Hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland

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Ist die Steuerbelastung angemessen in Deutschland?

Ja
21
41%
Nein
30
59%
 
Abstimmungen insgesamt: 51
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Kibuka
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Hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland

Beitragvon Kibuka » So 21. Feb 2016, 12:43

Ich möchte in diesem Thread gerne einmal auf die hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland eingehen. Im letzten Jahr wurde von der OECD die Abgabenlast in den unterschiedlichen Industriestaaten analysiert. Deutschland landet auf dem dritten Platz in diesem Ranking. Nur in Österreich oder Belgien langt der Staat noch tiefer in die Taschen seiner Bürger.

http://www.oecd.org/ctp/tax-policy/taxi ... 725124.htm

In Deutschland liegt die Abgabenlast bei rund 52 Prozent. Das betrifft lediglich das Einkommen. An die übrigen 48 Prozent geht der Staat mit indirekten Steuern, wie der Mehrwertsteuer oder der Mineralölsteuer noch einmal zusätzlich ran.

De facto bleiben einem Arbeitnehmer nur rund 30 % seines Arbeitslohns übrig. Der Rest wandert in die Staatskasse.

Deutschland gehört zu den Ländern mit der höchsten Steuerlast.

http://www.finanzen.net/nachricht/priva ... it-4366549


Insbesondere Singles und Alleinerziehende müssen in Deutschland hohe Summen an den Staat abgeben. Deutlich geringer ist die Belastung bei Familien, wie die Infografik zeigt.

Bild
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Adam Smith
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Re: OECD: hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland

Beitragvon Adam Smith » So 21. Feb 2016, 13:01

Aus dem Grund bin ich dafür, dass die Umsatzsteuer weiter erhöht werden sollte.

http://wko.at/statistik/eu/europa-abgabenquoten.pdf

http://de.statista.com/statistik/daten/ ... r-staaten/

Dieses führt nicht zu einer weiteren einseitigen Belastung der Arbeitnehmer.
Nele28

Re: OECD: hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland

Beitragvon Nele28 » So 21. Feb 2016, 13:06

Ich zahle gerne Steuern, Abgaben, Beiträge, Gebühren .....
Die Höhe in einer Rankingliste gibt ja noch nicht viel her. Es kommt darauf an, was angefangen von der Kommune, über die Kreise, Länder, Bund bis zur EU
mit diesen Geldern gemacht wird. Geht es wirklich gerecht und solidarisch zu? Wird mit Steuergeldern mehr als das erträgliche Maß Steuerverschwendung betrieben,
systembedingte nicht sorgfältig kalkulierte total übertreuerte öffentliche Projekte finanziert usw. .?
Als ich die beiden Sendungen 1m 15.02. im Ersten : "Story im Ersten" und "Wie solidarisch ist Deutschland" gesehen habe, in denen anschaulich dargestellt wurde, wie es mit dieser BRD bestellt ist, bin ich skeptisch geworden. Da gibt es nichts zu beschönigen und zu verharmlosen, weil hier dem Betrug jenseits von Anstand, Moral und Ethik Vorschub geleistet und dann auch noch von den Verantwortlichen als legal umdefiniert wird.
Darüber wäre zu diskutieren.
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Kibuka
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Re: OECD: hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland

Beitragvon Kibuka » So 21. Feb 2016, 13:20

Nele28 hat geschrieben:(21 Feb 2016, 13:06)

Ich zahle gerne Steuern, Abgaben, Beiträge, Gebühren .....
Die Höhe in einer Rankingliste gibt ja noch nicht viel her. Es kommt darauf an, was angefangen von der Kommune, über die Kreise, Länder, Bund bis zur EU
mit diesen Geldern gemacht wird.


Nein. Genau das ist der Knackpunkt und der Unterschied zwischen einer sozialen Marktwirtschaft und einer sozialistischen Planwirtschaft.

Die Marktteilnehmer entscheiden darüber, was sie mit ihrem Geld machen und nicht der Staat.

Der Staat hat sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend in zahlreiche Bereiche eingemischt, die ihn nichts angehen sollten. In Deutschland setzt sich zunehmend eine Staatsgläubigkeit durch, die nichts mehr mit dem Marktgedanken nach Ludwig Erhard zu tun hat.

Was passiert, wenn der Staat sich die Wirtschaft unter den Nagel reißt, sieht man in Griechenland oder Venezuela.
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Re: OECD: hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland

Beitragvon Scipio » So 21. Feb 2016, 13:30

Steuertheoretisch ist die Konsumsteuer die bessere Alternative als eine reine Einkommensbesteuerung. Bei uns liegt ja eine Mischform, ein hybrides System, vor.

Aber eine Steuer dem reinen Äquvivalenzprinzip entsprechend wird es nicht geben und auch nicht funktionieren.
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Re: OECD: hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland

Beitragvon BlueMonday » So 21. Feb 2016, 13:37

Nele28 hat geschrieben:(21 Feb 2016, 13:06)

Ich zahle gerne Steuern, Abgaben, Beiträge, Gebühren .....
.


Interessant! Wenn du so gerne Steuern usw. zahlst, dann übernimm doch gleich noch die Steuer- und Abgabenlast eines Mitmenschen, der weniger Glücksgefühle als du entwickelt, wenn er Überweisungen ans Finanzamt ausfüllt. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Du hast deinen Spaß und der andere ist eine Lebenslast los. Win-Win!

Ich schätze, hier im Forum finden sich bereits einige werte Mitmenschen, die du von diesen Lasten befreien kannst und die dir mehr als dankbar dafür wären. Also voran und den bloßen Worten echte Taten folgen lassen!
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Re: OECD: hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland

Beitragvon moderliese » So 21. Feb 2016, 14:12

Adam Smith hat geschrieben:(21 Feb 2016, 13:01)

Aus dem Grund bin ich dafür, dass die Umsatzsteuer weiter erhöht werden sollte.

http://wko.at/statistik/eu/europa-abgabenquoten.pdf

http://de.statista.com/statistik/daten/ ... r-staaten/

Dieses führt nicht zu einer weiteren einseitigen Belastung der Arbeitnehmer.

Zum Glück müssen wir uns nicht nach dir richten. Deine Posts werden immer idiotischer. Natürlich trifft eine hohe Umsatzsteuer die arbeitendeBevölkerung am allermeisten.
moderliese

Re: OECD: hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland

Beitragvon moderliese » So 21. Feb 2016, 14:15

Scipio hat geschrieben:(21 Feb 2016, 13:30)

Steuertheoretisch ist die Konsumsteuer die bessere Alternative als eine reine Einkommensbesteuerung. Bei uns liegt ja eine Mischform, ein hybrides System, vor.

Aber eine Steuer dem reinen Äquvivalenzprinzip entsprechend wird es nicht geben und auch nicht funktionieren.

Und bestraft die die den grössten Teil ihrer Einkünfte verkonsumieren, die einfachen Arbeitnehmer.
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Re: OECD: hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland

Beitragvon Adam Smith » So 21. Feb 2016, 14:16

Scipio hat geschrieben:(21 Feb 2016, 13:30)

Steuertheoretisch ist die Konsumsteuer die bessere Alternative als eine reine Einkommensbesteuerung. Bei uns liegt ja eine Mischform, ein hybrides System, vor.

Aber eine Steuer dem reinen Äquvivalenzprinzip entsprechend wird es nicht geben und auch nicht funktionieren.


Unser System basiert auf drei Einnahmequellen:

Sozialbeiträge 13,9 %
Steuern auf Einkommen, Kapital und Gewinne 9,8
Steuern auf Güter und Dienstleistungen 10,1 %
Abgabenquote 2005 34,7 %


https://de.wikipedia.org/wiki/Abgabenquote

Ein anderes System wäre z.B. das Krugman-System.
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Adam Smith
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Re: OECD: hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland

Beitragvon Adam Smith » So 21. Feb 2016, 14:22

moderliese hat geschrieben:(21 Feb 2016, 14:12)

Zum Glück müssen wir uns nicht nach dir richten. Deine Posts werden immer idiotischer. Natürlich trifft eine hohe Umsatzsteuer die arbeitendeBevölkerung am allermeisten.


Es gibt hier also wie immer Schwierigkeiten Sachverhalte zu verstehen.

Es geht hier um niedrigere Lohnnebenkosten für mehr Beschäftigung.

Die Bundesregierung hat Anfang 2007 die Umsatzsteuer - auch Mehrwertsteuer genannt - von 16 auf 19 Prozent erhöht. Die Mehrwertsteuer war auch vorher schon immer wieder Anlass für Diskussionen in der Öffentlichkeit. So ist beispielsweise umstritten, dass Zeitschriften nur mit 7 Prozent, Kinderartikel aber mit dem vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent besteuert werden.
Der Staat nimmt durch den höheren allgemeinen Mehrwertsteuersatz rund 23 Milliarden Euro mehr Steuern ein. Die Bundesregierung verbindet mit diesem Schritt zwei wichtige Ziele:

Niedrigere Lohnnebenkosten für mehr Beschäftigung


https://www.bundesregierung.de/Content/ ... teuer.html

CDU: Mehrwertsteuer erhöhen, Lohnkosten senken
Die Unions-Ministerpräsidenten und Kanzlerkandidatin Angela Merkel haben im Streit um die Mehreinnahmen aus der geplanten Mehrwertsteuer-Erhöhung eine grundsätzliche Einigung erzielt.


http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/w ... 56750.html

Das ganze nennt sich soziale Mehrwertsteuer.

Als Soziale Mehrwertsteuer wird die Besteuerung des Konsums zur Finanzierung der Sozialversicherung bezeichnet. Bei Einführung einer solchen Steuer wird zumeist der Arbeitgeberbeitrag abgesenkt. Das Konzept wurde vom Schweizer Ökonom Hans Christoph Binswanger (Förderverein Ökologische Steuerreform) entwickelt.

Ein mehrwertsteuerähnliche Abgabe zur Finanzierung des Sozialwesens wurde Ende der 1980er Jahre in Dänemark als arbejdsmarkedsbidrag (AMBI) eingeführt, gleichzeitig wurden die Arbeitgeberbeiträge für die Arbeitslosenversicherung abgeschafft.[1] Die Abgabe wurde später mit der Mehrwertsteuer zusammengeführt.


https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Mehrwertsteuer
Zuletzt geändert von Adam Smith am So 21. Feb 2016, 14:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: OECD: hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland

Beitragvon Realist2014 » So 21. Feb 2016, 14:24

moderliese hat geschrieben:(21 Feb 2016, 14:15)

Und bestraft die die den grössten Teil ihrer Einkünfte verkonsumieren, die einfachen Arbeitnehmer.



wieso "bestrafen"?

Die unteren Einkommen zahlen doch praktisch keine Einkommenssteuer.

Und Konsumsteuer bezahlt jeder, der konsumiert.
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: OECD: hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland

Beitragvon 3x schwarzer Kater » So 21. Feb 2016, 14:27

Kibuka hat geschrieben:(21 Feb 2016, 12:43)



De facto bleiben einem Arbeitnehmer nur rund 30 % seines Arbeitslohns übrig. Der Rest wandert in die Staatskasse.



Gewagte Rechnung. Wie kann es dann sein, dass die Staatsquote in Deutschland nur etwa 45% beträgt?
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Re: OECD: hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland

Beitragvon Scipio » So 21. Feb 2016, 14:30

moderliese hat geschrieben:(21 Feb 2016, 14:15)

Und bestraft die die den grössten Teil ihrer Einkünfte verkonsumieren, die einfachen Arbeitnehmer.


Nein. Selbst wenn man reich ist und viel Geld durch Kapitalanlagen verdient, bringt das einem nichts, wenn man nicht konsumiert. Jeder Mensch konsumiert. Wenn man theoretisch 20 Mio. EUR auf dem Konto liegen hat, aber in einer Einzimmerwohnung wohnt und nur zu Aldi geht, hat man davon nicht viel, salopp gesagt.
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Re: OECD: hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland

Beitragvon Adam Smith » So 21. Feb 2016, 14:38

Hier wurde mal versucht zu ermitteln wie hoch die Abgabenquote eine Normalverdieners ist.

Deutschland 52,99%


file:///C:/Users/Sebastian/Downloads/TheTaxBurdenofTypicalWorkersInTheEU27_2013German.pdf
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Re: OECD: hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland

Beitragvon Nele28 » So 21. Feb 2016, 14:55

Kibuka hat geschrieben:(21 Feb 2016, 13:20)

Nein. Genau das ist der Knackpunkt und der Unterschied zwischen einer sozialen Marktwirtschaft und einer sozialistischen Planwirtschaft.

Die Marktteilnehmer entscheiden darüber, was sie mit ihrem Geld machen und nicht der Staat.

Der Staat hat sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend in zahlreiche Bereiche eingemischt, die ihn nichts angehen sollten. In Deutschland setzt sich zunehmend eine Staatsgläubigkeit durch, die nichts mehr mit dem Marktgedanken nach Ludwig Erhard zu tun hat.

Was passiert, wenn der Staat sich die Wirtschaft unter den Nagel reißt, sieht man in Griechenland oder Venezuela.


Ich verstehe nicht, warum immer noch ein Popanz zur sozialistischen Planwirtschaft aufgebaut wird. Das ist für mich kein Thema, weil so ein System Webfehler hatte und nie nachhaltig funktionieren konnte.
Indiskutabel, also weg damit auf den Schrotthaufen der Geschichte.
Im übrigen stellen die öffentliche Hand kurz-mittelfristige und langfristige Haushaltspläne auf, genauso, wie Firmen und Unternehmen (Bussinesspläne! ) das tun.

Die Regierung, die ja vom eigentlichen Souverän, dem Wähler und Bürger, indirekt, weil Parteien gewählt wurden, setzen das halt um, was Bürger fordern. Dafür setzen sie ihre Schwerpunktprogramme, um gewählt zu werden.
Du willst doch, dass der Staat eingreift und Regularien festlegt, damit die soziale Marktwirtschaft funktioniert. Oder wie es Ludwig Ehrhardt propagierte: Wohlstand für alle.
Kann es sein, dass die Lasten falsch und ungerecht zu Ungunsten der Familien und Alleinerziehenden mit Kinder unter der jetzigen Regierung verteilt sind?.
Ich bin z.B. dafür, dass die immensen Kosten für die Polizeieinsätze zur Sicherung des Milliarden-Spiels Bundesliga von den Vereinen bezahlt werden sollte, also letztlich von den Fans, die sich von dem Spektakel von wegen „““Es muss brennen““ oder „ es muss Feuer unter dem Dach sein““ berauschen lassen.
Nichts ärgert die Bürger mehr als der schludrige Umgang mit Steuergeldern und verkalkulierte total überteuerte Großprojekte , was schon System hat.

Ich sehe eher die Gefahr in die umgekehrte Richtung. Siehe TISA. Also der Angriff öffentlicher Einrichtungen zu Gunsten der privaten Hand.
Interessens- und Lobbyvertreter, die in vielen Bereichen tätig sind, erfüllen ihren Zweck, wenn sie nicht zum Mißbrauch und zur Entsolidarisierung der Reichen führt.
Im Übrigen war es Ludwig Ehrhardt, der Wohlstand für alle propagierte. Im Aufbaudeutschland zogen Arbeitnehmer und Unternehmer solidarisch an einem Strang. Sonst hätte es ja nicht funktioniert.
Ehrhardt war aber nicht der Erfinder der sozialen Marktwirtschaft.
Der US-Präsident Roosevelt setzte in der Zeit der massiven Wirtschaftskrise mit seiner Politik die Leitlinie zum regulierenden Eingreifen der amerikanischen Regierung ins wirtschaftliche Geschehen durch nachhaltige Veränderungen des Sozialwesens, um Wohlstand der US-Bürger zu sichern, die bis dahin durch Arbeitslosigkeit, Elend, Armut geprägt war. Er legte sich mit den Reichen und Mächtigen im Land an und forderte von ihnen jene Solidarisierung und Verantwortung, wie sie heute wieder im Raum stehen: Eigentum verpflichtet! .
Das führte zu einem enormen wirtschaftlichen Aufschwung, der die USA an die Spitze zur Weltmacht katapultierte und zur Entscheidung des von Hitler angezettelten verbrecherischen Weltkrieges führte.
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Re: OECD: hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland

Beitragvon Adam Smith » So 21. Feb 2016, 14:59

Nele28 hat geschrieben:(21 Feb 2016, 14:55)

Ehrhardt war aber nicht der Erfinder der sozialen Marktwirtschaft.


Das ist richtig.

1938 fand in Paris das Colloque Walter Lippmann statt, auf dem die Thesen Lippmanns über den Niedergang des Liberalismus und die Chancen einer erneuerten liberalen Ordnung, die sich vom Laissez-faire Liberalismus unterscheiden sollte, zu diskutieren. Dabei setzte sich Alexander Rüstows Begriffsschöpfung des Neoliberalismus gegen Alternativen wie Neo-Kapitalismus, sozialer Liberalismus oder sogar libéralisme de gauche (franz. Linker Liberalismus) durch.[17]

Rüstows Ziel war die Überwindung der systembedingten Mängel des Laissez-faire-Liberalismus, nämlich:

mangelnde Berücksichtigung der Lebensumstände der Bevölkerung
Mangel an sozialer Grundsicherung, insbesondere bei unverschuldeten Notlagen
teilweise menschenunwürdige Arbeitsbedingungen
die höchst ungleichmäßige Verteilung von Chancen, Einkommen und Vermögen
durch eine aktive Wettbewerbspolitik, die

Monopolbildung verhindert,
das unternehmerische Eigeninteresse in Richtung des Gemeinwohls kanalisiert
ein liberaler Interventionismus sollte etabliert werden und
ein leistungsstarkes, mittelständisches Unternehmertum sollte gefördert werden
Die Wettbewerbspolitik soll durch eine konsistente Sozialpolitik umfassenden Typs, Vitalpolitik genannt, ergänzt werden. Diese beinhaltet die Verbesserung des Lebensumfelds dergestalt, dass das individuelle Wohlbefinden positiv beeinflusst wird und eine subsidiäre soziale Sicherung.[26]



https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_R%C3%BCstow
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Re: OECD: hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland

Beitragvon Teeernte » So 21. Feb 2016, 15:18

Nele28 hat geschrieben:(21 Feb 2016, 14:55)

Ich verstehe nicht, warum immer noch ein Popanz zur sozialistischen Planwirtschaft aufgebaut wird. Das ist für mich kein Thema, weil so ein System Webfehler hatte und nie nachhaltig funktionieren konnte.



Die Hängematte füht zu Ungerechter Verteilung...... Leute , die 40 h die Woche Arbeiten - haben die Arbeitsfernen MITZUSCHLEPPEN.

Was bleibt bei 4 - 10 .000 Eu Brutto ? (Der Arbeitgeber muss 5 bis 15.000 Eu dafür `raustun )

Warum sollen "Alleinerziehende" zusätzlich alimentiert werden ?

JA - die Polizeieinsätze sollten vom Verursacher bezahlt werden.......


Genau so wie Radwege, Nahverkehr... und Naturschutz. :D :D :D
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Nele28

Re: OECD: hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland

Beitragvon Nele28 » So 21. Feb 2016, 15:29

Wieso werden Alleinerziehende zusätzlich alimentiert. Diese Personengruppe leistet unter schwierigen Bedinungen einen wichtigen Job, in dem sie Hausarbeit, Kindererziehung und Beruf unter einen Hut bringen müssen. Die Familienministerin Schwesig ist da ganz anderer Meinung. Sie gibt wenigstens zu, dass für diese Personengruppe mehr getan werden muss, weil viele Voraussetzungen und Bedingungen noch nicht geschaffen sind.
Die Unternehmen sind leider in ihrer Arbeitszeitgestaltung nicht so flexibel, dass diese Frauen darin eine Vereinbarung ihrer Lebensumstände sehen.
Eigentlich eine Frechheit, von zusätzlicher Alimente das Wort zu reden.
moderliese

Re: OECD: hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland

Beitragvon moderliese » So 21. Feb 2016, 15:35

Adam Smith hat geschrieben:(21 Feb 2016, 14:22)

Es gibt hier also wie immer Schwierigkeiten Sachverhalte zu verstehen.

Es geht hier um niedrigere Lohnnebenkosten für mehr Beschäftigung.



https://www.bundesregierung.de/Content/ ... teuer.html



http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/w ... 56750.html

Das ganze nennt sich soziale Mehrwertsteuer.



https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Mehrwertsteuer

Nein es geht darum oben zu entlasten und unten zu belasten. Ausserdem haben wir praktisch Vollbeschäftigung, also was willst du noch?
Dein Vorschlag ist Schwachsinn höchster Güte. Wenn man die Lohnkosten senkt sparen die Arbeitgeber und wenn man im Gegenzug die Mehrwertsteuer erhöht belastet man die Arbeitnehmer, also eine Umverteilung vo unten nach oben. Schon klar dass von dir nichts andere zu erwarten ist, da ist nicht viel unter der weissen Perücke.
moderliese

Re: OECD: hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland

Beitragvon moderliese » So 21. Feb 2016, 15:40

Realist2014 hat geschrieben:(21 Feb 2016, 14:24)

wieso "bestrafen"?

Die unteren Einkommen zahlen doch praktisch keine Einkommenssteuer.

Und Konsumsteuer bezahlt jeder, der konsumiert.

Genau deswegen werden ja die unteren Einkommen am meisten durch hohe Konsumsteuern belastet. Also erfolgtunten eineMehrbelastung zu Gunste einer Entlastung auf Arbeitgeberseite, asozial und ungerecht.

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