Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

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franktoast
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Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon franktoast » Di 10. Okt 2017, 15:06

Rote_Galaxie hat geschrieben:(10 Oct 2017, 15:51)
Diese Definition stammt von mir, wenn man Gewalt in der Wissenschaft anwendet kann es keine objektive Wahrheit geben weil Zwang ausgeübt wird ein natürliches System kollabiert dann.

Na und? Wenn man Zwang ausübt, beeinflusst das so manch mehr. Was aber das Problem ist: Was ist die objektive Wahrheit, wenn es um die Organisation des Zusammenlebens dieser Menschen auf dem Planeten geht?

Und wenn jemand mit "objektive Wahrheit" kommt, hat das in der Regel nichts mit Wissenschaft zu tun. Es gibt keine wissenschaftliche Wahrheit. Es gibt oft einen Konsens, aber wohl genauso oft geht es darum, dass eine Mehrheit von Wissenschaftler denkt, dass etwas richtig ist oder besser gesagt "am wahrscheinlichsten". Kommen neue Informationen dazu, kommt mal vielleicht so anderen Ergebnissen. Eine "objektive Wahrheit" ist ja in Stein gemeißelt und resistent gegenüber neuen Informationen.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Skull » Di 10. Okt 2017, 20:18

Guten Abend,

Spam entfernt.

Gibt es irgendeinen Grund, warum die betreffenden User meine Hinweise nicht beachten ?
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Rote_Galaxie
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Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Rote_Galaxie » Mi 25. Okt 2017, 17:11

franktoast hat geschrieben:(10 Oct 2017, 16:06)

Na und? Wenn man Zwang ausübt, beeinflusst das so manch mehr. Was aber das Problem ist: Was ist die objektive Wahrheit, wenn es um die Organisation des Zusammenlebens dieser Menschen auf dem Planeten geht?

Und wenn jemand mit "objektive Wahrheit" kommt, hat das in der Regel nichts mit Wissenschaft zu tun. Es gibt keine wissenschaftliche Wahrheit. Es gibt oft einen Konsens, aber wohl genauso oft geht es darum, dass eine Mehrheit von Wissenschaftler denkt, dass etwas richtig ist oder besser gesagt "am wahrscheinlichsten". Kommen neue Informationen dazu, kommt mal vielleicht so anderen Ergebnissen. Eine "objektive Wahrheit" ist ja in Stein gemeißelt und resistent gegenüber neuen Informationen.


Wer sagt:" Es gibt keine Wahrheit!" widerspricht sich weil die Aussage impliziert dass sie wahr ist.
Es ist wahr das nichts wahr ist, klassischer Widerspruch.
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Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon BlueMonday » Do 26. Okt 2017, 10:39

Den Skepzizismus oder Kritizismus kann man natürlich auch auf ihn selbst beziehen. Da kommt dann bspw die Position des "pankritischen Rationalismus" heraus.
pan = allumfassend, und damit auch sich selbst einbeziehend.

Man könnte also sagen: Es gibt wahrscheinlich keine gehaltvolle "objektive Wahrheit". Wenn ich mit dieser Aussage falsch liege (= sie ist nicht letztbegründbar, ultimativ wahr), dann muss sie falsifiziert werden, indem man eben eine solche "objektive Wahrheit" oder einen unwiderlegbaren letzten Grund präsentiert.
Also ein "synthetisches Urteil a priori" wie Kant es nannte... a priori - unabhängig von der Erfahrung und mit "Gehalt", also keine Tautologie, mit der man nur feststellt, dass zwei identische Dinge identisch sind ("A=A", "1+1=2" usw.) Mir ist eine solche Wahrheit jedenfalls noch nicht über den Weg gelaufen.

