Bringt der Mindestlohn mehr Schwarzarbeit?

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Skull
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Re: Bringt der Mindestlohn mehr Schwarzarbeit?

Beitragvon Skull » So 18. Mär 2018, 18:24

Hier ein/der Thread,

in dem zu diesem Thema weiterdiskutiert werden kann.
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
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Maltrino
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Schwarzarbeit

Beitragvon Maltrino » So 18. Mär 2018, 18:39

jorikke hat geschrieben:(18 Mar 2018, 08:48)

Hartz IV sollte auf keinen Fall erhöht werden. (...)
Schwarzarbeit hat viele Vorteile (...) selbst wenn die Maltrinos dieser Welt, von Wolke 7 aus, das nicht verstehen werden.


Klasse :thumbup:

Echt, das ist großartig und die Krönung des ganzen hier. Mit dem Satz "Hartz 4 soll nicht erhöht werden" ebenso mit dem Seitenhieb auf mich hast du dich als (scheinbar) seriösen wirtschaftsliberalen Denker dargestellt. Damit hast du bestimmte Kräfte hier im Forum natürlich auf deiner Seite. Das nutzt du nun um einen Lobgesang auf die Schwarzarbeit einzubringen, der so irre ist, dass er als polemischer Diskussionsbeitrag eigentlich schon wieder genial ist. Dir gelingt das Kunststück eigentlich genau das selbe wie ich zu sagen "In diesem System lohnt sich Schwarzarbeit", drehst es aber irgendwie so, dass es nach wirtschaftsliberal und FDP nah klingt (Keine Erhöhung von Hartz4) und gleichzeitige gegen den BGE Trottel (mich) eingedroschen wird. Und die Tatsache, dass hier kein Moderator oder keiner von diesen selbsternannten Ludwig Erhardt eingreift, spricht Bände.

Also, Hartz4 so lassen wie es ist weil die deutsche Wirtschaft von der Schwarzarbeit, die dadurch provoziert wird, profitiert? Genauso wie Raubkopien von Software nicht verfolgt werden weil es die deutsche Wirtschaft vorrantreibt wenn die Firmen weniger Geld für Software ausgeben?

Also was ist jetzt das Fazit? Wir lassen diese ganzen BGE Spinnereien sondern lassen Hartz4 so wie es ist weil die deutsche Wirtschaft von der provozierten Schwarzarbeit der Geringverdiener profitiert? Das ist also der seriöse wirtschaftsliberale Ansatz, der meinen Überlegungen gegenübergestellt wird und durch schweigenden Zuspruch der anderen Forenteilnehmer akzeptiert wird?

Wenn das akzeptiert wird, dann würde es wirklich bedeuten, dass Deutschland kein Rechtsstaat ist sondern eine Art Sekte, wo bestimmte Regeln und gebote aufgestellt werden die nicht den Sinn haben, dass man sich daran halten soll sondern die den Sinn haben andere (die dummen) von bestimmten Handlungen abzuhalten, damit man selber sie bricht und davon profitiert. Ich sage den anderen also, sie sollen nicht schwarzarbeiten. Ich selber weiß aber, dass ich davon profitiere wenn ich mich nicht an diese Regel halte... Boar... Für sowas ist das Wort "scheinheilig" glaube ich erfunden wurden. Das hat schon ein bischen was von einem Sektenführer der charismatisch seinen Anhängern die Keuschheit predigt und dann alle alleinstehenden Bräute durchnimmt weil es ja sonst keine Kinder mehr gibt was?

Nicht falsch verstehen, nichts gegen dich, das ist eigentlich (ob bewusst oder unbewusst sei mal dahingestellt) so genial und sagt so viel über die Menschen und offenbar vor allem über unserer (deutsche?) Gesellschaft aus, dass es eigentlich einen Preis dafür geben müsste.

Trotzdem verzeih mir, dass mir einfach nur noch das Kotzen kommt. Und wenn das ohne großen Widerspruch geduldet wird, wenn sowas offenbar (bewusst oder unbewusst) in vielen Köpfen hier rumspukt, dann bestärkt es mich in der Vermutung, dass politische oder moralische Diskussion in diesen Zeiten eigentlich Zeitverschwendung ist sondern die paar die noch Verstand und Anstand haben sich irgendwo zurückziehen sollten, Entscheidungen für das persönliche Umfeld treffen müssen, und, tja... das Blöde wird nur sein, dass wahrscheinlich keine Sintflut kommen wird der den ganzen Wahnsinn hier wegschwemmt oder? Aber Schwefeldioxid aus Dieselabgasen ist ja vielleicht ein Anfang. :|
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Schwarzarbeit

Beitragvon Maltrino » So 18. Mär 2018, 18:44

jorikke hat geschrieben:(18 Mar 2018, 08:48)

Hartz IV sollte auf keinen Fall erhöht werden. (....) Schwarzarbeit (...)


PS: Und wenn das ganze einfach nur ironisch gemeint war und ich das fälschlicherweise als ernst verstanden habe, dann sorry...
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: Schwarzarbeit

Beitragvon think twice » So 18. Mär 2018, 18:52

Maltrino hat geschrieben:(18 Mar 2018, 18:44)

PS: Und wenn das ganze einfach nur ironisch gemeint war und ich das fälschlicherweise als ernst verstanden habe, dann sorry...

Lies seine Diskussion mit mir, dann erkennst du, dass es ihm todernst war.
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Re: Schwarzarbeit

Beitragvon franktoast » Di 20. Mär 2018, 14:43

Maltrino hat geschrieben:(18 Mar 2018, 18:39)

Klasse :thumbup:

Echt, das ist großartig und die Krönung des ganzen hier. Mit dem Satz "Hartz 4 soll nicht erhöht werden" ebenso mit dem Seitenhieb auf mich hast du dich als (scheinbar) seriösen wirtschaftsliberalen Denker dargestellt. Damit hast du bestimmte Kräfte hier im Forum natürlich auf deiner Seite. Das nutzt du nun um einen Lobgesang auf die Schwarzarbeit einzubringen, der so irre ist, dass er als polemischer Diskussionsbeitrag eigentlich schon wieder genial ist. Dir gelingt das Kunststück eigentlich genau das selbe wie ich zu sagen "In diesem System lohnt sich Schwarzarbeit", drehst es aber irgendwie so, dass es nach wirtschaftsliberal und FDP nah klingt (Keine Erhöhung von Hartz4) und gleichzeitige gegen den BGE Trottel (mich) eingedroschen wird. Und die Tatsache, dass hier kein Moderator oder keiner von diesen selbsternannten Ludwig Erhardt eingreift, spricht Bände.

Also, Hartz4 so lassen wie es ist weil die deutsche Wirtschaft von der Schwarzarbeit, die dadurch provoziert wird, profitiert? Genauso wie Raubkopien von Software nicht verfolgt werden weil es die deutsche Wirtschaft vorrantreibt wenn die Firmen weniger Geld für Software ausgeben?

Also was ist jetzt das Fazit? Wir lassen diese ganzen BGE Spinnereien sondern lassen Hartz4 so wie es ist weil die deutsche Wirtschaft von der provozierten Schwarzarbeit der Geringverdiener profitiert? Das ist also der seriöse wirtschaftsliberale Ansatz, der meinen Überlegungen gegenübergestellt wird und durch schweigenden Zuspruch der anderen Forenteilnehmer akzeptiert wird?

Wenn das akzeptiert wird, dann würde es wirklich bedeuten, dass Deutschland kein Rechtsstaat ist sondern eine Art Sekte, wo bestimmte Regeln und gebote aufgestellt werden die nicht den Sinn haben, dass man sich daran halten soll sondern die den Sinn haben andere (die dummen) von bestimmten Handlungen abzuhalten, damit man selber sie bricht und davon profitiert. Ich sage den anderen also, sie sollen nicht schwarzarbeiten. Ich selber weiß aber, dass ich davon profitiere wenn ich mich nicht an diese Regel halte... Boar... Für sowas ist das Wort "scheinheilig" glaube ich erfunden wurden. Das hat schon ein bischen was von einem Sektenführer der charismatisch seinen Anhängern die Keuschheit predigt und dann alle alleinstehenden Bräute durchnimmt weil es ja sonst keine Kinder mehr gibt was?

Nicht falsch verstehen, nichts gegen dich, das ist eigentlich (ob bewusst oder unbewusst sei mal dahingestellt) so genial und sagt so viel über die Menschen und offenbar vor allem über unserer (deutsche?) Gesellschaft aus, dass es eigentlich einen Preis dafür geben müsste.

Trotzdem verzeih mir, dass mir einfach nur noch das Kotzen kommt. Und wenn das ohne großen Widerspruch geduldet wird, wenn sowas offenbar (bewusst oder unbewusst) in vielen Köpfen hier rumspukt, dann bestärkt es mich in der Vermutung, dass politische oder moralische Diskussion in diesen Zeiten eigentlich Zeitverschwendung ist sondern die paar die noch Verstand und Anstand haben sich irgendwo zurückziehen sollten, Entscheidungen für das persönliche Umfeld treffen müssen, und, tja... das Blöde wird nur sein, dass wahrscheinlich keine Sintflut kommen wird der den ganzen Wahnsinn hier wegschwemmt oder? Aber Schwefeldioxid aus Dieselabgasen ist ja vielleicht ein Anfang. :|



