Deutsche haben von Wirtschaft keine Ahnung

Moderator: Moderatoren Forum 1

Benutzeravatar
Kibuka
Beiträge: 20915
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 20:35
Benutzertitel: Der schon länger hier lebt
Wohnort: München

Re: Deutsche haben von Wirtschaft keine Ahnung

Beitragvon Kibuka » So 12. Jan 2014, 01:18

Blickwinkel » Sa 11. Jan 2014, 18:25 hat geschrieben:
Das ist ein spezielles Problem der NRW-Landesregierung. Im Ländle setzt sich die Grün/Rot für Wirtschaftsunterricht ein. Alles andere ist grob fahrlässig, schließlich ist dieses Wissen essentiell notwendig für das weitere Leben.


Es geht insbesondere um die Kategorisierung der Wirtschaft. Einige Personen assoziieren diesen Begriff offensichtlich mit negativen Eigenschaften. Tatsache ist aber, Wirtschaft ist die Betrachtung aller personeller und materieller Aufwendungen und Erträge, die dazu dienen, den Unterhalt und die Bedürfnisse des Menschen zu sichern.

Zu verstehen, wie Wirtschaft funktioniert und was die einzelnen Akteure (Unternehmen, Bürger, Banken, etc.) warum tun, ist essentiell für die Allgemeinbildung. Es geht dabei nicht darum, das Handeln positiv oder negativ zu bewerten. Die Wertung obliegt allein demjenigen, der das Wissen hat darüber entscheiden zu können.

Schüler lernen auch die physikalischen Vorgänge in Kraftwerken zur Stromerzeugung zu verstehen. Darüber zu entscheiden, wie die Risiken, die sich aus den unterschiedlichen Stromerzeugern ergeben, handlungstechnisch zu bewerten sind, ist keine Frage, die im Physikunterricht beantwortet werden kann. Der Physikunterricht kann lediglich die Vor- und Nachteile der Kraftwerke gegenüberstellen und auf ihre Risiken durch die physikalischen Gesetzmäßigkeiten verweisen.

Gerade dieser Thread zeigt eindrucksvoll, dass dringender Handlunsgbedarf bei der Wirtschaftsbildung besteht.
Have no heroes, look up to no-one, for if you do, the best you'll ever be is second. If you have to ask why, you'll never understand!

„Weil das Wohl von einem genauso schwer wiegt, wie das Wohl von vielen.“
Benutzeravatar
Blickwinkel
Beiträge: 15030
Registriert: Mi 7. Nov 2012, 19:29
Benutzertitel: Demokratischer Europäer
Wohnort: Erde

Re: Deutsche haben von Wirtschaft keine Ahnung

Beitragvon Blickwinkel » So 12. Jan 2014, 09:51

Kibuka » So 12. Jan 2014, 02:18 hat geschrieben:
Es geht insbesondere um die Kategorisierung der Wirtschaft. Einige Personen assoziieren diesen Begriff offensichtlich mit negativen Eigenschaften. Tatsache ist aber, Wirtschaft ist die Betrachtung aller personeller und materieller Aufwendungen und Erträge, die dazu dienen, den Unterhalt und die Bedürfnisse des Menschen zu sichern.

Zu verstehen, wie Wirtschaft funktioniert und was die einzelnen Akteure (Unternehmen, Bürger, Banken, etc.) warum tun, ist essentiell für die Allgemeinbildung. Es geht dabei nicht darum, das Handeln positiv oder negativ zu bewerten. Die Wertung obliegt allein demjenigen, der das Wissen hat darüber entscheiden zu können.

Schüler lernen auch die physikalischen Vorgänge in Kraftwerken zur Stromerzeugung zu verstehen. Darüber zu entscheiden, wie die Risiken, die sich aus den unterschiedlichen Stromerzeugern ergeben, handlungstechnisch zu bewerten sind, ist keine Frage, die im Physikunterricht beantwortet werden kann. Der Physikunterricht kann lediglich die Vor- und Nachteile der Kraftwerke gegenüberstellen und auf ihre Risiken durch die physikalischen Gesetzmäßigkeiten verweisen.

Gerade dieser Thread zeigt eindrucksvoll, dass dringender Handlunsgbedarf bei der Wirtschaftsbildung besteht.


