Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Moderator: Moderatoren Forum 1

Benutzeravatar
Moses
Moderator
Beiträge: 6896
Registriert: Di 20. Mär 2012, 14:43
Benutzertitel: Cogito ergo hic erro.
Wohnort: Bayern
Kontaktdaten:

Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Moses » Di 14. Feb 2017, 21:58

Rote_Galaxie hat geschrieben:(14 Feb 2017, 21:56)

Da gibt es nur eine Lösung alles was die Menschen erarbeitet haben dürfen sie behalten aber alles was neu entsteht wird geteilt.


Was ist mit dem was vorher im Besitz war? Und mit dem, was aus diesem Eigentum erwächst? Muss ich das abgeben?
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Benutzeravatar
Rote_Galaxie
Beiträge: 5617
Registriert: Mi 28. Nov 2012, 18:26

Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Rote_Galaxie » Di 14. Feb 2017, 22:07

Moses hat geschrieben:(14 Feb 2017, 21:58)

Was ist mit dem was vorher im Besitz war? Und mit dem, was aus diesem Eigentum erwächst? Muss ich das abgeben?


Schwierige Frage, aber ich denke wenn du etwas fair verkaufst und du niemanden ausbeutest kannst du alles behalten was du bekommst.
Nur was neu entsteht wird geteilt also gemeinsames Eigentum.
Und wer kontrolliert die Kontrolle?
Benutzeravatar
Moses
Moderator
Beiträge: 6896
Registriert: Di 20. Mär 2012, 14:43
Benutzertitel: Cogito ergo hic erro.
Wohnort: Bayern
Kontaktdaten:

Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Moses » Di 14. Feb 2017, 22:11

Rote_Galaxie hat geschrieben:(14 Feb 2017, 22:07)

Schwierige Frage, aber ich denke wenn du etwas fair verkaufst und du niemanden ausbeutest kannst du alles behalten was du bekommst.
Nur was neu entsteht wird geteilt also gemeinsames Eigentum.


Das mit der "Ausbeutung" ist eine ganz spezielle Frage. Ich selbst bin abhängig beschäftigt, ich habe Verpflichtungen, die ich erfüllen muss, ich habe die Möglichkeit mich einzubringen und zu entfalten und ich bekomme Geld dafür, mit dem ich mein Leben sehr angenehm gestalten kann . . . werde ich ausgebeutet?
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Occham
Beiträge: 1501
Registriert: Do 21. Mai 2015, 15:38
Benutzertitel: Ritt über die Rasierklinge

Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Occham » Di 14. Feb 2017, 22:37

Teeernte hat geschrieben:(14 Feb 2017, 19:09)

Blechsterne.... Winkel am "Mao Look"... Arbeitslager , Verbot der Fortpflanzung ?

Wixverbot

.....oder kommt der guuuuute Kommunist sonst nicht in den Himmel ?

Hmm, ne, das ist Diktatur. Wenn ein Mensch sich entfaltet, übt er auch Einfluss aus und wenn man die Möglichkeit hat sich zu entfalten, macht man das auch gerne. Man übt als Vorbild Einfluss aus. Aber in unserer Logistik verkümmert diese Eigenheit, weshalb wir so ein System nicht umgehend erreichen.
Große Dinge haben kleine Ursachen.
Benutzeravatar
Misterfritz
Beiträge: 1767
Registriert: So 4. Sep 2016, 14:14
Wohnort: badisch sibirien

Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Misterfritz » Di 14. Feb 2017, 22:53

Occham hat geschrieben:(14 Feb 2017, 22:37)

Hmm, ne, das ist Diktatur. Wenn ein Mensch sich entfaltet, übt er auch Einfluss aus und wenn man die Möglichkeit hat sich zu entfalten, macht man das auch gerne. Man übt als Vorbild Einfluss aus. Aber in unserer Logistik verkümmert diese Eigenheit, weshalb wir so ein System nicht umgehend erreichen.
Ääääh ja, neee, ist klar.
Was nimmst Du, um solche posts zu verfassen?
Occham
Beiträge: 1501
Registriert: Do 21. Mai 2015, 15:38
Benutzertitel: Ritt über die Rasierklinge

Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Occham » Di 14. Feb 2017, 23:05

Misterfritz hat geschrieben:(14 Feb 2017, 22:53)

Ääääh ja, neee, ist klar.
Was nimmst Du, um solche posts zu verfassen?

opium.

Ne, scherz, nichts. Mein leuchtendes Alltagsbewusstsein musste lernen in den dunklen Gefilden zu sehen, du Marsmensch du.

Das Konzept von ying und Yang gefällt mir prächtig.
Große Dinge haben kleine Ursachen.
Benutzeravatar
Rote_Galaxie
Beiträge: 5617
Registriert: Mi 28. Nov 2012, 18:26

Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Rote_Galaxie » Di 14. Feb 2017, 23:26

Moses hat geschrieben:(14 Feb 2017, 22:11)

Das mit der "Ausbeutung" ist eine ganz spezielle Frage. Ich selbst bin abhängig beschäftigt, ich habe Verpflichtungen, die ich erfüllen muss, ich habe die Möglichkeit mich einzubringen und zu entfalten und ich bekomme Geld dafür, mit dem ich mein Leben sehr angenehm gestalten kann . . . werde ich ausgebeutet?


Arbeitest du in einem Betrieb in dem auch Maschinen gebraucht werden?
Und wer kontrolliert die Kontrolle?
Fazer
Beiträge: 3965
Registriert: Mi 21. Okt 2015, 09:40

Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Fazer » Di 14. Feb 2017, 23:37

Rote_Galaxie hat geschrieben:(14 Feb 2017, 21:56)

Da gibt es nur eine Lösung alles was die Menschen erarbeitet haben dürfen sie behalten aber alles was neu entsteht wird geteilt.


Ach ja, das ist auf dem Niveau von dem Unfug, den auch Lafontaine vor einer Weile so verbreitete. Danach ist alles gut, was der Mensch sozusagen mit "eigener Hände Arbeit" schafft. Also sozusagen wenn jemand was im Garten anbaut. Und sobald z.B. ein Kioskbetreiber einen Angestellten hat, ist es schon Ausbeutung. Völlig hirnrissig, ignoriert auch komplett die Arbeitsteilung in der Gesellschaft. Was entsteht denn da einfach so neu, was da geteilt werden soll? Kommt das aus dem Nichts? Autos müssen geteilt werden, weil sie einfach so neu entstehen? Vielleicht könnte man natürlich die ARbeiter am Band am Erfolg der Autos beteiligen. Natürlich dann auch am Misserfolg. Die Opel Mitarbeiter müssten also jedes Jahr Geld zurückzahlen, weil die von ihnen gebauten Autos Verlust machen. Dann würde Opel endlich kein Geld mehr verbrennen, das wäre doch mal was.
Freiheit bedeutet Verantwortung; das ist der Grund, weshalb sich die meisten vor ihr fürchten. (George Bernard Shaw)
Benutzeravatar
Moses
Moderator
Beiträge: 6896
Registriert: Di 20. Mär 2012, 14:43
Benutzertitel: Cogito ergo hic erro.
Wohnort: Bayern
Kontaktdaten:

Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Moses » Mi 15. Feb 2017, 06:47

Rote_Galaxie hat geschrieben:(14 Feb 2017, 23:26)

Arbeitest du in einem Betrieb in dem auch Maschinen gebraucht werden?


Ich habe nicht von mir persönlich geschrieben, aber fürs Beispiel gerne: Ja Fertigungsmaschinen im Verbund mit viel Präzisionshandarbeit.
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 4030
Registriert: Do 29. Sep 2016, 14:33

Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Selina » Mi 15. Feb 2017, 07:25

Moses hat geschrieben:(14 Feb 2017, 21:39)

Der Kommunismus schützt das Eigentum des Individuums? Tut er das?
Im Kommunismus, kann ich jeder Zeit die Regierung abwählen?
Im Kommunismus ist Meinungs- und Pressefreiheit garantiert?
Im Kommunismus sind Gerichte unabhängig?


Lasst doch einfach mal das Wort "Kommunismus" weg. Es gab noch keinen auf der Welt und das, was immer zum Vergleich herangezogen wird fälschlicherweise, war irgendeine Frühform, dieser "real existierende Sozialismus". Davon spricht meines Erachtens keiner. Es geht um Visionen von einer gerechteren Welt, wo die großen Weltprobleme vor allem durch anderes Wirtschaften Stück für Stück beseitigt werden, wo nicht der Gewinn, das Kapital, der Profit im Mittelpunkt steht, sondern der Mensch. Wo sich das "Gewinnstreben" immer nur dem unterordnet, was gut für den Einzelnen und gut für die Gesellschaft ist. Und so einer Sache kann man halt noch keinen Namen geben, weil es das noch nicht gab auf der Welt. Was Visionen so an sich haben ;)
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Benutzeravatar
Moses
Moderator
Beiträge: 6896
Registriert: Di 20. Mär 2012, 14:43
Benutzertitel: Cogito ergo hic erro.
Wohnort: Bayern
Kontaktdaten:

Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Moses » Mi 15. Feb 2017, 07:37

Selina hat geschrieben:(15 Feb 2017, 07:25)

Lasst doch einfach mal das Wort "Kommunismus" weg. Es gab noch keinen auf der Welt und das, was immer zum Vergleich herangezogen wird fälschlicherweise, war irgendeine Frühform, dieser "real existierende Sozialismus". Davon spricht meines Erachtens keiner. Es geht um Visionen von einer gerechteren Welt, wo die großen Weltprobleme vor allem durch anderes Wirtschaften Stück für Stück beseitigt werden, wo nicht der Gewinn, das Kapital, der Profit im Mittelpunkt steht, sondern der Mensch. Wo sich das "Gewinnstreben" immer nur dem unterordnet, was gut für den Einzelnen und gut für die Gesellschaft ist. Und so einer Sache kann man halt noch keinen Namen geben, weil es das noch nicht gab auf der Welt. Was Visionen so an sich haben ;)


Ich bleib halt beim Thema, das heißt ja: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Benutzeravatar
Europa2050
Beiträge: 2093
Registriert: Di 4. Mär 2014, 08:38
Benutzertitel: Kein Platz für Nationalismus

Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Europa2050 » Mi 15. Feb 2017, 08:09

Was sich für mich mich bei dieser - wegen der massiv divergierenden Standpunkte extrem wertvollen -Diskussion herauskristallisiert:
Kommunismus und Kapitalusmus führen im Idealfall eine Koexistenz - aber nicht wie von 1945-1990.
Kommunismus ist das ideale Organisationssystem in kleinen, überschaubaren Einheiten, in denen die soziale Bindung überwiegt, idealerweise die Familie, aber auch andere Einheiten wie frühchristliche Gemeinden, Kibuzze, 68'er Kommunen etc.. Hier müssen die Ressourcen gemeinsam verplant und zum Nutzen aller verwendet werden, und im Idealfall zieht auch jeder ohne Zwang mit. Im Gegenzug endet Kapitalismus in der Ehe vermutlich regelmäßig mit Geldstreitigkeiten bis hin zur Scheidung,
Kapitalismus (und seine sozialeren Unterformen) dagegen sind das ideale Organisationsprinzip für Einheiten, deren Mitglieder keine so starke soziale Bindung aufbauen.
Das zu ignorieren und das "Familienprinzip" auf ganze Staaten auszudehnen, war wohl auch der Fehler der zum "Real existierenden Sozialismus" bis hin zu Terrorregimen wie unter Stalin, Mao oder Pol Pot führte. Ich habe mal wo gelesen (bin da aber gerade nicht zitierfähig), dass der Mensch nur zu einer fest vorgegebenen Anzahl Menschen soziale Bindungen aufbauen kann. Wenn dem so ist, scheint mir der Kommunismus auf Gesellschaftsebene prinzipiell zum Scheitern verurteilt, wie die historischen Versuche ja auch aufzeigen.

Würde mich freuen, wenn einer der Kommunismusvisionäre mir seine Sicht zu diesem Dilema darlegen könnte.
Denkt an 1914, denkt an 1933 ...
... und macht verdammt nochmal nicht die gleichen Fehler ... :mad2:
Benutzeravatar
Welfenprinz
Beiträge: 8423
Registriert: So 6. Jul 2008, 18:55
Benutzertitel: Nec aspera terrent
Wohnort: wo eigentlich die marienburg stehen sollte

Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Welfenprinz » Mi 15. Feb 2017, 08:36

Auf etwas ähnliches wollte ich hinaus als es um Netzwerke,Hierarchien und Räte ging.
Eine klassenlose Gesellschaft muss meiner Meinung nach ab einer gewissen Grösse einfach eine Illusion bleiben.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
Benutzeravatar
Skull
Vorstand
Beiträge: 14873
Registriert: Do 12. Apr 2012, 21:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Skull » Mi 15. Feb 2017, 08:44

Europa2050 hat geschrieben:(15 Feb 2017, 08:09)

Kommunismus ist das ideale Organisationssystem in kleinen, überschaubaren Einheiten,
in denen die soziale Bindung überwiegt, idealerweise die Familie,
aber auch andere Einheiten wie frühchristliche Gemeinden,
Kibuzze, 68'er Kommunen etc..
Hier müssen die Ressourcen gemeinsam verplant und zum Nutzen aller verwendet werden,
und im Idealfall zieht auch jeder ohne Zwang mit.
Im Gegenzug endet Kapitalismus in der Ehe vermutlich regelmäßig mit Geldstreitigkeiten bis hin zur Scheidung.

Ich halte diese Sichtwiese für ziemlich..."optimistisch".

Gerade kleine Organisationsformen unterliegen in besonderem Maße dem "Gruppenzwang".
Gerade diese "sozialen" und persönlichen Bindungen verpflichten und massregeln Gruppenmitglieder.
Schränken Selbstverwirklichung und Toleranz ein.

Gerade in Familien, kleinen Religionsgemeinschaften, Kirchen und Kommunen...

Bist Du anders, passt Du Dich nicht an, wirst an den Pranger gestellt oder darfst die Gemeinschaft verlassen.
Gerade auch Ehe und Familie haben meist starke Hierachien und Rollen.

(Das hat natürlich nicht nur negative Auswirkungen, das wirkt ja zweiseitig.)

Gerade in den von Dir genannten Beispielen zeigt sich der Unterschied von Theorie ... Praxis.

So gesehen passt der Vergleich zum Kommunismus doch. Theoretisch...nett. Praktisch ganz anders.

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 11123
Registriert: Do 11. Sep 2014, 17:55

Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Teeernte » Mi 15. Feb 2017, 09:53

Europa2050 hat geschrieben:(15 Feb 2017, 08:09)
. Ich habe mal wo gelesen (bin da aber gerade nicht zitierfähig), dass der Mensch nur zu einer fest vorgegebenen Anzahl Menschen soziale Bindungen aufbauen kann. Wenn dem so ist, scheint mir der Kommunismus auf Gesellschaftsebene prinzipiell zum Scheitern verurteilt, wie die historischen Versuche ja auch aufzeigen.

Würde mich freuen, wenn einer der Kommunismusvisionäre mir seine Sicht zu diesem Dilema darlegen könnte.


120 Personen..... Das ist ein Steinzeitdorf.....eine römische Hundertschaft mit Troß...

Passt aber hier nicht ----- das ist ja "Produktionsgenossenschaft" ....

Weil 1. Frage ......Muss der Kommunismus Weltweit aufgebaut werden - da das System leider nicht Konkurrenzfähig mit Kapitalismus ist...weniger Effektiv ist.

Die Leute arbeiten langsamer... drängelt ja keiner mehr. ...muss sich der Komm. Staat abschotten ?....Weil sonst "Leistungsorientierte" und Spezialisten abwandern..?

Da passt/reicht nun "Überzeugung" nicht.
Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 11123
Registriert: Do 11. Sep 2014, 17:55

Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Teeernte » Mi 15. Feb 2017, 09:55

Welfenprinz hat geschrieben:(15 Feb 2017, 08:36)

Auf etwas ähnliches wollte ich hinaus als es um Netzwerke,Hierarchien und Räte ging.
Eine klassenlose Gesellschaft muss meiner Meinung nach ab einer gewissen Grösse einfach eine Illusion bleiben.


Das klappt reibungslos nicht mal in klein......in der Familie.

....klar ...mehr als ein Kind darfs nicht werden , man wird sonst überstimmt.
Benutzeravatar
Europa2050
Beiträge: 2093
Registriert: Di 4. Mär 2014, 08:38
Benutzertitel: Kein Platz für Nationalismus

Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Europa2050 » Mi 15. Feb 2017, 10:07

Teeernte hat geschrieben:(15 Feb 2017, 09:55)

Das klappt reibungslos nicht mal in klein......in der Familie.

....klar ...mehr als ein Kind darfs nicht werden , man wird sonst überstimmt.


Also bei uns Fünfen klappt das mit dem Kommunismus schon, gefühlte 80% sind Konsenzentscheidungen, 10% macht jeder sein Ding, 5% gibts Demokratische Sieger/Verlierer und 5% mach ich den Lukaschenka (wobei ich da öfters mal ausgelacht werde).

Die Einsicht muss halt da sein, dass das am Ende des Tages allen Nutzen bringt.

Ich stelle mir das gerade Kapitalistisch vor:
Einmal zu Training fahren - Arbeitszeit + Kapitsleinsatz - Macht 10 mal Spülmaschine ausräumen.
Da hätten meine Kinder aber ein gewaltiges Leistungsbilanzdefizit.

Aber ich meine eben, dass das nicht beliebig vergrösserbar ist.
Zuletzt geändert von Europa2050 am Mi 15. Feb 2017, 10:09, insgesamt 2-mal geändert.
Denkt an 1914, denkt an 1933 ...
... und macht verdammt nochmal nicht die gleichen Fehler ... :mad2:
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 4030
Registriert: Do 29. Sep 2016, 14:33

Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Selina » Mi 15. Feb 2017, 10:08

Dieses gedachte (visionäre) Gesellschaftssystem muss weder klassenlos noch unfrei noch undemokratisch sein. Die Diskussion ist mir bis jetzt zu rückwärtsgewandt in Richtung gescheiterter Sozialismus. Die Gesellschaft, die ich meine, würde auf dem Weg von Transformation allmählich entstehen über verschiedene Stufen, die aber immer allesamt demokratisch legitimiert wären. Ich halte auch nichts von dieser Familien-Kuschel-Kommunismus-Theorie. Einziger Ansatz für mehr Gerechtigkeit (immer global gesehen) ist, das Primat der Politik herzustellen, also Mehrheiten zu organisieren, die dafür sorgen, dass sich das Wirtschaften immer den Interessen der Menschen unterordnet und nicht umgekehrt. Das wäre dann aber keine - so gefürchtete - Planwirtschaft, sondern das wären unter anderem kleine, große und sehr große genossenschaftliche Unternehmen und Strukturen, an deren Erfolg (oder Misserfolg) die Anteilseigner immer beteiligt sind, wie es ja im Kleinen bereits gut funktioniert. In den einzelnen Transformationsstufen wird es auch alle anderen Eigentumsformen weiterhin geben.

Der Finanzsektor müsste radikal umgebaut werden, so dass es eine gravierende und wirksame Umverteilung gibt. Auch immer mit Blickrichtung Mensch, also mal vereinfacht gedacht (Finanzer unter uns könnten das präzisieren): Bei dem Gesamtfinanzkapital, dass auf der Welt existiert, dürfte eigentlich locker dafür gesorgt werden können, dass nirgendwo großflächig noch Hunger und Wassernot existieren, wie es ja jetzt noch der Fall ist. Man könnte überall "fare trade" einführen. Der gesamte Welthandel würde praktisch nur noch fair ablaufen, die Gesellschaften könnten von ihrer eigenen Hände Arbeit locker leben. Sie wären stark miteinander vernetzt global, so ähnlich wie heute, nur immer mit dem Ziel "Mensch und Gerechtigkeit".

Ich kann an so einer Idee (die erst mal nur visionär und völlig unvollkommen formuliert ist) nichts Schlechtes finden. Gesellschaftswissenschaftler aller Art würden dafür den theoretischen Grundstock liefern (woran einige übrigens bereits arbeiten). Natürlich muss es für so einen Umbau der Gesellschaften überall solche politische Mehrheiten geben, die diesen Umbau auch mit aller Konsequenz wollen. Wenn nicht, dann nicht ;) Das Wort "Kommunismus" beschreibt das nur sehr ungenau, worum es geht. Im Gegenteil, der "Kommunismus", von dem hier einige reden und von dem ich meine, dass es den gar nicht gab oder gibt bislang, der ist diskreditiert durch den gescheiterten Sozialismus.

Trotzdem muss ich noch hinzufügen: Ich bin jetzt auch nicht die große Kapitalismus-Hasserin, solche Hassgefühle kenne ich sowieso nicht. Ich arrangiere mich halt mit dem und im System, wie es die Wessis schon immer tun (sie kennen ja nichts anderes) und wie wir Ossis das auch allmählich lernen. Einige schneller, andere langsamer. Es gibt aber halt auch in diesem bestehenden System unheimlich viele Möglichkeiten, das Ganze einfach etwas gerechter weltweit zu gestalten. Da bin ich eigentlich zuversichtlich.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Occham
Beiträge: 1501
Registriert: Do 21. Mai 2015, 15:38
Benutzertitel: Ritt über die Rasierklinge

Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Occham » Mi 15. Feb 2017, 10:19

Soziale Bindungen gibt es in allen Systemen, ich bin der Meinung das unsere Logistik die sozialen Bindungen entstellt. Gibt es in China was Bindungen betrifft nicht viele Clans? Zum Thma zu große Familie. Ich kenn mich mit China wenig aus, würde mich aber gerade sehr interessieren.
Große Dinge haben kleine Ursachen.
Benutzeravatar
Misterfritz
Beiträge: 1767
Registriert: So 4. Sep 2016, 14:14
Wohnort: badisch sibirien

Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Misterfritz » Mi 15. Feb 2017, 10:23

Europa2050 hat geschrieben:(15 Feb 2017, 10:07)

Also bei uns Fünfen klappt das mit dem Kommunismus schon, gefühlte 80% sind Konsenzentscheidungen, 10% macht jeder sein Ding, 5% gibts Demokratische Sieger/Verlierer und 5% mach ich den Lukaschenka (wobei ich da öfters mal ausgelacht werde).

Die Einsicht muss halt da sein, dass das am Ende des Tages allen Nutzen bringt.

Ich stelle mir das gerade Kapitalistisch vor:
Einmal zu Training fahren - Arbeitszeit + Kapitsleinsatz - Macht 10 mal Spülmaschine ausräumen.
Da hätten meine Kinder aber ein gewaltiges Leistungsbilanzdefizit.

Aber ich meine eben, dass das nicht beliebig vergrösserbar ist.
Ja, das funktioniert, weil Du Deine Familie liebst und Deine Familie Dich - also eine emotionale Beziehung besteht. Das hat nun nicht wirklich etwas mit Kommunisimus oder anderen Gesellschaftsformen zu tun.

Zurück zu „1. Wirtschaft“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast