Warum muss die Wirtschaft im Kapitalismus unendlich wachsen?

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Welfenprinz
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Re: Warum muss die Wirtschaft im Kapitalismus unendlich wachsen?

Beitragvon Welfenprinz » Fr 18. Nov 2016, 10:17

Die Mengensteigerung der Nahrungsmittelproduktion funktioniert
https://de.statista.com/statistik/daten ... seit-1990/
(Analog zur Weizenproduktion ist auch die Gesamtgetreideerntemenge von 2,1 Mrd to im Krisenjahr 07/08 auf jetzt 2,6 Mrd to gestiegen)

Und da sind auch noch gewaltig Reserven drin. ;)
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: Warum muss die Wirtschaft im Kapitalismus unendlich wachsen?

Beitragvon Orwellhatterecht » Fr 18. Nov 2016, 17:43

Welfenprinz hat geschrieben:(18 Nov 2016, 10:17)

Die Mengensteigerung der Nahrungsmittelproduktion funktioniert
https://de.statista.com/statistik/daten ... seit-1990/
(Analog zur Weizenproduktion ist auch die Gesamtgetreideerntemenge von 2,1 Mrd to im Krisenjahr 07/08 auf jetzt 2,6 Mrd to gestiegen)

Und da sind auch noch gewaltig Reserven drin. ;)




Das könnte die Ratte aber doch wesentlich einfacher haben, sie brauchte lediglich an dem Glyphosat zu naschen.
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Re: Warum muss die Wirtschaft im Kapitalismus unendlich wachsen?

Beitragvon Fazer » Fr 18. Nov 2016, 18:09

Orwellhatterecht hat geschrieben:(18 Nov 2016, 17:43)

Das könnte die Ratte aber doch wesentlich einfacher haben, sie brauchte lediglich an dem Glyphosat zu naschen.


Da wird nicht viel passieren, Glyphosat ist ungefährlich.
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Re: Warum muss die Wirtschaft im Kapitalismus unendlich wachsen?

Beitragvon Fazer » Fr 18. Nov 2016, 18:11

immernoch_ratlos hat geschrieben:(17 Nov 2016, 11:28)

Mein Gott dampflock - hier geht es doch nicht kleinkariert um Deine oder meine Befindlichkeiten - eine Art Mehltau - der hier alsbald jede vernünftige Diskussion erstickt oder in einen bloßen Austausch von gegenseitigen Beschuldigungen endet.

Einfach mal die belegbaren Fakten zur Kenntnis nehmen - da bleibt noch genügend Raum zu Spekulationen.

"Selbstverständlich" wächst die Weltbevölkerung weiter - das ist ein kaum mehr zu übersehender Fakt - eine bloße Versorgung mit Lebensmitteln wird schlicht unmöglich sein, auch wenn man sich das noch so sehr wünscht. Wäre es möglich, würden nicht schon Heute ~900 Millionen am Rande des Verhungerns "leben".

Selbst in vergleichsweise fortschrittlichen Staaten (was Produktion und Verteilung angeht) z.B. Südafrika, laufen alle Maßnahmen der rasanten Bevölkerungsentwicklung hilflos hinterher. Überall wo ein Mindestmaß an Bildung - weiblicher Bildung - etabliert werden konnten und nicht womöglich paternalistische religiöse "Kultur" das verhindern, gehen die Geburtenzahlen auf ein dem "Umfeld" angepasste Größenordnung zurück. Einfach mal mit Lebensmitteln versorgen hilft der aktuellen Not, verändert allerdings das reproduktive Verhalten überhaupt nicht - eher das Gegenteil ist der Fall....


In Indien verrotten aufgrund ineffizienter Logistik Strukturen ca. 40-50% der produzierten Lebensmittel. Es gibt noch genug Potential.
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Re: Warum muss die Wirtschaft im Kapitalismus unendlich wachsen?

Beitragvon Orwellhatterecht » Fr 18. Nov 2016, 22:00

Fazer hat geschrieben:(18 Nov 2016, 18:11)

In Indien verrotten aufgrund ineffizienter Logistik Strukturen ca. 40-50% der produzierten Lebensmittel. Es gibt noch genug Potential.




So gesehen unterscheidet sich Indien dann ja kaum von Deutschland. Zwar verrotten hier nur die wenigsten Lebensmittel, sie werden aber dennoch weggeworfen, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum fälschlicherweise als Verfalltag angesehen und der Irrglaube besteht, dass die Lebensmittel von da an ungeniessbar seien.
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Re: Warum muss die Wirtschaft im Kapitalismus unendlich wachsen?

Beitragvon Realist2014 » Fr 18. Nov 2016, 22:28

Orwellhatterecht hat geschrieben:(18 Nov 2016, 22:00)

So gesehen unterscheidet sich Indien dann ja kaum von Deutschland. Zwar verrotten hier nur die wenigsten Lebensmittel, sie werden aber dennoch weggeworfen, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum fälschlicherweise als Verfalltag angesehen und der Irrglaube besteht, dass die Lebensmittel von da an ungeniessbar seien.



die dummen Konsumenten..

sind bestimmt wieder die "pösen" Unternehmer dafür verantwortlich... :p
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Warum muss die Wirtschaft im Kapitalismus unendlich wachsen?

Beitragvon Orwellhatterecht » Sa 19. Nov 2016, 10:30

Realist2014 hat geschrieben:(18 Nov 2016, 22:28)

die dummen Konsumenten..

sind bestimmt wieder die "pösen" Unternehmer dafür verantwortlich... :p




Zum Teil schon, denn das Mindesthaltbarkeitsdatum hat bis auf wenige Ausnahmen (Fleisch, Arzneimittel + manche Milchprodukte, aber nicht alle) wenig mit dem Haltbarkeitsdatum zu tun, es wurde in den letzten Jahren lt. Auskunft der Verbraucherverbände herab gesetzt, weil sich hierdurch der Absatz nicht unerheblich steigern liess, da Überschreitung des Mindesthaltbarkeitsdatum von vielen Verbrauchern als "abgelaufen" ,und daher ungeniessbar, angesehen wird. So gehen nach Auskunft der Verbraucherverbände bei uns etwa 50 % aller Lebensmittel nicht den Weg durch die Mägen sondern landen ungenutzt gleich auf dem Abfall.
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Re: Warum muss die Wirtschaft im Kapitalismus unendlich wachsen?

Beitragvon Orwellhatterecht » Sa 19. Nov 2016, 11:02

Fazer hat geschrieben:(18 Nov 2016, 18:09)

Da wird nicht viel passieren, Glyphosat ist ungefährlich.




Richtig, man muss nur ganz fest daran glauben, Und Monsanto (als "Ersatzkirche") hilft dabei !

Die Art und Weise, wie die UNO plötzlich zu der "Überzeugung" kam (neue "Expertengutachten" nachdem Monsanto 500.000 $ zur Verfügung gestellt hatte) lässt mich an der Unabhängigkeit zweifeln, wie einst unter Papst Urban und der Ablassgeschichte: "... wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!"
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Re: Warum muss die Wirtschaft im Kapitalismus unendlich wachsen?

Beitragvon BlueMonday » Sa 19. Nov 2016, 11:25

Das MDH ist nun das Thema des politischen "rent seeking", dass man also versucht gesetzliche Vorschriften und politische Interventionen im eigenen Interesse zu beeinflussen.
Da muss man sich nun entscheiden, was man fordert. Mehr Markt und weniger allgemeinen Regulierungen und Vorschriften dieser Art oder den politischen Eingriff vom Großen Bruder mit Lebensmittelampeln, MDH, Harmonisierungen usw. usf.
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Re: Warum muss die Wirtschaft im Kapitalismus unendlich wachsen?

Beitragvon immernoch_ratlos » Sa 19. Nov 2016, 11:29

Ganz unabhängig wie viel Überproduktion wo und warum auf der Müllhalde landet, bei einer exponentiellen Bevölkerungsentwicklung, ist es nur logisch, das auch die Nahrungsproduktion (welche massiv auf fossiler Energie basiert) im exponentiellen Maßstab gesteigert werden muss.

Fakt ist, die gelingt bislang nur in den voll entwickelnden Ländern. Ein Transport - das "Verteilungsproblem" - ist in sofern unlösbar, weil neben dem Transport (was an sich kein unlösbares Problem darstellt) in den ganzen Hungerzonen dieser Welt keine Käufer zu finden sind, die auch nur annähernd Produktion und Transport rechtfertigen können. Mit all diesen Hungerleidern ist schlicht kein Geschäft zu machen.

Darüber können einzelne erfolgreiche Exportmaßnahmen (z.B. Milchpulver aus der EU) nicht hinwegtäuschen, der Schaden, der dadurch in den lokalen landwirtschaftlichen Strukturen angerichtet wird, überwiegt bei weitem den Nutzen. Was in all diesen Ländern fehlt ist ein stabiler Binnenmarkt (Arbeit - ausreichende Bezahlung - Produktion usw.). Vom unternehmerischen Standpunkt sind das völlig uninteressante "Nichtkäuferschichten". Bedauerlich, wenn die verhungern - doch sonst ...

Wo allenfalls Geld verdient werden kann, ist an der Produktion von Hilfsgütern, die allerdings eine funktionierende lokale Wirtschaft eher stören - zerstören (für die "Empfänger" konkurrenzlos billig, womit die wenigen Ansätze eigene Produktion aufzubauen oder wenigstens zu erhalten meist im Keim erstickt werden).

Was Indien angeht, soweit ich mich dafür interessiert habe, fehlt da oder ist völlig unzureichend - jegliche vernünftige Logistik (Lager, Kühlketten usw.) Was sicher auch in anderen Weltgegenden ähnlich sein dürfte. Die Frag ist, kann - will irgendwer - da investieren - wie sind die Aussichten, unter den lokalen Verhältnissen rentable Geschäfte zu machen ? Wer vergleichbare Verhältnisse kennt, wird das glatt verneinen. Ein Fabrik gut abgeschottet, mit westlichem Spitzenpersonal und billigst Arbeitskräften, war gestern. Inzwischen ist Produktion "mit anderen Mitteln" in gesicherter Umgebung ohne klimatische Probleme längst wieder zurückgekehrt. Die Idee "irgendwo" noch billigere Arbeitskräfte zu finden, ist längst anderen Produktionsmethoden gewichen.

Womit auch diese lokale, zwar sehr niedrige, aber eine zeitlang massenhaft vorhanden Kaufkraft wieder verschwindet. Nein, hier geht es definitiv nicht um ein einfaches "Verteilungsproblem".... :mad:
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Re: Warum muss die Wirtschaft im Kapitalismus unendlich wachsen?

Beitragvon Welfenprinz » Sa 19. Nov 2016, 11:55

Das “weg schmeissen“ von Lebensmitteln ist ein vielschichtiges Phänomen.
Bisher hat mir (der Öffentlichkeit) auch noch niemand erklären können,wie und woher diese Zahl ermittelt wird. Die war vor ein paar Jahren auf einmal “da“ und seitdem regen wir uns darüber auf. Wiegt da jemand die Grünen Tonnen?
Die Verluste entstehen an vielen Stellen,durch die HKlVo beim Erzeuger,durch Hygienevorschriften beim Verkäufer und Qualitätsansprüche beim Handel.
Uch wüsste gar nicht,dass es da eine detaillierte Betrachtung drüber gibt,hauptsache wir schimpfen schön in Bausch und Bogen rum.

