Staatsbankrott von Japan schon 2015?

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Geht der japanische Staat schon 2015 pleite?

Ja
4
7%
Nein, aber in den nächsten 10 Jahren
11
19%
Nein
42
74%
 
Abstimmungen insgesamt: 57
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Fuerst_48
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Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Fuerst_48 » Mo 24. Okt 2016, 18:57


Stimmt. Und Europa/die EU ist nicht in der Lage, auch so eine Agentur ins Leben zu rufen...woran liegts wohl ??
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Adam Smith
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Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Adam Smith » Mi 9. Nov 2016, 19:18

Die Nikkei ist deutlich gesunken, weil Clinton verloren hat.

In Japan haben Regierung und Zentralbank ein Krisentreffen anberaumt.


http://diepresse.com/home/wirtschaft/ec ... gen-USWahl

Dem DAX ist der Wahlausgang egal.

Trump-Schock? Dax schließt fester


http://www.n-tv.de/wirtschaft/marktberi ... 42241.html

US-WAHL/Markt-Ticker: Dow Jones trotzt Überraschungssieg von Trump


Dem Dow Jones auch.

http://www.finanzen.net/nachricht/aktie ... mp-5177998

Das liegt daran, dass Clinton die Staatsverschuldung der USA deutlich erhöhen wollte.

Clinton will ein gigantisches Investitionsprogramm lancieren - es geht um 275 Milliarden Dollar (250 Milliarden Euro). Nachdem sich Clinton im Vorwahlkampf gegen Linksaußen Bernie Sanders durchgesetzt hatte, musste sie viele seiner Positionen übernehmen, um die Stimmen seiner Anhänger zu sichern.


http://www.heute.de/wirtschaftspolitik- ... 16322.html

Clinton kündigt größtes Investitionsprogramm seit 1945 an


http://www.faz.net/aktuell/politik/wahl ... 82054.html

Das hätte Japan kurzfristig geholfen.

Natürlich nur kurzfristig. Die Staatsverschuldung der USA ist übrigens seit 2008 regelrecht explodiert.

https://de.statista.com/statistik/daten ... odukt-bip/

Von 64% auf 107% in Bezug auf das BIP. Möglicherweise der Hauptgrund für den Sieg von Trump.
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Tom Bombadil
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Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 9. Nov 2016, 19:23

Adam Smith hat geschrieben:(24 Oct 2016, 19:55)

Das wäre dann aber eine Währungsreform.

Oder die Einführung einer Sondersteuer.
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Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Piranha » Mi 9. Nov 2016, 19:26

Adam Smith hat geschrieben:(09 Nov 2016, 19:18)

Die Staatsverschuldung der USA ist übrigens seit 2008 regelrecht explodiert.

https://de.statista.com/statistik/daten ... odukt-bip/

Von 64% auf 107% in Bezug auf das BIP. Möglicherweise der Hauptgrund für den Sieg von Trump.


Das ist sicher auch ein Grund für den Sieg von Trump, aber genau das macht gleichzeitig offensichtlich, dass die Wähler sich haben verschaukeln lassen.
JEDER Präsident, egal ob republikanisch oder demokratisch, hat in den letzten 30 Jahren die amerikanische Staatsverschuldung massiv erhöht.
Die Ausreden, warum sie das machen mussten sind vielfältig, aber am Ende steht die simple Tatsache, dass sich in einem Defizit-Staat die Schulden exponentiell vermehren, völlig egal wer regiert.

Aus dem Defizit kommt ein Staat aber nur dann raus, wenn er seinen eigenen Verbrauchern so hohe Löhne bezahlt, dass die das was im eigenen Land produziert wird selber kaufen können und gleichzeitig der Aussenhandel mit Überschuss-Staaten so weit eingeschränkt wird, dass eine ausgeglichene Handelsbilanz raus kommt.
Mit 50 Mio. "Food Stamps" und immer neuen Freihandelsabkommen geht das halt nicht.
Zuletzt geändert von Piranha am Mi 9. Nov 2016, 19:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Adam Smith
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Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Adam Smith » Mi 9. Nov 2016, 19:28

Piranha hat geschrieben:(09 Nov 2016, 19:26)

aber am Ende steht die simple Tatsache, dass sich in einem Defizit-Staat die Schulden exponentiell vermehren, völlig egal wer regiert.


Diese Behauptung kannst du auch belegen?

In der Praxis meine ich.
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Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Piranha » Mi 9. Nov 2016, 19:35

Adam Smith hat geschrieben:(09 Nov 2016, 19:28)

Diese Behauptung kannst du auch belegen?

In der Praxis meine ich.


Wie viele Beispiele aus der Praxis willst du?
USA sowieso, Griechenland, Italien, Venezuela, Argentinien, usw.

Wie schwer kann das sein?
Der Staat nimmt jedes Jahr weniger ein als er ausgibt, ergo muss er jedes Jahr die alten Schulden verlängern und neue Schulden drauf packen.
Bei Nullzinsen geht es nicht direkt in die Exponentialkurve, trotzdem werden die Schulden immer grösser und die daraus entstehenden Kosten, z.B. weil Kürzungen in der Schulbildung zu schlechter ausgebildeter Jugend führen, die dann logischerweise weniger Geld verdienen und weniger Steuern bezahlen treibt das Ganze unaufhaltsam in den Bankrott.
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Adam Smith
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Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Adam Smith » Mi 9. Nov 2016, 19:43

Piranha hat geschrieben:(09 Nov 2016, 19:35)

Wie viele Beispiele aus der Praxis willst du?
Italien


Nehmen wir Italien.

http://de.actualitix.com/land/ita/itali ... es-bip.php

Staatsverschuldung in Bezug auf das BIP im Jahr 1994: 121,25%
Staatsverschuldung in Bezug auf das BIP im Jahr 2007: 99,73

http://de.actualitix.com/land/ita/itali ... es-bip.php

Und dann kam Krugman.

Und von 1994 bis 2007 gab es auch Defizite. Trotzdem ist das Defizit in Bezug auf das BIP gesunken, weil die Wirtschaft gewachsen ist.
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Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Piranha » Mi 9. Nov 2016, 20:17

Adam Smith hat geschrieben:(09 Nov 2016, 19:43)

Nehmen wir Italien.

Und von 1994 bis 2007 gab es auch Defizite. Trotzdem ist das Defizit in Bezug auf das BIP gesunken, weil die Wirtschaft gewachsen ist.


Dass Italien vor 1999 gewachsen ist und kaum Defizite hatte ist nicht die Frage.
Interessant wirds erst nachdem sie ins dauerhafte Defizit gerutscht sind, also ab 2008.

In absoluten Zahlen zwischen 50 und 100 Mrd. mehr Schulden pro Jahr
https://de.statista.com/statistik/daten ... n-italien/
In % vom BiP von 100% auf 133%
https://de.statista.com/statistik/daten ... odukt-bip/

Seit 2012 haben sie sogar wieder Überschuss, aber nicht genug um gegen die Schulden anzukommen.
Zuletzt geändert von Piranha am Mi 9. Nov 2016, 20:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Adam Smith » Mi 9. Nov 2016, 20:18

Piranha hat geschrieben:(09 Nov 2016, 20:17)

Dass Italien vor 1999 gewachsen ist und kaum Defizite hatte ist nicht die Frage.
Interessant wirds erst nachdem sie ins dauerhafte Defizit gerutscht sind, also ab 2008.

In absoluten Zahlen zwischen 50 und 100 Mrd. mehr Schulden pro Jahr
https://de.statista.com/statistik/daten ... n-italien/
In % vom BiP von 100% auf 133%
https://de.statista.com/statistik/daten ... odukt-bip/


Das Defizit von Italien war schon vor Krugman dauerhaft. Außer du kannst das jetzt widerlegen.
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Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Realist2014 » Mi 9. Nov 2016, 20:21

Piranha hat geschrieben:(09 Nov 2016, 20:17)

Dass Italien vor 1999 gewachsen ist und kaum Defizite hatte ist nicht die Frage.



wieder mal völlige Faktenignoranz

1990 hatte Italien eine Staatsverschuldung von über 120% vom BIP...

wieder nix mit den apokalyptischen Prophezeihungen... :D
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Piranha » Mi 9. Nov 2016, 20:21

Adam Smith hat geschrieben:(09 Nov 2016, 20:18)

Das Defizit von Italien war schon vor Krugman dauerhaft. Außer du kannst das jetzt widerlegen.


In absoluten Zahlen war das Defizit immer durch die höhere Inflation gegeben, wurde aber alle paar Jahre durch Abwertung der Währung ausgeglichen, war also kein Problem, weil es nie in die Hyperinflation ausgeartet ist, die z.B. Venezuela hat.

Wer auf Pump importiert und mit Abwertung bezahlt, bekommt halt seine Defizite effektiv geschenkt.
Das ist das Problem was Deutschland im Handel ausserhalb der Eurozone hat.

