Bio-Produkte boykottieren?

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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon H2O » Di 23. Okt 2018, 08:49

unity in diversity hat geschrieben:(23 Oct 2018, 00:36)

Diese Geräte kann man nicht als bio oder umweltfreundlich bewerben, weil Quecksilber enthalten ist:
https://www.itwissen.info/lex-images/au ... slampe.png
LED-Leuchten sind näher dran.


Huch ja, stimmt, diese Dinger hatte ich schon gar nicht mehr auf dem Schirm!
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 23. Okt 2018, 09:28

Balsamico hat geschrieben:(22 Oct 2018, 15:52)
Stimmt nicht.

tierwohl-staerken.de hat geschrieben:
https://www.tierwohl-staerken.de/einkau ... io-siegel/

In den Vorschriften sind strenge Kriterien zum Thema Tierschutz festgelegt. Sie umfassen die Herkunft der Tiere, die verwendeten Futtermittel, die Krankheitsvorsorge und die tierärztliche Behandlung sowie Vorschriften zur Reinigung der Ställe. Besonders detailliert geht die Verordnung auf die Haltung und die Unterbringung der Tiere ein:
[...]

Nee. Auch in dem Text aus der verlinkten Seite geht es genau genommen nicht um das Tierwohl selbst sondern um Kriterien, die jemand als für das Tierwohl positiv hält. Das ist ein Unterschied! Nicht die Tiere selbst werden untersucht sondern diese aufgestellten Kriterien.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon Teeernte » Di 23. Okt 2018, 14:50

Balsamico hat geschrieben:(22 Oct 2018, 15:52)

Stimmt nicht.





Realität statt Bio-Idylle

Das trostlose, leidvolle Leben der "Öko-Tiere" wird durchweg als "artgerecht" propagiert, die "glücklichen Tiere" werden "schonend transportiert" und "human geschlachtet". Bio-Verfechter haben kein Problem damit, die Ausbeutung und das alles andere als artgerechte Leben der Bio-Tiere als "besonders artgerecht" zu bezeichnen und hoch zu loben. Zuchtsauen im Kastenstand, lethargische Kälber ohne Mütter und weit und breit keine grüne Wiese, Milchkühe in Anbindehaltung, Mastschweine in verkoteten Ställen, Bio-Hühner, die ebenso zerrupft sind wie ihre Genossinnen in der konventionellen Bodenhaltung: die Vorstellung von Bio-Idylle zerbricht beim Blick hinter die Kulissen.

Dass auch die Bio- und Ökotiere alles andere als ein gutes Leben leben und sie das gleiche Ende bei gleicher Schlachtmethode im Schlachthof nehmen, wird durch die Öko-Täuschung geschickt und erfolgreich verdrängt.
http://www.biowahrheit.de/inhalt/hintergrund.htm

aus der >> SERIE NEPPER SCHLEPPER BAUERNFÄNGER....

Es geht doch NUR um "UNSER BESTES".....unser GELD.
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon H2O » Di 23. Okt 2018, 21:24

Zunder hat geschrieben:(22 Oct 2018, 23:36)

Der Unterschied zwischen konventionellen und Bio-Produkten besteht letztlich darin, daß man bei konventioneller Ware weiß, daß man Dreck kauft, während bei Bioware zumindest die Chance besteht, etwas vernünftiges zu bekommen.

Ein spürbarer Qualitätsunterschied besteht beim Fleisch. Da sind auch die Preisunterschiede entsprechend.


Ungefähr das ist auch mein Verständnis. Ich drücke es einmal auf meine Weise aus: Bei konventioneller Ware kann man durchaus ganz vernünftige Ware einkaufen, aber ohne Garantie dafür. Bei Bioware wird man zumindest in darauf spezialisierten Läden höchstwahrscheinlich auch ordentliche Ware bekommen. Bei Supermarktketten wäre ich mir da nicht so sicher. Da dürfte vorrangig die "Papierlage" Pate stehen für "bio".

Bei Fleischwaren wird es kompliziert. Oft findet man in Supermärkten der Oberklasse den Namen des Fleischerzeugers, dessen Fleischwaren über die Theke gehen. Diese Märkte haben einen Ruf zu verlieren, wenn sie beim Mogeln ertappt werden. Die Verkaufspreise sind auch dementsprechend "angemessen". Das kann man in den Massenmärkten überhaupt nicht erwarten. Die kaufen ein, was günstig angeboten wird, aber oft auch mit dem Namen des Herstellers. Der könnte seinen Ruf verlieren, wenn er mit einem Skandal auffällt. Aber die Grauzone ist sicher weit ausgedehnt, dafür aber mit erstaunlich niedrigen Preisen.

Leider kann man als Städter nicht gut über Land fahren, um dort in Hofläden das ein zu kaufen, aber wirklich auch nur das, was in diesem Betrieb erzeugt und angeboten wird. Schon bei einem erweiterten Angebot werde ich mißtrauisch. Dahinter steht schon ein Kaufmann, der seinen Gewinn erzielen will.

Wenn ein Betrieb sich um das Tierwohl bemüht, dann wird er sich dementsprechend der interessierten Öffentlichkeit öffnen, so daß man sich selbst ein Bild machen kann und sachlich vorgetragene Fragen beantwortet bekommt. Selbstverständlich gibt es die. Es gibt auch Tiertransporte, bei denen das Tierwohl bedacht und eingehalten wird. Es gibt auch Schlachthöfe, die mit den Tieren vernünftig umgehen. Aber wehe, dort fehlt eine entsprechende Fachaufsicht mit wachem Blick! Ein Streichelzoo ist eine solche Einrichtung sicher nicht.
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon Quatschki » Di 23. Okt 2018, 21:40

Bio-Äpfel aus Südafrika kann man guten Gewissens boykottieren.
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon H2O » Di 23. Okt 2018, 22:03

Quatschki hat geschrieben:(23 Oct 2018, 22:40)

Bio-Äpfel aus Südafrika kann man guten Gewissens boykottieren.


Das stimmt so auch nur bedingt. Leider kann man immer noch den Energieverbrauch von Kühlhäusern mit dem von Flugzeugen vergleichen. Wenn beide mit fossilen Brennstoffen betrieben wurden, dann ist diese Rechnung nicht so eindeutig. Vor Jahren wurde vorgerechnet, daß frische Äpfel aus Neuseeland hier sinnvoller sein können als deutsche Äpfel der vergangenen Ernte aus dem Kühlhaus.

Die Rechnung wird sich mit dem Einsatz erneuerbarer Energien in Kühlhäusern wieder verschieben, so lange Superjumbos noch mit fossilen Brennstoffen betrieben werden.
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon JJazzGold » Mi 24. Okt 2018, 07:44

H2O hat geschrieben:(23 Oct 2018, 23:03)

Das stimmt so auch nur bedingt. Leider kann man immer noch den Energieverbrauch von Kühlhäusern mit dem von Flugzeugen vergleichen. Wenn beide mit fossilen Brennstoffen betrieben wurden, dann ist diese Rechnung nicht so eindeutig. Vor Jahren wurde vorgerechnet, daß frische Äpfel aus Neuseeland hier sinnvoller sein können als deutsche Äpfel der vergangenen Ernte aus dem Kühlhaus.

Die Rechnung wird sich mit dem Einsatz erneuerbarer Energien in Kühlhäusern wieder verschieben, so lange Superjumbos noch mit fossilen Brennstoffen betrieben werden.


Der Vergleich ist unzureichend, da Äpfel ex Neuseeland oder Südafrika eher eingeschifft als eingeflogen werden und das in der Regel in Kühlcontainern.

Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, aber nach meinem Verständnis bezieht sich die Bezeichnung Bio ausschließlich auf die Produktion. Transportbedingte Umwelt- und Klimafaktoren spielen dabei keine Rolle.
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon H2O » Mi 24. Okt 2018, 08:05

JJazzGold hat geschrieben:(24 Oct 2018, 08:44)

Der Vergleich ist unzureichend, da Äpfel ex Neuseeland oder Südafrika eher eingeschifft als eingeflogen werden und das in der Regel in Kühlcontainern.

Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, aber nach meinem Verständnis bezieht sich die Bezeichnung Bio ausschließlich auf die Produktion. Transportbedingte Umwelt- und Klimafaktoren spielen dabei keine Rolle.


Ersteres (Transportverfahren) ist mir auch nicht völlig klar; in einer Darstellung vor Jahren war von Flugzeugen die Rede. Aber da kann ich mich nicht infolge Besserwissens festlegen. Die Quelle dieser Aussage ist läääängst im Komposter unter gegangen.

Zweites (Bezeichnung Bio) ist sicher völlig richtig festgestellt; aber das war auch nicht Quatschkis Punkt. Er meinte ja, daß er Bio-Äpfel aus Südafrika im Verkaufsregal liegen läßt. Das kann er ja nur in Verbindung mit der Umweltbelastung durch den Transport so gesehen haben.
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon JJazzGold » Mi 24. Okt 2018, 08:25

H2O hat geschrieben:(24 Oct 2018, 09:05)

Ersteres (Transportverfahren) ist mir auch nicht völlig klar; in einer Darstellung vor Jahren war von Flugzeugen die Rede. Aber da kann ich mich nicht infolge Besserwissens festlegen. Die Quelle dieser Aussage ist läääängst im Komposter unter gegangen.

Zweites (Bezeichnung Bio) ist sicher völlig richtig festgestellt; aber das war auch nicht Quatschkis Punkt. Er meinte ja, daß er Bio-Äpfel aus Südafrika im Verkaufsregal liegen läßt. Das kann er ja nur in Verbindung mit der Umweltbelastung durch den Transport so gesehen haben.


Auf kurzen Strecken wird auch heute sicher noch die eine oder andere Ladung Äpfel geflogen. Ich vermute mal z.B. Richtung Weissrussland, zum Weiterverkauf nach Russland. Auf langen Strecken lohnt sich das nach meiner Einschätzung bedingt nicht.

Weshalb Quatschki die RSA Äpfel rechts liegen lässt, weiß ich auch nicht.
Bedingt durch reichliche Ernte von sog. Lageräpfeln greife ich ohnehin frühestens ab Februar/März zu gekauften Äpfeln und dann doch bevorzugt zum Boskop aus regionaler Produktion, oder aus dem Alten Land. Ob da Bio drauf steht, oder nicht, ist mir egal. Mich stört generell diese neue Unsitte, auf jedes Stück Obst ein Papperl zu kleben, dass ich nicht nur entfernen, sondern auch getrennt vom Kompost entsorgen muss.
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon H2O » Mi 24. Okt 2018, 08:38

JJazzGold hat geschrieben:(24 Oct 2018, 09:25)

Auf kurzen Strecken wird auch heute sicher noch die eine oder andere Ladung Äpfel geflogen. Ich vermute mal z.B. Richtung Weissrussland, zum Weiterverkauf nach Russland. Auf langen Strecken lohnt sich das nach meiner Einschätzung bedingt nicht.

Weshalb Quatschki die RSA Äpfel rechts liegen lässt, weiß ich auch nicht.
Bedingt durch reichliche Ernte von sog. Lageräpfeln greife ich ohnehin frühestens ab Februar/März zu gekauften Äpfeln und dann doch bevorzugt zum Boskop aus regionaler Produktion, oder aus dem Alten Land. Ob da Bio drauf steht, oder nicht, ist mir egal. Mich stört generell diese neue Unsitte, auf jedes Stück Obst ein Papperl zu kleben, dass ich nicht nur entfernen, sondern auch getrennt vom Kompost entsorgen muss.


Scheint mir auch eine ganz vernünftige Verhaltensweise zu sein.

Ja, Ihren Ärger teile ich. Hier in Pommern haben polnische Tomaten inzwischen Stück für Stück einen kleinen Aufkleber "Polski pomidor malinowy" in den Landesfarben und der Herstellernummer :thumbup: . (Polski pomodor malinowy = Polnische Himbeer-Tomate; gemeint ist wohl zu Deutsch: Polnische Kirschtomate). Bei Äpfeln ist das auch so.

Und ich hatte mich schon lustig gemacht über deutsches Suppenhuhn mit dem Bundesadler auf der Hühnerbrust und Schwarz-Rot-Gold... :D :D :D oder deutsche Markenbutter mit Bundesadler seit "ewigen Zeiten"...
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon Quatschki » Mi 24. Okt 2018, 09:27

H2O hat geschrieben:(24 Oct 2018, 09:38)
:D :D :D oder deutsche Markenbutter mit Bundesadler seit "ewigen Zeiten"...

oder irische Butter mit Milchstempel NRW...
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon JJazzGold » Mi 24. Okt 2018, 09:36

H2O hat geschrieben:(24 Oct 2018, 09:38)

Scheint mir auch eine ganz vernünftige Verhaltensweise zu sein.

Ja, Ihren Ärger teile ich. Hier in Pommern haben polnische Tomaten inzwischen Stück für Stück einen kleinen Aufkleber "Polski pomidor malinowy" in den Landesfarben und der Herstellernummer :thumbup: . (Polski pomodor malinowy = Polnische Himbeer-Tomate; gemeint ist wohl zu Deutsch: Polnische Kirschtomate). Bei Äpfeln ist das auch so.

Und ich hatte mich schon lustig gemacht über deutsches Suppenhuhn mit dem Bundesadler auf der Hühnerbrust und Schwarz-Rot-Gold... :D :D :D oder deutsche Markenbutter mit Bundesadler seit "ewigen Zeiten"...


In Polen ist das auch so? Ist das eine neue Spinnerei, oder gibt es dazu auch eine Verordnung? Selbst mein Türke hat solche sinnentleerten Papperl inzwischen auf dem Obst.

Bundesadler zum schlichten Hühnchen reduziert, köstlich. :D :D :D
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon H2O » Mi 24. Okt 2018, 14:25

JJazzGold hat geschrieben:(24 Oct 2018, 10:36)


In Polen ist das auch so? Ist das eine neue Spinnerei, oder gibt es dazu auch eine Verordnung? Selbst mein Türke hat solche sinnentleerten Papperl inzwischen auf dem Obst.

Bundesadler zum schlichten Hühnchen reduziert, köstlich. :D :D :D


Ich meine, daß seitens der EU einmal ein Anlauf genommen worden war, diesen Herkunftsschwachsinn ein zu dämmen. So gibt es auch den aufschlußreichen Aufdruck: "Hergestellt in Ländern der EU". Dann weiß man, was man hat!

Wer ein deutsches Suppenhuhn in den Topf legt, der bekommt eine Hühnersuppe so recht nach deutschem Geschmack... nur echt mit Bundesadler und Schwarz-Rot-Gold. Ich glaube, daß man damit beim Verbraucher einen Vertrauensvorschuß zu bekommen hoffte. Natürlich finde ich die Herkunftsbezeichnung ganz vernünftig... nicht allein auf das Land bezogen, sondern auf den Herstellerbetrieb. Wenn da einmal jemand durch Mogelei in die Schlagzeilen gerät, dann geschieht ihm das recht. Hat es alles schon gegeben: Beim Wein, beim Olivenöl, bei Diesel-PKW...
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon H2O » Mi 24. Okt 2018, 14:35

Quatschki hat geschrieben:(24 Oct 2018, 10:27)

oder irische Butter mit Milchstempel NRW...


Müssen wir auch wieder vorsichtig umrunden. Kann sein, daß irische Butter in Containern tonnnenweise vermarktet wird, und vielleicht in NRW erst portioniert und verpackt wird. Aber höchstes Mißtrauen ist schon einmal angesagt. Ach ich rieche schon die Frische des irischen Frühlings... :p
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon JJazzGold » Do 25. Okt 2018, 09:29

H2O hat geschrieben:(24 Oct 2018, 15:25)

Ich meine, daß seitens der EU einmal ein Anlauf genommen worden war, diesen Herkunftsschwachsinn ein zu dämmen. So gibt es auch den aufschlußreichen Aufdruck: "Hergestellt in Ländern der EU". Dann weiß man, was man hat!

Wer ein deutsches Suppenhuhn in den Topf legt, der bekommt eine Hühnersuppe so recht nach deutschem Geschmack... nur echt mit Bundesadler und Schwarz-Rot-Gold. Ich glaube, daß man damit beim Verbraucher einen Vertrauensvorschuß zu bekommen hoffte. Natürlich finde ich die Herkunftsbezeichnung ganz vernünftig... nicht allein auf das Land bezogen, sondern auf den Herstellerbetrieb. Wenn da einmal jemand durch Mogelei in die Schlagzeilen gerät, dann geschieht ihm das recht. Hat es alles schon gegeben: Beim Wein, beim Olivenöl, bei Diesel-PKW...


Die Herkunftsauskunft zu labeln halte ich ebenfalls für vernünftig, nur fürchte ich, dass sich der Käufer der Bio Flug Papaya oder Mango nicht wirklich dafür interessiert. Wie es sich auch bei der Herstellung von Kleidung herausgestellt hat. Da muss schon das Produktionsgebäude einstürzen, bis der Konsument von Billigkleidung erstaunt “oh, wie schrecklich“ ruft, bevor er sich erneut auf den Weg macht, um die nächte Ladung Billigklamotten zu kaufen.
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon Raskolnikof » Do 25. Okt 2018, 11:47

Auch wenn vielleicht nicht alles Bio ist wo Bio draufsteht bevorzuge ich Bioprodukte und zahle auch gern etwas mehr dafür. Beispiel: Die Salatgurke in der "blauen Butike": Die gibts in normaler und in Bio-Qualität. Die normale Gurke = weich, wässrig und wenig Aroma. Die Biogurge dagegen fest und geschmacklich eindeutig besser.
ich gebe zu, dass man diesen Unterschied nicht bei allen Produkten sieht und/oder schmeckt. Aber mir ist dabei wohler.
Im übrigen hat die Stiftung Warentest über viele Jahre immer wieder nachgewiesen, dass Bio-Lebensmittel weniger Pestizide, Insektizide und andere in der Landwirtschaft genutzte Giftrückstände enthalten als Obst und Gemüse aus herkömmlichen Anbau.
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon H2O » Do 25. Okt 2018, 11:50

JJazzGold hat geschrieben:(25 Oct 2018, 10:29)

Die Herkunftsauskunft zu labeln halte ich ebenfalls für vernünftig, nur fürchte ich, dass sich der Käufer der Bio Flug Papaya oder Mango nicht wirklich dafür interessiert. Wie es sich auch bei der Herstellung von Kleidung herausgestellt hat. Da muss schon das Produktionsgebäude einstürzen, bis der Konsument von Billigkleidung erstaunt “oh, wie schrecklich“ ruft, bevor er sich erneut auf den Weg macht, um die nächte Ladung Billigklamotten zu kaufen.


Ja, die internationale Solidarität: Der kleine Mann kauft, was von den kleinen Leuten hergestellt wurde. :(
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon HerrSchmidt » So 28. Okt 2018, 18:16

Bio-Produkte verstehe ich zunächst als befreit von künstlichen Zusätzen - nicht als tierfreundliche Haltung.
Und Müllermilch boykottiere ich auch. Wegen der ekelhaft geizigen Steuerflucht.
[url=http://www.bilder-hochladen.net/files/big/15sj-3y.jpg][b]Ausgezeichneter Kulturbolschewist[/b][/url] [url=http://www.youtube.com/watch?v=izkHHyKUSUc][b]und Liebling aller Frauen[/b][/url]
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon Quatschki » So 28. Okt 2018, 19:11

HerrSchmidt hat geschrieben:(28 Oct 2018, 18:16)
Und Müllermilch boykottiere ich auch. Wegen der ekelhaft geizigen Steuerflucht.

Da mußt du aber sehr vor- und umsichtig einkaufen, um nicht aus Versehen doch mal ein Produkt aus dem Imperium dieses Herrn im Korb zu haben...
Oder irgendwas Fertiges, wo es als Zutat eingeflossen ist...
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon H2O » So 28. Okt 2018, 19:45

Quatschki hat geschrieben:(28 Oct 2018, 19:11)

Da mußt du aber sehr vor- und umsichtig einkaufen, um nicht aus Versehen doch mal ein Produkt aus dem Imperium dieses Herrn im Korb zu haben...
Oder irgendwas Fertiges, wo es als Zutat eingeflossen ist...


Wer von uns hat schon ein Lebensmittellabor im Hause, mit dem er die Herkunft von Zutaten eines Fertigprodukts überprüfen und nachweisen kann? Vor Jahren gab es eine ganze Weile Lasagne mit Pferdefleisch anstelle Rindfleisch, aber sie wurde offenbar doch mit Wohlgefallen verspeist. Wie das wohl aufgefallen ist? Vielleicht lag ein Hufeisen in der Lasagne? :eek:

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