
Die Chance, dass alle gleichzeitig Pleite machen.

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