Da stimme ich dir voll und ganz zu, nicht nur dieser Thread zeigt, dass es viel Nachholbedarf in Sachen Wirtschaft in Deutschland gibt. Was die verschiedenen rot-grünen Landesregierungen machen wollen, halte ich für grob fahrlässig. Übrigens muss ich mich korrigieren, der werte SPD-Wirtschaftsminister von Ba-Wü möchte mehr die "Gewerkschaftssicht" im Fach Wirtschaft einführen. Auch im Interview hat sich Hr. Schmid sehr dispektierlich über die Finanzwirtschaft geäußert. Für mich eine bedenkliche Entwicklung, schließlich sollte eine objektive Schulbildung erfolgen und keine Stimmungsmache gegen die Wirtschaft in der Schule stattfinden.
Nichts ist in der Regel unsozialer als der sogenannte Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung absinken läßt. (Ludwig Erhard)
Benutzeravatar
ralphon
Beiträge: 2737
Registriert: Fr 6. Jun 2008, 23:15
Benutzertitel: Bier predigen, Wasser saufen

Re: Deutsche haben von Wirtschaft keine Ahnung

Beitragvon ralphon » So 12. Jan 2014, 15:58

Kibuka » Mo 11. Mär 2013, 20:25 hat geschrieben:Eine Studie der TU Dresden hat nun aufgedeckt, dass ein Großteil der Bevölkerung eklatante ökonomische Wissensdefizite aufweisen.



Nicht einmal für die Zinsformel (K*p*t)/(100*360) reichte es.

Wie schlimm ist es um die ökonomischen Kenntnisse der Deutschen tatsächlich bestellt?
Zinseszins hatten wir, aber sonst habe ich mein Abi komplett ohne ökonomisches Wissen geschafft. Das Problem ist also nicht neu.
Benutzeravatar
sportsgeist
Beiträge: 12235
Registriert: Mo 7. Jul 2008, 08:01
Benutzertitel: nimms sportlich

Re: Deutsche haben von Wirtschaft keine Ahnung

Beitragvon sportsgeist » Mi 15. Jan 2014, 08:28

ralphon » So 12. Jan 2014, 15:58 hat geschrieben: Zinseszins hatten wir, aber sonst habe ich mein Abi komplett ohne ökonomisches Wissen geschafft. Das Problem ist also nicht neu.

das problem fuer viele ist wohl, dass die wirtschaftslehre im gegensatz zu physik oder chemie, keine determinisitische wissenschaft ist.
die teilchen in der wirtschaftslehre wollen sie partout einfach nicht so verhalten wie die teilchen in der pyhsik oder chemie. ;) :D

sprich, man braucht in der wirtschaft viel erfahrung, gute antennen und hohes ein- und abschaetzungsvermoegen "der zu untersuchenden teilchen", ansonsten landet man schnell meilenweit daneben mit seinen berechnungen.

ist halt in physik und chemie nicht so. ein elektron macht dort genau das, was das andere tut. das vereinfacht prognosen entscheidend.
Zitat: Stehen Intelligenz und Schulnoten in irgendeinem direkten proportionalen Zusammenhang ... Nein ... Warum? ... Ich bin das lebende Gegenbeispiel
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 11450
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Deutsche haben von Wirtschaft keine Ahnung

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 15. Jan 2014, 10:39

Ich sehe das Problem darin, wirtschaftliche Zusammenhänge so zu vermitteln, dass diese Strukturen und Voraussetzungen zwar wichtig aber niemals statisch und als für immer feststehend anzusehen sind. Wann, wenn nicht in der Schulzeit, soll in der Gesellschaft das Potenzial für - auch grundsätzliche - Veränderungen gelegt werden. Natürlich ist es auch dafür wichtig, etwa zu wissen, wie sich Zinsen und Zinsenszinsen berechnen lassen. Solange - und das ist das Entscheidende - dabei nicht vergessen wird, dass zumindest vom Prinzip her auch Wirtschafts- und Finanzstrukturen denkbar sind, die ganz und gar ohne Zins oder mit komplett anders berechneten Zinsen funktionieren können und eventuell besser für die Menschen funktionieren.

