Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Moderator: Moderatoren Forum 1

Geht der japanische Staat schon 2015 pleite?

Ja
4
7%
Nein, aber in den nächsten 10 Jahren
12
20%
Nein
44
73%
 
Abstimmungen insgesamt: 60
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 23241
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Adam Smith » Mi 19. Jul 2017, 18:01

Hier mal was bekanntes:

19.07.2017
Selbst unter den optimistischsten Annahmen wird Japan es nicht schaffen, das Primärdefizit bis zum Fiskaljahr 2020 auf Null zu bringen und einen Überschuss zu erwirtschaften


http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/a ... 12550.html

Griechenland hat es geschafft einen Primärüberschuss zu erwirtschaften.

Stand: 21.04.2017
Griechenland hat im vergangenen Jahr einen unerwartet großen Überschuss im Staatshaushalt geschafft. Der Primärüberschuss, bei dem die Zinskosten ausgeklammert werden, sollte laut Vorgaben nur 0,5 Prozent des BIP betragen - lag aber um ein Vielfaches darüber.

Griechenland hat bei der Sanierung seines Haushalts 2016 die Vorgaben der internationalen Geldgeber übertroffen: Der Staat erzielte im vergangenen Jahr einen Überschuss von knapp sieben Milliarden Euro, wenn man die Kosten für laufende Kredite herausrechnet. Der Primärüberschuss erreiche damit 3,9 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP), teilte das griechische Statistikamt in Athen mit.


https://www.tagesschau.de/wirtschaft/gr ... t-107.html

Leider heißt das nicht viel. Der Staat muss sich trotzdem immer noch weiter verschulden. Das Schlimmste dürfte Griechenland aber hinter sich haben.

Aber wer ist schuld an der Situation von Japan laut den Anhängern von Krugman?

Jun 28, 2017

Japan Needs New Thinking, And New Anti-Austerity Politicians

Austerity policies have consistently failed to revive the Japanese economy for more than 20 years. Japan needs reflationary policy, not austerity policy. And Japan needs more new politicians who do not think like old politicians like Yosano.


https://www.forbes.com/sites/mwakatabe/ ... 793c843eb0

Natürlich ist die Austerität schuld. Beim Islam sind es ja immer die anderen. China ist schuld, dass es im muslimischen Teil so gewalttätig zugeht. Dass es im restlichen China nicht so zugeht ist dann egal. Und selbstverständlich ist der Westen schuld an der Gewalt in Somali und Jemen. Der Islam kann es ja nicht sein. Die Kommunisten argumentieren genauso.
LinkerGeist
Beiträge: 165
Registriert: Mo 19. Jun 2017, 17:02

Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon LinkerGeist » Mi 16. Aug 2017, 11:46

Adam Smith hat geschrieben:(25 Oct 2014, 13:27)

Vor allem wegen den Reallohnverlusten der Arbeitnehmer und der negativen Rendite der Staatsanleihen durch die Inflation vermute ich mal, dass Japan schon 2015 pleite gehen wird.



Du wärst der perfekte Nachfolger für Prof. Sinn. Bei ihm wusste man auch immer, dass das genaue Gegenteil von dem passiert, was er prognostiziert...
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 23241
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Adam Smith » Mi 16. Aug 2017, 11:54

LinkerGeist hat geschrieben:(16 Aug 2017, 12:46)

Du wärst der perfekte Nachfolger für Prof. Sinn. Bei ihm wusste man auch immer, dass das genaue Gegenteil von dem passiert, was er prognostiziert...

Deutschland hat seit ein paar Jahren die Schwarze Null, Griechenland seit 2016 einen Primärüberschuss und Trump hat die Neuverschuldung nicht erhöht.
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 42639
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon frems » So 10. Sep 2017, 16:30

Der Staatsbankrott lässt noch auf sich warten.

