Die Luxemburg Leaks. Steuerhinterziehung ganz legal.

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G.Rasheimer
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Re: Die Luxemburg Leaks. Steuerhinterziehung ganz legal.

Beitragvon G.Rasheimer » So 18. Dez 2016, 10:42

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(16 Dec 2016, 20:53)

Ich kann keine zwei Konkretisierungen sehen.


das ist verständlich,
….Erbsen zählen und Nebelkerzen … das geht auf die Augen :D

Es wird im normalen Sprachgebrauch nun einmal so ausgedrückt,
das „ein Unternehmen Steuern bezahlt“
und dass ein Hund nicht mit dem Portemonnaie zur Gemeindekasse dackelt,
um seine Hundesteuer zu begleichen ……
bedarf eig. keiner weiteren Erklärung
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Re: Die Luxemburg Leaks. Steuerhinterziehung ganz legal.

Beitragvon 3x schwarzer Kater » So 18. Dez 2016, 11:00

G.Rasheimer hat geschrieben:(18 Dec 2016, 10:42)

das ist verständlich,
….Erbsen zählen und Nebelkerzen … das geht auf die Augen :D

Es wird im normalen Sprachgebrauch nun einmal so ausgedrückt,
das „ein Unternehmen Steuern bezahlt“
und dass ein Hund nicht mit dem Portemonnaie zur Gemeindekasse dackelt,
um seine Hundesteuer zu begleichen ……
bedarf eig. keiner weiteren Erklärung


Ein Hund ist aber auch kein eigenes Steuersubjekt. Der Vergleich hinkt also.
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Re: Die Luxemburg Leaks. Steuerhinterziehung ganz legal.

Beitragvon G.Rasheimer » Mo 19. Dez 2016, 23:01

Das haben Metaphern nun mal so an sich,
Hauptsache man hat sie verstanden,
fachspezifisches Wissen zum Steuerrecht ist hier m.M. auch nicht das Thema
und nicht nötig um die Grundthematik zu erörtern.

Wenn man sich den aktuellen Stand der LUXLeaks ansieht,
steht in Wiki:
Das Gericht stellte zugleich fest, dass beide, würden sie die gleiche Tat heute begehen,
aufgrund einer geänderten Gesetzeslage als Whistleblower unter Schutz stünden und somit nicht verurteilt würden.


Nur, auf welcher neuen EU oder Lux Regelung diese Aussage basiert,
kann ich im Wust der Berichterstattung nicht erkennen.

In D scheint auch etwas in Arbeit >Finanzdienstleistungsaufsichtsgesetzes
allerdings:
Der Bundestag möchte mit einem neuen Gesetz Whistleblower wie Deltour besser schützen.
Allerdings gilt die neue Vorschrift nur für Mitarbeiter der Finanzbranche.
"Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften fallen bei der Prüfung von Abschlüssen nicht in den Anwendungsbereich des Finanzdienstleistungsaufsichtsgesetzes",
so die Einschätzung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags.
Damit könnte ein Whistleblower wie Deltour auch künftig in Deutschland angeklagt werden. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/whistleblower-gesetz-enthuellen-verboten-1.3022169


Die Multis >Apple haben‘s echt schwer,
die Gewinne sind in Irland nur „geparkt“ weil bei einer Überführung in die USA
auch 35% St. fällig würden.

Immer bedenken …...es geht dabei um GEWINNE nach Steuern d.h.
alle Steuern ++++ alle weiteren Kosten Gehälter etc.etc. sind abgegolten
und wurden somit vom Kunden/Bürger schon über den Produktpreis bezahlt.

Ich halte da eine Besteuerung von insgesamt MINDESTENS 50% auf die Gewinne für nicht übertrieben und voll gerechtfertigt,
also auch die Doppelbesteuerung (Gewinne + Dividenden)
sollte prinzipiell keine Jammertiraden hervorrufen.
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Re: Die Luxemburg Leaks. Steuerhinterziehung ganz legal.