Ne leistungsfähige Landwirtschaft gibts nur in entwickelten Staaten. Das hängt weniger mit der Lw selbst zusammen als mit der Leistungsfähigkeit der vor und nachfelagerten Bereiche. Ohne ne funktionierende Technikversorgung oder zuverlässige Strassen zur Mühle/zum Hafen nützt dir der tollste Bauer nix.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
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Re: Warum muss die Wirtschaft im Kapitalismus unendlich wachsen?

Beitragvon Orwellhatterecht » Sa 19. Nov 2016, 13:12

Welfenprinz hat geschrieben:(19 Nov 2016, 11:55)

Das “weg schmeissen“ von Lebensmitteln ist ein vielschichtiges Phänomen.
Bisher hat mir (der Öffentlichkeit) auch noch niemand erklären können,wie und woher diese Zahl ermittelt wird. Die war vor ein paar Jahren auf einmal “da“ und seitdem regen wir uns darüber auf. Wiegt da jemand die Grünen Tonnen?
Die Verluste entstehen an vielen Stellen,durch die HKlVo beim Erzeuger,durch Hygienevorschriften beim Verkäufer und Qualitätsansprüche beim Handel.
Uch wüsste gar nicht,dass es da eine detaillierte Betrachtung drüber gibt,hauptsache wir schimpfen schön in Bausch und Bogen rum.

Ne leistungsfähige Landwirtschaft gibts nur in entwickelten Staaten. Das hängt weniger mit der Lw selbst zusammen als mit der Leistungsfähigkeit der vor und nachfelagerten Bereiche. Ohne ne funktionierende Technikversorgung oder zuverlässige Strassen zur Mühle/zum Hafen nützt dir der tollste Bauer nix.



Ob es im Handel wohl auch eine Buchführung gibt? Und elektronische Warenwirtschaftssysteme, die nicht nur punktgenau ausgegangene Artikel nachordern, sondern auch dokumentieren, welcher Warenbestand keinen Erlös brachte sondern wegen Ablauf des Verfalldatums "in die Tonne" wanderte. Im Regelfall werden die Produkte, deren Verfalldatum erst in den nächsten Tagen erreicht wird, bereits aus dem Angebot genommen und abgeschrieben. Ferner werden dem Verbraucher fast während der gesamten Tagesöffnungszeit Brot, Backwaren, Obst und Gemüse in gesamter Angebotsbreite angeboten, was am Abend nicht verkauft ist, wandert oftmals unbesehen in die Tonne.
Etwas abgemildert wird dieses Verhalten dadurch, dass inzwischen viele Märkte den örtlichen Tafeln diese Lebensmittel zur Verfügung stellen.

Zum anderen verhält sich der Verbraucher "kleinlich", er achtet heute zum grossen Teil streng darauf, ja keine Lebensmittel zu verzehren, die "abgelaufen" sind, obwohl sie noch einwandfrei zu geniessen sind. Übertreibungen haben halt stets ihren Preis.

Obst und Gemüse muss vor allem "schön" sein, der Geschmack dagegen lässt nicht selten zu wünschen übrig. So bietet ein hiesiger Bauer den Menschen an, nach der Kartoffelernte den Acker nach Kartoffeln kostenlos absuchen zu dürfen. Kartoffeln, die zu gross oder zu klein, nicht die gewünschte Form haben, "Augen" und Dellen haben,
werden gleich an Ort und Stelle auf dem Acker gelassen, weil sie der Handel erst gar nicht abnimmt, bei Gemüse muss ich gelegentlich an die inzwischen endlich abgeschaffte EU Verordnung denken, die sogar den erlaubten Krümmungsgrad der Gurken vorgab..

Hat also nichts damit zu tun, dass wir "schön und gern in Bausch und Bogen schimpfen", sondern damit, dass wir hier Lebensmittel im Überfluss produzieren und bereit stellen, während noch immer fast eine Milliarde Menschen auf der Welt hungern, nicht wenige immer noch v e r - hungern.
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Re: Warum muss die Wirtschaft im Kapitalismus unendlich wachsen?

Beitragvon Orwellhatterecht » Sa 19. Nov 2016, 13:20

immernoch_ratlos hat geschrieben:(19 Nov 2016, 11:29)

Ganz unabhängig wie viel Überproduktion wo und warum auf der Müllhalde landet, bei einer exponentiellen Bevölkerungsentwicklung, ist es nur logisch, das auch die Nahrungsproduktion (welche massiv auf fossiler Energie basiert) im exponentiellen Maßstab gesteigert werden muss.

Fakt ist, die gelingt bislang nur in den voll entwickelnden Ländern. Ein Transport - das "Verteilungsproblem" - ist in sofern unlösbar, weil neben dem Transport (was an sich kein unlösbares Problem darstellt) in den ganzen Hungerzonen dieser Welt keine Käufer zu finden sind, die auch nur annähernd Produktion und Transport rechtfertigen können. Mit all diesen Hungerleidern ist schlicht kein Geschäft zu machen.

Darüber können einzelne erfolgreiche Exportmaßnahmen (z.B. Milchpulver aus der EU) nicht hinwegtäuschen, der Schaden, der dadurch in den lokalen landwirtschaftlichen Strukturen angerichtet wird, überwiegt bei weitem den Nutzen. Was in all diesen Ländern fehlt ist ein stabiler Binnenmarkt (Arbeit - ausreichende Bezahlung - Produktion usw.). Vom unternehmerischen Standpunkt sind das völlig uninteressante "Nichtkäuferschichten". Bedauerlich, wenn die verhungern - doch sonst ...

Wo allenfalls Geld verdient werden kann, ist an der Produktion von Hilfsgütern, die allerdings eine funktionierende lokale Wirtschaft eher stören - zerstören (für die "Empfänger" konkurrenzlos billig, womit die wenigen Ansätze eigene Produktion aufzubauen oder wenigstens zu erhalten meist im Keim erstickt werden).

Was Indien angeht, soweit ich mich dafür interessiert habe, fehlt da oder ist völlig unzureichend - jegliche vernünftige Logistik (Lager, Kühlketten usw.) Was sicher auch in anderen Weltgegenden ähnlich sein dürfte. Die Frag ist, kann - will irgendwer - da investieren - wie sind die Aussichten, unter den lokalen Verhältnissen rentable Geschäfte zu machen ? Wer vergleichbare Verhältnisse kennt, wird das glatt verneinen. Ein Fabrik gut abgeschottet, mit westlichem Spitzenpersonal und billigst Arbeitskräften, war gestern. Inzwischen ist Produktion "mit anderen Mitteln" in gesicherter Umgebung ohne klimatische Probleme längst wieder zurückgekehrt. Die Idee "irgendwo" noch billigere Arbeitskräfte zu finden, ist längst anderen Produktionsmethoden gewichen.

Womit auch diese lokale, zwar sehr niedrige, aber eine zeitlang massenhaft vorhanden Kaufkraft wieder verschwindet. Nein, hier geht es definitiv nicht um ein einfaches "Verteilungsproblem".... :mad:



Ich finde Dein Posting zwar im Wesentlichen bezogen auf die heutige Situation zutreffend aber sehr zynisch! Denk einfach noch mal darüber nach, was Du hier zum, wie ich meine, schlechtesten gegeben hast!
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Re: Warum muss die Wirtschaft im Kapitalismus unendlich wachsen?

Beitragvon Boracay » Sa 19. Nov 2016, 13:43

Orwellhatterecht hat geschrieben:(19 Nov 2016, 11:02)

Richtig, man muss nur ganz fest daran glauben, Und Monsanto (als "Ersatzkirche") hilft dabei !

Die Art und Weise, wie die UNO plötzlich zu der "Überzeugung" kam (neue "Expertengutachten" nachdem Monsanto 500.000 $ zur Verfügung gestellt hatte) lässt mich an der Unabhängigkeit zweifeln, wie einst unter Papst Urban und der Ablassgeschichte: "... wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!"


Klar - und WHO, das von den Grünen gegründete BFR, EU Kommission, Universitäten, Forschungsinstitute,.... alle lügen und sind von der Mini Firma Monsanto gekauft worden :rolleyes:

Die Welt ist so einfach wenn man ein linksgrüner Spinner ist.
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Re: Warum muss die Wirtschaft im Kapitalismus unendlich wachsen?

Beitragvon Boracay » Sa 19. Nov 2016, 13:53

Orwellhatterecht hat geschrieben:(19 Nov 2016, 13:12)

Ob es im Handel wohl auch eine Buchführung gibt? Und elektronische Warenwirtschaftssysteme, die nicht nur punktgenau ausgegangene Artikel nachordern, sondern auch dokumentieren, welcher Warenbestand keinen Erlös brachte sondern wegen Ablauf des Verfalldatums "in die Tonne" wanderte. Im Regelfall werden die Produkte, deren Verfalldatum erst in den nächsten Tagen erreicht wird, bereits aus dem Angebot genommen und abgeschrieben. Ferner werden dem Verbraucher fast während der gesamten Tagesöffnungszeit Brot, Backwaren, Obst und Gemüse in gesamter Angebotsbreite angeboten, was am Abend nicht verkauft ist, wandert oftmals unbesehen in die Tonne.
Etwas abgemildert wird dieses Verhalten dadurch, dass inzwischen viele Märkte den örtlichen Tafeln diese Lebensmittel zur Verfügung stellen.

Zum anderen verhält sich der Verbraucher "kleinlich", er achtet heute zum grossen Teil streng darauf, ja keine Lebensmittel zu verzehren, die "abgelaufen" sind, obwohl sie noch einwandfrei zu geniessen sind. Übertreibungen haben halt stets ihren Preis.

Obst und Gemüse muss vor allem "schön" sein, der Geschmack dagegen lässt nicht selten zu wünschen übrig. So bietet ein hiesiger Bauer den Menschen an, nach der Kartoffelernte den Acker nach Kartoffeln kostenlos absuchen zu dürfen. Kartoffeln, die zu gross oder zu klein, nicht die gewünschte Form haben, "Augen" und Dellen haben,
werden gleich an Ort und Stelle auf dem Acker gelassen, weil sie der Handel erst gar nicht abnimmt, bei Gemüse muss ich gelegentlich an die inzwischen endlich abgeschaffte EU Verordnung denken, die sogar den erlaubten Krümmungsgrad der Gurken vorgab..


Und was ist daran schlimm? Ist doch toll das wir einwandfreie Lebensmittel verkauft bekommen..... Aus kleinen Braunen Stellen werden innerhalb von 2 Tagen Faule Stellen.

Ich als Landwirt schmeiße ca. 5% meiner Äpfel weg, weil ich mir mit minderwertiger Ware nicht den Preis kaputt machen will (im Gegensatz zu deiner Ahnungslosigkeit kauft die der Verbraucher schon wenn die nur billig genug sind). Die fliegen aber nicht in den Müll bzw. aufs Feld, sondern gehen alle zum Saftpressen. Weg geschmissen werden weit weniger als 0,5%.

Im Handel ist das sehr viel schwieriger, da diese nicht nur 1 Produkt anbieten sondern eine riesige Mischung. Da kannst du in der Regel nur an Tafeln spenden (IMHO sehr fragwürdig, da das Geld ja allen Bundesbürgern locker für Nahrungsmittel reicht) oder weg schmeißen.

Hat also nichts damit zu tun, dass wir "schön und gern in Bausch und Bogen schimpfen", sondern damit, dass wir hier Lebensmittel im Überfluss produzieren und bereit stellen, während noch immer fast eine Milliarde Menschen auf der Welt hungern, nicht wenige immer noch v e r - hungern.


Und was hat das einen mit dem andren zu tun du Honk?
Die Linken Deppen sind sogar richtig geil auf Öko Landwirschaft, was den Flächenverbrauch massiv erhöht und den Preis für Lebensmittel steigen lässt. Da ist in der Tat moralisch sehr fragwürdig.
Ansonsten kann man darauf verweisen dass trotz gigantisch gestiegener Bevölkerung immer weniger Menschen Hungern und die "Not" heute eher S7 oder IPhone lautet.
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Re: Warum muss die Wirtschaft im Kapitalismus unendlich wachsen?

Beitragvon Orwellhatterecht » Sa 19. Nov 2016, 14:11

Boracay hat geschrieben:(19 Nov 2016, 13:43)

Klar - und WHO, das von den Grünen gegründete BFR, EU Kommission, Universitäten, Forschungsinstitute,.... alle lügen und sind von der Mini Firma Monsanto gekauft worden :rolleyes:

Die Welt ist so einfach wenn man ein linksgrüner Spinner ist.



Vor allem ist die Welt einfach, wenn man ein hoffnungsloser Ignorant ist und meint, "ein Scheck heiligt alle Mittel". Schon so mancher hat allerdings feststellen müssen, dass man für Geld, selbst für sehr viel Geld, n i c h t alles kaufen kann, die besten und schönsten Dinge sind zumeist unverkäuflich! Und die aufrichtigsten Menschen dagegen nicht käuflich!
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Re: Warum muss die Wirtschaft im Kapitalismus unendlich wachsen?

Beitragvon immernoch_ratlos » Sa 19. Nov 2016, 16:15

Orwellhatterecht hat geschrieben:...was Du hier zum, wie ich meine, schlechtesten gegeben hast


Schön, so hat es denn funktioniert ! Die Botschaft was hinter all dem Gelaber über "Menschen helfen", "Krokodilstränen weinen" usw. usf tatsächlich steckt ist angekommen :thumbup:

Was ja nicht ausschließt, das ich als Person diese Welt und wie sie tatsächlich funktioniert nun wirklich nicht gut finde. Hand aufs Herz, "als von gutwollen besoffener Gutmensch" - respektive Grünfaschist - links gedrehter Versagern - werde ich so nicht gesehen - ich denke schlicht themenbezogen. Der Kapitalismus ist zu permanentem Wachstum verdammt. Irgendwie hat das bis jetzt hin gehauen. Bloß nicht das Boot ruckeln ! Alles wird gut !

Was da Draußen mit den "Negern etc." so passiert, muss uns in unserer schönen Wohlstandenklave D nun wirklich nicht stören. Früher waren es Kolonien - heute sind es Absatzmärkte. Wohl dem, wo es noch geldwerte Produkte zu holen gibt. Dort funktioniert das Wachstum doch recht schön. Pech, wer außer seiner Arbeitskraft nix zu bieten hat......

Kommen dann, diese "Neger" (ein Sammelbegriff, als untere Schublade allgemeines Synonym für Störungen durch die Welt da draußen) "völlig überraschend" bis vor unsere Tore, wissen die intelligentesten unter uns, sofort was zu tun ist = Im Chor :"die Merkel muss weg" ("Merkel" kann bei Bedarf durch jeden anderen Namen ersetzt werden) rufen, das Mützchen tief übers Gesicht ziehen - durch dieses "Gebrauchsvoodoo" bleibt die Welt wie wir sie gerne hätten.

Wenn ich dagegen hier laut aussprechen würde, mit dem Kapitalismus sei "irgendwas" nicht in Ordnung, wäre ich sofort ein Sozialist - Kommunist oder sonst was Schlimmes. :x Wobei mir Ideologien / Religionen jeglicher Art (jedenfalls alles was bislang so erfunden wurde) eher nicht als Lösungsmittel verwendbar erscheinen. Alle, einschließlich der Theorien über den wundersamen Kapitalismus haben ihr Versagen nun schon bewiesen - beim Kapitalismus (die Variante des Perpetuum Mobile) ist das noch offen.

In Anbetracht was "die Anderen" bislang abgeliefert haben, entspricht Kapitalismus noch am ehesten menschlichem Naturell. Was allerdings auch nichts Gutes verheißt. Dort gibt es ordentlich Gewinner und Verlierer (bei letzteren schummelt man etwas - irgendwie sind die ja selber schuld wenn es mal weniger gut klappt)....
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Re: Warum muss die Wirtschaft im Kapitalismus unendlich wachsen?

Beitragvon Boracay » Sa 19. Nov 2016, 16:56

immernoch_ratlos hat geschrieben:(19 Nov 2016, 11:29)

Ganz unabhängig wie viel Überproduktion wo und warum auf der Müllhalde landet, bei einer exponentiellen Bevölkerungsentwicklung, ist es nur logisch, das auch die Nahrungsproduktion (welche massiv auf fossiler Energie basiert) im exponentiellen Maßstab gesteigert werden muss.


Es gibt keine exponentielle Bevölkerungsentwicklung, im Gegenteil. In quasi allen Ländern schrumpft die Geburtenrate, in viele Ländern (bei weitem nicht nur in Industriestaaten) wird die Reproduktion der Bevölkerung nicht mehr erreicht. Wachsen tut quasi nur noch Afrika und auch da sinkt die Geburtenrate. Bereits Ende des Jahrhunderts werden wir ein Schrumpfen der Weltbevölkerung erleben.

Interessant ist übrigens wie du gerade Energie erwähnst. Die Grünen propagieren ja massiv den Ökolandbau, obwohl diese im Faktor 3 mehr Energie verbraucht (viel mehr Spritzen, Ausfräsen statt Glyphosat, warme Tauchbäder vor der Lagerung, größerer Abstand,...). Effizienz gibt es da per Gesetz nicht.
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Re: Warum muss die Wirtschaft im Kapitalismus unendlich wachsen?

Beitragvon Boracay » Sa 19. Nov 2016, 16:59

Orwellhatterecht hat geschrieben:(19 Nov 2016, 14:11)

Vor allem ist die Welt einfach, wenn man ein hoffnungsloser Ignorant ist und meint, "ein Scheck heiligt alle Mittel". Schon so mancher hat allerdings feststellen müssen, dass man für Geld, selbst für sehr viel Geld, n i c h t alles kaufen kann, die besten und schönsten Dinge sind zumeist unverkäuflich! Und die aufrichtigsten Menschen dagegen nicht käuflich!


Sprich: Ein Sozialist hält staatliche Stellen wie BFR, FDA (schon mal beruflich mit der FDA zu tun gehabt? Die schließen dir den Laden ohne mit der Wimper zu zucken), EU-Komission, Umweltbundesamt,....etc. für käuflich und bezeichnet diese als korrupt. Genauso interessant wie weltfremd.

Wie genau sich Grünpisse, Campact oder BUND Studien zu dem Thema kaufen kannst du ja schön bei der Seraline Studie sehen.
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Re: Warum muss die Wirtschaft im Kapitalismus unendlich wachsen?

Beitragvon Boracay » Sa 19. Nov 2016, 17:01

immernoch_ratlos hat geschrieben:(19 Nov 2016, 16:15)
Was da Draußen mit den "Negern etc." so passiert, muss uns in unserer schönen Wohlstandenklave D nun wirklich nicht stören. Früher waren es Kolonien - heute sind es Absatzmärkte. Wohl dem, wo es noch geldwerte Produkte zu holen gibt. Dort funktioniert das Wachstum doch recht schön. Pech, wer außer seiner Arbeitskraft nix zu bieten hat......


Wieso Pech? Die globale Armut ist quasi im freien Fall. Immer mehr Reichtum und immer weniger Hungernde.

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