Ich sage das nicht etwa aus einer Pro-Gewerkschaftlichen Haltung heraus (ich sehe Gewerkschaften sehr kritisch) sondern aus der Erfahrung von marxistischen Pflichtveranstaltungen in Schule und Studium. Es kann - eine kritische Haltung vorausgesetzt - durchaus nützlich und gut sein, zu wissen, wie etwa Marx im Kapital den Mehrwertbegriff definierte. Wenn man dabei die Fähigkeit nicht verliert, in diesen Ansätzen grundsätzlich etwas vorläufiges, temporäres, bedingtes, hinterfragbares, zeitweilig gültiges zu sehen. Und so müsste man heute sowohl Religions- als auch Wirtschaftsunterricht aufbauen. Wann, wenn nicht in der Schulbildung, soll der Keim für die Fähigkeit gelegt werden, bestehende gesellschaftliche und wirtschaftliche Strukturen zu überwinden statt sie durch Gebrauch zu verfestigen. Natürlich muss man sie für beide Zwecke dazu gründlich genug kennen. Die Zeit für die Aneignung lebenspraktischer Fähigkeiten kommt noch früh genug. Und, was ich sehr wichtig finde: Jede Gesellschaft und Wirtschaft, wie immer sie beschaffen sein möge, ist prinzipiell immer auch reif für ihre Überwindung und Abschaffung. Zu dieser banalen Erkenntnis sind wir nicht erst seit Goethes Faust gekommen.
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Mi 15. Jan 2014, 10:41, insgesamt 1-mal geändert.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
ralphon
Beiträge: 2737
Registriert: Fr 6. Jun 2008, 23:15
Benutzertitel: Bier predigen, Wasser saufen

Re: Deutsche haben von Wirtschaft keine Ahnung

Beitragvon ralphon » Mi 15. Jan 2014, 12:49

sportsgeist » Mi 15. Jan 2014, 08:28 hat geschrieben:das problem fuer viele ist wohl, dass die wirtschaftslehre im gegensatz zu physik oder chemie, keine determinisitische wissenschaft ist.
die teilchen in der wirtschaftslehre wollen sie partout einfach nicht so verhalten wie die teilchen in der pyhsik oder chemie. ;) :D

sprich, man braucht in der wirtschaft viel erfahrung, gute antennen und hohes ein- und abschaetzungsvermoegen "der zu untersuchenden teilchen", ansonsten landet man schnell meilenweit daneben mit seinen berechnungen.

ist halt in physik und chemie nicht so. ein elektron macht dort genau das, was das andere tut. das vereinfacht prognosen entscheidend.
Es auch Sachwissen, das man vermitteln kann, bevor das mit Erfahrung losgeht. Beispiele:
    doppelte Buchführung generell: wie wird das gerechnet, wo stehen Verbindlichkeiten oder Forderungen
    wenn ich ein Gewerbe habe, muss ich daraus Bilanzen erstellen. Bei einer Großanschaffung muss ich wissen, in welchen Bilanzzeitraum ich große Anschaffungen oder Ertäge zu setzen habe damit mir das Finanzamt nicht die Hosen auszieht
    wenn ich in einer Niedrigzinsphase einen Kredit aufnehme mit variablem Zinssatz, muss ich abschatzen können, welche steigenden Kosten zu erwarten sind

Gibt es sicher noch mehr - das sind alles Dinge die jeder wissen sollte.
Zuletzt geändert von ralphon am Mi 15. Jan 2014, 12:50, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
ralphon
Beiträge: 2737
Registriert: Fr 6. Jun 2008, 23:15
Benutzertitel: Bier predigen, Wasser saufen

Re: Deutsche haben von Wirtschaft keine Ahnung

Beitragvon ralphon » Mi 15. Jan 2014, 13:01

schokoschendrezki » Mi 15. Jan 2014, 10:39 hat geschrieben:Ich sage das nicht etwa aus einer Pro-Gewerkschaftlichen Haltung heraus (ich sehe Gewerkschaften sehr kritisch) sondern aus der Erfahrung von marxistischen Pflichtveranstaltungen in Schule und Studium. Es kann - eine kritische Haltung vorausgesetzt - durchaus nützlich und gut sein, zu wissen, wie etwa Marx im Kapital den Mehrwertbegriff definierte. Wenn man dabei die Fähigkeit nicht verliert, in diesen Ansätzen grundsätzlich etwas vorläufiges, temporäres, bedingtes, hinterfragbares, zeitweilig gültiges zu sehen. Und so müsste man heute sowohl Religions- als auch Wirtschaftsunterricht aufbauen. Wann, wenn nicht in der Schulbildung, soll der Keim für die Fähigkeit gelegt werden, bestehende gesellschaftliche und wirtschaftliche Strukturen zu überwinden statt sie durch Gebrauch zu verfestigen. Natürlich muss man sie für beide Zwecke dazu gründlich genug kennen. Die Zeit für die Aneignung lebenspraktischer Fähigkeiten kommt noch früh genug. Und, was ich sehr wichtig finde: Jede Gesellschaft und Wirtschaft, wie immer sie beschaffen sein möge, ist prinzipiell immer auch reif für ihre Überwindung und Abschaffung. Zu dieser banalen Erkenntnis sind wir nicht erst seit Goethes Faust gekommen.
Die Gewerkschaften sind wie die Banken ohnehin schnell beleidigt, wenn ihre Leistungen als falsch oder nicht als ausreichend eingeschätzt werden. Du nix wissen, ich dir machen alles, du sorglos leben, alles wird gut. Kompetenzüberlegenheit ist ein Geschäftsmodell. Die Fähigkeiten von Lehrern, eine ideologiekritische Allgemeinbildung zu vermitteln, ist leider beschränkt. Die ganzen Eintagsfliegen-User, die hier ihre Hausaufgaben-Aufgabenstellungen posten, da denke ich bei den meisten: welcher Idiot hat diese Aufgabenstellung verfasst?
Benutzeravatar
sportsgeist
Beiträge: 12235
Registriert: Mo 7. Jul 2008, 08:01
Benutzertitel: nimms sportlich

Re: Deutsche haben von Wirtschaft keine Ahnung

Beitragvon sportsgeist » Mi 15. Jan 2014, 13:17

ralphon » Mi 15. Jan 2014, 12:49 hat geschrieben: Es auch Sachwissen, das man vermitteln kann, bevor das mit Erfahrung losgeht. Beispiele:
    doppelte Buchführung generell: wie wird das gerechnet, wo stehen Verbindlichkeiten oder Forderungen
    wenn ich ein Gewerbe habe, muss ich daraus Bilanzen erstellen. Bei einer Großanschaffung muss ich wissen, in welchen Bilanzzeitraum ich große Anschaffungen oder Ertäge zu setzen habe damit mir das Finanzamt nicht die Hosen auszieht
    wenn ich in einer Niedrigzinsphase einen Kredit aufnehme mit variablem Zinssatz, muss ich abschatzen können, welche steigenden Kosten zu erwarten sind

Gibt es sicher noch mehr - das sind alles Dinge die jeder wissen sollte.

das sehe ich nicht so.
sind typische dinge einer kaufmannslehre, deswegen haben wir ja das duale ausbildungssystem.
an allgemeinschulen wird ja auch nicht die schnittgeschwindigkeit beim fraesen von VA-stahl gelehrt, sondern berufen, die das brauchen.
Zitat: Stehen Intelligenz und Schulnoten in irgendeinem direkten proportionalen Zusammenhang ... Nein ... Warum? ... Ich bin das lebende Gegenbeispiel
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 43876
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Deutsche haben von Wirtschaft keine Ahnung

Beitragvon frems » Do 27. Jul 2017, 08:52

schokoschendrezki hat geschrieben:Jede Gesellschaft und Wirtschaft, wie immer sie beschaffen sein möge, ist prinzipiell immer auch reif für ihre Überwindung und Abschaffung. Zu dieser banalen Erkenntnis sind wir nicht erst seit Goethes Faust gekommen.


Da hier ja immer wieder mal der Schulunterricht angesprochen wurde:

Ökonomische Verblendung vermeiden
Nordrhein-Westfalen will ein Schulfach Wirtschaft einführen. Ein Fehler. Denn Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sollten gemeinsam unterrichtet werden.

http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/ ... ft-politik
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 11450
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Deutsche haben von Wirtschaft keine Ahnung

Beitragvon schokoschendrezki » So 30. Jul 2017, 08:09

frems hat geschrieben:(27 Jul 2017, 09:52)

Da hier ja immer wieder mal der Schulunterricht angesprochen wurde:

Ökonomische Verblendung vermeiden
Nordrhein-Westfalen will ein Schulfach Wirtschaft einführen. Ein Fehler. Denn Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sollten gemeinsam unterrichtet werden.

http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/ ... ft-politik

Hoppla. Da ist ja eine lange zurückliegende Diskussion wieder hochgeploppt. Der obigen Ansicht kann ich aber nur zustimmen. Es ist von Seiten der Schüler durchaus verständlich, dass man auch sehr praxisorientierte , real verwendbare Kenntnisse und Fähigkeiten vom Bildungssystem erwartet. Auf der anderen Seite gibt es dieses (ganz wesentlich humboldtsche) Ideal der humanistischen Bildung. Nach dem Motto: Bevor man in die sowieso unvermeidbar anstehende Realität geworfen wird, sollte es im Kindes- und Jugendalter (idealerweise jedenfalls) eine Phase unbeschwerter, vollkommen zweckfreier Beschäftigung mit dem allgemein menschheitlichen Wissensstand und der menschlichen Kultur geben.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
franktoast
Beiträge: 3294
Registriert: So 29. Jun 2014, 09:24

Re: Deutsche haben von Wirtschaft keine Ahnung

Beitragvon franktoast » Mo 31. Jul 2017, 11:37

Kibuka hat geschrieben:(11 Mar 2013, 20:25)
Nicht einmal für die Zinsformel (K*p*t)/(100*360) reichte es.


Was soll das denn für ne Formel sein? Noch nie gesehen und nie gebraucht. Wie viel mein Geld bei x% Zins in y Jahren wert ist, ja. Oder wie viel ich am Ende habe, wenn ich per Perido z€ weglege, Zins x und y Jahre spare, ja.
Aber auch das ist irrelevant für ökonomisches Wissen. Dafür gibt es Seiten, auf denen man sich das ausrechnen lassen kann. Geht es darum, welche Wirkung es hat und warum zB. die heimische Währung aufwertet oder was überhaupt Aufwertung ist, sieht es schon anders aus.
Und nein, wenn man sich ein paar Interviews von Dirk Müller ansieht oder ausschließlich auf Zinskritikseiten rumstreunt, eignet man sich nicht wirklich Wissen an. Hier im Forum dagegen schon. (wenn man will)
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
Benutzeravatar
Rote_Galaxie
Beiträge: 7126
Registriert: Mi 28. Nov 2012, 18:26

Re: Deutsche haben von Wirtschaft keine Ahnung

Beitragvon Rote_Galaxie » Mo 31. Jul 2017, 16:58

Einfach Logik als Fach ab dem geeigneten Alter einführen und viele Probleme würden verschwinden.
Aber nicht jeder will dass die Menschen Denken bzw Denken lernen.
Und wer kontrolliert die Kontrolle?
Benutzeravatar
franktoast
Beiträge: 3294
Registriert: So 29. Jun 2014, 09:24

Re: Deutsche haben von Wirtschaft keine Ahnung

Beitragvon franktoast » Di 1. Aug 2017, 07:42

Rote_Galaxie hat geschrieben:(31 Jul 2017, 17:58)
Und wer kontrolliert die Kontrolle?

Sag mal, bist du nicht der, der ein System will, das jeden Lebensbereich des Individuums kontrolliert? Ok, zurecht solltest du dich dann diese Frage stellen. Gut, dass viele Menschen ein freiheitliches System bevorzugen. Da muss man diese Frage nicht stellen (bzw. nur bedingt, denn wer wen in unsrem 3-Gewaltensystem kontrolliert, ist eigentlich Grundwissen)
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
Benutzeravatar
BlueMonday
Beiträge: 1700
Registriert: Mo 14. Jan 2013, 17:13

Re: Deutsche haben von Wirtschaft keine Ahnung

Beitragvon BlueMonday » Di 1. Aug 2017, 13:30

Tja, schon Edmund Burke hatte damals die alte Frage "quis custodiet ipsos custodes" (Wer wacht wiederum über die Wächter?) erneut gestellt. Die politische Kernfrage schlechthin, die auch die engen Grenzen der Logik (den gefürchteten Zirkelschluss) berührt. Logik ist letztlich völlig leere Hülle, die keine Entscheidungen abnehmen kann: Die Logik ist geknüpft an die Bedingung: gesetzt, es gibt identische Fälle (Nietzsche). Der identische Fall ist leider nie der Fall, nie real, nur ein rein Gedachtes.

Man muss nun - um praktisch zu werden, um zu Potte zu kommen - aus dem leeren nutzlosen Zirkel aussteigen. Und man kann sich dazu nicht einfach aus dem eigenen Schopfe aus dem Sumpf ziehen (H. Albert). Man benötigt etwas von "außerhalb". Einen Ast, eine helfende, zupackende Hand oder dergl. Und so auch im Politischen. Es braucht immer wieder außerpolitische Impulse, Korrektive usw. bzw einen wirklichen Strukturwettberb zwischen politischen Entitäten, wirkliche Gewaltenteilung/spaltung. Ansonsten hat man bald ein verfilzten verfetteten Koloss, der irgendwann ob seiner eigenen Schwere und Trägheit sowieso zerbrechen wird.
But who would build the roads?
Benutzeravatar
Rote_Galaxie
Beiträge: 7126
Registriert: Mi 28. Nov 2012, 18:26

Re: Deutsche haben von Wirtschaft keine Ahnung

Beitragvon Rote_Galaxie » Di 1. Aug 2017, 17:08

franktoast hat geschrieben:(01 Aug 2017, 08:42)

Sag mal, bist du nicht der, der ein System will, das jeden Lebensbereich des Individuums kontrolliert? Ok, zurecht solltest du dich dann diese Frage stellen. Gut, dass viele Menschen ein freiheitliches System bevorzugen. Da muss man diese Frage nicht stellen (bzw. nur bedingt, denn wer wen in unsrem 3-Gewaltensystem kontrolliert, ist eigentlich Grundwissen)


Ohne Ordnung gibt es keine Freiheit.
Wenn jeder machen könnte was er will würde dies im Chaos enden.
Was aber dennoch möglich ist dass jeder selbstbestimmt und freiwillig lebt ohne die Freiheit der anderen einzuschränken
und für dieses System stehe ich ein.

Auch die Gewaltenteilung ist nicht perfekt, denn was ist wenn eine Gewalt zu mächtig wird siehe Militärputsch.
Und wer kontrolliert die Kontrolle?
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 38376
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 14:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: Deutsche haben von Wirtschaft keine Ahnung

Beitragvon Realist2014 » Di 1. Aug 2017, 17:50

Rote_Galaxie hat geschrieben:(01 Aug 2017, 18:08)

Ohne Ordnung gibt es keine Freiheit.
Wenn jeder machen könnte was er will würde dies im Chaos enden.
Was aber dennoch möglich ist dass jeder selbstbestimmt und freiwillig lebt ohne die Freiheit der anderen einzuschränken
und für dieses System stehe ich ein.

.



das HABEN wir heute ja..

soziale Marktwirtschaft auf Basis der deutschen Verfassung...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
Benutzeravatar
3x schwarzer Kater
Vorstand
Beiträge: 15961
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 15:25
Benutzertitel: Do legst di nieda
Wohnort: Lower Bavaria

Re: Deutsche haben von Wirtschaft keine Ahnung

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Di 1. Aug 2017, 18:11

Ich halte das schon irgendwie für strange, dass wir es als Industrienation leisten unser Kinder zu ökonomischen Analphabeten zu erziehen.
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
Benutzeravatar
franktoast
Beiträge: 3294
Registriert: So 29. Jun 2014, 09:24

Re: Deutsche haben von Wirtschaft keine Ahnung

Beitragvon franktoast » Mi 2. Aug 2017, 07:35

Rote_Galaxie hat geschrieben:(01 Aug 2017, 18:08)

Ohne Ordnung gibt es keine Freiheit.
Wenn jeder machen könnte was er will würde dies im Chaos enden.
Was aber dennoch möglich ist dass jeder selbstbestimmt und freiwillig lebt ohne die Freiheit der anderen einzuschränken
und für dieses System stehe ich ein.

Auch die Gewaltenteilung ist nicht perfekt, denn was ist wenn eine Gewalt zu mächtig wird siehe Militärputsch.



Ja eben. Die Freiheit des einen hört da auf, wo die Freiheit des anderen anfängt. Und Freiheit existiert nicht ohne Eigenverantwortung. Und wenn ich mit dir einen Tausch mache, den du und ich wollen, dann darf diese Freiheit niemand einschränken. Sonst ist es Kontrolle anderer und wer kontrolliert diese Kontrolle?
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
Benutzeravatar
Skull
Vorstand
Beiträge: 18754
Registriert: Do 12. Apr 2012, 21:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Deutsche haben von Wirtschaft keine Ahnung

Beitragvon Skull » Mi 2. Aug 2017, 21:52

Auch in diesem Thread...zwei Beträge in die Ablage verschoben.
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke

Zurück zu „1. Wirtschaft“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: schokoschendrezki und 2 Gäste