Die Wahrheit um den Fachkräftemangel

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Die Wahrheit um den Fachkräftemangel

Beitragvon aleph » Mi 7. Sep 2011, 09:16

http://www.spiegel.de/karriere/berufsst ... 25,00.html
Wenn Achim Gocht vom "Ingenieurmangel" hört, muss er lachen, doch es klingt bitter. Der Datenverarbeitungstechniker hat seine Ingenieurausbildung in der DDR gemacht und sich nach der Wende zum Controller und Multimediafachmann weiterbilden lassen. Eine hoch qualifizierte Fachkraft also.

Dennoch ist Gocht arbeitslos. Wie viele Bewerbungen er geschrieben hat? Schwer zu überblicken. Allein 83 schickte er in den Großraum München. Woran es hapert, ist ebenso schwer auszumachen - Absagen müssen ja nicht begründet werden. Gocht ist 57, das wird eine Rolle spielen. Und ist man nur lange genug arbeitslos, wirkt die Kombination aus langer Arbeitspause und guter Qualifikation verdächtig. Aus dieser Falle kommt man kaum noch raus. Für Gocht ist die Sache gelaufen: "Ich habe aufgegeben."

Wie Achim Gocht sind 20.400 Ingenieure arbeitslos gemeldet, einerseits. Andererseits klagen deutsche Unternehmen seit Jahren, es gebe zu wenige qualifizierte Fachkräfte. Wie passt das nur zusammen?

Ingenieure sollen Deutschlands Exportmaschinerie am Laufen halten . Den Mangel an Technikern beklagen Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände seit Jahren so ausdauernd, dass er Allgemeingut geworden ist: Ohne Ingenieure kein Wachstum


Mehr Absolventen als freie Stellen

Bereits im November erregte eine Studie aus dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Aufsehen. Der Fachkräftemangel sei in der Dimension, wie er von der Wirtschaft dargestellt werde, ein Trugbild.


Der Autor, DIW-Referent Karl Brenke, gestand zwar zu, dass es in einzelnen Regionen und bestimmten Branchen zu Engpässen komme. Doch gerade im Maschinenbau - beliebtes Studienfach und zugleich Klassiker der deutschen Exportwirtschaft - gebe es keinen Grund zur Sorge. Pro Jahr würden in der Wirtschaft nur 9000 Stellen für Maschinenbauer frei, während die Universitäten 22.000 Absolventen ausspuckten.

Brenke befürchtet, man heize mit den Alarmmeldungen den "Schweinezyklus" an, die gefürchteten und regelmäßigen Übertreibungen bei Angebot und Nachfrage nach Absolventen. Auch die aktuellen VDI-Zahlen kritisiert er als wenig verlässlich: "Die Debatte um einen angeblichen Ingenieurmangel wird von schlechter Quelle gespeist."



Solche Meldungen über Fachkräftemangel in der Industrie waren noch nie richtig. Es wird ja auch niemand behaupten wollen, dass die deutschen Jungs lieber Friseur oder KFZ-Mechaniker werden wollen, als Ingenieur. Vielmehr ist das so: Je mehr Fachkräfte es gibt, desto größer ist die Auswahl und desto leichter für die Wirtschaft, einen geeigneten Techniker zu finden, der nicht allzuviel kostet.
Auf dem Weg zum Abgrund kann eine Panne lebensrettend sein.
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Re: Die Wahrheit um den Fachkräftemangel

Beitragvon miss marple » Mi 7. Sep 2011, 10:35

Cappucino » Mi 7. Sep 2011, 10:16 hat geschrieben:http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/0,1518,784325,00.html


Solche Meldungen über Fachkräftemangel in der Industrie waren noch nie richtig. Es wird ja auch niemand behaupten wollen, dass die deutschen Jungs lieber Friseur oder KFZ-Mechaniker werden wollen, als Ingenieur. Vielmehr ist das so: Je mehr Fachkräfte es gibt, desto größer ist die Auswahl und desto leichter für die Wirtschaft, einen geeigneten Techniker zu finden, der nicht allzuviel kostet.



ich hab hier gelernt, dass das, wenn man so rechnet, rechte ansichten sind. es geht immer ganz klar um rechts oder links, der rest ist doch mehr so ein nebengeräusch.

weil klar ist, wenn sich 5 leute um einen job, um eine wohnung bewerben, das für die bewerber dann anders aussieht als umgekehrt. wichtig ist ja, dass es für den, der die produktionsmittel etc. in händen hat, anders aussieht. für die sieht es sehr gut aus, wie man weiß.

sozusagen für die "rechten" momente im leben kann man sich ja mal so eine betrachtungsweise leisten, nicht wahr? :)
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Re: Die Wahrheit um den Fachkräftemangel

Beitragvon Kibuka » Mi 7. Sep 2011, 10:47

Cappucino » Mi 7. Sep 2011, 09:16 hat geschrieben:
Solche Meldungen über Fachkräftemangel in der Industrie waren noch nie richtig. Es wird ja auch niemand behaupten wollen, dass die deutschen Jungs lieber Friseur oder KFZ-Mechaniker werden wollen, als Ingenieur. Vielmehr ist das so: Je mehr Fachkräfte es gibt, desto größer ist die Auswahl und desto leichter für die Wirtschaft, einen geeigneten Techniker zu finden, der nicht allzuviel kostet.


Es ist generell schwierig einen Fachkräftemangel zu quantifizieren, denn dieser ist stark abhängig von Region, wirtschaftlicher Lage und Branche. Außerdem bedeutet ein Mangel nicht das es auf diesem Gebiet keine Arbeitlosen gibt.

Ich beobachte vermehrt einen Trend bei der Wirtschaft, immer dann von Fachkräftemangel zu sprechen, wenn es keine "vorgefertigten" Bewerber in ausreichender Zahl gibt. Unternehmen wollen sich die Ausbildungskosten ersparen und stellen an Bewerber zunehmend illusorische Anforderungen.

Und natürlich geht es um Kostenreduktion. Nachfrage und Angebot bestimmen in der Regel den Preis. Umso weniger Angebot vorhanden ist, umso mehr müssen Unternehmen bieten. Deshalb wird frühzeitig die Alarmglocke geklingelt und deshalb will man Arbeitnehmer aus ganz Europa einladen.
Zuletzt geändert von Kibuka am Mi 7. Sep 2011, 10:48, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Die Wahrheit um den Fachkräftemangel

Beitragvon ToughDaddy » Mi 7. Sep 2011, 10:55

@Kibuka

Vielleicht ist es auch, wie ich es aus dem juristischen Bereich kenne, eine Art Werbung. Dort wurden immer von den gleichen Kanzleien usw. Prädikatsexamenabschlüsse verlangt, obwohl die wohl kaum ständig neue Leutchen einstellen.
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Re: Die Wahrheit um den Fachkräftemangel

Beitragvon seagull » Mi 7. Sep 2011, 11:27

Wenn einerseits 20.400 Ingenieure arbeitslos gemeldet sind, während in Deutschland ausgebildete Ingenieure gleichzeitig weltweit den besten Ruf genießen, andererseits allerdings die Unternehmen kein geeignetes Personal für ihre freien Stellen finden und lieber Ingenieure aus Indien importieren, kann das doch eigentlich nur noch eine Frage der Höhe von Löhnen/Gehältern sein, oder?

miss marple » Mi 7. Sep 2011, 11:35 hat geschrieben:weil klar ist, wenn sich 5 leute um einen job, um eine wohnung bewerben, das für die bewerber dann anders aussieht als umgekehrt. wichtig ist ja, dass es für den, der die produktionsmittel etc. in händen hat, anders aussieht. für die sieht es sehr gut aus, wie man weiß.
Noch ist das sicherlich richtig. Allerdings ändert sich das wohl gerade in einigen Branchen, denn bestimmte Berufsbilder haben einfach ihren Wert verloren. Während "Chefsekretärin" vor 30 Jahren noch eine steile Karrierestufe darstellte, ist "Tippse" werden heutzutage so uninteressant... ;)

Im Tourismus spürt man die Auswirkungen wohl schon sehr stark: Es fehlt an ausgebildetem Personal, es fehlt an Azubis. Aber wer will heutzutage schon noch Betten aufschütteln. Das ist ja auch tatsächlich längst nicht mehr so lustig, wie früher. Weil das Einkommen derart gering und die Putzzeiten pro Zimmer echt grenzwertig sind. Irgendwie müssen die Gewinne ja schließlich optimiert werden...

Kibuka » Mi 7. Sep 2011, 11:47 hat geschrieben:Ich beobachte vermehrt einen Trend bei der Wirtschaft, immer dann von Fachkräftemangel zu sprechen, wenn es keine "vorgefertigten" Bewerber in ausreichender Zahl gibt. Unternehmen wollen sich die Ausbildungskosten ersparen und stellen an Bewerber zunehmend illusorische Anforderungen.
Ich beobachte vor allem den Trend, dass das Schulbildungssystem in Deutschland zunehmend schlechtere Ergebnisse hervorbringt, weil ein Realschulabschluss heutzutage nicht mehr bedeutet, dass der Absolvent drei Sätze geradeaus sprechen und sogar noch schreiben kann und dazu noch wenigstens die Prozentrechnung beherrscht. Und dies sind nun wirklich keine illusorischen Anforderungen, die bspw. Handwerksbetriebe stellen...
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Re: Die Wahrheit um den Fachkräftemangel

Beitragvon Kibuka » Mi 7. Sep 2011, 11:44

seagull hat geschrieben:Ich beobachte vor allem den Trend, dass das Schulbildungssystem in Deutschland zunehmend schlechtere Ergebnisse hervorbringt, weil ein Realschulabschluss heutzutage nicht mehr bedeutet, dass der Absolvent drei Sätze geradeaus sprechen und sogar noch schreiben kann und dazu noch wenigstens die Prozentrechnung beherrscht. Und dies sind nun wirklich keine illusorischen Anforderungen, die bspw. Handwerksbetriebe stellen...


Das halte ich für ein Gerücht. In Bayern haben sich die Lehrpläne vor der G8-Reform jahrzentelang praktisch nicht verändert.
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Re: Die Wahrheit um den Fachkräftemangel

Beitragvon Amun Ra » Mi 7. Sep 2011, 12:28

Es ist richtig: der Fachkräftemangel ist eine Frage der Region, der Branche und wirtschaftlicher Lage. Den Fachkräftemangel aber alleine an der Situation von Ingenieuren verifizieren oder falsifizieren zu wollen wird der Sache aber nicht gerecht. Auch ist es keine primäre Frage nach Schulabschlüssen die hier mit einzubeziehen ist. Um nur ein Beispiel zu nennen: im Bereich Hochbau einen Vorarbeiter zu finden der in der Lage ist seine an ihn gestellten Anforderungen auch nur im Ansatz zu erfüllen ist mittlereile ein reines Glücksspiel geworden. Solche Leute werden mit Kusshand - unabhängig vom Alter - von den Unternehmen gesucht. Klar, Maurer z. Bsp., auch arbeitslose, gibt es wie Sand am Meer. Aber geschätzte 99% davon sind eben nicht mehr als Facharbeiter. Und die meisten sind nochnichtmal das sondern schlichtweg bessere Bauhelfer.

DAS sind teilweise die Fachkräfte die fehlen.
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Re: Die Wahrheit um den Fachkräftemangel

Beitragvon Quatschki » Mi 7. Sep 2011, 13:13

Amun Ra » Mi 7. Sep 2011, 13:28 hat geschrieben:
DAS sind teilweise die Fachkräfte die fehlen.

Die kriegt man aber nicht mittels Schulausbildung, sondern durch Praxis
Aber die Stellen, wo Berufsanfänger früher unter den Fittichen der "alten Hasen" das nötige Rüstzeug bekamen und zu ausgewiesenen Fachmännern heranreifen konnten, sind im Rahmen der Verschlankung der Strukturen überall reihenweise verschwunden.
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
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Re: Die Wahrheit um den Fachkräftemangel

Beitragvon ToughDaddy » Mi 7. Sep 2011, 14:04

Quatschki » Mi 7. Sep 2011, 14:13 hat geschrieben:Die kriegt man aber nicht mittels Schulausbildung, sondern durch Praxis
Aber die Stellen, wo Berufsanfänger früher unter den Fittichen der "alten Hasen" das nötige Rüstzeug bekamen und zu ausgewiesenen Fachmännern heranreifen konnten, sind im Rahmen der Verschlankung der Strukturen überall reihenweise verschwunden.


Die Erfahrung sollst am besten sofort mitbringen. Wenn ich manchmal lese, dass die bei Juristen sofort immer welche mit Fachanwalt usw. suchen. Abnormal. Das wird wohl bei den Ingis nicht anders sein.
Zuletzt geändert von ToughDaddy am Mi 7. Sep 2011, 14:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Wahrheit um den Fachkräftemangel

Beitragvon Olifant » Mi 7. Sep 2011, 14:14

ToughDaddy » Mi 7. Sep 2011, 15:04 hat geschrieben:
Die Erfahrung sollst am besten sofort mitbringen. Wenn ich manchmal lese, dass die bei Juristen sofort immer welche mit Fachanwalt usw. suchen. Abnormal. Das wird wohl bei den Ingis nicht anders sein.


Die Juristen, die ich kenne (das sind beruflich bedingt sehr viele), haben alle einen Job in Kanzleien oder im ÖD gefunden.
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Re: Die Wahrheit um den Fachkräftemangel

Beitragvon ToughDaddy » Mi 7. Sep 2011, 14:17

Olifant » Mi 7. Sep 2011, 15:14 hat geschrieben:
Die Juristen, die ich kenne (das sind beruflich bedingt sehr viele), haben alle einen Job in Kanzleien oder im ÖD gefunden.


Schön, die Juristen, welche ich kenne, haben nur zur Hälfte einen Job gefunden. In den ÖD schaffen es sowieso keine von hier, weil man bis dato noch immer nicht zwischen den Unis unterscheidet. Aber darum gings hier nicht.
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Re: Die Wahrheit um den Fachkräftemangel

Beitragvon seagull » Mi 7. Sep 2011, 14:17

Kibuka » Mi 7. Sep 2011, 12:44 hat geschrieben:Das halte ich für ein Gerücht. In Bayern haben sich die Lehrpläne vor der G8-Reform jahrzentelang praktisch nicht verändert.
Und ich halte es für absurd, von Bayern auf alle anderen Bundesländer schließen zu wollen.
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Re: Die Wahrheit um den Fachkräftemangel

Beitragvon Olifant » Mi 7. Sep 2011, 14:18

ToughDaddy » Mi 7. Sep 2011, 15:17 hat geschrieben:
Schön, die Juristen, welche ich kenne, haben nur zur Hälfte einen Job gefunden. In den ÖD schaffen es sowieso keine von hier, weil man bis dato noch immer nicht zwischen den Unis unterscheidet. Aber darum gings hier nicht.


Och, unsere Juristemn hier kommen aus allen Teilen der Republik. Aber die habe auch mind. zwei Prädikatsexamina.
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Re: Die Wahrheit um den Fachkräftemangel

Beitragvon ToughDaddy » Mi 7. Sep 2011, 14:27

Olifant » Mi 7. Sep 2011, 15:18 hat geschrieben:
Och, unsere Juristemn hier kommen aus allen Teilen der Republik. Aber die habe auch mind. zwei Prädikatsexamina.


Mindestens 2? Wow. Ganz große Helden, wo es doch nur zwei Staatsexamen gibt. Und nochmal für Dich: Darum sollte auch zwischen den Unis unterschieden werden. Hier sind vor dem 1. Staatsexamen etliche nach Hamburg, weil man dort leichter bessere Noten bekommt. Mithin reine verarsche.
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Re: Die Wahrheit um den Fachkräftemangel

Beitragvon pikant » Mi 7. Sep 2011, 14:28

auch im Saarland suchen viele Firmen haenderingend Fachkraefte!
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Re: Die Wahrheit um den Fachkräftemangel

Beitragvon Olifant » Mi 7. Sep 2011, 14:29

ToughDaddy » Mi 7. Sep 2011, 15:27 hat geschrieben:
Mindestens 2?


Das bezog sich auf die Benotung und bedeutet: Sie haben mind. 2x vb.
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Re: Die Wahrheit um den Fachkräftemangel

Beitragvon ToughDaddy » Mi 7. Sep 2011, 14:45

pikant » Mi 7. Sep 2011, 15:28 hat geschrieben:auch im Saarland suchen viele Firmen haenderingend Fachkraefte!


Wird zumindest erzählt.


@Olifant

Aha. Ändert nichts an den genannten Problemen.
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Re: Die Wahrheit um den Fachkräftemangel

Beitragvon Amun Ra » Fr 9. Sep 2011, 15:28

Quatschki » Mi 7. Sep 2011, 14:13 hat geschrieben:Die kriegt man aber nicht mittels Schulausbildung, sondern durch Praxis

Unter anderem, ja. Aber nicht jeder der die notwendige Praxis hat ist damit auch per se qualifiziert (ein türkischer Maurer kann von seinem Wissen und seiner Arbeitsleistung de facto qualifiziert sein, aufgrund seiner mangelnden Deutschkenntnisse jedoch kann er die Funktion nicht ausführen). Darum gehts doch. ;)
Quatschki hat geschrieben:Aber die Stellen, wo Berufsanfänger früher unter den Fittichen der "alten Hasen" das nötige Rüstzeug bekamen und zu ausgewiesenen Fachmännern heranreifen konnten, sind im Rahmen der Verschlankung der Strukturen überall reihenweise verschwunden.

Würde ich in dieser Pauschalität nicht sagen. Junggesellen zum Beispiel arbeiten noch immer in den ersten ein bis zwei Jahren mit älteren Gesellen oder Vorarbeitern zusammen bevor man sie alleine werkeln lässt.

Passend zum Thema hatte ich heute wieder eine interessante Diskussion mit einem unserer Fliesenleger: er findet schon seit zwei Jahren keine Azubis zum Fliesenleger mehr. Die wenigen die sich bewerben kommen entweder erst garnicht zum Vorstellungsgespräch oder springen nach der Probewoche wieder ab. Das sind ebenfalls Fachkräfte die fehlen. Und an der Schulbildung oder dem Angebot kann es ja nun auch nicht liegen.
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Re: Die Wahrheit um den Fachkräftemangel

Beitragvon Kibuka » Fr 9. Sep 2011, 16:16

Arbeitslose Ingenieure

Wir wurden aussortiert

Schizophrenie des Arbeitsmarktes: Während Wirtschaftsverbände eine riesige Ingenieurlücke beklagen, kassieren qualifizierte Fachkräfte Absagen in Serie. Warum bekommen sie kein Bein auf den Boden? Wie gehen sie mit der Situation um? Sechs arbeitslose Ingenieure berichten.

http://www.spiegel.de/karriere/berufsle ... 05,00.html


In Deutschland hat man immer noch ab einem gewissen Alter praktisch keine Chancen mehr.
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Re: Die Wahrheit um den Fachkräftemangel

Beitragvon gallerie » Fr 9. Sep 2011, 16:26

Kibuka » Fr 9. Sep 2011, 22:16 hat geschrieben:
In Deutschland hat man immer noch ab einem gewissen Alter praktisch keine Chancen mehr.

...stimmt! Der deutsche Arbeitsmarkt sucht Fachkräfte die 25 Jahre alt sind und 30 Jahre Erfahrung vorweisen können. Anders sieht es in der skandinavischen Ländern aus, hier werden sogar Pensionäre wieder in den Arbeitsmarkt eingegliedert.
Mit Erfolg, diese sind sehr flexibel und sehr motiviert.

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