Höchstlohn

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Ist ein Höchstlohn sinnvoll?

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Adam Smith
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Re: Höchstlohn

Beitragvon Adam Smith » So 3. Feb 2013, 01:34

GG146 » So 3. Feb 2013, 01:33 hat geschrieben:
Die Behauptung, nach der Liste zu verfahren, wird Verfassungsrechtsumgehern nicht schwer fallen, auch wenn das glatt gelogen ist.


Es wird beim Beitrag nicht nach einer Liste verfahren.
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MoOderSo
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Re: Höchstlohn

Beitragvon MoOderSo » So 3. Feb 2013, 01:35

GG146 » So 3. Feb 2013, 01:27 hat geschrieben:Also ist ein Linker, der eine die weitere Vermögensverdichtung beschleunigende obere Einkommensgrenze für die Angestellten der Besitzer der großen Vermögen verlangt, entweder dumm wie Brot oder äußerst raffiniert. Das ist nämlich der sicherste Weg zum Systemcrash.

Ich habe hier gegen Höchstlohn gestimmt und als links hat mich hier, glaube ich, noch niemand eingeordnet. :p
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GG146
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Re: Höchstlohn

Beitragvon GG146 » So 3. Feb 2013, 01:37

MoOderSo » So 3. Feb 2013, 02:35 hat geschrieben:Ich habe hier gegen Höchstlohn gestimmt und als links hat mich hier, glaube ich, noch niemand eingeordnet. :p


Ich hatte hier schon geschrieben, dass auch Nichtlinke die Vermögensverdichtung als eine der Hauptursachen der aktuellen Staatsschulden- und Finanzkrisen ansehen.
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Re: Höchstlohn

Beitragvon Starfix » So 3. Feb 2013, 08:50

Adam Smith » Sa 2. Feb 2013, 21:37 hat geschrieben:]

Schon. Aber ein Fußballverein wie Bayern München hätte dann Probleme gute Fußballer zu finden. Zum Beispiel.



Dann kämme die sportliche Seite endlich wieder stärker zu Geltung, und es dann nicht immer nur Bayern Mündchen die Top Mannschaft in Deutschland sondern auch mal ein paar andere vereine hätten viel mehr Chancen, es würde auch dazu führen das viel mehr Nachwuchs Talente gefördert werden und Chancen kriegen sich beweisen zu können. Das die Bundeslieger beleben und wär auch endlich Fair sein.

Außerdem ist es nun mal so das die Konzentration von Geld und immer irgendwo Armut schaft.
Zuletzt geändert von Starfix am So 3. Feb 2013, 08:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Höchstlohn

Beitragvon Kibuka » So 3. Feb 2013, 12:45

GG146 » So 3. Feb 2013, 01:27 hat geschrieben:
Die Grenzen der Vermögensverdichtung sind schon erreicht. Die Realwirtschaft kann die für den Erhalt der riesigen Vermögen nötigen Zinsen und Mieten nicht mehr aufbringen, deshalb müssen die Vermögensbesitzer (und insbesondere die hauptberuflichen Vermögensverwalter) gegeneinander zocken. Die Verlierer sind wegen "Systemrelevanz" jetzt noch einmal von den Industriestaaten aufgefangen worden, das wird aber nicht noch einmal politisch durchsetzbar sein.

Also ist ein Linker, der eine die weitere Vermögensverdichtung beschleunigende obere Einkommensgrenze für die Angestellten der Besitzer der großen Vermögen verlangt, entweder dumm wie Brot oder äußerst raffiniert. Das ist nämlich der sicherste Weg zum Systemcrash.


Könntest du das näher erörtern? Inwiefern führen Höchstlöhne zu einer weiteren Vermögensverdichtung?
Zuletzt geändert von Kibuka am So 3. Feb 2013, 12:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Höchstlohn

Beitragvon Antisozialist » So 3. Feb 2013, 13:04

Starfix » So 3. Feb 2013, 09:50 hat geschrieben:

Dann kämme die sportliche Seite endlich wieder stärker zu Geltung, und es dann nicht immer nur Bayern Mündchen die Top Mannschaft in Deutschland sondern auch mal ein paar andere vereine hätten viel mehr Chancen, es würde auch dazu führen das viel mehr Nachwuchs Talente gefördert werden und Chancen kriegen sich beweisen zu können. Das die Bundeslieger beleben und wär auch endlich Fair sein.

