Politisch korrektes Essen

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Billie Holiday
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Re: Politisch korrektes Essen

Beitragvon Billie Holiday » Sa 18. Nov 2017, 21:58

Noch NIE habe ich mir Sorgen gemacht, was andere über meine Essgewohnheiten denken könnten.
Es ist nicht mein Maßstab.
Dass ich selten Fleisch esse, und dann nur gekauft beim Schlachter, der das Fleisch nachweisbar aus den umliegenden Höfen bezieht, oder Eier esse von Hühnern aus Schwiegermuttis Gartenhaltung, hat weniger mit Ethik zu tun als mit dem Wunsch, nicht irgendeinen Mist zu essen.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Zinnamon
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Re: Politisch korrektes Essen

Beitragvon Zinnamon » So 19. Nov 2017, 06:36

Billie Holiday hat geschrieben:(18 Nov 2017, 21:58)

Noch NIE habe ich mir Sorgen gemacht, was andere über meine Essgewohnheiten denken könnten.
Es ist nicht mein Maßstab.
Dass ich selten Fleisch esse, und dann nur gekauft beim Schlachter, der das Fleisch nachweisbar aus den umliegenden Höfen bezieht, oder Eier esse von Hühnern aus Schwiegermuttis Gartenhaltung, hat weniger mit Ethik zu tun als mit dem Wunsch, nicht irgendeinen Mist zu essen.


Die Auffassung, dass ein Tier zumindest ein halbwegs passables Leben gehabt haben sollte, bevor es unserem Genuss wie selbstverständlich durch sein Ableben dient, hätte was mit Ethik zu tun.

;)
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unity in diversity
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Re: Politisch korrektes Essen

Beitragvon unity in diversity » So 19. Nov 2017, 06:41

Zinnamon hat geschrieben:(19 Nov 2017, 06:36)

Die Auffassung, dass ein Tier zumindest ein halbwegs passables Leben gehabt haben sollte, bevor es unserem Genuss wie selbstverständlich durch sein Ableben dient, hätte was mit Ethik zu tun.

;)

Ich esse zum Beispiel nur Eier von glücklichen Hühnern, bei denen der Hahn während der Geburt des Eies zugegen war.
"Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze.
Den Falschen und den Unsrigen."
(Aus den Divided States of America)
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Re: Politisch korrektes Essen

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 19. Nov 2017, 20:53

So ein Quark.
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Re: Politisch korrektes Essen

Beitragvon garfield336 » Mo 20. Nov 2017, 09:20

Zinnamon hat geschrieben:(19 Nov 2017, 06:36)

Die Auffassung, dass ein Tier zumindest ein halbwegs passables Leben gehabt haben sollte, bevor es unserem Genuss wie selbstverständlich durch sein Ableben dient, hätte was mit Ethik zu tun.

;)


Ich bin auch dafür dass mein Essen vorher ein passables Leben hatte. Es ist doch besser wenn viel dran ist als ein Magertier kurz vorm Hungertod zu erlegen und zu essen. :|
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Re: Politisch korrektes Essen

Beitragvon garfield336 » Mo 20. Nov 2017, 09:22

Lomond hat geschrieben:(27 Dec 2015, 17:59)

Politisch korrektes Essen

Hier ein Artikel dazu:




Mehr dazu: http://green.wiwo.de/weltverbesserer-wa ... ts-bringt/

Kennt ihr auch solche Weltverbesserer?

Oder seid ihr am Ende selber welche?

Oder was meint ihr zu diesem Thema?



Das hat ja schon was religiöses. Ich verbuche das in den Bereich der Religion und nicht in die der Politik.
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Teeernte
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Re: Politisch korrektes Essen

Beitragvon Teeernte » Mo 20. Nov 2017, 09:35

Zinnamon hat geschrieben:(19 Nov 2017, 06:36)

Die Auffassung, dass ein Tier zumindest ein halbwegs passables Leben gehabt haben sollte, bevor es unserem Genuss wie selbstverständlich durch sein Ableben dient, hätte was mit Ethik zu tun.

;)


....ich kenn Deine Kochkunst nicht - ....aber wie willst Du die 30 Jahre alte Schuhsole zubereiten, nachdem sie "selbst" abgelebt hat ?

....und ob das "Glücklich" war ? Vielleich sollte da noch ne künstliche Hüfte rein ??

-----------------------------------------------

Oder soll das Fleisch im Kilo wirklich 250 - 600 eu kosten??

Wagyu-Rinder auf dem Hof Holtmann in Münster-Albachten trinken Wasser aus einer beheizten Tränke, lassen sich von einer elektrischen Massagebürste massieren und grasen regelmäßig auf ausgedehnten Weideflächen. Morgens und abends legt Bauer Reinhard Holtmann für die Tiere außerdem eine CD von „Simon & Garfunkel“ auf – dann erklingt im Rinderstall sanfter Rock aus den 1960er-Jahren.

Wagyu-Fleisch ist das teuerste der Welt. Die Münsteraner verkaufen das Filet von ihren Wagyu-Rindern für 250 Euro pro Kilogramm – in Hamburg bekomme ein Züchter sogar knapp 600 Euro für das Kilo. Bäuerin Melanie Holtmann nimmt das Fleisch vom Schlachter direkt mit ins hofeigene Kühlhaus: „Die Fleischstücke sind ja wie Goldbarren.“

https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt ... arren.html

Nebenbei : GESUNDHEIT ERNÄHRUNGSBERICHT
Männer essen doppelt so viel Fleisch wie Frauen
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Politisch korrektes Essen

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 20. Nov 2017, 10:41

Teeernte hat geschrieben:(20 Nov 2017, 09:35)
Oder soll das Fleisch im Kilo wirklich 250 - 600 eu kosten??

Na, 250-600 Euro wohl nicht. Aber es könnte deutlich mehr kosten. Schon vom absoluten Preisniveau für einen durchschnittlichen Warenkorb liegt Deutschland irgendwo in der Miite Europas. Im relativen Verhältnis zum Einkommen ist Deutschland mit Sicherheit ganz ganz unten. Kein Mensch in Ungarn kauft bei einem Drittel oder Viertel des bundesdeutschen Durchschnittseinkommens einen derartigen Lebensmittelscheiß wie hier massenhaft in Deutschland.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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Re: Politisch korrektes Essen

Beitragvon Teeernte » Mo 20. Nov 2017, 12:09

schokoschendrezki hat geschrieben:(20 Nov 2017, 10:41)

Na, 250-600 Euro wohl nicht. Aber es könnte deutlich mehr kosten. Schon vom absoluten Preisniveau für einen durchschnittlichen Warenkorb liegt Deutschland irgendwo in der Miite Europas. Im relativen Verhältnis zum Einkommen ist Deutschland mit Sicherheit ganz ganz unten. Kein Mensch in Ungarn kauft bei einem Drittel oder Viertel des bundesdeutschen Durchschnittseinkommens einen derartigen Lebensmittelscheiß wie hier massenhaft in Deutschland.


Eben - in Ungarn kauft man noch mehr beim Erzeuger. Wie in der Schweiz auch.
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Re: Politisch korrektes Essen

Beitragvon Alter Stubentiger » Do 23. Nov 2017, 16:07

Zinnamon hat geschrieben:(19 Nov 2017, 06:36)

Die Auffassung, dass ein Tier zumindest ein halbwegs passables Leben gehabt haben sollte, bevor es unserem Genuss wie selbstverständlich durch sein Ableben dient, hätte was mit Ethik zu tun.

;)

Das hat es tatsächlich und stellt einen zivilisatorischen Fortschritt dar. Wir sind Teil des Systems von Fressen und gefressen werden. Du kannst das für dich ablehnen. Es bleibt aber so. Es ist nur so daß du so reich bist das du es dir leisten kannst auf hochwertiges tierisches Eiweiß zu verzichten. Und dich dabei überlegen zu fühlen.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Zinnamon
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Re: Politisch korrektes Essen

Beitragvon Zinnamon » Do 23. Nov 2017, 16:57

Alter Stubentiger hat geschrieben:(23 Nov 2017, 16:07)

Das hat es tatsächlich und stellt einen zivilisatorischen Fortschritt dar. Wir sind Teil des Systems von Fressen und gefressen werden. Du kannst das für dich ablehnen. Es bleibt aber so. Es ist nur so daß du so reich bist das du es dir leisten kannst auf hochwertiges tierisches Eiweiß zu verzichten. Und dich dabei überlegen zu fühlen.


Falsche Adresse und dafür ganz schön schwülstig geschrieben. :p

Ich bin keine Vegetarierin, konsumiere allerdings seit jeher extrem wenig Fleisch und bevorzuge Bio, wenn es geht. Bei Eiern, Fleisch und Wurst immer. Wobei ich sagen muss, ..wenn einem das Wohlsein der Tiere wichtiger ist als zB der Umstand, dass auch deren Futter usw bis in Letzte bio sein muss, dann könnte man auch zu günstigeren Alternativen kommen. Kenne da zB einen Milchbauern im Allgäu, dessen Tiere in einem grossen, geräumigen Stall wohnen, wo sie sich in ihren Bahnen bewegen können wie sie wollen. Rollbürsten für die Fellpflege und Milchkarussel werden von den Kühen selber angesteuert, viele haben Namen. Aber weil sie auch Futter bekommen, das nicht bio ist, sind auch die Erzeugnisse nicht Bio.
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Re: Politisch korrektes Essen

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 23. Nov 2017, 17:43

Mir ist es wichtig, dass der Metzger gute Arbeitsbedingungen hat. Er kann mir sagen, von wo die Tiere kommen und zufällig kenne ich einige dieser Höfe und bin ganz zufrieden. Das kostet alles nicht viel, steht auch überwiegend nicht Bio drauf. Da dürfen's gern auch 200g mehr sein. Das trifft aber nur das Hauptsortiment. Bestimmte Strecken produziert er nur einmal im Monat selbst, quasi als Abfall - den Rest der Zeit gibt es die als Fertigware vom Großlieferanten, sieht man auch am Etikett. Die Übergabe an die junge Generation ist vorbereitet, der Laden ist sauber, hell und modern. Wenn ich solche Möglichkeiten nicht hätte, müsste ich wohl in den größeren Lebensmittelhandel der nächsten größeren Stadt fahren, denn von so einem kleinen Dorf-Aldi oder Edeka erwarte ich nicht viel.
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Re: Politisch korrektes Essen

Beitragvon Alana4 » Do 23. Nov 2017, 18:21

Teeernte hat geschrieben:(20 Nov 2017, 12:09)

Eben - in Ungarn kauft man noch mehr beim Erzeuger. Wie in der Schweiz auch.


Na klar, 75% der Deutschen (nämlich der Anteil der Bevölkerung, der in Städten lebt) überfallen allwöchentlich die paar Höfe ......die mit den glücklichen Rindern und Schweinen. Dort findet dann ein regelmäßiges Gemetzel statt. Nein, nicht, die Tiere werden geschlachtet, die Kunden aus den Städten müssen sich zunächst dezimieren. Sonst wird das nix mit " kaufen beim Erzeuger".
Ich beherrsche die deutsche Rechtschreibung! Aber meine Tastatur hat damit manchmal Probleme.
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Re: Politisch korrektes Essen

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 25. Nov 2017, 13:00

Alter Stubentiger hat geschrieben:(23 Nov 2017, 16:07)

Das hat es tatsächlich und stellt einen zivilisatorischen Fortschritt dar. Wir sind Teil des Systems von Fressen und gefressen werden. Du kannst das für dich ablehnen. Es bleibt aber so. Es ist nur so daß du so reich bist das du es dir leisten kannst auf hochwertiges tierisches Eiweiß zu verzichten. Und dich dabei überlegen zu fühlen.


Es gibt aber bessere Argumente contra Fleischkonsum als pro, man kann ja mit Precht fragen: Darf man Tiere essen?
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Misterfritz
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Re: Politisch korrektes Essen

Beitragvon Misterfritz » Sa 25. Nov 2017, 13:39

Alpha Centauri hat geschrieben:(25 Nov 2017, 13:00)

Es gibt aber bessere Argumente contra Fleischkonsum als pro, man kann ja mit Precht fragen: Darf man Tiere essen?
Fragen kann man alles Mögliche.
Nur warum sollten wir Tiere nicht essen? Auch Tiere fressen Tiere.
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Teeernte
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Re: Politisch korrektes Essen

Beitragvon Teeernte » Sa 25. Nov 2017, 14:12

Alana4 hat geschrieben:(23 Nov 2017, 18:21)

Na klar, 75% der Deutschen (nämlich der Anteil der Bevölkerung, der in Städten lebt) überfallen allwöchentlich die paar Höfe ......die mit den glücklichen Rindern und Schweinen. Dort findet dann ein regelmäßiges Gemetzel statt. Nein, nicht, die Tiere werden geschlachtet, die Kunden aus den Städten müssen sich zunächst dezimieren. Sonst wird das nix mit " kaufen beim Erzeuger".


Die "Industriealisierung" der Viehhaltung/Fleischverarbeitung spitzt sich zu.

Ausgehend vom historisch stetig zunehmenden Fleischkonsum, zeichnete sich in den
letzten Jahren eine Trendwende ab. In verschiedenen Quellen wird eine
Marktsättigung und eine damit einhergenede Stagnation bzw. ein leichter
Rückwärtstrend des Fleischkonsums in Deutschland beschrieben. Begründet wird
dieser durch den Übergang von einer Mangel- in eine Überflussgesellschaft
(Alversleben, 1999, S. 25). Seit der Wiedervereinigung Deutschlands 1989 sinkt der
Fleischkonsum durchschnittlich jedes Jahr um etwa 200 g (Frei, Groß, & Meier, 2011,
S. 65) und ist leichten Schwankungen unterzogen. 2013 wurden in Deutschland 88,2
kg Fleisch pro Kopf verbraucht, was 0,7 kg weniger als im Vorjahr entspricht
(Westphal & Bundschuh, 2014, S. 164). Der heutige deutsche Fleischkonsument hat
die Knappheit überwunden und kann jederzeit Fleisch essen. Alversleben schreibt:
„Wer ständig Maximalgenüssen ausgesetzt ist, verliert die Fähigkeit zu genießen. Er
benötigt immer stärkere und differenziertere Reize, um zum gleichen Genuss zu
kommen“ (Alversleben, 1999, S. 25). Dadurch verliert Fleisch als Lebensmittel seine
Besonderheit und der Verbraucher wünscht differenziertere Geschmackserlebnisse.


Mit der Sättigung des Fleischmarktes erhöhte sich der Preisdruck auf
Fleischproduzenten.
Seitdem ist Fleisch der klassische „Lockartikel“ in den
Supermärkten, das heißt ein Produkt, das bei fast jedem Einkauf mitgenommen wird
und, von dem Kunden die Preise oft kennen und vergleichen. Sind diese Produkte
besonders günstig, wählt der Kunde danach die Einkaufsstätte und tätigt auch den
restlichen Einkauf dort. Deswegen lohnt es sich für den Lebensmitteleinzelhandel
teilweise sogar, die Artikel unter Marge zu verkaufen (Discherl, 2013, S. 3; Schulze &
Spiller, 2008a, S. 238). Bei jährlichen Subventionen der Europäischen Gemeinschaft
in die industrielle Fleischproduktion in Millardenhöhe bleibt es ein lukrativer Zweig.
Die Politik gestaltet somit die Preise von Fleisch maßgeblich mit (vgl. Kapitel 5.2).
Dies führt dazu, dass Verbraucher den reellen Preis des Fleisches nicht kennen und
nicht bereit sind, die tatsächlichen Kosten zu tragen
(Benning, 2013, S. 16f).

Fleischkonsum in Deutschland
Entwicklung und Nachhaltigkeits-Perspektiven Aurelia Moniak

Naturgemäß werden die Megaanlagen der
Hähnchenmast für wesentlich höhere Platzzahlen
ausgelegt als für Schweine – im niedersächsischen
Emsland ist zum Beispiel eine Anlage für 320.000
Hähnchen genehmigt. Auch in anderen Regionen,
in denen es bereits viele solcher Ställe gibt,
kommen weitere hinzu. Innerhalb der letzten 20
Jahre ist die Zahl der genehmigungspflichtigen
Plätze für Mastgeflügel in Brandenburg von 6,8
auf 11,8 Millionen gestiegen – und alleine in Brandenburg
wurden seit 2012 zusätzliche fast 1,2 Millionen
Mastplätze beantragt.
In Sachsen wurden etwa 710.000 und in Sachsen-
Anhalt fast 850.000 Plätze beantragt. Solche
Zahlen sind jedoch nicht als absoluter Zuwachs zu
sehen, sondern drücken den Strukturwandel aus.
Denn immer mehr kleine Betriebe schließen oder
geben ihre Tierhaltungen auf, die sich dafür auf
immer weniger, aber größere Agrarunternehmen
konzentrieren
.


Die "Industrieelle" Tierproduktion in Großanlagen hat eine hohe Verlustrate von 10 bis 30% vor Verarbeitung .
(Tote Tiere in der Produktion)




Strukturwandel auch in der Verarbeitung :


ie Fleischproduktion war früher ein Handwerk,
in dem gute Löhne gezahlt wurden.
Doch heute hat die Branche einen derart
schlechten Ruf, dass ein Arbeitskräftemangel besteht,
der mit deutschen Arbeitnehmern aus dem
Umland der Schlachthöfe kaum zu decken ist. Von
9.500 Auszubildenden im Jahr 2000 sank die Zahl
im Fleischereigewerbe auf 3.700 im Jahr 2014.
Heute ist die Fleischwirtschaft in Deutschland
ein Geschäft, das von schlechten Arbeits- und
Lohnverhältnissen bestimmt ist.
Unter den 30.000
Beschäftigten, die hier schlachten und zerlegen,
sind ein Drittel Südosteuropäer, schätzt die Gewerkschaft
Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).
Der größte Teil stammt aus Rumänien und Bulgarien,
viele auch aus Polen, Ungarn, der Slowakei
und Tschechien.

Die Exporte in Länder außerhalb der EU finden
überwiegend in Form von standardisierten Produkten
wie Milchpulver, Schweinehälften und gefrorenen
Hühnerteilen (Keulen oder Flügel) statt.
Damit diese Waren wettbewerbsfähig sind, müssen
die Erzeugerpreise auf dem Niveau des Weltmarktes
liegen. Um dies zu erreichen, setzen die
meisten Betriebe auf Größenwachstum, um durch
Rationalisierung die Kosten zu senken.


Dies ist ein
weiterer Treiber des Strukturwandels und lässt
den Betrieben kaum Spielraum, um in Tier- und
Umweltschutz zu investieren


Viehhaltung und Fleischproduktion in Deutschland ändern sich
schnell. Fast überall geben Betriebe auf. Doch die Erzeugung steigt,
und bei gleichbleibendem Verbrauch nehmen die Exporte zu.


Die Hühnermast
findet meist „flächenlos“ statt. Die Betriebe bauen
das Futter nicht mehr auf eigenen Flächen an,
sondern kaufen es überwiegend zu. Von den Flächenprämien
profitieren sie nur indirekt. Auch
die Schweineerzeugung entwickelt sich in diese
Richtung.

Für die Schweinehaltung bieten Nordrhein-
Westfalen und Niedersachsen die bedeutendsten
Standorte für die neuen Anlagen. Der Kreis Vechta,
an Cloppenburg grenzend, bleibt die Toplage für
die Schweineindustrie.

Sojaschrot als wichtige Futterkomponente
für die intensive Fleischerzeugung ist das
wichtigste Agrarimportprodukt für die EU und
Deutschland. 80 bis 90 Prozent des in Deutschland
verfütterten Sojaschrots geht in die Fleischerzeugung,
der Rest in die Milchproduktion. Mit der
zunehmenden Fleischerzeugung haben auch
die Sojaschrotimporte zugenommen – in den
letzten 20 Jahren um über ein Drittel auf über
4,5 Millionen Tonnen.
Die europäischen Sojaimporte kommen
ganz überwiegend aus Südamerika, vor allem
Brasilien und Argentinien sowie Paraguay. Dort
werden jetzt vor allem die Savannen gerodet, um
neue Flächen für den Sojaanbau zu schaffen. So
steht der Fleischverzehr hier in einem direkten
Gegensatz zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit in
Lateinamerika.
FLEISCHATLAS
Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel

Wenige "Hersteller/Erzeuger" beherrschen den Markt - über 80% des Marktes werden durch die 10 größten Produzenten im Segment produziert.

Fleisch IST ein Industrieprodukt in der Überflussgesellschaft mit einer hohen "Verlustquote"vor Schlachtung geworden.
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Re: Politisch korrektes Essen

Beitragvon Alter Stubentiger » Sa 25. Nov 2017, 16:06

Alpha Centauri hat geschrieben:(25 Nov 2017, 13:00)

Es gibt aber bessere Argumente contra Fleischkonsum als pro, man kann ja mit Precht fragen: Darf man Tiere essen?

Tatsächlich ist es notwendig Tiere zu essen. Gerade für Kinder die Entwicklung von Körper und Geist wird damit erst möglich. Es ist artgerecht für uns. Wir sind auch nur eine Tierart. Mehr nicht.
Wer seine Kinder ohne tierische Nahrung groß zieht muß schon Ernährungswissenschaften studier haben um eine einigermassen normale Entwicklung zu gewährleisten. Spätschäden sind zu erwarten da diese Mode erst seit kurzem um sich greift. Mir ist da so einiges zu Ohren gekommen. Paradontose, Unfruchtbarkeit, Demenz, Kraftlosigkeit........
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Re: Politisch korrektes Essen

Beitragvon Alexyessin » Mo 27. Nov 2017, 14:30

Alter Stubentiger hat geschrieben:(25 Nov 2017, 16:06)

Tatsächlich ist es notwendig Tiere zu essen. Gerade für Kinder die Entwicklung von Körper und Geist wird damit erst möglich. Es ist artgerecht für uns. Wir sind auch nur eine Tierart. Mehr nicht.
Wer seine Kinder ohne tierische Nahrung groß zieht muß schon Ernährungswissenschaften studier haben um eine einigermassen normale Entwicklung zu gewährleisten. Spätschäden sind zu erwarten da diese Mode erst seit kurzem um sich greift. Mir ist da so einiges zu Ohren gekommen. Paradontose, Unfruchtbarkeit, Demenz, Kraftlosigkeit........


Naja, in Indien gibt es Kasten, die essen nie Fleisch und die leben auch schon ein paar Generationen.
Ich bin überzeuger Fleischesser, aber ich denke nicht, das zu ungesund wäre kein Fleisch zu essen.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Politisch korrektes Essen

Beitragvon Alexyessin » Mo 27. Nov 2017, 14:31

Alpha Centauri hat geschrieben:(25 Nov 2017, 13:00)

Es gibt aber bessere Argumente contra Fleischkonsum als pro


Gibt es die? Welche?
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Politisch korrektes Essen

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 27. Nov 2017, 14:40

Misterfritz hat geschrieben:(25 Nov 2017, 13:39)

Fragen kann man alles Mögliche.
Nur warum sollten wir Tiere nicht essen? Auch Tiere fressen Tiere.

Tiere schmecken gut, zudem bieten sie neben Nahrung auch weiteren Nutzen.
Striving for Excellence, Demonstrating Integrity, Activating Leadership, Acting Sustainably, Enjoying Participation, Living Diversity, Eating Meat.

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