Silicon Valley: Hype, revolutionär oder totalitär?

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frems
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Silicon Valley: Hype, revolutionär oder totalitär?

Beitragvon frems » Fr 24. Feb 2017, 19:59

Fuck you, Silicon Valley!
Die IT-Bosse aus Kalifornien werden als Weltverbesserer gefeiert. Dabei sind ihre Visionen selbstverliebt, antidemokratisch und bestenfalls naiv, sagt unser Autor.

http://www.zeit.de/2017/05/kalifornien- ... ettansicht

Das Silicon Valley ist männlich und weiß
Uber und andere Techfirmen gelten als Traumarbeitgeber – aber nicht für Frauen. Schuld ist eine Machokultur, in der oft selbst sexuelle Übergriffe als normal gelten.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-02/s ... ettansicht

Um einen Leserkommentar mal zu zitieren:

Mit Utopistischem Geschwätz über die Freiheit von Information fing es an. Mit Zerstörung von qualifizierten Arbeitsplätzen zu Gunsten schlecht bezahlter ging es weiter. Kunden der Versandhändler reflektieren das ohnehin nicht. Und dem Sog dieser wunderbaren Innovationen kann man sich immer weniger entziehen, sei es aufgrund beruflicher Anforderungen oder weil früher oder später keine "unsmarten" Produkte mehr auf dem Markt sind. Willkommen in der Diktatur der Nerds.

Wie steht Ihr zu diesem kleinen Flecken Erde rund um die Stanford University, die zahlreiche Unternehmen aus der IT-Branche in den letzten Jahren hervorgerufen hat? Braucht Europa einen Gegenpol? Droht die nächste Dotcom-Blase? Und seht Ihr in dieser "digitalen Machtkonzentration" eine Gefahr für den Normalbürger, ob in Amerika oder auf unserer Seite vom Teich?
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Orwellhatterecht
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Re: Silicon Valley: Hype, revolutionär oder totalitär?

Beitragvon Orwellhatterecht » Sa 25. Feb 2017, 10:59

frems hat geschrieben:(24 Feb 2017, 19:59)

Fuck you, Silicon Valley!
Die IT-Bosse aus Kalifornien werden als Weltverbesserer gefeiert. Dabei sind ihre Visionen selbstverliebt, antidemokratisch und bestenfalls naiv, sagt unser Autor.

http://www.zeit.de/2017/05/kalifornien- ... ettansicht

Das Silicon Valley ist männlich und weiß
Uber und andere Techfirmen gelten als Traumarbeitgeber – aber nicht für Frauen. Schuld ist eine Machokultur, in der oft selbst sexuelle Übergriffe als normal gelten.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-02/s ... ettansicht

Um einen Leserkommentar mal zu zitieren:

Mit Utopistischem Geschwätz über die Freiheit von Information fing es an. Mit Zerstörung von qualifizierten Arbeitsplätzen zu Gunsten schlecht bezahlter ging es weiter. Kunden der Versandhändler reflektieren das ohnehin nicht. Und dem Sog dieser wunderbaren Innovationen kann man sich immer weniger entziehen, sei es aufgrund beruflicher Anforderungen oder weil früher oder später keine "unsmarten" Produkte mehr auf dem Markt sind. Willkommen in der Diktatur der Nerds.

Wie steht Ihr zu diesem kleinen Flecken Erde rund um die Stanford University, die zahlreiche Unternehmen aus der IT-Branche in den letzten Jahren hervorgerufen hat? Braucht Europa einen Gegenpol? Droht die nächste Dotcom-Blase? Und seht Ihr in dieser "digitalen Machtkonzentration" eine Gefahr für den Normalbürger, ob in Amerika oder auf unserer Seite vom Teich?



