Sind Demonstrationen sinnvoll?

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Skeptiker
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Re: Sind Demonstrationen sinnvoll?

Beitragvon Skeptiker » Di 28. Aug 2018, 08:19

Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand das Demonstrationsrecht signifikant einschränken oder abschaffen möchte. Daher wird es diese Demos geben, ob man das als sinnvoll ansieht oder nicht.

Als sinnvoll sehe ich es auf jeden Fall an, die Betreiber dieser Demos stark in die Pflicht zu nehmen, was Straftaten angeht, die aus der Demo heraus begangen werden. Auch würde ich bei der Genehmigung von Demos auf potentielle Kollateralschäden stärker Rücksicht nehmen. Wer Meinungsäußerung mit Gewaltkult verbindet, der hat offensichtlich andere Ziele.
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imp
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Re: Sind Demonstrationen sinnvoll?

Beitragvon imp » Di 28. Aug 2018, 08:31

Skeptiker hat geschrieben:(28 Aug 2018, 09:19)

Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand das Demonstrationsrecht signifikant einschränken oder abschaffen möchte.

Die historische Erfahrung zeigt anderes.
Auch gibt es seit Jahren immer mal wieder Vorstöße, Demonstranten oder Anmelder an Polizeikosten zu beteiligen. Das macht Demonstrationen faktisch undurchführbar, da eine Gegenpartei jederzeit Kostenverursacher einschleusen könnte.
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Re: Sind Demonstrationen sinnvoll?

Beitragvon Humelix33 » Di 28. Aug 2018, 10:16

unity in diversity hat geschrieben:(27 Aug 2018, 23:38)

Solche Ventilveranstaltungen emotionalisieren und polarisieren.
Man kann sicher sein, dass sich zu jeder beliebigen Demo Gegen-Demonstranten einfinden.
Befinden sie sich in Hörweite zueinander, nimmt die Gruppenintelligenz in bestürzender Weise ab.
Sie werden alle keifig, so als hätte jemand den parteiübergreifenden Taktstock gehoben.
Dann wird es für die Polizei mühsam, die Gruppen auseinander zu halten. Ausserdem ist Polizei nicht immer völlig neutral.
Muss man das Demonstrationsrecht an bestimmten Orten und zu bestimmten Themen einschränken, um Tumulte und Unruhen zu verhindern?


Man müsste eher schauen, wie es um die Legalisierung von Gegendemonstrationen aussieht, weil durch diese automatisch ein enormes Konfliktpotential entsteht, wie man auch wieder aktuell sehen konnte.

Vor allem sind sämtliche Demonstrationen, in den letzten Jahrzehnten, nur Pseudodemos gewesen. Von AfD, über SPD bis hin zu den Grünen und Linken.

Eine klassische, und sinnvolle, Demo soll ja eigentlich ortsansässige Bürger ansprechen, optimalerweise von einem oder mehreren Bürgern dann auch organisiert, die ihre Unzufriedenheit in kurzer und verbal kräftiger Art und Weise bei der jeweiligen Demo kundgeben, und nicht vorrangig Gewerkschaften, Organisationen ODER Parteien/Parteifreunde, die sich zusammentrommeln, und mit sämtlichen Verkehrsmitteln rangekarrt werden, das ist eine verzerrte Stimmungsmache, die manipulativ ein Bild eines "Themas" nachher darstellt.

Der einfache Bürger, der in dem Ort wohnt, und sich aufgerufen fühlt, dahin zu gehen, nur der kann ein ungefähres Bild am Ende darstellen, wie die Tendenz in dem jeweiligen Ort sein KÖNNTE, und diese Meinung ist aufgrund der Meinungsfreiheit zu respektieren, egal welcher Demo man sich dann anschließen möchte.