Ökonomen reiben sich verwundert die Augen: Japans Wirtschaft boomt wieder, Investoren kehren zurück und selbst die Deflation scheint besiegt. Doch die Politik der Regierung birgt ein gefährliches Gift.

https://www.welt.de/finanzen/article168 ... maere.html
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 23241
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Adam Smith » So 10. Sep 2017, 19:39

frems hat geschrieben:(10 Sep 2017, 17:30)

Der Staatsbankrott lässt noch auf sich warten.

https://www.welt.de/finanzen/article168 ... maere.html


Ganz so stark wächst die Wirtschaft in Japan doch nicht.

TOKIO (dpa-AFX) - Die Wirtschaft Japans ist im Frühling nicht ganz so stark gewachsen wie zunächst angenommen. Dennoch verzeichnete die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt das höchste Wachstum seit gut zwei Jahren. Zwischen April und Ende Juni sei die Wirtschaftsleistung revidierten Angaben zufolge im Vergleich zum Vorquartal um 0,6 Prozent gestiegen, teilte die Regierung am Freitag in Tokio mit. Mitte August war das Wachstum bei der Bekanntgabe der vorläufigen Daten noch auf 1,0 Prozent beziffert worden.


http://www.t-online.de/finanzen/boerse/ ... ommen.html

Trotzdem ist das Wachstum beachtlich. Eigentlich müsste dieses zeigen, dass Schulden doch nicht so gefährlich sind wie ich hier beschrieben habe. Wenn man aber mal nach einen Blick auf die aktuelle Politik von Griechenland, Deutschland oder die USA wirft, dann möchten sich diese Länder nicht weiter verschulden.

https://de.statista.com/statistik/daten ... natswerte/

Manche Beobachter bezweifeln angesichts zahlreicher Querelen im Weißen Haus und Widerstand aus der eigenen Partei zunehmend, dass Trump wichtige Vorhaben wie die Steuerreform oder Großinvestitionen in die Infrastruktur wird umsetzen können


http://derstandard.at/2000063390506/Tru ... d-riskiert
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 23241
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Adam Smith » So 24. Sep 2017, 21:00

Trump kann seine Steuerreform und seine Investitionen nicht durchsetzen. Und nun verkündet die Fed die Anleihen wieder loszuwerden.

Die Federal Reserve gibt den Einstieg in den Ausstieg bekannt. Die Stimulierung der Märkte soll nach und nach zurückgefahren werden. Es geht um Anleihen im Wert von knapp 4,5 Billionen Dollar.

...

Die Schrumpfung des Anleiheportfolios aus Staatsanleihen und Hypothekenanleihen beginnt stufenweise und folgt dem schon im Juni verkündeten Plan. Im ersten Monat wird das Portfolio um 10 Milliarden Dollar verringert. Der Reduzierungs-Betrag wird Monat für Monat aufgestockt. Vom sechsten Monat beträgt er 50 Milliarden Dollar. Die Fed verringert ihr Portfolio, indem sie einen wachsenden Teil der auslaufenden Anleihen nicht erneuert.

Portfolio soll jährlich um 600 Milliarden schrumpfen

Vom Jahr 2019 an soll das Portfolio jährlich um 600 Milliarden schrumpfen. Wie weit die Fed ihr Portfolio herunterfahren will, hat sie offen gelassen. Vor der Finanzkrise hatte die amerikanische Zentralbank 900 Milliarden Dollar in Anleihen auf ihrer Bilanz.


http://www.faz.net/aktuell/finanzen/fin ... 08647.html
Benutzeravatar
X3Q
Beiträge: 3449
Registriert: So 7. Okt 2012, 07:46
Benutzertitel: Pro Gloria et Coetus

Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon X3Q » So 24. Sep 2017, 21:07

Kann der Japan-Laden jetzt endlich bald dicht gemacht werden?

--X
KarlRanseier
Beiträge: 427
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:43

Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon KarlRanseier » So 24. Sep 2017, 21:15

Also ich vermute, dass das gesamte marode Wirtschaftssystem weltweit zusammenbricht. Würde mich wundern, wenn das noch länger als 10 Jahre dauern würde.