Die Erfindungen aus Silicon Valley und anderswo sind nicht dazu geeignet, mehr Gerechtigkeit und mehr Demokratie zu generieren. Es kommen immer mehr Erfindungen auf den Markt, die zwar, zugegeben, auch nützlich sind, die aber arge Risiken nicht nur für den Einzelnen sondern für die Gesellschaft und ihre Freiheit in sich bergen. Da ist zunächst einmal die ständige Weiterentwicklung des Automobils. Moderne Fahrzeuge unterstützen den Fahrer in allerlei Dingen, z.B. der Tempomat sorgt einerseits für günstigeren Verbrauch, verhindert andererseits bei richtiger Anwendung "Knöllchen" wg. zu schnellem Fahrens. Das nicht mehr wegzudenkende Navi spart dem Fahrer eine Menge Zeit, da er sich nicht mehr mühsam durchfragen muss, Verfahrfehler sofort ausgebügelt werden, indem sofort der nächste Weg zum Ziel aufgezeigt wird. Nebenbei zeigt es dem Fahrer auch noch an, wenn er die zulässige Geschwindigkeit überschritten hat, wo Radarkontrollen stattfinden, und kann seinen bisher zurück gelegten Weg aufzeichnen. An die Kehrseite dieser Errungenschaften allerdings wird zumeist weniger gedacht, wer beispielsweise mit einem Firmenfahrzeug unterwegs ist, der kann ohne sein Wissen peinlichst genau kontrolliert werden, welchen (zusätzlichen) Umweg er gefahren ist, ob er sich an die vorgegebenen Höchst Geschwindigkeiten hielt etc. Das Ganze wird in einem Chip aufgezeichnet und kann natürlich auch ausgelesen werden, in USA beispielsweise interessieren sich bereits heute die Versicherungskonzerne dafür, wer sich weigert, der zahlt entsprechend höhere Prämien.

Eigentlich könnte die Arbeit der Polizei und der Strassenverkehrsämter durch den Chip wesentlich entlastet werden, man müsste nur eine gesetzliche Verpflichtung schaffen, die den Autofahrer dazu zwingt, z.B. 1/4 oder 1/2 jährlich seinen Chip vorzulegen. Peinlich genau könnte man jede Geschwindigkeitsüberschreitung im nachhinein ahnden.

Und wie wir inzwischen alle wissen, gehört die Zukunft ja schon dem fahrerlosen Auto, er darf zwar weiterhin während oder vor der Fahrt nicht saufen, ist auch nach wie vor dafür verantwortlich, wenn sein Fahrzeug Dinge tut, die es eigentlich unterlassen sollte.

Andererseits wird das Konsumverhalten der Menschen immer weniger dem Zufall überlassen beinahe flächendeckend hat man die Menschen mit Kundenkarten aller Art ausgestattet, sodass deren Kaufverhalten vielfach schon ziemlich vorhersehbar ist. Auch das ist aber noch nicht genug, da es immer noch Menschen gibt, die sich diesem "Fortschritt" verweigern, muss man sie also mit sanfter Gewalt zu ihrem Glück zwingen. Dazu gehört die beabsichtigte Abschaffung des Bargeldes, erst wenn man das erreicht hat, kann man lückenlos das Konsumverhalten jedes Einzelnen einsortieren und entsprechenden Gruppen zuordnen.

Ein weiterer Punkt sind die von der Jugend so heiss herbei gesehnten, neuen Uhren, sie zeigen nicht nur die Zeit an, sondern messen obendrein ständig auch den Blutdruck, den Puls, Geokoordinaten... Das wäre alles halb so schlimm, wenn es sich dabei um ein Gerät handeln würde, das sich nicht vernetzen lässt, wie bei fast allen modernen Geräten, darf natürlich der Anschluß an das Smartphone oder den PC nicht fehlen, an den die Daten regelmässig übertragen werden können, das sie gleichzeitig auch noch woanders landen (können), stört die Menschen nach 15 Jahren "Big Brother" im TV offenbar nicht mehr wirklich.

Und wie wir alle wissen, ist das Zukunfts Geschäftsmodell stark darauf ausgerichtet, Handel mit Daten zu treiben, ein Schelm, wer jetzt Böses bei allem denkt...
Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen!“
(Friedrich Schiller)

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