Wie sinnvoll ist die "schwarze Null"?

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Adam Smith
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Re: Wie sinnvoll ist die "schwarze Null"?

Beitragvon Adam Smith » Do 2. Feb 2017, 16:57

Gody hat geschrieben:(02 Feb 2017, 16:25)

2000 Gab es kein Internet? Oha. Neuland wie?
Also ich hatte zu der zeit schon eine ISDN Leitung. 64k. 128k im zweikanal modus.

Mit Windows 95 hat sich das Internet durchgesetzt.
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Welfenprinz
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Re: Wie sinnvoll ist die "schwarze Null"?

Beitragvon Welfenprinz » Do 2. Feb 2017, 17:12

Es ging darum,worüber ich schimpfe und worüber nicht.

Aber gody ist ein ganz hervorragender schredderer,wenns auf den Punkt kommt.
Ja,den von ihm angesprochenen Punkt habe ich auch kritisiert.
Bloss ,wie gesagt wegen der zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten,in einem anderen Kreis als diesem erlauchten Forum.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Ger9374
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Re: Wie sinnvoll ist die "schwarze Null"?

Beitragvon Ger9374 » Do 2. Feb 2017, 17:20

Wenn man wirklich die Löhne in Deutschland
kontinuierlich erhöht, bringen wir Bereiche
der Wirtschaft wahrscheinlich bald in Bereiche in dem ihre Produkte die Konkurrenzfähigkeit gegenüber dem Ausland verlieren. Warum ohne Not Arbeitsplätze riskieren.? Alles was die Deutsche Wirtschaft als Vorteil mit für diesen Arbeitsplatzstandort geschaffen hat wegen x%
Lohnanstieg? Die durchaus im gegenseitigen
Einvernehmen getroffenen Lohnerhöhungen der letzten Jahre haben auch wegen dem positiven
wirtschaftlichen Umfeld , die meisten zufrieden gestellt. Unzufriedenheit bei Minderheiten gibt es immer. Oder sie werden mutwillig geschürt, z.b vor Wahlkämpfen!!!
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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prime-pippo
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Re: Wie sinnvoll ist die "schwarze Null"?

Beitragvon prime-pippo » Fr 3. Feb 2017, 10:35

Realist2014 hat geschrieben:(02 Feb 2017, 16:32)

nur gibt es EINE Seite- die bestimmt in der REALEN Welt...


Du hast doch gar nicht kapiert, wovon überhaupt die Rede ist...
"Banks do not, as too many textbooks still suggest, take deposits of existing money from savers and lend it out to borrowers: they create credit and money ex nihilo – extending a loan to the borrower and simultaneously crediting the borrower’s money account."
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Tischler
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Re: Wie sinnvoll ist die "schwarze Null"?

Beitragvon Tischler » Mi 8. Feb 2017, 21:51

jorikke hat geschrieben:(16 Jan 2017, 13:56)

Was du als das eigentliche Problem benennst ist gar keins.
Es ist allenfalls ein potentielles Problem.
Kann eins werden oder auch nicht.
...es gibt viel zu tun, warten wir es ab.


Warten wir es ab. Am besten absolute Mehrheit CDU 2017. Dann kann man das was da so an wirksamen Reformen unter Schröder beschlossen wurden bis zum Schluss auskosten.
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Re: Wie sinnvoll ist die "schwarze Null"?

Beitragvon Fazer » Do 9. Feb 2017, 01:23

Tischler hat geschrieben:(08 Feb 2017, 21:51)

Warten wir es ab. Am besten absolute Mehrheit CDU 2017. Dann kann man das was da so an wirksamen Reformen unter Schröder beschlossen wurden bis zum Schluss auskosten.


Selbst wenn das so käme solllte man sich angesichts der Machtverhältnisse im Bundesrat nichts vormachen ....
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Re: Wie sinnvoll ist die "schwarze Null"?

Beitragvon Fazer » Do 9. Feb 2017, 01:26

pikant hat geschrieben:(02 Feb 2017, 11:31)

dann koennte man Steuerentlastungen durchfuehren :)


Das wäre ausserordentlich sinnvoll. Allerdings fürchten linke das wie der TEufel das Weihwasser. Weil angesichts des Schröpfens der "Besserverdienenden" diese bei Steuersenkungen in absoluten Zahlen häufig mehr "entlastet" werden. Weil sie zuvor in der gleichen Höhe ungerechtigt belastet wurden. Nur das letztere wollen diese linken ihren Wählern ja erst gar nicht erzählen. Denn nach deren Lesart kann man Leute gar nicht zu viel belasten. .... :mad:
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Re: Wie sinnvoll ist die "schwarze Null"?

Beitragvon Fazer » Do 9. Feb 2017, 01:28

Gody hat geschrieben:(02 Feb 2017, 14:13)

Ihr habt offenbar große Schwierigkeiten mit den Ökonomischen begriffen "Angebot" und "Nachfrage".
Das was du da schreibst hat jedenfals wenig damit zu tun.


Wie kommt es dann nur, dass es eine Nachfrage an IPhones gibt. Die es 2005 gar nicht gab. Und die damals offenbar ja auch niemand brauchte?
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Re: Wie sinnvoll ist die "schwarze Null"?

Beitragvon Fazer » Do 9. Feb 2017, 01:30

prime-pippo hat geschrieben:(01 Feb 2017, 12:47)

Das ist richtig, ändert aber doch nichts daran, dass die Politik gesamtwirtschaftlich denken muss. Und sich nicht von betriebswirtschaftlich denkenden Unternehmern (die ja ach so kompetent in Wirtschaftsfragen sind) dominieren lassen darf.

Gesamtwirtschaftlich (das bezieht in einer offenen Volskwirtschaft natürlich das Ausland mit ein) besteht kein Zielkonflikt zwischen Löhnen und Gewinnen! Gewinne können trotz steigender Löhne ebenfalls steigen.


.... weswegen die Löhne in D eben nicht durch den STaat festgelegt werden (abgesehen vom Mindestlohn), sondern durch die Tarifparteien oder die beiden Vertragspartner: Arbeitgeber und ARbeitnehmer.
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Re: Wie sinnvoll ist die "schwarze Null"?

Beitragvon Fazer » Do 9. Feb 2017, 01:32

prime-pippo hat geschrieben:(01 Feb 2017, 13:10)

Lohnerhöhungen auf breiter Basis können nur dann die Gewinne schmälern, wenn die Haushalte mehr sparen als vorher....


Unfug. Lohnerhöhungen vermindern die Gewinne, soweit nicht die Preise der Waren in gleicher Weise steigen können. Wenn dann ein Land wie Deutschland ausländischer Konkurrenz ausgesetzt ist und die Unternehmen Preiserhöhungen ohne Marktanteilsverlust nicht durchsetzen können dann vermindern Lohnerhöhungen die Gewinne. As easy as that.
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Re: Wie sinnvoll ist die "schwarze Null"?

Beitragvon Orwellhatterecht » Do 9. Feb 2017, 09:59

Fazer hat geschrieben:(09 Feb 2017, 01:32)

Unfug. Lohnerhöhungen vermindern die Gewinne, soweit nicht die Preise der Waren in gleicher Weise steigen können. Wenn dann ein Land wie Deutschland ausländischer Konkurrenz ausgesetzt ist und die Unternehmen Preiserhöhungen ohne Marktanteilsverlust nicht durchsetzen können dann vermindern Lohnerhöhungen die Gewinne. As easy as that.





darum ist Deutschland ja auch zum wiederholten Mal Export Weltmeister! (Weil Deine hier behaupteten Sprüche lediglich "alternative Fakten" sind und keiner näheren Überprüfung stand halten.)
Politiker sind wie Tauben, sind sie unten, dann fressen sie einem aus der Hand, sind sie dagegen oben, dann sch...en sie einem auf den Kopf.
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Re: Wie sinnvoll ist die "schwarze Null"?

Beitragvon pikant » Do 9. Feb 2017, 10:10

Orwellhatterecht hat geschrieben:(09 Feb 2017, 09:59)

darum ist Deutschland ja auch zum wiederholten Mal Export Weltmeister! (Weil Deine hier behaupteten Sprüche lediglich "alternative Fakten" sind und keiner näheren Überprüfung stand halten.)


dieses Argument uebersieht, dass viele deutsche Firmen im Ausland produzieren lassen, wo die Lohnkosten viel niedriger sind.
made in germany besagt ja nicht,dass in Deutschland die Ware hergestellt wurde, die man dann exportiert.
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Re: Wie sinnvoll ist die "schwarze Null"?

Beitragvon prime-pippo » Do 9. Feb 2017, 11:42

Fazer hat geschrieben:(09 Feb 2017, 01:32)

Unfug. Lohnerhöhungen vermindern die Gewinne, soweit nicht die Preise der Waren in gleicher Weise steigen können. Wenn dann ein Land wie Deutschland ausländischer Konkurrenz ausgesetzt ist und die Unternehmen Preiserhöhungen ohne Marktanteilsverlust nicht durchsetzen können dann vermindern Lohnerhöhungen die Gewinne. As easy as that.


Die Zusammenhänge für eine geschlossene Volkswirtschaft hat Kalecki in seiner profit equation sehr gut dargestellt.

https://en.wikipedia.org/wiki/Micha%C5% ... t_equation

Hier beispielsweise eine Zusammenfassung: "Das Ergebnis lautet somit, dass die Bruttogewinne nach Steuern (Pn) gleich den Bruttoinvestitionen (I) plus dem staatlichen Budgetdefizit (G – T) plus dem Exportüberschuss (NX) plus dem Konsum der Kapitaleigner (Cp) minus der Ersparnis der Arbeitnehmer (Sw) sind. Oder anders ausgedrückt: Die Bruttogewinne nach Steuern sind umso höher, je höher die Bruttoinvestitionen, je größer das staatliche Haushaltsdefizit, je höher die Exportüberschüsse, je höher der Konsum der Kapitaleigner und je geringer die Ersparnisse der Arbeitnehmer sind."
https://makroskop.eu/2014/11/die-untern ... lt-teil-2/

Löhne reduzieren die gesamtwirtschaftlichen Gewinne nur dann, wenn die Lohnempfänger ihre Löhne nicht ausgeben, sondern sparen! Das sind Zusammenhänge, wie sie auf Ebene der Weltwirtschaft bestehen...

Natürlich wird es komplizierter, wenn man berücksichtigt, dass sich in einer offenen Volkswirtschaft die Nachfrage der Lohnempfänger auch auf das Ausland verlagern kann, das bezweifelt ja keiner.
Aber das ist eine eigene Thematik, die nichts daran ändert, dass die Lohnhöhe erstmal nichts über die Gewinne aussagt.
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Re: Wie sinnvoll ist die "schwarze Null"?

Beitragvon pikant » Do 9. Feb 2017, 11:49

prime-pippo hat geschrieben:(09 Feb 2017, 11:42)



Natürlich wird es komplizierter, wenn man berücksichtigt, dass sich in einer offenen Volkswirtschaft die Nachfrage der Lohnempfänger auch auf das Ausland verlagern kann, das bezweifelt ja keiner.
Aber das ist eine eigene Thematik, die nichts daran ändert, dass die Lohnhöhe erstmal nichts über die Gewinne aussagt.


Loehne sind Kosten - Ausgaben
je hoeher die Ausgaben sind, je weniger wird Gewinn generiert.

Einnahmen - Ausgaben gleich Gewinn vor Steuern.
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Adam Smith
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Re: Wie sinnvoll ist die "schwarze Null"?

Beitragvon Adam Smith » Do 9. Feb 2017, 12:30

pikant hat geschrieben:(09 Feb 2017, 11:49)

Loehne sind Kosten - Ausgaben
je hoeher die Ausgaben sind, je weniger wird Gewinn generiert.

Einnahmen - Ausgaben gleich Gewinn vor Steuern.

Prime Pippo argumentiert immer volkswirtschaftlich und nie betriebswirtschaftlich.
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Re: Wie sinnvoll ist die "schwarze Null"?

Beitragvon Orwellhatterecht » Do 9. Feb 2017, 17:05

pikant hat geschrieben:(09 Feb 2017, 10:10)

dieses Argument uebersieht, dass viele deutsche Firmen im Ausland produzieren lassen, wo die Lohnkosten viel niedriger sind.
made in germany besagt ja nicht,dass in Deutschland die Ware hergestellt wurde, die man dann exportiert.



Und wenn sie dann das Label "Made in Germany" anbringen, begehen sie möglicherweise strafbewehrte Wettbewerbsverzerrung.

https://www.wbs-law.de/wettbewerbsrecht ... any-56138/

Wenn das dennoch Firmen sträflicherweise machen, so verhält es sich damit wie bei Mord und Totschlag, Raub und Betrug, alles ist per Gesetz verboten, was manche Zeitgenossen allerdings nicht daran hindert, es dennoch zu tun.
Politiker sind wie Tauben, sind sie unten, dann fressen sie einem aus der Hand, sind sie dagegen oben, dann sch...en sie einem auf den Kopf.
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Re: Wie sinnvoll ist die "schwarze Null"?

Beitragvon pikant » Do 9. Feb 2017, 17:15

Orwellhatterecht hat geschrieben:(09 Feb 2017, 17:05)

Und wenn sie dann das Label "Made in Germany" anbringen, begehen sie möglicherweise strafbewehrte Wettbewerbsverzerrung.

https://www.wbs-law.de/wettbewerbsrecht ... any-56138/

Wenn das dennoch Firmen sträflicherweise machen, so verhält es sich damit wie bei Mord und Totschlag, Raub und Betrug, alles ist per Gesetz verboten, was manche Zeitgenossen allerdings nicht daran hindert, es dennoch zu tun.



'Zuvor im Ausland durchgefuehrte Arbeitsschritte berechtigen somit weiterhin zu der Kennzeichnung 'made in germany' wenn nach einer Gesamtschau die wesentliche Planung und Konzeption von Deutschland ausgeht und auch nicht in unerheblichem Masse in Deutschland verarbeitet wird'

das Produkt darf nur nicht vollends im Ausland gefertigt werden!

Made in Germany erlaubt daher ganz offiziell, dass Teile eines deutschen Produktes in Niedriglohnlaender gefertigt werden duerfen und damit erhoeht sich natuerlich die Wettbewerbsfaehigkeit der Unternehmen und man kann mehr exportieren.
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Re: Wie sinnvoll ist die "schwarze Null"?

Beitragvon Wähler » Do 9. Feb 2017, 18:00

Wähler hat geschrieben:Re: Trump und der deutsche Außenhandel(02 Feb 2017, 17:31)
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/t ... -1.3359111
SZ 1. Februar Deutschland ist Weltmeister im Außenhandel - und das ist ein Problem

Das funktioniert, solange es kein Dauerzustand ist und die Schuldner zahlen können, was sie kaufen. Wenn dieser Mechanismus nicht mehr funktioniert, dann exportieren Ausfuhr-Weltmeister wie Deutschland die Verschuldung gleich mit, die sie später mit Rettungsschirmen bekämpfen. Das bedeutet: Ein Land, das dauerhaft mehr produziert als konsumiert, gefährdet nicht nur andere, sondern sich selbst gleich mit.