Deutschland wird immer als "Musterschüler" hingestellt -was für ein Käse! Auch Deutschland hat wahrlich keine ausgeglichene Handelsbilanz und lebt momentan noch davon, dass es mit Billigprodukten die Märkte überschwemmt. Das ist dank der Niedriglohnpolitik möglich. Aber auf Dauer kann es nicht funktionieren.

Witzig ist vor allem, dass Merkel & Co Länder wie Griechenland kritisieren, obwohl Deutschland ohne völlig überschuldete Länder selbst am Ende wäre. Man setzt mal wieder auf Volksverdummung...

Es grenzt übrigens an ein Wunder, dass wir hier noch keine Hyperinflation haben. Man schenkte den Amigos so viele Milliarden und Billionen, dass nun viel mehr Geld als Waren und Dienstleistungen im Umlauf sind.
Benutzeravatar
Skull
Vorstand
Beiträge: 15806
Registriert: Do 12. Apr 2012, 21:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Skull » So 24. Sep 2017, 21:22

Guten Abend,

Das Thema hier ist Japan.

Nicht die USA...und auch nicht Deutschland.

Japans drohender Bankrott von 2015.





Auch wenn er nicht stattgefunden hat.
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 23241
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Adam Smith » Di 21. Nov 2017, 18:53

Erst redet der Mann ganz vernünftig (Karl Marx hatte dies auch drauf) und man ist auch überzeugt davon, dass es mit seinen Maßnahmen vorbei ist mit den Krisen. Und dann geht es los mit der Blasenbildung.

17.11.2017
Das ist ein fundamentales Problem. Es wäre besser gewesen, ab dem Jahr 2009 aggressiver die Fiskalpolitik genutzt zu haben, um aus dem Schlamassel zu kommen. Ich habe den für manche Leute schockierenden Vorschlag gemacht, Haushaltsdefizite von den Zentralbanken finanzieren zu lassen, um genügend Nachfrage zu stimulieren. Ob man dies mag oder nicht, es ist genau das, was die Japaner machen. Die japanische Zentralbank kauft weiterhin japanische Staatsanleihen. Der Staat hat hohe Haushaltsdefizite. In 20 Jahren werden wir sagen, das war eine permanente monetäre Finanzierung.

Die Gefahr besteht doch neben dem Inflationsproblem darin, dass die Politik von diesem Geld aus dem Nichts abhängig wird.

Der japanische Fall ist interessant, weil man etwas macht, ohne der Welt zu sagen, dass man es macht. Das ist vielleicht ein Weg, um dieses «Moral hazard»-Problem zu umgehen, das Sie ansprechen. Das grosse Argument gegen die monetäre Finanzierung ist, dass die Politiker es immer machen werden, und nicht nur zu einer angemessenen Zeit in einem angemessenen Umfang. Vielleicht braucht es eine Art Täuschung. Dieses Argument des «moral hazard» höre ich vor allem in Deutschland immer wieder. Manche sagen aber auch, ich läge richtig, die Dinge seien jedoch nicht derart schlimm, dass eine solche radikale Massnahme nötig sei. Man kann sich durchwursteln, ohne das Tabu zu brechen. Dann muss es aber einen Wert haben, das Tabu nicht zu brechen. Oder man kann das Tabu heimlich brechen wie in Japan.


Oder man kann das Tabu heimlich brechen wie in Japan.


Sie glauben also, dass Tabus gebrochen werden müssen, um den Kapitalismus zu retten.

Ja, in einem gewissen Sinne.


Er redet also davon Tabus zu brechen um den Kapitalismus zu retten. Und in der dritten Phase seiner Argumentation lullt er wieder ein.

Ich bin vorsichtig gegenüber radikalen intellektuellen Überzeugungen und habe mein Leben damit verbracht, radikale Ideen zu bekämpfen.


https://www.nzz.ch/wirtschaft/es-muss-e ... ld.1327223

Hören wir uns mal die Geretteten an.

16.11.2017
Aber es sei nicht wünschenswert, dass es zu einem Dauerzustand werde. Denn es bestünde die Gefahr, dass den Banken das Kreditgeschäft wegen hoher Kosten und kaum mehr lukrativer Bedingungen wegbreche und ihre Rolle als Geldgeber für die Unternehmen beeinträchtigt werde. „Er wäre nicht überrascht, wenn dieses Risiko in naher Zukunft zutage tritt“, sagte Hirano, der auch Chef des größten japanischen Geldhauses MUFG ist.


http://www.handelsblatt.com/finanzen/ge ... 92806.html

Und es dürfte klar sein welche Maßnahme dann laut Mr. Blase ergriffen werden muss, damit der Kapitalismus überleben kann. Denn er möchte ja den Kapitalismus retten und nicht abschaffen. Wie man auch stark vermuten könnte.
Benutzeravatar
firlefanz11
Beiträge: 5460
Registriert: Mo 10. Sep 2012, 12:18

Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon firlefanz11 » Mi 22. Nov 2017, 17:42

X3Q hat geschrieben:(24 Sep 2017, 22:07)

Kann der Japan-Laden jetzt endlich bald dicht gemacht werden?

--X

Nö. Ich hab jedenfalls mit dem knapp 2800 Punkte Anstieg des Nikkei seit September nen Haufen Kohle gemacht. :D
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 23241
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Adam Smith » Mi 22. Nov 2017, 18:12

firlefanz11 hat geschrieben:(22 Nov 2017, 17:42)

Nö. Ich hab jedenfalls mit dem knapp 2800 Punkte Anstieg des Nikkei seit September nen Haufen Kohle gemacht. :D


Der Bitcoin und auch die Tesla-Aktie steigen ebenso. Es dürfte kein Zufall sein, dass 60% des Bitcoin-Handels in Yen stattfindet.

07.11.2017
Unterdessen nimmt die Nachfrage nach Bitcoin von japanischen Investoren weiter zu, denn bereits heute macht der Handel in Yen gut 60 Prozent des Handelsvolumen aus.


https://www.wallstreet-online.de/nachri ... hoehepunkt

Das ist natürlich gut für uns. Und die japanische Zentralbank kauft nicht nur Staatsanleihen, sondern auch Aktien.

27.06.2017
Bank von Japan mutiert zum drittgrößten Aktionär Japans


http://www.faz.net/aktuell/finanzen/ban ... 79145.html

Das Aktien oder z.B. der Bitcoin steigen dürfte an den niedrigen Zinsen liegen. Niedrige Zinsen haben die Immobilienblase verursacht. Gesenkt wurden die Zinsen wegen dem Platzen der Dot.com-Blase. Wobei in Japan die Zinsen schon länger niedrig sind, weil es dort eine Blase Ende 80iger Jahre gab.

Mehrere Jahre konnte sich die japanische Wirtschaft nicht davon erholen, diese Zeit wird in Japan auch als Verlorene Dekade (ushinawareta jūnen) bezeichnet. Diese Zeit war geprägt von Deflation und Stagnation (siehe auch Kakaku Hakai). Nur langsam konnte der Bankensektor saniert werden, und die Staatsverschuldung stieg durch immer wieder verpuffende Konjunkturprogramme auf über 150 Prozent des BIP. Das lange erfolgreiche japanische Prinzip, viele Bereiche der Sozialversicherung durch die lebenslange Unternehmenszugehörigkeit zu ersetzen, wurde durch die zahlreichen Insolvenzen und Krisen in seinen Grundfesten erschüttert. Andererseits herrschte während der „Verlorenen Dekade“ ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von mehr als einem Prozent, weshalb der Begriff unter Umständen irreführend ist.

Richard Koo sieht in der ab 1997 vom IWF empfohlenen und von der japanischen Regierung umgesetzten Deflationspolitik einen kausalen Zusammenhang zu nachfolgenden Perioden der wirtschaftlichen Stagnation und weist später auf Parallelen zur wirtschaftlichen Situation Amerikas und Europas hin.[3] Seine These wurde von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich bei der „Board of Governors of the Federal Reserve System 2012 conference“ jedoch als nicht lösungsadäquat erklärt.[4]


https://de.wikipedia.org/wiki/Bubble_Economy

Interessant ist natürlich Koo in Bezug auf die Blasenbildung. Er möchte auch hier eine Blase bilden.
Benutzeravatar
firlefanz11
Beiträge: 5460
Registriert: Mo 10. Sep 2012, 12:18

Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon firlefanz11 » Do 23. Nov 2017, 12:04

Adam Smith hat geschrieben:(22 Nov 2017, 18:12)

Der Bitcoin und auch die Tesla-Aktie steigen ebenso.

Bei Tesla kommts auf d Perspektive an. Übergeordnet bewegt sie sich leicht aufwärts seit April '13. Mittelfristig gings von April '14 bis Jan '17 seitwärts zw. 180 u. 280. Dann gings steil aufwärts bis Mai, und seit dem kurzfristig gesehen seitwärts zw. $292 u. 389...

Die Liquidität der japanischen Unternehmen ist derzeit super gut, und wg schwachem Yen sowie der Geldpolitik von Abe inkl. seiner Wiederwahl ist unwahrscheinlich, dass es sich hier um eine Blase handelt.
Zuletzt geändert von firlefanz11 am Fr 24. Nov 2017, 11:12, insgesamt 1-mal geändert.
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 23241
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Adam Smith » Do 23. Nov 2017, 12:41

Eine Blase zeichnet sich dadurch aus, dass sie stetig wächst und wachsen muss. In Griechenland wurde das Wachstum auf schmerzhafte Weise gestoppt. Die Blase wurde hier entschärft. Weg ist sie leider noch nicht. Aber im Moment nicht mehr gefährlich. In Japan gibt es keinen Primärüberschuss. Die Blase wächst also weiter. Und nun zu den Unternehmen. Die grossen Unternehmen in Japan verfügen über sehr viel Geld. Ganz anders sieht es bei den kleinen Unternehmen aus. Aus dem Grund gibt es in Japan auch sehr viel weniger Festanstellungen als in Deutschland.
Benutzeravatar
franktoast
Beiträge: 2846
Registriert: So 29. Jun 2014, 09:24

Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon franktoast » Do 23. Nov 2017, 16:58

Adam Smith hat geschrieben:(23 Nov 2017, 12:41)

Eine Blase zeichnet sich dadurch aus, dass sie stetig wächst und wachsen muss. In Griechenland wurde das Wachstum auf schmerzhafte Weise gestoppt. Die Blase wurde hier entschärft. Weg ist sie leider noch nicht. Aber im Moment nicht mehr gefährlich. In Japan gibt es keinen Primärüberschuss. Die Blase wächst also weiter. Und nun zu den Unternehmen. Die grossen Unternehmen in Japan verfügen über sehr viel Geld. Ganz anders sieht es bei den kleinen Unternehmen aus. Aus dem Grund gibt es in Japan auch sehr viel weniger Festanstellungen als in Deutschland.

Eine Blase zeichnet sich dadurch aus, dass man im Nachhinein feststellt, dass man feststellt, dass viele Marktteilnehmer bis zum Platzen der Blase (relativ starker Preisverfall, Abschwung) zu hohe Erwartungen hatten.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 23241
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Adam Smith » Do 23. Nov 2017, 18:57

franktoast hat geschrieben:(23 Nov 2017, 16:58)

Eine Blase zeichnet sich dadurch aus, dass man im Nachhinein feststellt, dass man feststellt, dass viele Marktteilnehmer bis zum Platzen der Blase (relativ starker Preisverfall, Abschwung) zu hohe Erwartungen hatten.


Im Falle von Japan sind es aber nur zwei Marktteilnehmer die eine Blase aufbauen. Der Staat und die Notenbank. Auf Anweisung von Krugman.

Sind es viele Markteilnehmer muss geschaut werden, ob sich die Personen für die Käufe verschulden oder nicht verschulden.

