Sammelstrang Sexarbeit

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Re: Sammelstrang Sexarbeit

Beitragvon Sextus Ironicus » Fr 8. Dez 2017, 10:49

Dieter Winter hat geschrieben:(08 Dec 2017, 10:46)

Letzteres bestreite ich in der Generalität. Die Spielart, dem Partner bei sexuellen Handlungen zuzusehen, ist vielleicht nicht üblich, aber auch nicht besonders außergewöhnlich. Nennt sich m. W. "cuckold".


Das ist dann schon wieder die eigene Sexualität, die hier ins Spiel kommt. Mir ging es aber darum, dass ich als Vorstellender unbeteiligt außen vor bleibe.
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Re: Sammelstrang Sexarbeit

Beitragvon JJazzGold » Fr 8. Dez 2017, 10:52

Dieter Winter hat geschrieben:(08 Dec 2017, 10:48)

Sicher. Ich glaube das ist in meinem Fall auch vorhanden. Meine Tochter erzählt mir viel - aber, auch da bin ich mir sicher, nicht alles. Schon gar nicht, wenn es ihre Sexualität geht.


Das ist sicher von Kind zu Kind verschieden. Mir wurde detailgetreu auch “das erste Mal“ geschildert, was die Beantwortung weiterer Fragen nach sich zog. ;)
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Re: Sammelstrang Sexarbeit

Beitragvon Dieter Winter » Fr 8. Dez 2017, 10:55

JJazzGold hat geschrieben:(08 Dec 2017, 10:49)

Entweder drücke ich mich unverständlich aus, oder Sie verstehen den Kern meiner Ablehnung nicht.

Was ich ablehne ist der in der Gesellschaft bis heute verankerte Anspruch, es müsse käuflicher Intimbereich zur Verfügung stehen.


Von "müssen" ist imho nicht die Rede, sondern von "können" (optional). Dass sich jemand pro Zwangsprostitution geäußert hätte, entging mir zumindest.
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Re: Sammelstrang Sexarbeit

Beitragvon Dieter Winter » Fr 8. Dez 2017, 10:58

JJazzGold hat geschrieben:(08 Dec 2017, 10:52)

Das ist sicher von Kind zu Kind verschieden. Mir wurde detailgetreu auch “das erste Mal“ geschildert, was die Beantwortung weiterer Fragen nach sich zog. ;)


M. W. hat sie die Defloration noch vor sich...

Außerdem ist es vermutlich für ein Mädchen auch etwas anderes mit einer Frau darüber zu reden, als mit einem Mann. Jedenfalls hat mir bislang noch keine Frau en Detail über dergleichen berichtet. :)
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Re: Sammelstrang Sexarbeit

Beitragvon JJazzGold » Fr 8. Dez 2017, 11:15

Dieter Winter hat geschrieben:(08 Dec 2017, 10:55)

Von "müssen" ist imho nicht die Rede, sondern von "können" (optional). Dass sich jemand pro Zwangsprostitution geäußert hätte, entging mir zumindest.


Doch, der Anspruch beinhaltet das muss.
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Re: Sammelstrang Sexarbeit

Beitragvon Dieter Winter » Fr 8. Dez 2017, 11:22

JJazzGold hat geschrieben:(08 Dec 2017, 11:15)

Doch, der Anspruch beinhaltet das muss.


Warum?

Der Anspruch ist doch der, dass jede(r) diesem Erwerb nachgehen KANN! "Muss" wäre ja Zwang - und der wird ja abgelehnt.
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Re: Sammelstrang Sexarbeit

Beitragvon Sextus Ironicus » Fr 8. Dez 2017, 11:23

Dieter Winter hat geschrieben:(08 Dec 2017, 11:22)

Warum?

Der Anspruch ist doch der, dass jede(r) diesem Erwerb nachgehen KANN! "Muss" wäre ja Zwang - und der wird ja abgelehnt.


Ja, das war auch mein Hinweis, dass "mein Körper gehört mir" doch auch hier gelten sollte.
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Re: Sammelstrang Sexarbeit

Beitragvon JJazzGold » Fr 8. Dez 2017, 11:28

Dieter Winter hat geschrieben:(08 Dec 2017, 10:58)

M. W. hat sie die Defloration noch vor sich...

Außerdem ist es vermutlich für ein Mädchen auch etwas anderes mit einer Frau darüber zu reden, als mit einem Mann. Jedenfalls hat mir bislang noch keine Frau en Detail über dergleichen berichtet. :)


Kann ich nicht beurteilen, bei mir ist es ein Junge ;) und ich bin ausgesprochen dankbar für dieses Vertrauensverhältnis.
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Re: Sammelstrang Sexarbeit

Beitragvon JJazzGold » Fr 8. Dez 2017, 11:30

Dieter Winter hat geschrieben:(08 Dec 2017, 11:22)

Warum?

Der Anspruch ist doch der, dass jede(r) diesem Erwerb nachgehen KANN! "Muss" wäre ja Zwang - und der wird ja abgelehnt.


Nein, der Anspruch ist, dass bei Bedarf ein Intimbereich zur Verfügung steht
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Re: Sammelstrang Sexarbeit

Beitragvon Kritikaster » Fr 8. Dez 2017, 11:36

JJazzGold hat geschrieben:(07 Dec 2017, 18:12)

Ich wiederhole mich noch einmal, es geht mir beim Thema Prostitution nicht um die Einvernehmlichkeit, oder die absurde Behauptung, es wäre eine Dienstleitung, wie jede andere auch, wogegen die, mit Ausnahme von Provokateur, unbeantworteten Fragen sprechen, ob der jeweilige User das seine Frau, Tochter oder Sohn betreffend ebenso sähe.

Mir geht um die gesellschaftliche Erwartungshaltung, dass zur kurzzeitigen Befriedigung eine Person zur Verfügung zu stehen hat und das hat sehr wohl etwas mit Würde des Einzelnen, als auch der gesamtgesellschaftlichen Würde zu tun.

Sicher ist Sexarbeit keine Dienstleistung "wie jede andere", aber sie ist eine.

Ich sehe diese "Erwartungshaltung" nicht. Gibt es denn auch eine "gesellschaftliche Erwartungshaltung", die beispielsweise irgendjemanden dazu verpflichtet, den Abfall zu entsorgen, den wir täglich produzieren? Diese Frage ließe sich auf zahlreiche Bereiche unseres Lebens ausweiten.
Was Du und ich für mit unserer jeweils eigenen Würde vereinbar halten, muss nicht den persönlichen Urteilen anderer für sich selbst entsprechen. Wir haben uns da also gar nicht einzumischen.
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Re: Sammelstrang Sexarbeit

Beitragvon Dieter Winter » Fr 8. Dez 2017, 11:59

JJazzGold hat geschrieben:(08 Dec 2017, 11:30)

Nein, der Anspruch ist, dass bei Bedarf ein Intimbereich zur Verfügung steht


Mit der Einschränkung, dass diese Verfügbarkeit nicht zwingend sondern eben freiwillig erfolgt. Es ist eine Möglichkeit kein Muss.
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Re: Sammelstrang Sexarbeit

Beitragvon BlueMonday » Fr 8. Dez 2017, 12:30

Kritikaster hat geschrieben:(08 Dec 2017, 11:36)

Sicher ist Sexarbeit keine Dienstleistung "wie jede andere", aber sie ist eine.


Nun, das ist dann aber eine reine Kopfsache. Eine kulturelle Prägung, die man auf seine eigene Entscheidungen und Angebote ja Einfluss nehmen lassen kann, aber eben nicht auf vertragliche, geschäftliche Beziehungen anderer erwachsener Menschen. Andererseits ist jede Art der Dienstleistung für sich etwas anderes und besonderes. Sonst wären ja alle Dienstleistungen beliebig austauschbar. Der Bäcker könnte von jetzt auf gleich die Stromleitung in 10 Meter Höhe reparieren oder sonst etwas. Will er aber nicht und kann es bestimmt auch nicht. Gemeinsam haben Dienstleister, dass man sich (Lebenszeit, Energie, Gesundheit...) in irgendeiner Form anbietet und dadurch anderen Menschen im vertraglich zugesicherten Rahmen zur Verfügung steht. Jeder Mensch hat dabei seine eigenen Präferenzen und Befähigungen. Und "Sexarbeit" ist ja nun kein weit hergeholtes, ganz absonderliches Gewerbe, sondern hat eine ewiglange Geschichte, bedient tiefste, natürlichste Bedürfnisse und Triebe, die offenbar nicht ausreichend befriedigt werden konnten ohne diese Dienstleistung.

Aber es ist schon interessant, wie teilweise "argumentiert" wird. Es wird abgezielt auf das rein Anerzogene, Tabuisierte, Anrüchige, das "Überich", die peinliche Berührung, das Antrainierte, statt gerade das abzubauen und der persönlich-privaten Entscheidung zu überlassen. Man bewegt sich keinen Millimeter aus dem Status quo, diesem allgemeinsten Moralgebäude aus Dingen, die man für "schicklich" hält, tritt nicht zurück, schaut sich das Bild nicht von weiter entfernt an, wie sich die Menschen geschichtlich entwickelt haben, was Jahrtausende "normal" war, die Urantriebe, die immer noch aktiv und intakt sind ... Gott sei Dank. Was praktisch als "Erinnerung" im Erbgut überdauert hat. Dieser ewige Durst, der nicht unter einer "kulturell korrekten" Staubkruste einfach verschwindet, sondern allenfalls zeitweilig überdeckt wird. Man verbleibt auf dieser Oberfläche und kommt nicht zur Lösung, weil man nicht den ganzen Menschen betrachtet. Allenfalls beginnt man einen neuen Krieg, schürt Konflikte. Bis die Kruste aufbricht und sich umbilden muss, weil der Druck zu groß geworden ist...
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Re: Sammelstrang Sexarbeit

Beitragvon JJazzGold » Fr 8. Dez 2017, 12:41

Dieter Winter hat geschrieben:(08 Dec 2017, 11:59)

Mit der Einschränkung, dass diese Verfügbarkeit nicht zwingend sondern eben freiwillig erfolgt. Es ist eine Möglichkeit kein Muss.


Nein. Du bist einen Schritt zu weit. Der Anspruch wird erhoben und ist dementsprechend ein Muss.
Aus dem Anspruch rekrutiert sich Zwang oder Freiwilligkei des Angebots.
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Re: Sammelstrang Sexarbeit

Beitragvon Provokateur » Fr 8. Dez 2017, 12:43

BlueMonday hat geschrieben:(08 Dec 2017, 12:30)

Nun, das ist dann aber eine reine Kopfsache. Eine kulturelle Prägung, die man auf seine eigene Entscheidungen und Angebote ja Einfluss nehmen lassen kann, aber eben nicht auf vertragliche, geschäftliche Beziehungen anderer erwachsener Menschen. Andererseits ist jede Art der Dienstleistung für sich etwas anderes und besonderes. Sonst wären ja alle Dienstleistungen beliebig austauschbar. Der Bäcker könnte von jetzt auf gleich die Stromleitung in 10 Meter Höhe reparieren oder sonst etwas. Will er aber nicht und kann es bestimmt auch nicht. Gemeinsam haben Dienstleister, dass man sich (Lebenszeit, Energie, Gesundheit...) in irgendeiner Form anbietet und dadurch anderen Menschen im vertraglich zugesicherten Rahmen zur Verfügung steht. Jeder Mensch hat dabei seine eigenen Präferenzen und Befähigungen. Und "Sexarbeit" ist ja nun kein weit hergeholtes, ganz absonderliches Gewerbe, sondern hat eine ewiglange Geschichte, bedient tiefste, natürlichste Bedürfnisse und Triebe, die offenbar nicht ausreichend befriedigt werden konnten ohne diese Dienstleistung.

Aber es ist schon interessant, wie teilweise "argumentiert" wird. Es wird abgezielt auf das rein Anerzogene, Tabuisierte, Anrüchige, das "Überich", die peinliche Berührung, das Antrainierte, statt gerade das abzubauen und der persönlich-privaten Entscheidung zu überlassen. Man bewegt sich keinen Millimeter aus dem Status quo, diesem allgemeinsten Moralgebäude aus Dingen, die man für "schicklich" hält, tritt nicht zurück, schaut sich das Bild nicht von weiter entfernt an, wie sich die Menschen geschichtlich entwickelt haben, was Jahrtausende "normal" war, die Urantriebe, die immer noch aktiv und intakt sind ... Gott sei Dank. Was praktisch als "Erinnerung" im Erbgut überdauert hat. Dieser ewige Durst, der nicht unter einer "kulturell korrekten" Staubkruste einfach verschwindet, sondern allenfalls zeitweilig überdeckt wird. Man verbleibt auf dieser Oberfläche und kommt nicht zur Lösung, weil man nicht den ganzen Menschen betrachtet. Allenfalls beginnt man einen neuen Krieg, schürt Konflikte. Bis die Kruste aufbricht und sich umbilden muss, weil der Druck zu groß geworden ist...


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Re: Sammelstrang Sexarbeit

Beitragvon Dieter Winter » Fr 8. Dez 2017, 12:45

JJazzGold hat geschrieben:(08 Dec 2017, 12:41)

Nein. Du bist einen Schritt zu weit. Der Anspruch wird erhoben und ist dementsprechend ein Muss.


Niemand muss den Anspruch erfüllen. Ansonsten wären wir ja beim Zwang, der eben keine Zustimmung findet.

Wenn sich meine Tochter einbildet, dass sie Anspruch auf einen Dodge Ram hätte, dann heißt das noch lange nicht, dass der Papa das Ding auch kauft. Vielleicht könnte er, aber er mag nicht. Punkt.

Aber es wäre schon sch..e, wenn sich die Gesellschaft erdreisten würde, mir das zu untersagen.
Zuletzt geändert von Dieter Winter am Fr 8. Dez 2017, 12:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sammelstrang Sexarbeit

Beitragvon JJazzGold » Fr 8. Dez 2017, 12:50

Kritikaster hat geschrieben:(08 Dec 2017, 11:36)

Sicher ist Sexarbeit keine Dienstleistung "wie jede andere", aber sie ist eine.

Ich sehe diese "Erwartungshaltung" nicht. Gibt es denn auch eine "gesellschaftliche Erwartungshaltung", die beispielsweise irgendjemanden dazu verpflichtet, den Abfall zu entsorgen, den wir täglich produzieren? Diese Frage ließe sich auf zahlreiche Bereiche unseres Lebens ausweiten.
Was Du und ich für mit unserer jeweils eigenen Würde vereinbar halten, muss nicht den persönlichen Urteilen anderer für sich selbst entsprechen. Wir haben uns da also gar nicht einzumischen.


Als Bestandteil der Gesellschaft nehme ich für mich in Anspruch, mich einzumischen, gesellschaftlich wie politisch, wie auch marktwirtschaftlich.

Weshalb existiert Prostitution?

Wenn du diese Frage überdenkst, dann verstehst du vielleicht, weshalb ich von einer Erwartungshaltung im Bezug auf Erfüllung des Bedarfs spreche.
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Re: Sammelstrang Sexarbeit

Beitragvon JJazzGold » Fr 8. Dez 2017, 13:01

Dieter Winter hat geschrieben:(08 Dec 2017, 12:45)

Niemand muss den Anspruch erfüllen. Ansonsten wären wir ja beim Zwang, der eben keine Zustimmung findet.

Wenn sich meine Tochter einbildet, dass sie Anspruch auf einen Dodge Ram hätte, dann heißt das noch lange nicht, dass der Papa das Ding auch kauft. Vielleicht könnte er, aber er mag nicht. Punkt.


Doch, es wird vorausgesetzt, dass zur Erfüllung des Bedarfs ein käuflicher Intimbereich zur Verfügung steht. Ansonsten gäbe es keine Prostitution.
Wenn Jedermann bekannt wäre, dass er seinen Bedarf nicht mittels eines käuflichen Intimbereichs befriedigen kann, sondern nur in gegeseitiger Bedarfserfüllung, oder mit Hilfe nichtmenschlicher Hilfsmittel, hätte sich das Thema Prostitution erledigt.

Solange der gesellschaftliche Anspruch besteht, es muss zur Befriedigung des Bedarfs ein Intimbereich zur Verfügung stehen, wird es Prostitution geben.
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Re: Sammelstrang Sexarbeit

Beitragvon Kritikaster » Fr 8. Dez 2017, 13:22

JJazzGold hat geschrieben:(08 Dec 2017, 12:50)

Als Bestandteil der Gesellschaft nehme ich für mich in Anspruch, mich einzumischen, gesellschaftlich wie politisch, wie auch marktwirtschaftlich.

Wer wollte Dir das denn absprechen? Ich ganz sicher nicht.
JJazzGold hat geschrieben:Weshalb existiert Prostitution?

Wenn du diese Frage überdenkst, dann verstehst du vielleicht, weshalb ich von einer Erwartungshaltung im Bezug auf Erfüllung des Bedarfs spreche.

Aber von daher gesehen wäre Prostitution dann doch auch wieder nichts Besonderes. :?

Wir erwarten schließlich in so ziemlich allen Lebensbereichen, dass unsere Bedürfnisse erfüllt werden - wohl gemerkt, so lange die entsprechende Erfüllung durch eine Dienstleistung auf freiwilliger Basis durch den/die DienstleisterIN erfolgt.

Über die Ablehnung einer von der betreffenden Person, gegen deren erklärten Willen erzwungenen "Dienstleistung" herrscht in dieser Diskussion Einigkeit, so weit ich das sehen kann. Nur: Wer möchte, sollte eben auch dürfen, und dagegen spricht auch nicht der Umstand, dass es bereits Gesetze zur Einschränkung vertraglicher Freiheiten gibt, denn jeder weitere Fall, den man schafft, macht möglicherweise bereits begangene Fehler um kein Deut besser.
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Re: Sammelstrang Sexarbeit

Beitragvon Dieter Winter » Fr 8. Dez 2017, 13:24

JJazzGold hat geschrieben:(08 Dec 2017, 13:01)

Doch, es wird vorausgesetzt, dass zur Erfüllung des Bedarfs ein käuflicher Intimbereich zur Verfügung steht. Ansonsten gäbe es keine Prostitution.


Das unterstellt, dass das Angebot erst auf Nachfrage entsteht. Es dürfte sich aber anders herum verhalten. Jedenfalls lassen die Beobachtungen im Tierreich diese Vermutung zu.
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Re: Sammelstrang Sexarbeit

Beitragvon JJazzGold » Fr 8. Dez 2017, 13:53

Kritikaster hat geschrieben:(08 Dec 2017, 13:22)

Wer wollte Dir das denn absprechen? Ich ganz sicher nicht.

Aber von daher gesehen wäre Prostitution dann doch auch wieder nichts Besonderes. :?

Wir erwarten schließlich in so ziemlich allen Lebensbereichen, dass unsere Bedürfnisse erfüllt werden - wohl gemerkt, so lange die entsprechende Erfüllung durch eine Dienstleistung auf freiwilliger Basis durch den/die DienstleisterIN erfolgt.

Über die Ablehnung einer von der betreffenden Person, gegen deren erklärten Willen erzwungenen "Dienstleistung" herrscht in dieser Diskussion Einigkeit, so weit ich das sehen kann. Nur: Wer möchte, sollte eben auch dürfen, und dagegen spricht auch nicht der Umstand, dass es bereits Gesetze zur Einschränkung vertraglicher Freiheiten gibt, denn jeder weitere Fall, den man schafft, macht möglicherweise bereits begangene Fehler um kein Deut besser.


"Wer möchte soll auch dürfen", entspricht dem, was ich hier schrieb, wenn auch in einem anderen Sinn.

Das ist die gesellschaftliche Einstellung, auf die ich mich mit "Anspruch auf Triebstillung" bezog.
Wer möchte, dem muss auch ein Angebot zur Verfügung stehen. Ob es sich dabei um einen Döner handelt, oder es den Intimbereich eines anderen Menschen betrifft, der käuflich zur Verfügung zu stehen hat, um das "soll auch dürfen" zu erfüllen.


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