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Di 20. Dez 2016, 09:56

G.Rasheimer hat geschrieben:(19 Dec 2016, 23:01)

Immer bedenken …...es geht dabei um GEWINNE nach Steuern d.h.
alle Steuern ++++ alle weiteren Kosten Gehälter etc.etc. sind abgegolten
und wurden somit vom Kunden/Bürger schon über den Produktpreis bezahlt.


Wenn der Kunde letztendlich die Steuern bezahlt, dann könnte man auch ganz einfach die Umsatzsteuer erhöhen. Ist einfach zu erheben. Die Ausweichmöglichkeiten sind gering. Dann würde man sich das ganze Brimbamborium mit der Unternehmensbesteuerung sparen.
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Re: Die Luxemburg Leaks. Steuerhinterziehung ganz legal.

Beitragvon G.Rasheimer » Mi 21. Dez 2016, 08:13

Und wenn man merkt es geht nichts mehr
kommt man mit USt daher

gerecht …. trifft Alle …… :x
(sorry … aber das ist die ungerechteste Forderung, gerade weil sie Alle trifft)

es geht doch darum
dass bestimmte Unternehmensstrukturen überhaupt erstmal Steuern bezahlen,
andere/kleinere Unternehmen die nicht diese Möglichkeiten haben,
müssen EkSt. zahlen und werden dadurch DISKRIMINIERT

da klingeln doch bei Einigen hier normalerweise alle Alarmglocken :D

und neue Gesetze / Steuersätze brauch man da für den Anfang überhaupt nicht,
der Fall Apple zeigt, wie schnell man hier loslegen kann,
einige der Steuersparmodelle scheinen auch heute schon angreifbar.

Es mangelt an politischem Willen, was zum einen verständlich ist,
bei dem „Druck“ den Konzerne ausüben können,
zum anderen aber eben Benachteiligung Anderer bedeutet.
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Re: Die Luxemburg Leaks. Steuerhinterziehung ganz legal.

Beitragvon garfield336 » Mi 21. Dez 2016, 08:43

G.Rasheimer hat geschrieben:(19 Dec 2016, 23:01)
Wenn man sich den aktuellen Stand der LUXLeaks ansieht,
steht in Wiki:


Nur, auf welcher neuen EU oder Lux Regelung diese Aussage basiert,
kann ich im Wust der Berichterstattung nicht erkennen.



Och auch das neue Gesetz schützt Deltour nicht, das ist eine Falschinformation.

Natürlich kann man als Whistleblower nach neuem Gesetz, Missstände der Finanzaufsicht CSSF (www.cssf.lu) melden, Das ist sogar anynom möglich.
Aber der Fall hier ist ein komplett anderer.
1) PwC unterliegt nicht der Finanzaufsicht. Sie vergeben ja keine Kredite. und sind keine Bank.
2) Der Whistleblower hat Firmeninternas und Berufsgeheimnisse direkt der Presse gemeldet.
3) Die Dinge die Deltour angemahnt hatte und kritisieren will, sind Dinge die vollkommen LEGAL in Luxemburg sind. Jemand der also meint die grossen Firmen seien die Bösen und sie müssten für ein Fehlverhalten belangt werden irren sich. Es gab natürlich Fälle wo Steuern an den Luxemburger Staat nachgezahlt werden müssen weil einige Deals gegen europäisches Recht verstiessen. Das war es aber auch schon. Nichts grossartiges was irgendetwas am System ändern würde.
Es wird weitergemacht wie bisher.
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Re: Die Luxemburg Leaks. Steuerhinterziehung ganz legal.