Im Grunde besteht Wissenschaft aus zwei Teilen: dem "reinen", in dem Begriffsysteme deduktiv entfaltet werden. Er ist prinzipbedingt tautologisch, hat keinen empirischen Gehalt, der widerlegbar wäre. Das sind letztlich Festlegungen und Entscheidungen, wie man an die Welt mit Begriffen tritt. Und einen induktiven, empirischen, immer falliblen Teil, über den man in der Sprache des "reinen Teils" spricht.
Das eine ist der Begriff, das andere ist die Anschauung, die ohne den Begriff "blind"(Kant) oder sprachlos wäre.
But who would build the roads?
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Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Skull » Do 26. Okt 2017, 12:59

BlueMonday hat geschrieben:(26 Oct 2017, 11:39)

Den Skepzizismus oder Kritizismus kann man natürlich auch auf ihn selbst beziehen. Da kommt dann bspw die Position des "pankritischen Rationalismus" heraus.
pan = allumfassend, und damit auch sich selbst einbeziehend.

Man könnte also sagen: Es gibt wahrscheinlich keine gehaltvolle "objektive Wahrheit". Wenn ich mit dieser Aussage falsch liege (= sie ist nicht letztbegründbar, ultimativ wahr), dann muss sie falsifiziert werden, indem man eben eine solche "objektive Wahrheit" oder einen unwiderlegbaren letzten Grund präsentiert.
Also ein "synthetisches Urteil a priori" wie Kant es nannte... a priori - unabhängig von der Erfahrung und mit "Gehalt", also keine Tautologie, mit der man nur feststellt, dass zwei identische Dinge identisch sind ("A=A", "1+1=2" usw.) Mir ist eine solche Wahrheit jedenfalls noch nicht über den Weg gelaufen.

Im Grunde besteht Wissenschaft aus zwei Teilen: dem "reinen", in dem Begriffsysteme deduktiv entfaltet werden. Er ist prinzipbedingt tautologisch, hat keinen empirischen Gehalt, der widerlegbar wäre. Das sind letztlich Festlegungen und Entscheidungen, wie man an die Welt mit Begriffen tritt. Und einen induktiven, empirischen, immer falliblen Teil, über den man in der Sprache des "reinen Teils" spricht.
Das eine ist der Begriff, das andere ist die Anschauung, die ohne den Begriff "blind"(Kant) oder sprachlos wäre.

Und was hat das noch alles mit Planwirtschaft und/oder dem Threadthema ... zu tun ?

Es gibt DAFÜR doch das Forum...Philosophie ? :D

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Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Rote_Galaxie » Do 26. Okt 2017, 13:49

BlueMonday hat geschrieben:(26 Oct 2017, 11:39)

Den Skepzizismus oder Kritizismus kann man natürlich auch auf ihn selbst beziehen. Da kommt dann bspw die Position des "pankritischen Rationalismus" heraus.
pan = allumfassend, und damit auch sich selbst einbeziehend.

Man könnte also sagen: Es gibt wahrscheinlich keine gehaltvolle "objektive Wahrheit". Wenn ich mit dieser Aussage falsch liege (= sie ist nicht letztbegründbar, ultimativ wahr), dann muss sie falsifiziert werden, indem man eben eine solche "objektive Wahrheit" oder einen unwiderlegbaren letzten Grund präsentiert.
Also ein "synthetisches Urteil a priori" wie Kant es nannte... a priori - unabhängig von der Erfahrung und mit "Gehalt", also keine Tautologie, mit der man nur feststellt, dass zwei identische Dinge identisch sind ("A=A", "1+1=2" usw.) Mir ist eine solche Wahrheit jedenfalls noch nicht über den Weg gelaufen.

Im Grunde besteht Wissenschaft aus zwei Teilen: dem "reinen", in dem Begriffsysteme deduktiv entfaltet werden. Er ist prinzipbedingt tautologisch, hat keinen empirischen Gehalt, der widerlegbar wäre. Das sind letztlich Festlegungen und Entscheidungen, wie man an die Welt mit Begriffen tritt. Und einen induktiven, empirischen, immer falliblen Teil, über den man in der Sprache des "reinen Teils" spricht.
Das eine ist der Begriff, das andere ist die Anschauung, die ohne den Begriff "blind"(Kant) oder sprachlos wäre.