Von daher sehe ich sehr viele Demos der letzten Zeit als sinnlos an, weil sie nur als Werbung der eigenen Ideologie gedient haben, aber nicht hauptsächlich von den Bürgern, und man nur darauf bedacht ist das eigene Weltbild auch mit ortsfremden Leuten falsch darzustellen, wie gesagt, das gilt für Alle. Was der neutrale Bürger denkt, das ist interessant, Parteiwerbung oder Ähnliches muss und soll eigentlich anders gemacht werden.
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Re: Sind Demonstrationen sinnvoll?

Beitragvon Tomaner » Di 28. Aug 2018, 10:24

Senexx hat geschrieben:(28 Aug 2018, 04:48)

"Gegendemos" gehen in der Regel von gewaltbereilten Linken aus, die den Rechten das Recht auf Demo bestreiten wollen. Sie wollen immer wieder Weimarer Verhältnisse herstellen. Dazu darf es nicht kommen. Zeitgleiche Gegendemos muss man einfach verbieten und entschlossen mit allen Mitteln verhindern.

Gegendemos gehen in der Regel von Bündnissen aus, die nicht gewalttätig sind. Braunen Mob alleine die Straßen in unseren Städten zu überlassen ist undenkbar. Wer soll uns in unseren Städten verbieten, gegen Menschenhass und Intoleranz, sowie Nazideutschlandhass, auf die Straßen zu gehen und den braunen Dreck wegzukehren? Willst du wieder Konzentrationslager für Demokraten, die sich Nazis in den Weg stellen ? Oder was willst du mit uns machen, wenn wir es weiterhin tun?
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Re: Sind Demonstrationen sinnvoll?

Beitragvon Tomaner » Di 28. Aug 2018, 10:43

Humelix33 hat geschrieben:(28 Aug 2018, 11:16)

Man müsste eher schauen, wie es um die Legalisierung von Gegendemonstrationen aussieht, weil durch diese automatisch ein enormes Konfliktpotential entsteht, wie man auch wieder aktuell sehen konnte.

Vor allem sind sämtliche Demonstrationen, in den letzten Jahrzehnten, nur Pseudodemos gewesen. Von AfD, über SPD bis hin zu den Grünen und Linken.

Eine klassische, und sinnvolle, Demo soll ja eigentlich ortsansässige Bürger ansprechen, optimalerweise von einem oder mehreren Bürgern dann auch organisiert, die ihre Unzufriedenheit in kurzer und verbal kräftiger Art und Weise bei der jeweiligen Demo kundgeben, und nicht vorrangig Gewerkschaften, Organisationen ODER Parteien/Parteifreunde, die sich zusammentrommeln, und mit sämtlichen Verkehrsmitteln rangekarrt werden, das ist eine verzerrte Stimmungsmache, die manipulativ ein Bild eines "Themas" nachher darstellt.

Der einfache Bürger, der in dem Ort wohnt, und sich aufgerufen fühlt, dahin zu gehen, nur der kann ein ungefähres Bild am Ende darstellen, wie die Tendenz in dem jeweiligen Ort sein KÖNNTE, und diese Meinung ist aufgrund der Meinungsfreiheit zu respektieren, egal welcher Demo man sich dann anschließen möchte.

Von daher sehe ich sehr viele Demos der letzten Zeit als sinnlos an, weil sie nur als Werbung der eigenen Ideologie gedient haben, aber nicht hauptsächlich von den Bürgern, und man nur darauf bedacht ist das eigene Weltbild auch mit ortsfremden Leuten falsch darzustellen, wie gesagt, das gilt für Alle. Was der neutrale Bürger denkt, das ist interessant, Parteiwerbung oder Ähnliches muss und soll eigentlich anders gemacht werden.


Also ich Liste mal die Bündnispartner von unserer Stadt auf. Wie es hier eine Werbung einer eigenen Ideologie geben soll, bleibt dein Geheimnis. Hauptredner gegen Höckekundgebung waren katholischer Pfarrer und Sprecher der parteilose Abiturienten der Schülermitverwaltung, weil ein türkische Abiturient zwischen seinen Prüfungen von Nazis zusammengeschlagen wurde.


