Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Realist2014 » Di 10. Okt 2017, 20:19

Odin1506 hat geschrieben:(10 Oct 2017, 21:16)

Wenn du es genau wissen willst, ja ich bezweifle es.



gut

das ist ein freies Land

mit Meinungsfreiheit

nur stellt sich natürlich die Frage, auf welchen Fakten deine Zweifel beruhen
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Skull » Di 10. Okt 2017, 20:21

Bielefeld09 hat geschrieben:(10 Oct 2017, 19:22)

Brauchen wir vielleicht auch eine Entwicklungspolitik im eigenem Land?
Nicht von Nord nach Süd,
sondern von oben nach unten?
Nur mal so als Frage.

Guten Abend,

ich denke aber...das hat dann aber NICHTS mit dem Thema HIER zu tun.


Und ich sehe schon wieder zu viele User und deren Postings, die das Ursprungsthema zerstören wollen.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Bielefeld09 » Di 10. Okt 2017, 20:33

Realist2014 hat geschrieben:(10 Oct 2017, 20:56)

was genau möchtest du ändern?


Nicht das ich mit dem falschen User diskutiere.
Soll man überhaupt was ändern?
Wozu den sozialen Frieden überhaubt erhalten?
Was meinst du,
sollte man ändern?
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Bielefeld09 » Di 10. Okt 2017, 20:41

Skull hat geschrieben:(10 Oct 2017, 21:21)

Guten Abend,

ich denke aber...das hat dann aber NICHTS mit dem Thema HIER zu tun.


Und ich sehe schon wieder zu viele User und deren Postings, die das Ursprungsthema zerstören wollen.

Ich verstehe die Bedenken.
Aber wenn das Moderationsmeinung ist,
das Entwicklungspolitik nichts mit Arm oder Reich zu tun hat,
dann ziehe ich mich entsprechend der Usermeinung und der Regeln einfach zurück!
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Skull » Di 10. Okt 2017, 21:17

Bielefeld09 hat geschrieben:(10 Oct 2017, 21:41)

Ich verstehe die Bedenken.
Aber wenn das Moderationsmeinung ist,
das Entwicklungspolitik nichts mit Arm oder Reich zu tun hat,
dann ziehe ich mich entsprechend der Usermeinung und der Regeln einfach zurück!

Guten Abend nochmals,

In solche Ecken lasse ich mich nicht drücken.


Schaue Dir bitte das Thread-Eröffnungsthema an. Entwicklungspolitik - klassisch.
Wenn hier jetzt die üblichen Protagnisten die gleichen Spiele wünschen...
nicht mit meiner Hilfe.

Arm und Reich in Deutschland, sozialer Frieden in Deutschland...e.t.c.
Da sehe ich keinerlei Bezug zum Threadthema.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon unity in diversity » Mi 11. Okt 2017, 01:37

Bielefeld09 hat geschrieben:(10 Oct 2017, 20:21)

Der Süden hat mehr Sonnenenergie als der Norden.
Der Norden benötigt mehr Personal.
Einfaches Beispiel, aber bedenkenswert.

Das ist zwar richtig, aber die wohlstandschaffenden Industriestandorte sind weltweit aufgeteilt und wer noch hat, wird nichts mehr abgeben.
Die Industrieländer stehen alle vor der Wahl, geschaffene Überkapazitäten sozialverträglich abzubauen, oder ihre Standorte mit hohen Innovationsraten in die nächste Runde zu retten.
Für die Standortentwicklung in Drittweltländern, bleibt kaum was übrig.
Man schafft sich nicht vorsätzlich ernstzunehmende Konkurrenz.

Das hat sich schon während des kalten Krieges angedeutet.
Beide Seiten haben versucht, ihre Vasallen industriell aufzurüsten, um die Lebensqualität in den Drittweltländern zu verbessern und neue Abhängigkeitsverhältnisse zu schaffen.

Das ist in den Anfängen steckengeblieben und die Investruinen können immernoch überall bewundert werden.
Man beschränkt sich jetzt auf den Rohstoffabbau und den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen, wie z. B. Ölpalmen.
Darüber hinaus werden Nahrungsmittel für den Export in die Wachstumsökonomien produziert.
Teilweise wird auf den Plantagen bereits in der Währung der jeweiligen Wachstumsökonomie vergütet, damit die Plantagenarbeiter vorzugsweise die Produkte ihres "Partnerlandes" konsumieren.
Das bringt aber nur regional einen bescheidenen Wohlstand.
"Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze.
Den Falschen und den Unsrigen."
(Aus den Divided States of America)
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 11. Okt 2017, 09:30

franktoast hat geschrieben:(10 Oct 2017, 17:38)

Hm und warum geschieht das nicht?

Wahrscheinlich weil viel Geld bei korrupten Dreckschweinen und deren Konten in Panama landet.

Das hat jedes heute reichere Land so gemacht. Auch Japan oder Südkorea.

Richtig, man muss aber klein anfangen, mit einfacher Technologie. In Südkorea hat Samsung auch nicht mit High Tech angefangen.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon apartofme » Mi 11. Okt 2017, 10:15

Maltrino hat geschrieben:(09 Oct 2017, 12:11)
Zu Punkt 1. Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion ist (entgegen vieler naiver Hoffnungen auch im globalisierungsskeptischen NGO Lager) effektiv nur in den Regionen möglich, wo das Klima es zulässt. Und das Klima ist vor allem dort geeignet wo die heutigen Industrieländer liegen, also bei "uns". Deshalb Butterberge, Hähnchen im Überschuss usw. Die meisten heutigen Entwicklungsländer liegen in Regionen wo das Klima effektive Landwirtschaft nicht zulässt. In diesem Punkt herrscht also extree Ungleichheit in den Bedingungen zwischen den Staaten, bzw. Regionen. Die heutigen Entwicklungsländer haben zum größten Teil eine erheblich schlechtere Ausgangslage.

Einige Entwicklungsländer haben eine ziemlich gute Ausgangslage, was die Landwirtschaft angeht und exportieren auch landwirtschaftliche Güter (z.B. Zucker oder Früchte) in großem Maße.

Zu Punkt 2. Hier gibt es kein wirkliches Nord- Süd Gefälle. Erde gibt es überall. Es ist dem Zufall überlassen welche Länder Öl, Eisenerz oder Kohle haben, aber generell hat fast jedes Land was eine gewisse Fläche hat auch irgendwelche Rohstoffe. Einige ehemaligen Entwicklungsländer haben soviel Öl, dass sie heute keine Entwicklungslnder mehr sind. Es gibt hier also ein bischen Ungleichheit zwischen den Staaten und Regionen, aber vielleicht nicht so extrem wie bei dem Klima.

Ressourcen können einem Land beim Aufbau helfen. Sie können aber auch das Gegenteil tun. Statistisch gesehen erhöht das Vorhandensein wertvoller Rohstoffe die Wahrscheinlichkeit von Bürgerkriegen und autoritären Regimen, weil sich Regime oder Rebellengruppen durch Rohstoffe wie Öl oder Diamanten finanzieren können und somit auch unabhängig vom Mehrheitswillen agieren können (vgl. Paul Collier). Ein Regierung wie beispielsweise die Schweiz könnte sich einen Bürgerkrieg im Land gar nicht leisten, da ein solcher Krieg ihr die finanzielle Grundlage entzöge. Deshalb sind rohstoffarme Länder stabiler. Die Ressourcenknappheit zwingt sie zu innerer Stabilität.

Die großen Industrienationen haben alle 4 Punkte. Sie haben gutes Klima für Landwirtschaft, sie haben eigene Rohstoffe, sie haben Menschen die ausgebildet werden können und dementsprechend Industrie. Sie können alle diese 4 Punkte exportieren und tun dies auch.

Dem würde ich so nicht unbedingt zustimmen bzw. weiß ich nicht, was du hier mit "großen Industrienationen" meinst. Es gibt viele Industrienationen, die keine besonders guten Ausgangsvoraussetzungen für industrielle Entwicklung haben. Die Schweiz hatte ich hier ja schon genannt. Es gibt auch unter den Industrienationen einen regen Handel aller möglichen Produkte.

Aber was ist mit einem Land, das zwar Rohstoffe hat, Menschen die ausgebildet werden können aber kein Klima für Landwirtschaft? Es wird dauerhaft auf Nahrungsmittelimporte angewiesen sein. Selbst wenn so ein Land es mit größter Anstrengung es schafft eine Industrie und einen Dienstleistungsektor aufzubauen und seine Rohstoffe zu verkaufen, so dass man gleichwertig zu den Industrienationen ist. Diese Länder werden trotzdem ein Importüberschuss haben, da sie Nahrungsmittel importieren müssen.

Nahrungsmittel sind vergleichsweise billige Importprodukte. Deutschland beispielsweise ist unter anderem aufgrund seines starken Automobilsektors zu einer großen Industrienation geworden. Hier gibt es hohe Gewinnmargen und wenn ein Land keine Autos importieren muss, steht es im internationalen Wettbewerb ja schon mal ziemlich gut da, denn Autos sind bekanntlich ziemlich teuer.

Und noch schlimmer bei den Ländern die weder gutes Klima, noch eigene Rohstoffe haben. Diese Länder können sich anstrengen wie sie wollen, sie werden immer ein Importüberschuss haben.

Auch hier würde ich nicht zwangsläufig zustimmen. Es gibt nur sehr wenige Länder, die über gar keine Landwirtschaft und über gar keine Rohstoffe verfügen. Beispiele sind Hong Kong oder Singapur. Beide gehören zu den reichsten Ländern der Welt.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon franktoast » Mi 11. Okt 2017, 10:26

Tom Bombadil hat geschrieben:(11 Oct 2017, 10:30)
Wahrscheinlich weil viel Geld bei korrupten Dreckschweinen und deren Konten in Panama landet.

Ja eben. Korruption ist ein großer Faktor in Afrika. Wenn die Mentalität vorherrscht, dass man nur dadurch reicher wird, wenn man andere bestiehlt (bzw. diese ärmer macht), dann wird sich Wohlstand nicht ausbreiten. In den Industriestaaten ist diese Mentalität - abgesehen von vom linke bzw rechten Rand - eben nicht vorherrschend. Da will man reich werden, indem man etwas an andere verkauft und die jederzeit "nein" sagen können, weswegen man diese überzeugen muss.

Richtig, man muss aber klein anfangen, mit einfacher Technologie. In Südkorea hat Samsung auch nicht mit High Tech angefangen.

Ich kenn mich mit Elektroautos nicht aus. Ist das eine so einfache Technologie?
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Rote_Galaxie » Mi 11. Okt 2017, 22:13

Die Ursache für die Unterentwicklung von Afrika liegt daran dass Armut zu geringerer Produktivität führt die wiederum zu Armut. Ein Kreislauf.
Und wer kontrolliert die Kontrolle?
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Olympus » Mi 11. Okt 2017, 23:12

Rote_Galaxie hat geschrieben:(11 Oct 2017, 23:13)

Die Ursache für die Unterentwicklung von Afrika liegt daran dass Armut zu geringerer Produktivität führt die wiederum zu Armut. Ein Kreislauf.

Auch an der Geographischen Lage. Bei 35 - 45° arbeitet kein Mensch mehr produktiv. Nicht im Sinne unseres Paradiesklima. 8-9 Stunden im Akkord sind in Afrika nicht möglich über Jahre. Auch ist das Land nicht so fruchtbar wie in Europa.

Zu den Geographischen Problemen kommen verstärkt Klimaveränderungen und Dürreperioden die sich immer weiter und länger ausdehnen.

Welthandel. In keinem anderem Land der Welt ist die Bezahlung von Arbeit so niedrig wie die in Afrika. Wo die Bekleidungsindustrie Milliarden scheffeln, geht ein Afrikaner der bis zu 16 Std. am Tag Baumwolle pflückt mit 50 Cent pro Arbeitstag nach Hause.

Unter solchen Bedingungen ist eine Infrastruktur nicht aufbaubar. Zumal auch in den Regierungen oft unseriöse Verbrecher hocken die benötigtes Geld für Waffen, Paläste und nicht selten auch für Terror Milizen ausgeben.

Oder auch Staatshäupter die eigentlich gutes wollen, aber schlicht nicht wissen, wie ein Land zu führen ist und was benötigt wird.

Es ist aber nicht ganz Afrika, es gibt auch Länder die auf einem sehr guten Weg sind. Man redet über Afrika, als sei alles dasselbe. 94 Länder sind nicht die gleichen.

Man muss Afrika in das Weltgeschehen einbeziehen. So kann es gelingen Geschäftssinn zu entwickeln. Das Gefühl zu geben das sie es selbst schaffen können und nicht das Gespött der Welt sind.
Man darf die Geschichte Afrikas nicht vergessen. Kein Volk der Welt hat unter der Sklaverei so gelitten wie Afrika. Es führte zum größten Völkermord der Menschheitsgeschichte. Mit Zahlen von bis zu 400 Millionen Toten und das sind nur grobe Schätzungen. Die Dunkelziffer wird weit höher liegen.

Ich denke, faire Gelder für Ihre Arbeit und Waren. Anerkennung in der Welt als Handelspartner auf Augenhöhe, könnten Wunder wirken. Sie müssen das Gefühl bekommen: "Das haben wir geschafft."

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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon BlueMonday » Do 12. Okt 2017, 11:25

Die relativen Unterschiede beim Entwicklungsstand auf dem afrikanischen Kontinent kann man ja mal hernehmen, um zu schauen, wer am weitesten gekommen ist und was dort für Zustände herrschen im Vergrleich zu den schlecht performenden Gebieten. Wer führt die Liste an? Mauritius. http://www.heritage.org/index/country/mauritius
Der wirtschaftlich liberalste Staat in Afrika. Stabile Eigentumsrechte. Gutes Investitionsklima. Geringes Steuerniveau. Offener Handel.

Entwickeln heißt dann vor allem Investieren. Eine Investition muss eine Aussicht haben, der Anreiz muss groß genug sein. Dazu müssen die rechtlichen Verhältnisse vorhersehbar sein. Niemand investiert, wenn er nicht weiß, ob sich die rechtlichen Rahmenbedingungen derart ändern, dass sich die Investion nicht mehr auszahlt, ob vielleicht sogar eine Enteignung/Verstaatlichung droht. Rohstoffreichtum ist da nicht der entscheidende Faktor. Sogar im Gegenteil. Wenn man sich auf einen vorherrschenden Rohstoff konzentriert (bspw. Diamanten wie in Botswana) als staatswirtschaftlichen Betrieb, dann verschleppt sich die nötige Diversifikation, also die eigentliche Herausbildung einer Marktwirtschaft. Und die ist überall auf der Welt der Garant für wirtschaftliche Entwicklung -nicht Bobgeldofkonzerte.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon franktoast » Do 12. Okt 2017, 14:23

BlueMonday hat geschrieben:(12 Oct 2017, 12:25)

Die relativen Unterschiede beim Entwicklungsstand auf dem afrikanischen Kontinent kann man ja mal hernehmen, um zu schauen, wer am weitesten gekommen ist und was dort für Zustände herrschen im Vergrleich zu den schlecht performenden Gebieten. Wer führt die Liste an? Mauritius. http://www.heritage.org/index/country/mauritius
Der wirtschaftlich liberalste Staat in Afrika. Stabile Eigentumsrechte. Gutes Investitionsklima. Geringes Steuerniveau. Offener Handel.

Entwickeln heißt dann vor allem Investieren. Eine Investition muss eine Aussicht haben, der Anreiz muss groß genug sein. Dazu müssen die rechtlichen Verhältnisse vorhersehbar sein. Niemand investiert, wenn er nicht weiß, ob sich die rechtlichen Rahmenbedingungen derart ändern, dass sich die Investion nicht mehr auszahlt, ob vielleicht sogar eine Enteignung/Verstaatlichung droht. Rohstoffreichtum ist da nicht der entscheidende Faktor. Sogar im Gegenteil. Wenn man sich auf einen vorherrschenden Rohstoff konzentriert (bspw. Diamanten wie in Botswana) als staatswirtschaftlichen Betrieb, dann verschleppt sich die nötige Diversifikation, also die eigentliche Herausbildung einer Marktwirtschaft. Und die ist überall auf der Welt der Garant für wirtschaftliche Entwicklung -nicht Bobgeldofkonzerte.


Um mal Gegenargumente einzubringen: Kann es nicht sein, dass der hohe Grad von ökonomischer Freiheit die Ursache von aufstrebenden Wohlstands ist und nicht umgekehrt? Die heute asiatischen wohlhabenden Länder waren nie besonders freie Marktwirtschaften. Die Eigentumsrechte waren aber gegeben und vorhersehbar - DER Grundpfeiler für privat-ökonomisches Handeln.

Du nennst Botswana. Gerade hier sieht man auch, dass die eine relativ freie Marktwirtschaft haben. Noch vor Japan, Belgien oder Italien.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Adam Smith » Do 12. Okt 2017, 15:01

Afrika ist bis auf Südafrika vom Welthandel so gut wie ausgeschlossen. Und die Chinesen bringen ihre eigenen Arbeiter mit. Trotzdem beuten wir diese Länder aus.
Zuletzt geändert von Skull am Do 12. Okt 2017, 17:00, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat in die Ablage gewander
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Rote_Galaxie » Do 12. Okt 2017, 15:40

Olympus hat geschrieben:(12 Oct 2017, 00:12)

Auch an der Geographischen Lage. Bei 35 - 45° arbeitet kein Mensch mehr produktiv. Nicht im Sinne unseres Paradiesklima. 8-9 Stunden im Akkord sind in Afrika nicht möglich über Jahre. Auch ist das Land nicht so fruchtbar wie in Europa.

Zu den Geographischen Problemen kommen verstärkt Klimaveränderungen und Dürreperioden die sich immer weiter und länger ausdehnen.

Welthandel. In keinem anderem Land der Welt ist die Bezahlung von Arbeit so niedrig wie die in Afrika. Wo die Bekleidungsindustrie Milliarden scheffeln, geht ein Afrikaner der bis zu 16 Std. am Tag Baumwolle pflückt mit 50 Cent pro Arbeitstag nach Hause.

Unter solchen Bedingungen ist eine Infrastruktur nicht aufbaubar. Zumal auch in den Regierungen oft unseriöse Verbrecher hocken die benötigtes Geld für Waffen, Paläste und nicht selten auch für Terror Milizen ausgeben.

Oder auch Staatshäupter die eigentlich gutes wollen, aber schlicht nicht wissen, wie ein Land zu führen ist und was benötigt wird.

Es ist aber nicht ganz Afrika, es gibt auch Länder die auf einem sehr guten Weg sind. Man redet über Afrika, als sei alles dasselbe. 94 Länder sind nicht die gleichen.

Man muss Afrika in das Weltgeschehen einbeziehen. So kann es gelingen Geschäftssinn zu entwickeln. Das Gefühl zu geben das sie es selbst schaffen können und nicht das Gespött der Welt sind.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon immernoch_ratlos » Do 12. Okt 2017, 17:58

Aha Botswana soll "diversifizieren" .... :?:

Das Land besteht zu einem Großteil aus Kalahari - (Gräser, Dornensträucher und Akazienbäume) ohne nennenswerte Oberflächengewässer. Das Okavangodelta seit 2014 "UNESCO-Welterbe" ist kaum besiedelt und das ist auch gut so. Womit Ackerbau und Viehzucht allgemein eher als unbedeutend angesehen werden muss. Staatliche Subventionen halfen da nur wenig.

Das Land ist mit 3 Einwohnern und total ~2 Millionen Einwohnern, auf über 580tausen km^2 nicht eben dicht besiedelt. Auf die Hauptstadt Gaborone entfallen schon mal >10 % der Bevölkerung ;)

Warum "Debswana" der größte Diamantenproduzent der Welt - ein Joint Venture zwischen Botswana und dem Anglo-American-Tochterunternehmen De Beers - den (neben Steinkohle) einzigen Bodenschatz des Landes nicht weiter nutzen soll und außer Tourismus mir nichts einfallen will, wo Botswana mit Aussicht auf Erfolg "diversifizieren" könnte, verstehe ich diese Forderung eher nicht :?: Ich kenne das Land recht gut - wenn auch mit großem zeitlichem Abstand. Da es zu meinen Aufgaben gehörte "Ausbildungsplätze" im Handwerk und Industrie für zunächst staatlich ausgebildete Berufsschüler zu finden, weiß ich recht gut über die Möglichkeiten dort bescheid.

Südafrika ist ein "gewichtiger Nachbar". Was immer produziert werden kann, findet hauptsächlich dort statt. Die Staatsfinanzen werden zur Hälfte aus dem hälftig mit "Anglo-American" geteilten Diamantenproduktion erwirtschaftet. Das zu seiner Gründung bettelarme Land aber immer demokratisch regierte Land, zählt heute zu den wohl "angenehmsten" und vernünftig regierten Ländern in ganz Afrika.

Norwegen - sollte besser "diversifizieren" - deren Erdöl wird wohl früher ausgebeutet sein, als die Diamantenvorkommen in Botswana.

Ein Spiegelartikel (02.06.2013) kann das etwas näher erläutern : "Diamanten für die Armen"
SPON hat geschrieben:"Botswana ist äußerst gut darin, den Reichtum unter der Erde - die Diamanten - in Reichtum übertage zu transformieren, etwa in Bildung und Humankapital", erklärt Rick van der Ploeg, Wirtschaftsprofessor an der Universität Oxford. Botswana sei ethnisch homogener als andere Staaten und deshalb weniger anfällig für den "Rohstofffluch".
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon BlueMonday » Do 12. Okt 2017, 18:59

Wieso sollte Diversifikation dazu führen, dass man Diamanten nicht weiter "nutzt"? Diversifizieren bedeutet ausweiten, verbreitern, neue, weitere Möglichkeiten schaffen, in der Regel zum bereits Bestehenden und auf Grundlage des Bestehenden. Sonst wird das schwierig, wenn nur die eine Monokultur die andere ersetzt und man schmal bleibt.
Wenn man auf deutschem Gebiet sich nicht ideenreich diversifiziert hätte, würde man ja immer noch als zerzauster Germane durch den wildgewachsenen Wald umherziehen und an ein paar Pilzen knabbern.


"Botswana ist äußerst gut darin, den Reichtum unter der Erde - die Diamanten - in Reichtum übertage zu transformieren, etwa in Bildung und Humankapital"

Na also. Offenbar ist man da schon weniger ratlos als mancher Forenuser, denn offenbar will man die Abhängigkeit von der Diamantenförderung verringern, indem man in andere Bereiche investiert und wachsen will. Wie anders? Darauf warten, dass Bob Geldof vorbei kommt und ein paar Millionen auf dem heißen Wüstenstein verdampfen lässt?
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon franktoast » Fr 13. Okt 2017, 10:34

Olympus hat geschrieben:Auch an der Geographischen Lage. Bei 35 - 45° arbeitet kein Mensch mehr produktiv. Nicht im Sinne unseres Paradiesklima. 8-9 Stunden im Akkord sind in Afrika nicht möglich über Jahre. Auch ist das Land nicht so fruchtbar wie in Europa.

Sorry, da könnt ich auch fragen, wer denn bei 0 Grad oder kälter klar arbeiten kann?

Zur Landwirtschaft: Knapp ein Drittel des Jahres kann man hier gar nichts anbauen, während man im Mittelmeerraum ganzjährig ernten kann. Wobei ich mich frage, welchen Einfluss Landwirtschaft auf das BIP von Industriestaaten haben soll.

Ach noch was: Genau da liegt übrigens auch Kalifornien. Die wissen sich die viele Sonne aber zu Nutze zu machen...
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Keoma » Fr 13. Okt 2017, 10:40

An sowas kann es ja nicht liegen, oder ?

https://www.heise.de/tp/features/Luba-R ... 57453.html
Jeder hat ein Recht auf meine Meinung.
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Re: Entwicklungspolitik sinnlos. Der wahre Grund warum "der Süden" immer ärmer sein wird als "der Norden"

Beitragvon Adam Smith » Fr 13. Okt 2017, 10:45

Keoma hat geschrieben:(13 Oct 2017, 11:40)

An sowas kann es ja nicht liegen, oder ?

https://www.heise.de/tp/features/Luba-R ... 57453.html

Es liegt am Fisch. Der bricht diesen Zauber.

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