Vieles hängt ja auch von der Definition von "Schwarzarbeit" ab. Wenn du deinem Nachbarn zB. beim Umzug hilfst und der dir 50€ in die Hand drückt, ist das eine Gefälligkeit und keine Schwarzarbeit. Zurecht. Es macht wenig Sinn, wenn für sowas das Bürokratiemonster kommt und alles hemmt.
Geht es darum, dass man beim Arbeitgeber ein paar Stunden extra arbeitet und "schwarz" bezahlt wird, ist das klassische Schwarzarbeit. Unglaublich schwer nachzuweisen, also macht es da auch wenig Sinn, dass der Staat das großartig verfolgt. Auch weil es hier letztlich um normale Arbeiter geht, die die Hauptprofiteure davon sind. Natürlich ist der Anreiz hier auch hoch, weil von jedem zusätzlich verdienten Euro nur die Hälfte bleiben würde. Von den 100€ würden nur 50€ ankommen.

Genauso lohnt es sich für Hartz4-Empfänger sehr, da diese mit hohen Abzügen rechnen müssen, wenn sie legaler Arbeit nachgehen.

Deswegen wäre ich dafür, den Zuverdienst sowohl für Arbeiter als auch Hartz4-Empfänger zu erleichtern.
Bedeutet: Niedrigere Steuern auf Einkommen unter 40 000€ (-> Freibetrga auf 12 000€ rauf, Steuertarife müssen zudem entsprechend bei höherem Einkommen gelten) und statt 80% sollte Hartz4 nur um 70 oder 60% bei hinzuverdientem Geld abgezogen werden. Dazu entsprechend eine leichte Verringern der Regelsätze bzw. weniger anrechenbares Vermögen.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Schwarzarbeit

Beitragvon Provokateur » Di 20. Mär 2018, 14:58

franktoast hat geschrieben:(20 Mar 2018, 14:43)

Vieles hängt ja auch von der Definition von "Schwarzarbeit" ab. Wenn du deinem Nachbarn zB. beim Umzug hilfst und der dir 50€ in die Hand drückt, ist das eine Gefälligkeit und keine Schwarzarbeit. Zurecht. Es macht wenig Sinn, wenn für sowas das Bürokratiemonster kommt und alles hemmt.


Da will der Gesetzgeber auch gar nicht dran. Das gilt als zulässige "Nachbarschaftshilfe".
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
twitter.com/Provokateur_Tom
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Re: Schwarzarbeit

Beitragvon Maltrino » Di 20. Mär 2018, 18:13

franktoast hat geschrieben:(20 Mar 2018, 14:43)

...

Genauso lohnt es sich für Hartz4-Empfänger sehr, da diese mit hohen Abzügen rechnen müssen, wenn sie legaler Arbeit nachgehen.

Deswegen wäre ich dafür, den Zuverdienst sowohl für Arbeiter als auch Hartz4-Empfänger zu erleichtern.
Bedeutet: Niedrigere Steuern auf Einkommen unter 40 000€ (-> Freibetrga auf 12 000€ rauf, Steuertarife müssen zudem entsprechend bei höherem Einkommen gelten) und statt 80% sollte Hartz4 nur um 70 oder 60% bei hinzuverdientem Geld abgezogen werden. Dazu entsprechend eine leichte Verringern der Regelsätze bzw. weniger anrechenbares Vermögen.


1. Die Tatsache, dass auch du sagst, dass es so gut wie unmöglich ist viele Schwarzarbeiten zu verfolgen ist quasi eine grundsätzliche Kritik an Hartz4. Wenn nicht mal das möglich ist, wie soll dann diese ganze Bedürftigkeitsprüfung Sinn machen?

2. 60% oder 70% oder 80% macht keinen Unterschied. Das ist immer noch zu viel. Das Problem ist, dass man immer wieder einzelne Probleme bekommt wenn man Detail für Detail angeht ohne das große und ganze zu beackern. Um das alles aufzulösen braucht man große Lösungen, große Ansätze, wo man Konzepte macht wo man alle Einkommensstufen vergleicht, alle Steuern, alle Sozialleistungen sich anguckt, Tabellen, Grafiken macht, und dann guckt, bei welchem Konzept gibt es Schwachstellen, zum Beispiel, dass sich bei bestimmten Einkommenshöhen Mehrarbeit nicht lohnt etc.
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: Schwarzarbeit

Beitragvon Misterfritz » Di 20. Mär 2018, 18:50

Maltrino hat geschrieben:(20 Mar 2018, 18:13)

