Bio-Produkte boykottieren?

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Balsamico
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Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon Balsamico » Fr 28. Sep 2018, 13:09

Hallo ihr,

gerade habe ich die ersten Posts des Threads bezüglich der Boykottierung bestimmter Produkte. Überrascht haben mich diese Posts:

Ebiker hat geschrieben:(12 Dec 2017, 18:57)

Ich boykottiere alles mit Bio oder Ökosiegel und alle Produkte von Müllermilch


Excellero hat geschrieben:(12 Dec 2017, 19:00)

hmmm

bewusst eigentlich nur merkel-jubelpresse und sämtliche Produkte auf denen "Bio" steht. :rolleyes:



Tiere sind auch per Gesetz fühlende Wesen. Obgleich sie nicht in der Lage sind ihre Situation als solche wahrzunehmen, leiden sie doch in der selben Art und Weise, wie es Menschen in entsprechendem Umfeld tun würden. Wer würde das bestreiten.

Ganz bestimmt lässt sich darüber streiten, ob die Biosiegel in befriedigendem Ausmaß auf die Lebens- und Leidenssituation unserer Nutztiere Einfluss haben. Aber DASS sie einen Einfluss haben würde wohl ebenfalls niemand bestreiten.

Deshalb die Frage, wie sind diese Posts zu verstehen? -Gleichgültigkeit was das Wohlergehen der Tiere angeht oder Unmut über die Umsetzung der Biosiegel? Gleichgültigkeit würde in Verbindung mit dem Begriff "Boykott" ja vielmehr bedeuten, aktiv die Leidenssituation verschlechtern zu wollen -und das traue ich wirklich niemandem zu. Aber wegen Unmut über die Umsetzung der Biosiegel dann extra Nicht-Bio-Eier zu kaufen klingt genauso wenig logisch. Eine zu kleine Verbesserung ist besser als keine Verbesserung.

Deshalb meine Bitte an euch, die verstehen wie diese Posts gemeint sind, könntet ihr mich aufklären bitte? Seid ihr der Meinung, Biosiegel haben garkeinen Einfluss?


lg
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Liegestuhl
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon Liegestuhl » Fr 28. Sep 2018, 13:21

Bio ist minderwertiges Zeugs. Es vergammelt schneller, schmeckt ranzig und wenn du Pech hast, klebt noch der halbe Wald dran.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon ThorsHamar » Fr 28. Sep 2018, 13:22

Liegestuhl hat geschrieben:(28 Sep 2018, 14:21)

Bio ist minderwertiges Zeugs. Es vergammelt schneller, schmeckt ranzig und wenn du Pech hast, klebt noch der halbe Wald dran.



.... oder Hühnerkacke .... :cool:
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon ThorsHamar » Fr 28. Sep 2018, 13:24

Balsamico hat geschrieben:(28 Sep 2018, 14:09)


Deshalb meine Bitte an euch, die verstehen wie diese Posts gemeint sind, könntet ihr mich aufklären bitte? Seid ihr der Meinung, Biosiegel haben garkeinen Einfluss?
lg



Natürlich haben Biosiegel Einfluss auf Leute, die sich dann wohler fühlen, selbstbekackte Erdbeeren teuer gekauft zu haben ....
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 28. Sep 2018, 13:40

Es gab vor nicht allzulanger Zeit einen Dradio-Hintergrund zu dem Thema. Ich boykottiere zwar keine Bio-Produkte aber die teilweise Widersprüchlichkeit und manchmal auch Verlogenheit dieser Biosiegelei ist mir seit langem klar. (Liegt vor allem daran, dass ich einen privaten Eierhändler im Freundeskreis habe).

Das Problem: Die Bio-Label werden rein nach äußeren Kriterien wie Flächengrößen vergeben. Die Gesundheit der Tiere spielt bei der Label-Verleihung absolut keine Rolle Auch der Sachverstand der Betreiber spielt keine ROlle. Es gibt aber keinen einfachen Kausalzusammenhang Freilandhaltung, große Flächen -> Tiere fühlen sich wohl. Der Sachverstand der Halter ist viel wichtiger. Auch wenn dieser Sachverstand natürlich bedeuten kann, größere Flächen zur Verfügung zu stellen. Nützt aber nix, wenn auf den größeren Flächen kranke, verletzte oder gestresste Tiere herumlaufen. In welchem Maße in einigen Gegenden Greifvögel, Füchse, Marder freilaufende Hühner stressen und zu welch großen Anteilen auch erlegen ... war mir bislang gar nicht klar.
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon Kiwikopf » Fr 28. Sep 2018, 14:51

1. Bio-Produkte sind fast ohne Ausnahme in Plastik verpackt.
2. Man hat ein teureres Produkt, welches für den Konsumenten nicht erkennbar "besser" oder gesünder ist.
3. Ob sich eine Kuh einmal um sich selbst drehen kann oder halt nicht ist mir egal.