Es wird sich zeigen, wie lange die Versicherung namens ESM kostengünstig funktioniert.
siehe auch:
http://www.dw.com/de/esm-eine-tarnfirma ... a-37173290
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: http://rzblx10.uni-regensburg.de/dbinfo ... el_id=1232 (Zugang auch bundesweit)
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Re: Wie sinnvoll ist die "schwarze Null"?

Beitragvon BlueMonday » Do 9. Feb 2017, 18:49

Wieder diese Buchungstautologien ohne micro foundations.

Wenn man mal allein das Sparen nimmt. Geldeinkommen wird vom jeweiligen Akteur immer gespart, sprich: nicht sofort wieder ausgegeben. Das ist ja die Pointe an Geld, dass es diesen aufschiebenden Zeitraum mittels Geld gibt, also Geld den intertemporalen Austausch ermöglicht.

Wenn nun alle Lohnzahler allen Lohnempfängern bspw. 1 Euro mehr pro Stunde zahlen, dann haben diese Empfänger sicherlich nominal mehr Geld zur Verfügung, um die dann angepassten/gestiegenen Endpreise auch potentiell zahlen zu können. Im Aggregat sieht das alles ganz einfach aus. ... Aber da stehen zwei Dinge für die realen Akteure im Wege: Zeit, die erst mal zu vergehen hat und Unsicherheit, die die Zeit bzw. der zukünftige Zeitpunkt mit sich bringt.

Der konkrete Akteur muss ja erst mal den höheren Lohn zahlen und das aus der alten Einnahmensituation heraus. Was da nun konkret in seine Kasse in Zukunft mehr fließt, weil allgemein höhere Löhne gezahlt wurden, bleibt für ihn abzuwarten. Das ist kein Selbstläufer.
Im besten Falle führt das ganze Spiel zu einer allgemeinen Lohn-Preisspirale eingebettet in einer kollektiven Nominalwertillusion. Man erfreut sich schlicht an allgemein wachsenden Geldbeträgen.

Sinnvoll kann es stattdessen nur um reales Wachstum gehen (durch Sparen, Investitieren in Kapitalstruktur, Produktivitätssteigerungen, am Ende reale Angebotsausweitung) oder es wird innerhalb des bestehenden "Kuchens" Verschiebungen geben, also reale Einkommensgewinne der einen auf Kosten der anderen.
Spending like there's no tomorrow means someday there'll be no tomorrow.
Unterschiede bewegen die Welt, nicht Gleichheit.
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Re: Wie sinnvoll ist die "schwarze Null"?

Beitragvon Wähler » Fr 10. Feb 2017, 07:11

BlueMonday hat geschrieben:(09 Feb 2017, 18:49)
Sinnvoll kann es stattdessen nur um reales Wachstum gehen (durch Sparen, Investitieren in Kapitalstruktur, Produktivitätssteigerungen, am Ende reale Angebotsausweitung) oder es wird innerhalb des bestehenden "Kuchens" Verschiebungen geben, also reale Einkommensgewinne der einen auf Kosten der anderen.

Der Staat kann nur bei seinen eigenen kommunalen, für die Daseinsvorsorge zuständigen Unternehmen beispielhaft Lohnerhöhungen vornehmen. Hier ist die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften auch noch ungebrochen. Ebenso kann er die privatwirtschaftlichen Unternehmen bei der betrieblichen Altersvorsorge unterstützen, in dem er einen Staatsfonds gründet und die Endgeltumwandlung der Arbeitnehmer dorthin umleitet. Wird der Versicherungslobby wohl nicht gefallen. So könnten aber die Arbeitnehmer in ihrer Gesamtheit mehr Einfluss auf die Unternehmensstrategie von ganzen Branchen bekommen.
siehe auch:
http://www.sueddeutsche.de/politik/auss ... -1.3261011
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