Wendung im Fall Schlecker

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Re: Wendung im Fall Schlecker

Beitragvon Realist2014 » Mo 18. Apr 2016, 11:48

Fadamo hat geschrieben:(18 Apr 2016, 12:47)

Die Staatsanwaltschaft sieht es anderst .



Die ermittelt nicht wegen "Falschberatung"..

sondern wegen Bankrott
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Fadamo
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Re: Wendung im Fall Schlecker

Beitragvon Fadamo » Mo 18. Apr 2016, 11:51

Realist2014 hat geschrieben:(18 Apr 2016, 12:48)

Die ermittelt nicht wegen "Falschberatung"..

sondern wegen Bankrott


Das hängt doch irgendwie zusammen.
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Re: Wendung im Fall Schlecker

Beitragvon Realist2014 » Mo 18. Apr 2016, 12:07

Fadamo hat geschrieben:(18 Apr 2016, 12:51)

Das hängt doch irgendwie zusammen.




Schlecker war Kaufmann und hat Drogerieartikel verkauft

und keine "Finanzprodukte" wie es Versicherungen und Banken tun...
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Re: Wendung im Fall Schlecker

Beitragvon John Galt » Mo 18. Apr 2016, 12:08

zollagent hat geschrieben:(18 Apr 2016, 12:44)

Sitzt die auf der Anklagebank?


Die Wirtschaftsprüfer die auf der Anklagebank sitzen, sind von dieser Firma.
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Re: Wendung im Fall Schlecker

Beitragvon zollagent » Mo 18. Apr 2016, 13:01

Sorry, hatte das mit den beiden Wirtschaftsprüfern im Eingangsbeitrag übersehen.
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Re: Wendung im Fall Schlecker

Beitragvon zollagent » Mo 18. Apr 2016, 13:02

Fadamo hat geschrieben:(18 Apr 2016, 12:51)

Das hängt doch irgendwie zusammen.

Beratung im Einzelhandel betrifft die zum Verkauf stehenden Produkte und keine Finanzanlagen. :D
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Re: Wendung im Fall Schlecker

Beitragvon Fazer » Mo 18. Apr 2016, 21:41

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(13 Apr 2016, 18:59)

4 Jahre nach der Pleite von Schlecker erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage. Und zwar nicht nur gegen Anton Schlecker, auch gegen seine Frau, seinen Sohn und seine Tochter. Ebenfalls sind 2 Wirtschaftsprüfer angeklagt. Das Delikt: Vorsätzlicher Bankrott und im Falle der Verwandten eben Beihilfe dazu. Dazu kommt noch Insolvenzverschleppung und Untreue. Das ganze Register. Insgesamt 13 Straftaten soll Schlecker laut Staatsanwaltschaft in "besonders, schwerem Fall" begangen haben. Sollte sich das als richtig herausstellen, droht eine langjährige Haftstrafe.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 87025.html

Das sollte eigentlich Wasser auf die Mühlen derjenigen sein, die immer befürchten, dass die Justiz Unternehmer mit Samthandschuhen anfasst. Was meint ihr?


Unternehmer und Manager werden schon lange nicht mehr in D mit Samthandschuhen angefasst. Es ist eher umgekehrt, dass die Staatsanwaltschaften trotz dünner Beweislage meinen die Verfahren durchprügeln zu müssen, auf Basis von Phantasien, siehe das Wiedeking Verfahren und aktuell das Verfahren gegen die ehemaligen Vorstände der Deutschen Bank.

Dass es im Fall Schlecker jetzt zu so einem Verfahren kommt überrascht nicht wirklich. SChlecker hatte eine grosse Dummheit begangen, die schon lange zurückliegt: er hat seine Firma als Einzelkaufmann betrieben, haftete also persönlich mit seinem ganzen Vermögen. Ein IRrsinn, jeder normale Mensch würde eine GmbH oder AG gründen um die Haftung zu begrenzen. Droht dann die Pleite reagiert ein Schlecker wie jeder, der in seiner Situation wäre: er versucht zu retten was zu retten ist. Das muss man nicht entschuldigen, das ist strafbar. Aber es ist ähnlich wie bei Fahrerflucht eine REaktion, die die meisten Menschen zeigen würden. Nur kommt man in heutigen Zeiten bei der Verfügung von Daten und Unterlagen nicht so einfach davon, das hätte die Schlecker-Familie wissen müssen.
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Re: Wendung im Fall Schlecker

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Di 19. Apr 2016, 05:49

Fazer hat geschrieben:(18 Apr 2016, 22:41)

Unternehmer und Manager werden schon lange nicht mehr in D mit Samthandschuhen angefasst. Es ist eher umgekehrt, dass die Staatsanwaltschaften trotz dünner Beweislage meinen die Verfahren durchprügeln zu müssen, auf Basis von Phantasien, siehe das Wiedeking Verfahren und aktuell das Verfahren gegen die ehemaligen Vorstände der Deutschen Bank.

Dass es im Fall Schlecker jetzt zu so einem Verfahren kommt überrascht nicht wirklich. SChlecker hatte eine grosse Dummheit begangen, die schon lange zurückliegt: er hat seine Firma als Einzelkaufmann betrieben, haftete also persönlich mit seinem ganzen Vermögen. Ein IRrsinn, jeder normale Mensch würde eine GmbH oder AG gründen um die Haftung zu begrenzen. Droht dann die Pleite reagiert ein Schlecker wie jeder, der in seiner Situation wäre: er versucht zu retten was zu retten ist. Das muss man nicht entschuldigen, das ist strafbar. Aber es ist ähnlich wie bei Fahrerflucht eine REaktion, die die meisten Menschen zeigen würden. Nur kommt man in heutigen Zeiten bei der Verfügung von Daten und Unterlagen nicht so einfach davon, das hätte die Schlecker-Familie wissen müssen.


Gegen die Kinder gibt's ja auch ein Verfahren. Deren Logistikunternehmen ist im Zuge der Schleckerpleite ebenso in die Insolvenz gerutscht. Auch da gab's im Vorfeld der Insolvenz noch Gewinnausschüttungen
Die österreichische Schleckertochter stand eigentlich gut da. Aber auch die ist mit in die Insolvenz gerutscht. Grund dafür war ein hohen Darlehen der öterreichischen Tochter an das deutsche Mutterunternehmen. In Österreich sah man das als eigenkapitalersetztendes Darlehen und es wurde damals schon wegen verdeckter Einlagenrückgewähr ermittelt. Wobei ich nicht verfolgt habe was dabei rausgekommen ist.
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Re: Wendung im Fall Schlecker

Beitragvon Dampflok94 » Di 19. Apr 2016, 07:57

Fazer hat geschrieben:(18 Apr 2016, 22:41)
...Aber es ist ähnlich wie bei Fahrerflucht eine REaktion, die die meisten Menschen zeigen würden. ...

Also es gab 2014 ca. 2,4 Mio Verkehrsunfälle. Das sind dann ungefähr 6.500 pro Tag. Also wenn da Fahrerflucht eine Reaktion der meisten Menschen wäre, so hätten wir ein Massenphänomen. Das ist zweifelsohne nicht so. Dieser Vergleich hinkt nicht nur, da fehlen beide Beine.
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Re: Wendung im Fall Schlecker

Beitragvon Fazer » Di 19. Apr 2016, 10:26

Dampflok94 hat geschrieben:(19 Apr 2016, 08:57)

Also es gab 2014 ca. 2,4 Mio Verkehrsunfälle. Das sind dann ungefähr 6.500 pro Tag. Also wenn da Fahrerflucht eine Reaktion der meisten Menschen wäre, so hätten wir ein Massenphänomen. Das ist zweifelsohne nicht so. Dieser Vergleich hinkt nicht nur, da fehlen beide Beine.


Du wirst dich wundern. Es IST ein Massenphänomen. In 2014 gab es 500.000 Fälle von Fahrerflucht!

http://www.autozeitung.de/auto-news/fah ... lub-europa

Wenn man jetzt annimmt, dass in 80% der Unfälle kaum eine Chance zur Flucht besteht, weil der Unfallgegner im Auto sitzt, dann käme man zum Ergebnis, dass fast jeder Fahrer, der z.B. ein anderes Auto schrammt und keine Zeugen sieht dann die Flucht ergreift.

In gleicher Weise ist die Reaktion der Schleckers nicht überraschend. Natürlich eine ganz andere Art von Fall, aber es ging nur darum aufzuzeigen, dass es sehr normal ist, dass Menschen zum "Schutz" ihrer eigenen Vermögensposition dann z.B. Fahrerflucht begehen oder eben Vermögenswerte versuchen zu retten anstelle sehenden Auges nach der Insolvent völlig ohne Geld dazustehen.
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Re: Wendung im Fall Schlecker

Beitragvon jack000 » Mo 27. Nov 2017, 18:26

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(19 Apr 2016, 06:49)

Gegen die Kinder gibt's ja auch ein Verfahren. Deren Logistikunternehmen ist im Zuge der Schleckerpleite ebenso in die Insolvenz gerutscht. Auch da gab's im Vorfeld der Insolvenz noch Gewinnausschüttungen
Die österreichische Schleckertochter stand eigentlich gut da. Aber auch die ist mit in die Insolvenz gerutscht. Grund dafür war ein hohen Darlehen der öterreichischen Tochter an das deutsche Mutterunternehmen. In Österreich sah man das als eigenkapitalersetztendes Darlehen und es wurde damals schon wegen verdeckter Einlagenrückgewähr ermittelt. Wobei ich nicht verfolgt habe was dabei rausgekommen ist.

Nun ist das Urteil gefallen, Anton Schlecker: Bewährung, Die Kinder Haftstrafen:
Denn während der ehemalige Patriarch mit zwei Jahren Bewährung gerade noch so am Gefängnis vorbeischrammt, bekommen seine Kinder jeweils mehr als zweieinhalb Jahre Haft aufgebrummt.

http://www.focus.de/finanzen/news/hafts ... 04484.html

Knast hätte ich so nicht erwartet ...
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Re: Wendung im Fall Schlecker

Beitragvon Eiskalt » Mo 27. Nov 2017, 20:36

Hat der alte seine Kinder ans Messer geliefert?!
Memento mori
-Römisches Sprichwort
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Re: Wendung im Fall Schlecker

Beitragvon Boracay » Mo 27. Nov 2017, 21:03

Ziemlich krass die Haftstrafe.

Der hier muss nicht in den Knast
http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhal ... e12c8.html

Aber die Schlecker Kinder schon?

Wie ekelhaft und pervers ist die Justiz?
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Re: Wendung im Fall Schlecker

Beitragvon sünnerklaas » Mo 27. Nov 2017, 22:21

Boracay hat geschrieben:(27 Nov 2017, 21:03)

Ziemlich krass die Haftstrafe.

Der hier muss nicht in den Knast
http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhal ... e12c8.html

Aber die Schlecker Kinder schon?

Wie ekelhaft und pervers ist die Justiz?



Das ist das Rechtssystem und die dahinter stehende Rechtsphilosophie.
Beides weißt dem Schutz des Eigentums einen höheren Status zu, als der körperlichen Unversehrtheit. Hätte der Vergewaltiger das Kind ausgeraubt - da reicht allein ein paar Cents wegnehmen - hätte es mindestens fünf Jahre gegeben - mit deutlicher Tendenz nach oben.

Der Gesetzgeber kann zwar Gesetze erlassen und ändern, nicht aber die Rechtsphilosophie.
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Re: Wendung im Fall Schlecker

Beitragvon SpukhafteFernwirkung » Mo 27. Nov 2017, 22:25

sünnerklaas hat geschrieben:(27 Nov 2017, 22:21)

Das ist das Rechtssystem und die dahinter stehende Rechtsphilosophie.
Beides weißt dem Schutz des Eigentums einen höheren Status zu, als der körperlichen Unversehrtheit. Hätte der Vergewaltiger das Kind ausgeraubt - da reicht allein ein paar Cents wegnehmen - hätte es mindestens fünf Jahre gegeben - mit deutlicher Tendenz nach oben.

Der Gesetzgeber kann zwar Gesetze erlassen und ändern, nicht aber die Rechtsphilosophie.
der gesetzgeber gibt doch auch dasstrafmaß vor...- :?:
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Re: Wendung im Fall Schlecker

Beitragvon SpukhafteFernwirkung » Mo 27. Nov 2017, 22:45

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(13 Apr 2016, 18:59)

4 Jahre nach der Pleite von Schlecker erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage. Und zwar nicht nur gegen Anton Schlecker, auch gegen seine Frau, seinen Sohn und seine Tochter. Ebenfalls sind 2 Wirtschaftsprüfer angeklagt. Das Delikt: Vorsätzlicher Bankrott und im Falle der Verwandten eben Beihilfe dazu. Dazu kommt noch Insolvenzverschleppung und Untreue. Das ganze Register. Insgesamt 13 Straftaten soll Schlecker laut Staatsanwaltschaft in "besonders, schwerem Fall" begangen haben. Sollte sich das als richtig herausstellen, droht eine langjährige Haftstrafe.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 87025.html

Das sollte eigentlich Wasser auf die Mühlen derjenigen sein, die immer befürchten, dass die Justiz Unternehmer mit Samthandschuhen anfasst. Was meint ihr?

in den 60 -70ern gabs den fall eines textilunternehmers der hatte so eine ladenkette für herrenausstattung. mir fällt der name nicht ein, aber es gibt einen wiki-artikel dazu.
der besagte unternehmer hatte lieferanten im ausland, die ihm auch gehörten, die seine kette belieferten und nach meinung des finanzamts hatte er den hiesigen läden überhöhte rechnungen gestellt, die eine verdeckte gewinnabschöpfung darstellten an der steuer vorbei.
der rechtsstreit ging über jahre und der unternehmer konnte nicht mehr nach deutschland reisen ohne verhaftet zu werden. naja, wurde dann ein bisschen dramatisch, bei einem flug über deutschland ist er abgestürzt und wurde verhaftet.

die multinationalen konzerne machen heute sowas ganz normal und voll akzeptiert...- :|
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Re: Wendung im Fall Schlecker

Beitragvon Dampflok94 » Di 28. Nov 2017, 09:37

Eiskalt hat geschrieben:(27 Nov 2017, 20:36)

Hat der alte seine Kinder ans Messer geliefert?!

Das glaube ich nicht. Ich gehe davon aus, man hat sich abgesprochen. Abgesehen davon, war dieses Urteil auch nicht unbedingt zu erwarten. Die Staatsanwaltschaft hatte jedenfalls andere Vorstellungen.
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Re: Wendung im Fall Schlecker

Beitragvon sünnerklaas » Di 28. Nov 2017, 09:57

SpukhafteFernwirkung hat geschrieben:(27 Nov 2017, 22:25)

der gesetzgeber gibt doch auch dasstrafmaß vor...- :?:


Das Gericht muss aber eben auch noch diverse andere Aspekte berücksichtigen. Dazu gehören diverse Aspekte zur Persönlichkeit des Täters, zu den Tatumständen, höchstrichterliche Entscheidungen zu ähnlichen Fällen etc.. Ein Urteil muss eben auch revisionsfest sein.
Der Richter muss alles prüfen, was den Angeklagen belastet und was ihn entlastet, er muss berücksichtigen, ob der Angeklagte vorbestraft ist, welche Prognose es gibt etc. - sonst macht er sich wegen Rechtsbeugung strafbar. Extrem strafverschärfend wirkt sich dann immer ein zusätzliches Eigentumsdelikt aus.

Bei der Rechtsprechung wird Recht gesprochen - nicht Gerechtigkeit. Und es gibt viele Fälle, in denen auch noch andere eine mehr oder weniger erhebliche Mitverantwortung tragen - Leute, die nicht auf der Anklagebank sitzen. Die Sache ist komplex.
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Re: Wendung im Fall Schlecker

Beitragvon sünnerklaas » Di 28. Nov 2017, 10:10

Dampflok94 hat geschrieben:(28 Nov 2017, 09:37)

Das glaube ich nicht. Ich gehe davon aus, man hat sich abgesprochen. Abgesehen davon, war dieses Urteil auch nicht unbedingt zu erwarten. Die Staatsanwaltschaft hatte jedenfalls andere Vorstellungen.


Vielleicht gab es Deals - es stehen ja noch weitere Prozesse an. Und man sollte nicht vergessen: Anton Schlecker ist finanziell bis an sein Lebensende ruiniert und kommt da auch nicht mehr mit einer Privatinsolvenz raus. Mit der Bewährungsstrafe kann man vielleicht erreichen, dass er freiwillig Vermögen abliefert, was vielleicht noch irgendwo versteckt ist. Wir kennen die Bewährungsauflagen nicht. Gut möglich, dass man ihm die Botschaft mit auf den Weg gegeben hat, dass er, sollte irgendwo noch etwas sein, was den Gläubigern entzogen wurde, er nicht nur für die zwei Jahre einwandert, sondern er in einem weiteren Prozess noch einen ordentlichen Strafzuschlag bekommt. Wenn es so ist, wie von mir beschrieben, ist das ein weises Urteil, weil das Gericht halt auch noch die Interessen der Geprellten berücksichtigen muss.
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Re: Wendung im Fall Schlecker

Beitragvon odiug » Di 28. Nov 2017, 10:16

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(13 Apr 2016, 18:59)

4 Jahre nach der Pleite von Schlecker erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage. Und zwar nicht nur gegen Anton Schlecker, auch gegen seine Frau, seinen Sohn und seine Tochter. Ebenfalls sind 2 Wirtschaftsprüfer angeklagt. Das Delikt: Vorsätzlicher Bankrott und im Falle der Verwandten eben Beihilfe dazu. Dazu kommt noch Insolvenzverschleppung und Untreue. Das ganze Register. Insgesamt 13 Straftaten soll Schlecker laut Staatsanwaltschaft in "besonders, schwerem Fall" begangen haben. Sollte sich das als richtig herausstellen, droht eine langjährige Haftstrafe.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 87025.html

Das sollte eigentlich Wasser auf die Mühlen derjenigen sein, die immer befürchten, dass die Justiz Unternehmer mit Samthandschuhen anfasst. Was meint ihr?

Was heißt sollte Wasser gewesen sein ... 2 Jahre auf Bewährung und 56 000 Euro Strafe ... das ist Wasser auf die Mühlen derer, die nicht nur behaupten, sondern auch klipp und klar feststellen, daß Wirtschaftsverbrechen bei uns immer noch wie Kavaliersdelikte behandelt werden.
Zwar ist die öffentliche Empörung heute größer als je zu vor, aber ändern tut sich nichts.
Im Gegenteil ... es wird eine Nebelbombe nach der anderen gezündet.
Aus der Derivatenkrise in den USA wurde die Immobilienkrise, an der natürlich der armen Häuslebesitzer schuld war, der kaufte, was er sich nicht leisten konnte, aus der Bankenkrise wurde die Schuldenkrise und schuld daran war der Grieche und jetzt ... ganz toll ... haben wir Flüchtlinge :thumbup:
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:

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