Aiki – Institut für Gesundheitsförderung und Selbstentwicklung
Aktionsgemeinschaft f. Arbeitnehmerfragen (afa) Schweinfurt
Alevitisches Kulturzentrum Schweinfurt e.V.
AltesLagerSanktPauli, Bastheim
Amnesty International Gruppe Schweinfurt
Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen in Schweinfurt
AWO Kreisverband Schweinfurt
BA-BI e.V. für Umwelt und Lebensschutz – Bürgerinitiative gegen Atomanlagen
Bayerische Sportjugend im BLSV Kreis Schweinfurt
Bayernpartei Unterfranken
Beirat für Menschen mit Behinderung, Schweinfurt
Bündnis 90/ Die Grünen Kreisverband Schweinfurt
Bund der Deutschen katholischen Jugend (BDKJ) Stadtverband Schweinfurt
Bund für Geistesfreiheit Schweinfurt K.d.ö.R
Bund Naturschutz in Bayern e.V. Kreisgruppe Schweinfurt
Caritasverband für Stadt und Landkreis Schweinfurt e.V.
Christlicher Vereine Junger Menschen Schweinfurt e.V.
CSU Kreisverband Schweinfurt
Deutsch Finnische Gesellschaft, Bezirksverein Schweinfurt
DFG VK Büro / SALI und ver.di
DGB Jugend Nordbayern
DGB Region Unterfranken
Diakonisches Werk Schweinfurt e.V.
Die Linke Kreisverband Schweinfurt
Disharmonie Kulturverein
DKP Schweinfurt
ERV Schweinfurt
Erwerbslosenausschuss
Evang. Jugend im Dekanat Schweinfurt
Evang.-Luth. Dekanat Schweinfurt
Evang.-Luth. Kirchengemeinde Schweinfurt-Christuskirche
Frauen helfen Frauen e.V., Frauenhaus Schweinfurt
Frauenplenum Schweinfurt
Freundeskreis Châteaudun e.V.
FT Schweinfurt
„geo-net“ Netzwerk für Gerolzhofen
Gesellschaft zu beruflichen Förderung Schweinfurt mbH, Betriebsrat
GEW Kreisverband Schweinfurt
IG BAU Region Franken
IG Metall Schweinfurt
Initiative gegen das Vergessen, Schweinfurt
Integrationsbeirat der Stadt Schweinfurt
Kath. Arbeitnehmer Bewegung (KAB) Schweinfurt
Kath. Stadtkirche Schweinfurt
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) Schweinfurt
Kolpingfamilie Schweinfurt
KulturPackt für Schweinfurt
Lebenshilfe f. Behinderte e.V. Schweinfurt
Männer contra Gewalt e.V.
Mainfranken Motorsport Club Schweinfurt 1982 e.V
MLPD Schweinfurt
MSV Gerolzhofen e.V. im ADAC
Musikergemeinschaft Tonquadrat
NaturFreunde Bezirk Unterfranken
ödP Kreisverband Schweinfurt
Ökomenische Notfallseelsorge für Stadt und Landkreis Schweinfurt im St. Josefs Krankenhaus
Offene Behindertenarbeit des Diakonischen Werkes Schweinfurt
Paritätischer Wohlfahrtsverband Landesverband Bayern e.V.
Pfarrei Dreieinigkeit
Piratenpartei Schweinfurt
Rockverband Schweinfurt e.V.
Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft
Schweinfurter Autoren Gruppe
Schweinfurter Liste
Servicebetrieb Bau und Stadtgrün Schweinfurt, Personalrat
Sozialdienst katholischer Frauen, Schweinfurt
SPD Schweinfurt
Stadt Schweinfurt, Gesamtpersonalrat
Stadtjugendring Schweinfurt
Stattbahnhof
Stipgruppe SW-WÜ-BA Hans Böckler Stiftung
Türkisch Islamische Gemeinde zu Schweinfurt e.V.
TV 1862 Schweinfurt Oberndorf e.V.
VDK Kreisstelle Schweinfurt
ver.di Bezirk Schweinfurt
Walther Rathenau Schule, Personalrat
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Re: Sind Demonstrationen sinnvoll?