22.11.2017
Wenn die Notenbank zu viele Staatspapiere hält

Vor fünf Jahren hat sich die Bank of Japan die Aufgabe gesetzt, das Land aus der Deflation zu führen. Auf diesem Weg hat die Notenbank ihre Bilanzsumme enorm aufgebläht. Sie hält inzwischen mehr als 45% aller japanischen Staatsobligationen.


Wobei es in Bezug auf die EZB nur etwas besser aussieht.

. Indessen werden Euro-Bonds supranationaler Entwicklungsbanken und dergleichen bis zu einer Limite von 50% zugekauft. In der Substanz lassen sich somit nur graduelle Unterschiede zwischen der EZB und BoJ ausmachen, wenn es um den Verdacht einer Finanzierung laufender staatlicher Haushaltsdefizite geht.


https://www.nzz.ch/wirtschaft/wenn-die- ... ld.1329553
Benutzeravatar
franktoast
Beiträge: 2846
Registriert: So 29. Jun 2014, 09:24

Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon franktoast » Fr 24. Nov 2017, 08:10

Adam Smith hat geschrieben:(23 Nov 2017, 18:57)

Im Falle von Japan sind es aber nur zwei Marktteilnehmer die eine Blase aufbauen. Der Staat und die Notenbank. Auf Anweisung von Krugman.

Sind es viele Markteilnehmer muss geschaut werden, ob sich die Personen für die Käufe verschulden oder nicht verschulden.

Meine Aussage gilt auch in diesem Fall.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 23241
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Adam Smith » Fr 24. Nov 2017, 08:56

franktoast hat geschrieben:(24 Nov 2017, 08:10)

Meine Aussage gilt auch in diesem Fall.

Demnach lassen sich Blasen also vorher nie erkennen.
Benutzeravatar
franktoast
Beiträge: 2846
Registriert: So 29. Jun 2014, 09:24

Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon franktoast » Fr 24. Nov 2017, 12:07

Adam Smith hat geschrieben:(24 Nov 2017, 08:56)

Demnach lassen sich Blasen also vorher nie erkennen.

Richtig. Wenn etwas stark im Preis steigt, kann das gerechtfertigt sein, aber auch nicht. Wenn Bitcoin in 10 Jahren ein breites Zahlungsmittel ist, dann ist das aktuell keine Blase. Wenn in 10 Jahren niemand Bitcoin nutzt, dann ist das heute eine Blase. Wenn Tesla in 10 Jahren so viele Autos verkauft wie BMW heute, dann war es keine Blase. Wenn die aber pleite gehen, dann womöglich schon.

Wenn die Immobilien oder Aktienkurse bald einbrechen, dann könnte man das als Blase sehen. Wenn wir allerdings am Anfang von vielen Jahren stabilen Wirtschaftswachstums (zb. durch KI, Roboter, Big Data etc.) stehen, dann ist doch alles gut.

Die Notenbankpolitik von Japan ist etwas komplexer, da hier weniger gut festgestellt werden kann, ob das jetzt eine gute oder eine schlechte Entwicklung war. Falls die Wirtschaft heute deutlich schlechter da stünde, wenn die Notenbank nicht Geld in den Markt pumpen, dann ist das heute eine gute Entscheidung. Falls es sonst besser gelaufen wäre, dann wäre es natürlich falsch.

Nun gibt es zu jedem erdenklichen Zeitpunkt Optimisten und Pessimisten im gesamten Spektrum (von morgen geht die Welt unter bis morgen muss niemand mehr arbeiten und alles dazwischen). Logischerweise wird es so immer Personen geben, die vermeintlich in die Zukunft sehen konnten.

Wenn Morgen Japan den Bankrott ausruft, würdest du zB. für die beanspruchen, es ja immer schon gewusst zu haben.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 23241
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Adam Smith » Fr 24. Nov 2017, 12:16

In Bezug z.B auf die Tulpenmanie hätte doch jeder erkennen können, dass es blödsinnig ist, dass eine Tulpe so wertvoll wie ein Haus ist.

Zurück zu „1. Wirtschaft“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast