Cum Ex / die Lage wird brisant

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Adam Smith
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Re: Cum Ex / die Lage wird brisant

Beitragvon Adam Smith » Mi 28. Jun 2017, 16:56

Skull hat geschrieben:(28 Jun 2017, 12:41)

Ist doch einfach. Schaue Dir bei jeder AG deren Aktionärsstruktuer der letzten 10 Jahre an.
Dann kannst Du die Summe der Steuererstattungen pro AG raussuchen.


Kannst Du nicht ? Ich ja auch nicht. Man kann aber realistisch schätzen oder bekannte Daten nutzen.

Und dann sind wir Milliarden von den von Dir verlinkten genannten 50 - 80 Milliarden entfernt.

Eher bei 5 - 15 Milliarden.

mfg


Das hängt vom Zeitraum ab der betrachtet wird.

Mehr als 30 Milliarden Euro sind verschwunden. Steuergeld, mit dem der Staat hätte Brücken sanieren können oder Hartz-IV-Empfänger unterstützen. Doch stattdessen kassierten Banken, Börsenmakler und Anwälte über Jahre das Geld, das dem Fiskus zugestanden hätte. "Es ist der größte Steuerskandal in der Geschichte der Bundesrepublik", sagt der Finanzwissenschaftler Christoph Spengel.

Bei Cum-Cum-Geschäften hilft eine inländische Bank einem ausländischen Investor dabei, eine Steuerrückzahlung zu ergattern, auf die dieser keinen Anspruch hat. Der Gewinn wird aufgeteilt. Durch solche Cum-Cum-Deals sind dem Staat nach der Berechnung Spengels seit 2001 mindestens 24,6 Milliarden Euro entgangen.

Cum-Ex-Geschäfte sind damit verwandt, aber weitaus komplizierter. Sie laufen darauf hinaus, dass eine Steuer einmal abgeführt und mehrfach vom Fiskus zurückgefordert wird. Zwischen 2005 und 2012 entstand den Berechnungen Spengels zufolge durch Cum-Ex ein Schaden von mindestens 7,2 Milliarden Euro. "Der Schaden durch Cum-Ex-Geschäfte dürfte insgesamt noch höher liegen, da sie auch schon vor 2005 getätigt wurden", sagt Spengel. 2012 wurden die Cum-Ex-Geschäfte unterbunden, die Cum-Cum-Geschäfte erst 2016.


http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-06/c ... ken-aktien

Allein die in den Jahren 1991 bis 1994 aufgetretenen Steuerausfälle sollen mehrere Milliarden DM betragen haben. In der Wirtschaftspresse (z.B. Die Zeit,Frankfurter Allgemeine Zeitung und Der Spiegel) wurde im Jahr 1994 ausführlich darüber berichtet.15 Schätzungen zu Steuerausfällen in den Jahren 1977 bis 1990 einschließlich sowie zwischen 1995 und 2000 liegen - soweit ersichtlich - nicht vor.


https://www.bundestag.de/blob/438666/15 ... l-data.pdf

In Bezug auf vor 2001 gibt es nur Schätzungen. Zwischen 2001 und 2012 beträgt der Schaden 24,60 Milliarden Euro. Und zwischen 2005 und 2012 beträgt der Schaden 7,20 Milliarden Euro.
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Re: Cum Ex / die Lage wird brisant

Beitragvon Adam Smith » Mi 28. Jun 2017, 17:13

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(28 Jun 2017, 16:58)

Also nochmals. Eine Kapitalgesellschaft in Deutschland muss Erträge aus Beteiligungen an ausländischen Gesellschaften nicht versteuern. Diese sind in Deutschland steuerfrei. Lediglich 5% der Ausschüttung sind als Werbungskosten pauschal zu versteuern. Bin ich da nicht mehr auf dem aktuellen Stand :?:


Das ist richtig. Erstens wird hier aber keine deutsche Kap.-Steuerbescheinigung ausgestellt und zweitens gibt es hier meistens eine ausländische Quellensteuer in Höhe von 15%. Diese ist aber wiederum anrechenbar, aber nur in Höhe von 15%. Auf der Steuerbescheinigung steht dann ausländische Quellensteuer. Die ist aber nur in Höhe von 15% anrechenbar, auch wenn da mehr steht. Oder weiß das hier einer besser?

Auf die schweizerische Dividende wurde eine Verrechnungssteuer von 17.500 EUR (= 35 %) einbehalten; 10.000 EUR (20 % der Bruttodividende) wurden auf Antrag durch die schweizerischen Finanzbehörden erstattet.


https://www.haufe.de/finance/finance-of ... 43560.html
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Re: Cum Ex / die Lage wird brisant

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 28. Jun 2017, 17:16

Adam Smith hat geschrieben:(28 Jun 2017, 17:51)

Das würde ich auch so sehen. Wobei ich nicht verstehe wieso bei den Cum/Ex-Geschäfte zweimal eine Steuerbescheinigung ausgestellt worden ist.



Nun, mein Verständnis ist es ja, dass es nicht im ursprünglichen Gegenstand der Cum/Ex-Geschäfte grundsätzlich dazu kam, dass zweimal eine Steuerbescheinigung ausgestellt wurde. Das war wohl nur bei Leerverkäufen der Fall. Und auch da ist ja nicht gesichert, dass diese Steuerbescheinigungen tatsächlich auch genutzt wurden um eben eine nicht rechtmäßige Steuererstattung zu bekommen.
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Re: Cum Ex / die Lage wird brisant

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 28. Jun 2017, 17:17

Adam Smith hat geschrieben:(28 Jun 2017, 18:13)
der weiß das hier einer besser?


ja
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Re: Cum Ex / die Lage wird brisant

Beitragvon Adam Smith » Mi 28. Jun 2017, 17:21

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(28 Jun 2017, 18:17)

ja


Dann erkläre das mal.
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Re: Cum Ex / die Lage wird brisant

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 28. Jun 2017, 17:25

Hab ich doch schon, Eine inländische Körperschaft muss auf Ausschüttungen sowohl inländischer als auch ausländischer Kaptalgesellschaften keine Steuern bezahlen.
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Re: Cum Ex / die Lage wird brisant

Beitragvon Adam Smith » Mi 28. Jun 2017, 17:28

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(28 Jun 2017, 18:25)

Hab ich doch schon, Eine inländische Körperschaft muss auf Ausschüttungen sowohl inländischer als auch ausländischer Kaptalgesellschaften keine Steuern bezahlen.


In Deutschland.

Quellensteuer zurückholen

Die Mühsal mit den Auslands-Dividenden


http://boerse.ard.de/anlagestrategie/st ... en100.html
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Re: Cum Ex / die Lage wird brisant

Beitragvon Adam Smith » Mi 28. Jun 2017, 17:30

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(28 Jun 2017, 18:16)

Nun, mein Verständnis ist es ja, dass es nicht im ursprünglichen Gegenstand der Cum/Ex-Geschäfte grundsätzlich dazu kam, dass zweimal eine Steuerbescheinigung ausgestellt wurde. Das war wohl nur bei Leerverkäufen der Fall. Und auch da ist ja nicht gesichert, dass diese Steuerbescheinigungen tatsächlich auch genutzt wurden um eben eine nicht rechtmäßige Steuererstattung zu bekommen.


Hier dürften nur ganz wenige Personen durchblicken.
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Re: Cum Ex / die Lage wird brisant

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 28. Jun 2017, 17:41

Adam Smith hat geschrieben:(28 Jun 2017, 18:30)

Hier dürften nur ganz wenige Personen durchblicken.



Deswegen auch die Diskussion über dieses Thema. Ich drücke es mal vereinfacht aus. In der Allgemeinheit entsteht aufgrund der Cum/Ex- Geschäfte der Eindruck, dass das alles rechtswidrig und zum Nachteil der Staatseinnahmen ist. Ist es aber nicht, da ja einem Großteil der Steuerzahlungen auch ein Anspruch auf Steuererstattung gegenübersteht. In einem kleineren Teil der Cum/Ex- Geschäfte wurden (aus welchem Grund auch immer) allerdings mehrmals Steuerbescheinigungen ausgestellt, die es im Prinzip ermöglichen eine Steuererstattung in Anspruch zu nehmen, die nicht gerechtfertigt ist. In einem wieder kleineren Bereich, wurde das auch so gemacht. Daher sind wir wohl heute bei einem wesentlichen geringeren Schaden, als ursprünglich beim kompletten Volumen der Cum/Ex-Geschäfte angenommen.
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Re: Cum Ex / die Lage wird brisant

Beitragvon gödelchen » Mi 28. Jun 2017, 18:30

Adam Smith hat geschrieben:(28 Jun 2017, 18:13)

Das ist richtig. Erstens wird hier aber keine deutsche Kap.-Steuerbescheinigung ausgestellt und zweitens gibt es hier meistens eine ausländische Quellensteuer in Höhe von 15%. Diese ist aber wiederum anrechenbar, aber nur in Höhe von 15%. Auf der Steuerbescheinigung steht dann ausländische Quellensteuer. Die ist aber nur in Höhe von 15% anrechenbar, auch wenn da mehr steht. Oder weiß das hier einer besser?

https://www.haufe.de/finance/finance-of ... 43560.html


Hier das Verfahren :

http://www.steuernetz.de/aav_steuernetz ... odule=home

Es geht um die Erstattung der normalerweise einbehaltenen 15 % KapErSt bei ins Ausland gezahlten Dividenden. Dieser Erstattungsbetrag wurde mehrmals von den Anteileignern/Dividendenempfänger unter zur Hilfenahme der Depot führenden Banken gestellt, bis die tatsächliche Auszahlung vorgenommen wurde.

Da lag die Crux, weil in der Reihe der Verkäufe ( egal ob leer oder echt ) der Aktie diese mit dem feststehenden vorliegenden Aufschüttungsbeschluss der HV weitergereicht wurde. Die Bank, die die Aktie zum Zeitpunkt des Beschlusses in Besitz, hatte konnte einen Antrag stellen auf Erstattung der 15 %, sie war ja berechtigte zum Zeitpunkt des Beschlusses.

Sie verkaufte die Aktie zu einem Zeitpunkt vor tatsächlicher Auszahlung der Dividende in ein anderes Depot bei einer anderen Bank mit dem Anspruch auf Erstattung. Diese Bank konnte nachdem sie die Auszahlung der Dividende an den Anteilseigner vorgenommen hatte, nochmal einen Antrag stellen, da sie ja als auszahlende Bank dazu berechtige war.

Alles klar jetzt ? wie der Trick funktionierte. Allein aus dem Schadensersatzprozess Maschmayer gegen die Sarasin Bank Frankfurt zeigt in etwa wie groß die Schadenssumme aus der Trickserei sein kann.

Maschmeyer alleine hatte via J. Safra Sarasin 40 Millionen Euro in Fonds investiert, die von einem Steuerschlupfloch profitierten.

http://www.finews.ch/news/banken/25227- ... ra-sarasin

Daneben sollte sich jeder darüber klar sein, dass die Bänkster sich den Trick nicht entgehen ließen um ihre eigenen Nasen nicht zu vergolden.

Also immer schön langsam mit dem Relativieren.
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Re: Cum Ex / die Lage wird brisant

Beitragvon Adam Smith » Mi 28. Jun 2017, 18:34

gödelchen hat geschrieben:(28 Jun 2017, 19:30)

Hier das Verfahren :

http://www.steuernetz.de/aav_steuernetz ... odule=home

Es geht um die Erstattung der normalerweise einbehaltenen 15 % KapErSt bei ins Ausland gezahlten Dividenden. Dieser Erstattungsbetrag wurde mehrmals von den Anteileignern/Dividendenempfänger unter zur Hilfenahme der Depot führenden Banken gestellt, bis die tatsächliche Auszahlung vorgenommen wurde.


Es geht bei diesen Geschäften um deutsche Steuern. Und es geht hier um 25% Kapitalertragsteuer. Es geht nicht um die Körperschaftsteuer, die seit 2008 auch 15% beträgt. Wobei die vor 2008 auch berührt worden ist.