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 21. Dez 2016, 10:45

G.Rasheimer hat geschrieben:(21 Dec 2016, 08:13)


es geht doch darum
dass bestimmte Unternehmensstrukturen überhaupt erstmal Steuern bezahlen,
andere/kleinere Unternehmen die nicht diese Möglichkeiten haben,
müssen EkSt. zahlen und werden dadurch DISKRIMINIERT



Die meisten Unternehmen zahlen ja Steuern und zwar sogar angemessene, je nachdem wie die steuerlichen Regelungen und Steuersätze in den jeweiligen Ländern eben sind.
Kritisiert wird letztendlich, dass eben nicht genug Steuern bezahlt werden, weil die Steuern ja angeblich nicht mehr dort gezahlt werden, wo die Gewinne entstehen.
Das ist ja die Ursprungsvermutung. Auch die dürfte in den meisten Fällen nicht stimmen. Denn natürlich gibt es zur Aufteilung der Gewinne, Richtlinien, die festlegen nach welchen Kriterien die "Aufteilung" der Gewinne vorzunehmen ist. Wobei Aufteilung das falsche Wort ist, denn letztendlich geht es um die Festlegung der Transferpreise zwischen den verbundenen Unternehmen, die letztendlich maßgeblich für die Aufteilung der Gewinne sind. Und eben dazu gibt es umfangreiche Richtlinien der OECD, die in vielen Ländern schon in nationales Recht eingeflossen sind. In Deutschland z.B. finden sich diese Richtlinien in der Gewinnabgrenzungsaufzeichnungsverordnung wieder, die es bereits seit dem Jahr 2003 gibt. Ich zweifle nur an, dass sich dadurch groß was geändert hat. Sonst hätte man jetzt ja nicht im Zuge von BEPS schon wieder die ganze Diskussion.
Man wird es auch nicht ändern können. Denn letztendlich kann man Unternehmen nicht vorschreiben, wo sie ihr Geld investieren und wo sie welche Funktionen ausüben. Und dazu verfügen internationale Unternehmen eben über eine Infrastruktur, die Mittelständler eben nicht hat. D.h. die Verlagerung von Funktionen ist für internationale Unternehmen ungleich einfacher als für kleine. Die Entwicklung der technischen Möglichkeiten in den letzten Jahren begünstigt das noch. Früher hatte z.B. jedes Tochterunternehmen eines Konzerns eine eigene IT-Abteilung, dann gab es zentrale IT-Dienstleister für den gesamten Konzern, heute ist es vollkommen gleichgültig wo auf der Welt dieser Dienstleister sitzt. Aber egal wo er sitzt, dort muss er auch einen angemessenen Gewinn erwirtschaften und diesen dort auch versteuern.
Und damit sind wir ja wieder genau bei deinem Punkt. Internationale Unternehmen können aufgrund ihrer Struktur internationales Steuergefälle besser ausnutzen als kleinere Unternehmen, die eben nicht über die notwendige Infrastruktur verfügen. Dadurch können sie sich Wettbewerbs- und Kostenvorteile schaffen, die es ermöglichen ihre Produkte bei gleichen Renditeerwartungen günstiger anzubieten.
Eine Abschaffung der Unternehmensbesteuerung würde eben diesen Wettbewerbsvorteil beseitigen und eben so vor allem kleineren Unternehmen helfen. Und eine ausgleichende Erhöhung der Umsatzsteuer würde dafür sorgen, dass die Steuereinnahmen in dem Land zufließen, in dem letztendlich auch der Gewinn erzielt wurde.
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Re: Die Luxemburg Leaks. Steuerhinterziehung ganz legal.

Beitragvon Orwellhatterecht » Mi 21. Dez 2016, 11:16

garfield336 hat geschrieben:(21 Dec 2016, 08:43)

Och auch das neue Gesetz schützt Deltour nicht, das ist eine Falschinformation.

Natürlich kann man als Whistleblower nach neuem Gesetz, Missstände der Finanzaufsicht CSSF (http://www.cssf.lu) melden, Das ist sogar anynom möglich.
Aber der Fall hier ist ein komplett anderer.
1) PwC unterliegt nicht der Finanzaufsicht. Sie vergeben ja keine Kredite. und sind keine Bank.
2) Der Whistleblower hat Firmeninternas und Berufsgeheimnisse direkt der Presse gemeldet.
3) Die Dinge die Deltour angemahnt hatte und kritisieren will, sind Dinge die vollkommen LEGAL in Luxemburg sind. Jemand der also meint die grossen Firmen seien die Bösen und sie müssten für ein Fehlverhalten belangt werden irren sich. Es gab natürlich Fälle wo Steuern an den Luxemburger Staat nachgezahlt werden müssen weil einige Deals gegen europäisches Recht verstiessen. Das war es aber auch schon. Nichts grossartiges was irgendetwas am System ändern würde.
Es wird weitergemacht wie bisher.



Und genau darum geht es letztendlich, es müssen möglichst viele Mensch erfahren, wie sie "über den Leisten barbiert werden...", damit sie zukünftig Politiker, die so etwas dulden oder gar fördern, denke da u.a. und vor allem auch an den derzeitigen Präsidenten der EU Kommission, via Wahlzettel "die rote Karte" überbringen. Wer so etwas fördert oder auch nur duldet, sollte sich nicht länger Volksvertreter nennen dürfen, er fühlt sich den Konzernen verpflichtet, sonst niemandem.
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Re: Die Luxemburg Leaks. Steuerhinterziehung ganz legal.

Beitragvon G.Rasheimer » Fr 23. Dez 2016, 00:28

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(21 Dec 2016, 10:45)

Die meisten Unternehmen zahlen ja Steuern und zwar sogar angemessene, je nachdem wie die steuerlichen Regelungen und Steuersätze in den jeweiligen Ländern eben sind.
Kritisiert wird letztendlich, dass eben nicht genug Steuern bezahlt werden, weil die Steuern ja angeblich nicht mehr dort gezahlt werden, wo die Gewinne entstehen.
Das ist ja die Ursprungsvermutung. Auch die dürfte in den meisten Fällen nicht stimmen. Denn natürlich gibt es zur Aufteilung der Gewinne, Richtlinien, die festlegen nach welchen Kriterien die "Aufteilung" der Gewinne vorzunehmen ist. Wobei Aufteilung das falsche Wort ist, denn letztendlich geht es um die Festlegung der Transferpreise zwischen den verbundenen Unternehmen, die letztendlich maßgeblich für die Aufteilung der Gewinne sind. Und eben dazu gibt es umfangreiche Richtlinien der OECD, die in vielen Ländern schon in nationales Recht eingeflossen sind. In Deutschland z.B. finden sich diese Richtlinien in der Gewinnabgrenzungsaufzeichnungsverordnung wieder, die es bereits seit dem Jahr 2003 gibt. Ich zweifle nur an, dass sich dadurch groß was geändert hat. Sonst hätte man jetzt ja nicht im Zuge von BEPS schon wieder die ganze Diskussion.
Man wird es auch nicht ändern können. Denn letztendlich kann man Unternehmen nicht vorschreiben, wo sie ihr Geld investieren und wo sie welche Funktionen ausüben. Und dazu verfügen internationale Unternehmen eben über eine Infrastruktur, die Mittelständler eben nicht hat. D.h. die Verlagerung von Funktionen ist für internationale Unternehmen ungleich einfacher als für kleine. Die Entwicklung der technischen Möglichkeiten in den letzten Jahren begünstigt das noch. Früher hatte z.B. jedes Tochterunternehmen eines Konzerns eine eigene IT-Abteilung, dann gab es zentrale IT-Dienstleister für den gesamten Konzern, heute ist es vollkommen gleichgültig wo auf der Welt dieser Dienstleister sitzt. Aber egal wo er sitzt, dort muss er auch einen angemessenen Gewinn erwirtschaften und diesen dort auch versteuern.
Und damit sind wir ja wieder genau bei deinem Punkt. Internationale Unternehmen können aufgrund ihrer Struktur internationales Steuergefälle besser ausnutzen als kleinere Unternehmen, die eben nicht über die notwendige Infrastruktur verfügen. Dadurch können sie sich Wettbewerbs- und Kostenvorteile schaffen, die es ermöglichen ihre Produkte bei gleichen Renditeerwartungen günstiger anzubieten.
Eine Abschaffung der Unternehmensbesteuerung würde eben diesen Wettbewerbsvorteil beseitigen und eben so vor allem kleineren Unternehmen helfen. Und eine ausgleichende Erhöhung der Umsatzsteuer würde dafür sorgen, dass die Steuereinnahmen in dem Land zufließen, in dem letztendlich auch der Gewinn erzielt wurde.


Was ich von deiner Ust.Träumerei halte hatte ich ja schon erwähnt,
das geht voll an der Problematik vorbei ….

das BEPS Projekt der OECD hört sich nicht schlecht an

Beim BEPS-Projekt haben insgesamt 62 Staaten mitgearbeitet, darunter alle Staaten der OECD und der G20. Die Zielrichtung der Gegenmaßnahmen richtet sich vor allem auf internationale Großkonzerne sowie den Bereich E-Commerce. Dennoch werden sich einige Maßnahmen auch bei kleineren Betrieben bemerkbar machen. Die Überlegungen und Planungen mündeten in dem Beschluss der Finanzminister und Notenbankchefs der G20 in Lima am 8.10.2015.
Der Beschluss weist folgende Kernbestandteile auf:
Bekämpfung der aggressiven Steuerplanung multinationaler Unternehmen,
Gemeinsames Vorgehen gegen schädliche Steuerpraktiken,
Vermeidung eines schädlichen Steuerwettbewerbs zwischen den Ländern,
bessere Abstimmung der Wechselwirkungen zwischen nationalen Steuerregeln,
Beseitigung des derzeit noch bestehenden Mangels an Transparenz,
verbesserte Koordinierung zwischen den Steuerverwaltungen der Staaten und
Ausbau der bisher noch begrenzten Vollzugsmittel in den einzelnen Staaten.
Dem allen liegt der prägende Gedanke zugrunde, dass ein moderner internationaler steuerrechtlicher Rahmen die Gewinne dort besteuert, wo die wirtschaftliche Aktivität und die Wertschöpfung stattfinden.
haufe.de/steuern/gesetzgebung


15. Entwicklung einer multilateralen Vertragsgrundlage für die BEPS-Umsetzung
Für die Umsetzung der meisten BEPS-Maßnahmen wird nach einem anwendbaren multilateralen Instrument gesucht, das eine einfachere Umsetzung ermöglichen kann. Dies würde eine Änderung einer Vielzahl bilateraler DBA vermeiden und könnte auch die daraus resultierenden Änderungen des nationalen Steuerrechts reduzieren. Entsprechende Verhandlungen sollen unverzüglich beginnen, sodass das benötigte multilaterale Instrument bereits in 2016 unterzeichnet werden kann.


Ich bin kein StFachmann und könnte die einzelnen Änderungen nicht näher erläutern,
aber ein Teil der BEPS Maßnahmen tritt tatsächlich ab 01.01.2017 schon in Kraft
und dürfte evtl. so manchem, auf Kante genähten STSparmodell den Garaus machen ?
jahressteuergesetz.de/beps-umsetzungsgesetz
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Re: Die Luxemburg Leaks. Steuerhinterziehung ganz legal.

Beitragvon G.Rasheimer » Sa 24. Dez 2016, 16:42

G.Rasheimer hat geschrieben:(23 Dec 2016, 00:28)


das BEPS Projekt der OECD hört sich nicht schlecht an ......


…. wird aber nicht viel bringen

Die BEPS-Initiative behandelt multinationale Unternehmen nämlich steuerlich weiterhin so,
dass Mutter- und Tochterfirmen in einzelnen Staaten getrennt betrachtet sowie besteuert werden.
Zugleich wird am System der Verrechnungspreise für konzerninterne Transaktionen zwischen Mutter-
und Tochterunternehmen festgehalten, das bislang ein Hauptinstrument der Gewinnverschiebung war.
Für Markus Henn von WEED wäre stattdessen ein Systemwechsel zur Gesamtkonzernsteuer angemessen.
„Dabei wird ein Konzern als das betrachtet, was er ist: eine große Einheit mit einem Gesamtgewinn,
der dann auf die betroffenen Staaten aufgeteilt werden kann.“
Zwar spiele die stärkere Verwendung der Gesamtkonzernbetrachtung eine Rolle bei einigen BEPS-Maßnahmen.
Im Wesentlichen würden aber nur neue Detailregeln zum System der Verrechnungspreise hinzugefügt, so Henn.
g20oecdbeps-bauchlandung
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Re: Die Luxemburg Leaks. Steuerhinterziehung ganz legal.

Beitragvon Orwellhatterecht » Fr 30. Dez 2016, 11:43

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(20 Dec 2016, 09:56)

Wenn der Kunde letztendlich die Steuern bezahlt, dann könnte man auch ganz einfach die Umsatzsteuer erhöhen. Ist einfach zu erheben. Die Ausweichmöglichkeiten sind gering. Dann würde man sich das ganze Brimbamborium mit der Unternehmensbesteuerung sparen.




Damit würden abermals genau jene belastet (oder soll ich besser bestraft sagen), deren Einkommen ziemlich gering ist und von dem im Regelfall weder etwas gespart noch etwas für die Alterssicherung zurück gelegt werden kann.
Das ist einfach nur "Elfenbeinturm Denken"!
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Re: Die Luxemburg Leaks. Steuerhinterziehung ganz legal.

Beitragvon garfield336 » Mo 20. Feb 2017, 15:43

Einige meinen ja Amazon würde nichts hier erwirtschaften und wäre eine Briefkastenfirma...

Mittlerweile sind 1500 Menschen bei Amazon in Luxemburg beschäftigt und die haben jetzt angekündigt 500! neue Leute einzustellen.
Amazon entwickelt sich so langsam zu einem der grössten Arbeitgeber hier. Ein Logistikzentrum haben sie hier nicht. Es sind nur Büros.
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Re: Die Luxemburg Leaks. Steuerhinterziehung ganz legal.

Beitragvon Orwellhatterecht » So 26. Feb 2017, 10:21

garfield336 hat geschrieben:(20 Feb 2017, 15:43)

Einige meinen ja Amazon würde nichts hier erwirtschaften und wäre eine Briefkastenfirma...

Mittlerweile sind 1500 Menschen bei Amazon in Luxemburg beschäftigt und die haben jetzt angekündigt 500! neue Leute einzustellen.
Amazon entwickelt sich so langsam zu einem der grössten Arbeitgeber hier. Ein Logistikzentrum haben sie hier nicht. Es sind nur Büros.




Das ist ja lobenswert, dass Amazon auch 500 neue Leute einstellt, wobei nach den Arbeitsbedingungen angesichts noch immer grosser Arbeitslosigkeit fast allerorten lieber erst gar nicht gefragt wird. Und auch nicht daran, dass Amazon in Deutschland zwar einen ihrer wichtigsten Märkte sieht, die Zahlung von Steuern allerdings gerne den anderen, ehrlich arbeitenden Unternehmen überlässt. Das die dadurch einen Wettbewerbsnachteil erleiden - Pech für sie, gut für Amazon.
Und die Gewerkschaft Verdi führt ihre diversen Streiks gegen Amazon natürlich nur aus purem Neid aus, oder? Aber schön für Amazon, dass sie sowohl Subventionen als auch die Infra Struktur des Gastgeberlandes Deutschland quasi für lau nutzen dürfen, bezahlen dagegen dürfen die anderen. Prima Geschäftsmodell !
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Re: Die Luxemburg Leaks. Steuerhinterziehung ganz legal.