Beitragvon Betrachter » Di 28. Aug 2018, 10:53

unity in diversity hat geschrieben:(27 Aug 2018, 23:38)

Solche Ventilveranstaltungen emotionalisieren und polarisieren.
Man kann sicher sein, dass sich zu jeder beliebigen Demo Gegen-Demonstranten einfinden.
Befinden sie sich in Hörweite zueinander, nimmt die Gruppenintelligenz in bestürzender Weise ab.
Sie werden alle keifig, so als hätte jemand den parteiübergreifenden Taktstock gehoben.
Dann wird es für die Polizei mühsam, die Gruppen auseinander zu halten. Ausserdem ist Polizei nicht immer völlig neutral.
Muss man das Demonstrationsrecht an bestimmten Orten und zu bestimmten Themen einschränken, um Tumulte und Unruhen zu verhindern?


Wer ist "man", der Rechte einschränken kann? Die Vorschläge des Staatsbürgers zur Verbesserung der über ihn waltenden Herrschaft erfreuen die Herrschaft- sie sind Zustimmungen zur Herrschaft überhaupt. Das ist Denken aus der "Kammerdienerperspektive".

Nicht viel besser sind angemeldete Demonstrationen der Meinungsfreiheit- natürlich in der Freizeit.
Morgen gehen alle wieder brav arbeiten- freilich fürs "Allgemeinwohl", das lauter gegensätzliche Interessen einschließt.
"Ventilveranstaltungen" ist schon der richtige Begriff. Wo kämen "wir" denn hin, wenn der Druck im Kessel den Kessel sprengt?
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Re: Sind Demonstrationen sinnvoll?

Beitragvon Großer Adler » Di 28. Aug 2018, 11:41

unity in diversity hat geschrieben:(27 Aug 2018, 23:38)

Solche Ventilveranstaltungen emotionalisieren und polarisieren.
Man kann sicher sein, dass sich zu jeder beliebigen Demo Gegen-Demonstranten einfinden.
Befinden sie sich in Hörweite zueinander, nimmt die Gruppenintelligenz in bestürzender Weise ab.
Sie werden alle keifig, so als hätte jemand den parteiübergreifenden Taktstock gehoben.
Dann wird es für die Polizei mühsam, die Gruppen auseinander zu halten. Ausserdem ist Polizei nicht immer völlig neutral.
Muss man das Demonstrationsrecht an bestimmten Orten und zu bestimmten Themen einschränken, um Tumulte und Unruhen zu verhindern?


Je größer die Intention der Bürger, etwas für oder gegen eine gesellschaftspolitische Veränderung beitragen zu wollen, desto wichtiger sind solche Demoveranstaltungen. So werden Konfliktthemen erst sichtbar und können behandelt werden. Dass es teilweise zu Eskalationen kommt, ist meiner Meinung nach nicht den Teilnehmern zu verschulden, sondern der fehlgeleiteten Politik. Vor allem dann, wenn rasche Entscheidungen getroffen und herbeigeführt werden, die zu Unmut in der Bevölkerung führen. Demos sind grundbestandteil einer Demokratie und ausnahmslos sinnvoll.
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Re: Sind Demonstrationen sinnvoll?

Beitragvon Senexx » Di 28. Aug 2018, 11:45

Tomaner hat geschrieben:(28 Aug 2018, 11:24)

Gegendemos gehen in der Regel von Bündnissen aus, die nicht gewalttätig sind. Braunen Mob alleine die Straßen in unseren Städten zu überlassen ist undenkbar. Wer soll uns in unseren Städten verbieten, gegen Menschenhass und Intoleranz, sowie Nazideutschlandhass, auf die Straßen zu gehen und den braunen Dreck wegzukehren? Willst du wieder Konzentrationslager für Demokraten, die sich Nazis in den Weg stellen ? Oder was willst du mit uns machen, wenn wir es weiterhin tun?