Ich halte mich lieber an die Ideenlehre von Platon.
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Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Rote_Galaxie » Do 26. Okt 2017, 14:11

Vielen scheint nicht klar zu sein was Kommunismus nicht ist. Er bedeutet nicht dass alle Menschen identisch aussehen, identisch leben, das Identische verdienen.
Er bedeutet auch nicht die Diktatur durch eine Partei. Im Gegenteil, die Grundideale des Kommunismus sind Freiheit, Gleichheit, Solidarität, Toleranz und Humanität.

Ein Leben ohne Grenzen und Hierarchien in Frieden und Wohlstand.

DAS ist die kommunistische Idee.
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Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Maltrino » Do 26. Okt 2017, 20:45

Rote_Galaxie hat geschrieben:(01 Feb 2017, 23:30)

...

Planwirtschaft ist das Gegenmodell zur Marktwirtschaft. Wirtschaftliche Prozesse orientieren sich nicht an "Angebot und Nachfrage" sondern
an den Bedürfnissen der Menschen. Kritik zur zentralen Planwirtschaft ist erwünscht.


Ohne mal die anderen tausenden Antworten hier zu beachten:

Wenn die Gegenüberstellung ist, dass Planwirtschaft sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert, Marktwirtschaft sich an "Angebot und Nachfrage", dann: Der Unterschied ist meiner Meinung nach prinzipiell, dass in der Planwirtschaft an einer zentralen Stelle entschieden wird, was die Bedürfnisse der Menschen sind, in der Marktwirtschaft entscheidet jeder einzelne was sein Bedürfnis ist und was er dementsprechend nachfragt. Natürlich gibt es andere Details, die dafür sorgen dass das jeweilige System Nachteile hat, bei der Planwirtschaft ist es zum Beispiel der fehlende Anreiz des Unternehmers/Arbeiters besondere Leistung zu vollbringen, bei der heutigen Marktwirtschaft ist die extreme Ungleichverteilung der Ressourcen (ja sorry, ich bezeichne es immer noch so), die einen funktionierenden Markt oft beeinträchtigen.
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Rote_Galaxie » Do 26. Okt 2017, 20:53

Maltrino hat geschrieben:(26 Oct 2017, 21:45)

Ohne mal die anderen tausenden Antworten hier zu beachten:

Wenn die Gegenüberstellung ist, dass Planwirtschaft sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert, Marktwirtschaft sich an "Angebot und Nachfrage", dann: Der Unterschied ist meiner Meinung nach prinzipiell, dass in der Planwirtschaft an einer zentralen Stelle entschieden wird, was die Bedürfnisse der Menschen sind, in der Marktwirtschaft entscheidet jeder einzelne was sein Bedürfnis ist und was er dementsprechend nachfragt. Natürlich gibt es andere Details, die dafür sorgen dass das jeweilige System Nachteile hat, bei der Planwirtschaft ist es zum Beispiel der fehlende Anreiz des Unternehmers/Arbeiters besondere Leistung zu vollbringen, bei der heutigen Marktwirtschaft ist die extreme Ungleichverteilung der Ressourcen (ja sorry, ich bezeichne es immer noch so), die einen funktionierenden Markt oft beeinträchtigen.


Das ist das zentrale Unverständnis der Planwirtschaft. In einer dezentralen Planwirtschaft so wie ich sie mir vorstelle, gibt es keine diktatorische Autorität sondern die Einheiten die am Wachstum beteiligt sind entscheiden selbst was und wieviel produziert wird. Leider wird diese Idee nicht akzeptiert.
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Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Maltrino » Sa 28. Okt 2017, 12:52

Rote_Galaxie hat geschrieben:(26 Oct 2017, 21:53)

Das ist das zentrale Unverständnis der Planwirtschaft. In einer dezentralen Planwirtschaft so wie ich sie mir vorstelle, gibt es keine diktatorische Autorität sondern die Einheiten die am Wachstum beteiligt sind entscheiden selbst was und wieviel produziert wird. Leider wird diese Idee nicht akzeptiert.


"dezentral", mal wieder ein schönes antiimperialistisches Buzzword? ^^
Aber gut, das was du forderst läuft auf ein System heraus in dem die "Autorität" sich selbst beschränkt indem sie einfach jedem etwas gibt (am einfachsten in Form eines BGE) und dann entscheidet jeder was er damit macht. Stimmt, sowas gab es noch nicht, wäre dann aber keine Planwirtschaft, sondern Marktwirtschaft mit ständiger Rückverteilung des Reichtums. Das Wort Planwirtschaft ist da Fehl am Platze weil bei deinem Plan ja der zentrale Plan fehlt...
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Occham » Sa 28. Okt 2017, 13:18

Maltrino hat geschrieben:(28 Oct 2017, 13:52)
Das Wort Planwirtschaft ist da Fehl am Platze weil bei deinem Plan ja der zentrale Plan fehlt...

Ein minimum an Planung benötigt doch jedes System. Die Frage ist, muss es mehr Planung sein, oder muss es weniger Planung sein. Das ist die eigentliche Frage.
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Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Skull » Sa 28. Okt 2017, 13:22

Occham hat geschrieben:(28 Oct 2017, 14:18)

Ein minimum an Planung benötigt doch jedes System.

Die Frage ist, muss es mehr Planung sein,
oder muss es weniger Planung sein.

Das ist die eigentliche Frage.

Die wichtigere Frage...dann...auch...von WEM ? ;)

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Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Misterfritz » Sa 28. Okt 2017, 13:57

Rote_Galaxie hat geschrieben:(26 Oct 2017, 21:53)

Das ist das zentrale Unverständnis der Planwirtschaft. In einer dezentralen Planwirtschaft so wie ich sie mir vorstelle, gibt es keine diktatorische Autorität sondern die Einheiten die am Wachstum beteiligt sind entscheiden selbst was und wieviel produziert wird. Leider wird diese Idee nicht akzeptiert.
Und wer entscheidet dann darüber, ob Kleinbetrieb X oder Y die benötigte Menge an Rohstoffen bekommt? Und sage nicht, das Kollektiv. Das würde ja ewig dauern ...
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Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Rote_Galaxie » Sa 28. Okt 2017, 18:17

Misterfritz hat geschrieben:(28 Oct 2017, 14:57)

Und wer entscheidet dann darüber, ob Kleinbetrieb X oder Y die benötigte Menge an Rohstoffen bekommt? Und sage nicht, das Kollektiv. Das würde ja ewig dauern ...


Natürlich diejenigen die davon betroffen sind. Nebenbei, im Zeitalter des Internets würde dies auch kollektiv gesehen nicht lange dauern.
Maximal 5 Minuten online.
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Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Rote_Galaxie » Sa 28. Okt 2017, 18:21

Maltrino hat geschrieben:(28 Oct 2017, 13:52)

"dezentral", mal wieder ein schönes antiimperialistisches Buzzword? ^^
Aber gut, das was du forderst läuft auf ein System heraus in dem die "Autorität" sich selbst beschränkt indem sie einfach jedem etwas gibt (am einfachsten in Form eines BGE) und dann entscheidet jeder was er damit macht. Stimmt, sowas gab es noch nicht, wäre dann aber keine Planwirtschaft, sondern Marktwirtschaft mit ständiger Rückverteilung des Reichtums. Das Wort Planwirtschaft ist da Fehl am Platze weil bei deinem Plan ja der zentrale Plan fehlt...


Finde ich nicht dezentrale Planwirtschaft ist die korrekte Bezeichnung dafür.
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Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Alter Stubentiger » Sa 28. Okt 2017, 19:18

Rote_Galaxie hat geschrieben:(28 Oct 2017, 19:17)

Natürlich diejenigen die davon betroffen sind. Nebenbei, im Zeitalter des Internets würde dies auch kollektiv gesehen nicht lange dauern.
Maximal 5 Minuten online.


Aha. Und überprüft werden muß da nix? Alles nach Gefühl? Das wird ein Spaß wenn die Mehrheit die Devisen für iPhone´s einfordert und Pflegeheime leer ausgehen. Oder denkst du die Menschen werden schlagartig altruistisch?
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
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Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Rote_Galaxie » Sa 28. Okt 2017, 20:22

Alter Stubentiger hat geschrieben:(28 Oct 2017, 20:18)

Aha. Und überprüft werden muß da nix? Alles nach Gefühl? Das wird ein Spaß wenn die Mehrheit die Devisen für iPhone´s einfordert und Pflegeheime leer ausgehen. Oder denkst du die Menschen werden schlagartig altruistisch?


Das Ziel des Kommunismus ist unter anderem eine Gesellschaft von Individuen die aufgeklärt, eine sehr hohe Bildung besitzen sowie selbstlos sind.
Nur durch die Selbstlosigkeit wird die Gier verschwinden und die Menschen werden sich fragen wie wir in unserer Zeit überhaupt leben konnten.
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Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 28. Okt 2017, 20:25

Rote_Galaxie hat geschrieben:(28 Oct 2017, 21:22)

Das Ziel des Kommunismus ist unter anderem eine Gesellschaft von Individuen die aufgeklärt, eine sehr hohe Bildung besitzen sowie selbstlos sind.
Nur durch die Selbstlosigkeit wird die Gier verschwinden und die Menschen werden sich fragen wie wir in unserer Zeit überhaupt leben konnten.

Wenn jemand selbstlos ist, geht er ins Kloster aber nicht in die KP.
"I should welcome almost any war, for I think this country needs one" - T. Roosevelt, Politiker.
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Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Rote_Galaxie » Sa 28. Okt 2017, 20:56

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(28 Oct 2017, 21:25)

Wenn jemand selbstlos ist, geht er ins Kloster aber nicht in die KP.


Keine Ahnung.
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Re: Die Idee des Kommunismus - Planwirtschaft - keine Funktion?

Beitragvon Maltrino » Sa 28. Okt 2017, 21:51

Misterfritz hat geschrieben:(28 Oct 2017, 14:57)

Und wer entscheidet dann darüber, ob Kleinbetrieb X oder Y die benötigte Menge an Rohstoffen bekommt? Und sage nicht, das Kollektiv. Das würde ja ewig dauern ...


Rote_Galaxie hat geschrieben:(28 Oct 2017, 19:17)

Natürlich diejenigen die davon betroffen sind. Nebenbei, im Zeitalter des Internets würde dies auch kollektiv gesehen nicht lange dauern.
Maximal 5 Minuten online.


Meiner Meinung nach ist diese Vorgehensweise ein Auslaufmodell.
"Diejenigen die davon betroffen sind", das heißt, ein Unternehmen geht zur Behörde, sagt "ich baue Gurken an und brauche viel Platz" und dann sagt die Behörde "Dann bekommst du ein riesiges Grundstück!" Und ein anderes Unternehmen geht zur selben Behörde und sagt "Ich biete Fitness an und brauche Platz für einen Fitnesspark im Freien!" Und die Behörde sagt "Nein, du bist nicht von Platzbedarf betroffen, du bekommst eine kleine Turnhalle!".

Das ist meiner Meinung nach ein naives Verständnis von Politik. Das ist so als wenn in jungen Parteien gesagt wird "Wir brauchen keine komplizierten demokratischen Strukturen, wir betrauen einfach jeden der Ahnung hat mit einer bestimmten Aufgabe, dann läuft das schon". Nee, läuft nicht.

Wenn du also willst, dass eine Behörde entscheidet "wer betroffen ist", ok, dann ist es wieder mehr planwirtschaftlich. Aber es entspricht nicht dem was du sagst, dass die Einheiten selber entscheiden.

Nochmal: Deinen ursprünglichen Ansatz kann man nur verwirklichen indem man jedem gleich viel gibt und dann auf dem Markt die Verteilung im Detail geschieht.

Oder anders: Du (Rote Galaxie) forderst nichts weltbewegendes, sondern einfach nur das was zur Zeit von CDU, SPD und co. gemacht wird. Der Staat entscheidet wer gefördert wird und wer nicht. Das Ergebnis siehst du heute. Irgendwelche Schleimer die von Ministerium zu Ministerium hoppeln, beim Minister speichelleckend nach Fördergeldern betteln, diese dann bekommen, und dann sich hinstellen und sagen "Wir sind auf dem Markt erfolgreich".
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.

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