Kapitalismuskritik und die Realität

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Gruwe
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon Gruwe » Mo 9. Jul 2018, 22:11

KarlRanseier hat geschrieben:(09 Jul 2018, 23:07)

Die reichsten 10% der Deutschen könnten das aus problemlos der Portikasse zahlen, aber sie wären ja total bescheuert, wenn sie das tun würden... :D


Inwiefern soll das jetzt eine Antwort auf meine Frage sein?

Was haben die Vermögen der Bevölkerung damit zu tun, dass Deutschland angeblich pleite ist bzw. irgendwelchen Banken gehört?

Kannst Du auch antworten, ohne das Thema zu wechseln?
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon Gruwe » Mo 9. Jul 2018, 22:12

KarlRanseier hat geschrieben:(09 Jul 2018, 23:10)

Naja, wenn man Geldschulden hat, die man mit Sicherheit niemals begleichen wird, ist man schon pleite.


Das sind nun lediglich Behauptungen von Dir! Nix, was Leute mit "Ahnung" auch so sehen!
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon KarlRanseier » Mo 9. Jul 2018, 22:31

Gruwe hat geschrieben:(09 Jul 2018, 23:12)

Das sind nun lediglich Behauptungen von Dir! Nix, was Leute mit "Ahnung" auch so sehen!



Die Sache mit den Krediten ist vollkommen absurd. Die Banken verleihen Geld, das sie nicht nur nicht besitzen, sondern es existiert gar nicht!

Ich werde in Zukunft Ferraris verleihen. Ich besitze keinen Ferrari, aber das Geschäftsmodell, Dinge zu verleihen, die man nicht hat, finde ich brilliant! :thumbup:

Der Kunde kann das nicht existierende Fahrzeug ein Jahr lang behalten. Dann muss er es zurückgeben, und da ich ja das Risiko trage, dass ich meinen nicht existierenden Ferrari nicht zurück bekomme, berechne ich "Zinsen". Da ich, im Gegensatz zu den Banken, äußerst bescheiden bin, reicht mir dafür ein Kleinwagen...

Kann der Kunde nach einem Jahr nicht Ferrari zzgl. Kleinwagen "zurückgeben", so haftet der Staat. Bevor ich mein Geschäft eröffne, muss ich allerdings noch von der Bundesregierung bestätigt bekommen, dass ich "systemrelevant" bin, weil mir ansonsten sozialistische Bestandsgarantien nicht zustehen und ich im Falle des "Kreditausfalls" keinen Gewinn mache... Für unrelevanten Pöbel gibt's leider nur Kapitalismus. :(
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon Skull » Mo 9. Jul 2018, 22:51

Gruwe hat geschrieben:(09 Jul 2018, 23:03)

Weil man Geldschulden hat, ist man pleite?

Sind dann alle Firmen in D auch pleite (häufig Eigenkapitalquote von 30-40%)?
Sind dann Häuslebauer, die zum Bau des Eigenheims Geldschulden aufnehmen, auch pleite?

Guck mal auf die Passivseite jeder Bank.

Die sind und waren bestimmt schon immerr...ALLE pleite, weil die so viele Schulden haben... :D

mfg
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon Gruwe » Mo 9. Jul 2018, 22:53

KarlRanseier hat geschrieben:(09 Jul 2018, 23:31)
Die Sache mit den Krediten ist vollkommen absurd. Die Banken verleihen Geld, das sie nicht nur nicht besitzen, sondern es existiert gar nicht!


Das ist Unfug! Geld ist ein Tauschhilfsmittel. Und natürlich existiert es! Was soll dieser Blödsinn also?
Im Übrigen funktioniert dieses Tauschmittel sehr gut! Oder willst du etwa behaupten, du siehst die Vorteile der Verwendung
von Geld nicht und benutzt daher keinerlei Geld in deinem täglichen Leben?


Ich werde in Zukunft Ferraris verleihen. Ich besitze keinen Ferrari, aber das Geschäftsmodell, Dinge zu verleihen, die man nicht hat, finde ich brilliant! :thumbup:

Der Kunde kann das nicht existierende Fahrzeug ein Jahr lang behalten. Dann muss er es zurückgeben, und da ich ja das Risiko trage, dass ich meinen nicht existierenden Ferrari nicht zurück bekomme, berechne ich "Zinsen". Da ich, im Gegensatz zu den Banken, äußerst bescheiden bin, reicht mir dafür ein Kleinwagen...


Wenn Du Ferraris verleihen willst, dann brauchst du natürlich einen Ferrari!
Ebenso verleiht die Bank Geld, das sie auch entsprechend hat. Mit diesem Geld kannst Du dir dann etwa einen Ferrari leihen. Funktioniert wunderbar!

Es kann Keiner was dafür, wenn diese recht einfachen Sachverhalte dich überfordern!


Kann der Kunde nach einem Jahr nicht Ferrari zzgl. Kleinwagen "zurückgeben", so haftet der Staat. Bevor ich mein Geschäft eröffne, muss ich allerdings noch von der Bundesregierung bestätigt bekommen, dass ich "systemrelevant" bin, weil mir ansonsten sozialistische Bestandsgarantien nicht zustehen und ich im Falle des "Kreditausfalls" keinen Gewinn mache... Für unrelevanten Pöbel gibt's leider nur Kapitalismus. :(


Was soll der Staat da haften? Meinst du, der Staat gibt Dir dann einen neuen Ferrari? Dein Einsatz, dein potentieller Gewinn...und DEIN Risiko!
Und nein: Du bist nicht systemrelevant...und schon ist dein absurder Plan für die Katz! :D
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon Gruwe » Mo 9. Jul 2018, 22:55

Skull hat geschrieben:(09 Jul 2018, 23:51)

Guck mal auf die Passivseite jeder Bank.

Die sind und waren bestimmt schon immerr...ALLE pleite, weil die so viele Schulden haben... :D

mfg


Hab ich bewusst ausgelassen...denn in der Welt unseres Freundes KarlRanseier hier...besitzen die Banken ja den Staat! Und dann kann man ja logischerweise nicht pleite sein ;)
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon Skull » Mo 9. Jul 2018, 22:56

Guten Abend,

wenn die Diskussion nun Richtung GELD gehen sollte, behandel ich das entweder als Spam...
oder verschiebe das in einen anderen Thread. EInen der vielen Geld-Threads.
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon Selina » Mo 9. Jul 2018, 23:28

Der leider bereits verstorbene CDU-Mann Heiner Geißler brachte es schon vor Jahren auf den Punkt.

Zitat:

Der Kapitalismus ist genauso falsch wie der Kommunismus

Die negativen Auswirkungen des kapitalistischen Wirtschaftssystems auf die Menschen sind nicht erst seit der Finanzkrise evident. Seit Jahren argumentiere ich, oft ausgelacht und absichtlich missverstanden, in fast jeder Talkshow, jedem Vortrag gegen diese Wirtschafts»ordnung« und ihre absehbaren Folgen. Demokratische Entscheidungen wurden durch die Diktatur der internationalen Finanzmärkte ersetzt, und nach ihrem Zusammenbruch sind die Staaten gezwungen, sie zu retten. Hundert Millionen von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen in Europa und den USA und drei Milliarden Arme, die zusammen jährlich ein geringeres Einkommen haben, als die 400 reichsten Familien der Erde an Vermögen besitzen, sind geeint in der Angst vor der Zukunft, aber auch in der Wut, dem Abscheu und dem tiefen Misstrauen gegenüber den politischen, ökonomischen und wissenschaftlichen Eliten, die ähnlich den Verantwortlichen in der Zeit des Übergangs vom Feudalismus in die Industriegesellschaft offensichtlich unfähig waren und teilweise immer noch sind, die offenkundigen Fehler des kapitalistischen Systems zu erkennen und die unausweichliche Globalisierung der Ökonomie human zu gestalten.

Die Menschen sind Opfer einer Shareholder-Value-Ökonomie, die keine Werte kennt jenseits von Angebot und Nachfrage, die Spekulanten begünstigt und langfristige Investitionen behindert. Die Staatsmänner der westlichen Welt ließen sich von den multinationalen Konzernen und den Banken erpressen und gegeneinander ausspielen: Verantwortlich ist ein Meinungskartell von Ökonomieprofessoren und Publizisten, die meinen, die menschliche Gesellschaft müsse funktionieren wie ein Industriekonzern, und die sich beharrlich weigern anzuerkennen, dass der Markt geordnet werden muss, dass auch global Regeln einzuhalten sind und Lohndumping die Qualität der Arbeit und der Produkte zerstört.

Jetzt spürt jedermann die Folgen einer Wahnidee, die schon in den zwanziger Jahren die Weltwirtschaftskrise verursachte, nämlich des Irrglaubens, die Gesetze und Selbstheilungskräfte der Märkte würden alle Probleme von selbst lösen. Das Spannungsverhältnis zwischen Kapital und menschlicher Arbeit, einschließlich Forschung und Innovation, ist geblieben. Die Kommunisten hatten versucht,
den Konflikt dadurch zu lösen, dass sie das Kapital eliminierten und die Kapitaleigner liquidierten. Bekanntlich sind sie damit gescheitert. Der Kapitalismus eliminiert die Arbeit und liquidiert die Menschen am Arbeitsplatz. Der Kapitalismus ist genauso falsch wie der Kommunismus.

Während in den siebziger und achtziger Jahren noch über achtzig Prozent der Menschen den Satz »Wenn es der Wirtschaft gut geht, geht es auch mir gut« bejahten, sind es heute keine zwanzig Prozent mehr. Unsere politische Stabilität beruht aber auf der Trias Demokratie, Marktwirtschaft, Sozialstaat. Wenn eine dieser Säulen wegbricht, sind auch die anderen gefährdet. Die Folgen sind
Perspektivlosigkeit und immer mehr Stückwerk. Es fehlt ein umfassendes politisches und makroökonomisches Konzept für eine humane Gestaltung der Globalisierung.


https://www.heiner-geissler.de/document ... nismus.pdf
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon KarlRanseier » Mo 9. Jul 2018, 23:41

Gruwe hat geschrieben:(09 Jul 2018, 23:53)

Das ist Unfug! Geld ist ein Tauschhilfsmittel. Und natürlich existiert es! Was soll dieser Blödsinn also?
Im Übrigen funktioniert dieses Tauschmittel sehr gut! Oder willst du etwa behaupten, du siehst die Vorteile der Verwendung
von Geld nicht und benutzt daher keinerlei Geld in deinem täglichen Leben?




Wenn Du Ferraris verleihen willst, dann brauchst du natürlich einen Ferrari!
Ebenso verleiht die Bank Geld, das sie auch entsprechend hat. Mit diesem Geld kannst Du dir dann etwa einen Ferrari leihen. Funktioniert wunderbar!

Es kann Keiner was dafür, wenn diese recht einfachen Sachverhalte dich überfordern!




Was soll der Staat da haften? Meinst du, der Staat gibt Dir dann einen neuen Ferrari? Dein Einsatz, dein potentieller Gewinn...und DEIN Risiko!
Und nein: Du bist nicht systemrelevant...und schon ist dein absurder Plan für die Katz! :D



Banken müssen nur 10% des Geldes haben, das sie an Krediten vergeben. Ok, mein Auto kostet weniger als 1/10 Ferrari, also werde kann wohl am Anfang nur einen gebrauchten, nicht vorhandenen Ferrari verleihen... :(

Muss ich eine Bank eröffnen, um systemrelevant zu werden? Dann ist der Plan gescheitert, so extrem viel kriminelle Energie habe ich leider nicht. :(
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon KarlRanseier » Mo 9. Jul 2018, 23:59

Es heißt immer, wir hätten eine "Leistungsgesellschaft". Auch das ist Mumpitz und dient dazu, sozial Schwache auszugrenzen und ihnen subtil zu unterstellen, dass sie dumm, faul und unflexibel seien.

Aber wie sieht die Realität aus? Manche Menschen, die Vollzeit arbeiten, verdienen pro Monat in Deutschland ganze 1.500 Euro. Andere, die genauso viel arbeiten, kommen auf 3.000 Euro. Wieder andere machen -das Wort "verdienen" passt hier nicht mehr- 300.000 Euro.

Leistet der Letztgenannte wirklich 100 x soviel wie der Zweite? Wohl kaum, in der Regel leistet er sogar wesentlich weniger. Nach dem Dieselskandal würde ich jedem VW-Manager sofort glauben, dass er gar nicht weiß, womit sich dieser Konzern beschäftigt. Wusste jemals ein deutscher Manager irgendetwas? Menschen sind neugierig, Nichtwissen ist eine Kunst und muss sehr gut bezahlt werden, weil die Nichtswisser sonst ins Ausland gehen und dort nichts wissen...

Das soll eine "Leistungsgesellschaft" sein???
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon Occham » Di 10. Jul 2018, 08:13

Leistungsgesellschaft hin oder her, der Mensch arbeitet für Geld, damit ist für den Kapitalismus die Gier die Triebfeder der Entwicklung. Ich finde der Aspekt Gier, wie er zur Geltung kommt, auf der Waagschale der Selbstverwirklichung, schlägt ungleich aus, denn die Gier ist ja Teil von etwas, was ich ich als Selbstverwirklichung umschreibe und das halte ich für die Entwicklung des Menschen nicht für sehr gesund. Aber gut, die Mehrheit will das so, deswegen funktioniert der Kapitalismus, ich bin nur jemand der redet, auch wenn sich meine Vorstellung nicht durchsetzt. Denn ich finde Selbstverwirklichung lässt sich auch anders umsetzen, für effektivere Ordnungen.
Die beste Lösung eines Problems ist meist die Einfachste.
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon Realist2014 » Di 10. Jul 2018, 08:41

KarlRanseier hat geschrieben:(09 Jul 2018, 23:07)

Die reichsten 10% der Deutschen könnten das aus problemlos der Portikasse zahlen, aber sie wären ja total bescheuert, wenn sie das tun würden... :D




denn das Vermögen dieser "reichsten 10% besteht zum größten Teil aus dem Wert von Unternehmen ( ink. Aktien) - UND natürlich auch deutschen Staatsanleihen...

aber das Vermögen der ANDEREN ist für die linken Enteignungsphantasten natürlich das größte Problem...
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon Realist2014 » Di 10. Jul 2018, 08:42

Occham hat geschrieben:(10 Jul 2018, 09:13)

Leistungsgesellschaft hin oder her, der Mensch arbeitet für Geld, .


sicher

weil es ein NORMIERTES Tauschmittel ist ( kann dann gegen alles andere "getauscht" werden)

KEINE "Wirtschaft" funktioniert ohne Tausch

was DEIN Problem mit diesem Tauschmittel ist, wird bis dato nicht klar...
Zuletzt geändert von Realist2014 am Di 10. Jul 2018, 08:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon Realist2014 » Di 10. Jul 2018, 08:45

KarlRanseier hat geschrieben:(10 Jul 2018, 00:59)

Es heißt immer, wir hätten eine "Leistungsgesellschaft". Auch das ist Mumpitz und dient dazu, sozial Schwache auszugrenzen und ihnen subtil zu unterstellen, dass sie dumm, faul und unflexibel seien.

Aber wie sieht die Realität aus? Manche Menschen, die Vollzeit arbeiten, verdienen pro Monat in Deutschland ganze 1.500 Euro. Andere, die genauso viel arbeiten, kommen auf 3.000 Euro. Wieder andere machen -das Wort "verdienen" passt hier nicht mehr- 300.000 Euro.

Leistet der Letztgenannte wirklich 100 x soviel wie der Zweite? Wohl kaum, ??



DAS - bestimmt immer DER- der ZAHLT

deswegen ist eine Leistungsgesellschaft- wo die "Gesellschaft" = Kunde / Arbeitgeber entscheidet, was eine Leistung eben "wert" ist

was ist daran SO schwer zu verstehen?
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon Realist2014 » Di 10. Jul 2018, 08:46

KarlRanseier hat geschrieben:(10 Jul 2018, 00:41)

Banken müssen nur 10% des Geldes haben, das sie an Krediten vergeben. Ok, mein Auto kostet weniger als 1/10 Ferrari, also werde kann wohl am Anfang nur einen gebrauchten, nicht vorhandenen Ferrari verleihen... :(

Muss ich eine Bank eröffnen, um systemrelevant zu werden? Dann ist der Plan gescheitert, so extrem viel kriminelle Energie habe ich leider nicht. :(



Immer der selbe NONSENS

außer der HRE wurde DIE gerettet, welche angeblich laut LINKER Ideologie "besser" wären

die STAATLICHEN Banken
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon Realist2014 » Di 10. Jul 2018, 08:47

Selina hat geschrieben:(10 Jul 2018, 00:28)

Der leider bereits verstorbene CDU-Mann Heiner Geißler brachte es schon vor Jahren auf den Punkt.

Zitat:

Der Kapitalismus ist genauso falsch wie der Kommunismus

Die negativen Auswirkungen des kapitalistischen Wirtschaftssystems auf die Menschen sind nicht erst seit der Finanzkrise evident. Seit Jahren argumentiere ich, oft ausgelacht und absichtlich missverstanden, in fast jeder Talkshow, jedem Vortrag gegen diese Wirtschafts»ordnung« und ihre absehbaren Folgen. Demokratische Entscheidungen wurden durch die Diktatur der internationalen Finanzmärkte ersetzt, und nach ihrem Zusammenbruch sind die Staaten gezwungen, sie zu retten. Hundert Millionen von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen in Europa und den USA und drei Milliarden Arme, die zusammen jährlich ein geringeres Einkommen haben, als die 400 reichsten Familien der Erde an Vermögen besitzen, sind geeint in der Angst vor der Zukunft, aber auch in der Wut, dem Abscheu und dem tiefen Misstrauen gegenüber den politischen, ökonomischen und wissenschaftlichen Eliten, die ähnlich den Verantwortlichen in der Zeit des Übergangs vom Feudalismus in die Industriegesellschaft offensichtlich unfähig waren und teilweise immer noch sind, die offenkundigen Fehler des kapitalistischen Systems zu erkennen und die unausweichliche Globalisierung der Ökonomie human zu gestalten.

Die Menschen sind Opfer einer Shareholder-Value-Ökonomie, die keine Werte kennt jenseits von Angebot und Nachfrage, die Spekulanten begünstigt und langfristige Investitionen behindert. Die Staatsmänner der westlichen Welt ließen sich von den multinationalen Konzernen und den Banken erpressen und gegeneinander ausspielen: Verantwortlich ist ein Meinungskartell von Ökonomieprofessoren und Publizisten, die meinen, die menschliche Gesellschaft müsse funktionieren wie ein Industriekonzern, und die sich beharrlich weigern anzuerkennen, dass der Markt geordnet werden muss, dass auch global Regeln einzuhalten sind und Lohndumping die Qualität der Arbeit und der Produkte zerstört.

Jetzt spürt jedermann die Folgen einer Wahnidee, die schon in den zwanziger Jahren die Weltwirtschaftskrise verursachte, nämlich des Irrglaubens, die Gesetze und Selbstheilungskräfte der Märkte würden alle Probleme von selbst lösen. Das Spannungsverhältnis zwischen Kapital und menschlicher Arbeit, einschließlich Forschung und Innovation, ist geblieben. Die Kommunisten hatten versucht,
den Konflikt dadurch zu lösen, dass sie das Kapital eliminierten und die Kapitaleigner liquidierten. Bekanntlich sind sie damit gescheitert. Der Kapitalismus eliminiert die Arbeit und liquidiert die Menschen am Arbeitsplatz. Der Kapitalismus ist genauso falsch wie der Kommunismus.

Während in den siebziger und achtziger Jahren noch über achtzig Prozent der Menschen den Satz »[i]Wenn es der Wirtschaft gut geht, geht es auch mir gut« bejahten, sind es heute keine zwanzig Prozent mehr.
Unsere politische Stabilität beruht aber auf der Trias Demokratie, Marktwirtschaft, Sozialstaat. Wenn eine dieser Säulen wegbricht, sind auch die anderen gefährdet. Die Folgen sind
Perspektivlosigkeit und immer mehr Stückwerk. Es fehlt ein umfassendes politisches und makroökonomisches Konzept für eine humane Gestaltung der Globalisierung.[/i]

https://www.heiner-geissler.de/document ... nismus.pdf


WAS hat das nun mit DEUTSCHLAND zu tun?
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon Realist2014 » Di 10. Jul 2018, 08:50

KarlRanseier hat geschrieben:(09 Jul 2018, 23:31)

Die Sache mit den Krediten ist vollkommen absurd. Die Banken verleihen Geld, das sie nicht nur nicht besitzen, sondern es existiert gar nicht!

:(



nennt man Geldschöpfung

bei Rückzahlung wird es dann wieder "vernichtet"

schau mal auf die Seiten der Bundesbank. Dort wird es wunderbar erklärt.

Ach ja, falls der Kredit NICHT getilgt wird- DANN ist es ein 100%tiger VERLUST für die Bank

und da in den letzten 50 Jahren ca. 200 Banken in D tatsächlich PLEITE gegangen sind- OHNE "gerettet" zu werden

ist deine ganze "systemrelevant" - Argumentation für die Katz
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Di 10. Jul 2018, 08:51

Realist2014 hat geschrieben:(10 Jul 2018, 09:41)



denn das Vermögen dieser "reichsten 10% besteht zum größten Teil aus dem Wert von Unternehmen ( ink. Aktien) - UND natürlich auch deutschen Staatsanleihen...



und nicht vergessen einem abbezahltem Eigenheim ;)
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon Realist2014 » Di 10. Jul 2018, 08:56

Occham hat geschrieben:(10 Jul 2018, 09:13)

Denn ich finde Selbstverwirklichung lässt sich auch anders umsetzen, für effektivere Ordnungen.



wie denn?

WER "arbeitet" und erwirtschaftet dann noch was- wenn sich alle nur noch "selbst verwirklichen"?

WER macht die "Scheissjobs"?
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon Occham » Di 10. Jul 2018, 09:08

Realist2014 hat geschrieben:(10 Jul 2018, 09:42)

sicher

weil es ein NORMIERTES Tauschmittel ist ( kann dann gegen alles andere "getauscht" werden)

KEINE "Wirtschaft" funktioniert ohne Tausch

was DEIN Problem mit diesem Tauschmittel ist, wird bis dato nicht klar...

dir ist nicht klar was ich sagen wollte? lies doch einfach nochmal, dann siehst du was ich zum Thema Waageschale geschrieben hab.

Occham hat geschrieben:(10 Jul 2018, 09:13)

Leistungsgesellschaft hin oder her, der Mensch arbeitet für Geld, damit ist für den Kapitalismus die Gier die Triebfeder der Entwicklung. Ich finde der Aspekt Gier, wie er zur Geltung kommt, auf der Waagschale der Selbstverwirklichung, schlägt ungleich aus, denn die Gier ist ja Teil von etwas, was ich ich als Selbstverwirklichung umschreibe und das halte ich für die Entwicklung des Menschen nicht für sehr gesund. Aber gut, die Mehrheit will das so, deswegen funktioniert der Kapitalismus, ich bin nur jemand der redet, auch wenn sich meine Vorstellung nicht durchsetzt. Denn ich finde Selbstverwirklichung lässt sich auch anders umsetzen, für effektivere Ordnungen.

aber gut, warum nicht. geld ist eine Absprache und wenn die Mehrheit sich an Absprachen hält, dann funktioniert diese Absprache, Vorraussetzung man hält sich dran! und absprachen funktionieren in vielen Variationen, vorrausgesetzt man hält sich eben dran, weil es attraktiv genug ist.
Realist2014 hat geschrieben:(10 Jul 2018, 09:56)

wie denn?

WER "arbeitet" und erwirtschaftet dann noch was- wenn sich alle nur noch "selbst verwirklichen"?

WER macht die "Scheissjobs"?

ah, da ist er ja der zweite post, ich dachte schon du hättest tatsächlich so wenig von meinen post verstanden. die Scheissjobs... es gibt ja ein paar wenige... die machen die scheissjobs gerne, aber die werden durch kein system gefiltert und sind dann da, wo ihre Fähigkeiten nicht zur Geltung kommen. Deswegen ist doch die Verwirrung so groß. Da war ich doch der Meinung, das es auch eine Schule für alle braucht, mit Leuten, die Fähigkeiten erkennen können.
Die beste Lösung eines Problems ist meist die Einfachste.

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