Sie wollen den braunen "Dreck wegkehren". Deutlicher geht es nicht.
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Re: Sind Demonstrationen sinnvoll?

Beitragvon MäckIntaier » Di 28. Aug 2018, 11:50

Großer Adler hat geschrieben:(28 Aug 2018, 12:41)

Je größer die Intention der Bürger, etwas für oder gegen eine gesellschaftspolitische Veränderung beitragen zu wollen, desto wichtiger sind solche Demoveranstaltungen. So werden Konfliktthemen erst sichtbar und können behandelt werden. Dass es teilweise zu Eskalationen kommt, ist meiner Meinung nach nicht den Teilnehmern zu verschulden, sondern der fehlgeleiteten Politik. Vor allem dann, wenn rasche Entscheidungen getroffen und herbeigeführt werden, die zu Unmut in der Bevölkerung führen. Demos sind grundbestandteil einer Demokratie und ausnahmslos sinnvoll.


Grundbestandteil der Demokratie ohne Zweifel, ob sinnvoll, ist eine andere Frage. Im digitalen Zeitalter würden auch andere, sinnvolle grundsätzliche Beteilungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Aber da dies nicht gewollt ist, lässt sich Protest in einer Sache nur durch Demonstrationen ausdrücken, die dann, vor allem wenn kurzfristig und lokal begrenzt, immer von sehr wenigen Interessengruppen für ihre Zwecke gekapert werden können.
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Re: Sind Demonstrationen sinnvoll?

Beitragvon Betrachter » Di 28. Aug 2018, 11:50

Großer Adler hat geschrieben:(28 Aug 2018, 12:41)
Demos sind grundbestandteil einer Demokratie und ausnahmslos sinnvoll.


Richtig.Denn die Demonstration einer Meinung bedeutet noch längst nicht, dass Interessen durchgesetzt werden. Gut, dass wir mal darüber gesprochen haben.
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Re: Sind Demonstrationen sinnvoll?

Beitragvon Humelix33 » Di 28. Aug 2018, 11:51

Tomaner hat geschrieben:(28 Aug 2018, 11:43)

Also ich Liste mal die Bündnispartner von unserer Stadt auf. Wie es hier eine Werbung einer eigenen Ideologie geben soll, bleibt dein Geheimnis. Hauptredner gegen Höckekundgebung waren katholischer Pfarrer und Sprecher der parteilose Abiturienten der Schülermitverwaltung, weil ein türkische Abiturient zwischen seinen Prüfungen von Nazis zusammengeschlagen wurde.


Der Satz ist scheinbar bei dir etwas verunglückt, weil da ein wildes Durcheinander entstanden ist, was Beteiligte angehen.

Zu der Liste lässt sich sicher ganz klar sagen, dass da garantiert Personen dabei sind, die in mehreren Organisationen wiederzufinden sind, und AUCH in dann entsprechenden Parteien, das haben wir bei uns genau so, und dann wird die gesamten Organisation in Mithaftung genommen, weil die Ursprungsfrage immer ist, kenne das auch von meiner Organisation, will man sich gegen Braun und Neonazi's positionieren, oder in deinem beschriebenen Fall, verabscheut man diese Aktion gegen den türkischen Abiturienten, was kein normaler Mensch verneinen kann. Nur werden dann Demo's organisiert, und die bekannten Slogans bei Themen verwendet, die absolut falsch sind, und konträrere Meinungen damit gar verunglimpfen, auch konstruktive Kritiken, nehmen wir das allzeit "beliebte" Thema Zuwanderung, offene Grenzen, usw., als Beispiel.