1. Die Tatsache, dass auch du sagst, dass es so gut wie unmöglich ist viele Schwarzarbeiten zu verfolgen ist quasi eine grundsätzliche Kritik an Hartz4. Wenn nicht mal das möglich ist, wie soll dann diese ganze Bedürftigkeitsprüfung Sinn machen?
Schwarzarbeit gab es schon vor Hartz4, eine Kritik an Schwarzarbeit ist also nicht automatisch gleichzeitig Kritik an Hartz4.
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Re: Schwarzarbeit

Beitragvon franktoast » Mi 21. Mär 2018, 09:13

Maltrino hat geschrieben:(20 Mar 2018, 18:13)
1. Die Tatsache, dass auch du sagst, dass es so gut wie unmöglich ist viele Schwarzarbeiten zu verfolgen ist quasi eine grundsätzliche Kritik an Hartz4. Wenn nicht mal das möglich ist, wie soll dann diese ganze Bedürftigkeitsprüfung Sinn machen?

Es ist eben ein Trade-Off, wie bei allen Sachen. Je mehr Aufwand man verwendet, desto genauer wird es, aber kostet eben Arbeitsstunden, die man auch für was anderes verwenden könnte. Man muss ne gesunde Mischung finden. Ähnliches Thema ist auch War-On-Drugs. Jeden Drogengebrauch zu verhindern macht wenig Sinn, da viel zu aufwändig. Und jede Schwarzarbeit zu verhindern ist ähnlich.

2. 60% oder 70% oder 80% macht keinen Unterschied. Das ist immer noch zu viel. Das Problem ist, dass man immer wieder einzelne Probleme bekommt wenn man Detail für Detail angeht ohne das große und ganze zu beackern. Um das alles aufzulösen braucht man große Lösungen, große Ansätze, wo man Konzepte macht wo man alle Einkommensstufen vergleicht, alle Steuern, alle Sozialleistungen sich anguckt, Tabellen, Grafiken macht, und dann guckt, bei welchem Konzept gibt es Schwachstellen, zum Beispiel, dass sich bei bestimmten Einkommenshöhen Mehrarbeit nicht lohnt etc.

Also 10% Unterschied ist schon etwas. Die meisten BGE-Modelle gehen von einem Tarif von 50% ab dem ersten Euro aus. De facto bedeutet das, dass einem bei jedem zuverdienten Euro 50Cent bleiben. Ist das auch zu viel? Ich hab dir das letzte Mal vom Break-Even-Point erzählt. Also der Verdienst, bei dem jemand genau nix an den Staat zahlt, aber auch nix bekommt. Wenn man nun den Zuverdienst deutlich erleichtert, würde dieser Punkt auch deutlich höher sein. Das führt dazu, dass Personen mit relativ hohem Einkommen immer noch Nettobezieher wären und somit müsste man Einkommen darüber deutlich höher besteuern, was wiederum zu einem Anreizproblem führt.

Bei niedrigen Einkommen kann man eben 60% Abzüge implementieren und der Anreiz zu arbeiten, wäre immer noch relativ hoch. Denn man will sich ja zB. einen Urlaub oder ein Auto leisten. Bei hohen Einkommen hat man diese Bedürfnisse schon gestillt, also wozu dann noch arbeiten, wenn kaum was vom Mehrverdienst bleibt?
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Bringt der Mindestlohn mehr Schwarzarbeit?

Beitragvon pikant » Mi 21. Mär 2018, 09:24

nach meiner Meinung hat Schwarzarbeit mit einem Mindestlohn nicht viel zu tun.

Schwarzarbeit wird es immer geben, weil diese Arbeit fuer beide Seiten meist Vorteile bringt - die Nebenkosten in Form von Abgaben und Steuern entfallen und das ist eben fuer Menschen lukrativ, wenn man weiss, dass Schwarzarbeit nicht so oft geahndet wird, weil dem Staat die Mitarbeiter fehlen um das besser kontrollieren zu koennen.
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Re: Bringt der Mindestlohn mehr Schwarzarbeit?

Beitragvon Ger9374 » Mi 21. Mär 2018, 10:39

pikant hat geschrieben:(21 Mar 2018, 09:24)

nach meiner Meinung hat Schwarzarbeit mit einem Mindestlohn nicht viel zu tun.

Schwarzarbeit wird es immer geben, weil diese Arbeit fuer beide Seiten meist Vorteile bringt - die Nebenkosten in Form von Abgaben und Steuern entfallen und das ist eben fuer Menschen lukrativ, wenn man weiss, dass Schwarzarbeit nicht so oft geahndet wird, weil dem Staat die Mitarbeiter fehlen um das besser kontrollieren zu koennen.



Richtig , das eine hat nicht immer was mit dem anderen zu tun.
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Re: Bringt der Mindestlohn mehr Schwarzarbeit?

Beitragvon jorikke » Mi 21. Mär 2018, 11:06

Was ein Privatmann von anderen privat erlegen lässt, ist keine Schwarzarbeit.
Als Schwarzarbeit sollte nur gelten und verfolgt werden, was angemeldete AG ausführen lassen, ohne dafür Steuern und Sozialabgaben zu entrichten.
In diesem Fall: Strafbar für beide.
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Re: Bringt der Mindestlohn mehr Schwarzarbeit?

Beitragvon pikant » Mi 21. Mär 2018, 11:08

jorikke hat geschrieben:(21 Mar 2018, 11:06)

Was ein Privatmann von anderen privat erlegen lässt, ist keine Schwarzarbeit.

:D

mit dieser neuen Definition von Nichtschwarzarbeit koennten viele gut leben.
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Re: Bringt der Mindestlohn mehr Schwarzarbeit?

Beitragvon jorikke » Mi 21. Mär 2018, 11:45

pikant hat geschrieben:(21 Mar 2018, 11:08)

:D

mit dieser neuen Definition von Nichtschwarzarbeit koennten viele gut leben.


Hab ich nicht aus dem hohlen Bauch heraus geschrieben. Logische Überlegung.
Will ich gern mal erklären.
Ich hatte, wie ich es heute empfinde, das große Glück einen handwerklichen Beruf ( Feinmechaniker ) zu erlernen. Dank einer sehr guten Lehrwerkstatt und eines Lehrmeisters, der darüber hinaus auch Dinge vermittelte die nicht direkt im Ausbildungsplan festgelegt waren, wurde es eine Art Universalausbildung der Fingerfertigkeiten.
Beruflich habe ich das zwar nur zwei/drei Jahre ausgeübt und bin dann in den kaufmännischen Bereich gewechselt.
Immerhin, was man mal gelernt hat...
So gibt es in meinem Haus kein Zimmer mehr, dessen Boden ich nicht selber verlegt habe, dessen Tapeten nicht selbst geklebt sind, dessen Holzdecken nebst integrierter Beleuchtung nicht selber eingebaut...usw.
Nehmen wir beispielhaft die letzte Arbeit, das ehemalige Zimmer meines Sohnes geteilt, Mauer und Tür eingezogen, dahinter zweites Bad installiert, davor ein Gästezimmer gestaltet. usw.
Alles in allem ein Arbeitsaufwand, der monetär sicher mit 10.000,- anzusetzen wäre.
Dieses Geld hat kein Handwerker bekommen, der Staat hat keine Steuern davon erhalten usw. ,ich habe ja alles selber gemacht.
Völlig legal, kein Mensch käme auf die verrückte Idee Eigenarbeit zu besteuern oder gar als Schwarzarbeit zu diffamieren.
Jetzt mal ein Gedankensprung.
Das selbe Vorhaben. Ich bin aber inzwischen zu tüttelig und vertrottelt um das selber noch hinzukriegen.
Außerdem bin ich Rentner und habe gar nicht die 10.000,- übrig.
Mein Kumpel Gustav ist aber noch mächtig fit und würde mir anbieten das Ganze für 3.000,- durch zu ziehen.
Natürlich schwarz.
Das soll als Schwarzarbeit strafbar sein?
Warum? Es gibt keine Nachteile, nur Vorteile.
Es wird eine Arbeit durchgeführt, die ansonsten, mangels Masse gar nicht in Auftrag gegeben würde.
Bei einem evtl. Verkauf hat der Staat durch die Erhaltung in Form der Grunderwerbssteuer weit höhere Einnahmen als würde nur eine Ruine verscherbelt.
Gustav bekommt 3.000,- auf die Kralle, die er umgehend wieder in Umlauf bringt. Der Staat profitiert auch hier und zwar umgehend durch Steuereinnahmen.
...und Gustav ist von der Straße.
So, abschließend noch die Gretchenfrage.
Wie haltet ihr´s mit der Beurteilung?
Ist es sinnvoller wenn ich alle Arbeiten selber durchführe und niemand erhält einen Cent; oder ist es sinnvoller andere etwas partizipieren zu lassen ohne gleich mit dem Schwarzarbeiterfinger Stimmung zu machen?
Meine Meinung ist klar.
Die Schwarzarbeit-Hysteriker gehen mir auf den Keks.
pikant
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Re: Bringt der Mindestlohn mehr Schwarzarbeit?

Beitragvon pikant » Mi 21. Mär 2018, 11:56

jorikke hat geschrieben:(21 Mar 2018, 11:45)

Hab ich nicht aus dem hohlen Bauch heraus geschrieben. Logische Überlegung.
Will ich gern mal erklären.
Ich hatte, wie ich es heute empfinde, das große Glück einen handwerklichen Beruf ( Feinmechaniker ) zu erlernen. Dank einer sehr guten Lehrwerkstatt und eines Lehrmeisters, der darüber hinaus auch Dinge vermittelte die nicht direkt im Ausbildungsplan festgelegt waren, wurde es eine Art Universalausbildung der Fingerfertigkeiten.
Beruflich habe ich das zwar nur zwei/drei Jahre ausgeübt und bin dann in den kaufmännischen Bereich gewechselt.
Immerhin, was man mal gelernt hat...
So gibt es in meinem Haus kein Zimmer mehr, dessen Boden ich nicht selber verlegt habe, dessen Tapeten nicht selbst geklebt sind, dessen Holzdecken nebst integrierter Beleuchtung nicht selber eingebaut...usw.
Nehmen wir beispielhaft die letzte Arbeit, das ehemalige Zimmer meines Sohnes geteilt, Mauer und Tür eingezogen, dahinter zweites Bad installiert, davor ein Gästezimmer gestaltet. usw.
Alles in allem ein Arbeitsaufwand, der monetär sicher mit 10.000,- anzusetzen wäre.
Dieses Geld hat kein Handwerker bekommen, der Staat hat keine Steuern davon erhalten usw. ,ich habe ja alles selber gemacht.
Völlig legal, kein Mensch käme auf die verrückte Idee Eigenarbeit zu besteuern oder gar als Schwarzarbeit zu diffamieren.
Jetzt mal ein Gedankensprung.
Das selbe Vorhaben. Ich bin aber inzwischen zu tüttelig und vertrottelt um das selber noch hinzukriegen.
Außerdem bin ich Rentner und habe gar nicht die 10.000,- übrig.
Mein Kumpel Gustav ist aber noch mächtig fit und würde mir anbieten das Ganze für 3.000,- durch zu ziehen.
Natürlich schwarz.
Das soll als Schwarzarbeit strafbar sein?
Warum? Es gibt keine Nachteile, nur Vorteile.
Es wird eine Arbeit durchgeführt, die ansonsten, mangels Masse gar nicht in Auftrag gegeben würde.
Bei einem evtl. Verkauf hat der Staat durch die Erhaltung in Form der Grunderwerbssteuer weit höhere Einnahmen als würde nur eine Ruine verscherbelt.
Gustav bekommt 3.000,- auf die Kralle, die er umgehend wieder in Umlauf bringt. Der Staat profitiert auch hier und zwar umgehend durch Steuereinnahmen.
...und Gustav ist von der Straße.
So, abschließend noch die Gretchenfrage.
Wie haltet ihr´s mit der Beurteilung?
Ist es sinnvoller wenn ich alle Arbeiten selber durchführe und niemand erhält einen Cent; oder ist es sinnvoller andere etwas partizipieren zu lassen ohne gleich mit dem Schwarzarbeiterfinger Stimmung zu machen?
Meine Meinung ist klar.
Die Schwarzarbeit-Hysteriker gehen mir auf den Keks.


hoert sich alles recht plausibel an!

ich kenne auch einige Handwerker und Elektriker voll ausgebildet und dann koennte ich die fragen mir Dinge zu erledigen, die noralerweise eine Firma durchfuehrt und es waere ausserhalb der Arbeitszeit vollkommen legal
mehr netto :thumbup:
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Re: Schwarzarbeit

Beitragvon Maltrino » Mi 21. Mär 2018, 20:39

franktoast hat geschrieben:(21 Mar 2018, 09:13)

... Die meisten BGE-Modelle gehen von einem Tarif von 50% ab dem ersten Euro aus. De facto bedeutet das, dass einem bei jedem zuverdienten Euro 50Cent bleiben. Ist das auch zu viel? Ich hab dir das letzte Mal vom Break-Even-Point erzählt. Also der Verdienst, bei dem jemand genau nix an den Staat zahlt, aber auch nix bekommt. Wenn man nun den Zuverdienst deutlich erleichtert, würde dieser Punkt auch deutlich höher sein. Das führt dazu, dass Personen mit relativ hohem Einkommen immer noch Nettobezieher wären und somit müsste man Einkommen darüber deutlich höher besteuern, was wiederum zu einem Anreizproblem führt.

Bei niedrigen Einkommen kann man eben 60% Abzüge implementieren und der Anreiz zu arbeiten, wäre immer noch relativ hoch. Denn man will sich ja zB. einen Urlaub oder ein Auto leisten. Bei hohen Einkommen hat man diese Bedürfnisse schon gestillt, also wozu dann noch arbeiten, wenn kaum was vom Mehrverdienst bleibt?



Gehst du von einer negativen Einkommenssteuer aus? https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... kommen.gif

Also wenn die Grundsatzentscheidung gefallen ist, dass man etwas anderes will, weil Schwarzarbeitsanreiz weil Leistung soll sich lohnen, dann kommen wir hier mit unseren Mitteln nicht mehr weiter sondern dann müsste man sich wirklich mit vielen Mirarbeiten ransetzen und konkrete Gesetzesentwürfe ausarbeiten.

Wenn ich zum Beispiel auf die Steuern schaue: https://de.wikipedia.org/wiki/Steuerauf ... eutschland)#/media/File:StAufk.PNG

Wenn wir sagen, dass ein BGE ca. 10 mal mehr Auszahlungen als Hartz4 zur Folge hätte, dann muss man natürlich irgendwie diese Steuergelder herbekommen. Entweder vollständig aus der Einkommenssteuer (wie bei der negativen Einkommenssteuer, was den Nachteil hätte, dass sich Arbeit "bestraft" wird), man könnte aber auch die Umsatzsteuer oder andere Steuerarten erhöhen. Diese Entscheidung muss man fällen.

Alles diese Steuererhöhungen würden dazu führen, dass sich irgendwas weniger lohnt als heute. Aber das wäre dann ja gewollt. Zur Zeit ist es also so, dass sich mehrarbeit zwischen 100 und 1500 Euro Monatseinkommen faktisch nicht lohnt. Damit es sich lohnt muss irgendwas anderes sich weniger lohnen. Ob man jetzt Vielverdiener oder Konsumenten oder alle ein bischen ur Finanzierung heranzieht, das muss man dann gucken. Aber ja, damit sich für Geringverdiener Arbeit wider lohnt muss sich irgendwas anderes weniger lohnen. So ist das. Und wenn man sich das nicht traut, tja, dann muss man halt damit Leben, dass es sich derzeit in Deutschland einfach nicht lohnt einen Job für 900 Euro anzunehmen.

PS: So, jetzt bin ich mal gespannt ob das hier bei Schwarzarbeit bleibt dieser Text oder in den Hartz4 Strang oder in den BGE Strang verschoben wird. Am besten wahrscheinlich zerstückelt in alle diese Stränge ^^
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Re: Schwarzarbeit

Beitragvon Teeernte » Mi 21. Mär 2018, 21:12

Maltrino hat geschrieben:(21 Mar 2018, 20:39)

Gehst du von einer negativen Einkommenssteuer aus? https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... kommen.gif

Also wenn die Grundsatzentscheidung gefallen ist, dass man etwas anderes will, weil Schwarzarbeitsanreiz weil Leistung soll sich lohnen, dann kommen wir hier mit unseren Mitteln nicht mehr weiter sondern dann müsste man sich wirklich mit vielen Mirarbeiten ransetzen und konkrete Gesetzesentwürfe ausarbeiten.

Wenn ich zum Beispiel auf die Steuern schaue: https://de.wikipedia.org/wiki/Steuerauf ... eutschland)#/media/File:StAufk.PNG

Wenn wir sagen, dass ein BGE ca. 10 mal mehr Auszahlungen als Hartz4 zur Folge hätte, dann muss man natürlich irgendwie diese Steuergelder herbekommen. Entweder vollständig aus der Einkommenssteuer (wie bei der negativen Einkommenssteuer, was den Nachteil hätte, dass sich Arbeit "bestraft" wird), man könnte aber auch die Umsatzsteuer oder andere Steuerarten erhöhen. Diese Entscheidung muss man fällen.

Alles diese Steuererhöhungen würden dazu führen, dass sich irgendwas weniger lohnt als heute. Aber das wäre dann ja gewollt. Zur Zeit ist es also so, dass sich mehrarbeit zwischen 100 und 1500 Euro Monatseinkommen faktisch nicht lohnt. Damit es sich lohnt muss irgendwas anderes sich weniger lohnen. Ob man jetzt Vielverdiener oder Konsumenten oder alle ein bischen ur Finanzierung heranzieht, das muss man dann gucken. Aber ja, damit sich für Geringverdiener Arbeit wider lohnt muss sich irgendwas anderes weniger lohnen. So ist das. Und wenn man sich das nicht traut, tja, dann muss man halt damit Leben, dass es sich derzeit in Deutschland einfach nicht lohnt einen Job für 900 Euro anzunehmen.

PS: So, jetzt bin ich mal gespannt ob das hier bei Schwarzarbeit bleibt dieser Text oder in den Hartz4 Strang oder in den BGE Strang verschoben wird. Am besten wahrscheinlich zerstückelt in alle diese Stränge ^^


Leistung wird sich immer lohnen.... Große Firmen kaufen kleine Handwerker auf, nur um an die Arbeitskräfte zu kommen...

Schwarzarbeit .... wird verschwinden - weil immer mehr LEute .....NICHT arbeiten können... Keine Leistung anbieten können.

Leistungsträger werden im Land umhergekarrt und sind gesucht....auch zum PREIS MIT Steuern.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Schwarzarbeit

Beitragvon franktoast » Do 22. Mär 2018, 08:09

Maltrino hat geschrieben:(21 Mar 2018, 20:39)

Gehst du von einer negativen Einkommenssteuer aus? https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... kommen.gif

Also wenn die Grundsatzentscheidung gefallen ist, dass man etwas anderes will, weil Schwarzarbeitsanreiz weil Leistung soll sich lohnen, dann kommen wir hier mit unseren Mitteln nicht mehr weiter sondern dann müsste man sich wirklich mit vielen Mirarbeiten ransetzen und konkrete Gesetzesentwürfe ausarbeiten.

Wenn ich zum Beispiel auf die Steuern schaue: https://de.wikipedia.org/wiki/Steuerauf ... eutschland)#/media/File:StAufk.PNG

Wenn wir sagen, dass ein BGE ca. 10 mal mehr Auszahlungen als Hartz4 zur Folge hätte, dann muss man natürlich irgendwie diese Steuergelder herbekommen. Entweder vollständig aus der Einkommenssteuer (wie bei der negativen Einkommenssteuer, was den Nachteil hätte, dass sich Arbeit "bestraft" wird), man könnte aber auch die Umsatzsteuer oder andere Steuerarten erhöhen. Diese Entscheidung muss man fällen.

Alles diese Steuererhöhungen würden dazu führen, dass sich irgendwas weniger lohnt als heute. Aber das wäre dann ja gewollt. Zur Zeit ist es also so, dass sich mehrarbeit zwischen 100 und 1500 Euro Monatseinkommen faktisch nicht lohnt. Damit es sich lohnt muss irgendwas anderes sich weniger lohnen. Ob man jetzt Vielverdiener oder Konsumenten oder alle ein bischen ur Finanzierung heranzieht, das muss man dann gucken. Aber ja, damit sich für Geringverdiener Arbeit wider lohnt muss sich irgendwas anderes weniger lohnen. So ist das. Und wenn man sich das nicht traut, tja, dann muss man halt damit Leben, dass es sich derzeit in Deutschland einfach nicht lohnt einen Job für 900 Euro anzunehmen.

PS: So, jetzt bin ich mal gespannt ob das hier bei Schwarzarbeit bleibt dieser Text oder in den Hartz4 Strang oder in den BGE Strang verschoben wird. Am besten wahrscheinlich zerstückelt in alle diese Stränge ^^


Man hat ja in einer arbeitsteiligen Gesellschaft grundsätzlich zwei Arten der Transaktionen.
Arbeit zu Person (Einkommen/Lohn)
Person zu Güter (Kauf)
Die kann man besteuern. Wenn jemand nun 500€ Steuern zahlt, spielt es keine Rolle, wo die anfallen. Beim Einkommen, beim Kauf, anteilig beide? Ändert nix. Außer womöglich der psychologische Effekt. Und bei der Umsatzsteuer könnte man eher ausweichen zB. ins Ausland fahren, den Fernseher dort kaufen und zurück fahren ohne Zoll oder Ähnlichem.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
horst155
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Registriert: Fr 18. Dez 2015, 20:22

Re: Bringt der Mindestlohn mehr Schwarzarbeit?

Beitragvon horst155 » Mi 18. Apr 2018, 16:12

Also Schwarzarbeit , ist immer die Frage welche . Unsere Politik sieht in Schwarzarbeit Personen die für Firmen tätig sind aber keine Sozialbeiträge abgeführt werden . Ich sehe Schwarzarbeit darin das jemand eine Tätigkeit nach geht , dafür eine Gegenleistung bekommt aber weder Selbständig noch irgendwo beschäftigt ist . Durch den Mindestlohn den ich als Arbeitgeber für zu niedrig halte wird es nicht oder nur geringfügige Änderungen geben .Auch halte ich den Aufstand der Kollegen für Blödsinn das es einen höheren Verwaltung aufwand gibt halte ich auch für Unsinn . Oder wird über Stunden und Zahlungen sonst kein Buch geführt ? Aber es ist ja toll wenn man halt den Arbeitnehmer auserkoren hat der die Kosten und das Risiko trägt . Die Arbeitgeber sind ja schon mit Kassieren voll beschäftigt . Ich halte eine sinnvolle Steuerpolitik die auch ihrem Namen gerecht wird für das einzige sinnvolle . Und Schwarzarbeit gleich welche Form ist Asozial und gehört hart bestraft .

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