Brötchen und Speiseeis - Preise noch angemessen?

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Raskolnikof
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Re: Brötchen und Speiseeis - Preise noch angemessen?

Beitragvon Raskolnikof » Do 16. Mär 2017, 08:32

Ammianus hat geschrieben:(15 Mar 2017, 20:50)
Ja,aber du musst doch mal die Kosten des Betreibers sehen. Der muss die Ladenmiete bezahlen. Gewerbemieten richten sich nach dem Ort wo der Laden liegt. Der muss den Laden einrichten, Energie, wahrscheinlich Personal, muss die Rohstoffe kaufen und alles andere auch. Und der möchte nun nicht gerade nach dem er 16 Stunden in seinem Laden stand noch auf der Straße Flaschen sammeln.

Das war auch 1960 nicht anders. Ladenmieten und Steuern mussten auch da gezahlt werden. Wenn diese Kosten die Preise für Brötchen und Eis in die Höhe getrieben haben sollten müssten die Lebensmittelpreise alle entsprechend gestiegen sein. Das ist aber nicht dr Fall
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Re: Brötchen und Speiseeis - Preise noch angemessen?

Beitragvon Adam Smith » Do 16. Mär 2017, 08:34

Raskolnikof hat geschrieben:(16 Mar 2017, 08:32)

Das war auch 1960 nicht anders. Ladenmieten und Steuern mussten auch da gezahlt werden. Wenn diese Kosten die Preise für Brötchen und Eis in die Höhe getrieben haben sollten müssten die Lebensmittelpreise alle entsprechend gestiegen sein. Das ist aber nicht dr Fall

Kennst du denn die Inflationsrate der Lebensmittelpreise von 1960 oder 1970 bis heute?
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Re: Brötchen und Speiseeis - Preise noch angemessen?

Beitragvon Raskolnikof » Do 16. Mär 2017, 08:34

Adam Smith hat geschrieben:(16 Mar 2017, 08:32)
Wie hoch war denn die Inflationsrate dem Jahr 1970 bis heute insgesamt?

Hab ich jetzt nicht gegoogelt. Das ist im vorliegenden Fall aber völlig uninteressant. Von der Inflationsrate sind alle Konsumgüter und Lebensmittel gleichermaßen betroffen.
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Re: Brötchen und Speiseeis - Preise noch angemessen?

Beitragvon Adam Smith » Do 16. Mär 2017, 08:39

Raskolnikof hat geschrieben:(16 Mar 2017, 08:34)

Hab ich jetzt nicht gegoogelt. Das ist im vorliegenden Fall aber völlig uninteressant. Von der Inflationsrate sind alle Konsumgüter und Lebensmittel gleichermaßen betroffen.

Und in Bezug dieser Inflationsrate muss der Vergleich erfolgen. Oder nicht?
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Re: Brötchen und Speiseeis - Preise noch angemessen?

Beitragvon Raskolnikof » Do 16. Mär 2017, 08:39

Hauptbestandteil von Speiseeis sind Milch und Zucker. Hinzu kommen pro Kugel Fruchtsirup (häufig auch künstl. Aromen) im Grammbereich, Emulgatoren und ein Chemiemix. Bei Brötchen ist der Hauptbestandteil Mehl. Diese Zutaten sind von der Inflationsrate kaum betroffen, weil diese Grundnahrungsmittel kaum im Preis gestiegen sind.
Ach ja, der Energieeinsatz ist nicht zu vergessen. Die wierd aber auch bei der Herstellung aller anderen Lebensmittel benötigt.
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Re: Brötchen und Speiseeis - Preise noch angemessen?

Beitragvon Europa2050 » Do 16. Mär 2017, 08:49

Raskolnikof hat geschrieben:(16 Mar 2017, 08:39)

Hauptbestandteil von Speiseeis sind Milch und Zucker. Hinzu kommen pro Kugel Fruchtsirup (häufig auch künstl. Aromen) im Grammbereich, Emulgatoren und ein Chemiemix. Bei Brötchen ist der Hauptbestandteil Mehl. Diese Zutaten sind von der Inflationsrate kaum betroffen, weil diese Grundnahrungsmittel kaum im Preis gestiegen sind.
Ach ja, der Energieeinsatz ist nicht zu vergessen. Die wierd aber auch bei der Herstellung aller anderen Lebensmittel benötigt.


Die Sache ist doch relativ einfach:

Produkte, bei denen der Arbeitskräfteeinsatz im Vordergrund steht und in den letzten Jahrzehnten kaum Produktivitätssteigerung möglich war (Brötchen, Ausnahme Supermarktbackanlagen mit BASF-Backmischung) sind aufgrund der Lohn- und Lohnnebenkosten überdurchschnittlich gestiegen.
Produkte, bei denen massiv automatisiert werden konnte (Milchprodukte, schaut euch mal einen modernen Milchhof an, da ist nix mehr mit Heidi) sind unterdurchschnittlich gestiegen.
Das zieht sich durch alle Produkttypen.
Denkt an 1914, denkt an 1933 ...
... und macht verdammt nochmal nicht die gleichen Fehler ... :mad2:

Mist, hab ich einige Leute doch tatsächlich überfordert. :s
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Re: Brötchen und Speiseeis - Preise noch angemessen?

Beitragvon Raskolnikof » Do 16. Mär 2017, 08:52

Noch etwas: Wer will kann sich die Statistiken im Netz selber ansehen: Abgesehen von Speiseeis aus der Eisdiele und Brötchen vom Bäcker ist Brot das Lebensmittel, welches die höchste Preissteigerung in den letzten 50 Jahren erlebt hat, nämlich rund 500 Prozent. Bei Brötchen sind es aber bis zu 2400 Prozent. Dabei ist der Energieeinsatz bei Brötchen geringer weil Brötchen längst nicht so lange gebacken werden muss wie Brot.
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Re: Brötchen und Speiseeis - Preise noch angemessen?

Beitragvon Orwellhatterecht » Do 16. Mär 2017, 09:39

Raskolnikof hat geschrieben:(16 Mar 2017, 08:52)

Noch etwas: Wer will kann sich die Statistiken im Netz selber ansehen: Abgesehen von Speiseeis aus der Eisdiele und Brötchen vom Bäcker ist Brot das Lebensmittel, welches die höchste Preissteigerung in den letzten 50 Jahren erlebt hat, nämlich rund 500 Prozent. Bei Brötchen sind es aber bis zu 2400 Prozent. Dabei ist der Energieeinsatz bei Brötchen geringer weil Brötchen längst nicht so lange gebacken werden muss wie Brot.



"Menschen die Bargeld als Ausdruck für ihre Freiheit und ihre Persönlichkeit benötigen sind irgendwie arm...." (oder sie sind nicht gewillt, sich als Teil einer riesigen Maschinerie zu begreifen, in der sie noch berechenbarer, auskundschaftbarer und manipulierbarer sind als je zuvor!). Du siehst, jede Münze hat 2 Seiten, bist Du vielleicht gar deshalb gegen Münzen und Bargeld, weil Dir eine Seite genug ist und Deiner Meinung nach völlig reicht?
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Re: Brötchen und Speiseeis - Preise noch angemessen?

Beitragvon Raskolnikof » Do 16. Mär 2017, 09:54

@ Orwellhatterecht:

Meine Einstellung zum Bargeld tut hier nichts zur Sache. Dafür gibts einen anderen Thread! Zudem ändert es rein gar nichts an der von mir im Eingangsbeitrag geschilderten Tatsache.
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Re: Brötchen und Speiseeis - Preise noch angemessen?

Beitragvon Raskolnikof » Do 16. Mär 2017, 09:54

Europa2050 hat geschrieben:(16 Mar 2017, 08:49)

Die Sache ist doch relativ einfach:

Produkte, bei denen der Arbeitskräfteeinsatz im Vordergrund steht und in den letzten Jahrzehnten kaum Produktivitätssteigerung möglich war (Brötchen, Ausnahme Supermarktbackanlagen mit BASF-Backmischung) sind aufgrund der Lohn- und Lohnnebenkosten überdurchschnittlich gestiegen.
Produkte, bei denen massiv automatisiert werden konnte (Milchprodukte, schaut euch mal einen modernen Milchhof an, da ist nix mehr mit Heidi) sind unterdurchschnittlich gestiegen.
Das zieht sich durch alle Produkttypen.

Das stimmt nicht! Kaum ein Bäcker knetet den Brötchenteig heute noch mit der Hand und formt auch noch jedes Brötchen mit der Hand. Der Maschineneinsatz ist allgegenwärtig. Zudem sterben die kleinen Bäckereien langsam aus. Heute haben wir es überwiegend mit Filialbetrieben zu tun, die irgendwo am Stadtrand im Gewerbegebiet ihren Produktionsbetrieb haben und von dort aus die Brötchenrohlinge in ihre Filialen schicken, wo sie je nach Bedarf tagsüber aufgebacken werden. Da steht der Mehlsilo auf dem Hof, von wo das Mehl automatisch in die Backstube, oder besser, in die Produktionsstätte befördert wird. Die Herstellung der Brötchen läuft mehr oder weniger automatisch und Computergesteuert ab. Dabei habe ich jetzt nicht die Brötchenfabrik beschrieben, die das Aldi-Brötchen für 19 Cent, 100.000-fach täglich ausspuckt!
Wenn du die Möglichkeit hast schaue dir mal die Produktion von Brötchen in einer familiär geführten Bäckerei von heute an, die nicht irgendwelche Supermärkte bedient. Da wirst du staunen! Der Arbeitskräfteeinsatz von dem du sprichst ist gegenüber den 1960er Jahren auf ein Minimum gesungen!

Übrigens: Die Sache mit der „BASF-Backmischung“ ist ein Märchen! Bei Brot wäre das völlig unwirtschaftlich, insbesondere für Großbäckereien wie Stör-Brot in Westerstede, der u.a. Aldi-Nord mit Backwaren beliefert. Wenn überhaupt Fertigbackmischungen Anwendung finden dann sind es heute oft die kleinen Bäckereien, die keinen Mehlsilo stellen können. Aber auch da wird zumindest beim Brot nicht mit Backmischungen gearbeitet. Wozu auch, wenn nichts anderes als Mehl, Hefe oder Sauerteigextrakt und ggf. noch etwas Getreideschrot, Sonnenblumenkörner od. dergl. vermengt werden muss?
Fertigteig wird mitunter verwendet für z.B. Berliner auf dem Jahrmarkt. Da liefern Hersteller wie z.B. Gloria Sackweise fertige Berlinermischungen und andere Backwaren, ganz gewiss aber nicht BASF oder andere Chemiekonzerne. Da muss ich nun wirklich mal eine Lanze für das Bäckerhandwerk brechen, selbst für industrielle Großbetriebe die ganze Supermarktketten mit Brötchen- und Brotrohlingen beliefern.
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Re: Brötchen und Speiseeis - Preise noch angemessen?

Beitragvon Adam Smith » Do 16. Mär 2017, 10:04

Europa2050 hat geschrieben:(16 Mar 2017, 08:49)

Die Sache ist doch relativ einfach:

Produkte, bei denen der Arbeitskräfteeinsatz im Vordergrund steht und in den letzten Jahrzehnten kaum Produktivitätssteigerung möglich war (Brötchen, Ausnahme Supermarktbackanlagen mit BASF-Backmischung) sind aufgrund der Lohn- und Lohnnebenkosten überdurchschnittlich gestiegen.
Produkte, bei denen massiv automatisiert werden konnte (Milchprodukte, schaut euch mal einen modernen Milchhof an, da ist nix mehr mit Heidi) sind unterdurchschnittlich gestiegen.
Das zieht sich durch alle Produkttypen.

Das hast du gut erkannt. Bei Aldi ist der Einsatz von Arbeitnehmern in Bezug auf das Brötchen geringer als in der Bäckerei. Aus dem Grund kosten die Brötchen hier auch deutlich weniger.
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Re: Brötchen und Speiseeis - Preise noch angemessen?

Beitragvon BlueMonday » Do 16. Mär 2017, 10:57

Raskolnikof hat geschrieben:(15 Mar 2017, 18:24)

Das trifft auf viele andere Lebensmittelprodukte auch zu, nur dass da die Preise lange nicht so gestiegen sind. Zudem war die Eisherstellung oder das Brötchenbacken noch echtes Handwerk. Da kam beim Bäcker der Teig auf den Tisch und die Bäckersleut formten noch mit den Händen Brötchen für Brötchen. Und heute? Der Mehlsilo steht im Hof, das Mehl wird in die Backstube und bestenfalls direkt in die Teigmaschine geblasen. Die Herstellung der Rohlinge erfolgt dann vollautomatisch. der Bäcker kriegt nicht einmal mehlige Finger.
I.


Bei Brötchen kann ich es nicht nachvollziehen, die kosten ein paar Cent hier um die Ecke.
Wenn, dann geht um das handwerkliche Speiseeis von der italienischen Eisdiele. Am besten eins nach dem anderen diskutieren. Und dieses Eis ist eben in Bezug zur automatisierten Massenproduktion relativ teuer. Wieso das u.a. so ist, habe ich ja erklärt: die Fixkosten (die massiv gestiegen sind seit den 60ern, Miete, Arbeitsentgelte etc.) fallen bei relativ wenigen Kugeln eben deutlich stärker ins Gewicht. Mal den Extremfall vorstellen: eine Eisdiele verkauft im Monat voraussichtlich nur eine Kugel Eis und kalkuliert dann auch so. Dann müsste die Kugel tausende Euros kosten, um die Kosten zu decken. Und dann mal mit einer realistischen Umsatzmenge kalkulieren, da kommen immer noch recht hohe Stückkosten heraus. Industrielle Eisproduktion hat hingegen einen Durchsatz in ganz anderen Dimensionen. Millionen Liter von Eis...
Eisdielen sind also viel begrenzter in der möglichen Produktionsmenge, entsprechend justiert man eher über den Preis.
Und wenn sich Menschen finden, die ihn zahlen, funktioniert das Ganze auch. Die Welt besteht ja nicht nur aus Menschen wie "Ohrwell".

Das sind auch Verhaltenweisen, die nicht erst in der jüngeren Zeit vorkommen. Das sind ganz grundlegende unternehmerische und völlig akzeptable Entscheidungen von jeher. Wieviel, womit, zu welchem Preis... Letztlich will so ein Eisdielenbetreiber auch einen nennenswerten Unternehmerlohn erwirtschaften, so wie ein Arbeitnehmer nun "ungern" darüber diskutieren will, ob er sein Entgelt auch wert ist und ob nicht viel weniger viel angemessener wäre.

Das sind so Gedankengänge, die voraussetzen, dass einem bewusst ist, dass Wert nichts Objektives ist. Dass also nicht jede Arbeitsstunde, nicht jeder Aufwand gleichwertig ist, sondern dass es auf den Kontext ankommt. Und dieser Kontext besteht mehr denn je darin, in welcher produktiven Struktur die Arbeit stattfindet.
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Re: Brötchen und Speiseeis - Preise noch angemessen?

Beitragvon Ammianus » Do 16. Mär 2017, 12:03

Raskolnikof hat geschrieben:(16 Mar 2017, 08:32)

Das war auch 1960 nicht anders. Ladenmieten und Steuern mussten auch da gezahlt werden. Wenn diese Kosten die Preise für Brötchen und Eis in die Höhe getrieben haben sollten müssten die Lebensmittelpreise alle entsprechend gestiegen sein. Das ist aber nicht dr Fall


Der Supermarkt stellt das maschinell und automatisiert hergestellte Eis ins Regal und an der Kasse ist es nur eins von vielen durch die Kassiererin gebuchten Produkte.
Der Eisdielenmensch muss sich um den ganzen Laden kümmern, deine Bestellung aufnehmen, für dich die Tüte füllen und dich nur für dieses Produkt abkassieren. Und er will als Selbstständiger auch ein wenig mehr in der Geldbörse haben als Regaleinräumer und Supermarktkassierer.

Dann sollte man sich den Lebensstandart dieser Berufsgruppen in den frühen 50ern ansehen und mit den heutigen vergleichen.
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Re: Brötchen und Speiseeis - Preise noch angemessen?

Beitragvon Raskolnikof » Do 16. Mär 2017, 12:21

Ich weiß nicht, warum hier immer wieder Eis und Brötchen aus der industriellen Massenproduktion für die Discouterketten ins Spiel gebracht werden. Es geht mir einzig um das Eis in der Eisdiele und das Brötchen vom Bäcker.
Die mit der Herstellung dieser Produkte verbundenen Kosten sind in sämtlichen Lebensmittelbereichen (und nicht nur da) gestiegen. Auch Mieten und Pachten. Der Fleischer, Fahrradladenbesitzer, Schneider oder Inhaber eines Pozellangeschäftes hat diese Kosten in den letzten Jahrzehnten gleichermaßen zu spüren bekommen.
Der vermehrte Maschineneinsatz in der Produktion kann es auch nicht sein. Schließlich dient der Einsatz von Maschinen und Industrierobotern in erster Linie der Effiziens bzw. Kosteneinsparung. Ich stellte ja bereits den Brotpreis in Relation zum Brötchenpreis. Der Teig wird auch von der Maschine gerührt, der den Brötchenteig herstellt. Trotzdem ist das Brot im Verhältnis zum Brötchen zwar auch sehr viel teurer geworden, die Brötchen toppen jedoch alles.
Bei der Herstellung des Speiseeises in der italienischen Eisdiele hingegen hat sich in den vergangenen 50 Jahren wenig geändert. die Eismaschinen sind lediglich größer und leistungsstärker geworden da heute wesentlich mehr Eis konsumiert wird als anno Schnee.
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Re: Brötchen und Speiseeis - Preise noch angemessen?

Beitragvon Raskolnikof » Do 16. Mär 2017, 12:25

Ammianus hat geschrieben:(16 Mar 2017, 12:03)

Der Supermarkt stellt das maschinell und automatisiert hergestellte Eis ins Regal und an der Kasse ist es nur eins von vielen durch die Kassiererin gebuchten Produkte.
Der Eisdielenmensch muss sich um den ganzen Laden kümmern, deine Bestellung aufnehmen, für dich die Tüte füllen und dich nur für dieses Produkt abkassieren. Und er will als Selbstständiger auch ein wenig mehr in der Geldbörse haben als Regaleinräumer und Supermarktkassierer.

Dann sollte man sich den Lebensstandart dieser Berufsgruppen in den frühen 50ern ansehen und mit den heutigen vergleichen.

Willst du nicht verstehen? Ich rede doch gar nicht vom industriell hergestellten Eis aus der Kühltruhe des Supermarktes. Auch vergleiche ich nicht die Preise von Speiseeis beim Italiener und dem aus dem Supermarkt. Was soll das jetzt?
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Re: Brötchen und Speiseeis - Preise noch angemessen?

Beitragvon Bleibtreu » Do 16. Mär 2017, 12:37

Raskolnikof hat geschrieben:(16 Mar 2017, 12:25)

Willst du nicht verstehen? Ich rede doch gar nicht vom industriell hergestellten Eis aus der Kühltruhe des Supermarktes. Auch vergleiche ich nicht die Preise von Speiseeis beim Italiener und dem aus dem Supermarkt. Was soll das jetzt?

Und ich frag mich, was das ueberhaupt soll. :D

Wenn die Kunden beim Baecker oder der EisDiele bereit sind hoehere Preise zu zahlen, statt sich Broetchen und Eis dort zu kaufen, wo sie billiger oder wesentlich billiger sind, dann wird das offensichtlich Gruende haben. [Weil das Eis besser schmeckt, von besserer Qualitaet ist, Eissorten angeboten werden die es nicht im Supermarkt gibt etc.] Die Kunden werden ja nicht gezwungen die Waren zu kaufen, tun es aber trotzdem. Diese Diskussion erinnert mich schwer an die unsaeglichen NeidDebatten. Du willst nicht € 2,50 fuer eine Kugel zahlen? Gut, dann kauf dir im Supermarkt an der Ecke eben einen ganzen EisPott fuer denselben Preis. :p
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Re: Brötchen und Speiseeis - Preise noch angemessen?

Beitragvon Orwellhatterecht » Do 16. Mär 2017, 12:42

Raskolnikof hat geschrieben:(16 Mar 2017, 12:25)

Willst du nicht verstehen? Ich rede doch gar nicht vom industriell hergestellten Eis aus der Kühltruhe des Supermarktes. Auch vergleiche ich nicht die Preise von Speiseeis beim Italiener und dem aus dem Supermarkt. Was soll das jetzt?




Wobei zu berücksichtigen ist, dass nicht nur im Supermarkt das Eis aus der Eigenproduktion stammt, sondern immer häufiger aus der Eisfabrik.

http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Das ... 75,1530495
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Re: Brötchen und Speiseeis - Preise noch angemessen?

Beitragvon Positiv Denkender » Do 16. Mär 2017, 12:47

Raskolnikof hat geschrieben:(16 Mar 2017, 08:32)

Das war auch 1960 nicht anders. Ladenmieten und Steuern mussten auch da gezahlt werden. Wenn diese Kosten die Preise für Brötchen und Eis in die Höhe getrieben haben sollten müssten die Lebensmittelpreise alle entsprechend gestiegen sein. Das ist aber nicht dr Fall

Brötchen sind im Verhältnis zum Einkommen nicht teurer geworden .Zurecht teurer sind Backwaren weil die Herstellung personalintensiv ist .
Das gleiche gilt für Speiseeis .Wie schon erwähnt für jeden Geldbeutel gibt es Einkaufsmöglichkeiten . Letztendlich ist Speiseeis kein
Grundnahrungsmittel genau wie Bier . Gastronomiepreise werden nun mal durch hohe Personalkosten verursacht.
Wer das nicht zahlen will soll sich seine Kiste Bier in die Wohnung stellen .
Restaurants reihen sich wie Perlen aneinander auf , dort wo Frühstück angeboten wird sind die Läden knall voll .
Wenn das alles zu teuer wäre würde dort niemand hingehen . Fakt bleibt LM waren im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen
nie preiswerter und besser als heute . Schon belustigend bei einem Smartphone ,was niemand braucht, interessiert der Preis niemanden,
beim Paket Butter oder den liter Milch geht ein Aufschrei durchs Land wenn diese LM werden teurer. Wird auch Zeit denn 70 Jahre wurde LM
im Vergleich zum Einkommen immer preiswerter. Grund in Deutschland der knallharte Wettbewerb der LM Ketten und die hohe
Filialdichte . Der knallharte Wettbewerb im EH kommt seit 40 Jahren allein den Verbraucher zu Gute .
Seit Beendigung der Preisbindung profitieren die Verbraucher vom Wettbewerb . LM Ausgaben spielen im Vergleich zu den ersten 40 Nachkriegsjahren
die geringste Rolle bei den Haushaltsausgaben . Als ich in die Lehre kam Ende der 50 Jahre kostete ein kg Butter ca 7,50-8 00 DM
Durchschnittsverdienst damals ca 350,--400,-DM nach 50 Jahren kostet Butter fast das Gleiche nur das Einkommen hat sich mehr als verzwanzigfacht.
Ganz abgesehen davon das sich Durchschnittsverdiener damals selten Butter leisten konnten .
Noch gravierender beim beliebtesten deutschen Genussmittel Kaffee . Früher war Kaffee eine Besonderheit heute rennen Menschen
mit diesem Genussmittel im Pappbecher durch die Stadt weil Kaffee eben nichts mehr kostet .500 gr Kaffee kostete damals ca 1o DM
Standardgröße im EH waren 125 gr Packungen bzw. 62,5 gr Packungen .
Wer sich über die niedrigsten LM Preise in der E Zone beschwert sollte einmal seine Ausgaben überprüfen und Prioritäten setzen .
Übrigens ein Kinobesuch ( Jugendvorstellung ) kostete zu unserer Kinderzeit 60PF . Der Stadionbesuch zu Beginn der BL 1963
Stehplatz 6 DM ,Sitzplatz ca 8-20 DM .Heute mehr als das 1o fache bei fast immer ausverkauften Stadien .
Aber meckern die LM sind zu teuer . Die Ausgaben für Reisen lasse ich jetzt mal unberücksichtigt .
Damals war man froh 14 Tg. ins Schullandheim zu fahren heute muss es Paris oder Rom sein . Wichtig man wettern gegen die LM Preise
Zuletzt geändert von Positiv Denkender am Do 16. Mär 2017, 13:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Brötchen und Speiseeis - Preise noch angemessen?

Beitragvon Quatschki » Do 16. Mär 2017, 12:51

Raskolnikof hat geschrieben:(16 Mar 2017, 12:21)

Bei der Herstellung des Speiseeises in der italienischen Eisdiele hingegen hat sich in den vergangenen 50 Jahren wenig geändert. die Eismaschinen sind lediglich größer und leistungsstärker geworden da heute wesentlich mehr Eis konsumiert wird als anno Schnee.

Die Hygieneanforderungen für den Gastronomiebereich sind in D in den letzten Jahrzehnten extrem gestiegen bzw. vom Gesetzgeber erhöht worden.
Muß ja alles aus Edelstahl sein, so daß eine Ladeneinrichtung 1000% teurer ist als vor 30 Jahren.
Zudem hat der klassische Handwerksbäcker oft im eigenen Haus oder Ladengeschäft verkauft, konnte auch in dieser Hinsicht anders kalkulieren als jemand, der sich für seine Filialen in irgendwelchen Malls oder anderen Renditeobjekten einmieten muß.
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
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Re: Brötchen und Speiseeis - Preise noch angemessen?

Beitragvon Bleibtreu » Do 16. Mär 2017, 13:01

Positiv Denkender hat geschrieben:(16 Mar 2017, 12:47)

[...] Aber meckern die LM sind zu teuer .

Richtig, Deutschland schneidet im Vergleich zu anderen europaeischen Laendern sehr gut ab.
- In keiner Industrienation sind die Lebensmittelpreise so niedrig wie in Deutschland, zeigt eine neue Studie.

Im Vergleich: In Deutschland zahlt der Kunde pro Kugel in einer guten Eisdiele ca € 1.60, in Italien und Frankreich € 2-3. :)
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