Der katholische Pfarrer aus Erfurt, den du auch erwähnt hast, hat sein Amt missbraucht, er mag privat Höcke verabscheuen können und dürfen, aber die Kirche ist ein öffentlicher Bestandteil, auch aus Steuergeldern von gläubigen AfDlern finanziert, das muss man als Demokrat ertragen können, ansonsten handelt man selber undemokratisch, und die Verdunkelungsaktion war daher ein Akt undemokratischen Verhaltens, das, was man ja der AfD immer vorwirft. Und ansonsten haben Pfaffer auch nichts auf Demonstrationen zu suchen, ich bin zwar Atheist, aber als ehemaliger Christ weiß ich, dass die Kirche ALLE gleich behandeln muss, auch die sogenannten "schwarzen Schafe".
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Re: Sind Demonstrationen sinnvoll?

Beitragvon unity in diversity » Di 28. Aug 2018, 12:58

Betrachter hat geschrieben:(28 Aug 2018, 12:50)

Richtig.Denn die Demonstration einer Meinung bedeutet noch längst nicht, dass Interessen durchgesetzt werden. Gut, dass wir mal darüber gesprochen haben.

So ist es.
Im Berlin sollen jedes Jahr fast 1000 Demonstrationen stattfinden.
Das zeigt entweder, daß sie nichts bewirken, oder wie zersplittert das Volk ist.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Re: Sind Demonstrationen sinnvoll?

Beitragvon Betrachter » Di 28. Aug 2018, 13:07

unity in diversity hat geschrieben:(28 Aug 2018, 13:58)

So ist es.
Im Berlin sollen jedes Jahr fast 1000 Demonstrationen stattfinden.
Das zeigt entweder, daß sie nichts bewirken, oder wie zersplittert das Volk ist.


Darüber freut sich die Herrschaft. Und das ist die schöne Meinungsfreiheit wert. Alles ist ja doch nur eine Meinung, sagt der bürgerliche Pluralismus.
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Re: Sind Demonstrationen sinnvoll?

Beitragvon Dark Angel » Di 28. Aug 2018, 14:03

Tomaner hat geschrieben:(28 Aug 2018, 11:24)

Gegendemos gehen in der Regel von Bündnissen aus, die nicht gewalttätig sind. Braunen Mob alleine die Straßen in unseren Städten zu überlassen ist undenkbar. Wer soll uns in unseren Städten verbieten, gegen Menschenhass und Intoleranz, sowie Nazideutschlandhass, auf die Straßen zu gehen und den braunen Dreck wegzukehren? Willst du wieder Konzentrationslager für Demokraten, die sich Nazis in den Weg stellen ? Oder was willst du mit uns machen, wenn wir es weiterhin tun?

Aha - darum sind es auch immer die "Gegendemonstranten" die mit der Staatsmacht aneinander geraten, die mit Pflastersteinen schmeißen, weil die ja gaar nicht gewaltberet bzw gewalttätig sind. Und darum verstoßen die "Gegendemonstranten" auch gegen das Vermummungsgesetz.
Als "Braunen Mob" bezeichnest du also Demonstranten/Demonstrationen, die sich Gehör verschaffen wollen, die auf Misstände hinweisen wollen - nicht selten Familien mit Kindern, wie z.B. bei den "Demonstrationen für alle".
Das ist also "Brauner Mob" für dich. Lässt tief blicken!

Achja - wie "friedlich" die "Gegendemonstrationen" ablaufen, hat der G20-Gipfel in Hamburg gezeigt. Geht's noch?
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Sind Demonstrationen sinnvoll?

Beitragvon Selina » Di 28. Aug 2018, 14:51

Das, was sich da in Chemnitz an zwei Tagen unterm Marx-Nischel versammelte, war wirklich brauner Mob. Man braucht nur in die Gesichter der Leute schauen und auf ihr Gebrülle zu hören (Fotostrecken und Videos verschiedener Zeitungen). Klassischer brauner Mob.
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Re: Sind Demonstrationen sinnvoll?

Beitragvon Dark Angel » Di 28. Aug 2018, 15:19

Selina hat geschrieben:(28 Aug 2018, 15:51)

Das, was sich da in Chemnitz an zwei Tagen unterm Marx-Nischel versammelte, war wirklich brauner Mob. Man braucht nur in die Gesichter der Leute schauen und auf ihr Gebrülle zu hören (Fotostrecken und Videos verschiedener Zeitungen). Klassischer brauner Mob.

Alle 6000?
Schon mal auf die Idee gekommen, dass Medien selektiv berichten und nur das zeigen, was ins Weltbild passt?
Auf youtube gibt es genügend Videos, die andere Bilder zeigen!
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Sind Demonstrationen sinnvoll?

Beitragvon omegaunion » Di 28. Aug 2018, 17:59

Demonstrationen sind heutzutage nur ein Freiheitsrecht auf dem Papier. Es gibt Gegendemonstrationen und dann steht nicht mehr die Botschaft sondern der Kampf im Mittelpunkt.
Wenn Demonstrationen von der Polizei begleitet oder sogar aufgelöst werden müssen, sind sie kein Merkmal der Freiheit mehr.
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Re: Sind Demonstrationen sinnvoll?

Beitragvon Betrachter » Di 28. Aug 2018, 18:23

omegaunion hat geschrieben:(28 Aug 2018, 18:59)

Demonstrationen sind heutzutage nur ein Freiheitsrecht auf dem Papier. Es gibt Gegendemonstrationen und dann steht nicht mehr die Botschaft sondern der Kampf im Mittelpunkt.
Wenn Demonstrationen von der Polizei begleitet oder sogar aufgelöst werden müssen, sind sie kein Merkmal der Freiheit mehr.


Was ist der Preis der Freiheit? Du hast die Freiheit, zu verhungern, dich als Arbeitskraft anzubieten, "deine" Herrschaft zu wählen und dich durch Lohnarbeit krank zu schuften. Dafür mal eben zu demonstrieren, darum zu betteln, vielleicht etwas weniger geschunden zu werden, zeigt schon ein rechtes Knechtsbewusstsein.
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Re: Sind Demonstrationen sinnvoll?

Beitragvon omegaunion » Di 28. Aug 2018, 18:29

Betrachter hat geschrieben:(28 Aug 2018, 19:23)

Was ist der Preis der Freiheit? Du hast die Freiheit, zu verhungern, dich als Arbeitskraft anzubieten, "deine" Herrschaft zu wählen und dich durch Lohnarbeit krank zu schuften. Dafür mal eben zu demonstrieren, darum zu betteln, vielleicht etwas weniger geschunden zu werden, zeigt schon ein rechtes Knechtsbewusstsein.


Das kommt ja darauf an wogegen oder wofür man demonstriert.
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Re: Sind Demonstrationen sinnvoll?

Beitragvon apartofme » Di 28. Aug 2018, 18:37

unity in diversity hat geschrieben:(28 Aug 2018, 13:58)

So ist es.
Im Berlin sollen jedes Jahr fast 1000 Demonstrationen stattfinden.
Das zeigt entweder, daß sie nichts bewirken, oder wie zersplittert das Volk ist.

Ich weiß nicht, was du mit "Zersplitterung" meinst. Das klingt mir nach einem sehr negativen Wort. Wir leben natürlich in einer pluralistischen Gesellschaft, in der unterschiedliche Menschen unterschiedliche Hobbys und Interessen haben. Ein lokaler Interessensverband kann z.B. gegen die Errichtung einer neuen Straße protestieren und diese Proteste können auch wichtig sein, um sich entsprechend zu organisieren (z.B. eine Petition zu starten).

Es darf nicht vergessen werden, dass es in Deutschland etwa 16000 politische Vereine und Organisationen, gibt die alle unterschiedliche politische Interessen haben (allein im Deutschen Bundestag sind über 2300 solcher Vereine registriert) -- und diese sind ein wesentliches Merkmal der Demokratie. In vielen anderen Ländern, die zwar funktionell demokratisch sind, in denen es aber diesen permanenten Druck auf die Regierung nicht gibt, kann Demokratie schnell verkommen und wird am Ende auch von den Regierenden nur noch als abstrakter "Volkswille" betrachtet, deren Durchsetzung in der Hand der wenigen Regierenden liegt.

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