Verkauft ein Aktieninhaber eine Aktie kurz vor dem Dividendentermin und kauft die Aktie kurz nach dem Dividendentermin wieder zurück, wandelt er einen Dividendenertrag in einen Kursgewinn um. Eine derartige Transaktion ist zwischen einem inländischen und einem ausländischen Investor sinnvoll. Da der Ausländer nicht dem deutschen Steuerrecht unterliegt, kann er nicht ohne Weiteres eine Steuergutschrift beantragen


https://de.wikipedia.org/wiki/Dividendenstripping
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Re: Cum Ex / die Lage wird brisant

Beitragvon Voight-Kampff » Mi 28. Jun 2017, 18:43

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(28 Jun 2017, 18:41)

Deswegen auch die Diskussion über dieses Thema. Ich drücke es mal vereinfacht aus. In der Allgemeinheit entsteht aufgrund der Cum/Ex- Geschäfte der Eindruck, dass das alles rechtswidrig und zum Nachteil der Staatseinnahmen ist. Ist es aber nicht, da ja einem Großteil der Steuerzahlungen auch ein Anspruch auf Steuererstattung gegenübersteht. In einem kleineren Teil der Cum/Ex- Geschäfte wurden (aus welchem Grund auch immer) allerdings mehrmals Steuerbescheinigungen ausgestellt, die es im Prinzip ermöglichen eine Steuererstattung in Anspruch zu nehmen, die nicht gerechtfertigt ist. In einem wieder kleineren Bereich, wurde das auch so gemacht. Daher sind wir wohl heute bei einem wesentlichen geringeren Schaden, als ursprünglich beim kompletten Volumen der Cum/Ex-Geschäfte angenommen.

Das komplette Volumen wären wohl so 90 oder mehr Mrd seit der Jahrtausendwende. Ich glaub nicht, dass das wirklich mal so angenommen wurde. Klar ist der Schaden geringer, aber die Erkenntnis hilft halt nicht weiter.
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Re: Cum Ex / die Lage wird brisant

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 28. Jun 2017, 18:55

gödelchen hat geschrieben:(28 Jun 2017, 19:30)

Hier das Verfahren :

http://www.steuernetz.de/aav_steuernetz ... odule=home

Es geht um die Erstattung der normalerweise einbehaltenen 15 % KapErSt bei ins Ausland gezahlten Dividenden. Dieser Erstattungsbetrag wurde mehrmals von den Anteileignern/Dividendenempfänger unter zur Hilfenahme der Depot führenden Banken gestellt, bis die tatsächliche Auszahlung vorgenommen wurde.

Da lag die Crux, weil in der Reihe der Verkäufe ( egal ob leer oder echt ) der Aktie diese mit dem feststehenden vorliegenden Aufschüttungsbeschluss der HV weitergereicht wurde. Die Bank, die die Aktie zum Zeitpunkt des Beschlusses in Besitz, hatte konnte einen Antrag stellen auf Erstattung der 15 %, sie war ja berechtigte zum Zeitpunkt des Beschlusses.

Sie verkaufte die Aktie zu einem Zeitpunkt vor tatsächlicher Auszahlung der Dividende in ein anderes Depot bei einer anderen Bank mit dem Anspruch auf Erstattung. Diese Bank konnte nachdem sie die Auszahlung der Dividende an den Anteilseigner vorgenommen hatte, nochmal einen Antrag stellen, da sie ja als auszahlende Bank dazu berechtige war.

Alles klar jetzt ? wie der Trick funktionierte. Allein aus dem Schadensersatzprozess Maschmayer gegen die Sarasin Bank Frankfurt zeigt in etwa wie groß die Schadenssumme aus der Trickserei sein kann.

Maschmeyer alleine hatte via J. Safra Sarasin 40 Millionen Euro in Fonds investiert, die von einem Steuerschlupfloch profitierten.

http://www.finews.ch/news/banken/25227- ... ra-sarasin

Daneben sollte sich jeder darüber klar sein, dass die Bänkster sich den Trick nicht entgehen ließen um ihre eigenen Nasen nicht zu vergolden.

Also immer schön langsam mit dem Relativieren.


nun, bei Cum/Ex. Gesschäften ging es meiner ja primär darum, die Steuerplicht durch Dividen durch nichtrealisierte Kursgewinne zu ersetzen. Das liegt mal nun in der individuellen Risikopräferenz der Anleger, Dass es dabei zu verfahrenstechnischnen Fehlern kam ist ein vollkommen anderes Thema. Das gilt es natürlich zu beseitigen.
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Re: Cum Ex / die Lage wird brisant

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 28. Jun 2017, 18:57

Voight-Kampff hat geschrieben:(28 Jun 2017, 19:43)