Ich würde bei mir auch nicht vom Boykott sprechen...aber tendenziell lohnt sich die günstige, konventionelle Ware einfach mehr.
"Eine sehr schlaue Aussage" - Ein sehr schlauer Mensch
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon Teeernte » Fr 28. Sep 2018, 15:22

Balsamico hat geschrieben:(28 Sep 2018, 14:09)

Hallo ihr,

gerade habe ich die ersten Posts des Threads bezüglich der Boykottierung bestimmter Produkte. Überrascht haben mich diese Posts:

Deshalb meine Bitte an euch, die verstehen wie diese Posts gemeint sind, könntet ihr mich aufklären bitte? Seid ihr der Meinung, Biosiegel haben garkeinen Einfluss?


lg


Nicht auf die Haltung/Behandlung....und auch nicht auf die Umwelt /Gülle Entsorgung.

Marken ....wie ein Bio "Siegel" sind zu einem Geschäft verkommen - Sie widerspiegeln keinesfalls die Haltung oder die Fürsorge durch den Bauern.

Gute Höfe kann man besuchen. Bei schlechten AufzuchtBunkern kann man die Tiere bereits von weitem den ganzen Tag vor Schmerz schreien hören. (Schweinezucht)

Von einer "besseren" Verarbeitung.....und niedrigerem Fettanteil (also "Gesünderem"Fleisch) konnte ich auch nichts bemerken.

....und wer da denkt das man auf den "Zyklus" der Viehcher acht geben würde....hat keinen Geruchssinn.

"Gutes" Fleisch schmeckt man. ... und da zahl ich GERN das Doppelte.


....und das kann dann auch keine "Schnell-Reifende" Salami sein.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon H2O » So 21. Okt 2018, 19:35

Wer steht denn für die Vergabe eines Bio-Siegels als kontrollierende Stelle ein? Die vermarktende Handelskette vermutlich nicht. Da gibt es einen Stapel Papier für die Rechtslage, aber bestimmt keine inhaltliche Kontrolle.

Oder glaubt der Ersteller dieses Strangs daran, daß sich in der Handelskette tatsächlich eine Person oder eine ständig nachprüfende Stelle um das Tierwohl in der Erzeugerkette bemüht, die der Vermarktung voraus geht?

Der Dieselskandal trotz amtlicher Zulassung hat wohl jedem Zeitungsleser gezeigt, was ein amtliches Prüfsiegel bedeutet.

Das hilft nur der eigene Augenschein beim Erzeuger. Der eigene Augenschein ganz ohne Fachkenntnis ist immer noch wirksamer als die nicht stattgefundene amtliche Prüfbefugnis. Und beim Erzeuger darf man auch nur die Waren kaufen, die er ganz offensichtlich selbst hergestellt hat. Hat es das nicht schon gegeben: Vorne kratzen ein paar Hühner auf dem Freigelände, und hinten fahren die Lastwagen mit Eiern aus Legebatterien zur Umverpackung ein?

Hatten wir hier schon an anderer Stelle: Im Supermarkt tauschen manche besonders klevere Kunden dann die Bio-Eier wieder in Packungen für Eier aus Legebatterien um... und so schließt sich auch dieser Kreis.
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon jack000 » So 21. Okt 2018, 19:40

[MOD] - Ich empfehle hier nicht auf Weinstubenniveau zu das entsprechende Thema aus dem Eingangsbeitrag zu diskutieren!
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon Watchful_Eye » So 21. Okt 2018, 19:47

Unabhängig davon, was man von Bio hält - ein allzu "moralisches" Marketing ist aus Sicht mancher Menschen tatsächlich uncool. In einem Buch, welches ich kürzlich gelesen habe, wurde darauf verwiesen, dass konservative Amerikaner einer Studie zufolge seltener dazu bereit sind, Energiesparbirnen zu kaufen, wenn diese auf der Packung als "umweltfreundlich" vermarktet werden.