Außerdem ist es nun mal so das die Konzentration von Geld und immer irgendwo Armut schaft.


Das Proleten-Publikum will aber die Spieler aus irgendwelchen Bundesliga-Mannschaft im Fernsehen spielen sehen und nicht die aus irgendeiner Kreisliga-Mannschaft. Die Spiele könnten auch problemlos z.B. in der Schweiz ausgetragen und in Deutschland ausgestrahlt werden, wenn hier ein Höchstlohn eingeführt würde.
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Re: Höchstlohn

Beitragvon Adam Smith » So 3. Feb 2013, 13:08

Starfix » So 3. Feb 2013, 08:50 hat geschrieben:

Dann kämme die sportliche Seite endlich wieder stärker zu Geltung, und es dann nicht immer nur Bayern Mündchen die Top Mannschaft in Deutschland sondern auch mal ein paar andere vereine hätten viel mehr Chancen,


Es gibt also beim Sport eine Korrelation von Geld und Leistung?
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Re: Höchstlohn

Beitragvon Barreegriff » So 3. Feb 2013, 13:56

Einem Höchstlohn kann ich nur begrenzt etwas abgewinnen. Man verscheucht damit de facto Leistungsträger, auch viel mehr als mit drei oder vier Prozent höheren Steuern. In den wenigsten Unternehmen werden Löhne gezahlt, die ein bestimmtes Höchstlohn-Niveau überschreiten, ausserdem können Firmen ihre Topverdiener auch als Selbstständige einstellen, die dann wesentlich höhere Vergütungen bekommen.

Statt eines Höchstlohns sollte man lieber darüber nachdenken, wie Manager von Aktienunternehmen Anreize gegeben werden können, den langfristigen Erfolg eines Unternehmens im Blick zu haben. Man könnte z.B. darüber nachdenken, dass Boni erst nach vier oder fünf Jahren ausgezahlt werden können. Das eigentliche Problem ist doch die vollständige Konzentration auf die Shareholder-Value, denn der Aktienmarkt agiert eben extrem kurzfristig.
Zuletzt geändert von Barreegriff am So 3. Feb 2013, 13:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Höchstlohn

Beitragvon DK2008 » So 3. Feb 2013, 14:50

Kibuka » Sa 2. Feb 2013, 19:40 hat geschrieben:Wer einen Mindestlohn fordert, muss sich wohl oder übel auch mit einem Höchstlohn auseinandersetzen. Das sind zwei Seiten derselben Medaille, beide umgehen die freie Marktwirtschaft auf staatlicher Ebene.

Grundsätzlich sollte man für jeden Eingriff in den Markt einen guten Grund haben.
Der Mindestlohn lässt sich mit dem Schutz der Arbeitnehmer begründen: Bestimmte Personen haben aufgrund verschiedener (teils struktureller) Nachteile keine Chance auf dem "freien" Markt einen Lohn zu erzielen, der als existenzsichernd angesehen wird. Diese Arbeitnehmer werden durch einen Mindestlohn vor "Ausbeutung" geschützt.

Wie aber will man einen Höchstlohn begründen? Mit dem Schutz der Unternehmen bzw des Kapitals? Das ist lächerlich! Unternehmen brauchen sicherlich keine Hilfe Forderungen gegenüber ihrem Mitarbeitern durchzusetzen. Das Unternehmen ist gegenüber seinen Mitarbeitern wohl kaum strukturell im Nachteil. Warum sollte hier also staatlich eingegriffen werden??

Und selbst wenn man mit dem diffusen Gerechtigkeitsempfinden einiger Leute argumentieren will ist absolut unverständlich, inwiefern die Gerechtigkeit erhöht wird indem man Einkommen aus Arbeit begrenzt, während Kapitaleinkommen weiterhin in unbegrenzter Höhe erzielt werden kann.
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Re: Höchstlohn

Beitragvon GG146 » So 3. Feb 2013, 16:50

Kibuka » So 3. Feb 2013, 13:45 hat geschrieben:
Könntest du das näher erörtern? Inwiefern führen Höchstlöhne zu einer weiteren Vermögensverdichtung?


Die höchsten Einkommen sind nicht die Gehälter der Top - Manager, sondern die Vermögenserträge der Hauptaktionäre. Letztere liegen typischerweise im zwei- und dreistelligen Millionenbereich, sind also um mindestens einen zweistelligen Faktor höher als die höchsten Managergehälter.

Eine obere Grenze für Managergehälter würde also die Leute mit den allerhöchsten Einkommen von dem bislang bestehenden Preiswettbewerb um die qualifiziertesten Leistungsträger entbinden, der wenigstens in den oberen Etagen den Geldfluss noch etwas verbreitert.

Außerdem würden die ökonomisch und staatsrechtlich unerwünschten Klassenschranken so noch weiter verfestigt. Wenn jemand wie Herr Ackermann über viele Jahre hinweg 10 Mio. jährlich verdient, kann er selbst oder seine Erben theoretisch eine Bank gründen und dem ehemaligen Arbeitgeber "Konkurrenz von unten" machen. Auch das hätte sich erledigt, wenn man Einkommen aus Arbeit nach oben begrenzt und Vermögenserträge nicht.
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Re: Höchstlohn

Beitragvon Agricola » So 3. Feb 2013, 16:55

[quote="DK2008 » So 3. Feb 2013, 14:50"][/quote]
Grundsätzlich sollte man für jeden Eingriff in den Markt einen guten Grund haben.
Der Mindestlohn lässt sich mit dem Schutz der Arbeitnehmer begründen: Bestimmte Personen haben aufgrund verschiedener (teils struktureller) Nachteile keine Chance auf dem "freien" Markt einen Lohn zu erzielen, der als existenzsichernd angesehen wird. Diese Arbeitnehmer werden durch einen Mindestlohn vor "Ausbeutung" geschützt.


Das ist eben nur die halbe Wahrheit, die auch nicht durch Wiederholung zu einer ganzen wird.

Ein Mindestlohn läßt sich nur dann durchsetzen, wenn seine Mehrkosten im Preis wieder hereingewirtschaftet werden können, der Endverbraucher also den höheren Preis akzeptiert. In den anderen Fällen führt ein diesbezüglich überhöhter Mindestlohn zu Rationalisierung, Wegfall der betreffenden Arbeiten, oder deren Verlagerung ins kostengünstigere Ausland. Und dieser nicht marktgerechte, weil überhöhte Mindestlohn hat auch zur Folge, daß diesbezügliche Arbeiten häufig schwarz, d.h. ohne Steuern und Sozialabgaben geleistet werden.

Aus diesem Grunde gibt es in der BRD, für Menschen deren Gesundheit, Arbeitszeit und mindere Qualifikation nicht für eine Arbeitsleistung reicht die mit einem existenzsichernden Lohn bezahlt werden kann, unterstützende staatliche Hilfe. Dies ist für den Betreffenden und die steuerzahlende Allgemeinheit immer noch besser, als der Niedriglöhner verliert seine Arbeitsplatz.

So einfach ist das im Grunde, wenngleich für Sozis und Linksgrüne schwer nachvollziehbar.
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Re: Höchstlohn

Beitragvon GG146 » So 3. Feb 2013, 17:12

Agricola » So 3. Feb 2013, 17:55 hat geschrieben:
Aus diesem Grunde gibt es in der BRD, für Menschen deren Gesundheit, Arbeitszeit und mindere Qualifikation nicht für eine Arbeitsleistung reicht die mit einem existenzsichernden Lohn bezahlt werden kann, unterstützende staatliche Hilfe. Dies ist für den Betreffenden und die steuerzahlende Allgemeinheit immer noch besser, als der Niedriglöhner verliert seine Arbeitsplatz.

So einfach ist das im Grunde, wenngleich für Sozis und Linksgrüne schwer nachvollziehbar.


Nein, das ist nicht so einfach. Die flächendeckende Subventionierung von Arbeit wirkt sich je nach Marktverhältnissen punktuell höchst unterschiedlich aus. Mancherorts werden Arbeitsplätze erhalten, die sonst wegfallen würden, an anderen Stellen wird durch die ziellos fließende Staatsknete aber einfach nur der Profit der Arbeitgeber oder (unter der Bedingung harter Preiskonkurrenz) die sog. "Konsumentenrente" der Verbraucher erhöht - es wird also auch das billiger, was die Leute auf jeden Fall brauchen und bei höheren Preisen nachfragen würden.

Dass ausgerechnet die Apologeten des angeblich alles regelnden freien Marktes so eine Verschleuderung von Steuergeldern mit der Gießkanne per AlG II - Aufstockung favorisieren, wenn es um Mindestlöhne geht, ist ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass Marktradikale letztendlich genauso ideologisch vernagelt sind wie ihre linken Kontrahenten.
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Re: Höchstlohn

Beitragvon Agricola » So 3. Feb 2013, 17:39

GG146 » So 3. Feb 2013, 17:12 hat geschrieben:
Nein, das ist nicht so einfach. Die flächendeckende Subventionierung von Arbeit wirkt sich je nach Marktverhältnissen punktuell höchst unterschiedlich aus. Mancherorts werden Arbeitsplätze erhalten, die sonst wegfallen würden, an anderen Stellen wird durch die ziellos fließende Staatsknete aber einfach nur der Profit der Arbeitgeber oder (unter der Bedingung harter Preiskonkurrenz) die sog. "Konsumentenrente" der Verbraucher erhöht - es wird also auch das billiger, was die Leute auf jeden Fall brauchen und bei höheren Preisen nachfragen würden.

Dass ausgerechnet die Apologeten des angeblich alles regelnden freien Marktes so eine Verschleuderung von Steuergeldern mit der Gießkanne per AlG II - Aufstockung favorisieren, wenn es um Mindestlöhne geht, ist ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass Marktradikale letztendlich genauso ideologisch vernagelt sind wie ihre linken Kontrahenten.


Da ist etwas Wahres dran. Dies rechtfertigt jedoch noch lange nicht die flächendeckende - d.h. ohne Rücksicht auf örtliche, menschliche und sonstige spezifische Gegebenheiten - staatliche Fixierung eines Mindestohnes. Die Nachteile hinsichtlich der zu erhaltenden Arbeitsplätze überwiegen. Darüber hinaus müßte die Einhaltung einer solchen staatlich verordneten Lohnuntergrenze dann sowieso in jedem Betrieb kontrolliert werden.

Über die ideologische Vernagelung möchte ich mich hier nicht auslassen. Entscheidend ist die realistische Beurteilung der vielfältigen Folgen einer solchen allumfassenden Mindestlohnfestsetzung.
Zuletzt geändert von Agricola am So 3. Feb 2013, 17:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Höchstlohn

Beitragvon GG146 » So 3. Feb 2013, 17:59

Agricola » So 3. Feb 2013, 18:39 hat geschrieben:Darüber hinaus müßte die Einhaltung einer solchen staatlich verordneten Lohnuntergrenze dann sowieso in jedem Betrieb kontrolliert werden.


Wieso?

Wer den ihm gesetzlich zustehenden Lohn nicht einklagt und keine staatlichen Ergänzungsleistungen benötigt, verliert seine Ansprüche eben mit deren Verjährung. Das ist bei allen anderen Rechtsverhältnissen auch so. Wo kein Kläger, da kein Richter.

Wenn er aber die Aufstockung braucht und im Antragsformular einen rechtswidrigen Spottbilliglohn einträgt, muss er aufgrund der sozialrechtlichen Mitwirkungspflicht die Differenz zu dem legalen Lohn einklagen. Außerdem würden die Sozialversicherungsträger einschreiten, wenn Lohnabrechnungen rechtswidrige Billiglöhne dokumentieren. Die würde es also allein deshalb nur in Gestalt von Schwarzarbeit geben können.
Zuletzt geändert von GG146 am So 3. Feb 2013, 18:18, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Höchstlohn

Beitragvon Kibuka » So 3. Feb 2013, 19:32

GG146 » So 3. Feb 2013, 16:50 hat geschrieben:
Die höchsten Einkommen sind nicht die Gehälter der Top - Manager, sondern die Vermögenserträge der Hauptaktionäre. Letztere liegen typischerweise im zwei- und dreistelligen Millionenbereich, sind also um mindestens einen zweistelligen Faktor höher als die höchsten Managergehälter.

Eine obere Grenze für Managergehälter würde also die Leute mit den allerhöchsten Einkommen von dem bislang bestehenden Preiswettbewerb um die qualifiziertesten Leistungsträger entbinden, der wenigstens in den oberen Etagen den Geldfluss noch etwas verbreitert.

Außerdem würden die ökonomisch und staatsrechtlich unerwünschten Klassenschranken so noch weiter verfestigt. Wenn jemand wie Herr Ackermann über viele Jahre hinweg 10 Mio. jährlich verdient, kann er selbst oder seine Erben theoretisch eine Bank gründen und dem ehemaligen Arbeitgeber "Konkurrenz von unten" machen. Auch das hätte sich erledigt, wenn man Einkommen aus Arbeit nach oben begrenzt und Vermögenserträge nicht.


Diese Logik ist fehlerhaft.

1. Das Argument, eine Höchstlohngrenze würde sich nicht auf Einkommen aus Kapitalerträgen auswirken ist, hat mit der Grenze an sich wenig gemein. Polizeikontrollen haben auch keinen Einfluss auf die Verkaufszahlen von Flachbildfernsehern, d.h. aber nicht, dass sie deshalb obsolet wären.

2. Der von dir angesprochene "Preiswettbewerb um qualifizierte Leistungsträger" hat keinen Einfluss auf die Verteilung von Kapital, weil zum einen nur sehr wenige in diese Gehaltsregionen vorstoßen und zum anderen diese Gehälter in die Verkaufspreise eingerechnet werden. Das zeigen die Statistiken der Unternehmensgewinne seit 1990. Exorbitante Managergehälter damit rechtfertigen zu wollen, dass 0,00001% aller Lohnbeschäftigten damit angeblich eine höhere Kaufkraft erlangen, ist spekulativ und ziemlich makaber.

3. Das Argument, die Erben von Herrn Ackermann könnten mit seinem 10 Millionen Euro Jahresgehalt vielleicht eines Tages in Konkurrenz zu anderen Banken treten, schließt die Absurdität der Argumentationskette ab. Diese Aussage ist nicht nur spekulativ, sie wird auch von der Realität widerlegt. Die meisten Konzerne und Unternehmen weltweit entstammen Personen, die nicht mit Erbschaftsmillionen gestartet sind, sondern durch Innovation, Erfindergeist und Unternehmertum gegründet wurden. Das Startkapital entstammt gerade eben dem Banken- und Aktienmarkt, der gerade diesen Menschen Kapital zufließen lässt. Das ist die Quintessenz der freien Marktwirtschaft und der Börse. Der Staat fördert sogar Unternehmertum.

4. Die Frage nach einer Höchstlohngrenze hat mit der Frage nach einer Besteuerung von Kapitalerträgen nichts zu tun, insofern macht dein letzter Satz nicht viel Sinn. Eine Höchstlohngrenze schließt eine explizite Vermögens- und Kapitalbesteuerung nicht aus!
Zuletzt geändert von Kibuka am So 3. Feb 2013, 19:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Höchstlohn

Beitragvon sylvester » So 3. Feb 2013, 19:43

Cerberus » Sa 2. Feb 2013, 21:27 hat geschrieben: Ach wirklich?

Warum sollte die Differenz zu höheren Steuern ausbezahlt werden? Natürlich nicht. Wird keiner dazu gezwungen sich in einem fremden Hochsteuerland zu verdingen. Davon ab würde ich die Staatsbürgerschaft davon abhängig machen, ob er hier Steuerpflichtig ist, oder nicht. Der Wohnsitz wäre mir schnurz.

Er nahm in Anspruch, z.B. in diesem Land zur Schule gegangen zu sein, Ausbildung/Studium nach deutschen Maßstäben z.B. genossen zu haben, insgesamt hier aufgewachsen zu sein und damit von der gesamten Infrastruktur dieses Staates profitiert zu haben. Und hier braucht man dann auch nicht nach Einzelfällen zu gucken, die ggf. Deutsche sind, ohne je diesen Boden betreten zu haben udgl..

Was übrigens die normalen Auswanderer anbelangt; wäre sicher sinnvoll, dieses Steuerrecht so auszulegen, dass es nur für Einkommen > 500.000 € p.a. zum Zuge kommt.

Btw. wie genau halten denn das eigentlich die hochgeschätzten Amis?




Die Amis praktizieren das so wie bereits von dir beschrieben. Dem amerikanischen Fiskus entkommt keiner und bei Steuervergehen kennen die auch überhaupt keinen Spaß.
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Re: Höchstlohn

Beitragvon GG146 » So 3. Feb 2013, 22:10

Kibuka » So 3. Feb 2013, 20:32 hat geschrieben:Diese Logik ist fehlerhaft.


Ist sie nicht.

Kibuka » So 3. Feb 2013, 20:32 hat geschrieben:1. Das Argument, eine Höchstlohngrenze würde sich nicht auf Einkommen aus Kapitalerträgen auswirken ist, hat mit der Grenze an sich wenig gemein. Polizeikontrollen haben auch keinen Einfluss auf die Verkaufszahlen von Flachbildfernsehern, d.h. aber nicht, dass sie deshalb obsolet wären.


Kleines Problem mit verstehendem Lesen? Ich habe geschrieben, dass sich eine Höchstlohngrenze dergestalt auf die Einkommen aus Kapitalerträgen auswirken würde, dass die Differenz zu den heutigen Managergehältern auch noch auf die großen Haufen der Eigentümer fließen würde.

Kibuka » So 3. Feb 2013, 20:32 hat geschrieben:2. Der von dir angesprochene "Preiswettbewerb um qualifizierte Leistungsträger" hat keinen Einfluss auf die Verteilung von Kapital, weil zum einen nur sehr wenige in diese Gehaltsregionen vorstoßen und zum anderen diese Gehälter in die Verkaufspreise eingerechnet werden. Das zeigen die Statistiken der Unternehmensgewinne seit 1990. Exorbitante Managergehälter damit rechtfertigen zu wollen, dass 0,00001% aller Lohnbeschäftigten damit angeblich eine höhere Kaufkraft erlangen, ist spekulativ und ziemlich makaber.


Rechtfertigen? Wozu und vor wem um alles in der Welt soll sich jemand mit 200 Mio. Jahreseinkommen dafür rechtfertigen, dass er seinem wichtigsten Angestellten 2 Mio. statt 500.000 bezahlt?

Außerdem ging es mir nicht um irgendwelche Gerechtigkeitsgesichtspunkte, sondern um die volkswirtschaftlichen Schäden, die die Vermögensverdichtung verursacht. Der bis jetzt noch vorhandene im Vergleich zu den höchsten Kapitalerträgen etwas breitere Geldfluss bei den höchsten Arbeitseinkommen würde dann auch noch stark reduziert. Wer 2 Mio. im Jahr verdient, gibt ganz sicher einen größeren %-Satz davon aus als jemand, der 200 Mio. im Jahr leistungslos kassiert.

Kibuka » So 3. Feb 2013, 20:32 hat geschrieben:3. Das Argument, die Erben von Herrn Ackermann könnten mit seinem 10 Millionen Euro Jahresgehalt vielleicht eines Tages in Konkurrenz zu anderen Banken treten, schließt die Absurdität der Argumentationskette ab. Diese Aussage ist nicht nur spekulativ, sie wird auch von der Realität widerlegt. Die meisten Konzerne und Unternehmen weltweit entstammen Personen, die nicht mit Erbschaftsmillionen gestartet sind, sondern durch Innovation, Erfindergeist und Unternehmertum gegründet wurden. Das Startkapital entstammt gerade eben dem Banken- und Aktienmarkt, der gerade diesen Menschen Kapital zufließen lässt. Das ist die Quintessenz der freien Marktwirtschaft und der Börse. Der Staat fördert sogar Unternehmertum.


Das ist wirklich der Gipfel der Absurdität. Über die Hälfte der Dax - Unternehmen stammt aus der Gründerzeit im 19. Jahrhundert, also aus der Zeit der 1. Industrialisierung. Eine Minderheit von jüngeren Großunternehmen konnte wegen der besonderen Bedingungen der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Krieg (offene Märkte) und wegen der sog. "2. Industrialisierung" des IT - Zeitalters auch noch einmal von Aufsteigern geschaffen werden, die sich nur auf Fremdkapital gestützt haben. Das war es aber auch jetzt. Weitere Konkurrenz von unten werden die Gewinner des freien Wettbewerbs der Vergangenheit sich vom Hals zu halten wissen. Die dafür nötige gesellschaftliche Macht hat das Establishment ja trotz freier und geheimer Wahlen ganz offenkundig, sonst wäre eine staatliche Rettung großer Vermögen mit den Steuergeldern der Masse der Menschen politisch nicht möglich gewesen.

Kibuka » So 3. Feb 2013, 20:32 hat geschrieben:4. Die Frage nach einer Höchstlohngrenze hat mit der Frage nach einer Besteuerung von Kapitalerträgen nichts zu tun, insofern macht dein letzter Satz nicht viel Sinn. Eine Höchstlohngrenze schließt eine explizite Vermögens- und Kapitalbesteuerung nicht aus!


Dann sollen die Urheber der Idee sich nicht missverständlich ausdrücken und von "Managern" faseln, sondern explizit eine generelle (verfassungswidrige weil konfiskatiorische) Einkommenssteuer unter Einschluss aller Einkommensarten - also die Wiederherstellung der Gleichbehandlung von Einkommen aus Arbeit und aus Vermögenserträgen - verlangen.

Verfassungsrechtlich gesehen ist das dann zwar immer noch der gleiche Quatsch wie die Konfiszierung aller Einkommen über 500 T €, aber ökonomisch gesehen wäre das ein ganz anderes Thema als die total bescheuerte staatliche Umverteilung von kleinen zu großen Millioneneinkommen.
Zuletzt geändert von Kibuka am So 3. Feb 2013, 22:41, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Korrektur der Zitate. In Zukunft bitte Quote-Tags verwenden!
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Re: Höchstlohn

Beitragvon Starfix » So 3. Feb 2013, 22:25

Adam Smith » So 3. Feb 2013, 14:08 hat geschrieben:
Es gibt also beim Sport eine Korrelation von Geld und Leistung?


Ich würde eher Sagen von Konzentration von Geld und Talent, aber der Sport und alle anders verkommt dabei zu neben Sache. Wenn jemand Schalke Fan ist aber bei Bayern mehr Geld verdienen kann wird dieser unter Umständen für den Verein spielen der ihm mehr bezahlt, ds halte ich schon für Pervers.
Ich leide unter Legasthenie und mache deshalb viele orthographische Fehler.
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Re: Höchstlohn

Beitragvon GG146 » So 3. Feb 2013, 22:31

Starfix » So 3. Feb 2013, 23:25 hat geschrieben:
Ich würde eher Sagen von Konzentration von Geld und Talent, aber der Sport und alle anders verkommt dabei zu neben Sache. Wenn jemand Schalke Fan ist aber bei Bayern mehr Geld verdienen kann wird dieser unter Umständen für den Verein spielen der ihm mehr bezahlt, ds halte ich schon für Pervers.


Die exorbitanten Einkommen von Superstars im Sport erklären sich einfach aus einer natürlichen Wettbewerbsbeschränkung. Die Kundschaft will nur Duelle der Besten sehen und das sind nun mal nur wenige Sportler.
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Re: Höchstlohn

Beitragvon Robben1986 » So 3. Feb 2013, 22:35

Antisozialist » So 3. Feb 2013, 13:04 hat geschrieben:
Das Proleten-Publikum will aber die Spieler aus irgendwelchen Bundesliga-Mannschaft im Fernsehen spielen sehen und nicht die aus irgendeiner Kreisliga-Mannschaft. Die Spiele könnten auch problemlos z.B. in der Schweiz ausgetragen und in Deutschland ausgestrahlt werden, wenn hier ein Höchstlohn eingeführt würde.


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