Rote_Galaxie Sammelthread

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Ivanhoe
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Re: Der Kommunismus - Planwirtschaft - Rote_Galaxie Sammelthread

Beitragvon Ivanhoe » So 14. Jan 2018, 14:27

BlueMonday hat geschrieben:(14 Jan 2018, 12:56)
21. Jahrhundert? Also jetzt und heute? Wo soll es da einen "ungebremsten Kapitalismus" geben? Auch im 20. Jahrhundert gab es keinen solchen. Also ein Phantom.


Der ungebremste Kapitalismus ist deine Forderung nach einem Wirken der Märkte ohne Staatlichen und Suprastaatlichen Interventionsmus. Wohlgemerkt „Märkte“, weil den einen Markt, der durch Selbstregulierung die Weltökonomie ins schlarafenlandartige Equilibrium versetzt, gibt es ohnehin nicht. Und im 20 Jahrhundert hat bis zu den 70 Jahren der Kapitalismus auch wesentlich besser funktioniert bis dann die Deregulierung eingesetzt hat.

BlueMonday hat geschrieben:Und was soll mit Zahlen belegt sein? Also mit Messung? Es gibt keine völlig ideologiefreie Messung.


Mit Zahlen ist die Wohlstandsverteilung von 1880 bis heute belegt und deren Veränderung durch die Jahrzehnte. Selbstverständlich gibt es ideologiefreie Messung, sonst wäre Wissenschaft an sich nicht möglich.

BlueMonday hat geschrieben:Strenggenommen ist "Kapital" (und das weiß Piketty leider mangels eine fundierten Kapitalthoerie nicht) hoch heterogen und kein homogener Klumpen, der einfach von alleine anschwillt. Man kann also "Kapital" -eigentlich- nicht einfach zu einer einzigen Zahl sinnvoll aggregieren und enstprechend ist dann auch eine aggregierte Gewinnrate nicht sinnvoll.


Interessant, dass einer der führenden Ökonomen Frankreichs die Kapitaltheorie nicht versteht. Und eine aggregierte Gewinnrate ist durchaus sinnvoll, wenn man sie auf der eigenen Habenseite verbuchen kann.

BlueMonday hat geschrieben:Aber selbst wenn man davon absieht, stützen Pikettys eigene Zahlen seine These (r > g) nicht:
https://mises.org/sites/default/files/s ... k=6UOgnRfq
Gerade im belastbaren Teil (also ohne die wilde Extrapolation in die Zukunft, oder die vernachlässigbare Vergangenheit als es kaum Wachstum gab) war die "pure rate of return to Capital" (r) geringer als die gesamte Wachstumrate (g)


Pickettys Zahlen beziehen sich dezidiert auf einzelne Nationalökonomien und belegen, dass in den G7 Staaten zur jetzigen Zeit (r > g) gilt. Er sagt auch nicht, dass diese Ungleichung zu jeder Zeit gelten muss, sondern was passiert wenn sie eintritt, nämlich eine Umverteilung der Vermögen von Arm zu Reich. Nein eigentlich von wohlhabend zu reich, die Armen haben ja kein Vermögen, dass Umverteilt werden kann.

BlueMonday hat geschrieben:Und wirkliche monopolitische Konzentration ist in der Vergangenheit immer mit dem politischen Mittel (also mit Gewalt und Staat) entstanden, also gerade nicht mit marktförmigen Mitteln. Das marktförmige Mittel ist das bessere Angebot, das man problemlos ablehnen kann. Nur mal zu Erinnerung, wovon man da spricht.


Es ist richtig das die ersten Vermögensanhäufungen durch Mord und Totschlag erfolgt sind. Damals war das Vermögen aber auch noch nicht Kapital. Als die Vermögen angefangen haben Rendite zu erzeugen, wurden die Raubzüge auch weniger. Wäre ja auch blöd die zu töten, die für deinen Wohlstand arbeiten.

BlueMonday hat geschrieben:Und letztlich: der eigentliche Reichtum, also das, was konsumiert wird, wird von der breiten Masse konsumiert und nicht signifikant von den "Reichen" und gar "Superreichen". Die sind im Wesentlichen nur nominell superreich, weil sie große Teile des Anlagevermögens eignen. Ein Bill Gates bspw. Und solche Menschen sollen nun das kapitalistische Problem darstellen, das zu überwinden ist?


Anders als bei den Kommunisten sind im Kapitalismus nicht die Kapitalisten das Problem. Das Problem ist die Verselbständigung und Unkontrollierbarkeit der Prozesse und die allweil weltweit auftretenden seismischen Beben, die in einem Jahr die Arbeit von Jahrzehnten zerstören können. Das System ist instabil und durch "laissez fair" wird es noch instabiler.
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Re: Der Kommunismus - Planwirtschaft - Rote_Galaxie Sammelthread

Beitragvon Ivanhoe » So 14. Jan 2018, 14:45

Realist2014 hat geschrieben:(14 Jan 2018, 14:09)
es wird keine "Ablösung" des Rechts auf Eigentum, auch an Produktionsmitteln geben...

Relevanz ?
Realist2014 hat geschrieben:und das "System" soziale Marktwirtschaft ist mehr als "haltbar"- keine Ahnung warum "Genossen" wie du damit ein "Problem" haben

Nun ich habe damit persönlich ein Problem, weil durch die Kapitalakkumulation der Konzerne mein mittelständischer Betrieb zum einen immer mehr unter Druck gerät und zum anderen die Finanzierungsgilde der sozialen Marktwirschaft, sprich das Finanzamt, immer mehr die Hand aufmacht, da sie aufgrund der Ausweichmöglichkeiten der Konzerne an die nicht mehr herankommen und dafür den Mittelstand malträtieren. Der Druck ist sogar so groß, dass ich ökonomisch das Land verlassen werde.
Realist2014 hat geschrieben:der "Zwang", als arbeitsfähiger Erwachsener für seinen Lebensunterhalt selber sorgen zu müssen, wird natürlich auch bleiben...

Den gibt es schon jetzt nicht. Leistungsverweigerung ist auch die letzte Bastion der Freiheit geblieben.
Es ist so wie es ist und wenn's anders wäre, wäre es auch so wie es ist.
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Re: Der Kommunismus - Planwirtschaft - Rote_Galaxie Sammelthread

Beitragvon H2O » So 14. Jan 2018, 14:48

Boraiel hat geschrieben:(14 Jan 2018, 14:24)

Ja. Die Freiheit alles zu tun oder auch sein lassen zu können, würde mir ein weitaus besseres Gefühl geben. Auf Lohnarbeit kann ich gerne verzichten.


Gut, was würden Sie dann tun? Und warum tun Sie das nicht?
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Re: Der Kommunismus - Planwirtschaft - Rote_Galaxie Sammelthread

Beitragvon Realist2014 » So 14. Jan 2018, 15:08

Ivanhoe hat geschrieben:(14 Jan 2018, 14:45)

Relevanz ?

Nun ich habe damit persönlich ein Problem, weil durch die Kapitalakkumulation der Konzerne mein mittelständischer Betrieb zum einen immer mehr unter Druck gerät und zum anderen die Finanzierungsgilde der sozialen Marktwirschaft, sprich das Finanzamt, immer mehr die Hand aufmacht, da sie aufgrund der Ausweichmöglichkeiten der Konzerne an die nicht mehr herankommen und dafür den Mittelstand malträtieren. Der Druck ist sogar so groß, dass ich ökonomisch das Land verlassen werde.

Den gibt es schon jetzt nicht. Leistungsverweigerung ist auch die letzte Bastion der Freiheit geblieben.



beschreib deine "Kapitalakkumulation" doch mal in Bezug auf D. Vergiss aber vorher nicht dir die Bilanzen der DAX 100 anzuschauen, zum Thema bezahlte Steuern...

Und für die "Leistungsverweigerer" gibt es ja die Sanktionen vom Jobcenter...


ansonsten gute Reise...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Der Kommunismus - Planwirtschaft - Rote_Galaxie Sammelthread

Beitragvon Realist2014 » So 14. Jan 2018, 15:09

Ivanhoe hat geschrieben:(14 Jan 2018, 14:45)

Relevanz ?

.


das uneingeschränkte Recht auf Eigentum ( inkl. Produktionsmittel) und die Vertragsfreiheit ist die Basis der Marktwirtschaft...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Der Kommunismus - Planwirtschaft - Rote_Galaxie Sammelthread

Beitragvon Skull » So 14. Jan 2018, 15:10

Ivanhoe hat geschrieben:(14 Jan 2018, 14:27)

Und im 20 Jahrhundert hat bis zu den 70 Jahren der Kapitalismus auch wesentlich
besser funktioniert bis dann die Deregulierung eingesetzt hat.

Manchen Betrachtungen kann ich nichts abgewinnen. Zumal sie auch noch falsch sind.
Mini-Ausschnitte ersetzen keine globale und langfristigen Betrachtungen...

Das 20. Jahrhundert ging von 1900 bis 1999. 100 Jahre.

Eine kurze Phase von vielleicht 25 Jahren in einem zerstörten und wiederaufzubauenenden Europa
nach einem katastrophalen Weltkrieg mit 70 Jahren "besser funktionieren" gleichzusetzen, ist falsch.
Die Entwicklung Chinas und anderer ehemals real-sozialistischen Länder der letzten 25 Jahre auszublenden,
schon lächerlich. Deren Entwickung der Deregulierng NACH deren Experiment der Regulierung.
Die UdSSR über 50 Jahre auszublenden, deren nicht erfolgreiches Experiment der Regulierung.
Die nicht positiven Entwicklungen und Zeiten, die zum 1. und 2. Weltkrieg führten.
Experimente in Asien, Südamerika, Nordamerika und Afrika der Regulierung und Lenkung
in diesen 100 Jahren auszublenden.

Das wird alles Deiner EINFACHST Betrachtung da oben...in keinster Weise gerecht.
Die Entwicklungen, Erfolge, wie Miserfolge waren im 20. Jahrhundert deutlich VIELschichtiger.

mfg
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Re: Der Kommunismus - Planwirtschaft - Rote_Galaxie Sammelthread

Beitragvon 3x schwarzer Kater » So 14. Jan 2018, 15:30

Ivanhoe hat geschrieben:(14 Jan 2018, 14:27)



Pickettys Zahlen beziehen sich dezidiert auf einzelne Nationalökonomien und belegen, dass in den G7 Staaten zur jetzigen Zeit (r > g) gilt. Er sagt auch nicht, dass diese Ungleichung zu jeder Zeit gelten muss, sondern was passiert wenn sie eintritt, nämlich eine Umverteilung der Vermögen von Arm zu Reich. Nein eigentlich von wohlhabend zu reich, die Armen haben ja kein Vermögen, dass Umverteilt werden kann.


.


Wie BlueMonday schrieb. Pikettys Zahlen belegen genau das nicht. Selbst Bofinger kritisierte die falschen Schlussfolgerungen und methodischen Mängel in Pikettys Buch.

Wer sich die Mühe macht, in Pikettys Buch nicht nur das Vorwort zu lesen, findet auf Seite 356 eine Schautafel. Sie zeigt, wie sich r und g historisch entwickelt haben. Demnach stimmt Pikettys Theorie von Christi Geburt bis zum Jahr 1913: Die Rendite des Kapitals lag tatsächlich über dem realen Wirtschaftswachstum; r war größer als g. Doch seit 1913 ist es genau andersherum: Die Kapitalrendite liegt deutlich unter der realen Wachstumsrate, also: r kleiner als g.....
... es ist merkwürdig, dass seine Zauberformel ausgerechnet für die am besten dokumentierten hundert Jahre, in denen sich die Marktwirtschaft erst so richtig entfaltet hat, nicht zutrifft, sondern das Gegenteil. Würde ich feststellen, dass meine Theorie und meine Zahlen dermaßen auseinandergehen, hätte ich schlaflose Nächte....


http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-127307916.html
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
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Re: Der Kommunismus - Planwirtschaft - Rote_Galaxie Sammelthread

Beitragvon Ivanhoe » So 14. Jan 2018, 15:45

Realist2014 hat geschrieben:(14 Jan 2018, 15:08)
beschreib deine "Kapitalakkumulation" doch mal in Bezug auf D.

KMUs bilden 99,6% der Unternehmenslandschaft in Deutschland erwirtschaften mittlerweile aber nur 35% der Umsätze. Im Jahre 2005 waren es noch 40,5%.
Quelle: https://www.ifm-bonn.org/statistiken/mi ... on=0&tab=1
Realist2014 hat geschrieben:Vergiss aber vorher nicht dir die Bilanzen der DAX 100 anzuschauen, zum Thema bezahlte Steuern...

Stell du doch mal einen Link rein, wird sicher lustig. Ich habe bisher nur Steuernachzahlungen der DAX Firmen gefunden aufgrund angeblicher Fehler.
Realist2014 hat geschrieben:ansonsten gute Reise...

Und wo ist jetzt der winke-winke Smiley wenn man ihn mal braucht.
Es ist so wie es ist und wenn's anders wäre, wäre es auch so wie es ist.
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Re: Der Kommunismus - Planwirtschaft - Rote_Galaxie Sammelthread

Beitragvon Realist2014 » So 14. Jan 2018, 16:09

Ivanhoe hat geschrieben:(14 Jan 2018, 15:45)

K

Stell du doch mal einen Link rein, wird sicher lustig. Ich habe bisher nur Steuernachzahlungen der DAX Firmen gefunden aufgrund angeblicher Fehler.

.


die Jahresabschlüsse stehen bei allen DAX 100 auf deren Homepage...

kannst ja exemplarisch den der BMW AG anschauen..

mehre Mrd Euro Steuern...
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Re: Der Kommunismus - Planwirtschaft - Rote_Galaxie Sammelthread

Beitragvon Realist2014 » So 14. Jan 2018, 16:10

Ivanhoe hat geschrieben:(14 Jan 2018, 15:45)

KMUs bilden 99,6% der Unternehmenslandschaft in Deutschland erwirtschaften mittlerweile aber nur 35% der Umsätze. Im Jahre 2005 waren es noch 40,5%.
Quelle: https://www.ifm-bonn.org/statistiken/mi ... on=0&tab=1

.



Umsätze und "Kapitalakkumulation" sind nicht das Gleiche...
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Re: Der Kommunismus - Planwirtschaft - Rote_Galaxie Sammelthread

Beitragvon Ivanhoe » So 14. Jan 2018, 16:18

Skull hat geschrieben:(14 Jan 2018, 15:10)
Manchen Betrachtungen kann ich nichts abgewinnen. Zumal sie auch noch falsch sind.
Mini-Ausschnitte ersetzen keine globale und langfristigen Betrachtungen...
Das 20. Jahrhundert ging von 1900 bis 1999. 100 Jahre.
Eine kurze Phase von vielleicht 25 Jahren in einem zerstörten und wiederaufzubauenenden Europa
nach einem katastrophalen Weltkrieg mit 70 Jahren "besser funktionieren" gleichzusetzen, ist falsch.


Die Untersuchung Pickettys ist auf verfügbare Daten ausgehend von der Belle Epoque (ca. 1880) bis ca 2015 angesiedelt.
In diesem Zeitraum hat es interessante Entwicklungen hinsichtlich der Verteilung von Wohlstand gegeben. Während der Belle Epoque hat der Kapitalismus seine Kulmination erfahren und die Ungleichverteilung der Vermögen war am ausgeprägtesten. Durch die Weltkriege wurden diese Vermögen größtenteils zerstört und es begann danach jeweils die Neuakumulation. Die Zeit auf die ich als "besser" abgezielt habe liegt ca. zwischen 1950 und 1970. In dieser Zeit war die Hauptquelle des Vermögens das Einkommen aus Arbeit und die Ungleichverteilung der Vermögen am wenigsten ausgeprägt. In dieser Zeit spielten Erbschaften und sonstige Vermögensübertragungen eine untergeordnete Rolle. Man glaubte damals, dass die Probleme des Kapitalismus überwunden waren und das der Wohlstand für alle greifbar ist. Seit den 1970er Jahren jedoch fingen die Rendite basierten Vermögen wieder zu wachsen, um wie heute in den USA das Niveau der Belle Epoque wieder erreicht zu haben. Der Trend in unserer Zeit geht eindeutig wieder hin zur wachsenden Ungleichheit.

Skull hat geschrieben:Die Entwicklung Chinas und anderer ehemals real-sozialistischen Länder der letzten 25 Jahre auszublenden,
schon lächerlich. Deren Entwickung der Deregulierng NACH deren Experiment der Regulierung.
Die UdSSR über 50 Jahre auszublenden, deren nicht erfolgreiches Experiment der Regulierung.
Die nicht positiven Entwicklungen und Zeiten, die zum 1. und 2. Weltkrieg führten.
Experimente in Asien, Südamerika, Nordamerika und Afrika der Regulierung und Lenkung
in diesen 100 Jahren auszublenden.


Ich betreibe gerade Kapitalismuskritik. Andere Systeme sind ja wesentlich leichter zu kritisieren da nachweislich gescheitert. Es kommt mir darauf an, aufzuzeigen, dass das beste aller Wirtschaftssysteme trotzdem große Probleme verursacht und nicht verlässlich arbeitet.

Skull hat geschrieben:Das wird alles Deiner EINFACHST Betrachtung da oben...in keinster Weise gerecht.
Die Entwicklungen, Erfolge, wie Miserfolge waren im 20. Jahrhundert deutlich VIELschichtiger.
mfg


Das ist ja auch heute so. Die Hälfte aller kapitalistischer Länder sind nicht erfolgreich trotz oder wegen des Kapitalismus. Ursachen kann man dafür viele finden, es gibt aber nur eine die fundamental wirkt und das ist das Streben nach Profit.
Es ist so wie es ist und wenn's anders wäre, wäre es auch so wie es ist.
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Re: Der Kommunismus - Planwirtschaft - Rote_Galaxie Sammelthread

Beitragvon Ivanhoe » So 14. Jan 2018, 16:23

Realist2014 hat geschrieben:(14 Jan 2018, 16:10)

Umsätze und "Kapitalakkumulation" sind nicht das Gleiche...


Stimmt, denn die Großbetriebe sind wesentlich kapitallastiger pro € Umsatz. Aber diese Diskrepanz reicht schon vollkommen als Indikator wohin die Reise gesamtgesellschaftlich geht.
Es ist so wie es ist und wenn's anders wäre, wäre es auch so wie es ist.
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Re: Der Kommunismus - Planwirtschaft - Rote_Galaxie Sammelthread

Beitragvon Ivanhoe » So 14. Jan 2018, 16:32

Realist2014 hat geschrieben:(14 Jan 2018, 16:09)
die Jahresabschlüsse stehen bei allen DAX 100 auf deren Homepage...
kannst ja exemplarisch den der BMW AG anschauen..
mehre Mrd Euro Steuern...


Kann ich nicht finden, ist aber auch egal. Ich weiß, dass Google, Amazon u.a. gar keine Unternehmenssteuern bezahlen, weil sie global agieren können und den Standortwettkampf einzelner Staaten nutzen können. Ähnlich wird es auch mit BMW sein, wenn nicht hier, dann in anderen Ländern. Die Münchner sind auch nicht blöder als ihre amerikanischen Kollegen. Alle diese Unternehmen sind in der Lage wesentlich mehr unversteuerter Gewinne zu generieren, als ich es jemals sein werde. Und mir hilft keiner wenn ich mal unternehmerisch in Schieflage gerate, bin ja nicht Systemrelevant.
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Re: Der Kommunismus - Planwirtschaft - Rote_Galaxie Sammelthread

Beitragvon Ivanhoe » So 14. Jan 2018, 16:35

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(14 Jan 2018, 15:30)
Wie BlueMonday schrieb. Pikettys Zahlen belegen genau das nicht. Selbst Bofinger kritisierte die falschen Schlussfolgerungen und methodischen Mängel in Pikettys Buch.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-127307916.html


Ein Link sagt oft mehr als 100 Worte:

http://blog.zeit.de/herdentrieb/2014/06 ... inger_7448
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Re: Der Kommunismus - Planwirtschaft - Rote_Galaxie Sammelthread

Beitragvon Realist2014 » So 14. Jan 2018, 16:42

Ivanhoe hat geschrieben:(14 Jan 2018, 16:23)

Stimmt, denn die Großbetriebe sind wesentlich kapitallastiger pro € Umsatz. Aber diese Diskrepanz reicht schon vollkommen als Indikator wohin die Reise gesamtgesellschaftlich geht.


nö, das ist deine Interpretation.

Wäre aber auch nicht schlimm
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Re: Der Kommunismus - Planwirtschaft - Rote_Galaxie Sammelthread

Beitragvon Realist2014 » So 14. Jan 2018, 16:44

Ivanhoe hat geschrieben:(14 Jan 2018, 16:32)

Kann ich nicht finden, ist aber auch egal. Ich weiß, dass Google, Amazon u.a. gar keine Unternehmenssteuern bezahlen, weil sie global agieren können und den Standortwettkampf einzelner Staaten nutzen können. Ähnlich wird es auch mit BMW sein, .



deine nicht vorhandene Sachkenntnis ist hier wieder beeindruckend.......

ist ja auch SO schwer, den Jahresbericht inklusive der bezahlten Steuern in Milliardenhöhe zu "finden"...
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Re: Der Kommunismus - Planwirtschaft - Rote_Galaxie Sammelthread

Beitragvon Ivanhoe » So 14. Jan 2018, 16:52

Realist2014 hat geschrieben:(14 Jan 2018, 16:42)

nö, das ist deine Interpretation.

Wäre aber auch nicht schlimm


Wenn für dich das Aussterben des Mittelstandes und die damit zusammenhängenden, verminderten sozialen Aufstiegschancen für nahezu Jedermann sowie die totale Abhängigkeit von Großkonzernen nicht schlimm sind, dann wundert mich dein stures Festhalten am jetzigen System auch nicht mehr.
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Re: Der Kommunismus - Planwirtschaft - Rote_Galaxie Sammelthread

Beitragvon Ivanhoe » So 14. Jan 2018, 17:01

Realist2014 hat geschrieben:(14 Jan 2018, 16:44)

deine nicht vorhandene Sachkenntnis ist hier wieder beeindruckend.......

ist ja auch SO schwer, den Jahresbericht inklusive der bezahlten Steuern in Milliardenhöhe zu "finden"...


Weil du der große Sachkenner bist und die Bilanz des Gesamtkonzerns BMW lesen, verstehen, und auf die Schnelle auf korrekte Besteuerung nachprüfen kannst. Sicher hast du auch die Verrechnungspreise mit ausländischen Niederlassungen überprüft. Lachhaft.

Was nützt es mir zu wissen wie viele Mrd, an Steuern bezahlt hat wenn ich nicht weiß wie viel BMW hätte bezahlen müssen.
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Re: Der Kommunismus - Planwirtschaft - Rote_Galaxie Sammelthread

Beitragvon BlueMonday » So 14. Jan 2018, 17:09

Ivanhoe hat geschrieben:(14 Jan 2018, 14:27)



Ob Piketty (ohne C schreibt sich der Herr) nun ein "führender" Ökonom ist, ist wohl Ansichtssache. Als Neomarxist führt er zumindest nicht den Mainstream an. Und für das Argument ist es ja nun hoffentlich völlig unerheblich, wo wer steht und führt oder nicht führt. In Frankreich jedenfalls sind die sozialistischen Rezepte, wie sie Piketty empfiehlt, ja wieder weitestgehend abgewählt worden.

Wissenschaft hat nun im Wesentlichen zwei Teile: einen reinen und einen empirischen. Der empirische kann nicht ohne den reinen Teil, den logisch-begrifflichen Teil existieren.
Wenn man sich nun den logischen Teil bei Piketty anschaut, dann behauptet er, dass r > g langfristig bestehen kann und für die von ihm vermutete Zukunft praktisch zum Dauerzustand wird. Und er betrachtet da sehr wohl weltweit. Muss er auch, sonst käme we ja noch viel früher dahin, dass die "Profitrate" (Marx) eher sinken und nicht steigen wird. Stichwort Grenznutzen.

r > g bedeutet nun bei Piketty, dass letztzlich der weltweite Kapitalstock, in Abwesenheitheit einer ordentlichen Kapitaltheorie als homogener Klumpen betrachtet, anwachsen muss, dass praktisch immer mehr Kapitalgut entsteht ... auf Kosten des Konsums, so glaubt er (also auch nur der übliche Unterkonsumtionsansatz von Keynes et al). Und das ist ja schon auf logischer Ebene mehr als fragwürdig. Eine Investition in eine Kapitalstruktur, die langfristig dadurch nicht "mehr" oder effizienter... Output erzeugt, ist langfristig nichts wert, ist eine Fehlinvestition sondergleichen. Dauerhaft und nachhaltig kann Kapital nur akkumuliert werden, wenn damit steigend eine Nachfrage befriedigt werden kann. Also wenn der Output wieder gekauft wird und dadurch reinvestiert werden kann. Ansonsten zerfällt die Investition und muss irgendwann ganz abgeschrieben werden, ohne dass sie überhaupt "Return" gebracht hat.
Und das ist ja wohl schwerlich abstreitbare Wirklichkeit, dass für die Masse und Massen produziert wird, für die Massenmärkte. Man schaue sich allein den Gütertransport an, um von dem ungeheuren wirtschaftlichen Ausstoß eine Vorstellung zu bekommen. Wie gesagt, welchen signifikanten Anteil können da ein Bill Gates und ein paar andere Superreiche davon verkonsumieren?

Piketty glaubt hingegen bizarrerweise, dass die Kapitalakkumulation weitestgehend schädlich ist und im Grunde nur den Superreichen dient, um (auf dem Papier) noch reicher zu werden, und will das im wesentlichen durch orbitante Steuererhöhungen (inklusive Vermögenssteuer natürlich) eindämmen, als Reichtumsverhinderung, Ungleichheitsverhinderung. Warum? Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Also das übliche und allgemein wohlstandsgefährdende, linke neidige Rezept wie immer. Das stand ja auch schon im kommunistischen Manifest ("starke Progressivsteuer"). Wobei Marx eigentlich eher gegen Steuern eingestellt war.

Und die sog. "Deregulierung" ist auch eine weitestgehend Mythe. Das Gegenteil ist der Fall. Wir leben praktisch im Spätetatismus. Und wenn ein Umdenken nötig ist, dann muss man den Blick auf den massiven Interventionismus richten und da hoffentlich endlich zu einer nachhaltigen "weniger ist mehr" Einsicht gelangen.
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Re: Der Kommunismus - Planwirtschaft - Rote_Galaxie Sammelthread

Beitragvon Ivanhoe » So 14. Jan 2018, 18:24

BlueMonday hat geschrieben:Wissenschaft hat nun im Wesentlichen zwei Teile: einen reinen und einen empirischen. Der empirische kann nicht ohne den reinen Teil, den logisch-begrifflichen Teil existieren.
Wenn man sich nun den logischen Teil bei Piketty anschaut, dann behauptet er, dass r > g langfristig bestehen kann und für die von ihm vermutete Zukunft praktisch zum Dauerzustand wird. Und er betrachtet da sehr wohl weltweit. Muss er auch, sonst käme we ja noch viel früher dahin, dass die "Profitrate" (Marx) eher sinken und nicht steigen wird. Stichwort Grenznutzen.


So wie ich ihn gelesen habe, ist Piketty sich dessen durchaus bewusst, dass ab einem gewissen Sättigungsgrad die Kapitalrendite sinkt und an einem bestimmten Punkt die Umverteilung beendet wird. Nur ist dieser Punkt weder erreicht, noch ist der jetzt-Zustand deswegen weniger Besorgnis erregend.

BlueMonday hat geschrieben:r > g bedeutet nun bei Piketty, dass letztzlich der weltweite Kapitalstock, in Abwesenheitheit einer ordentlichen Kapitaltheorie als homogener Klumpen betrachtet, anwachsen muss, dass praktisch immer mehr Kapitalgut entsteht ... auf Kosten des Konsums, so glaubt er (also auch nur der übliche Unterkonsumtionsansatz von Keynes et al). Und das ist ja schon auf logischer Ebene mehr als fragwürdig.


Ich denke nicht, dass er das glaubt und er differenziert das Kapital durchaus nach Kapitalart und Verwendungszweck. Wenn bei den Konsumenten der Konsum steigt, so verbessern sich evtl. deren Lebensumstände was aber nicht heißt, dass sie dadurch in Besitz von Vermögen kommen. Solange beispielsweise der Preis für das I-Phone sinkt und für Wohnungen weiterhin steigt, hilft mir eine Konsumzuname ( die ich ohnehin nie vollziehen würde ) nur bedingt.

BlueMonday hat geschrieben: Wie gesagt, welchen signifikanten Anteil können da ein Bill Gates und ein paar andere Superreiche davon verkonsumieren?



Darum geht es nicht. Es geht alleine darum dass Vermögensaufbau aus Arbeit für alle heute wesentlich schwieriger ist als noch 1970. Der Anteil des privaten Vermögens, welches aus Arbeit generiert wird, ist rückläufig gegenüber Vermögenszunahme aus Rendite. Sozialer Aufstieg ist schwieriger geworden und das ist sicherlich nicht gut.

BlueMonday hat geschrieben:Piketty glaubt hingegen bizarrerweise, dass die Kapitalakkumulation weitestgehend schädlich ist und im Grunde nur den Superreichen dient, um (auf dem Papier) noch reicher zu werden, und will das im wesentlichen durch orbitante Steuererhöhungen (inklusive Vermögenssteuer natürlich) eindämmen, als Reichtumsverhinderung, Ungleichheitsverhinderung. Warum? Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Also das übliche und allgemein wohlstandsgefährdende, linke neidige Rezept wie immer. Das stand ja auch schon im kommunistischen Manifest ("starke Progressivsteuer"). Wobei Marx eigentlich eher gegen Steuern eingestellt war.

Es darf tatsächlich nicht sein, dass Menschen mit guter Ausbildung, Ehrgeiz und Leistungswillen heute schlechtere Chancen haben als noch vor 45 Jahren. Das ist ein Rückschritt.

Ungleichheit ist nur eines der 5 kardinalen Kritikpunkte die ich am Kapitalismus nur ein paar Seiten zuvor geäußert habe. Wesentlich mehr wiegt die Anfälligkeit des Systems für Krisen.
Es ist so wie es ist und wenn's anders wäre, wäre es auch so wie es ist.

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