Das komplette Volumen wären wohl so 90 oder mehr Mrd seit der Jahrtausendwende. Ich glaub nicht, dass das wirklich mal so angenommen wurde. Klar ist der Schaden geringer, aber die Erkenntnis hilft halt nicht weiter.


was du glaubst oder nicht ist irrelevant. Belege wären interessant. Auch die Doppelbesteuerungsabkommen auf die du dich beziehst.
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Re: Cum Ex / die Lage wird brisant

Beitragvon gödelchen » Mi 28. Jun 2017, 19:03

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(28 Jun 2017, 19:55)

nun, bei Cum/Ex. Gesschäften ging es meiner ja primär darum, die Steuerplicht durch Dividen durch nichtrealisierte Kursgewinne zu ersetzen. Das liegt mal nun in der individuellen Risikopräferenz der Anleger, Dass es dabei zu verfahrenstechnischnen Fehlern kam ist ein vollkommen anderes Thema. Das gilt es natürlich zu beseitigen.


Nur der Teil der Dividende, der durch eine nicht (auf)gedeckte Steuergutschrift anfiel, konnte versucht werden bei einem Verkauf in einen nicht realisierten Kursgewinn umzuwandeln. Die Realisation erfolgte dann bei der Bank, die dem Kunden die erhaltene Gutschrift KapErSt gutschrieb als nicht steuerpflichtige Steuergutschrift. Die Luftnummer nichtrealisert war nur ein Fake.
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Re: Cum Ex / die Lage wird brisant

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 28. Jun 2017, 19:07

gödelchen hat geschrieben:(28 Jun 2017, 20:03)

Nur der Teil der Dividende, der durch eine nicht (auf)gedeckte Steuergutschrift anfiel, konnte versucht werden bei einem Verkauf in einen nicht realisierten Kursgewinn umzuwandeln. Die Realisation erfolgte dann bei der Bank, die dem Kunden die erhaltene Gutschrift KapErSt gutschrieb als nicht steuerpflichtige Steuergutschrift. Die Luftnummer nichtrealisert war nur ein Fake.


nun, die Dividende hat ja die Bank erhalten, nicht er ursprüngliche Aktionär. Und die Bank muss auf die Dividende ja keine Steuern zahlen. Der ursprüngliche Aktionär trägt aber das Kursrisiko. Wo ist dein Problem?
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Re: Cum Ex / die Lage wird brisant

Beitragvon Voight-Kampff » Mi 28. Jun 2017, 19:28

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(28 Jun 2017, 19:57)

was du glaubst oder nicht ist irrelevant.

Find ich auch! Endlich mal ein Bruder im Geiste. Ich dachte schon, es ist hier irgendwie verpönt nach Belegen zu fragen.

Belege wären interessant.

Der Grund, dass ich nicht glaube, dass das so angenommen wurde ist der das ich mich nicht erinnere irgendwo so eine hohe Zahl gelesen zu haben. In der Zeit war letztens immer von 30+ Mrd. die Rede.

Wenn du jetzt wissen willst wie ich auf die 90 Mrd komme... Vor ein paar Seiten hab ich die verschiedenen Zahlen die mir begegnet waren, zur Quelle zurückverfolgt:

7,2 Mrd. Laut Gutachten von Prof. Dr. Spengel, die " absolute Untergrenze des entstandenen Steuerschadens" durch Cum/Ex-Geschäfte allein zwischen 2005-2011. Es wurden auf Basis, von über die Clearstream Banking AG abgewickelten Kompensationszahlungen, die zugehörige Kapitalertragssteuer berechnet.
Q: https://spengel.bwl.uni-mannheim.de/fil ... 03-31_.pdf

49,2 Mrd. - 82 Mrd. Ebenfalls laut Gutachten von Spengele: Der potentielle Steuerschaden durch Cum/Cum Geschäfte zwischen 2001-2016. Hierzu wurden die Kapitalertragssteuer geschätzt die auf Dividenden fällig wird die ins Ausland fließen. Dies ist also die Maximalsumme die mit der Cum/Cum-Masche hätte hinterzogen werden können.
Q: https://spengel.bwl.uni-mannheim.de/fil ... 05-16_.pdf

24,6 Mrd. Nimmt man die Untergrenze von 49,2 Mrd. und geht davon aus, dass die Hälfte der Anleger betrogen hat, erhält man diese Summe. Spengel hält das für niedrig geschätzt: "Der überwiegende Teil der ausländischen Anleger sind institutionelle Anleger, also Banken und Fonds", sagt Spengel. "Sie wären schlecht beraten gewesen, die Methode nicht anzuwenden." Leider beruht diese Schätzung nicht auf harten Daten.
Q: http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/ ... ex120.html

31,8 Mrd 7,8+24,6=31,8 Die beiden niedrigsten Schätzungen werden zusammenaddiert um eine Untergrenze des Schadens zu ergeben.
Q: http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/ ... ex120.html

Wenn du jetzt die 82 Mrd nimmst und die 7,2 Mrd für die Cum/Ex dazurechnest, bist du bei 90.

Auch die Doppelbesteuerungsabkommen auf die du dich beziehst.

Die steuerrechtlich Seite interessiert mich ehrlich gesagt nicht besonders. Die Aussage, dass 15% Steuer im Zusammenhang mit DBAs gilt, stammt aus einem der Gutachten von Spengel. Diesem: https://spengel.bwl.uni-mannheim.de/fil ... 05-16_.pdf

Ansonsten findest du die Texte der Abkommen hier:
http://www.bundesfinanzministerium.de/W ... _info.html

Hab mal kurz bei dem mit den USA ( http://www.bundesfinanzministerium.de/C ... onFile&v=3 ) geschaut... Jo. 15 vom Hundert. Scheint zu stimmen. Reicht mir jedenfalls.
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Re: Cum Ex / die Lage wird brisant

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 28. Jun 2017, 19:39

Voight-Kampff hat geschrieben:

Die steuerrechtlich Seite interessiert mich ehrlich gesagt nicht besonders. Die Aussage, dass 15% Steuer im Zusammenhang mit DBAs gilt, stammt aus einem der Gutachten von Spengel. Diesem: https://spengel.bwl.uni-mannheim.de/fil ... 05-16_.pdf

Ansonsten findest du die Texte der Abkommen hier:
http://www.bundesfinanzministerium.de/W ... _info.html

Hab mal kurz bei dem mit den USA ( http://www.bundesfinanzministerium.de/C ... onFile&v=3 ) geschaut... Jo. 15 vom Hundert. Scheint zu stimmen. Reicht mir jedenfalls.



Dass dich die steuerrechtliche Seite nicht interessiert ist mir klar. Dass Quellensteuer erhoben wird, bedeutet aber nicht, dass das Besteuerungsrecht für den spezifischen Fall auch bei dem Land liegt, das die Quellensteuer erhebt. Wo das liegt ergibt sich nur aus dem Doppelbesteuerungsabkommen. Und die sind nunmal bilateral, also von Land zu Land unterschiedlich. Hier gibt es keine gemeinsame Vorgehensweise. Ausschließen kann jedoch, dass es zu einer Doppelbesteuerung kommt. Wenn dich die steuerrechtliche Seite nicht interessiert, worum geht es dir dann. Schließlich ist das Thema ja Steuerrecht?
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Re: Cum Ex / die Lage wird brisant

Beitragvon Skull » Mi 28. Jun 2017, 21:48

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(28 Jun 2017, 18:41)

Daher sind wir wohl heute bei einem wesentlichen geringeren Schaden,
als ursprünglich beim kompletten Volumen der Cum/Ex-Geschäfte angenommen.

Das verstehe ich ... somit ... als Schlusswort...für mich. :)

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Re: Cum Ex / die Lage wird brisant

Beitragvon gödelchen » Do 29. Jun 2017, 06:06

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(28 Jun 2017, 20:07)

nun, die Dividende hat ja die Bank erhalten, nicht er ursprüngliche Aktionär. Und die Bank muss auf die Dividende ja keine Steuern zahlen. Der ursprüngliche Aktionär trägt aber das Kursrisiko. Wo ist dein Problem?


Mein Problem isr , dass du keines zu haben scheinst :-9

Weil:

a) das Kursrisiko in der Sache keinerlei Rolle spielt
b) das ganze nur mit einem illegitimen Trick funktioniert, der dem deutschen Staat mindestens zweimal eine einmal gezahlte Steuer aus der Tasche zieht.

Mehr ! im wahrsten Sinne des Wortes ist nicht zu sagen.

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