In eine ähnliche Richtung geht auch eine Studie aus Bern, welche testen wollte, unter welchen Bedingungen Menschen bereit sind, Insekten zu essen:
Einige der Werbungen priesen die oben genannten Vorteile an für Umwelt und Gesundheit sowie Fair Trade. Andere Werbungen präsentierten die Insekten als Delikatessen, exotisch oder voll im Trend. Die Forscher waren überrascht, dass die Vernunft-Gruppe viel seltener bereit war die Pralinen zu verkosten, als die Delikatessen-Gruppe. Die Delikatessen-Gruppe gab im Fragebogen nach der Verkostung dem Geschmack eine viel bessere Bewertung, als die andere Guppe.
https://futurezone.at/science/wie-man-m ... /400135781
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Mod im Feedback- und Asienforum.
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon H2O » Mo 22. Okt 2018, 01:43

Watchful_Eye hat geschrieben:(21 Oct 2018, 20:47)

Unabhängig davon, was man von Bio hält - ein allzu "moralisches" Marketing ist aus Sicht mancher Menschen tatsächlich uncool. In einem Buch, welches ich kürzlich gelesen habe, wurde darauf verwiesen, dass konservative Amerikaner einer Studie zufolge seltener dazu bereit sind, Energiesparbirnen zu kaufen, wenn diese auf der Packung als "umweltfreundlich" vermarktet werden.

In eine ähnliche Richtung geht auch eine Studie aus Bern, welche testen wollte, unter welchen Bedingungen Menschen bereit sind, Insekten zu essen:
https://futurezone.at/science/wie-man-m ... /400135781


Im Fall der Energiesparbirne wurde sicher ein Preis verlangt, der den Käufern nicht gefallen hat. Mit Lebensdauer und Geldeinsparung wären da wohl sicher mehr Leute zahlungsbereit gewesen.
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon Quatschki » Mo 22. Okt 2018, 08:05

Watchful_Eye hat geschrieben:(21 Oct 2018, 20:47)

Unabhängig davon, was man von Bio hält - ein allzu "moralisches" Marketing ist aus Sicht mancher Menschen tatsächlich uncool. In einem Buch, welches ich kürzlich gelesen habe, wurde darauf verwiesen, dass konservative Amerikaner einer Studie zufolge seltener dazu bereit sind, Energiesparbirnen zu kaufen, wenn diese auf der Packung als "umweltfreundlich" vermarktet werden.

Daran, dass die Leute die Moralisiererei ankotzt, ist sicher etwas dran.
Diese unterschwellige Botschaft: "Wer was anderes kauft, ist ein schlechter Mensch" wird genau solche Trotzhaltungen auslösen wie früher die Drohungen bigotter Christen mit der Hölle.
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon Liegestuhl » Mo 22. Okt 2018, 09:31

Sobald mir jemand etwas von "Nachhaltigkeit" erzählt, schalte ich ab.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon H2O » Mo 22. Okt 2018, 12:31

Liegestuhl hat geschrieben:(22 Oct 2018, 10:31)

Sobald mir jemand etwas von "Nachhaltigkeit" erzählt, schalte ich ab.


Nur weil mit dem sehr bildhaften Wort "Nachhaltigkeit" Schindluder getrieben wird, oder weil Sie wirklich nichts davon halten? Mir geht es ähnlich mit dem Kürzel "Bio"; da gehen bei mir rote Lampen an, ob mich damit wohl wieder einmal jemand hinter das Licht führen will. Es wäre doch wunderbar, wenn Bio wirklich drin ist, wenn Bio drauf steht!
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon Balsamico » Mo 22. Okt 2018, 14:52

schokoschendrezki hat geschrieben:(28 Sep 2018, 14:40)
Die Gesundheit der Tiere spielt bei der Label-Verleihung absolut keine Rolle .


Stimmt nicht.

tierwohl-staerken.de hat geschrieben:https://www.tierwohl-staerken.de/einkau ... io-siegel/

In den Vorschriften sind strenge Kriterien zum Thema Tierschutz festgelegt. Sie umfassen die Herkunft der Tiere, die verwendeten Futtermittel, die Krankheitsvorsorge und die tierärztliche Behandlung sowie Vorschriften zur Reinigung der Ställe. Besonders detailliert geht die Verordnung auf die Haltung und die Unterbringung der Tiere ein:
[...]



H2O hat geschrieben:Wer steht denn für die Vergabe eines Bio-Siegels als kontrollierende Stelle ein? Die vermarktende Handelskette vermutlich nicht. Da gibt es einen Stapel Papier für die Rechtslage, aber bestimmt keine inhaltliche Kontrolle.


Es gibt unangemeldete Kontrollen. Was du hier für einen Unsinn erfindest...



Wollt ihr allen ernstes behaupten, Tieren gehe es auf Biohöfen nicht besser als in Massentierhaltungsanlagen? Belügt ihr euch um euer Gewissen zu schonen?



Kiwikopf hat geschrieben:3. Ob sich eine Kuh einmal um sich selbst drehen kann oder halt nicht ist mir egal.


Das ist heftig.

Wem egal ist, dass Tiere Tag für Tag Schmerzen und andere Qualen erleiden müssen, der wird das, was er für andere Lebewesen billigend in Kauf nimmt, trotzdem niemals selbst durchleben müssen. Leider. Schlechte Menschen gab es schon immer. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die anderen stets von solchen abwenden.
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon Liegestuhl » Mo 22. Okt 2018, 15:11

H2O hat geschrieben:(22 Oct 2018, 13:31)
Nur weil mit dem sehr bildhaften Wort "Nachhaltigkeit" Schindluder getrieben wird, oder weil Sie wirklich nichts davon halten?


Weil ich sofort das Gefühl habe, dass mich jemand durch diesen "Anruf an meine Moral" manipulieren will.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon H2O » Mo 22. Okt 2018, 17:24

Liegestuhl hat geschrieben:(22 Oct 2018, 16:11)

Weil ich sofort das Gefühl habe, dass mich jemand durch diesen "Anruf an meine Moral" manipulieren will.


Ganz so ablehnend gehe ich nicht daran. Ich höre mir den Fall doch erst einmal ganz wohlwollend an, bis ich mir meine Meinung dazu bilde. Die Sache könnte ja auch sinnvoll gewesen sein. Aber so einfach glauben, das ist auch bei mir nicht!
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon H2O » Mo 22. Okt 2018, 17:47

Balsamico hat geschrieben:(22 Oct 2018, 15:52)

Stimmt nicht.
Glaube macht selig!
Es gibt unangemeldete Kontrollen. Was du hier für einen Unsinn erfindest...

Na ja, wenn Sie gleich mit "Unsinn" kommen, dann müssen wir uns ja nicht austauschen. Dann haben Sie eben Recht und ich meine Meinung, und gut ist's.
Wollt ihr allen ernstes behaupten, Tieren gehe es auf Biohöfen nicht besser als in Massentierhaltungsanlagen? Belügt ihr euch um euer Gewissen zu schonen?

Das ist schon so, wenn das ein ausgewiesener Betrieb ist. Dann muß man aber auch dort einkaufen. Was in den Handelsketten mitsegelt, das kann kein Kunde beurteilen.
Das ist heftig

Sie lassen sich aber gern aufziehen... und gehen ab wie eine Rakete.
Wem egal ist, dass Tiere Tag für Tag Schmerzen und andere Qualen erleiden müssen, der wird das, was er für andere Lebewesen billigend in Kauf nimmt, trotzdem niemals selbst durchleben müssen. Leider. Schlechte Menschen gab es schon immer. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die anderen stets von solchen abwenden.

Sicher gibt es schlechte Menschen, die Tiere quälen und mißhandeln, die sie so züchten, daß sie Qualen leiden. Die gesamte Produktionskette entlang, von der Aufzucht, der Mast, dem Transport bis hin zur Schlachtung.

Deshalb werde ich nie eine Partei wählen, die solche Wirtschaftsweisen fördert, oft mit dem Bemerken, daß man nicht so engmaschig kontrollieren könne. Das sind auch die Leute, die es zulassen, daß Wirtschaftsbetriebe ganz bewußt millionenfach ihre Kunden betrügen.
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon Zunder » Mo 22. Okt 2018, 22:36

Der Unterschied zwischen konventionellen und Bio-Produkten besteht letztlich darin, daß man bei konventioneller Ware weiß, daß man Dreck kauft, während bei Bioware zumindest die Chance besteht, etwas vernünftiges zu bekommen.

Ein spürbarer Qualitätsunterschied besteht beim Fleisch. Da sind auch die Preisunterschiede entsprechend.
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Re: Bio-Produkte boykottieren?

Beitragvon unity in diversity » Mo 22. Okt 2018, 23:36

H2O hat geschrieben:(22 Oct 2018, 02:43)

Im Fall der Energiesparbirne wurde sicher ein Preis verlangt, der den Käufern nicht gefallen hat. Mit Lebensdauer und Geldeinsparung wären da wohl sicher mehr Leute zahlungsbereit gewesen.

Diese Geräte kann man nicht als bio oder umweltfreundlich bewerben, weil Quecksilber enthalten ist:
https://www.itwissen.info/lex-images/au ... slampe.png
LED-Leuchten sind näher dran.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.

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