... um im Thema zu bleiben:
Das ist auch genau das Problem an dem der wahnwitzige Boom in Japan damals zerbrochen ist.
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Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Adam Smith » Mo 21. Nov 2016, 19:41

Auch im Oktober importiert Japan deutlich weniger als noch vor einem Jahr.

21.11.2016
Die Stärke der japanischen Währung Yen und die schwache Nachfrage wichtiger Handelspartner wie China, die USA und die EU bereiten Japans Exportunternehmen weiter Probleme. Im Oktober sind die Ausfuhren um 10,3 Prozent gesunken, teilte das Finanzministerium in Tokio mit. Der Rückgang fiel damit höher aus als im September und auch heftiger als von Experten erwartet. Es war der 13. Monat in Folge, in dem die Ausfuhren gefallen sind.

Auch die Importe gingen erneut deutlich zurück. Diese fielen im Oktober um 16,5 Prozent und damit etwas stärker als im September. Aufgrund des starken Yen und fallender Rohstoffpreise, die vor allem die Energieimporte deutlich verbilligen, sinken die Einfuhren in Japan bereits seit fast zwei Jahren.


Nur liegt das nicht am Ölpreis. Davon kann sich jeder hier überzeugen.

http://www.finanzen.net/rohstoffe/oelpreis
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Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Adam Smith » Mi 15. Mär 2017, 20:11

Die Situation verschlimmert sich.

13. März 2017

Früher waren es ältere Männer, inzwischen sind es zunehmend junge Leute, die sich das Leben nehmen oder an Erschöpfung sterben
In Japan erkennt die Regierung nur wenige Hundert Todesfälle pro Jahr als Folge von Überarbeitung an. Doch nicht-staatliche Quellen sprechen von mehr als 10 000 Opfern pro Jahr.


Es gibt Arbeitnehmer die bis Mitternacht im Büro sitzen müssen.

Neulich traf ich eine meiner Studentinnen wieder, die ich als lebensfrohe Frau in Erinnerung behalten hatte. Sie sah fahl und depressiv aus. Sie erzählte, dass sie voller Freude begonnen habe zu arbeiten, aber schnell festgestellt habe, dass alle um sie herum jeden Tag bis Mitternacht im Büro säßen.


Jobberater drängen die Menschen bei diesen Firmen zu arbeiten.

Eigentlich will niemand für eines der sogenannten schwarzen Unternehmen arbeiten, bei denen die Wahrscheinlichkeit am größten ist, an Überarbeitung zu sterben. Es gibt jedoch Jobberater, die den Berufseinsteigern einreden, dass ihr Profil genau zu einer dieser Firmen passen würde, die als schwarzes Unternehmen verschrien sind.
Aber niemand sieht, welches Leid oft dahintersteckt, das häufig genug ja auch tödlich endet. Manche Studenten bilden sich dann ein, sie würden das schon irgendwie schaffen. Aber die Realität in den Unternehmen ist viel härter, als es sich die Studenten überhaupt vorstellen können.


http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/j ... -1.3417221

Aus dem Grund sollte niemand auf Krugman hören.
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Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Ger9374 » Mo 20. Mär 2017, 02:01

Wo ist der Zusammenhang zum japanischen
Staatsbankrott?
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Adam Smith » Mo 20. Mär 2017, 06:14

Ger9374 hat geschrieben:(20 Mar 2017, 02:01)

Wo ist der Zusammenhang zum japanischen
Staatsbankrott?

Der besteht darin, dass sich die Situation verschlechert. 10.000 Tote pro Jahr durch Überarbeitung sind eine Menge.
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Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Adam Smith » Sa 15. Apr 2017, 10:35

Wirtschaftswachstum statt globaler Finanzkrise und Staatsbankrott: Abenomics zahlen sich langsam aus

Es ist beinahe 30 Jahre her, dass die japanische Wirtschaft zusammenbrach: Anfang der 1990er Jahre platzte die Blase des Immobilienmarkts, ließ Aktienkurse abstürzen, die Immobilienpreise um 3/4 sinken und machte den Banken klar, dass sie auf bad loans sitzenbleiben.


Als Shinzo Abe 2012 die Möglichkeiten des Wirtschaftswachstums für Japan aufzeigte und die seiner Meinung nach benötigten Maßnahmen dafür aufzeigte, hielten nicht wenige ihn für den Teufel persönlich. Abenomics wurde das etwas ungewöhnliche Programm getauft, dass er der japanischen Wirtschaftspolitik wie ein Rezept zur Genesung verschrieb. Die Risiken: Der Staat könnte sich übernehmen, bis hin zum Staatsbankrott verschulden. Das Vertrauen in die Kapitalmärkte würde massiv und anhaltend zerstört. Eine globale Finanzkrise könne drohen. Alexander Friedmann, UBS-Banker, ging sogar soweit, von Abegeddon zu sprechen. Trotzdem ließ man sich in Japan auf den neuen Premierminister ein, der nicht nur Rückhalt in den Parteien fand, sondern 2013 vom Kaiser persönlich vereidigt wurde.
Abenomics kurz erklärt


http://www.maz-online.de/Nachrichten/Wi ... angsam-aus

Laut diesem Artikel hat Japan die Krise die vor fast 30 Jahren begann überwunden. Die Staatsverschuldung zu erhöhen hat die Krise beseitigt. Und wenn die Implosion dann kommt, hat es keiner kommen sehen.
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Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Adam Smith » Mi 19. Apr 2017, 19:02

Vor allem der Abbau der "aufgeblähten Bilanz" werde einige Zeit in Anspruch nehmen. Demgegenüber hätten die Europäische Zentralbank und die Bank of England noch nicht einmal mit dem Normalisierungsprozess begonnen, die Bank of Japan sei sogar "noch sehr weit davon entfernt".


http://www.finanzen.net/nachricht/zinse ... en-5428992

In Japan bläht sich die Blase stetig weiter auf. In der Eurozone auch. Nur gibt es hier den Unterschied, dass versucht wird die Staatsverschuldung in den Griff zu kriegen.
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Adam Smith
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Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon Adam Smith » Fr 21. Apr 2017, 18:22

Und hier mal ein Anhänger von Krugman.

Was geschieht mit den abgeschriebenen Staatsanleihen der Bank of Japan?
Das ist eine permanente, monetär finanzierte Transaktion, eine Ausdehnung der Notenbankgeldmenge. Das Geldangebot bleibt dauerhaft höher. Bisher sind mit QE und der Expansion der Geldmenge die Einlagen der Banken bei Japans Zentralbank von 6 auf 100% des Bruttoinlandprodukts gestiegen. Besser als dieser grosse temporäre Betrag wäre ein kleinerer permanenter Betrag gewesen. Doch man erreicht das Gleiche, wenn man jetzt akzeptiert, dass ein Teil des Geldangebots beständig höher bleibt – und ein Teil der Expansion rückgängig gemacht wird.


https://www.fuw.ch/article/die-zinsen-w ... f-bleiben/

Und hier mal die Gegenmaßnahmen bei einer Inflation.

Eine permanent höhere Geldmenge könnte dereinst zu hoher Inflation führen.
Zentralbanken haben immer Werkzeuge. Wird die Inflation zu hoch, können sie Gegenmassnahmen ergreifen. Sie können beispielsweise eigene kurzfristige Wertschriften – Bills – emittieren und verkaufen, um das Geldangebot zu reduzieren.


Unsinn hat keine Folgen.

Und hier der Unsinn in Reinkultur.

Ja. Der ehemalige US-Notenbankchef Ben Bernanke schlägt Folgendes vor: Der Umfang der monetären Finanzierung darf nicht von der Regierung festgelegt werden, sondern von einer unabhängigen Zentralbank. Eingesetzt wird das Instrument in einer Situation wie 2010, wo die Inflationsrate zu tief ist und die Zentralbank versucht, die Nachfrage anzukurbeln – und falls sie der Ansicht ist, dass ihre anderen Werkzeuge nicht wirken.


Die Notenbank ist ja unabhängig. Sie ist ja gerade nicht unabhängig im Moment. Das ist Krugmanismus.
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Re: Staatsbankrott von Japan schon 2015?

Beitragvon prime-pippo » Sa 22. Apr 2017, 06:37

Smith, du wirst auch 2025 noch in diesem Strang schreiben, dass es 2015 die japanische Staatspleite hätte geben müssen. :?

Der japanische Staat KANN NICHT pleite gehen, wenn er es nicht will.

Mögliche Folgen expansiver Geld- oder Fiskalpolitik wären allenfalls Inflation bzw. ein totaler Verfall des Außenwerts der japanischen Währung. Beides ist derzeit absolut nicht zu befürchten (und hat auch nichts mit einem Staatsbankrott zu tun).
"Banks do not, as too many textbooks still suggest, take deposits of existing money from savers and lend it out to borrowers: they create credit and money ex nihilo – extending a loan to the borrower and simultaneously crediting the borrower’s money account."
Lord Adair Turner

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