Beitragvon garfield336 » So 26. Feb 2017, 23:40

Ich wollte nur sagen dass bei mehr als 1000Mitarbeiter das Wort "Briefkastenfirma" nicht zieht.

Natürlich sind diese Mitarbeiter für den ganzen EU-Markt verantwortlich. Mann kann das kritisieren aber gerade im Versandhandel sind auch viele deutsche Firmen tätig.
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Re: Die Luxemburg Leaks. Steuerhinterziehung ganz legal.

Beitragvon Orwellhatterecht » Mo 27. Feb 2017, 08:21

garfield336 hat geschrieben:(26 Feb 2017, 23:40)

Ich wollte nur sagen dass bei mehr als 1000Mitarbeiter das Wort "Briefkastenfirma" nicht zieht.

Natürlich sind diese Mitarbeiter für den ganzen EU-Markt verantwortlich. Mann kann das kritisieren aber gerade im Versandhandel sind auch viele deutsche Firmen tätig.




... aber im Gegensatz zu Amazon & Co zahlen diese artig in Deutschland ihre Steuern und nehmen dafür massivste Wettbewerbsnachteile in Kauf !
Politiker sind wie Tauben, sind sie unten, dann fressen sie einem aus der Hand, sind sie dagegen oben, dann sch...en sie einem auf den Kopf.
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Re: Die Luxemburg Leaks. Steuerhinterziehung ganz legal.

Beitragvon garfield336 » Mo 27. Feb 2017, 08:39

Orwellhatterecht hat geschrieben:(27 Feb 2017, 08:21)

... aber im Gegensatz zu Amazon & Co zahlen diese artig in Deutschland ihre Steuern und nehmen dafür massivste Wettbewerbsnachteile in Kauf !


Und beliefern dennoch ganz Europa ! In Frankreich zahlen sie dann relativ wenig Steuern, obwohl auch dort Kunden sind.

Meistens wird Luxemburg wegen der zentralen Lage und sprachenvielfal als Standort gewählt. Steuern sind nicht das wichtigste Kriterium.
Ich könnte natürlich auch ein Büro in der Ostdeutschen Provinz aufmachen, aber ich werde dort Schwierigkeiten haben kompetente Mitarbeiter zu finden, die perfekt Deutsch Englisch und Französisch sprechen. In Luxemburg ist das Standart. Und dies ist oftmals wichtiger als steuerliche Vorteile.
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Re: Die Luxemburg Leaks. Steuerhinterziehung ganz legal.

Beitragvon Orwellhatterecht » Mo 27. Feb 2017, 10:45

garfield336 hat geschrieben:(27 Feb 2017, 08:39)

Und beliefern dennoch ganz Europa ! In Frankreich zahlen sie dann relativ wenig Steuern, obwohl auch dort Kunden sind.

Meistens wird Luxemburg wegen der zentralen Lage und sprachenvielfal als Standort gewählt. Steuern sind nicht das wichtigste Kriterium.
Ich könnte natürlich auch ein Büro in der Ostdeutschen Provinz aufmachen, aber ich werde dort Schwierigkeiten haben kompetente Mitarbeiter zu finden, die perfekt Deutsch Englisch und Französisch sprechen. In Luxemburg ist das Standart. Und dies ist oftmals wichtiger als steuerliche Vorteile.




... sicherlich auch nicht nur wegen der Steuern, auch die Arbeitsbedingungen sind als besonders "einzigartig" zu bezeichnen und geben Verdi immer wieder Anlass, die Beschäftigten in D zum Streik aufzurufen. Das Prinzip "Der Mensch als Roboter..." wird dort offenbar als erstrebenswert angesehen, wovon ehemalige Hamster (die dem Rad entronnen sind) immer wieder berichten. Und wenn einem als besondere Belohnung der Staat dann auch noch unter die Arme hilft...
Politiker sind wie Tauben, sind sie unten, dann fressen sie einem aus der Hand, sind sie dagegen oben, dann sch...en sie einem auf den Kopf.

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