Von 2000 bis 2016 haben die Deutschen ein Jahr für das Ausland gearbeitet

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BlueMonday
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Re: Von 2000 bis 2016 haben die Deutschen ein Jahr für das Ausland gearbeitet

Beitragvon BlueMonday » Di 14. Mär 2017, 14:18

prime-pippo hat geschrieben:(13 Mar 2017, 20:40)

"the particular value of a fiscal balance -a deficit or a surplus - is a meaningless thing without a context. And it's the context that is important, not the actual figure."


Welch Erkenntnis! Ich kann eines verraten: ausnahmlos jedes Wort, jeder Begriff, jeder Satz, jede Zahl usw. ist ohne Kontext bedeutungslos.
Denken und Sprache bedeutet im Wesentlichen Dinge gleichzusetzen und zuvor Dinge von anderen Dingen abzugrenzen. Ein Ding an sich und für sich allein kann ohne weiteren Bezug weder gleichgesetzt noch abgegrenzt werden. Allein, dass es dann ja einen Betrachter gibt und er das Ding als Gegenstand betrachtet (ihm buchstäblich gegenübersteht), lässt ja schon einen Kontext entstehen.

Was ein Staat nun durch Kreditnahme/Anleihen finanziert, ändert letztlich die Allokation der Mittel, und dazu fließt Geld. Und das Geld wäre kein Geld ohne jeglichen Kontext. Es gibt kaum etwas, das mehr einen Kontext nötig hat als Fiatgeld. Kaufkraft in einem Wort. Jeder Tausch Geld/Gut lässt diesen Kontext entstehen, "rankt" praktisch die konkret verfügte Geldmenge der Akteure und fügt sie in die jeweiligen Präferenzen ein
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Man könnte auch sagen, dass der wesentliche Kontext der staatlichen Handlungen deren Kosten also die eigentlichen Opportunitätskosten des Staatwesen sind. Die bewusst werden zu lassen in ihren ganzen Ausmaß, ist allerdings eine Mammutaufgabe. Es ist ja durchaus auch im Interesse vieler in diesem Kontext operierender Akteure, dieses Bewusstsein gar nicht erst zu wecken.

Und zur MMT empfehle ich folgenden Text zum kritischen Einstieg: https://mises.org/library/upside-down-world-mmt
.
Spending like there's no tomorrow means someday there'll be no tomorrow.
Unterschiede bewegen die Welt, nicht Gleichheit.
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Re: Von 2000 bis 2016 haben die Deutschen ein Jahr für das Ausland gearbeitet

Beitragvon prime-pippo » Mi 15. Mär 2017, 00:12

BlueMonday hat geschrieben:(14 Mar 2017, 14:18)

Welch Erkenntnis! Ich kann eines verraten: ausnahmlos jedes Wort, jeder Begriff, jeder Satz, jede Zahl usw. ist ohne Kontext bedeutungslos.
Denken und Sprache bedeutet im Wesentlichen Dinge gleichzusetzen und zuvor Dinge von anderen Dingen abzugrenzen. Ein Ding an sich und für sich allein kann ohne weiteren Bezug weder gleichgesetzt noch abgegrenzt werden. Allein, dass es dann ja einen Betrachter gibt und er das Ding als Gegenstand betrachtet (ihm buchstäblich gegenübersteht), lässt ja schon einen Kontext entstehen.


Die Aussage war eigentlich relativ konkret. Dass ein Staat Defizite macht, werden viele unabhängig von den Rahmenbedingungen als Problem sehen. Das kritisiert Mitchell (meines Erachtens zurecht), denn ein staatliches Haushaltsdefizit kann je nach vorherrschender Nutzung der Ressourcen, je nach vorherrschender Arbeitslosigkeit, sehr angemessen sein.
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Man könnte auch sagen, dass der wesentliche Kontext der staatlichen Handlungen deren Kosten also die eigentlichen Opportunitätskosten des Staatwesen sind. Die bewusst werden zu lassen in ihren ganzen Ausmaß, ist allerdings eine Mammutaufgabe. Es ist ja durchaus auch im Interesse vieler in diesem Kontext operierender Akteure, dieses Bewusstsein gar nicht erst zu wecken.


Nur nebenbei gesagt, dass staatliches Handeln Opportunitätskosten hat, steht völlig außer Frage. Genauso hat staatliches Nichthandeln Opportunitätskosten.....generell nicht zu handeln, weil damit die Option des "Nichthandelns" entfällt, ist eine ziemlich befremdliche Idee.

Und zur MMT empfehle ich folgenden Text zum kritischen Einstieg: https://mises.org/library/upside-down-world-mmt
.


Und ich wundere mich, was an diesen Darstellungen einer Barterökonomie eigentlich so spannend sein soll. Auch diese wiederholte Konfusion um das "Sparen", wobei auf Halde gelegte Kokosnüsse mit monetärem Sparen, also dem Zurückhalten von Ausgaben, verwechselt werden, ist nicht wirklich hilfreich.

Die logischen Schlüsse der MMT beziehen sich tatsächlich auf eine Geldwirtschaft. Ich sehe bislang nicht, wie da die österreichischen Überlegungen mit realwirtschaftlichem Fokus (das Denken in Kokosnüsses) helfen...

Mitchell bringt es hier gleich zu Anfang gut auf den Punkt: "We seem to forget that spending equals income, every dollar spent is somebodys income. And we seem to forget that if you don't spend you won't have income and the basic things we are interested in -such as prosperity, employment and these things- they are intrinsically linked to spending"

"Banks do not, as too many textbooks still suggest, take deposits of existing money from savers and lend it out to borrowers: they create credit and money ex nihilo – extending a loan to the borrower and simultaneously crediting the borrower’s money account."
Lord Adair Turner
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Re: Von 2000 bis 2016 haben die Deutschen ein Jahr für das Ausland gearbeitet

Beitragvon Wähler » Mi 15. Mär 2017, 07:48

BlueMonday hat geschrieben:(13 Mar 2017, 16:47)
Also: das Ganze fängt nicht bei exportierenden Erfolgsunternehmen an - die bekommen ihre Rechnungen ja durchaus bezahlt - sonst hätten sie schnell keine Freude mehr am Export.
Sondern es beginnt schon bei den Investitionen von Inländern im Ausland. Damit zahlt letztlich "das Ausland", wenn man das denn unbedingt so abstrakt-merkantilistisch betrachten mag, teilweise die importierte Ware. Warum investieren deutsche Anleger (kaufen praktisch "Kapitalgüter") also lieber/mehr in den USA (statt in D)? An diesem Punkt müsstest du mit deinen Überlegungen beginnen.

Boraiel hat geschrieben:(13 Mar 2017, 17:32)
Ich habe dafür eine (unvollständige) Reihe an Gründen gefunden, die Frage, die ich mir aber stelle ist, wie kann es gelingen, dass die Investitionen in Deutschland deutlich zu nehmen. Ich möchte nicht, dass die deutschen Exporte abnehmen, aber, dass diese ein gleiches Niveau mit den Importen erreichen, weil hier mehr investiert wird.

http://archiv.wirtschaftsdienst.eu/jahr ... ermoegens/
Wirtschaftsdienst 2013 Heft 3 189-197 Investition in die Zukunft? Zur Entwicklung des deutschen Auslandsvermögens
Seit Beginn der Europäischen Währungsunion hat die deutsche Volkswirtschaft im dritten Quartal 2012 ihr Nettoauslandsvermögen auf über 1 Billion Euro ausgeweitet. Dieser Vermögenszuwachs bleibt gleichwohl in der Summe deutlich hinter den kumulierten Leistungsbilanzüberschüssen im selben Zeitraum zurück: Trotz einer Erholung im Jahr 2012 belaufen sich die Buchungsverluste aktuell nach konservativer Schätzung auf rund 270 Mrd. Euro bzw. 10% des BIP. Hinzu kommt, dass die durchschnittliche Verzinsung deutscher Vermögenswerte im Ausland langfristig nicht über, sondern unter der inländischer Finanzanlagen im Besitz von Ausländern lag. Die Anhäufung finanzieller Forderungen gegenüber dem Rest der Welt im Zuge von Leistungsbilanzüberschüssen stellt somit im Rückblick auf die vergangenen vier Jahrzehnte – vor allem aber auf das letzte – aus gesamtwirtschaftlicher Sicht eine beträchtliche Fehlallokation dar. Insgesamt spricht Vieles dafür, dass Deutschland eine deutliche Reduktion seiner Leistungsbilanzüberschüsse anstreben sollte – dies aus wohlverstandenem Eigeninteresse.

Siehe auch Tabelle 1: Struktur der deutschen Auslandsforderungen und -verbindlichkeiten
Nur 15% waren 2012 Direktinvestitionen, hingegen 29% Handelskredite, 28% Wertpapieranlagen und 26% Auslandsaktiva in Fremdwährung.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: http://rzblx10.uni-regensburg.de/dbinfo ... el_id=1232 (Zugang auch bundesweit)
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Re: Von 2000 bis 2016 haben die Deutschen ein Jahr für das Ausland gearbeitet

Beitragvon Boraiel » Mi 15. Mär 2017, 18:21

Skull hat geschrieben:(13 Mar 2017, 23:07)

Ich lasse mich weder auf's Glatteis führen, noch akzeptiere ich falsche Betrachtungen.

Wenn Du ZUNÄCHST schreibst...
wofür es in Anbetracht der wirtschaftlich sehr erfolgreichen letzten Jahren eigentlich keine Veranlassung gibt.

Letzen Jahre !
Nicht die Rezession zu Beginn des Jahrtausend und nicht die Rezession durch die Banken- und Eurokrise. DANACH. ;)

Nun nimmst Du die Steuereinnahmen der gesammelten letzten 16 Jahre. :D


So wirst Du mit mir ... nicht diskutieren können.

mfg

Mit "sehr erfolgreichen letzten Jahren" war der Zeitraum von 2000 bis 2016 gemeint, wie er auch im Titel genannt wird. Ich halte jedes dieser Jahre für aus deutscher Sicht wirtschaftlich erfolgreich, in jedem dieser Jahre hat Deutschland einen großen Handelsbilanzüberschuss erzielt.
Ich mag auch etwas andere Bewertungen vornehmen als andere, denn ich halte nahezu jedes Jahr in der Geschichte der BRD für wirtschaftlich erfolgreich (einige Ausnahmen nach dem Krieg und in Ostdeutschland zur Wendezeit etc.). Aber die wirtschaftliche Lage von 2000-2016 ist auch im Vergleich mit dem wirtschaftlichen Erfolg in den Jahren zuvor allgemein sehr gut gewesen.
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Re: Von 2000 bis 2016 haben die Deutschen ein Jahr für das Ausland gearbeitet

Beitragvon Skull » Mi 15. Mär 2017, 18:31

Boraiel hat geschrieben:(15 Mar 2017, 18:21)

Mit "sehr erfolgreichen letzten Jahren" war der Zeitraum von 2000 bis 2016 gemeint, wie er auch im Titel genannt wird. Ich halte jedes dieser Jahre für aus deutscher Sicht wirtschaftlich erfolgreich, in jedem dieser Jahre hat Deutschland einen großen Handelsbilanzüberschuss erzielt.

DIe alleinige Betrachtung einer Handelsbilanz kann aber kein Gradmesser für ERFOLG sein.

Desweiteren ist zu bemerken, WESSEN (wirtschaftlichen) Erfolg man meint oder misst ?

NUR den imaginären SALDO aus Handels- Importen und Exporten zu betrachten,
trifft ja allenfalls einen Teil der Gesellschaft.

Den Staat, den Dienstleistungsbereich und andere Teile einer Gesellschaft soll es da auch noch geben. :)

mfg
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Re: Von 2000 bis 2016 haben die Deutschen ein Jahr für das Ausland gearbeitet

Beitragvon Boraiel » Mi 15. Mär 2017, 18:32

prime-pippo hat geschrieben:(13 Mar 2017, 22:36)

Investieren im ökonomischen Sinne tun die privaten Haushalte eigentlich nicht wirklich.

Cullen-Roche z.B. hat da meines Erachtens völlig recht: In economics the word “investment” is defined as follows: Investment – Spending, not consumed, for future production. In finance the word “investment” is often defined as spending with the expectation of future profit. We tend to use the latter definition to describe the purchase of stocks and bonds, however, I think it’s more appropriate to use the prior definition as it is more consistent with the economic concept of “saving” than “investment” http://www.pragcap.com/the-biggest-myth ... ting-myth/

Aber ok, das ist ein Nebenschauplatz. Du meinst Sparen mit Renditeerwartungen, wenn du investieren sagst.



Für den Bau neuer Häuser sind wohl in erster Linie die Finanzierungsbedingungen, die Gewinnaussichten von Investoren und das Einkommen bzw. die Einkommenserwartungen der Haushalte entscheidend. Nichts davon wird durch den Abbau der Staatsverschuldung "verbessert".



Wie der Staat sein Defizit finanziert, müsstest du nochmal überdenken. Hier wird es vergleichsweise gut erklärt:

Was passiert konkret bei einer Ausgabenerhöhung des Staates für die Bundesrepublik Deutschland? Staatsanleihen werden durch die Finanzagentur in Frankfurt am Main auf den Kapitalmarkt gebracht. Der Verkauf ist nur an einen Kreis bestimmter Banken möglich, die sogenannte Bietergruppe Bundesemissionen. Dies ist der sog. Primärmarkt. Da die Bundesregierung ein Konto bei der Zentralbank besitzt (das sog. Zentralkonto des Bundes), müssen die Käufer der Staatsanleihen mit Zentralbankgeld (sog. Reserven; das sind Bargeld und die Sichtguthaben der Banken bei der Zentralbank) bezahlen.

Wenn also eine Bank der Bietergruppe Bundesemissionen der Finanzagentur eine Staatsanleihe abkauft, dann bekommt die Finanzagentur von der Bank Zentralbankgeld und die Bank von der Finanzagentur die Staatsanleihe. Für die Klärung der Frage, ob dabei “frisches Geld” ins Spiel kommt, ist es entscheidend, woher die Bank das Zentralbankgeld zur Finanzierung des Staatsanleihekaufs bekommen hat. Banken können sich gegen Sicherheiten von der Zentralbank oder von anderen Banken Reserven leihen, wofür sie einen Zins bezahlen müssen. Sie brauchen Reserven u. a. zum Zahlungsausgleich untereinander (weil sie das Giralgeld anderer Banken nicht als Zahlungsmittel anerkennen) und für die Versorgung der Kunden mit Bargeld. Da die Banken Profite maximieren und deshalb diese Kosten für das Leihen von Zentralbankgeld möglichst gering halten wollen, werden sie die Haltung von Reserven minimieren. Banken können Reserven an andere Banken verleihen oder sie bei der Zentralbank parken. (Aktuell liegt der Depositenzins der EZB allerdings bei -0,2%, d.h. die Banken werden für das Parken von Zentralbankgeld bei der Zentralbank quasi bestraft).

Die Banken am Primärmarkt haben ein Motiv (nämlich Profitmaximierung), das sie mit zwei unterschiedlichen Strategien zu erreichen suchen. Sie müssen entweder die Staatsanleihen als Anlage halten und so finanzieren, dass sie dabei Gewinn machen, oder sie müssen die Staatsanleihen gewinnbringend weiterverkaufen. Da die Banken für bei der Zentralbank geparkte Reserven momentan Zinsen zahlen müssen (s.o.), werden sie bestrebt sein, möglichst geringe Reservebestände zu halten. Sie werden daher Staatsanleihen am Primärmarkt eher nicht mit bestehenden Zentralbankguthaben bezahlen (die dürften dafür sozusagen zu klein sein), sondern tendenziell neue Reserven aufnehmen. Sofern sie die neu emittierten Staatsanleihen doch mit schon vorhandenen Reserven bezahlen, ist das Zentralbankgeld dennoch “frisch” im Umlauf, da es ja vorher bei der Zentralbank geparkt und damit dem Interbankenmarkt entzogen war.

Wenn die Banken gut geplant haben, fällt für das Leihen von Reserven lediglich ein Zins knapp unterhalb des Leitzinses an. Mit diesem „frischen“ Geld – entweder kommt es als zusätzliche Reserven von der Zentralbank oder als „geparktes“ Geld von einer anderen Bank – kaufen sie nun dem Staat die Staatsanleihen ab; das Zentralbankgeld wird dem Zentralkonto des Bundes gutgeschrieben. Der Staat gibt nun das Geld aus, indem er Güter, Dienstleistungen und Arbeitsleistungen einkauft. Da aber weder Firmen noch Haushalte Konten bei der Zentralbank unterhalten, überträgt der Staat die Reserven auf die jeweiligen Zentralbankkonten der Banken der Empfänger. Die Reserven, die sich der Staat von den Banken geliehen hat, fließen also direkt und in vollem Umfang wieder den Banken zu. Diese schreiben den Empfängern entsprechende Guthaben in Giralgeld gut. Hier wird deutlich, dass zusätzliche Staatsausgaben durch den Staat zusätzliches Giralgeld erzeugen. Nirgendwo wird Giralgeld in gleicher Höhe abgezogen, da der Staat ja kein Girokonto führt. Die durch die zusätzliche Staatsverschuldung entstandenen Guthaben entsprechen der öffentlichen Verschuldung.


https://makroskop.eu/2015/10/der-staat- ... rze-peter/

Ok, aber wenn der Staat jetzt Schulden abbezahlt, wird die Geldmenge dann auch wieder geringer? Die Zentralbank müsste das Geld dann doch für 0,0% wiederzurücknehmen, dann verschwindet es aus den Bilanzen. Aber wenn die Lagerung bei der Zentralbank 0,2% kostet, ist es immer noch irgendwie da? Und die Bank muss bestrebt sein, es anderswo einzusetzen.
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Re: Von 2000 bis 2016 haben die Deutschen ein Jahr für das Ausland gearbeitet

Beitragvon prime-pippo » Mi 15. Mär 2017, 19:45

Boraiel hat geschrieben:(15 Mar 2017, 18:32)

Ok, aber wenn der Staat jetzt Schulden abbezahlt, wird die Geldmenge dann auch wieder geringer? Die Zentralbank müsste das Geld dann doch für 0,0% wiederzurücknehmen, dann verschwindet es aus den Bilanzen. Aber wenn die Lagerung bei der Zentralbank 0,2% kostet, ist es immer noch irgendwie da? Und die Bank muss bestrebt sein, es anderswo einzusetzen.


Wenn der Staat Schulden abbezahlt, sinkt das private Geldvermögen! Nicht verwechseln mit der Geldmenge, die Ausweitung der Geldmenge durch ein Staatsdefizit wird durch den Verkauf von Staatsanleihen an Nichtbanken bereits neutralisiert.

Mit den 0,2% meinst du wohl die Einlagenfazilität, die spielt in diesem Kontext keine Rolle.... diese dient lediglich dazu, eine Untergrenze des Zinskorridors zu fixieren, innerhalb dessen sich Banken gegenseitig Zentralbankgeld leihen.
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Re: Von 2000 bis 2016 haben die Deutschen ein Jahr für das Ausland gearbeitet

Beitragvon Adam Smith » Mi 15. Mär 2017, 19:51

prime-pippo hat geschrieben:(15 Mar 2017, 19:45)

Wenn der Staat Schulden abbezahlt, sinkt das private Geldvermögen! Nicht verwechseln mit der Geldmenge, die Ausweitung der Geldmenge durch ein Staatsdefizit wird durch den Verkauf von Staatsanleihen an Nichtbanken bereits neutralisiert.

Mit den 0,2% meinst du wohl die Einlagenfazilität, die spielt in diesem Kontext keine Rolle.... diese dient lediglich dazu, eine Untergrenze des Zinskorridors zu fixieren, innerhalb dessen sich Banken gegenseitig Zentralbankgeld leihen.

Aber das ist doch jetzt nicht schlimm.

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