Der Gipfel (?) des Eisberges - Steuervermeidung von Ikea

Moderator: Moderatoren Forum 1

Benutzeravatar
3x schwarzer Kater
Vorstand
Beiträge: 15470
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 15:25
Benutzertitel: Do legst di nieda
Wohnort: Lower Bavaria

Re: Der Gipfel (?) des Eisberges - Steuervermeidung von Ikea

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 2. Mai 2018, 09:50

Realist2014 hat geschrieben:(02 May 2018, 09:28)

Korrigiere mich, wenn ich den § 4j EStG falsch verstehe.

Aber gemäß Absatz 3 ergibt sich doch dann gemäß der Formel , dass die Lizenzgebühren in D nur noch anteilig als steuerlicher Aufwand geltend gemacht werden dürfen

Unter der Annahme, dass die Lizenzeinnahmen in den NL nur mit 5% versteuert werden, ergibt sich ein maximaler Abzugsbetrag von 20% der Lizenzgebühren bei der "deutschen IKEA"

Oder interpretiere ich das falsch?


Das Wesentliche ist der Hinweis auf den Nexus-Ansatz. Vereinfacht ausgedrückt soll die Präferenzbesteuerung von Lizenzen etc. bis zum Jahr 2021 abgeschafft werden, aber nur für Unternehmen, die keine ausreichende operative Tätigkeit in Bezug auf berechneten Lizenzen vorweisen können. Anders ausgedrückt, auch die Kosten für die Lizenzvergabe müssen dort anfallen und zwar im operativen Geschäft. Vermieden werden sollen ja nur steuerschädliche Praktiken.
Das klassische Beispiel. Ein Unternehmen in einem Hochsteuerland entwickelt ein Patent. Dieses Unternehmen verkauft dieses Patent an ein Tochterunternehmen in einem Niedrigsteuerland in dem Einkünfte aus der Lizenzvergabe für das Patent steuerbegünstigt sind. Dieses Unternehmen hat keinen eigenen Geschäftsbetrieb und ist nur eine "Briefkastenfirma". Der Verkauf erfolgt zu einem niedrigen Preis (Entwicklungskosten plus Gewinnaufschlag). Das Nutzungsrecht liegt nun bei dem Unternehmen in dem Niedrigsteuerland und dieses Unternehmen stellt das Patent nun anderen Unternehmen des Konzerns weltweit gegen eine Lizenzgebühr zur Verfügung. Damit fließen die Einnahmen aus dem Patent in das Niedrigsteuerland und eben nicht in das Land in dem es entwickelt wurde.

Bei IKEA ist das ja eine vollkommen andere Situation. Das ist in Holland ja keine Briefkastenfirma. Die haben ja schon Anfang der 80er die Konzernzentrale und Muttergesellschaft nach Holland verlagert, d.H. die wesentliche Wachstumsentwicklung von IKEA wurde aus den Niederlanden heraus betrieben. Die gesamte Leitung des Konzerns erfolgt aus den Niederlanden heraus. Und die Tochterunternehmen die das Franchisekonzept und die Franchiseunternehmen betreuen sitzen ebenfalls in den Niederlande.
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
Benutzeravatar
franktoast
Beiträge: 3153
Registriert: So 29. Jun 2014, 09:24

Re: Der Gipfel (?) des Eisberges - Steuervermeidung von Ikea

Beitragvon franktoast » Mi 2. Mai 2018, 11:28

H2O hat geschrieben:(27 Apr 2018, 17:04)

Ihre Staatsverachtung hat sicher Gründe. Dennoch leben wir in ihm und nehmen seine Leistungen in Anspruch. Um diese Leistungen erbringen zu können, braucht unser Staat Geld, zu dem alle Nutzer seiner Infrastruktur und Rechtssicherheit in fairer Weise bei zu tragen haben. Trittbrettfahrer müssen einen dicken Schuß vor den Bug bekommen: So nicht! Das ist der Skandal!

Was hat das mit Staatsverachtung zu tun? Ich sage ja nur, dass Amazon bereits 3Mrd. an Umsatzsteuern abführt. Wir streiten uns hier um möögliche 50Mio. Gewinnsteuern. Wie viel Millionen Euro sollen verwendet werden, um dieses Loch zu stopfen?
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 18248
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Der Gipfel (?) des Eisberges - Steuervermeidung von Ikea

Beitragvon H2O » Mi 2. Mai 2018, 12:18

franktoast hat geschrieben:(02 May 2018, 12:28)

Was hat das mit Staatsverachtung zu tun? Ich sage ja nur, dass Amazon bereits 3Mrd. an Umsatzsteuern abführt. Wir streiten uns hier um möögliche 50Mio. Gewinnsteuern. Wie viel Millionen Euro sollen verwendet werden, um dieses Loch zu stopfen?


An wen? An Finanzminister Scholz etwa? Dann wäre das Gemosere um Steueroptimierung zumindest bei Amazon sicher nicht so ergiebig. Unter die Korinthenausscheider will ich bei solchen Größenordnungen sicher nicht gehen! Das Gemeine ist eben nur, daß daran interessierte Kreise Normalverbrauchern solche Gedanken einflüstern können, und die Normalverbraucher den Wahrheitsgehalt, vor allem hinsichtlich der Größenordnungen, überhaupt nicht einschätzen können.

Bei mir bleibt hängen, daß ich meine Steuerlast nur sehr geringfügig "gestalten" kann, und international aufgestellte Unternehmen optimieren ihre Strukturen, damit sie möglichst wenig Steuern bezahlen. Wenn da gar nichts dran wäre, dann hielten sich solche Gerüchte doch nicht so lange!
Benutzeravatar
Skull
Vorstand
Beiträge: 17815
Registriert: Do 12. Apr 2012, 21:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Der Gipfel (?) des Eisberges - Steuervermeidung von Ikea

Beitragvon Skull » Mi 2. Mai 2018, 12:30

franktoast hat geschrieben:(02 May 2018, 12:28)

Ich sage ja nur, dass Amazon bereits 3Mrd. an Umsatzsteuern abführt.

Wir streiten uns hier um möögliche 50Mio. Gewinnsteuern.
Wie viel Millionen Euro sollen verwendet werden, um dieses Loch zu stopfen?

Was haben Umsatzsteuern mit Gewinnsteuern zu tun ?

Die Umsatzsteuer bezahlt der KONSUMENT ! Nicht die Unternehmen ... und auch nicht Amazon... :D

Amazon führt diesen Liquiditätszufluss lediglich ... dem Berechtigten zu.

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 36900
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 14:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: Der Gipfel (?) des Eisberges - Steuervermeidung von Ikea

Beitragvon Realist2014 » Mi 2. Mai 2018, 13:22

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(02 May 2018, 10:50)

Das Wesentliche ist der Hinweis auf den Nexus-Ansatz. Vereinfacht ausgedrückt soll die Präferenzbesteuerung von Lizenzen etc. bis zum Jahr 2021 abgeschafft werden, aber nur für Unternehmen, die keine ausreichende operative Tätigkeit in Bezug auf berechneten Lizenzen vorweisen können. Anders ausgedrückt, auch die Kosten für die Lizenzvergabe müssen dort anfallen und zwar im operativen Geschäft. Vermieden werden sollen ja nur steuerschädliche Praktiken.
Das klassische Beispiel. Ein Unternehmen in einem Hochsteuerland entwickelt ein Patent. Dieses Unternehmen verkauft dieses Patent an ein Tochterunternehmen in einem Niedrigsteuerland in dem Einkünfte aus der Lizenzvergabe für das Patent steuerbegünstigt sind. Dieses Unternehmen hat keinen eigenen Geschäftsbetrieb und ist nur eine "Briefkastenfirma". Der Verkauf erfolgt zu einem niedrigen Preis (Entwicklungskosten plus Gewinnaufschlag). Das Nutzungsrecht liegt nun bei dem Unternehmen in dem Niedrigsteuerland und dieses Unternehmen stellt das Patent nun anderen Unternehmen des Konzerns weltweit gegen eine Lizenzgebühr zur Verfügung. Damit fließen die Einnahmen aus dem Patent in das Niedrigsteuerland und eben nicht in das Land in dem es entwickelt wurde.

Bei IKEA ist das ja eine vollkommen andere Situation. Das ist in Holland ja keine Briefkastenfirma. Die haben ja schon Anfang der 80er die Konzernzentrale und Muttergesellschaft nach Holland verlagert, d.H. die wesentliche Wachstumsentwicklung von IKEA wurde aus den Niederlanden heraus betrieben. Die gesamte Leitung des Konzerns erfolgt aus den Niederlanden heraus. Und die Tochterunternehmen die das Franchisekonzept und die Franchiseunternehmen betreuen sitzen ebenfalls in den Niederlande.


Gemäß dieser deiner Beschreibung ist dann aber das ganze "Bohey" bezüglich IKEA eine Nebelkerze....
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
Maikel
Beiträge: 122
Registriert: So 4. Jun 2017, 18:44

Re: Der Gipfel (?) des Eisberges - Steuervermeidung von Ikea

Beitragvon Maikel » Mi 2. Mai 2018, 13:29

Skull hat geschrieben:(02 May 2018, 13:30)

Was haben Umsatzsteuern mit Gewinnsteuern zu tun ?

Die Umsatzsteuer bezahlt der KONSUMENT ! Nicht die Unternehmen ... und auch nicht Amazon... :D

1. Ich habe als Konsument noch nie Umsatzsteuer gezahlt.

2. Auch Gewinnsteuern werden von dem Geld bezahlt, das die Konsumenten beim Einkauf zahlen.
.
Benutzeravatar
Skull
Vorstand
Beiträge: 17815
Registriert: Do 12. Apr 2012, 21:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Der Gipfel (?) des Eisberges - Steuervermeidung von Ikea

Beitragvon Skull » Mi 2. Mai 2018, 13:32

Maikel hat geschrieben:(02 May 2018, 14:29)

1. Ich habe als Konsument noch nie Umsatzsteuer gezahlt.
???

Hast Du schon mal ... EINE einzige Quittung angeschaut ? :D

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
Benutzeravatar
3x schwarzer Kater
Vorstand
Beiträge: 15470
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 15:25
Benutzertitel: Do legst di nieda
Wohnort: Lower Bavaria

Re: Der Gipfel (?) des Eisberges - Steuervermeidung von Ikea

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 2. Mai 2018, 13:59

Realist2014 hat geschrieben:(02 May 2018, 14:22)

Gemäß dieser deiner Beschreibung ist dann aber das ganze "Bohey" bezüglich IKEA eine Nebelkerze....


Ja, viel Wind um nichts.
IKEA hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr eine konzernweite Ertragssteuerquote von etwa 25%. Das liegt, wenn man sich die Steuersätze weltweit so ansieht eigentlich im Rahmen der Erwartung. In Frankreich etwa 33%, in Deutschland hat man etwa 30%, in Österreich 25%, in den slawischen Ländern meist deutlich weniger, in Schweden 22%, in Holland und UK 20%.
Tendenziell könnte man in der Steuerquote wohl 1 oder 2%-Punkte mehr erwarten. Der Eindruck, der in dem extrem schlecht recherchierten Artikel im Eingangsthread erweckt wird, dass IKEA praktisch keine Steuern zahlt ist falsch. Die Frage ist nur, ob er bewußt falsch erweckt wird, indem man sich einfach mal eine Holding raussucht um für Empörung zu sorgen oder ob die Journalisten einfach zu dumm sind um zu verstehen was sie schreiben.
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
Benutzeravatar
franktoast
Beiträge: 3153
Registriert: So 29. Jun 2014, 09:24

Re: Der Gipfel (?) des Eisberges - Steuervermeidung von Ikea

Beitragvon franktoast » Mo 7. Mai 2018, 07:18

Skull hat geschrieben:(02 May 2018, 13:30)

Was haben Umsatzsteuern mit Gewinnsteuern zu tun ?

Die Umsatzsteuer bezahlt der KONSUMENT ! Nicht die Unternehmen ... und auch nicht Amazon... :D

Amazon führt diesen Liquiditätszufluss lediglich ... dem Berechtigten zu.

mfg

Genaugenommen besteuert die Umsatzsteuer den Umsatz. Also die Transaktion des Kaufs einer Ware oder Dienstleistung. Wer bezahlt die Steuer da? Abführen tut sie das Unternehmen, klar. Wenn die Umsatzsteuer der bezahlt, der das Geld überweist, dann bezahlt die Einkommenssteuer des Arbeitnehmer auch der Arbeitgeber, denn der bezahlt ja das Geld.
Es geht doch darum: Ich als Kunde habe etwas davon, dass Amazon mit diese Leistung bietet. Amazon selber hat Kosten, die sie direkt selber bezahlen (wie zB. die Ware oder die Post, die zB. LKW-Maut bezahlt). Und Amazon verursacht Kosten, die die Allgemeinheit bezahlt wie zB. die Nutzung der Sicherheit (Recht, Polizei etc.). Letztere Kosten müsste Amazon über Steuer bezahlen. Und das geschieht doch über die USt. Wenn natürlich auch nicht genau - so liegt es in der Natur einer Steuer.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
Benutzeravatar
Skull
Vorstand
Beiträge: 17815
Registriert: Do 12. Apr 2012, 21:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Der Gipfel (?) des Eisberges - Steuervermeidung von Ikea

Beitragvon Skull » Mo 7. Mai 2018, 08:00

franktoast hat geschrieben:(07 May 2018, 08:18)

Genaugenommen besteuert die Umsatzsteuer den Umsatz. Also die Transaktion des Kaufs einer Ware oder Dienstleistung. Wer bezahlt die Steuer da? Abführen tut sie das Unternehmen, klar. Wenn die Umsatzsteuer der bezahlt, der das Geld überweist, dann bezahlt die Einkommenssteuer des Arbeitnehmer auch der Arbeitgeber, denn der bezahlt ja das Geld.

Dein Versuch einer Erklärung greift nicht.

Die Umsatzsteuer entsteht beim/dem Endkunden. Er hatte diese zu zahlen.
Amazon und alle anderen Unternehmen übernehmen da (lediglich) die Verrechnung mit dem Staat.

Amazon die abgeführte Umsatzsteuer in Milliarden diesem Unternehmen als Steueraufwand
zurechnen zu wollen...ist da albern, falsch und unzutreffend.

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
Benutzeravatar
franktoast
Beiträge: 3153
Registriert: So 29. Jun 2014, 09:24

Re: Der Gipfel (?) des Eisberges - Steuervermeidung von Ikea

Beitragvon franktoast » Mo 7. Mai 2018, 08:57

Skull hat geschrieben:(07 May 2018, 09:00)

Dein Versuch einer Erklärung greift nicht.

Die Umsatzsteuer entsteht beim/dem Endkunden. Er hatte diese zu zahlen.
Amazon und alle anderen Unternehmen übernehmen da (lediglich) die Verrechnung mit dem Staat.

Amazon die abgeführte Umsatzsteuer in Milliarden diesem Unternehmen als Steueraufwand
zurechnen zu wollen...ist da albern, falsch und unzutreffend.

mfg

es ist ja immer ne Definitionsgeschichte. Man könnte auch sagen, dass Unternehmen gar keine Steuern zahlen können, sondern nur Menschen. Falls ein Unternehmen Steuern bezahlt, sind das nur Kosten wie Lohn oder Strom. Die natürlichen Personen als Eigentümer von Unternehmen können dagegen Steuern bezahlen, zB. auf Dividenden oder Veräußerungsgewinne.
Ich hab zB. Amazonaktien für 1000€ gekauft und für 2000€ verkauft, also musste ich 260€ an Abgeltungssteuer abführen. Ich als Deutscher an den deutschen Fiskus. Nun könnten diese Veräußerungsgewinne auch von einem Amerikaner statt finden, also hat der deutsche Staat davon nix. Richtig. Aber genauso wenn ich bei Walmartaktien Gewinne erziele, findet da keine wirtschaftliche Tätigkeit in Deutschland statt, aber Scholz freut sich.

Wo ist denn nun das eigentliche Problem?
Amazon erzielt etwa 17Mrd. Umsatz in Deutschland, das sind 10% vom Umsatz. Und es erzielt 3Mrd. Gewinn. Kann man nun sagen, dass sie 300Mio. Gewinn in Deutschland erzielen? Natürlich nicht. Amazon erzielt durch den Onlinehandel keinen Gewinn, nur durch ihr Cloudgeschäft. Und da befinden sich die Server und Programmierer kaum bzw. größtenteil nicht in Deutschland. Und müsste man dann nicht den Umsatz von Cloudgeschäft betrachten, wie viel davon in Deutschland erzielt wird?

Das ist doch eine Farce.
Klar will der Deutsche, dass Amazon mehr Steuern im Heimatland bezahlt. Aber die Begründung ist aus meiner Sicht schleierhaft.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 36900
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 14:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: Der Gipfel (?) des Eisberges - Steuervermeidung von Ikea

Beitragvon Realist2014 » Mo 7. Mai 2018, 09:51

franktoast hat geschrieben:(07 May 2018, 09:57)

Amazon erzielt durch den Onlinehandel keinen Gewinn, nur durch ihr Cloudgeschäft. .



woher leitest du das ab?

Also wo steht diese "Aufteilung" hinsichtlich der Gewinne?
Zuletzt geändert von Realist2014 am Mo 7. Mai 2018, 10:07, insgesamt 1-mal geändert.
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
Benutzeravatar
Skull
Vorstand
Beiträge: 17815
Registriert: Do 12. Apr 2012, 21:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Der Gipfel (?) des Eisberges - Steuervermeidung von Ikea

Beitragvon Skull » Mo 7. Mai 2018, 10:05

franktoast hat geschrieben:(07 May 2018, 09:57)

Wo ist denn nun das eigentliche Problem?

MEIN Problem war da, das DU der Meinung wärest,
das Amazon durch die Unsatzsteuer schon genug Steuern zahlen würde. :D

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
Benutzeravatar
garfield336
Beiträge: 10041
Registriert: Mo 25. Mär 2013, 21:05

Re: Der Gipfel (?) des Eisberges - Steuervermeidung von Ikea

Beitragvon garfield336 » Mo 7. Mai 2018, 11:03

Realist2014 hat geschrieben:(07 May 2018, 10:51)

woher leitest du das ab?

Also wo steht diese "Aufteilung" hinsichtlich der Gewinne?


Er meint wohl die Gewinne die in Deutschland beim Onlinehandel anfallen. Die könnten tatsächlich gegen Null tendieren, Die Firma hat ja nicht mal ihren Sitz in Deutschland.
Benutzeravatar
franktoast
Beiträge: 3153
Registriert: So 29. Jun 2014, 09:24

Re: Der Gipfel (?) des Eisberges - Steuervermeidung von Ikea

Beitragvon franktoast » Mo 7. Mai 2018, 11:27

Realist2014 hat geschrieben:(07 May 2018, 10:51)

woher leitest du das ab?

Also wo steht diese "Aufteilung" hinsichtlich der Gewinne?


Hier Q1 Präsentation.
http://phx.corporate-ir.net/phoenix.zht ... sentations
Demnach gab es in den letzten 12 Monaten 193Mrd. Umsatz, davon 10% AWS, 30% International Onlinehandel, 60% Nord America Handel.

Operatives Einkommens aus Onlinehandel die letzten 12 Monate: etwa Mrd. 3Mrd. NA, 3,2Mrd. Verlust Europa -> unterm Strich kein oder Minigewinn mit Onlinehandel.
Mit AWS etwa 5Mrd. operatives Einkommen.

Das Bruttoeinkommen liegt immer etwa 10% niedriger.

Vergleicht man Ergebnis vor Steuern und nach Steuern die letzten Jahre, dann hat Amazon folgende Steuersätze auf ihre Gewinne bezahlt:

2013 32%
2014 Verlust (trotzdem 167Mio. Steuern bezahlt, wohl wegen Sondereffekten, weiß nicht)
2015 61%
2016 37%
2017 20%
http://www.ariva.de/amazon-aktie/bilanz-guv


Und wo die Abnehmer der AWS-Dienste sind, weiß man nicht.


Nur mal so zur Info:
Wenn ich Google Drive nutze und denen 20€ für 100GB bezahle, der Programmierer in San Jose hockt, der Server auf Island und der Kundensupport in Indien, fallen trotzdem die 19% Umsatzsteuer in Deutschland an. Ist das gerechtfertigt?
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
Benutzeravatar
Skull
Vorstand
Beiträge: 17815
Registriert: Do 12. Apr 2012, 21:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Der Gipfel (?) des Eisberges - Steuervermeidung von Ikea

Beitragvon Skull » Mo 7. Mai 2018, 11:29

franktoast hat geschrieben:(07 May 2018, 12:27)

Nur mal so zur Info:
Wenn ich Google Drive nutze und denen 20€ für 100GB bezahle,
der Programmierer in San Jose hockt,
der Server auf Island und der Kundensupport in Indien,

fallen trotzdem die 19% Umsatzsteuer in Deutschland an. Ist das gerechtfertigt?

Ja. Natürlich. :)

Was denn auch sonst ? :?:

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
Benutzeravatar
BlueMonday
Beiträge: 1579
Registriert: Mo 14. Jan 2013, 17:13

Re: Der Gipfel (?) des Eisberges - Steuervermeidung von Ikea

Beitragvon BlueMonday » Mo 7. Mai 2018, 11:33

Letztlich ist es ja so, dass wenn jemand eine Leistung im Rahmen eines marktförmigen Angebotes erbringt, sich der Staat einen Teil der gezahlten Gegenleistung als Abgabe/Steuer abgreift - früher (Ust) oder später (Gewinn/Einkommensbesteuerung).
Er belastet und verteuert damit den Austausch zwischen den Akteuren.
Als Anbieter einer Dienstleistung oder Ware muss man dem Endkunden immer einen ausreichenden Gegenwert bieten - für den vom Kunden zu zahlenden Endpreis inkl USt. Sonst kauft der Kunde ja nicht. Der Kunde "rankt" nun mal den Endpreis einer Sache. In dem Falle muss Amazon den Gegenwert erzeugen. Wenn Amazon den nicht bietet, dann zahlt auch niemand die "inkludierte" Ust.

Der Etatist argumentiert dann freilich, dass in jeder angebotene Leistung ja indirekt auch "Staatsleistung" (Infrastruktur, Rechtssicherheit, Durchsetzung von Verträgen/Ansprüchen, "Bildung" etc.) stecke.
Das grundlegende Problem ist dabei das bekannte Grundproblem aller sozialistischen Ansätze: dass sich keine marktförmigen Preise bilden können für diese "Staatsleistungen", da die Präferenzen der Akteure nicht frei demonstriert werden können, da eine "Staatsleistung" auch nicht abgelehnt werden kann (wenn sie einem zu schlecht/zu teuer/unnötig etc. erscheint), sondern mit Zwang und Gewaltandrohung "geliefert" und bezahlt wird.

Wenn man die USt vom Endkunden separat einziehen würde (was sehr lehrreich wohl für manche wäre), dann wäre man ja an der richtigen Stelle, also letztlich beim eigentlichen Verursacher dafür, dass bspw. ein Lieferfahrzeug über eine Straße rollt und die dabei abgenutzt wird.
But who would build the roads?
Benutzeravatar
franktoast
Beiträge: 3153
Registriert: So 29. Jun 2014, 09:24

Re: Der Gipfel (?) des Eisberges - Steuervermeidung von Ikea

Beitragvon franktoast » Mo 7. Mai 2018, 11:33

Skull hat geschrieben:(07 May 2018, 12:29)

Ja. Natürlich. :)

Was denn auch sonst ? :?:

mfg

Und wenn Google mit mir 5€ Gewinn macht, wem gehört diese Gewinnbesteuerung? Deutschland? Island? Indien? USA?
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
Benutzeravatar
Skull
Vorstand
Beiträge: 17815
Registriert: Do 12. Apr 2012, 21:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Der Gipfel (?) des Eisberges - Steuervermeidung von Ikea

Beitragvon Skull » Mo 7. Mai 2018, 11:47

franktoast hat geschrieben:(07 May 2018, 12:33)

Und wenn Google mit mir 5€ Gewinn macht, wem gehört diese Gewinnbesteuerung? Deutschland? Island? Indien? USA?

DORT wo das Unternehmen seinen Gewinn zu versteuern hat.
Da weiss ich nicht, ob Google Deutschland GmbH oder google INC. USA der Vertragspartner ist.

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
Benutzeravatar
franktoast
Beiträge: 3153
Registriert: So 29. Jun 2014, 09:24

Re: Der Gipfel (?) des Eisberges - Steuervermeidung von Ikea

Beitragvon franktoast » Mo 7. Mai 2018, 12:19

Skull hat geschrieben:(07 May 2018, 12:47)

DORT wo das Unternehmen seinen Gewinn zu versteuern hat.
Da weiss ich nicht, ob Google Deutschland GmbH oder google INC. USA der Vertragspartner ist.

mfg

Ich meine, wem sollte die Besteuerung gehören. Da wo das Gesetz sagt? Ok. Tolle Antwort.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.

Zurück zu „1. Wirtschaft“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast